Ist es tatsächlich schon 2 1/2 Jahre her seit ich das letzte Mal eine Vorschau auf die im nächsten Quartal erscheinenden Videospiele gemacht habe? Ernsthaft? Wow. Hätte ich nicht gedacht. Andererseits: Ich glaube auf dieser Webseite tummeln sich derzeit sowieso keine Day-1-Käufer mehr. Und dank Games-As-A-Service, verkorksten Release-Versionen (Anthem war schon in der Closed Beta, über die ich euch nichts erzählen durfte, absoluter Müll) und schnellem Preisverfall wird es sowieso irgendwie immer und immer unwichtiger „wann“ eigentlich ein Spiel technisch gesehen veröffentlicht wurde. Aber darüber hatte ich ja bereits letztes Jahr philosophiert.

Kommen wir stattdessen zum 2. Quartal 2019 und den wenigen nennenswerten Titeln, die in dieser Zeit auf den Markt kommen sollen. Ja, ich habe mir für die Rückkehr dieser Eintragsserie absolut das falsche Quartal ausgesucht aber hey: So schaffen es auch mal etwas unbekanntere Werke auf die Liste. Also lasst uns loslegen:

Dangerous Driving (Herstellerbild)

Dangerous Driving (09.04.2019; PC, PS4, XONE) –Burnout Paradise ist bereits 2008 erschienen. Seitdem war es abseits von einem Remaster ruhig um das ehemals sehr erfolgreiche Rennspielfranchise – zu ruhig, wenn man den Entwickler bei Three Fields Entertainment (Dangerous Golf) glauben darf. Und die müssen es wissen, denn das Studio wurde von Alex Ward und Fiona Sperry erschaffen – die Gründer von Criterion Games und Erfinder der Burnout-Serie, die das Studio 2014 verließen als EA ihnen Need For Speed wegnahm. Mit Dangerous Driving wollen sie nun wieder zurück zu ihren Rennspielwurzeln und wenn man sich den Trailer so anschaut, könnte das hinhauen. Es erinnert definitiv sehr stark an die ersten Burnout-Titel. So erwartet uns ein reinrassiger Arcaderacer ohne viel Drumherum (keine offene Welt, sondern 30 abgeschlossene Strecken) aber mit Polizei, brutalen Takedowns und kompromissloser Geschwindigkeit. Eine Rückkehr in die „gute“ alte Zeit, wie die Entwickler sagen. Und ich muss sagen: Die Videos machen definitiv Lust auf mehr. Übrigens einer der Titel, die auf dem PC erstmal nur über den Epic Games Store erhältlich sein werden.

Weedcraft Inc. (11.04.2019; PC, MAC) – Ja, was soll man zu diesem Spiel schreiben? Der Name sagt doch schon alles: Es ist eine Managementsimulation in der ihr in Amerika Drogen einkauft/anbaut und verkauft mit allem was dazu gehört. Ich erwarte darin viel über das Thema zu lernen, was ich nie wissen wollte. Aber hey: Solange das Spiel gut ist :smile: . Interessant finde ich, dass die Entwickler es trotz der Cartoon-Grafik realistischer halten wollen. Also keine Idealisierung oder Verteufelung des ganzen Themas, sondern eine spielerisch optimierte Darstellung der Sache aus beiderseitiger Sicht. Wenn sie das wirklich hinkriegen, dann wäre es schon allein deshalb einen Blick wert.

Earth Defense Force: Iron Rain (Herstellerbild)

Earth Defense Force: Iron Rain (11.04.2019; PS4) – Wusstet ihr, dass es das Genre „Panik-Action-Shooter“ gibt? Ich nicht. Aber die Earth Defense Force-Reihe gehört wohl dazu. Nachdem erst im Dezember Teil 5 auf den westlichen Markt kam (in Japan schon 2017), folgt nun mal wieder eine Art Spinoff von einem anderen Entwickler. Klares Ziel dabei: Den westlichen Markt ansprechen und die Serie endlich außerhalb des asiatischen Markts zum Erfolg führen. Keine Ahnung, warum besagter westlicher Markt kein Gefallen daran hat hunderte von teils haushohen Insekten zu vernichten. Mir macht das einen Heiden Spaß und ich finde es schade, dass sich die PC-Umsetzungen in Grenzen halten. Aber nicht jeder hat bekanntlich meinen guten Geschmack. Das Grundprinzip bleibt in Earth Defense Force: Iron Rain auf jeden Fall unverändert: Aliens greifen in Massen die Erde an und ihr müsst sie besiegen. Stattdessen wollen die Entwickler durch ein seriöseres Auftreten sowohl in Sachen Grafik als auch in der Erzählung punkten. So ist alles etwas realistischer (und dunkler) gestaltet, die Städte erinnern mehr an echte aus den USA und so weiter. In den ersten Previews heißt es aber, dass das alles nur Anstrich wäre. Unter der Haube steckt wohl weiterhin das altbekannte „Ballere alles ab, was sich bewegt“-Spielprinzip. Als Serienfan finde ich das natürlich super. Ob das Neueinsteiger genau so sehen wird sich zeigen.

Anno 1800 (16.04.2019; PC) – Wie lange die Entwickler wohl noch an ihrer Namensgebung (Querschnitt ist 9) festhalten können? So langsam gehen ihnen die Zahlenkombinationen aus :smile: . Aber gut: Nach zwei Ausflügen in die Zukunft und fast vier Jahre Wartezeit steht also nun der mittlerweile siebte Teil der sehr erfolgreichen Aufbau-Strategiereihe an und kehrt zurück in die Vergangenheit. Die Entwickler versprechen das beste aus 20 Jahren Anno (individuelle KI-Gegner, lieferbare Handelsgüter, zufallsgenerierte Karten, etc.) sowie zaghafte Neuerungen, die vor allem mit dem Beginn des industriellen Zeitalters zu tun haben (z.B. Schiffsexpeditionen und Fabrikarbeitskräfte). Und auch wenn ich bekanntlich nicht der größte Fan der Serie bin, sondern mehr ein Die Siedler-Anhänger: Das klingt alles super und sieht wieder einmal fantastisch aus. Es gibt wirklich nur sehr wenige Spieleserien, die durchweg Titel auf einem so hohen Niveau raushauen. Entsprechend mache ich mir um die technischen wie spielerischen Qualitäten von Anno 1800 absolut keine Sorgen. Da müsste Ubisoft Blue Byte schon was massiv falsch gemacht haben.

God’s Trigger (Herstellerbild)

God’s Trigger (18.04.2019; PC, PS4, XONE) – Gute Top-Down-Shooter mit Coop-Funktion gibt es immer noch viel zu wenige muss ich sagen. Schon allein deswegen hat das neuste Werk von One More Level meine Aufmerksamkeit geweckt. Das Spiel verspricht schnelle Arcade-Action mit etwas Taktik, schicke Cel-Shading-Grafik, interessante Umgebungen und zwei spielbare Charaktere zwischen denen ihr im Solo-Modus per Knopfdruck hin- und herwechseln dürft – ach und haufenweise verspritzendes Blut. Vielleicht etwas zu viel für meinen Geschmack aber solange es den Spielfluss nicht stört :wink: . Die Frage wird am Ende sein wie stupide die Kämpfe tatsächlich sind und wie viel Umfang das Spiel bietet. Das lässt sich logischerweise noch nicht abschätzen. Anschauen werde ich es mir aber auf jeden Fall mal.

Mortal Kombat 11 (23.04.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Kampfspiele reizen mich auf der einen Seite, auf der anderen habe ich bis heute abseits von One Must Fall 2097 keines so wirklich richtig gespielt. Ich bin einfach zu blöd dafür Combos nicht nur auswendig zu lernen, sondern sie anschließend auch noch abzuspulen. Entsprechend nehme ich einfach nur zur Kenntnis, dass nun Teil 11 des Klassikers des Genres rauskommt – interessanterweise immer noch angetrieben von der Unreal Engine in der Version 3. Kann sowieso nicht einschätzen, welche Auswirkungen auf das Meta Neuerungen wie „Fatal Blow“ oder „Krushing Blow“ haben werden. Da aber NeatherRealm Studios in den neun Jahren seit ihrer Gründung mehr als nur einmal gezeigt haben, dass sie nicht nur Ahnung von Kampfspielen im Allgemeinen, sondern von Mortal Kombat im Speziellen haben, bezweifle ich, dass Fans der Serie ein Rohrkrepierer erwartet.

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich kann meiner Meinung aus dem vergangenen Jahr nicht wirklich was hinzufügen. Ja, es wird von einem Budgetpublisher vertrieben und von einem in diesem Bereich eher unerfahrenen Entwickler gebaut. Aber die Grundidee dahinter ist immer noch cool. Die Geschichte klingt mitreißen, das Setting ist einzigartig, die Atmosphäre in den Trailern genial und das Schleichen/Überleben-Gameplay sehr interessant. Vermutlich wird das Spiel nicht gerade lang und sehr linear sein aber wenn das Spielerlebnis entsprechend intensiv ist, stört mich das nicht. Auf jeden Fall weiter im Blick behalten.

RAGE 2 (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich habe letzte Woche endlich mal den ersten und einzigen DLC, The Scorchers, zu RAGE durchgespielt. Die erste Erkenntnis: Selbst mit meiner wesentlich höheren Power unter dem Schreibtisch ist das Texturen-Nachlade-Problem immer noch nicht weg. Die zweite Erkenntnis: Der Shooteranteil macht immer noch Laune. Und die dritte Erkenntnis: RAGE 2 wird damit definitiv nichts zu tun haben. Gut, letzteres war schon nach der Vorstellung des Spiels klar. Aber mit dem frischen Vergleich im Kopf wird noch einmal deutlicher, dass das was Avalanche Studios auf den Markt bringen möchte definitiv abgedrehter, verrückter und farbenfroher ist. Ob es deswegen weniger Spaß macht? Glaube ich nicht. Mir hat Mad Max schon gefallen und das hatte vermutlich nur ein Bruchteil des Budgets von RAGE 2 und nicht ids Shootererfahrung mit im Gepäck. Ich bin entsprechend zuversichtlich, dass ich meinen Spaß damit haben werde.

Team Sonic Racing (Herstellerbild)

Team Sonic Racing (21.05.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Sonic and SEGA All Stars Racing sowie Sonic & All-Stars Racing Transformed waren überraschend gute Mario Kart-Ableger. Nach fast sieben Jahren Wartezeit kommt nun endlich der dritte Teil der Rennspielserie von Sumo Digital. Dieses Mal aber ausschließlich mit Charakteren (15 Stück) aus dem Sonic-Universum und dafür in enger Zusammenarbeit mit dem Sonic Team von SEGA. Weiß zwar nicht, was die großartig zu einem Rennspiel beitragen können aber gut. Meine Erwartungen an den Titel sind einfach: Mehr vom Gleichen (neue Strecken, neue Autos, etc.) und das verpackt in schickerer Grafik. Wie der Name schon sagt, ist die Hauptneuerung der Fokus auf Teams. Statt jeder für sich selbst, wird jetzt gemeinsam gewonnen. Es soll ähnlich wie z.B. in Overwatch Teamfähigkeiten geben, ihr sollt euch gemeinsam unterstützen und natürlich auch zusammen die Gegner von der Rennstrecke schießen können. Wie gut das mit der KI funktioniert wird sich zeigen aber im Mehrspielermodus (12 online, 4 offline) könnte das eine echte Gaudi werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf, denn die Vorgänger sind selbst heute noch uneingeschränkt empfehlenswerte Arcade-Racer.

Total War: Three Kingdoms (23.05.2019; PC, MAC, Linux) – Es geht zurück nach Asien. Kein Wunder: Total War: Shogun 2 hat ja schon acht Jahre auf dem Buckel. Und zwar in die Zeit der drei Königreiche. Das allein ist schon interessant. Noch interessanter ist aber, dass es zwei Kampagnen geben soll: Eine, die auf historischen Tatsachen basiert und eine, die auf einem Roman basiert, der logischerweise nicht ganz so exakt die damaligen Vorkommnisse widergibt. Dreimal dürft ihr raten, welche Kampagne mich mehr interessiert :smile: . Ansonsten gibt es die übliche Global- und Echtzeitstrategiekost für welche die Serie so bekannt wurde mit ein paar zusätzlichen Funktionen hier und da. Allen voran ein Konzept namens „Guanxi“, das aus euren Generälen quasi kleine Sims macht mit ihren eigenen Problemen und Bedürfnissen. Mal schauen, ob und wie das funktioniert.

Warhammer: Chaosbane (Herstellerbild)

Warhammer: Chaosbane (04.06.2019; PC) – Die Liste der offiziellen Warhammer-Videospiele wird länger und länger. Games Workshop scheint die Lizenz weiterhin lieber mit der Gießkanne zu verteilen statt auf Qualität zu achten. Aber gut: Nun also zum allerersten Mal ein Action-Rollenspiel. Vier Charakterklassen stehen zur Verfügung und bis zu vier Spieler können sich online wie offline gleichzeitig über die dutzenden Gegner hermachen. Erinnert nicht nur in Sachen Grafikstil, sondern auch spielerisch stark an Diablo. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Schließlich schauen sich alle Fantasy-Action-Rollenspiele etwas vom Genre-Urvater ab. Das Warhammer-Feeling kommt in den Trailern und Screenshots auf jeden Fall schon einmal gut rüber. Gleichzeitig versprechen die Entwickler sehr viel Inhalt und damit einen hohen Wiederspielwert (180 Skills, 70 Monsterarten, 10 Schwierigkeitsgrade, haufenweise Dungeons, etc.). Ob das am Ende tatsächlich abwechslungsreich ist und ob der bekannte „noch ein Dungeon“-Flow entstehen wird? Ich bin aufgrund des in diesem Bereich vollkommen unerfahrenen Entwicklers Eko Software etwas skeptisch. Aber lassen wir uns überraschen.

The Sinking City (27.06.2019; PC, PS4, XONE) – Ein Horrorspiel zu entwickeln ist nicht einfach, eins mit Einflüssen von H.P. Lovecraft scheinbar fast unmöglich. Zumindest kommen die bisherigen Ergebnisse über den „Geheimtipp“-Status nur selten hinaus. The Sinking City wird es vermutlich nicht anders ergehen – was nicht nur an der Epic Games Store-Exklusivität liegt. Die Geschichte kennt man: In den 20iger Jahren kommt ein Privatdetektiv in eine Stadt in der komische Sachen vor sich gehen. Die Einwohner haben einen mehr oder weniger starken Knall und auch man selbst wird im Laufe des Spiels an den Rand des Wahnsinns getrieben. Soweit so bekannt. Was macht The Sinking City also großartig anders als die bisherigen Cthulhu-Titel? Keine Ahnung. Es bietet eine offene Welt, mehrere Lösungsmöglichkeiten für die Kriminalfälle inkl. verschiedenen Enden, Management des eigenen Wahnsinns und wohl einen vergleichsweise hohen Shooteranteil mit Kämpfen gegen die alptraumhaften Monster. Theoretisch die Bausteine, aus denen man ein gutes Cthulhu-Horror-Adventure stricken könnte. Drücken wir Frogwares die Daumen, dass sie es tatsächlich schaffen.

 

Und das waren sie, die aus meiner Sicht nennenswerten Titel der kommenden drei Monate. Irgendwas dabei, was euch interessiert? Vieleicht sohar zum Day-1-Kauf animiert? Oder habe ich gar was Wichtiges übersehen? Also außer Days Gone (26.04.2019), dass es schlicht nicht auf meine Liste geschafft hat.

Gar nicht so einfach in Ruhe eine Serie/einen Film zu schauen, wenn bestimmte Katzen wie auf 180 durch das Haus jagen – inkl. der großen Gefahr, dass sie (bewusst oder unbewusst) etwas herunterschmeißen. Ja, ich schaue dich an Maya, du kleiner Wirbelwind. Aber gut: Irgendwie haben wir es am Samstag dann doch geschafft das Finale der folgenden Serie halbwegs in Ruhe zu erleben:

Cover

Orphan Black (2013-2017; 50 Episoden [5 Staffeln] á 45 Minuten, DV) – Schon allein aus technischer und schauspielerischer Sicht ist dieses Kanadisch-Amerikanische Werk beeindruckend. Im Verlauf der fünf Staffel schlüpft die Hauptdarstellerin Tatiana Maslany in die Rolle von insgesamt 13 Charakteren (plus ein Voice Over) – fünf davon sind Hauptfiguren, kommen also in fast jeder Folge vor. Und es ist nicht gerade selten, dass sie mehr als nur zweimal auf dem Bildschirm zu sehen ist. Und nicht nur zu sehen: Sie interagiert auch physisch mit sich selbst. Ab Staffel 2 kommt noch Ari Millen dazu, der im Verlauf in die Rolle von sechs Charakteren schlüpft. Will gar nicht wissen wie viel Aufwand das war jede Szene x-Mal zu filmen, um dann am Computer alles zusammenzuflicken. Als Zuschauer merkt man auf jeden Fall überhaupt nichts davon und so soll es ja sein.

Und Hut ab vor Tatiana, die wirklich jede der 13 Rollen einzigartig macht. Ja, sie unterscheiden sich optisch teilweise sehr stark. Aber es ist wirklich das Schauspiel, das beeindruckt. Wenn sie Sarah Manning spielt, ist sie einfach ganz anders als wenn sie in die Haut von Alison Hendrix schlüpft. Sie spricht anders und bewegt sich anders. Richtig genial. Das geht sogar so weit, dass ich mir beim Auftauchen von Krystal Goderitch in Staffel 3 erst mal unsicher war, ob es tatsächlich ein weiterer Klon ist oder doch eine andere Schauspielerin. Schon deshalb lohnt sich ein Blick auf diesen SciFi-Thriller. Die beeindruckende Technik allein hält einen aber natürlich nicht bei der Stange. Also worum geht’s überhaupt?

Die Geschichte

Orphan Black (BBC America-Promobild)

Die zentrale Figur ist die Waise Sarah Manning. Sie ist eine draufgängerische Kleinkriminelle und hat eine junge Tochter, die bei ihrer eigenen Pflegemutter lebt. Als sie nach langer Zeit mal wieder in ihrer Heimatstadt am Bahnhof ankommt, wird sie Zeuge eines Suizids. Sie stiehlt die Tasche des Opfers Elisabeth Childs und stellt fest: Die sieht ja fast genauso aus wie ich. Und was macht man als Kriminelle in solch einer Situation? Nicht nur die Tasche ausräumen, sondern planen alles zu stehlen was die Dame besitzen könnte. Keine gute Idee, denn dadurch schlittert sie geradewegs hinein in eine große Intrige rund ums Klonen, genetische Verbesserungen und religiösem Fanatismus. Hätte sie doch nur die Brieftasche gestohlen…

Sie erfährt, dass sie nicht nur ein Klon ist, sondern ein Klon mit eigenem Kind während die anderen Unfruchtbar sind. Das macht sie für die Wissenschaft natürlich besonders interessant. Also gerät sie widerwillig immer tiefer in die Sache hinein. Zusammen mit den anderen Klonen Alison und Cosima setzt sie deshalb notgedrungen die Suche nach der Wahrheit und ihrem eigenen Ich fort, während gefühlt die ganze Welt gegen sie ist.

Kontraste

Orphan Black (BBC America-Promobild)

Orphan Black ist nichts für Zartbesaitete. Es geht nicht gerade zimperlich zu. Im Verlauf der fünf Staffeln wird viel Blut vergossen und viele sterben brutal. Und auch auf der psychologischen Seite hält sich die Geschichte rund um Moral und Ethik in Bezug auf das menschliche Klonen nicht großartig zurück. Was aber nicht heißt, dass alles total düster und depressiv ist. Es gibt sie, die humorvollen Momente und etwas weniger tragische Nebenstränge, die gleichzeitig den Kontrast zwischen den einzelnen Klonen weiter verstärken. Während Cosima die neugierige, lesbische Wissenschaftlerin ist, kämpft Alison als Mutter von zwei Adoptivkindern mit den alltäglichen Problemen ihres typisch amerikanisch Idyll-Vorstadtlebens.

Anfangs wirken diese parallelen Erzählungen ein wenig fehl am Platz in Bezug auf die Haupthandlung, doch die Autoren schaffen es immer diese Stränge auch wieder zurück zu führen. Es dauert mitunter etwas, führt aber dafür oft zu der ein oder anderen überraschenden Wendung und erhöht die Spannung. Gleichzeitig sind sie eine perfekte Gelegenheit die Charaktere besser kennen zu lernen, damit sie einem noch stärker ans Herz wachsen. Man soll ja bei den fiesen Cliffhängern besonders stark mitfiebern.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 5 von 5 Sics. Die Serie ist eine klare Empfehlung für alle, die es etwas spannungsgeladener mögen. Während die technische und schauspielerische Leistung beeindruckend ist, ist es am Ende die Geschichte, die mich bei der Stange hält. Sie regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern ist durchweg abwechslungsreich und spannend erzählt. Man will immer erfahren wie es mit Sarah und ihren Schwestern weitergeht. Welcher Stein wird ihnen wohl als nächstes in den Weg gelegt wird? Welche Klone lernen sie noch kennen? Und so weiter und so fort. Zudem führen am Ende alle Fäden zu einem befriedigenden Finale zusammen. Das ist ja leider auch nicht selbstverständlich.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #24

In einem Haus gibt es immer was zu tun. Das ist bekannt, nicht weiter verwunderlich und normalerweise planbar. Blöd sind eigentlich nur die Sachen, die einem dazwischenkommen. Aktuell scheint sich beispielsweise unsere Einbau-Kühl-/Gefrierkombination mit der Idee anzufreunden ins nächste Leben überzutreten. Ja, sie hat schon mindestens 10 Jahre auf dem Buckel (wurde höchstwahrscheinlich zusammen mit der Küche gekauft), da kann man sicherlich so langsam über das Auswechseln nachdenken. Aber sind natürlich trotzdem wieder 500-1000 Euro, die plötzlich fällig werden nur, weil eine Reparatur wie so oft in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft wirtschaftlich keinen Sinn macht. Aber mal schauen. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass der Gefrierteil sich doch erneut fängt (ist letztes Jahr im heißen Sommer schonmal für einen Tag ausgestiegen). *drückt die Daumen*

Der Freizeitraum

DIY-Fensterbank

Eine halbwegs geplante Ausgabe war hingegen der Austausch des Kellerfensters im Freizeitraum. Das alte Holzteil aus den 60igern erfüllte vermutlich keine einzige der heutigen Anforderungen in Sachen „Wärmedämmung“ oder „Einbruchsicherheit“. Größtes Problem war aber, dass es sich nicht mehr zuverlässig auf- und wieder zumachen ließ – also doch in gewisser Art und Weise schon Einbruchssicher war :wink: . Und da wir sowieso dabei sind den Raum zu renovieren machte es logischerweise Sinn es gleich mitzumachen. Schließlich blöd, wenn nochmal Staub und Dreck produziert wird, wenn ansonsten bereits alles schön ist.

Also Anfang Dezember ein paar Angebote angefordert und Mitte Februar wurde das neue Kunststofffenster von Weru auch schon eingebaut. Genauere Details werde ich mir an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen sparen. Man möchte es gewissen Leuten ja nicht zu einfach machen :smile: . Aber ja, wir haben Handwerker beauftragt. So ein Fenster ist mir dann doch zu heikel, um es nur mit Hilfe von YouTube-Videos korrekt zu montieren. Ich habe zum Ausgleich die Tapete komplett entfernt. Fehlt „nur“ noch der Kellerflur mit seinen scheiß festgeklebten Raufasertapeten. Die Dinger gehen einfach nicht ab egal wie lange man sie einweicht…

Bei der Fensterbank haben wir es uns übrigens einfach gemacht. Es ist ja „nur“ ein Kellerraum. Entsprechend haben wir gestern ein Stück weißes Deckenpanel aus unserem Restposten hergenommen, zurechtgeschnitten und mit Montagekleber befestigt. Ob es wirklich hält wissen wir zum Verfassungszeitpunkt zwar noch nicht zu 100% aber wir sind guter Dinge. Wenn es klappt sind nur noch die Abstände mit Acryl zu füllen und fertig ist die DIY-Fensterbank.

Und so geht es nun da unten nach und nach jedes Wochenende ein bisschen weiter. Löcher an den Wänden flicken, Wände streichen, Korkboden verlegen, etc. pp. An sich nichts mehr besonderes für uns aber es braucht halt Zeit. Immerhin steht die geplante Inneneinrichtung schon im Keller verteilt herum nachdem uns die Nachbarschaft bei ihrem Auszug im Prinzip alles überlassen hat, was wir haben wollten. Ja, es lohnt sich noch einmal zu betonen wie wichtig ein gutes Verhältnis zu den angrenzenden Bewohnern ist.

Kalk!

Überall Kalkflecken!

Ein Thema, was uns Ende 2018 auch noch beschäftigt hat war der liebe Kalk. Mit ca. 17 °dH liegen wir hier im Härtebereich hart und das merkt man extrem. Nicht nur an den Kalkflecken, sondern an der Funktionsfähigkeit der Armaturen – vor allem deren Dichtringe. Die Handwerker haben den Badhahn fast abgerissen so viel Kraft mussten sie aufwenden, um ihn abzukriegen. Das Wasser hatte sich nämlich angefangen am Übergang Hahn und Befestigung durchzudrücken. Sprich die Armatur ist undicht geworden und das schon nach nicht einmal drei Jahren. Dichtungen getauscht (wieder 100 Euro…) und jetzt ist alles wieder gut. Aber natürlich ist das eine Sache, die uns potentiell auf Dauer beschäftigen wird. Zumindest erwarte ich nicht, dass das Wasser hier von heute auf morgen urplötzlich weicher wird. Und unsere Osmoseanlage steht halt nur in der Küche. Also musste eine andere Lösung her.

Das naheliegendste ist eine Entkalkungsanlage unten im Keller. Es gibt verschiedene Systeme die jeweils anderen Verfahrensweisen arbeiten (Ionenaustausch, elektromagnetisch, Umkehrosmose, etc.). Keine Ahnung welche tatsächlich die beste ist. Teilweise streitet man sich scheinbar sogar darüber, ob sie überhaupt funktionieren. Auf jeden Fall sind sie kostenintensiv. Sie verbrauchen mindestens Strom und zusätzliches Wasser, müssen regelmäßig gewartet werden und jeder, der im Baumarkt schon einmal den Haufen Salztabletten liegen sehen hat: Die sind für Entkalkungsanlagen. Also keine billige Sache so eine Anlage – sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Wie so oft muss man gegenrechnen: Die eigene Putzzeit wegen hartnäckiger Flecken, die Kosten für regelmäßiges Wechseln der Dichtungen oder gar Kompletttausch der Armaturen gegen die Betriebskosten einer Entkalkungsanlage.

Ihr ahnt es aber vermutlich bereits: Wie es sich scheinbar für unseren etwas „alternativeren“ Haushalt gehört, haben wir uns am Ende für etwas ganz anderes entschieden :smile: .

Sanfter Kalk

Der eingebaute Aquaspin (in der Mitte)

Unsere Osmoseanlage stammt von der Firma H.Preiss International und da die auch Entkalkungsanlagen im Angebot haben, hatten wir eine Anfrage nach einem Angebot auch dahin geschickt. Als der Vertreter vorbeikam (kannten wir bereits von der Osmoseanlage), hatte er jedoch was ganz anderes gegen unser Problem im Gepäck: den aquaSpin. Aufmerksame Leser werden jetzt feststellen: „Habt ihr so ein Ding nicht auch vor der Osmoseanlage?“ Und ja: Dieses erneut nicht ganz billige (aber völlig Wartungsfreie) Teil wird nach dem Grobfilter im Haus eingebaut und ist identisch zu dem vor der Osmoseanlage (nur etwas größer). Hätten wir damals gewusst, dass wir uns das auch fürs ganze Haus holen, hätten wir es logischerweise bei der Osmoseanlage nicht mitgekauft. Aber so ist es halt :smile: .

Der Sinn und Zweck ist entsprechend identisch: Die Spule im Inneren soll das Wasser wieder zurück in seinen Quellzustand versetzen d.h. es re-energetisieren und die mäandernde Führung drumherum verwirbelt das Wasser. Statt, dass es einfach durch die Rohrleitungen strömt, wirbelt es dadurch quasi hindurch. Beides soll dazu führen, dass der Kalk zwar nicht aus dem Wasser verschwindet, aber weicher und damit nicht mehr aggressiv wird. Außerdem soll die Verwirbelung dafür sorgen, dass die Rohre sich mit der Zeit selbst von festgesetztem Material reinigen, da es wie bei einem Fluss einen abtragenden Effekt hat.

Klingt nach viel Hokuspokus und aktuell kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es wirklich was bringt oder wir einem teuren Quacksalber aufgesessen sind. Das wird die Zeit zeigen. Die ersten Erfahrungen sind aber tatsächlich, dass sich der Kalk einfacher wegwischen lässt und das Wasser anders (=besser) schmeckt.

Warum hat mir keiner gesagt, dass Beyond the Black schon Ende August ihr drittes Studioalbum Heart Of The Hurricane veröffentlicht haben?! Auf euch ist echt kein Verlass. Wenn die neue Platte von The Offspring irgendwann aufschlägt, wird das hoffentlich besser laufen! Zum Glück wird gute Musik nicht so schnell schlecht :smile: . Und ja, das Album der deutschen Symphonic/Power Metal-Band um Frontfrau Jennifer Haben ist erneut eine absolute Hörempfehlung. 15 Lieder und wieder keins dabei, dass nicht rockt obwohl alle Musiker bis auf die Sängerin ausgetauscht wurden.

Aber ihr seid ja nur bedingt wegen Musik hier. Der Fokus von Beim Christoph war, ist und wird weiterhin auf Katze…äh Spielen bleiben. Also lasst uns über Spiele reden. Schließlich habe ich was gespielt und kann darüber berichten. Und darum geht es doch, oder nicht? Keine Widerrede aus den hinteren Reihen!

(Cover)

12 is Better Than 6 hatte ich bereits vergangenen Montag kurz angeschnitten. Mittlerweile habe ich zumindest das Hauptspiel inkl. allen 46 Achievements beendet. Irgendwie sind Indie-Titel gefühlt oft sehr kurz und die Erfolge extrem einfach zu bekommen. Laut Steam hat es nicht einmal vier Stunden gedauert. Immerhin gibt es einen DLC, The Apostles. Dazu aber am Ende mehr. Das Hauptspiel bekommt von mir 3 von 5 Sics, die ich angesichts meiner Worte im anderen Eintrag „[…]mehr motiviert als endlich Hotline Miami 2: Wrong Number fertig zu spielen“ und der Tatsache, dass ich Hotline Miami volle 5 von 5 Sics gegeben habe genauer begründen sollte :smile: .

Ein Kickstarter für was?

12 is Better Than 6 – übrigens ein Sprichwort was so viel bedeutet wie „12 Jurymitglieder sind besser als 6 Sargträger“ – ist das Erstlingswerk von Ink Stains Games und ein Top-Down-Shooter. Veröffentlicht am 20. November 2015 wurde es theoretisch teilweise finanziert durch eine nur knapp erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne (15.013 von 15.000 britischen Pfund) bei Kickstarter. Theoretisch deshalb, weil die Kampagne am 9. Oktober 2015 endete, der ursprüngliche Release für März 2016 angepeilt war und es trotzdem schon 1 1/2 Monate später auf den Markt kam. Ich bezweifle zwar nicht, dass das Geld auf irgendeine Art und Weise in das Studio und damit das Spiel geflossen ist aber von außen wirkt das durchaus so, als wäre der Titel auch ohne Kampagne in gleicher Form auf den Markt gekommen. Erklärt vielleicht den eher übersichtlichen Umfang. Aber worum geht’s?

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Es ist das Jahr 1873 und ihr schlüpft in die Rolle des Mexikaners Jesûs, der unter Gedächtnisverlust leidend in einem Straflager aufwacht. Nachdem ihr mit der groben Spielmechanik vertraut gemacht wurdet, begeht ihr direkt euren ersten Mord am Aufseher und das Gemetzel beginnt. Aufgeteilt in vier Akte begebt ihr euch zuerst auf der Suche nach eurer Vergangenheit und dann – wie soll es anders sein – Rache. Dabei reist ihr durch Texas und tötet (fast) alles, was euch vor die Revolver kommt (Soldaten, Banditen, Indianer und Chinesen). Geredet wird nur selten und selbst diese Dialoge sind überschaubar, klischeeüberladen und grammatikalisch nicht immer ganz sauber. Stattdessen lasst ihr eure Waffen für euch sprechen – schließlich spielt ihr ja einen Shooter.

Das Gameplay

Das grundsätzliche Spielprinzip ist simpel: Töten bevor ihr getötet werdet. Alles und jeder – inkl. euch selbst – hält nur 1-2 Treffer aus. Zur Verfügung steht euch eine übersichtliche Anzahl an Waffen von denen ihr immer nur eine plus ein Messer gleichzeitig tragen dürft. Das Messer ist für alle, die es gerne leise mögen und lieber die Feinde unbemerkt von hinten umbringen. Das bringt etwas Taktik rein, denn beim Schleichen gilt es wie gewohnt zu beachten, dass euch keiner dabei beobachtet und erschießt. Leider ist die Kamera sehr nah am Geschehen dran, weshalb ihr euch keinen guten Überblick über eure Lage verschaffen könnt. Stattdessen ist Trial-and-Error angesagt. Das gilt leider auch dann, wenn ihr das Schleichen aufgebt und den Revolver, die Schrotflinte oder das Dynamite auspackt. Urplötzlich aus dem Nichts erschossen zu werden ist etwas, das euch wie im großen Vorbild häufiger passieren wird. Also das Level-Layout und die Gegnerpositionen auswendig lernen – zufallsgenerierte Positionen gibt es nicht. Oder euch einfach an eine Ecke stellen, Geräusche machen und nach einander die herbeilaufenden Feinde abschießen.

Ja, die KI von 12 is Better Than 6 erhebt keinen Anspruch auf Intelligenz. Die Herausforderung kommt entsprechend mehr durch Hinterhalte, Masse und das Levellayout und ist dadurch auf einem wesentlich niedrigeren Niveau angesiedelt im Vergleich zum aus meiner Sicht hohen Schwierigkeitsgrad von Hotline Miami. So gibt es im Zuglevel (hey, es spielt im Wilden Westen!) eben weniger Raum zum manövrieren und Ausweichen als in den in der Wüste angesiedelten Passagen. Immerhin: Der Neustart nach dem Tod geht genauso fix wie bei der Konkurrenz. Man ist sofort wieder drin und kann das Level von vorne beginnen.

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Werfen könnt ihr eure Waffen hingegen nicht und einfach nur die linke Maustaste drücken reicht ebenso wenig für eine Blutorgie. Stattdessen bringen die Entwickler einen Hauch Realismus rein und verlangen von euch erst den Hahn (oder die Bogensehne) zu spannen, bevor ihr abdrücken dürft – und, dass vor jedem Schuss. Aber da hört es noch nicht auf: Nachladen ist ebenso angesagt. Und zwar jede Patrone einzeln – die ihr übrigens manuell aus den Waffen von getöteten Feinden entnehmen müsst bevor sie in euren Vorrat übergehen. Das sind die Mechaniken, die etwas mehr Taktik in die ansonsten theoretisch ziemlich stupiden Kämpfe bringen. Klingt nerviger als es in der Praxis ist. Anfangs ist es natürlich sehr ungewohnt und der Grund für so einige Tode aber man hat es erstaunlich schnell verinnerlicht.

Die Technik

Grafisch kann sich das Spiel sehen lassen. Der handgezeichnete Grau-Weiß-Stil mit seinen klaren Linien funktioniert erstaunlich gut und ist definitiv mal was anderes. Die einzige Farbe ist das rote Blut, das eure Feinde hinterlassen. An die Brutalität und die Gewaltexzesse von Hotline Miami kommt es dennoch bei Weitem nicht dran. Ja, Jesûs reitet mordend durch das Land aber seine Reise ist alles nur keine Gesellschaftskritik. Das Schockniveau hält sich entsprechend in Grenzen. Die Gewalt ist Mittel zum Zweck und in diesem Spiel ist sowieso technisch gesehen jeder der Bösewicht – inklusive Jesûs. Der einzige Negativpunkt in Sachen Grafik ist das Fehlen einer „V-Sync“-Funktion. Wer das nicht über den Treiber erzwingt muss mit unschönen Schlieren im Bild leben. Der Anspruch an die eigene Hardware hält sich in Grenzen.

In Sachen Soundeffekte gibt es abseits von etwas Hundebellen und den fliegenden Kugeln hingegen so gut wie nichts zu hören. Stattdessen dominiert der Soundtrack von John R1se, Ivan Reshetnyov und Son of the Sun die Klangkulisse. Dieser ist auch durchaus gelungen und unterstützt die Metzelorgie mit fetzigen Tracks irgendwo zwischen Wild West-Gefühl, mexikanischen Einflüssen und hartem Rock. Er wird selbst beim 10. Neustart eines Levels nicht langweilig. So muss das sein!

Der DLC

12 is Better Than 6: The Apostles (Herstellerbild)

Wie erwähnt, gibt es auch noch einen DLC namens The Apostles. Der setzt die Geschichte des Hauptspiels nahtlos fort. Ihr schlüpft aber nach dem abrupten Finale nicht wieder in die Schuhe von Jesûs. Stattdessen gibt es in den drei Akten ebenso viele Charaktere deren Kontrolle ihr übernehmt. Während das Grundprinzip logischerweise gleich bleibt, mischen sie es durch andere Waffen und Fähigkeiten etwas auf. So hat Bill Watt nicht nur eine sechsschüssige Schrotflinte, sondern außerdem häufig ein paar Begleiter mit dabei, denen ihr über die Leertaste den Befehl „erschießt den Gegner“ geben dürft. Slippery Pitt und der Indianer verzichten hingegen auf den Einsatz von konventionellen Waffen. Während Pitt lieber auf Bärenfalle und ähnliches, hinterhältiges Zeug setzt, nutzt der Indianer nur seinen Bogen und Dynamit.

Durchgespielt habe ich den DLC noch nicht, da der Schwierigkeitsgrad massiv anzieht. Schon im ersten Level erwarten euch mehr Gegner als gefühlt im gesamten Hauptspiel zusammen und im zweiten Level seid ihr auf einem Floss unterwegs. Das müsst ihr abwechselnd steuern und nebenbei die Feinde am Strand erledigen bevor sie euch treffen. Das hat etwas gedauert. Aber da das Hauptspiel so kurz und vergleichsweise einfach war, freue ich mich doch sehr darüber, dass es zumindest etwas Nachschub gibt.

Beim Christoph meint: Grundsätzlich hat 12 is Better Than 6 Laune gemacht. Die Grafik ist mal was anderes, das Spielprinzip funktioniert und obwohl Hotline Miami und sein Nachfolger objektiv betrachtet natürlich fantastische Spiele sind: Ich persönliche finde es gut, dass es hier etwas weniger derb und vor allem „komisch“ zur Sache geht.

Leider ist die Geschichte uninteressant (und das Finale doof), die Charaktere quasi nicht vorhanden und die Spielzeit viel, viel zu kurz. Ja, es kostet dafür auch nur 6,99 Euro aber es hat mir trotzdem irgendwie nicht so viel Spaß gemacht wie es anfangs den Anschein machte. Und aus meiner Sicht liegt dies weniger am eigentlichen Spielprinzip (das macht prinzipiell Spaß) als viel mehr am unzureichenden Kleber (=die Geschichte) dazwischen. Gerade als es anfing interessant (und anspruchsvoller) zu werden war es schon vorbei quasi. Ja, es gibt den DLC der mit 4,99 Euro fast so viel kostet wie das Hauptspiel und vielleicht das ein oder andere besser macht (weiß ich ja noch nicht genau). Aber das reicht nicht. Deswegen nur 3 von 5 Sics. Wer mal wieder Lust hat auf so einen Titel kann beim nächsten Sale mal einen Blick drauf werfen. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle gibt es jedoch nicht.