Jetzt ist es aber endlich mal genug mit der neuen Hardware! Man stellt sich ja schließlich keinen Saug- und Wischroboter unter den Tisch, nur damit er schön aussieht. Er soll auch was tun für sein Geld! Also was tut er? Na saugen und wischen. Mensch, so kompliziert ist das doch nicht. Aber mein Desktop-PC war seitdem ich unter The Division einen Schlussstrich gezogen habe ebenfalls nicht untätig. Nein, ich meine damit nicht meine ganzen Steam-Einkäufe beim Herbst-Sale (33 Stück laut Steam aber es zählt jeden DLC einzeln). Da habe ich – wie es sich gehört – noch kein einziges davon installiert. Stattdessen habe ich weiterhin vor allem den Ubisoft Launcher gestartet. Das Ergebnis ist, dass ich zwei Titel seit Ende September durchgezogen habe. Also widmen wir uns doch heute mal einem dieser Werke:

(Cover)

FarCry 4 (2014; PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Das Spiel zu dem ich eins meiner letzten Videos produziert habe. Und ja, ich hatte es trotz der Aussage “Ich starte es aktuell mehr als Dragon Age: Inquisition” damals nicht signifikant mehr und schon gar nicht durchgespielt. Die Aussage stimmte aber natürlich trotzdem: Dragon Age: Inquisition habe ich seit dem dazugehörigen Video überhaupt nicht mehr angefasst und irgendwann auch mal deinstalliert im Gegensatz zu FarCry 4 :smile: . Aber genug der Anekdoten.

Zur Erinnerung: In FarCry 4 schlüpft ihr in die Rolle des Amerikaners Ajay Ghale. Seine Mutter ist gestorben und sie wünscht sich, dass ihre Asche in ihrem Heimatland Kyrat verstreut wird. Das ist ein fiktiver Staat im Himalaya, der von Pagan Min (im Englischen gesprochen vom wie immer fantastischen Troy Baker) mit harter Hand regiert wird. Also zumindest behaupten das die Rebellentruppe namens “Der Goldene Pfad” und wenn ihr das Spiel tatsächlich erleben wollt, bleibt euch nichts anderes als sich ihnen anzuschließen und gegen Pagan Min in den Krieg zu ziehen. Ja, der erste Clou der Entwickler war es direkt am Anfang ein verstecktes Ende für geduldige Spieler einzubauen. Nicht nur eine absolut geniale Idee, sondern auch – Spoiler – die einzig richtige Art das Spiel zu spielen, um mal einen berühmten Film zu zitieren. Das bezieht sich allerdings nicht auf die spielerische Qualität von FarCry 4 – es ist ein gelungener AAA-Titel -, sondern nur auf das Ende.

Der Zwang zu Spielen

FarCry 4 (Herstellerbild)

Aber gehen wir mal davon aus, dass ihr das tut, was wir trotz unserer Erfahrungen zwei Jahre zuvor mit Spec Ops: The Line (ein Teil von euch hat es immer noch nicht gespielt, gebt es ruhig zu!) immer noch tun: Das Gelabbere eines Charakters ignorieren und uns stattdessen entscheiden rund 30 bis 50 Stunden in der Welt von Kyrat zu verbringen – wir haben ja schließlich dafür bezahlt! Als Belohnung für diese Entscheidung landet ihr in einem Ubisoft-Open-World-Titel. Das war schon damals wie bei den Kairosoft-Spielen: Thematisch immer etwas anders aber faktisch im Kern doch jedes Mal das Gleiche.

Sprich: In bester Ego-Shooter-Manier mit einem riesigen Waffenarsenal (aber max. vier Stück gleichzeitig) durch die auch heute noch sehr hübsche und lebendige Gegend laufen, alles abschießen was sich bewegt, Stützpunkte mehr oder weniger leise befreien und Regionen per Besteigen eines Turms offenlegen. Dazu einen Skillbaum nach und nach Freischalten (ihr bekommt genug Erfahrungspunkte, um am Ende alles zu haben) und etwas Crafting dazu gewürzt (Felle von Tieren sammeln, um z.B. mehr Munition tragen zu können). Zusammengehalten wird die Geschichte von zahlreichen, durchaus abwechslungsreichen und interessanten Missionen. Eine Drogenfabrik stürmen ist da noch das Normalste. Euch erwarten außerdem zahlreiche (unfreiwillige) Trips verursacht durch besagte Drogen, ihr reist zurück in die Vergangenheit und erlebt die Mythologie von Kyrat hautnah und besucht selbstverständlich die Gipfel des Himalaya-Gebirges – Gefahr von Sauerstoffmangel inklusive.

Übrigens ein häufig geäußerter Kritikpunkt in den Tests damals: Die meiste Zeit des Spiels seid ihr am Fuße der Bergkette unterwegs wo es schön grün und kuschelig ist. Nur an vordefinierten Punkten geht es in die luftigen, schneebedeckten Höhen. Hat mich persönlich nicht so wirklich gestört, auch weil die dortigen Inhalte über das normale “Geh dahin, hol‘ was und geh‘ wieder zurück” nicht großartig hinausgingen. Aber ja, das Setting wird weniger des Schnees wegen genutzt, sondern viel mehr, um Vertikalität in die Spielwelt reinzubringen. Euer Greifhaken und ein Mini-Helikopter werden schnell zu euren besten Freunden. Erst im (empfehlenswerten) DLC Das Tal der Yeti verbringt ihr tatsächlich signifikant Zeit in der (eigens für den DLC erstellten) Schneehölle.

Noch mehr zu tun!

FarCry 4 (Herstellerbild)

Neben den Haupt- und Nebenmissionen gibt es aber noch eine feste Anzahl an optionalen Aktivitäten wie das Eskortieren eines Transporters – begleitet vom geilsten Track im ganzen Spiel sowie wirklich lustigen Dialogen -, das Befreien von Gefangenen oder für eine Filmfirma “spektakuläre” Rennen zu fahren. Und wem das immer noch nicht genug ist, den erwartet nicht nur eine Kampfarena (mehrere Runden gegen Feinde bestehen), sondern ebenfalls noch ein dynamisches Eventsystem.

Die Welt von Kyrat lebt nämlich. Das gilt sowohl für die Tierwelt als auch die Menschen. Sprich es kommt immer mal wieder vor, dass sich nicht nur Tiere gegenseitig vermöbeln, sondern eine feindliche Patrouille auf eine Truppe Rebellen trifft oder ein Nashorn der Meinung ist ein paar Rebellen anzugreifen. Seid ihr zufällig gerade in der Nähe, startet ein sogenanntes Karma-Event und ihr habt die Möglichkeit die Rebellen zu retten. Klappt nicht immer aber wenn ihr es schafft (vor allem die wilden Tiere machen zügig kurzen Prozess), gibt es Karmapunkte (ja, ein weiterer Erfahrungspunktebalken) und ihr steigt in der Gunst der Rebellen auf – was logischerweise zusätzliche Sachen freischaltet. Tötet ihr hingegen „aus Versehen“ Zivilisten oder Rebellen, gibt es auch außerhalb dieser Events Abzüge.

Klingt nach vielen Inhalten und ist es auch. Und das meiste ist tatsächlich ganz nett gemacht. Und dabei haben wir noch gar nicht über die wie immer extrem zahlreichen Collectibles gesprochen, die in der riesigen Welt von Kyrat zu finden sind und zusätzliche Geschichte erzählen. So seid ihr z.B. einem Serienmörder auf der Spur. “Riesig” mag zwar im Vergleich zu heutigen Ubisoft-Brechern wie Assassin’s Creed Odyssey (100+ Stunden Spielzeit) der falsche Begriff sein. Aber ihr seid schon ein, zwei Dutzend Stunden beschäftigt bevor die Entwickler die Bombe platzen lassen und unverhofft noch einmal eine Karte einer nur begrenzt kleineren Größe als die erste zugänglich machen. Da bin ich echt froh, dass ihr fast von Anfang an Zugriff auf den kleinen Helikopter habt. Das alles mit dem Auto zu fahren (trotz Autopilot) ist definitiv anstrengend. Und nein, ich bin immer noch kein Fan dieser Größe. So gut das spielerische Grundkorsett auch funktioniert: Man hat wie immer zu schnell alles gesehen und getan (allein schon in Bezug auf die Stützpunkte und die Türme). Entsprechend habe ich weder alle Collectibles gesammelt noch alle Aktivitäten abgeschlossen, weil es mir irgendwann einfach genug war und zudem noch die zwei DLCs auf mich warteten, die sich nicht ins Hauptspiel integrieren.

Massives Spoiler-Territorium

FarCry 4 (Herstellerbild)

Die Geschichte wollte ich aber selbstverständlich bis zum Ende durchziehen. Und damit begeben wir uns jetzt tief ins Land der Spoiler. Im Zweifel jetzt zum Fazit springen. Also: Wie oben angedeutet ist nicht alles so, wie es scheint. Im Laufe des Spiels müsst ihr entscheiden, welcher Rebellenanführer am Ende auf den Thron steigen wird. Auf der einen Seite steht Amita, die mit den Traditionen ihres Volkes brechen und es in die Neuzeit führen möchte. Und auf der anderen Sabal, der Konservative. In sogenannten “Entscheidungsmissionen” müsst ihr beispielsweise die erwähnte Drogenfabrik entweder von den Feinden befreien (Amita) oder sie zerstören (Sabal). Für wen ihr euch entscheidet hat nur kleinere Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf aber natürlich größere auf das Ende.

Zuerst geht es aber im Finale darum, ob ihr Pagan Min über den Jordan schickt oder fliehen lasst. Schon hier habt ihr drei Entscheidungsvarianten (direkt töten, erst seinen Monolog anhören und dann töten, gar nicht töten). Wobei die Auswirkungen eurer Wahl sich erneut in Grenzen halten. Am Ende ist Pagan Min weg, alle freuen sich und ihr werdet sang- und klanglos zurück in die Spielwelt entlassen. Nichts Besonderes und relativ normal würde ich sagen. Aber das “wie” ist natürlich entscheidend. Pagans finaler Monolog ist nicht ansatzweise so tiefgreifend wie Walkers Begegnung mit Konrad in Spec Ops: The Line. Aber es geht eindeutig in die gleiche Richtung. Er weist nochmal darauf hin, dass das ganze Morden nicht hätte sein können, wenn ihr als Spieler etwas Geduld gehabt und mit ihm geredet hättet (Hinweis auf das versteckte Ende), der goldene Pfad auch nicht immer die Wahrheit gesagt hat und er den Stuhl eigentlich nur für euch warmgehalten hat. Das könnte man nun als dummes Gelabbere des Bösewichts abtun. Das größte “Fuck You!” der Entwickler kommt aber noch. Wenn man es nicht weiß, stößt man vermutlich nur zufällig darauf. Aber je nachdem wen man unterstützt hat bekommt man beim Besuch eines speziellen Ortes eine zusätzliche Endsequenz zu sehen und die ist in beiden Fällen…heftig. So treibt Amita unter Gewaltandrohung Kinder und Jugendliche zusammen, damit sie für den Goldenen Pfad kämpfen und auf den Drogenfeldern arbeiten. Sabal hingegen richtet die ehemaligen Anhänger von Amita hin.

FarCry 4 (Herstellerbild)

Wie man es macht, ist es quasi verkehrt. Es gibt kein weiß oder schwarz – nur weiter Unterdrückung einer ganzen Bevölkerung. Schade nur, dass es das Spiel nicht noch erlaubt den finalen Schritt zu gehen. Sowohl Amita als auch Sabal könnt ihr nach der Sequenz nämlich erschießen aber zu dem Zeitpunkt sind es nur noch 08/15-NPCs. Entsprechend hat es keinerlei Auswirkung. Man sieht aber was ich Eingangs meinte: Der richtige Weg wäre gewesen nicht zu spielen. Und das fand‘ ich cool. Ja, es führt meine gesamte Spielzeit ad absurdum. Aber ich finde es super, wenn Entwickler mal den Mut haben mich als Spieler zu fragen, ob ich wirklich der Held dieser Geschichte war. Das regt angenehm zum Nachdenken an.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für FarCry 4 4 von 5 Sics. Grundsätzlich ist es ein Ubisoft-Open-World-Titel mit allen Vor- und Nachteilen, die sich dadurch ergeben. Es ist spielerisch absolut solide aber ohne Überraschungen. Die Missionen sind größtenteils gut und abwechslungsreich gestaltet aber die interessanten Charaktere rar (z.B. einen Modedesigner für den ihr Felle sammelt). Und selbst die Geschichte ist in der Mitte nichts, was einem vom Hocker haut. Man hat also grundsätzlich seinen Spaß aber die Luft ist auch relativ zügig wieder raus – vor allem wenn man andere Ubisoft-Titel kennt. Mich persönlich hat jedoch das Finale definitiv umgehauen. Diese letzte Viertelstunde inkl. dem Wissen, dass es am Anfang des Spiels ein verstecktes Ende gab, war einfach nur genial. Und um dieses Gefühl zu kriegen, musste ich tatsächlich nicht nur das Spiel spielen, sondern vermutlich auch ein Stück weit schon von der Monotonie gelangweilt sein. Einfach nur die Sequenzen auf YouTube anzuschauen hätte nicht die gleiche Wirkung. Insofern: Ich habe es nicht bereut FarCry 4 gespielt zu haben.

Crysis

Crysis sieht auch heute noch super aus! (Herstellerbild)

Schafft Azzkickr mit Hilfe seiner neusten Daddelkiste endlich konstante 30fps in Crysis oder muss er eine weitere Hardware-Generation warten, bevor er Cryteks FPS-Meisterwerk in aller Pracht ruckelfrei genießen kann? All das und noch viel weniger werdet ihr heute nicht erfahren, denn den vierten Eintrag u.a. mit der Enthüllung seiner Grafikkarte und den dazugehörigen Benchmarks gibt es erst frühestens kommende Woche. Und selbst dann ist es vermutlich unwahrscheinlich, dass er sich getraut hat Crysis zu testen :smile: .

Kommen wir stattdessen heute erneut zu mir. Was habe ich denn so die letzten Wochen getrieben – also außer ChuChu bei der Arbeit zuzuschauen? Nun, unter anderem habe ich ein paar Bugs auf der Webseite gefixt. Das Update auf die PHP-Version 7.73 hat BeimChristoph irgendwie nur sehr schlecht vertragen. Nein, Rondrer war daran aus meiner Sicht nicht schuld. Sein Code für das zugrundeliegende WordPress-Theme besteht größtenteils nur aus dem Aufrufen von an anderer Stelle definierten Variablen an der richtigen Stelle. Ist nicht negativ gemeint, aber dadurch kann da nicht wirklich viel kaputt gehen. Stattdessen war sowohl WordPress selbst als auch ein paar meiner Plugins die Übeltäter. Das ist halt der Nachteil, wenn man fremden Code einbindet.

Plugin-Ärger

Ein Großteil hat sich durch Updates automatisch ausgeregelt aber ein Plugin blieb übrig, das weiter fleißig PHP-Errors ausspuckte: Lightbox Plus Colorbox. Das macht u.a. die tollen Vergrößerungen, sobald ihr z.B. ein Bild in einem Eintrag anklickt. Warum auch immer wird die Lightbox Plus Colorbox in der offiziellen WordPress-Plugin-Datenbank nicht mehr geführt. Es gab’ entsprechend seit mittlerweile über vier Jahren kein automatisches Update mehr. Auf der offiziellen Homepage des Plugins gibt es immerhin eine neuere Version 2.8 von 2016. Ebenfalls nicht taufrisch aber immerhin etwas. Also hab’ ich mir die geholt und installiert. Problem gelöst? Nein, nicht ganz. Zum einen war PHP immer noch nicht ganz glücklich. Und zum anderen hatte der Autor mit dieser Version eine Verbindung zu einem Content Delivery Network eingebaut, um aktuelle jQuery-Bibliotheken zu ziehen. Das ist aber dank der DSGVO für mich nicht mehr vertretbar.

Lightbox Plus Colorbox

Codeauszug aus besagtem Plugin

Ich hatte also die Wahl entweder mir ein Ersatzplugin zu suchen (was extrem schwierig ist bei sowas…) oder, was man normalerweise nicht tun sollte, selbst Hand anzulegen. Grund ist ganz einfach, dass beim nächsten Update die eigenen Änderungen überschrieben werden. Da das Plugin aber scheinbar eh keinen offiziellen Support mehr erhält, habe ich mich für letztes entschieden. Und da ich niemanden Dumm sterben lassen will: In der Datei action.class.php sind die URLs zum CDN. Die habe ich einfach alle auf meinen Server abgeändert. Die angeforderten Dateien liegen eh im Plugin-Ordner bereit, falls vom CDN ein Timeout kommt. Ist vermutlich in Sachen Performance nicht die optimalste Lösung aber zum kompletten Umprogrammieren der Funktion bin ich dann doch (noch) zu blöd. Die PHP-Fehler versteckten sich hingegen in der Datei Minifier.php. Ich glaub’ es war ein simples “Habe x erwartet, aber y bekommen”, wo ich als Lösung nur einen Begriff durch einen anderen ersetzen musste.

Update: Das Plugin ist aufgrund der Probleme mit dem €-Zeichen jetzt doch rausgeflogen. Stattdessen bin ich jetzt mal testweise auf Simple Lightbox umgestiegen.

Gleichzeitig habe ich das Plugin Lightbox Gallery deinstalliert, weil ich feststellen musste, dass sich die beiden beißen. Ich dachte bislang man benötigt beide, um die gewünschten Funktionen zu haben bzw. das eine für die Vorschauen, das andere für meine beiden Bildergalerien. Das war aber ein Irrglaube. Stattdessen führte es dazu, dass in der Großansicht der Text überlappend dargestellt wurde (passiert immer noch, wenn das Bild nicht breit genug ist, aber das lässt sich nicht ändern) und nach dem Update die Galerien wieder nicht so funktionierten, wie ich das wollte. Jetzt sollte es aber passen.

WordPress-Ärger

WordPress hat hingegen nach dem zum PHP-Update gehörenden Switch auf Version 5.3 plötzlich haufenweise “?” in meine Einträge eingebaut. Der Fehler war schnell identifiziert: Anders als scheinbar jeder andere Blogger – zumindest ist der neue Gutenberg-Block-Editor absolut nicht darauf ausgelegt, weshalb ich weiter den Classic Editor nutze -, schreibe ich meine Einträge (wie jetzt gerade im Moment) in Microsoft Word und kopiere sie erst am Ende ins System. Leider hat Word hier und da seine eigene Interpretation was Zeichen angeht. Das ist prinzipiell für mich nichts Neues, weshalb ich schon vorher immer den Umweg über Notepad gegangen bin und z.B. die “…” im Nachgang manuell ersetzt habe. Scheinbar ist jedoch diese Toleranz gegenüber Word-“Symbole” ganz entfernt worden. Aber gut: Kein unlösbares Problem, weshalb auch bislang unkritische Zeichen plötzlich zum Fragezeichen wurden. Mit dem Plugin Better Search Replace konnte ich in der Datenbank aber nach und nach alle entsprechenden “?” finden und durch das korrekte, HTML-gültige Zeichen ersetzen. Und seitdem achte ich eben noch stärker darauf in Notepad auch wirklich alle Zeichen zu korrigieren.

Blieb nur eine Sache übrig, die mir schon ewig auf den Zeiger geht, für die ich aber bislang keine Lösung gefunden hatte. Es ist nämlich durchaus keine Absicht von mir gewesen statt “€” immer “Euro” zu schreiben. Es hat nur schlichtweg nicht funktioniert. Also im WordPress-Editor schon aber auf der Webseite wurde daraus ein “?”. Also habe ich mich jetzt ebenfalls mal hingesetzt und geschaut woran es liegt. Zuerst hatte ich die im Verdacht, dass die Datenbank mit dem falschen Zeichensatz definiert ist. Aber dort ist das “€” korrekt sichtbar. War also nicht der Verursacher. Am Ende meiner irgendwie doch sehr langen Recherche bin ich dann auf die Lösung gestoßen: WordPress war schuld.

Datenbankscreenshot

Auszug aus der MySQL-Datenbank

Und zwar wird der Zeichensatz beim erstmaligen Anlegen einer Datenbank durch WordPress in der wp-config.php definiert. Da stand auch “utf8” drin (und in dem Modus sind die Datenbank), so ist es nicht. Wobei heutzutage wohl “utf8mb4” richtiger wäre, wie ich jetzt gelernt habe. Aber ich habe mich ehrlich gesagt nicht getraut die Datenbanken zu switchen. Scheint viel zu viel schief gehen zu können dabei. Der Übeltäter war hingegen der “collate type”, bei dem so schön als Kommentar dransteht “sollte nicht geändert werden”. Die Definition war aber leer. Also habe ich spaßeshalber mal “utf8mb4_general_ci” eingetragen (obwohl die mySQL-Datenbank technisch gesehen auf “utf8_general_ci” sitzt) und siehe da: €s soweit das Auge reicht :smile: . Perfekt.

Update: Stellte sich heraus, dass das Problem scheinbar nicht die WordPress-Einstellungen war, sondern tatsächlich das Lightbox Plus Colorbox-Plugin. Ich versteh’s ned… :smile:

Und was hat sich sonst an der Seite getan, wenn wir schon dabei sind? Nun, oben unter “Serien” habe ich mal Links zu den Serien-Einträgen zu den Themen Körpertuning, Tagebuch eines Hausherrn und Aus dem Leben des Webmasters ergänzt. Und vor längerer Zeit habe ich das Twitter-Plugin ausgewechselt, weil das alte ebenfalls keinen Support mehr hatte und nicht mehr funktionierte. Mal schauen wie lange das überhaupt noch existiert (meine Twitter-Nutzung ist massiv im Keller). Und zu guter Letzt habe ich tatsächlich Antispam Bee zumindest deaktiviert. Ich habe schon seit längerem bemerkt, dass seit meinen Änderungen für die DSGVO das Spamvolumen von teilweise 200 und mehr Kommentaren pro Tag auf faktisch “0” gesunken ist. Also brauche ich auch derzeit das Plugin nicht. Hatte seit der Deaktivierung nur einen einzigen Spamkommentar. Mal schauen ob das so bleibt, oder ob das irgendwann wieder schlagartig ansteigt und ich das Plugin doch wieder brauche.

Und das war’s in Bezug auf die Änderungen an BeimChristoph. Nichts weltbewegendes und wenig, was für euch tatsächlich sicht- oder spürbar ist. Aber ab und zu ein bisschen Staubwischen und Putzen ist nie verkehrt :smile: .

Themawechsel

iPhone 11

Da ist ein Balu auf meinem Handy!

Kommen wir jetzt mal zu was anderem, denn ob ihr es glaubt oder nicht: Ich hatte ursprünglich nicht geplant so lange über die PHP-Umstellung zu referieren. Stattdessen standen drei andere Stichworte auf meiner Liste. Kommen wir also zumindest noch zu einem davon (die anderen sind durchgespielte Spiele): Ich habe mir ein neues Smartphone gegönnt. Der Hauptgrund ist so dämlich wie banal: Magic: The Gathering – Puzzle Quest kam mit meinem iPhone 6 Plus nicht mehr klar. Mit Version 3 fing das Spiel an immer häufiger abzustürzen und mit jedem Update wurde es schlimmer bis hin zur vollständigen Unspielbarkeit. Die Vermutung in den Foren ist (die Entwickler haben sich bis heute nicht dazu geäußert), dass schlicht die 1 GB Arbeitsspeicher nicht mehr ausgereicht haben, um alle Daten vorzuhalten.

Ein normaler Mensch hätte jetzt vermutlich einfach aufgehört das Spiel zu spielen (was ich auch einige Monate getan habe) und sich anderen Titeln gewidmet – z.B. den jeweils neusten Werken von Kairosoft (ich komm’ schon gar nicht mehr hinterher!). Aber nach fünf Jahren, ebenso vielen übersprungenen iPhone-Generationen, dem nun erreichten Support-Ende für besagtes iPhone 6 Plus sowie tatsächlich besseren Tarifkonditionen bei einem Wechsel (zumindest für mich als Mitarbeiter) habe ich mir gedacht: Komm, hol’ dir mal wieder was Neues.

Was es geworden ist? Ein iPhone 11 mit 128GB. Ja, ohne Zusatz. Kein Pro oder gar Pro Max. Ein Goldesel bin ich dann doch nicht und mit dem niedrigsten Tarif (mehr brauche ich nicht) hätten die Dinger immer noch extrem viel gekostet. Und ein Android ist es erneut nicht geworden, weil zum einen Lysanda gefühlt dauernd nur am Fluchen ist (hat ein Samsung Galaxy Xcover 4) und zum anderen, weil ich mir weiterhin einbilde in der iOS-Umwelt “gefangen” zu sein. Zumindest müsste ich z.B. die Kairosoft-Spiele alle wieder neu kaufen. Und mein Spielstand lässt sich ohne Facebook-Account (ja, ich habe immer noch keinen!) bei Magic: The Gathering – Puzzle Quest sicherlich ebenfalls nicht einfach migrieren. Also bin ich Apple nicht nur erneut treu geblieben, sondern habe auch gleichzeitig noch die schlechteste Variante aus der aktuellen iPhone-Generation erstanden. Was bin ich nur für ein Versager :wink: .

Das Gerät

Und ja, auf den ersten Blick erscheint es wie ein Rückschritt: Das iPhone 6 Plus hat damals schon 1080p bei 401ppi geschafft während das iPhone 11 nur 1792×828 bei 326ppi bringt. Sprich nicht einmal 1080p trotz größerer Bildschirmdiagonale (6,1″ zu 5,5″) und hat gleichzeitig eine Art “Einkerbung” am oberen Rand mit Lautsprecher und Frontkamera, die in das Display hineinragt, was die Auflösung einiger Apps reduziert und damit zu ungenutztem Raum oder zu Falschdarstellungen in nicht optimierten Apps führt. Und obwohl es kleiner ist (150,9×75,7×8,3 zu 158,1×77,8×7,1mm), wiegt es etwas mehr (194g zu 172g). Den Vergleich zum iPhone 11 Pro Max u.a. mit seinem OLED-Display braucht man da erst gar nicht zu versuchen.

Doch die Realität ist natürlich eine ganz andere. In fünf Gerätegenerationen hat sich einiges getan. Ja, es mag das schlechteste iPhone dieser Generation sein. Mit dem iPhone 6 Plus wischt es trotzdem den Boden auf. Das merke selbst ich als nicht wirklicher Hardcore-Nutzer. So bin ich z.B. beeindruckt wie gut Face ID funktioniert, die verbesserte Kamera (12 MP Zweifach-Kamera) mit ihren neuen Funktionen ist eine coole Sache und natürlich merke ich auch die Power des A13-Bionic-Chips im Vergleich zum alten A8. Magic: The Gathering – Puzzle Quest lädt z.B. deutlich spürbar schneller. Gleichzeitig hält zumindest aktuell noch der Akku angenehm lange.

Umgewöhnung

Magic: The Gathering - Puzzle Quest

Mein Suchtspiel

Der Wechsel ging soweit gut über die Bühne. Dank iCloud-Backup und drahtloser Übertragung vom alten auf das neue Smartphone ist das zwischen zwei iPhone ja tatsächlich nur eine Frage der Zeit. Sogar die Savegames besagter Kairosoft-Titel haben es rübergeschafft (hatte hier mit Verlusten gerechnet – Kairosoft ist in der Hinsicht ein echt unfähiger Verein). Der größte Aufwand war das Umziehen des Google Authenticators, den ich für einen Großteil meiner Zwei-Faktor-Authentifizierungen nutze. Da muss man leider in jedes einzelne Konto reingehen und mit mehr oder weniger Aufwand das alte Gerät entfernen und das neue registrieren. Dank der neuen Bankenrichtlinie PSD2 musste ich das dieses Mal zusätzlich auch noch für die diversen Zwei-Faktor-Systeme meiner Bankkonten tun. Ja, PSD2 mag gut gemeint gewesen sein aber die Umsetzung der Richtlinie ist bei manchen Banken echt total Banane.

Die größte Umstellung für mich als alter iPhone-Nutzer war logischerweise der Wegfall des Home-Buttons (inkl. Fingerabdrucksensor) sowie einer unter anderen damit verbundenen Änderung an den Funktionen der Seitentasten. Letzteres ist echt nervig für jemanden, der kein Siri benutzt. Jetzt muss ich zum Aus- und Einschalten des Smartphones zwei Tasten drücken. Und ja: Ich musste das tatsächlich googlen. Warum das nicht konfigurierbar ist, weiß vermutlich nicht einmal Apple. Ansonsten ist es eine Umgewöhnung z.B. beim Kauf im App Store doppelt auf die Seitentaste zu drücken oder die offenen Apps per Schieben von unten nach oben anzeigen zu lassen. Und bei Apps, die kein Face ID unterstützen jetzt wieder ein Passwort eingeben zu müssen ist natürlich auch eine kleine Umgewöhnung. Grundsätzlich habe ich den Home-Button aber schon nach ein paar Stunden nicht mehr vermisst. Und auch besagte “Einkerbung” oben am Display stört mich im normalen Alltag nicht. Nur, dass irgendwie Uhrzeit, Empfang und Akkustand in vielen Ansichten nicht mehr angezeigt werden ist doof.  Das dürfte aber eher ein iOS 13-“Feature” sein als ein iPhone 11-Problem.

Fazit

Ich bereue den Wechsel auf das iPhone 11 also absolut nicht und kann das Gerät erneut nur empfehlen – zumindest, wenn man mehrere Generationen überspringt. Hätte die Investition zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden müssen? Natürlich nicht. Das iPhone 6 Plus hätte trotz fehlender iOS-Updates sicherlich noch 1-2 Jahre durchgehalten. Und ja, auch ohne Magic: The Gathering – Puzzle Quest wäre das Leben irgendwie weitergegangen :wink: . Aber ich vermisse meinen alten Klumpen nicht. Und wenn der eBay-Käufer tatsächlich bezahlt hätte, hätte ich dafür mittlerweile abzüglich Gebühren rund 150 Euro auf dem Konto. So werde ich es wohl nach Abschluss des Kaufabbruchs nochmal neu einstellen müssen. Habe ich schonmal erwähnt, dass eBay gefühlt mittlerweile für Privatverkäufer total scheiße ist? Überall nur noch Scammer und Abmahner unterwegs…

Bis Montag! Dann vermutlich mit dem letzten Teil von Azzkickrs Bericht zu seiner neuen Daddelkiste. Alternativ gibt’s die beiden Durchgespieltberichte.

ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930

Nein, heute gibt es noch nicht den nächsten Teil zu Azzkickrs neuster Daddelkiste. Total gemein, ich weiß. Schließlich wird es in Teil 3 erst so richtig interessant u.a. mit seinem Prozessor. Spoiler: Er hat weniger Kerne als ich von unserem Hardware-Experten erwartet hätte! *setzt einen enttäuschten Blick auf* Aber ich muss euch doch endlich mal von unserem neusten Familienmitglied berichten. Wir nennen es liebevoll ChuChu, sein bürgerlicher Name ist jedoch “ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930“. Ja, wir haben uns einen Saug- und Wischroboter angeschafft.

Der Name ist natürlich nicht ganz zufällig gewählt. “ChuuChuu” ist die japanische Lautmalerei für einen Kuss oder das Geräusch beim Aufsaugen von Flüssigkeiten. Und es ist zudem der Name eines Monsters (ein “Humanoides Mückenwesen”) aus dem Sailor V-Manga, welches den Menschen per Blutspende die Energie stehlen möchte. Nein, ich habe keine Ahnung warum im Sailor-Moon-Universum immer alle Energie klauen wollen. Red Bull gibt es doch schon seit 1987. Ich weiß aber, dass Lysanda ein absolutes Sailor Moon-Fangirl ist. Also gab’s da keine langen Diskussionen :wink: .

Hintergrund

Ein Saug- und Wischroboter also. Meines Wissens unser erstes Internet-of-Things-Gerät im Haushalt. Braucht man sowas? Absolut nicht. Saugen und Wischen kann man auch manuell oder eine Putzfrau bezahlen. In einem Haushalt mit fünf Katzen, in dem zudem die Dame des Hauses gerne barfüßig durch die Gegend läuft, heißt das aber leider praktisch jeden Tag saugen und mindestens einmal die Woche wischen. Bitte? Nein, Lysandas Füße werden nur immer so dreckig – war nicht so gemeint, dass sie den Boden verschmutzt durchs herumlaufen. So oft habe ich logischerweise nie gereinigt, weil ich dazu schlicht keinen Bock hatte (Sorry, Mama!). Und da andere Katzenbesitzer ebenfalls so sehr von den kleinen Brummern schwärmen, keimte auch in uns schon länger der Wunsch so ein Ding anzuschaffen. Und warum nur einen Saugroboter holen, wenn es mittlerweile preislich vertretbare Varianten mit beiden Funktionen gibt? Eben.

Meine Erfahrungen in dem Bereich waren jedoch quasi nicht vorhanden. Vom Pionier auf dem Gebiet, dem Roomba von iRobot, haben wir zwar alle schon einmal gehört. Aber zum einen haben die keine Kombigeräte und zum anderen sind die preislich in vollkommen anderen Sphären unterwegs als ich es unserem Geldbeutel zumuten wollte. Stattdessen habe ich getan, was man als fähiger Konsument halt so macht: Im Internet Testberichte und Meinungen gesucht, gelesen und in einen Kontext gesetzt. Und da stach der ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930 als rundum gutes Gerät für seine Preis- und Funktionsklasse (Saug- und Wischroboter für um die 500-600€) heraus.

Warum die Wahl nicht auf das neue Modell der Reihe fiel, den 950? Ganz einfach: 210€. Durch den Release des 950, ist der Preis des 930 von 600€ auf 380€ gesunken. Und die aus meiner Sicht überschaubaren Unterschiede (u.a. kann sich der 950 mehrere Stockwerke merken und hat eine längere Akkulaufzeit) waren mir den Aufpreis absolut nicht wert. Er muss bei uns nur das Erdgeschoss bearbeiten und dafür reicht die Akkuleistung locker aus. Aber dazu gleich mehr. Ach und die 20 Euro Aufpreis nur dafür, dass er weiß statt schwarz ist haben wir uns natürlich ebenfalls gespart.

Der Roboter

ChuChu von unten

Für unser Geld haben wir einem 4,6kg schweren, 35,4cm breiten und 10,2cm hohen schwarzen Kreis bekommen. Ein nicht gerade kleines Ding und ja, mit 10cm Höhe gehört er wohl auch zu den etwas größeren Vertretern seiner Art. Bei uns gibt es aber keine relevanten Stellen an die er deshalb nicht rankommt. Problematischer sind da schon Ecken, schließlich ist er rund und vorsichtig. Das passt nicht ganz zusammen, wie wir schon im Kindergarten gelernt haben. Wer also glaubt, dass er nach der Anschaffung eines Robos nie wieder saugen/wischen muss, den darf ich an dieser Stelle sofort enttäuschen. Auch die Wischkraft ist nicht sonderlich groß. Hartnäckige Flecken bekommt er nicht weg, da er einfach nur in seinem Tempo einmal drüberfährt. Doch ich greife schon wieder vor.

Nach der Lieferung gilt es erst einmal den Kleinen zusammenzubauen. Er ist nämlich erfreulich modular aufgebaut. Alle reinigenden Teile lassen sich ohne viel Aufwand an- und abbauen (und somit gut saubermachen) und es gibt Ersatzteile dafür (es ist sogar für alles bis auf die Bürste gleich Ersatz mit dabei!). Konkret befindet sich am Hinterteil der Wasserbehälter (250ml) an dem ihr ein Mikrofasertuch befestigt für die Nassreinigung. Dann gibt es eine Bürste in der Mitte vor dem Einsaugloch und zwei sich drehende Wedel an der Front. Diese schleudern den Dreck in Richtung Robomund. Unter einer Klappe auf der Oberseite befindet sich hingegen der Staubbehälter (470ml) mit gleich zwei Filterstufen dran (gut für Allergiker) und ein kleines Multitool zur Unterstützung bei der Reinigung. Außerdem verstecken sich hier der Ein- und Ausschalter, der Resetknopf und ein sogenannter “Upgrade Port”.

Wichtig: Ist der Wasserbehälter gesteckt, ist der Roboter automatisch im Saug- und Wischmodus (der Sauger ist logischerweise vor und nicht hinter dem Wischtuch). Wollt ihr nur saugen, müsst ihr den Behälter abziehen. Die Bürste empfiehlt sich hingegen zu entfernen, wenn ihr z.B. viele Haare oder sowas herumliegen habt, die sich darin verheddern könnten. Hatten wir bislang aber kein Problem damit. Allerdings haben wir bekanntlich derzeit auch keine Maine Coons :smile: .

Habt ihr den kleinen zusammengebaut, gilt es noch einen Platz für die Ladestation zu finden. Die ist sein Dreh- und Angelpunkt, muss also jederzeit zugänglich sein und ausreichend Platz (1m in der Front, 50cm zu beiden Seiten) vorhanden sein, damit er andocken kann. Dann den DEEBOT draufgesetzt und los geht’s!

Die (zensierte) Hauptansicht

Die Einrichtung

Sobald man den OZMO 930 auf die Ladestation gesetzt und angeschaltet hat, kann er direkt loslegen. Ein Druck auf den einzigen (von außen sichtbaren) Button mit der Aufschrift “Auto” und er beginnt mit seiner Arbeit. Auf seinem Rücken hat der Roboter einen kleinen Bruder, der die Umgebung scannt. Dabei wird eine interne Karte erstellt und ein entsprechender Reinigungswegs festgelegt (im Idealfall in gerade Linie nach vorne, wenden, in gerade Linie ein wenig versetzt wieder zurück, etc.) – ECOVACS nennt das Smart Navi 3.0-Technologie. Solange ihr ihn oder die Ladestation nicht im Betrieb versetzt, weiß er also immer wo er gerade ist, was er schon gemacht hat und findet selbstständig wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ach und er weiß natürlich auch wo Hindernisse sind und versucht sie entsprechend zu umgehen. Klappt nicht immer z.B. bei Stuhlbeinen aber er ist grundsätzlich sehr vorsichtig was das Tempo in der Nähe von Hindernissen angeht und dank seiner flexiblen Stoßstange mit eingebautem Infrarot-Anti-Kollisionssensor kann ihm auch nichts passieren. Zusätzlich hat er unten an der Front einen Satz Sensoren. Die erkennen zum einen, ob er sich gerade in den Abgrund stürzen möchte (=Treppe) und verhindern das. Zum anderen erkennen sie die Art des Bodens. Im Wischmodus sieht er so quasi Teppiche und umfährt sie, statt nass drüber zu fahren.

Der OZMO 930 macht also prinzipiell bereits ohne Zugang zu eurem WLAN seine Arbeit und funktioniert. Aber damit verzichtet ihr logischerweise auf einige Zusatzfunktionen, die das Gerät bietet und den ganzen IoT-Kram. Also heißt es auf einem Smartphone eurer Wahl die dazugehörige App ECOVACS Home herunterladen. Es gilt zuerst den Roboter ins WLAN zu bringen und dann mit eurem Smartphone zu verknüpfen. Dabei ist zu beachten, dass der OZMO 930 nur 2,4Ghz-WLAN kann. Wer also Zuhause nur mit 5 Ghz unterwegs ist, muss wohl oder übel doch noch die zweite Frequenz aktivieren. App öffnen, Robo-Art auswählen, WLAN-Passwort eintippen und los geht’s – also zumindest ist der Robo dann im WLAN und fängt wohl schon fleißig an mit der ECOVACS-Cloud zu kommunizieren in der auch die Karte abgespeichert wird. Unter anderem prüft er ob eine neue Firmwareversion vorhanden ist. Im zweiten Schritt drückt ihr den Resetknopf und ihr müsst euch mit der in diesem Moment eigens generierten SSID eures Roboters verbinden. Nach ein bisschen Wartezeit in der eine Anzeige auf 100% hochzählt, ist es geschafft. Das ist quasi die eigentliche Konfiguration und Verbindung mit der App. Und das war’s. Das Smartphone wechselt automatisch in euer Standard-WLAN zurück, der Roboter sagt “Hallo” (ja, er kann sprechen – in mehreren Dutzend Sprachen) und es kann losgehen.

Die Sicherheit

Bevor wir genauer auf die App und die Funktionen eingehen, ein Wort zum Thema Sicherheit. Ich habe dazu tatsächlich nur einen einzigen, kurzen Artikel gefunden, der sich mit einem ECOVACS-Produkt beschäftigt. Das finde ich erschreckend! Keine der Dutzenden Testseiten für Saugroboter scheint sich damit zu befassen. Der Artikel ist hingegen auch schon wieder über zwei Jahre alt und bezieht sich entsprechend nicht nur auf ein wesentlich älteres Modell, sondern zudem auf eine ältere Soft- und Firmwareversion. Andererseits: Wir kennen ja leider die Bereitwilligkeit von Firmen sich mit ihren Sicherheitslücken zu beschäftigen. Insofern befürchte ich, dass kein einziges der von ihm genannten Probleme behoben wurde.

Die Verbrauchsanzeige

Sicher ist auf jeden Fall, dass die Karte eurer Wohnung (im Falle des OZMO 930 immerhin nur eine Etage) über einen Jabber-Service irgendwo nach Hintertupfingen geschickt und dort gespeichert wird. Während die Verbindung der App mit dem Server zumindest über eine damals wohl schlecht konfigurierte HTTPS-Abfrage lief, kommunizierte der Roboter nur per HTTP mit diesem Server. Dort musste er sich zwar einloggen, aber die Zugangsdaten sind anscheinend schlicht die Seriennummer des Geräts. Dürfte nicht sonderlich schwer sein da eine gültige per Bruteforce zu finden und dann den dazugehörigen Roboter auszulesen. Schlimmer noch: die Firmware-Updates lagen unverschlüsselt rum. Und soweit ich feststellen konnte, ist das vom Roboter bereitgestellte WLAN zur Konfiguration komplett ungeschützt. Ja, das Netz taucht erst im Konfigurationsmodus auf. Aber anders als im Artikel beschrieben scheint dafür nach der ersten Verknüpfung mit der App kein physikalischer Knopfdruck mehr notwendig, um die SSID sichtbar zu machen. Das ging einfach über die App als der Robo mal die Verbindung verloren hatte.

Die Nachteile von IoT

Was könnte also passieren? Nun, zum einen könnte jemand in den Besitz des Grundrisses der von ChuChu befahrenen Etage kommen. Da sind zwar keinerlei zusätzliche Informationen enthalten (es ist nur ein 2D-Radarbild), den Nutzen für z.B. einen Einbrecher halte ich entsprechend für gering, aber schön ist es natürlich trotzdem nicht. Schlimmer ist vermutlich, dass er theoretisch den Roboter als Backdoor in euer WLAN nutzen könnte. Soweit ich das verstanden habe, könnte der Angreifer über eine modifizierte App sich mit dem Roboter verbinden und dann im schlimmsten Fall direkt die Zugangsdaten auslesen, weil sie vermutlich unverschlüsselt dort rumliegen. Er ist aber dann zumindest schonmal im WLAN drin und könnte sich dann von dort vorarbeiten.

Wie gesagt: Ich habe keine Ahnung ob diese Probleme mit der aktuellen Generation noch vorhanden sind. Ich bin zu doof dafür das selbst herauszufinden und im Netz habe ich nichts gefunden. Ich würde aber mal vom Schlimmsten ausgehen. Was ist also mein Tipp? Ehrlich gesagt “Kein IoT-Gerät” anschaffen. Das scheint leider immer noch die beste Variante bis Kunden und Firmen endlich mal lernen, dass das alles scheiße ist. Zumindest aber würde ich den Roboter nur ins Gast-WLAN stecken und diesem möglichst minimale Rechte erteilen. Das stört ihn nicht und da kann im Zweifel der digitale Einbrecher nicht ganz so viel Schaden anrichten (hoffe ich zumindest). Aber vielleicht hat unser IT-Experte Rondrer da ja noch was in den Kommentaren zu sagen.

Die App-Funktionen

Die Ladestation ist klein, man braucht aber viel Platz davor und daneben.

Nun gut: Roboter und App sind verbunden. Was kann die nun Tolles? Die Hauptansicht besteht aus der (beim ersten Aktivieren noch nicht vorhandenen) Karte, dem aktuellen Roboterstatus (inkl. Ladestand), etwas Statistik und den vier Kontrollbuttons. Viel tun könnt ihr aber eh noch nicht, da ihr den DEEBOT erst einmal im Automodus losschicken und seine Arbeit machen lassen müsst. Erst wenn er einmal von alleine die komplette Umgebung abgefahren hat (natürlich inkl. Reinigung) und selbstständig zur Ladestation zurückgefahren ist, ist die Karte für ihn vollständig, wird abgespeichert und die weiteren Funktionen werden freigeschaltet. Zuerst teilt der Roboter nach mir unbekannten Kriterien (vermutlich definiert er bestimmte Arten von Engstellen als Türen) die Karte in separate Bereiche ein, die ihr leider auch nicht anpassen könnt. So ist für ihn unser Wohn- und Esszimmer ein einziger Bereich, während der Flur in zwei geteilt wurde. Sinn und Zweck dieser Funktion ist, dass ihr den Roboter auf Wunsch einen oder mehrerer dieser Bereiche reinigen lassen könnt statt komplett alles abzufahren.

Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit temporäre, benutzerdefinierte Bereiche festzulegen. Habt ihr also gerade beim Essen Dreck unter dem Tisch verursacht, macht ihr ein Kästchen um diesen Bereich und schon legt er los. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit ihm “virtuelle Grenzen” zu setzen. Es ist zum Beispiel äußerst unpraktisch, wenn er versucht den Futterplatz der Katzen zu reinigen. Also einfach in der Kartenverwaltung vor diesem Bereich eine Linie gezogen und schon meidet ChuChu diese Ecke. Sehr praktisch!

Alles was man braucht

In den Einstellungen könnt ihr hingegen in vier Stufen festlegen, wie viel Wasser er beim Wischen verbrauchen soll, könnt Reinigungen planen sowie die letzten Protokolle einsehen (wann hat er wieviele m² in wieviel Zeit gemacht). Außerdem gibt es eine Anzeige zur Verbrauchsmaterialnutzung, die aber einfach nur die Betriebsstunden berücksichtigt und somit keine echte Aussage über den Zustand trifft. Man sieht zudem die installierte Firmwareversion (mit Updatemöglichkeit), kann die Sprachfunktion an- und ausschalten sowie die Art der Sprache ändern und hat Zugriff auf eine Karte der WLAN-Abdeckung in den einzelnen Bereichen der Karte. Und wenn einem der DEEBOT mal abhandengekommen ist, gibt es einen Button “DEEBOT Suchen”, der dazu führt, dass sich der kleine lautstark bemerkbar macht.

Der Staubbehälter nach zwei Teilreinigungen

Alles in allem habe ich in der App an Funktionen bislang nur eine Sache vermisst: Eine Füllstandsanzeige für den Wasserbehälter. Getestet habe ich es zwar noch nicht, aber gefühlt interessiert es ChuChu nicht ob Wasser im Behälter ist oder nicht. Ist der Wasserbehälter gesteckt, ist er einfach im Wischmodus. Ein wenig doof aber zumindest in unserem Einsatzfall nicht ganz so schlimm. Der zweite Negativpunkt ist hingegen, dass es mit meinen dicken Wurstfingern mitunter nicht ganz so einfach ist die virtuellen Grenzen zu setzen bzw. einen benutzerdefinierten Reinigungbereich festzulegen. Aber so ist das halt mit Touch-Bedienung. Insofern bin ich mit der App unter dem Strich absolut zufrieden. Schon allein, weil es irgendwie extrem entspannend ist ChuChu auf der virtuellen Karte (wird live aktualisiert) bei seiner Arbeit zuzuschauen.

Die Praxis

So viel zum Drumherum. Kommen wir endlich zur wichtigsten Frage: Wie macht er sich in der Praxis? Die kurze Antwort: Sehr gut. Laut Statistik hat er bei uns bislang in 22 Reinigungsvorgängen 257m² in knapp 6 Stunden gereinigt. Für eine komplette Reinigung der frei zugänglichen Bereiche der gesamten Etage (vier Zimmer plus Flur ohne Arbeitszimmer, weil da zu viele Kabel rumliegen) braucht er eine Stunde (43m²). Türschwellen machen ihm keine Probleme (er kann wohl bis 1,6cm überwinden) und die Lautstärke von ChuChu gibt ECOVACS mit 65dB an. Das ist weniger als ein normaler Staubsauger und definitiv noch angenehm. Auch die Katzen haben im Gegensatz zu unserem normalen Hausstaubsauger mit ihm kein Problem. Im Gegenteil hat ihn Maya sogar bereits adoptiert. Sie läuft ihm nach und stupst ihn an, wenn er gerade mal eine Denkpause macht oder an einem Stuhlbein scheitert. Anders als die Katzenvideos im Internet es einen glauben machen wollen, hat sich aber noch niemand draufgesetzt und ist mitgefahren.

Die Katzen überwachen ChuChu bei der Arbeit

Die Qualität der Reinigung selbst ist absolut okay. Wie oben erwähnt schafft er es nicht hartnäckige Flecken (z.B. getrocknetes Mäuseblut) zu entfernen, er kommt in keine Ecken rein und umgeht Hindernisse (auch Katzen) im Zweifel eher großzügig. Aber die grobe Arbeit auf den großen Fliesen- und Laminat-Flächen (Stichwort Laufwege, Küche, Esstisch) meistert er sehr gut und sammelt einiges auf, was ansonsten an Lysandas Füßen hängen bleiben würde. Ist also ein spürbarer Unterschied. Teppiche haben wir zwar auch ein paar kleinere, die stehen aber immer voll oder ich nehm’ sie weg. Entsprechend haben wir da noch keine Erfahrung. Bei einer Betriebszeit laut Hersteller von 110min, hatten wir zudem noch nicht die Situation, dass er Zwischendurch mal Nachtanken gehen musste. Somit sind wir absolut zufrieden mit dem Kleinen. Wichtig ist nur: Der Reinigungsbereich muss frei sein von Kabeln, Bändern, niedrigen Kartons und ähnlichem Krimskrams sein, den man vor allem als Katzenbesitzer gerne mal herumliegen hat. Da verheddern sich ansonsten die Bürsten oder er zieht was mit durch die Gegend. Ach und Katzenkotze sollte man ebenfalls vorher wegmachen – nur so als Tipp :smile: . Daher darf ChuChu auch niemals in unserer Abwesenheit fahren.

Übrigens: Das Wischtuch ist ein 08/15-Mikrofasertuch, welches sich wie ein normaler Lappen einfach in der Waschmaschine waschen lässt. Auch ein Grund für die Wahl des ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930, da viele andere Hersteller auf verschwenderische Einmal-Tücher setzen.

Fazit

Abseits der oben erwähnten Sicherheitsaspekte mit denen leider vermutlich jeder Saug- und Wischroboter zu kämpfen hat, können wir unseren kleinen ChuChu absolut nur empfehlen. Ja, er ersetzt das manuelle Putzen/die Putzhilfe nicht vollständig. Aber zumindest in unserem Haushalt mit zwei Erwachsenen und fünf Katzen macht es einen saumässigen *wink* Unterschied, wenn er regelmäßig seine Runden dreht. Vor allem die Möglichkeit ihn einfach spontan mal loszuschicken, weil ich mal wieder die Aminosäuren auf dem Boden verteilt habe statt sie in mein Glas zu schütten, ist echt praktisch. Somit passen Preis, Funktionalität und Ergebnis für mich als bislang unerfahrener Roboterbesitzer absolut zusammen.

Gewaltfreie Kommunikation (Cover)

Vorletzte Woche war es wieder soweit: Bildungsurlaub! Heuer verschlug es mich nicht nur erneut an die Volkshochschule Darmstadt, es war sogar die gleiche Dozentin und im Kern das gleiche Thema wie 2018 (sowie der gleiche Schulungsraum :smile: ). Ich hatte mich direkt angemeldet nachdem sie letztes Jahr dafür Werbung gemacht hatte. Damals hieß der Kurs Erfolgreich und gelassen in Beruf und Alltag – Stressbewältigung und Kommunikation und hatte – wie der Name schon andeutet – einen zusätzlichen Fokus auf das Thema Stress. Dieses Jahr fand er hingegen unter dem Begriff Kraft durch Klarheit statt. Selbstanalyse war hier das zusätzliche Stichwort zum Hauptthema.

Das Hauptthema beider Bildungsurlaube ist jedoch die Vermittlung des Konzepts der gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Dr. Marshall B. Rosenberg (ein 2015 verstorbener, amerikanischer Psychologe). Ich muss an dieser Stelle allerdings darauf hinweisen, dass dieser Name ein wenig in der Kritik steht, da man mit dem Begriff “Gewalt” quasi dem anderen unterstellt einen anzugreifen. Ich persönlich finde das tatsächlich gar nicht so von der Wahrheit entfernt in vielen Situationen (Stichwort Mobbing). Die Dozentin beispielsweise spricht aber lieber von wertschätzender Kommunikation. Es gibt aber auch den Begriff der “durchsetzungsstarken Kommunikation” dafür.

Doch egal wie man es nennt: Die Methodik dahinter bleibt natürlich immer gleich. Und da ich die durchaus spannend und interessant finde – sonst hätte ich nicht gleich zwei Bildungsurlaube zum Thema gemacht -, möchte ich versuchen sie euch heute ein wenig vorzustellen. Die Betonung liegt dabei eindeutig auf “wenig”, denn nur weil ich zwei Kurse besucht habe bin ich noch weit davon entfernt ein Experte zu sein. Schlimmer noch: Im Alltag kann ich sie noch gar nicht anwenden, dazu fehlt mir noch viel Übung. Seht den heutigen Eintrag also mehr als Einstieg in die Materie.

Die Grundlagen

Iss den Teller auf, sonst darfst du nicht zum Spielen! oder Wenn du das machst, wird Mama traurig. – Diese oder ähnliche Sätzen kennen viele unter uns aus ihrer Kindheit. Kein Wunder, dass wir im Erwachsenenleben in der Kommunikation ebenfalls sehr konfrontativ unterwegs sind. Wir haben es ja nicht anders gelernt. Stattdessen dominieren Mach’ was ich will und zwar sofort! und Du bist schuld daran, dass es mir schlecht geht! unseren Sprachgebrauch. Problem dabei ist – und das weiß jeder -, dass uns das selten wirklich weiterbringt. Ja, einer der Dialogpartner fühlt sich als Gewinner, weil er dem anderen seinen Willen aufgezwungen hat. Aber tatsächlich sind beide nur Verlierer.

Natürlich ist es äußerst angenehm und praktisch sich von aller Schuld freisprechen zu können. Mit diesem Konzept hausiert schließlich speziell die katholische Kirche bereits seit Jahrtausenden und verdient immer noch verdammt viel Geld damit. Warum soll ich auch etwas an meinem Leben ändern, wenn ich einfach jemand anderen die Verantwortungen für meine Problemen geben kann? Die Bedürfnisse des anderen? Will ich unbedingt befriedigen, damit er mich gern hat. Wie es mir dabei geht ist doch egal.

Rosenberg fand das nicht gut und “erfand” deshalb Anfang der 70iger die GFK. Sein Ziel: Die Verbesserung des zwischenmenschlichen Miteinanders durch echten empathischen Kontakt. Statt uns durch Sprache zu trennen (auch als Wolfssprache bezeichnet), sollten wir lieber wieder verbindend (Giraffensprache) reden. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns am Ende alle in den Armen liegen und uns lieb’ haben sollen. Mit Rosenbergs Methodik seid ihr immer noch ergebnisorientiert unterwegs aber – und das ist das Wichtige – gleichzeitig lösungsoffen. Oder besser ausgedrückt: Ich will mit Dir eine Lösung finden, mit der es uns beiden gut geht. Man soll sie quasi nicht strategisch verwenden, um den gegenüber zu manipulieren, sondern auf Augenhöhe einen produktiven Dialog miteinander führen.

Übrigens ein weiterer Punkt aus Sicht der Kritiker gegen diese Methode, da eben genau das (GFK als Machtinstrument) vor allem in der Wirtschaft sehr häufig zu passieren scheint. Das ist natürlich unschön aber eine Gabel kann ich auch entweder zum Essen oder als Waffe missbrauchen. Insofern ist das für mich ein eher schwaches Gegenargument.

Die Funktionsweise

Der Giraffentanz

Auf dem ersten Blick ist die Umsetzung der Methode relativ simpel. Rosenberg spricht von einem Giraffentanz, der sich auf zwei Seiten mit jeweils vier Schritten aufteilt. Die eine Seite ist das “Ich” (Aufrichtigkeit) und die andere das “Du” (Empathie). Die vier Schritte sind hingegen die Wahrnehmung/Beobachtung, das Gefühl, das Bedürfnis und abschließend die Bitte/der Dank.

Ihr macht also zuerst eine objektive (!) Beobachtung, drückt aus wie ihr euch deshalb fühlt, warum ihr so fühlt und macht zum Schluss einen Vorschlag wie die Lösung aussehen könnte. Erhaltet ihr Widerspruch, gebt ihr das so als erneut komplett objektive Beobachtung wieder, versucht zu verstehen wie sich der andere fühlt und warum und versucht seinen Wunsch auszuformulieren.

Die Umsetzung ist allerdings extrem schwierig. Das fängt schon mit der objektiven Beobachtung an. Die Dozentin sprach hier immer von der Kamera. Eine Beobachtung ist nur, was sie sehen kann. Sie kann z.B. sehen, dass Hr. Maus um 09:10 ins Büro gekommen ist. Sie kann nicht sehen, dass er zu spät gekommen ist.

  • Wolfssprache: Hr. Maus, sie sind zu spät!
  • Giraffensprache: Hr. Maus, es ist 09:10. Unser Meeting war für 09:00 Uhr angesetzt.

Durch die Objektivität schafft ihr zum einen unbestreitbare Fakten von denen der gegenüber sich erst einmal nicht angegriffen fühlen kann – es sind ja Tatsachen. Ist tatsächlich gar nicht so einfach eine neutrale Sicht einzunehmen. Wir sind da sehr schnell darin direkt in die Beobachtung irgendwelche Vorwürfe unterzubringen. Anschließend vermittelt ihr wie es euch damit geht und warum.

  • Wolfssprache: Sie haben mich im Stich gelassen. Ich musste die Präsentation alleine machen!
  • Giraffensprache: Ich bin ärgerlich, weil mir Zuverlässigkeit wichtig ist.

Das ist der wohl schwierigste Teil der GFK. Ich habe in 90% der Fälle keine Ahnung wie ich mich tatsächlich fühle und schon gar nicht welches tiefere Bedürfnis sich dahinter verbirgt. Stattdessen verfallen wir hier dann irgendwie automatisch in den Schuldzuweisungsmodus. Rosenberg spricht hier von Pseudogefühlen wie z.B. “niedergemacht”, “ignoriert”, “enttäuscht” oder “fallengelassen” statt echten Gefühlen (“aufgeregt, wütend, ärgerlich, optimistisch, sauer, etc.). Der Unterschied ist, dass Gefühle von innen also von uns kommen. Bei Pseudogefühlen ist immer der andere Schuld an unserem Gefühl: “Ich fühle mich ignoriert von dir!” oder “Ich bin enttäuscht von dir!” im Gegensatz zu “Ich bin aufgewühlt.” oder “Ich bin sauer.”.

Das Gleiche gilt im Prinzip für die Bedürfnisse. Sie sind unabhängig von einer anderen Person, einer Zeit oder einem Ort und können auf verschiedene Art erfüllt werden. Also statt “Ich kann nur mit dir glücklich sein” einfach “Ich möchte glücklich sein”. Und nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Die GFK ist nicht nur für negative Situationen gedacht. Auch in positiven Situationen möchte Rosenberg, dass wir wertschätzend miteinander kommunizieren. Lob ist für ihn z.B. eine Form der trennenden Sprache, weil es aus seiner Sicht nur von einer erhöhten Position nach unten gegeben werden kann. Die Teilnehmer beider Kurse waren darüber geteilter Meinung :smile: . Außerdem ist noch wichtig zu beachten, dass nicht die Beobachtung ein Gefühl auslöst, sondern euer Bedürfnis. Also nicht “Weil du das gemacht hast, bin ich jetzt…”, sondern “Du hast das gemacht. Ich fühle mich doof, weil es mir um was anderes geht.”.

Pseudogefühle

Der letzte Schritt ist dann die Bitte oder der Dank. Im Fall der Bitte ist wichtig, dass diese möglichst konkret sein muss und nur mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden kann. Und es soll natürlich nicht wie eine Forderung klingen.

  • Wolfssprache: Hr. Maus, sehen Sie gefälligst zu, dass Sie das nächste Mal pünktlich sind oder Sie sind gefeuert.
  • Giraffensprache: Ich bitte Sie, Hr. Maus, bei unserem nächsten Meeting am kommenden Montag pünktlich um 9 Uhr da zu sein. Können Sie das sicherstellen?

Klingt im ersten Moment relativ umständlich und gestelzt. Deshalb muss man das wirklich erst einmal intensiv üben, bevor man damit in die Realität kann. Dann lernt man auch je nach Situation bestimmte Schritte zu überspringen (inkl. z.B. vom Ich-Gefühl direkt in die Du-Beobachtung zu wechseln). Aber es funktioniert prinzipiell. Selbst im Übungssetting fühlt man sich gleich ganz anders, wenn man auf diese Art und Weise angesprochen wird. Der Grund ist klar: Dadurch, dass man dem Gegenüber Verständnis entgegenbringt und ihn quasi abholt, kommt man aus der Eskalationsspirale heraus. Rosenberg sagte dazu, dass bei der trennenden Sprache nicht die Erwachsenen miteinander reden, sondern die Kinder innendrin. Und durch seine Methode kommt man wieder dahin zurück als Erwachsene zu kommunizieren.

Ein weiteres Beispiel

Situation: Ihr steht beim Bäcker in der Schlange und jemand drängelt sich vor.

  • Wolfssprache: Ey, Sie eingebildetes Arschloch. Stellen Sie sich gefälligst wie alle anderen hinten an!
  • Giraffensprache: Ich sehe, dass sie sich vor mich stellen [Beobachtung]. Ich bin irritiert [Gefühl], weil es mir um Fairness [Bedürfnis] geht. Ich habe es auch eilig und warte schon einige Zeit. Ich bitte Sie sich wie alle anderen hinten anzustellen [Bitte].

Darauf würde dann natürlich der Gegenüber antworten. Er sagt z.B. “Ich habe es eilig!”. Darauf könnte man dann antworten:

  • Wolfssprache: Ich hab’s auch eilig, du Vollhonk. Seh’ zu, dass du nach hinten kommst!

Oder ihm nach Rosenberg ein bisschen Empathie geben:

  • Giraffensprache: Sie sagen, dass sie es eilig haben [Beobachtung]. Sind Sie unter Druck [Gefühl], weil Sie pünktlich [Bedürfnis] auf der Arbeit sein wollen? Möchten Sie, dass ich Sie vorlasse [Bitte]?

Natürlich würde er jetzt sagen “Ja!” und dann kann man das entweder akzeptieren oder wieder in die Ich-Schleife gehen und z.B. ausdrücken, dass wir in der Schlange es hier alle eilig haben oder als Kompromiss anbieten ihn hinter sich zu lassen.

Die Erkenntnisse

Das war jetzt logischerweise ein extrem oberflächlicher Abriss über die GFK. Selbst nach zwei mal fünf Tagen Bildungsurlaub weiß noch nicht alles, was dazugehört. Vom aktiven Umsetzen ganz zu schweigen. Aber selbst, wenn man es am Ende nicht nutzt, gibt es doch ein paar grundlegende Erkenntnisse daraus, die ich gar nicht so verkehrt finde. Darunter folgende:

  • Unser Gefühl zeigt an, ob ein Bedürfnis erfüllt ist oder nicht.
  • Wir sind selbst für unsere Gefühle verantwortlich (Eigenverantwortung). Dass du dich angegriffen “fühlst” (=Pseudogefühl) liegt nicht an deinem Gegenüber, sondern an dir selbst (Spiegel/Resonanz). Er bringt es nur hervor.
  • Meine eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die anderer Menschen (Selbstwert/Selbstakzeptanz).
  • Ich habe immer die Wahl. Ich kann und darf wählen.
  • Empathie bedeutet sich auf Augenhöhe zu begegnen.
  • Bei Empathie geht es nicht darum etwas zu tun (z.B. Ratschläge geben, trösten, analysieren, etc.), sondern um das da sein (Mitgefühl, Verständnis, aktiv zuhören, etc.).

Übung zum Thema Beobachtung

Ich glaube, dass wir Menschen nicht wirklich gut darin sind zu verstehen was in uns innen drin passiert. Damit umgehen können wir erst recht nicht. Vielleicht haben wir sogar Angst davor und verschließen uns deshalb davor. Wie gesagt: Es ist einfacher die Schuld bei jemanden anderen zu suchen als sich mit uns selbst zu beschäftigen. Aber am Ende des Tages – und das ist keine Erkenntnis nur aus der GFK – müssen wir uns selbst um unser Wohl kümmern. Das nimmt uns niemand ab. Unser Glück hängt nicht von jemand anderem ab. Wir “produzieren” unsere Gefühle schließlich selbst. Entsprechend fand ich nicht nur die beiden Bildungsurlaube sehr interessant, sondern möchte auch weiter versuchen die Methode in die Praxis umzusetzen. Und dazu gehört zuerst meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennen zu lernen und zu akzeptieren, dass sie da sind. Im “Mich selbst niedermachen” bin ich schließlich immer noch sehr gut :smile: .

Und wenn ihr euch jetzt tiefer in die Thematik einlesen wollt: Ihr müsst nicht gleich einen Kurs dafür besuchen (obwohl es hilft mit echten Personen üben zu können), es gibt auch ein ins deutsche übersetztes Buch von Hr. Rosenberg dazu.

Kaliumpulver

Kaliumcitrat

Beim Thema Gesundheit kommt man sich fast wie in einem Hamsterrad vor. Hat man ein Problem gelöst, kommt direkt schon das nächste hoch. So hatten wir im Eintrag über Eisen geschrieben, dass Lysandas Restless Legs Syndrom (RLS) durch die Behebung ihres Eisenmangels verschwunden ist. Das war im Nachhinein betrachtet aber nur die halbe Wahrheit. Ja, sie hatte nicht mehr jeden Tag die Probleme aber komplett weg war es leider doch nicht. Es musste also noch irgendwo etwas sein. Bei ihren weiteren Recherchen ist sie dann auf eine relativ frische Studie (2016) aus Bangladesch gestoßen in der ein Zusammenhang zwischen RLS und einem Kaliummangel festgestellt wurde. Da stellte sich natürlich erst einmal die Frage:

Was ist Kalium?

Wie formuliert es Wikipedia so schön? “Kalium ist ein für die Erhaltung des Lebens essenzieller Mineralstoff”. Finde ich immer gut, wenn sich die Wissenschaft mal darüber einig ist, dass bestimmte Sachen für uns extrem wichtig sind. Aber Scherz beiseite: Kalium, früher auch Potassium genannt, gehört zu den Elektrolyten in unserem Blut und ist ein sogenanntes Makromineral. Dieser Begriff bedeutet nichts anders als, dass unser Körper eine relativ große Menge davon benötigt. Zu einem Elektrolyte wird hingegen ein Mineralstoff dann, wenn er in der Lage ist elektrische Ladung zu tragen, sobald er sich in einer Flüssigkeit auflöst. In unserem Körper ist das logischerweise vor allem unser Blut. Die Elektrolyte teilen sich außerdem auf in positiv geladene Kationen (Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium) sowie negativ geladene Anionen (Chlorid und Bikarbornat und Phosphat).

Diese Elektrolyte sind immens wichtig für uns, denn sie helfen unter anderem bei der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktionen und halten den Wasserhaushalt stabil. Oder um es an einem einfachen Beispiel festzumachen: Hätten wir keine Elektrolyte im Körper würden wir buchstäblich zu einem Haufen Matsch und Knochen zerfallen, weil alles Wasser aus uns herauslaufen würde. Die Zellmembranen sind nämlich grundsätzlich Wasserdurchlässig. Besonders Natrium sorgt jedoch dafür, dass der Flüssigkeitsspiegel in den sogenannten Flüssigkeitskompartimenten (Zellen, Zellzwischenräume und Blut) auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Der Körper stellt quasi fest, dass ihm irgendwo Flüssigkeit fehlt, schickt Elektrolyte hin und die rufen dann ihren Freund das Wasser an, um sie zu ihrer tollen Party in Zelle 123C einzuladen.

Gesteuert wird die Anzahl der Elektrolyte (und dem Wasser) im Blut übrigens durch die Niere. Sind zu viele da, filtert sie das Zeug raus und lässt es euch über den Urin und Kot ausscheiden. Ansonsten schickt sie sie zurück ins Blut. Durch unseren Atem verlieren wir zusätzlich ständig ein paar Elektrolyte. Und ja, ihr habt es richtig erkannt: Elektrolyte gehören zu den Salzen. Ohne die übrigens auch Wasser nichtleitend wäre. Kommen wir aber nun zurück zum Kalium.

Was macht’s?

Speck und Kalium

Es heißt, dass 98% des gesamten Kaliums in unserem Körper sich in Zellen befindet und davon wiederrum 80% in den Muskeln. Dort unterstützt es nicht nur das Wachstum, sondern ist vor allem zuständig zur Weiterleitung von Nervenimpulsen. Das Gehirn schickt quasi ein Signal an euren Arm von wegen “jetzt die Muskeln anspannen” und das Kalium sorgt dafür, dass es dort ankommt und umgesetzt wird. Deswegen bekommt ihr bei einem zu hohem (Hyperkaliämie) oder zu niedrigem (Hypokaliämie) Kaliumwert im Blut unter anderem Probleme mit dem Herzen. Sprich Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall der Herzstillstand.

Allerdings ist unser Körper extrem gut darin mit Kalium umzugehen. Ist der Kaliumspiegel im Blut zu niedrig, holt es einfach welches aus den Zellen heraus. Und stellt ihr ihm zu viel zur Verfügung, dann ignoriert er es und leitet es direkt zum Hinterausgang. Entsprechend selten kommt es zur Hyperkaliämie. In so einem Fall liegt das Problem entweder bei den Nieren oder die Zellen haben irgendeinen Schaden, wodurch es ungehindert rausfließt. Nur wenn das eintritt kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch werden und tolle Sachen wie Darmverschluss, Muskelschwäche und Lungenversagen eintreten.

Der umgekehrte Fall ist da schon wahrscheinlicher. Entweder, weil ihr nicht genug Kalium über eure Ernährung aufnehmt oder aus diversen Gründen (z.B. Durchfall oder Nierenüberfunktion) einen erhöhten Ausschuss habt. Die Symptome einer Hypokaliämie sind jedoch relativ identisch zur Hyperkaliämie. Auch hier können Lähmungen, Muskelschwäche und dergleichen auftreten. Also definitiv keine lustige Angelegenheit.

Menge?

Kalium in Reinform gibt es in der Natur nicht. Es ist stattdessen in anderen Mineralien wie Kainit, Slyvin oder Muskovit zu finden. Außerdem gibt es die Kaliumsalze, die durch Verdampfung auf ehemaligen Meeresböden entstanden sind. Wir bekommen das Kalium aber natürlich vor allem über unsere Nahrung in den Körper. Der absolute Minimumwert liegt wohl bei 2g/Tag. Nehmt ihr weniger zu euch, habt ihr bereits massive Probleme. Die DGE empfiehlt hingegen 4g/Tag. Sie gibt offen zu, dass sie für diesen Wert keine richtige Begründung hat. Stattdessen basiert dieser Schätzwert auf einer Studie in der die Kaliumausscheidung von in Deutschland lebenden Männern und Frauen gemessen wurde. Sprich man hat dabei festgestellt, dass im Durchschnitt 4g/Tag Kalium in Deutschland konsumiert werden und das als Richtwert festgelegt. Wahnsinn…

Die WHO empfiehlt hingegen mindestens 3,5g/Tag, um nicht nur eine erhaltende, sondern auch eine präventive Wirkung zu haben. Studien haben wohl gezeigt, dass sich so Schlaganfällen, Nierensteinen und anderen Sachen vorbeugen lässt. Eine dieser Studien behauptet gleichzeitig, dass eine Menge von über 4,7g/Tag keinen gesundheitlichen Mehrwert hätte. Sprich hier wird der Körper einfach alles darüber direkt an den Darm weiterschicken.

Zu viele Bananen!

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Woher bekommen wir unsere 4,7g/Tag? Durch Essen von Obst- und Gemüse – wie immer. In 100g getrockneten Sojabohnen sind z.B. 1,8g enthalten. Isst natürlich keiner. Auch 100g Pistazien (1g) dürften nur Hardcorepistazienliebhaber schaffen. Immerhin sind Nüsse grundsätzlich ein guter Kaliumlieferant (Mandeln 705mg, Erdnüsse 674mg). Gerne genannt werden außerdem Bananen (gekocht – 464mg) und Spinat (gekocht – 466mg). Wir empfehlen es aber nicht jetzt 10 Bananen zu essen. Da habt ihr dann zwar vielleicht eure Tagesdosis Kalium aber dafür u.a. sehr viel Zucker intus.

Und auch für Leute, die Obst- und Gemüse für unnötige Platzverschwendung auf dem Teller halten: Wer viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, kommt dadurch tatsächlich (wie die DGE-Studie gezeigt hat) ebenfalls relativ einfach auf seine 4g/Tag. In 100g Pommes Frites sind z.B. immerhin 550mg enthalten, Vollkornbuchweizenmehl hat auch seine 577mg. Wer 100g Weizenkleie (die Schale der Weizenkörner) isst, bekommt sogar die volle Dröhnung mit 1,35g. Aber das macht keiner. In normalem Weizenmehl sind hingegen nur noch 107mg. Die Portion Spaghetti Bolognese (100g Tomatenmark hat 1g) ist trotzdem gut für den Kaliumhaushalt.

Ein etwas hoher Kaliumwert im Blut.

Ihr seht: Probleme mit einem niedrigen Kaliumspiegel haben also vor allem die, die sich Low Carb ernähren oder an Krankheiten leiden. Es empfiehlt sich zwar trotzdem mal nachzuschauen, was man den ganzen Tag so isst und ob da genug Kalium drin ist. Im Normalfall sollte das Minimum aber erreicht werden – solange der Bauer fleißig düngt, denn wo nichts ist, kann nichts rauskommen. Das Kalium in der Erde wird von der Pflanze aufgenommen, der Bauer holt sie aus dem Acker raus und ihr esst es dann. Vergisst er anschließend Kalium zu düngen, habt ihr nicht nur keins auf dem Teller. Auch die Pflanzen leiden bereits darunter und werden nicht so schön, wie es der normale Verbraucher erwartet.

Wertermittlung

Euer Kaliumwert ist tatsächlich im normalen Bluttest enthalten. Die Normwerte liegen hier je nach Labor so zwischen 3,5 und 5,1mmol/l. Dabei entspricht 1 mmol 39,1mg womit wir bei 136,85mg bzw. 199,41mg Kalium im Blut wären. Es stellt sich für mich aber die Frage wie Aussagekräftig dieser Wert tatsächlich ist. Wie oben erwähnt befinden sich 98% des Kaliums in den Zellen und der Körper reguliert selbstständig wie viel im Blut rumfleucht. Das bedeutet für mich: Der Wert ist ähnlich wie beim Magnesium solange normal bis im Prinzip alles Kalium in den Zellen ausgesaugt wurde und man vermutlich schon tot irgendwo rumliegt. Der Blutwert dürfte hingegen nur dann schlecht sein, wenn z.B. ein Nierenproblem vorliegt.

Eine genauere Aussage liefert entsprechend vermutlich der Urintest, bei dem man ähnlich wie beim Jod- oder Vitmain B-Test oben was reinkippt und schaut wie viel davon unten wieder rauskommt (=Überschuss). Da ist zwar auch eine gewisse Unschärfe drin, weil man die Schnelligkeit berücksichtigen muss mit der der jeweilige Proband das Kalium verarbeitet. Aber man bekommt immerhin eher ein Gefühl dafür wie viel Kalium der Körper verbraucht und kann daraus dann besser ableiten ob das gut oder schlecht ist als beim reinen Blutwert.

Unsere Erfahrung

Ein Eimer Kalium

Lasst uns nun zum Abschluss des heutigen Eintrags den Kreis schließen. Lysanda ist auf Kalium gestoßen, weil sie immer noch Probleme mit RLS hatte. Sie hat dann von der Studie erfahren, bei der 100% der 68 Probanden nach 45 Tagen vollständig beschwerdefrei waren und hat angefangen Kalium zu substituieren. Da die Kapseln immer so extrem teuer sind, haben wir uns dafür vor zwei Jahren unseren ersten Eimer* Kaliumcitrat Monohydrat gekauft. Das Produkt hat eine Pharmaqualität von 99% und einen Kaliumgehalt von 36%. Reines Kalium gibt es wie gesagt nicht. Davon hat sie Anfangs zwei gehäufte Teelöffel pro Tag genommen, was ungefähr 12g entspricht und ca. 4,3g Kalium enthält. Mittlerweile ist es nur noch ein gehäufter Teelöffel pro Tag. Und siehe da: Das Restless Legs Syndrom ist komplett verschwunden. Keine schlechten Tage mehr, an denen es doch noch hochkommt. Perfekt!

Nach der Recherche für diesen Eintrag ist das für mich sogar logisch: Kalium ist vor allem in den Muskeln und steuert dort die Nervenimpulse. Für den Körper sind hingegen die Extremitäten keine ganz so essentiellen Körperbestandteile. Sprich wenn ihm Kalium irgendwo fehlt, zieht er es vermutlich erst einmal aus den Beinen und den Armen ab, um den restlichen Körper am Leben zu erhalten. Zwar kann RLS – anders als der Name impliziert – auch an anderen Stellen als nur den Beinen auftreten. Es ist aber doch am häufigsten dort zu finden. Warum es hingegen vor allem abends auf der Couch oder im Bett auftritt, kann ich allerdings nicht ganz so klar erklären. Könnte es mir aber damit herleiten, dass hier die Beine entspannt sind und keiner Belastung ausgesetzt sind. Also denkt vermutlich auch hier der Körper: “Geil, da wird’s grad nicht gebraucht! Raus damit und z.B. ab ins Herz!”. Das ist aber jetzt wirklich reine Spekulation von mir.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

PS: Natürliches Kalium ist übrigens radioaktiv. Das Kalium in eurem Körper verursacht mit 0,17mSv/Jahr fast 10% der natürlichen radioaktiven Belastung in Deutschland. Noch ein Grund eine Überdosis zu vermeiden :smile: .

Update vom 09.07.2025

Lysanda hatte die Deutsche Restless Legs Vereinigung wg. der Kalium-Studie angeschrieben. Darin hatte sie auch diesen Eintrag erwähnt. Die Rückmeldung zu unserem Text möchten wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten. Aus rechtlichen Gründen kann ich euch zwar nicht den genauen Wortlaut wiedergeben, da wir uns keine Freigabe eingeholt haben, aber hier eine Zusammenfassung der Inhalte mit meinen eigenen Worten:

  • Alles was in diesem Eintrag und den Kommentaren geschrieben wurde, basiert auf Einzelfällen und ist komplett subjektiv.
  • Es fand keine ärztliche Überwachung statt, obwohl eine hohe Kaliumdosis bei manchen Menschen zu Problemen führen kann (z.B. bei Nierenerkrankungen).
  • Was Lysanda an Kalium nimmt basiert zwar auf der DGE-Empfehlung. Aber es kann sein, dass es Probleme beim Einzelnen geben kann. Auf solche Nebenwirkungen geht der Eintrag nicht ein.
  • Die Erfahrungen von Lysanda können nicht einfach pauschal auf andere RLSler übertragen werden. Und die Erfahrungen der anderen wurden nicht wissenschaftlich korrekt erfasst.
  • Die Erklärungen, warum RLS am Abend auftritt und warum Kalium hilft haben keine wissenschaftliche Grundlage.
  • Eventuell andere Faktoren wie weitere Nahrungsergänzungsmittel oder der Lebensstil wurden nicht beleuchtet.
  • Fazit: Der Eintrag hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
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