Das dürften die zwei Überweisungen mit den höchsten Beträgen gewesen sein, die ich in meinem bisherigen Leben getätigt habe. Die Hinweismeldung “Empfänger stimmt nicht überein” jedes Mal machte es nicht weniger nervenaufreibend. Aber am Ende kam das Geld offensichtlich erfolgreich dort an, wo es hinsollte, denn am 8. Dezember landete die Löschungsbewilligung im Briefkasten. D.h. die Casa Lysanda ist offiziell abbezahlt. Wenn ihr mir vor zehn Jahren gesagt hättet, dass wir es schaffen am Ende der Sollzinsbindungsfrist die Hütte abzubezahlen, wäre ich davon nicht sonderlich überzeugt gewesen.
Selbst vor fünf Jahren rechnete ich noch damit, dass wir eine Anschlussfinanzierung brauchen würden. Doch vor allem dank meines Ersparten mussten wir diesen Weg nicht gehen. Wie viel vom Gehalt doch plötzlich übrig bleibt, wenn man nicht jeden Monat brandneue Videospielen kauft
. Wobei es physikalische Editionen von PC-Spielen heutzutage eh nicht mehr in der Menge gibt wie damals.
Eine Abrechnung
Die beiden Hauskredite sind also abbezahlt. Zeit eine “kleine” Bilanz zu ziehen. Zumindest ich will das alles irgendwo gesammelt haben
. Allerdings mit einer großen Einschränkung – über Geld darf man ja weiterhin nicht so wirklich öffentlich reden. Das lockt einfach die falschen hinterm Ofen hervor. Ja, wir wissen, dass wir in einer privilegierten Situation sind. Aber diese scheiß Missgunst führt schon immer nur dazu, dass sich alle verstecken statt ihr Wissen zu teilen, von dem dann wiederum jeder profitieren könnte. Entsprechend werdet ihr auch in diesem Eintrag keine genauen Beträge finden. Stattdessen rede ich nur von Prozenten. Und die Basis von allem ist mit 100% der Immobilienwert zum Kaufzeitpunkt im Oktober 2015. Da könnt ihr dann irgendeine Zahl eintragen, mit dem ihr am einfachsten rechnen könnt. Der reale Kaufpreis liegt irgendwo zwischen 100€ und 10.000.000€ – Inflationsbereinigt versteht sich.
Diese 100% sind auch der Betrag, den wir finanzierten. Nur die Kaufnebenkosten in Höhe von 13,64% haben wir aus Eigenkapital gedeckt. Die anfänglichen Renovierungen haben dann nochmal 6,25% (Handwerker) bzw. 1,73% (Material) verschlungen. Dazu Möbel, Lampen und Kram – alles in allem haben wir im ersten Jahr 22,97% ins Haus gesteckt. Ich hab‘ grad keine Lust nachzuschauen, wie hoch der Betrag mittlerweile ist
. Aber im letzten Jahrzehnt haben wir durchaus einiges an der Hütte gemacht. Dürfte also signifikant größer geworden sein. Ob der Hauswert im gleichen Maße gestiegen ist? Keine Ahnung und ist uns auch egal. Es geht schließlich um unseren Wohnkomfort und nicht darum die Casa Lysanda morgen gewinnmaximiert zu verkaufen. Wenn’s nach uns geht, bleiben wir mit unseren (jetzigen und zukünftigen) Katzen hier noch eine sehr lange Zeit sesshaft.
Die Darlehen
Unseren Hauskredit haben wir damals über den Makler vermittelt bekommen, der den Hausverkauf abgewickelt hat – will gar nicht wissen, was er dafür nochmal an Provision bekommen hat
. Aber es war ein sehr gutes Angebot bei der Münchener Hypothekenbank und wir hatten wenig Aufwand damit. Banken machen es einem nämlich echt schwer an Geld zu kommen selbst, wenn wie in diesem Fall ein echter Wert als Pfand dranhängt…
Die Finanzierung war zweigeteilt:
Förderung
18,55% kamen von der KfW aus ihrem Wohneigentum-Förderprogramm. Das hat meist besonders günstige Zinsen, ist aber auch etwas restriktiver was die Tilgung angeht. In unserem Fall lag der Sollzinssatz bei 1,65% (effektiv – also mit Gebühren und Kram – 1,66%) und war auf eine Laufzeit von 20 Jahren gerechnet bei 10 Jahren Sollzinsbindung. Der Tilgungssatz lag bei 4,4%. Dieser ist auch unveränderlich über die gesamte Laufzeit.
Erschwerend kommt hinzu, dass die eigentliche Tilgung erst nach dem 1. Jahr startet. Vorher werden euch nur monatlich die Zinsen abgebucht. Der Gedanke dahinter ist an sich löblich. Schließlich ist die finanzielle Situation nach dem Hauskauf/-bau ja vermutlich erstmal stark angespannt. Wir hatten auch unsere Konten damals ziemlich leergeräumt dafür. Aber wenn man das Geld hat, dann ist es freilich ein wenig doof dadurch ein ganzes Jahr Tilgung zu verlieren. Eine Sondertilgung ist bei der KfW ebenfalls nicht möglich. Dafür ist aber halt der Zinssatz unschlagbar. Insofern lohnt es sich vermutlich trotzdem fast immer das mitzunehmen.
Insgesamt haben wir am Ende für den KfW-Kredit 13,3% des Betrags zusätzlich in Form von Zinsen geblecht.
Der Hauptkredit
Den Rest zur Hausfinanzierung steuerte die Münchener Hypothekenbank dazu. Wobei sie sich auch um den KfW-Kredit kümmerte. Also das war ein Paket. Bei der Hyp haben wir das Geld mit einem Sollzinssatz von 2,06% (effektiv 2,08%) bekommen. Die Berechnungsgrundlage war eine Laufzeit von 25,5 Jahren aber ebenfalls nur mit einer Sollzinsbindung von einem Jahrzehnt. Unser anfänglicher Tilgungssatz lag bei 3%, wir haben ihn aber 2021 auf die maximal möglichen 5% erhöht. Hätten wir vermutlich schon früher machen können in Bezug auf unser verfügbares Budget, kam uns aber irgendwie vorher nicht in den Sinn. Niedriger wäre jedoch nicht drin gewesen. Das Minimum waren besagte 3%.
In Bezug auf die Sondertilgungen konnten wir pro Jahr bis zu 5% des Darlehensbetrags einfach so auf das Kreditkonto überweisen (Mindestens mussten es 0,07% pro Überweisung sein). Das vorzeitige Überweisen hat den Vorteil, dass ihr dadurch über die Laufzeit hinweg weniger Zinsen bezahlt. Die Zinsen werden nämlich monatlich auf Basis des Restbetrags berechnet. Ein einfaches Beispiel: Schuldet ihr der Bank noch 100€ bei einem Zinssatz von 1%, dann macht das 1€. Tilgt ihr davon 5€, bleiben 95€ übrig. Somit sinkt auch der Zinsbetrag auf nur noch 0,95€. Insofern macht es eigentlich immer Sinn die Sondertilgungen zu nutzen, wenn man das Geld übrig hat und nicht grad eine fette Rendite an der Börse macht.
Wir haben es tatsächlich immer geschafft eine Sondertilgung zu machen. Anfangs haben wir die Entscheidung am Ende des Jahres getroffen, ab 2021 direkt am 1. Banktag im Jahr, um eben möglichst viel Zinseszins-Effekt rauszuholen. 2019-2025 haben wir die vollen 5% überwiesen, 2016 waren es 2,28% und 2017/2018 nur jeweils 0,46%. Wir brauchten unser Budget vermutlich damals unter anderem für den katzensicheren Garten. Immer noch die allerbeste Investition, die wir in den letzten zehn Jahren gemacht haben. Insgesamt haben wir also 38,19% des Darlehens bei der Hyp über Sondertilgungen abbezahlt. Schon irgendwie krass.
Die Zinslast über die Zeit lag (was mich gerade selbst etwas überrascht) auf dem gleichen Niveau wie bei der KfW und zwar bei 13,4%. Selbstverständlich versteckt sich dahinter ein höherer Betrag, da die Kreditsumme signifikant höher ist. Aber, dass der Prozentsatz am Ende dennoch so nah beieinander liegt, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Muss wohl an den Sondertilgungen liegen.
Die Ablöse
Aber selbst mit den Sondertilgungen blieb jetzt am Ende der Sollzinsbindungsfrist noch ein größerer Betrag vom Hauptkredit übrig. Beim KfW sowieso. Die Bank hatte uns dahingehend bereits vor ein paar Monaten ein Angebot zur Anschlussfinanzierung mit überschaubaren 3,27% unterbreitet. Aber faktisch war schon letztes Jahr klar, dass wir wider irgendwelcher unvorhergesehenen Sachen (Auto macht schlapp und sowas) keinen weiteren Kredit brauchen würden. Stattdessen machten wir im Januar die letzte Sondertilgung und “horteten” den Rest auf unseren Tagesgeldkonten für den Tag X. Beim Hauptkredit war das der 30.10.25 – bis zu diesem Zeitpunkt musste die Kohle bei der Bank sein, sonst hätte es fette Verzugszinsen geregnet. Und bei der KfW jetzt am 30.11.2025, da ihr den ersten Monat “frei” habt. Noch so eine Sonderregelung, um euch das Leben etwas zu erleichtern.
Bei der KfW mussten wir noch eine Überweisung in Höhe von 56,52% tätigen für die vollständige Tilgung. Beim Hauptkredit hingegen nur noch 15,53%. Da machten sich besonders die Sondertilgungen, aber auch die Erhöhung des Tilgungssatzes richtig bemerkbar. Bei der KfW ist es wie geschrieben eher eine langfristige, sanfte Angelegenheit.
Um die Beträge zu stemmen, habe ich meinen alten Bausparvertrag (2008) bereits vorletztes Jahr Zuteilungsreif gemacht (um den Treuezins noch einzusacken) und einen meiner Fonds ziemlich rasiert. Entsprechend macht mich aktuell der Blick auf mein Bankkonto etwas traurig
. Aber im Gegenzug freue ich mich selbstverständlich extrem darüber, dass die Casa Lysanda jetzt wirklich uns gehört und wir es sogar geschafft haben lange bevor wir in Rente gehen, also hoffentlich noch eine lange Zeit was davon haben. Insofern passt das schon. Mit dem Wegfall der monatlichen Raten und der Sondertilgungen wird der Betrag auf dem Konto ja auch relativ zügig wieder anwachsen – zumindest erstmal. Dazu gleich mehr.
Grundbucheintrag
Einen Betrag nenne ich jetzt doch noch: 95,20€. So viel mussten wir der Bank zusätzlich überweisen für die Ausstellung der Löschungsbewilligung. Das ist quasi die Bestätigung, dass der Kredit erfolgreich abbezahlt wurde und die Bank es euch erlaubt die dazugehörige Grundschuld aus dem Grundbuch auszutragen. Die Grundschuld ist die Sicherheit für die Bank, dass sie auch tatsächlich (Teil-)Anspruch auf das Haus erheben darf, wenn ihr in den Zahlungsverzug kommt. Mit Beendigung des Darlehensvertrags ist das aber logischerweise hinfällig. Und damit ihr die Grundschuld (auf eigene Kosten) löschen könnt, braucht es besagtes notarielles Dokument namens “Löschungsbewilligung”.
Das bedeutet aber nicht, dass ihr gezwungen seid die Grundschuld sofort austragen zu lassen. Sie wird erstmal nur zu einer sogenannten Eigentümergrundschuld. Bei einem Verkauf des Hauses macht das Löschen logischerweise Sinn. Ihr würdet vermutlich sonst keinen Käufer finden. Aber wir wollen ja weiter drinbleiben. Entsprechend haben wir keinen Zwang das Geld für Notar und Gebühren zu investieren (bis zu 0,4% der Grundschuldsumme). Im Gegenteil hat eine bestehende Eigentümergrundschuld wohl sogar Vorteile, wenn ihr bspw. zur Modernisierung wieder ein Darlehen braucht. Möglicherweise bekommt ihr so hier und da bessere Konditionen. In jedem Fall spart ihr euch aber Kosten für eine erneute Grundschuldbestellung.
Wir lassen entsprechend die Eigentümergrundschuld im Grundbuch stehen. Die Löschungsbewilligung haben wir uns nur schon einmal geholt, damit wir sie für die Zukunft griffbereit haben. Es ist schließlich nicht absehbar, wie einfach es sein würde den Wisch in 10 oder 20 Jahren noch zu bekommen.
Epilog
Mit dem Ende des Darlehens und der dazugehörigen Tilgungszahlungen kann unser Bankkonto also wieder anwachsen. Aber Hauseigentümer wissen: Es hört nie auf mit dem Geld ausgeben. Für 2026 haben wir zwar derzeit nichts geplant. Aber die Liste der mittel- bis langfristigen ToDos enthält durchaus noch so einige größere Sachen. So ist unsere Gasheizung auch schon wieder fünf Jahre alt. Entsprechend müssen wir da auch langsam anfangen das Geld für den zukünftigen Ersatz zur Seite zu legen. Dann ist die Hütte auch weiterhin nicht gedämmt. Der Hauseingang gehört mal neu gemacht. Und das Dach dürfte ebenfalls immer noch das Original sein. Ist zwar aktuell noch gut im Schuss, aber irgendwann wird’s halt fällig sein. Von so “Kleinigkeiten” wie Regenrinne oder Kühlschrank ganz zu schweigen.
Also nein, wird immer noch nichts mit FIRE (Financial Independence, Retire Early). Müssen weiterhin malochen gehen, den Konsum ankurbeln und Handwerkerbetriebe unterstützen
.
“Wo bleibt der nächste Star-Trek-Eintrag?! Ist schon wieder über einen Monat her!” Berechtigte Frage, lieber imaginärer Besucher. Star Trek: Prodigy haben wir schon länger durch und bei Star Trek: Discovery sind wir ebenfalls bereits in der Mitte der zweiten Staffel. Allerdings habe ich entschieden ab sofort nur noch Einträge über jeweils eine gesamte Serie zu verfassen. Die Staffeln werden schließlich immer kürzer und sind größtenteils jeweils eine zusammenhängende Geschichte. Da lohnt sich das aufsplitten gefühlt nicht. Insofern steht aktuell nur die Animationsserie auf dem Eintrags-Programm.
Aber nicht heute! Nein, heute reden wir stattdessen wieder über ein Videospiel. Muss doch schließlich dem Anspruch von Beim Christoph gerecht werden die Nr. 1 Videospielewebseite auf dieser IP-Adresse zu sein! Und heute berichte ich euch nicht von irgendeinem Videospiel. Nein, es geht um einen Titel, in den ich lt. Steam sage und schreibe 148,8 Stunden Spielzeit investiert habe! Es ist damit nun mein meistgespielter Titel auf der Plattform. Steam trackt das noch nicht so lange – wäre sonst vermutlich Counter-Strike (das Original) oder ein ähnlich alter Schinken. Krass, oder? In meinem Eintrag vor einem Monat zu Heretic + Hexen habe ich schließlich (mal wieder) lamentiert, dass ich keine Zeit zum Zocken habe und für rund 43 Stunden Spielzeit drei Monate gebraucht habe. Wie habe ich dann geschafft in so kurzer Zeit mehr als das dreifache zu investieren? Bin ich in Frührente gegangen? Habe ich einen Inder engagiert? Oder hat mich das Magenta T entlassen? Mitnichten. Die Erklärung steckt stattdessen im Namen:
Nomad Idle (2025; PC) – Ja, ich habe ein Idle-Game “gespielt” und es hat eben fast 150 Stunden gedauert, bis alle 46 Achievements freigeschaltet waren. Glaub’ das eigentliche Spielende hatte ich schon nach ca. 100 Stunden erreicht. Die Zeit, die ich tatsächlich aktiv gespielt habe, dürfte hingegen bei einer Stunde liegen. Effektive Stromverschwendung quasi. Vielleicht noch als OLED-Bildschirmschoner geeignet, aber ansonsten – da erzähle ich euch nicht Neues – bei genauerer Betrachtung ziemlich dämlich. Andererseits: Idle-Games erfreuen sich warum auch immer einer gewissen Beliebtheit. Vor allem auf den Smartphones gibt es buchstäblich Hunderte davon. Irgendeiner muss diese “Gehirn-aus”-Unterhaltung also gut finden
.
Das Hauptspiel
Doch zurück zu Nomad Idle. Ich habe es am 30. Oktober 2025 für 1,25€ (=~87% Rabatt) als Teil eines Bundles auf Fanatical erstanden. War also nicht die größte Investition. Und mein Gedanke war danach tatsächlich: “Wenn ich schon keine Zeit zum Zocken habe, dann kann wenigstens der Rechner alleine was machen!” Ja, meine Geistesblitze sind selten die hellsten. Aber hey: Wenigstens kann ich jetzt sagen, dass ich ein Spiel durchgespielt habe
!
Nomad Idle ist ein Spin-off zu Nomad Survival aus dem Jahr 2022 – einer der frühen Vampire Survivors-Klone, die bis heute den Markt überschwemmen. Um sich vom Original abzuheben, setzten die Entwickler auf einen hohen Grad an Variation und Freiheit in der Charakterentwicklung. Es geht quasi wie in einem Rollenspiel darum die perfekte Komposition aus Fähigkeiten und Modifikation zu finden, um die ultimative Vernichtungsmaschine zu erschaffen. Hat definitiv seinen Reiz, wenn ich mir die Meinung dazu so durchlese. Ich selbst habe bislang nur ein paar Minuten im Vorfeld dieses Eintrags reingeschaut, obwohl ich es bereits seit 2022 besitze. Ja, es war damals ebenfalls Teil eines Fanatical-Bundles. Ich wisst doch, dass ich mittlerweile fast nur noch Bundles kaufe
.
Zahlen gehen hoch!
In Nomad Idle geht es wie im Hauptspiel ebenfalls darum unzählige Feinde zu töten. Das gibt Erfahrungspunkte und ihr fleißig sammelt Craftingmaterial. So werdet ihr immer stärker, um dann hoffentlich irgendwann die nächste Stufe zu meistern. Insgesamt gibt es 10 Umgebungen mit jeweils noch einer “Void”-Variante (=es ist dunkel und die Gegner sind stärker). Jede Umgebung hat 50 Stufen plus 10 Stufen im Void. Habt ihr alle 600 Stufen mit allen sieben Charakteren geschafft, erlebt ihr die Endsequenz.
Zu Beginn steht euch nur der Abenteurer (Nahkämpfer mit dem Schwert) und der Kultist (eher ein Zauberer) zur Auswahl. Die weiteren Figuren wie eine Ratte, die mit dem Bogen schießt oder einen Beschwörer, schaltet ihr nach und nach frei, indem ihr bestimmte Meilensteine erreicht. Ein Ereignis, das jeweils passend in eine nette kleine Geschichte eingewoben ist. Das gilt auch für eure tierischen Begleiter. Angefangen mit einem Fuchs, begegnet ihr auf eurer Reise beispielsweise einer Eule, einem Imp und einem Wolf. Insgesamt stehen acht Tiere am Ende zur Auswahl. Jedes mit seinen eigenen Fähigkeiten, die ebenfalls im Level aufsteigen und durch Goldeinsatz zusätzlich stärker werden. Allerdings darf nur der Beschwörer mehr als eins gleichzeitig aktiv setzen. Ihr müsst also durchaus überlegen, welches euch gerade am meisten von Nutzen ist – zumindest zu Beginn. Sobald ihr den übermächtigen Wolf freigeschaltet habt, gibt es keinen wirklichen Grund mehr zu wechseln
.
Neben der Klassenwahl zu Beginn eines Runs, definiert ihr euren Charakter über die Punkteverteilung in den sieben klassischen Skills (Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und so weiter) sowie die Auswahl von vier passiven Fähigkeiten. Letztere müsst ihr auch erst durch das Erledigen von Missionen (passiert größtenteils automatisch) nach und nach freischalten. Dann habt ihr z.B. Zugriff auf “Curious Wisp”, wodurch zwei Projektile erscheinen und für fünf Sekunden um euch herumschweben oder “Infernal Ray”, ein um euch rotierender Lichtstrahl. Diese passiven Fähigkeiten haben einen Cooldown, verbrauchen bei jedem Einsatz Mana und steigen ebenfalls durch Benutzung im Level auf.
Der Tod ist erst der Anfang
Wir sind aber noch nicht am Ende der Zahlenspiele und Punkteverteilung. Sterbt ihr, beginnt ihr in der aktuellen Umgebung einfach wieder auf Stufe 1. Ihr könnt aber jederzeit zwischen denen hin und her wechseln, die ihr bereits freigeschaltet habt. Das ist zum einen wichtig, weil die Gegner jeweils anderes Craftingmaterial fallen lassen. Das braucht ihr wiederum, um eure Ausrüstung zu verbessern. Nein, ihr müsst euren Charakter nicht auch noch anziehen. Tatsächlich sind alle Boni eurer gefunden Ausrüstungsgegenstände gleichzeitig aktiv. Ihr levelt einfach alles hoch, was ihr habt.
Zum anderen müsst ihr die Feinde selbst farmen. Es gibt nämlich Tötungsziele mit entsprechenden Boni. Glücklicherweise könnt ihr eine Stufe festzurren, um diese ganze Farmerei etwas gezielter zu gestalten. Also ihr braucht beispielsweise noch 50.000 Kills von einem Feindtyp, der nur auf Stufe 32 erscheint, dann fokussiert sich das Spiel auf Wunsch genau darauf. Gleiches für das Craftingmaterial. Ihr könnt genau sehen, welche Feinde wie oft was fallen lassen und dann das entsprechende Areal und die dazugehörige Stufe festzurren.
Craftingmaterial hat jedoch noch einen weiteren Einsatzzweck: Den Baum des Aufstiegs. Wie erwähnt, bedeutet der Tod nicht das Ende. Stattdessen steht euer Charakter ohne irgendwelche Einbußen direkt wieder auf – halt nur auf Stufe 1 des aktuellen Areals. Wollt ihr hingegen den Charakter wechseln, müsst ihr aufsteigen. Das könnt ihr jederzeit tun, verliert dann aber z.B. euer aktuelles Charakterlevel. Das ist quasi die Abwägung – mach‘ ich mit dem aktuellen Charakter noch weiter, weil ich schon so viel Zeit investiert habe? Oder starte ich neu, um im verbesserten Zustand/mit einem anderen Charakter weiterzukommen? Entscheidet ihr euch für den Weg des Aufstiegs, wird euer gesammeltes Craftingmaterial (egal ob ihr es verbraucht habt oder nicht) in Punkte für den Baum des Aufstiegs umgewandelt. Der enthält auch nochmal unzählige kleine Verbesserungen, die ihr so nach und nach freischaltet.
Der Gameplay-Loop
Ihr startet also euren Run, wählt euren Charakter aus. Anschließend bestimmt ihr seine passiven Fähigkeiten und welches Tier ihn begleitet. Dann definiert ihr, wo das System aktuell die Punkte aus dem Levelaufstieg investieren soll und in welcher Umgebung ihr auf Monsterjagd geht. Und ja… der Rest passiert automatisch. Euer Charakter läuft von alleine über den Bildschirm zum nächsten Gegner und nutzt sein Repertoire, um ihn zu töten. Theoretisch könnt ihr auch selbst ein wenig auf den Bildschirm klicken und die Fähigkeiten einsetzen. In der Realität gibt es absolut keinen Grund dazu und macht nur langfristig eure Maus kaputt
.
Stattdessen schaut ihr eben zu (oder lasst das Spiel im Hintergrund laufen), wie die Zahlen nach oben gehen, klickt hin und wieder, um z.B. einen Ausrüstungsgegenstand zu verbessern oder andere Skills zu fokussieren, die nette kleine Geschichte einer erfolgreich abgeschlossenen Mission durchzuklicken, die Umgebung zu wechseln oder einen Aufstieg durchzuführen. Ja, es ist durchaus ein wenig Strategie dabei, um das optimale Ergebnis zu bekommen und zügiger die nächste Stufe zu erreichen. Aber alles in allem ist eben das, was auf der Packung steht: Ein Idle-Game. Ein ganz nett anzuschauendes Idle-Game, in das ich mehr Zeit investiert habe, als ich zugeben sollte. Aber am Ende des Tages ist es eben objektiv betrachtet ein fast noch sinnfreier Zeitvertreib als ein Walking Simulator. Macht entsprechend daraus, was ihr wollt. Ich für meinen Teil hatte meine 1,25€ Spielspaß. Zu sehen wie es auf dem Bildschirm wuselt und Zahlen nach oben gehen, die wiederrum dafür sorgen, dass ich neue Bereiche freischalte gibt halt auch irgendwie einen Dopaminschub. 10€ würde ich jedoch für sowas auf keinen Fall ausgeben
.










