Sicarius

Hardcore Gamer – Part II

*rülps* – pardon me.

So wo waren wir? Genau wir hatten Punkt 1: Das Materielle.

Machen wir also weiter. Ein Hardcore Gamer spielt viel. Normalerweise spielt er sogar über alle Genre verteilt alles. Er hat aber natürlich trotzdem sein spezielles Lieblingsgenre. Meins sind Ego-Shooter und Rollenspiele gleichermaßen aber ich nagel mich da natürlich nicht drauf fest. Ich spiel eigentlich alles außer Manager und Fußballspiele (*kotz*) und kenne mich auch umfassend aus. Was der nächste Punkt in der Definition des HGs ist: Wissen.

Ein Hardcore Gamer weiß sehr viel über Spiele. Auch über die einzelnen Titel. Ich selbst bin zwar noch nicht so gut das ich das Release Date auf den Tag genau weiß aber wenn mir jemand einen Titel an den Kopf wirft kann ich ihm in 90% aller Fälle etwas dazu sagen, was ihm auch weiterhilft. Was auch der nächste wichtige Punkt ist:

Ein Hardcore Gamer weiß mit seinem Wissen umzugehen und es an den Mann zu bringen. Ich versuche natürlich nur Leuten mein Wissen zu vermitteln die es auch haben wollen allerdings kommt hier auch eine negative Eigenschaft des HGs zutage: das Besserwissen und Fordern. Vorallem in Foren zu einzelnen Spielen drängt sich der HG meist förmlich in die Mitte und übernimmt die Diskussion egal um was es geht. Er mag mit allen Fakten zwar Recht haben aber viele Threads sterben dann einfach vor sich hin weil es einfach kein Schwein interessiert. Ich muss leider zugeben das mir dies auch oft passiert aber hier kommt eine weitere Eigenschaft des HGs zutage: eine Prise Egoismus

Mir isses eigentlich scheißegal ob meine Ergüsse jemand interessieren. Ist Bagdadsoftware.de nicht das beste Beispiel dafür? :)

Aber das ganze hat – und hier kommt jetzt der wichtigste Aspekt – natürlich auch seine guten Seiten. Die Seite die die Entwickler schätzen. Wir haben Ahnung von der Materie. Wir wissen was wir wollen. Was wir von einem Spiel erwarten. Was drin sein sollte um es gut zu machen. Und wir lassen es die Leute auch wissen. Die Aufgabe eines Entwicklers ist nun diese Aussagen auf Nützlichkeit zu filtern und das beste herauszupicken. Offene und Geschlossene Betatests sind natürlich unser bevorzugtes Revier aber meistens muss das offiziell Forum herhalten.

Wir belohnen die Entwickler allerdings auch indem wir Spiele die es verdient haben auch entsprechend Promoten. Es gibt viele Spiele die haben am Anfang kein Schwein interessiert oder wurden von den Magazinen total missachtet oder unterbewertet aber als viele HGs in div. Foren die Trommel gerührt hatten wurde das Game trotzdem ein Erfolg. Und es müssen nicht unbedingt nur Nischenspiele wie Darwinia sein, sondern auch spätere Blockbuster wie Gothic.

Dadurch das wir uns so mit einem Spiel auseinandersetzen, sind wir auch die treusten Fans. Wir sind immer da wenn es irgendwo hängt. Wir glauben auch nach dem 6. Tomb Raider noch an das Gute und wurden dafür mit einem genialen 7. Teil belohnt. Wir begleiten die gesamte Entwicklung und versuchen unser Interesse (das Spiel soll genial werden) so gut wie möglich umzusetzen. Und wir halten da auch kein Blatt vor dem Mund. Wenn wir sehen das es Müll ist was die uns da vorsetzen, dann hauen wir auch auf den Putz. Wie man aktuell bei Heroes of Might & Magic V sehen konnte. Die Leute haben gesehen das es noch lange nicht fertig ist und dramatisch rebelliert. Natürlich waren das nicht nur HGs – möchte ja den Mund nich zu voll nehmen – aber es waren viele darunter die die Serie seit Jahren mit Begeisterung verfolgen und genau wissen worauf es ankommt.

Die meisten von uns bestellen so früh wie möglich schon ihre Kopie des Spiels. Es muss sich hier nicht einmal um ein Sequel handeln oder ein Spiel von einer renommierten Firma. Nein, ich weiß meist schon bei der ersten Ankündigung -> das Spiel wird MIR gefallen. Ich habe ‚mir‘ extra betont um deutlich zu machen das ich nur für mich sprechen kann. Ob es dem nächsten HG gefällt ist schon wieder unklar. Mein Job ist es dann eben die Entwicklung zu beobachten und nebenbei Promotion zu betreiben um andere HGs ins Boot zu holen und gegen Ende der Entwicklung dann die Casual Gamer.

Wichtig ist noch zu beachten das man den Hardcore Gamer natürlich vom Fan unterscheiden muss. Der Fan kennt sich nur gut in seiner Sparte aus (kann also z.B. alle Sprungkombinationen von Lara Croft im Schlaf aufsagen). Der HG hingegen kennt sich überall mehr oder weniger gut aus.

Also fassen wir den Inhalt des Essays mal zusammen:

In mir als Hardcore Gamer ist ein kleiner Sammler versteckt, ich Spiele viel und alles und besitze deshalb ein genreübergreifendes Spezialwissen, teile mein Wissen mit allen und unterstütze die Entwickler mit Ideen und Loyalität.

So das war nun ein langer Text aber ich hoffe ich konnte damit etwas anregen und vielleicht ein klein wenig Licht in unsere kleine Welt der HGs bringen auch wenn natürlich nicht alle Punkte gleichermaßen auf jeden HG zutreffen. Dieser Text spiegelt schliesslich immer noch nur meine eigene Sicht der Dinge wieder.

Ich hoffe naütrlich das ihr euch beim Lesen nicht gelangweilt habt und wünsche a gude noacht!

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3 Kommentare

Soooo dann will ich mal meinen bescheidenen Senf dazu geben.
Erstmal kurz zum Thema Freak (weil du auch nicht weiter drauf eingegangen bist). Ich persönlich würde HGs auf jedenfall als Freaks bezeichnen. Das Problem hängt da natürlich an der Definition eines Freaks.Ich bezieh mich mal auf die von http://www.answers.com/main/ntquery?s=freak&gwp=13
da kommt der Punkt 4c ziemlich nahe an das ran, was ich unter nem Freak verstehe wozu HGs dann auf jedenfall gehören… Aber gut war jetzt schonwieder viel zu viel zu dem Thema wie ich wollte.

Zum eigentlichen Thema:
Ich persönlich würde von vorne herein verschiedene Arten von HGs unterscheiden. Ich sehe die Hauptarten als:
– Den Allesspieler/Sammler den du hier zur Genüge dargestellt hast
– Den eSportler, der ein einzelnes Online Game bis zur Perfektion meistern und sich vorallem mit anderen Spielern messen will (z.B. CS, WC3 aber auch Worms oder Tetrinet etc.)
– Den MMOGler dessen Hauptziel es ist im jeweiligen Spiel die größten Herausforderungen zu meistern, die größten Schätze anzuhäufen usw.

Vieleicht ist das auch schon wieder Definitionssache von HG aber ich bin der festen Überzeugung, dass man die Spieler der 2. und 3. Kategorie auf jedenfall auch als HG bezeichnen muss und deswegen finde es persönlich wichtig diese Untersheidung zu treffen, weil man sonst nie alle unter einen Hut bringt.

Aber das sind ja eigentlich nur Kleinigkeiten und bei dem HG-Typ den du verkörperst muss ich dir allerdings im Großen und Ganzen zustimmen und möchte dazu jetzt nichtmehr allzuviel sagen.

Soviel von mir für alle die’s interessiert :D

mich nicht! ;-)

ich bin aber auch der Meinung: FREAK!
und zuviel Zeit in eine sache stecken ist glaub ich doch irgendwie einseitig.
irgendwas wollt ich noch…tja, …hm…puh…*denk* nee, is weg

!
ERSTMAL mag ein HG von dem Laien als
Freak bezeichnet werden, aber ein Freak
verbindet dieser dann oft auch fälschlicherweise als Psycho
oder als „Neuer Fall aus der Kathegorie Essen.“
Am Besten trifft es wirklich die Aussage:
„Ein Hardcore-Gamer ist in irgendeiner Form ein Sammler.“
Er spielt viel, aber wenn er ein Spiel durchhat nimmt er auch gerne das Nächste.

So ich möchte euch von einer Gruppierung von Menschen berichten, die sich minimal von den HGs unterscheidet:
Den Hardcore Gamblern, zu denen ich mich gerne zähle.
Ein Hardcore Gambler ist ein Mensch
der ziemlich viel Zeit in ziemlich viele Spiele investiert und seinen Spielspaß aus der Vielseitigkeit und
Vielfähigkeit bezieht. Im Gegensatz
zum HG intensiviert er nicht viel
Zeit darauf jedes Spiel durchzuspielen oder zu perfektionieren, sondern
in einem bestimmten Rahmen zu bleiben ,der eben primär auf Spaß am Spiel ausgelegt ist.
Damit zieht er eine klarere Linie zwischen sich und dem Freak als der Hardcore Gamer.

>50% Seines Erfolges beruhen darauf auf waghalsigen unerwarteten Aktionen,
>40% auf Geschick sich schnell anpassen zu können
>10% auf purem unverschämten Glück.

Ein virtueller Gambler eben, der bereit ist, sich auch mal zu verzocken.

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