Sicarius

Sverige III

(Verfasst am 18.05.07 um 19:30 irgendwo im Luftraum über Schweden oder zwischen Schweden und Dänemark)

Das nächste Ziel der Reise war, wie sollte es auch anders sein, Stockholm. Pflicht sind dort vor allem das Vasamuseum, Skansen und Gamla Stan (die Altstadt).

Ein Tipp vorweg: Kauft euch eine Stockholm Karte. Für ungefähr 30 Euro könnt ihr damit nicht nur 24 Stunden kostenlos Bus und U-Bahn fahren sondern habt auch in unzählige Museen freien Eintritt. Eine Sightseeing-Bootsfahrt ist auch noch inklusive (Allerdings Uhrzeitabhängig!).

Am Interessantesten fand ich die Vasa (das Schiff, nicht der Keks). Natürlich nicht erst seit „Pirates of the Carribean“ solche Schiffchen wieder für die Masse interessant gemacht hat.

Hatte ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich diesen Trend zu Mehrteilern im Kino scheiße finde – egal wie gut der Film ist („The Lord of the Rings“ mal ausgenommen, da es dort ja andere Gründe hatte)? Aber gut, dies ist ja nicht unser Thema.

Die Vasa ist so etwas wie die Titanic von Schweden, nur mit dem Unterschied, dass sie es nicht einmal aus dem Stockholmer Hafen geschafft und bereits dort auf ihrer Jungfernfahrt den Meeresboden begrüßt hat. Der Grund war ganz simpel: Für ihre absolut enorme Größe befand sich viel zu wenig Ballast im Rumpf und sie ist dann beim ersten Windhauch einfach umgekippt -> *blupp* *blupp* *blupp*

Während schon gut 50 Kanonen ein paar Jährchen später geboren wurden, war der Rest bei der Bergung 1961 in einem hervorragenden Zustand und lt. offiziellen Angaben konnte man 95% des Schiffs bergen. Das sie nicht schon vollständig zerstört war, lag übrigens am Stockholmer Hafen selbst. Da dieser ein totales Drecksloch ist mit Tonnen von Schlamm statt festem Boden ist, konnte dem Schiff das Salzwasser nicht zu sehr zusetzen. Quasi wie eine Moorleiche wurde es konserviert. Im Museum ist also durchaus etwas greifbares (nein, anfassen darf man sie nicht) zu sehen und nicht nur reine Theorie. Es ist schon ein geiles Gefühl wenn man von unten an diesem wahnsinnig großen Boot hinaufschaut.

Skansen ist hingegen ein Freilichtmuseum mit Tierpark. Dort haben wir auch unseren einzigen Elch gesehen aber dafür gleich von jeder Sorte einen (Jung, Weiblich und Männlich). Im Sommer, wenn die Gebäude auch richtig bewohnt sind, ist es wahrscheinlich noch viel interessanter aber auch so gibt es ein schwedisches Feeling mit den vielen alten Gebäuden.

In Gamla Stan findet man viele Cafés (auch eins für Schwule, welches wohl sehr guten Kuchen macht) und Geschäfte aber auch das Schloss, das Nobelmuseum und die deutsche Gemeinde. Während das Schloss und das Museum eher weniger interessant sind, sollte ein Besuch in der Kirche der deutschen Gemeinde (Tyska Kyrkan) schon mit eingeplant werden. Dort ist sehr gut zu bewundern welche Stellung früher die königliche Familie hatte. Für sie wurde nämlich ein extra Raum gebaut, der zusätzlich auch noch höher liegt als die Kanzel des Pfarrers. Wenn das keine Bände spricht…

Puh. Langsam sollte ich zum Ende kommen. Die deutsche Küste haben wir bereits hinter uns gelassen. Es fehlt aber sowieso nur noch ein klein wenig über Finnland bzw. Helsinki.

Dort hatten wir wesentlich weniger Zeit als in Stockholm aber trotzdem haben wir natürlich einige Sachen abgegrast in dieser Stadt, die sehr von den Russen geprägt wurde.

Am schönsten war es aber auf einer der Festungsinsel Suomenlinna vor Helsinki. Auf der Insel befindet sich unter Anderem das U-Boot Vesikko, welches eins von langweiligen fünf Booten war, die der finnischen Marine im zweiten Weltkrieg zur Verfügung standen. Allerdings, wie so oft da oben, hatten wir Deutsche da auch unsere Finger mit drin. Zwar verbot uns der Versailler Vertrag selbst U-Boote zu besitzen aber das hinderte unsere Werften natürlich nicht daran, für die anderen Länder U-Boote herzustellen. So nutzten die Ingenieure die Exportaufträge um neue U-Boottypen (in diesem Fall Typ II) zu erproben und auch gleichzeitig bei den Probefahrten Mannschaften darauf zu schulen ohne das jemand Verdacht schöpfte.

Der richtige Hingucker ist aber natürlich die weitläufige Festungsanlage, die auf der Seite Richtung See wahnsinnig gut getarnt in die Insel eingearbeitet wurde. Es ist aber auch ein geiles Gefühl, wenn man dort die Treppe zum höchsten dieser künstlichen Hügel erklimmt und es einen dann voll aus Latschen haut, sobald der starke Meerwind einem ins Gesicht bläst. Zusammen mit der gigantischen Aussicht dort, war dies ganz klar mein persönliches Highlight der gesamten Reise.

Jetzt ist aber Schluss mit dem Erfahrungsbericht. Nicht nur, weil ich nicht mehr wirklich viel Allgemeines zu berichten weiß, sondern auch weil euch sicher wieder der gesamte Input erschlagen hat. Vieles wird (oder wurde zum Veröffentlichungszeitpunkt vielleicht schon) von meinen Mitreisenden sicher auch in den Kommentaren erzählt (Nachtrag: Anscheinend nicht…).

In diesem Sinne:

Statusbericht

Art des Auftrags: Bagdadsoftware Auslandseinsatz
Ziel des Auftrags: Überprüfung des Status der Agentin Daiah und gleichzeitige Lagesondierung zur Feststellung möglicher Invasionspunkte
Beteiligte Agenten: Sicarius, Rondrer, Daiah
Gewählte Tarnung: Tourist
Zu erwartende Schwierigkeiten: Keine
Weitere Handlungsschritte: Verbleib von Agentin Daiah vor Ort um weitere Vorbereitungen zu treffen

— Mission erfolgreich abgeschlossen —

PS: Falls ihr jetzt, wie im ersten Eintrag, eher lustige oder intime Sachen wissen wolltet – dann wurdet ihr natürlich enttäuscht. Stachelt einfach die zwei anderen noch ein wenig an. Vielleicht fällt denen noch irgendwas ein – außer das sie wohl unbedingt Schmelzkäse in der Sahnesoße zu den Tortellinis brauchen um sie zu essen.

Print Friendly, PDF & Email
Tweet about this on TwitterShare on FacebookEmail this to someone

8 Kommentare

hast du nicht erst erzählt es wär ein russisches uboot???

Und es is ja wohl absolut widerlich als Sahnesoße nur reine Sahne zu essen… Ohne jegliche Konsistenz und Geschmack

möglich dass ich das gesagt habe. Theoretisch hätte es sogar sein können aber es is definitiv ein U-Boot deutschen Fabrikats.

Wennde Fragen stellst, beantwortet die sicher jemand. Aber noch einen Schwedeneintrag mach ich nicht – zumindest nicht in nächster Zeit. Jetzt kommen erst einmal wieder wichtigere Sachen dran :).

warum reagiert denn keiner auf mein beitrag ? :(

hab das mit dem korrekturlesen leider nicht geschafft, sic.bin immer nur kurz an der uni und arg im stress.

wünsch dir aber viel glück !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:smile: :sad: :wink: :tongue: :-x :roll: mehr »
*