Sicarius

Zock-O-Rama

Heute erscheint also Far Cry 2. Meine Kopie habe ich auch schon seit gestern, aber dazu gibt es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit am Montag in der sechsten Folge des Bagdadsoftware Podcasts erste Eindrücke.

Am Dienstag ist hingegen das Paket mit der Adobe Creative Suite 4 Master Collection angekommen – das erste und wohl einzige Mal, dass ich meinen Studentenausweis für etwas Sinnvolles gebrauchen konnte. War zwar immer noch mehr als dreimal so teuer als eine Originalversion von Windows Vista, aber immer noch ein sehr großes Stück billiger als der normale Preis. Es ist aber schon krank, was professionelle Anwendungssoftware kostet. Da darf man sich schon fast nicht mehr über die Preise von Vollpreisspiele aufregen – aber nur fast.

Macht auf jeden Fall bereits einen guten Eindruck was sich so in den einzelnen Anwendungen getan hat. Vor allem beeindruckt mich, nachdem ich mir ein Einführungsvideos angeschaut habe, wie sehr doch die einzelnen Anwendungen miteinander verzahnt sind und nahtlos miteinander kommunizieren. Als würde man mit nur einem Programm arbeiten. Von dieser fließenden Interkonnektivität ist ein Microsoft Office noch sehr weit entfernt.

Aber da ich kein professioneller Grafiker bin, interessieren euch ja nur die Endergebnisse in Form von Signaturen und anderen Bildern. Mal schauen, was ich da in nächster Zeit vollbringen kann. In den Videos zu Photoshop waren schon einige nette Spielereien erklärt, die vielleicht zu einer qualitativ hochwertigen Umsetzung beitragen können. Versprechen tue ich aber natürlich wie immer nichts ;). Jetzt aber noch jeweils einen kurzen Angespieltbericht zu den drei neuen Titeln, die ich schon am Montag erwähnt hatte:

Brothers in Arms: Hell's HighwayNr. 57: Brothers in Arms: Hell’s Highway (Screenshots) – Die beiden vorherigen Brothers in Arms-Teile hatten, aus meiner Sicht, ein dickes Problem: Man musste bei jeder Gegnergruppe das gleiche Flankiermanöver ausführen um sie auszulöschen. Selbst wenn das komplette Gesicht aus der Deckung herausgeschaut hat, war der Gegenüber quasi unverwundbar. Das ist im dritten Teil der Serie, der die Geschichte um Matthew Baker und die 101st Airborne Division weitererzählt, endlich anders.

Kein Shooter!
Nun trifft man als Spieler auch alles, worauf man über Kimme und Korn zielt (Fadenkreuz wieder optional zuschaltbar). Das nimmt für den ein oder anderen vielleicht etwas Taktik aus dem Spiel, macht es aber gleichzeitig auch etwas schneller und ein wenig einsteigerfreundlicher. Auch das alte Lebenspunktesystem, bei dem man im gesamten Level nur eine bestimmte Anzahl an Treffer einstecken durfte, wurde ersetzt durch das mittlerweile übliche System der automatischen Regeneration. Aber ein reiner Shooter ist es dennoch weiterhin nicht. Deckung, Deckung, Deckung und den richtigen Zeitpunkt zum herausschauen und zielen wählen, sind immer noch integrale Bestandteile des Gameplays.

Das gilt jedoch nur für den eigenen Charakter. Wenn ein Gruppenmitglied stirbt oder gar ein ganzes Feuerteam ausgelöscht wird, ist das nun vollkommen egal. Deren Trefferquote ist immer noch ziemlich im Keller, Auswirkungen auf die Geschichte hat deren Tod nicht und nach einem Neustart oder im nächsten Level, stehen alle wieder munter beisammen. In den ersten beiden Teilen wurde man zumindest in der Statistik am Ende bestraft aber selbst das gibt es nun nicht mehr.

Spiel im Film
Das stört besonders, weil das ganze Spiel dieses Mal quasi eine einzige Zwischensequenz ist. Fast an jedem Checkpoint (Freies Speichern wieder nicht möglich) wird einem die Kontrolle genommen und die spannende Geschichte in sehr gut gemachten Sequenzen mit glaubwürdigen Charakteren und Schicksalen fortgeführt. Das ist natürlich auch ein Problem, denn nicht nur setzt die Geschichte massiv auf den Geschehnissen aus Brother in Arms: Road to Hill 30 und Brother in Arms: Earned in Blood auf, es ist auch nicht jedermanns Sache dauernd wieder aus dem Spiel gerissen zu werden.

Wer aber Metal Gear Solid mochte oder generell auf Spiele mit dicker Atmosphäre steht, der macht mit Brothers in Arms: Hell’s Highway nichts verkehrt. Wer aber einen wirklichen Taktikshooter sucht, der wird dieses Mal vermutlich stark enttäuscht sein.

LEGO Batman: Das VideospielNr. 58: LEGO Batman: Das Videospiel (Screenshots) – Es ist LEGO Star Wars/LEGO Indiana Jones im Batman-Universum. Sehr viel mehr gibt es dazu leider nicht zu sagen. Dadurch, dass dieses Mal auch keine Filmszenen parodiert werden, fehlt auch für nicht ganz so eingefleischte Batmanfans (wie mich) etwas der Bezug. Der übliche Slapstickhumor zündet dadurch nicht ganz so oft wie in den vorherigen Teilen. Außerdem wurde der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu LEGO Indiana Jones wieder ein Stück nach unten korrigiert. Das mag den Titel zwar wieder kindergerechter machen, unterfordert aber gnadenlos selbst den unerfahrensten Spieler.

„Same procedure as every year“
Am Gameplay an sich wurde auch nicht viel verändert. Man prügelt sich wieder durch die Level, sammelt „Studs“ ein und löst die kleinen Rätsel. Dafür gibt es nun statt verschiedenen Charakteren mit unterschiedlichen Fähigkeiten Anzüge für unsere beiden Protagonisten Batman und Robin. Diese erlauben Robin zum Beispiel an metallischen Oberflächen hinaufzulaufen oder Batman kurz durch die Luft zu segeln. Beide besitzen auch einen Bumerang mit dem sie Gegner und Levelobjekte anvisieren und zerstören können. Auch neu ist der Multiplikator, der sich erhöht, sobald man zwei oder mehr Gegner schnell hinter einander in Legoteile zerlegt. Für eine kurze Zeit bekommt man so wesentlich mehr „Studs“ und es ist einem nicht mehr ganz so egal ob man in den Kämpfen stirbt oder nicht.

Sobald das erste Kapitel (mit fünf Leveln) beendet wurde, bekommt der Spieler zusätzlich Zugriff auf die Bösewichte und darf nun mit der anderen Seite der Medallie durch teils bekannte und teils neue Level laufen.

Fazit
Insgesamt bleibt also festzuhalten, dass jetzt wirklich Zeit für eine Pause wäre. Natürlich macht das Spiel nichts wirklich verkehrt. Die Grafik ist wieder auf hohem Niveau, es gibt ein paar nette und sinnvolle Änderungen und das Spielprinzip macht immer noch eine Zeit lang Spaß, aber es ist doch einfach immer und immer wieder das gleiche. Egal ob jetzt auf der Packung ein Lichtschwert, eine Peitsche oder ein Fledermausbumerang zu sehen sind. Wer nicht genug davon bekommen kann oder Batmanfan ist, der kann aber auf jeden Fall wieder zuschlagen. Alle anderen rate ich hingegen eher zum Kauf von LEGO Star Wars oder LEGO Indiana Jones wegen dem höheren Lachfaktor und Schwierigkeitsgrad. Und Traveller’s Tale sollte nun wirklich eine längere, kreative Pause einlegen bevor sie noch ein LEGO Barbie auf den Markt werfen.

X3: Terran ConflictNr. 59: X³: Terran Conflict (Screenshots) – Wer gehofft hatte, dass die neuste Iteration der X-Serie einsteigerfreundlicher, weniger träge und generell einfach mehr wie Wing Commander Privateer wird, der muss weiter hoffen. Elite und EVE Online sind weiterhin besser geeignet für einen Vergleich.

Jetzt kapier ichs!
Dafür erwarten einem im Vergleich zu X³: Reunion nicht nur unzählige neue Sektoren, Schiffs- und Stationstypen, sondern auch viele praktische Komfortfunktionen (endlich das Interface mit der Maus bedienen!) und vor allem ein roter Faden, dem man auf Wunsch durch die spannende Geschichte um die Rückkehr der ursprünglichen Bedrohung in Form einer künstlichen Intelligenz (nein, leider nicht SHODAN), folgen kann. Abseits davon ist es aber immer noch ein X-Spiel mit den damit verbundenen positiven und negativen Seiten.

So steht einem immer noch von Beginn an ein riesiges und grafisch beeindruckend in Szene gesetztes Universum mit unzähligen Möglichkeiten offen. Man kann sich als Händler, als Polizist, als Pirat verdingen oder gar seine eigenen Fabriken errichten und als eigene Firma auftreten und selbst Piloten für seine Dienste anheuern. Es gibt so viel zu tun, dass man zu Beginn gar nicht so richtig weiß wo man anfangen soll.

Auf der anderen Seite stehen ewig lange Flugzeiten (trotz Autopilot und 600% Zeitbeschleunigung), eine so hoch realistische Lebens- und Handelsimulation, dass man schon fast ein BWL-Studium dafür benötigt und ein Auf und Ab im Schwierigkeitsgrad, dass einen schon früh in den Joystick beißen lässt – dessen Einsatz ich ganz klar empfehle. Zwar ist, wie in Freelancer, auch eine Mausflugsteuerung vorhanden aber für die volle Kontrolle über sein Schiff und seine Umgebung, benötigt man einen Joystick, eine Tastatur mit rund 500 Tasten, die Maus (um während dem Fliegen Elemente im HUD nutzen zu können) und einen dritten Arm um alles gleichzeitig bedienen zu können. Oder kurz: X³: Terran Conflict ist ein Spiel mit einer sehr langen Einarbeitungsphase und das Studium des Handbuchs ist quasi Pflicht.

Fazit
Wehrt man sich jedoch nicht dagegen, dann saugt einen das Spiel richtig ein und frisst die Stunden nur so auf. Die verfügbare Freiheit, und das kann ich nur noch einmal betonen, ist wirklich der helle Wahnsinn. Besonders das Handelssystem übt gerade wegen seiner hohen Komplexität einen sehr großen Reiz auf den Spieler aus. Selbst Details wie die Frage ob man vor oder nach einem anderen Händler an einer Station andockt hat teils starken Einfluss auf die Preise und die Warenverfügbarkeit. Auch Dinge wie Kriegsausbrüche und Piratenangriffe, die man nicht verhindern konnte wirken sich alle realistisch auf das Universum auf. Es ist eben jedes Schiff in einem Sektor kein bloßes Beiwerk um es dort voll aussehen zu lassen, sondern jedes davon hat seinen eigenen Flugplan, sein eigenes Ziel, sein eigenes Leben.

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4 Kommentare

Vom Empfinden her, muss ich sagen, dass ich Lego Star Wars II schon als ausgelaugt wahrnahm, genauso wie Band of Bro…-The Video Game x_X (hat zwar nicht viel mit zutun, aber dennoch…) ich meine Brothers in Arms. Der Taktikanteil an dem Spiel konnte ich nie ganz verzeichnen, da es wirklich im ersten Teil permanentes Flankieren war, in kaum verändernden Szenarien…

X³ war damals auch so ein Fall für sich, dass es übelst verbuggt war, ich jede Stunde 20 Abstürze hatte (~minimal übertrieben) Nach einem halben Jahr, war das Spiel dann auch bei mir stabil, nur dann hatte sich der Hype auch schon wieder gelegt…schade eigentlich… Jetzt bei Terran Conflict scheint es nochmal ein paar Komfortänderungen zu geben, aber was mich viel mehr interessiert, eben wegen der Reunion Verkaufsversion…Wie läuft es?

–ELEFU

Bislang keine Probleme jedweder Art. Keine Abstürze, keine Bugs, keine KI-Aussetzer. Nur die Releaseversion war bei mir zu Beginn auf Englisch und ohne Sprachausgabe. Das hat der Patch auf 1.2 (kam am Releasetag) aber behoben. Jetzt ist alles schön auf Deutsch und mit netter Sprachausgabe (Die, natürlich weibliche, Computerstimme des eigenen Schiffes ist angenehm anzuhören).

Und bei LEGO fing es bei mir so mit LEGO Indiana Jones an. Da haben es aber der etwas höhere Schwierigkeitsgrad und die Parodien der der altbekannten Szenen noch ins positive gerissen. Jetzt bei LEGO Batman stellt sich aber wirklich ein sattes "Och ned schon wieder…"-Gefühl ein…

hm, wusste garnicht, dass X vonem deutschen Entwickler ist (wurde jetzt erst hellhörig, als du erwähnt hast, dass dus auf deutsch spielst ;) )

Tja, bei Bagdadsoftware lernst du was :)

Allerdings ist technisch gesehen X3R und X3TC eine internationale Entwicklung. Egosoft (die Entwickler) arbeiten nämlich eng mit der Community im sogenannten Devnet (ist ein Forum soweit ich weiß) zusammen. Deswegen war X3R ja so ein unterirdisch verbuggter und unnötig komplizierter Kram – die Entwickler hatten zu sehr auf die Hardcorejungs aus der Community gehört. Aber ich hatte das glaube ich schon einmal in irgendeinem Artikel nebenbei erwähnt :).

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