JakillSlavik

Was tun wenn’s brennt?

Was tun wenn’s brennt? – Die Frage hat der Webmaster vorhin relativ einfach beantwortet: Einfach mal den Nachbarn fragen, ob er Ersatzmann für den Ersatzmann beim Donnerstag-Eintrag macht. Wie ihr euch sicher denken könnt, wisst ihr auch wozu sich der Nachbar also kurzfristig bereit erklärt hat. Doch worüber schreiben? Wie der Name des Titels für manche Leser schon verrät, werde ich in kürze ein paar Eindrücke zu den zuletzt gesehenen Filmen schreiben.

Am Anfang steht natürlich der deutsche Film Was tun, wenn’s brennt? Hierzu der englische Trailer mit den deutschen Stimmen (einen passenderen Trailer habe ich auf die Schnelle nicht gefunden). Der Film hat mich relativ überrascht, vor allem da er mir zum zweiten Mal zeigt, dass auch ein Til Schweiger bei richtig guten Filme mitspielen kann. Nun gut, seine Rolle ist recht einfach gestrickt und das trotz des Umstandes, dass er quasi der Hauptprotagonist unter den Darstellern ist. Das Filmstück behandelt eine kleine Gruppe, die sich in den wilden Jahren vor dem Mauerfall in Westberlin gegen so ziemlich alles aufgelehnt hat, was damals möglich war. In einem Rückblick wird kurz angerissen, was für Aktionen die Widerständler durchgeführt haben. Diese wurden natürlich immer mit einer Videokamera dokumentiert, da sie sich auch als ‚Filmgruppe‘ sahen. Die letzte große gemeinsame Aktion war ein geplanter Bombenanschlag auf eine wertvolle Immobilie, welche natürlich auch auf Filmmaterial festgehalten wurde. Doch die selbst gebaute Bombe sollte erst Jahre, als die Mauer bereits gefallen war, detonieren und zwei Menschen in den Tod reißen. Während einige der ehemaligen Aktivisten sich mittlerweile in die Gesellschaft integriert haben, folgt Til Schweiger als ‚Tim‘ mit seinem Kollegen Hotte immer noch dem Leitsatz Anarchie. Die Untersuchung des verspäteten ‚Bombenanschlags‘ durch die Polizei führt jedoch indirekt dazu, dass die Filmaufnahmen von damals entdeckt und beschlagnahmt werden. Da die Beweismittel bislang noch nicht gesichtet wurden, es aber nur eine Frage der Zeit ist, bis die Gruppe auffliegt und vermutlich für sieben bis acht Jahre ins Gefängnis muss, beschließen Tim und Hotte die alten Mitstreiter aufzuspüren und zu warnen. Die Schwierigkeit hierbei ist jedoch, dass sich die Gruppe zu sehr auseinander gelebt hat. Zwischen einem egozentrischen Werbetexter, einer alleinerziehenden Mutter, einem pflichtbewussten Anwaltsgehilfen und den fossilen Aktivisten gilt es vorher nicht nur gesellschaftliche Schwellen, sondern auch die Vergangenheit zu überwinden. Wenngleich der Film für die einzelnen Figuren und deren Zukunft keine wirkliche Auflösung bietet und viele Lösungsmöglichkeiten nur angedeutet werden, finde ich die Geschichte durchweg gelungen und das Ende glaubwürdiger als manch andere deutsche Produktion. (→ Stichwort: Die fetten Jahre sind vorbei).

Also, was tun, wenn’s brennt? – Brennen lassen!

4 von 5 Sics

Der zweite Film in meiner kurzen Filmrallye war eine Produktion von Mel Gibson. Viele ahnen es sicher schon, dass es sich hierbei vermutlich um Apocalypto handelt. Der Streifen hatte bei mir vom Titel her schon eine ziemliche hohe Erwartung entfacht, da ich dahinter eine düstere Endzeit-Welt vermutete. Was ich jedoch bekam, war gewiss Endzeit und zwar verschwendete Zeit, welche ich wohl am Ende meiner Zeit bedauern werde. Ich will vorweg nicht sagen, dass ich den Film über alle Maßen schlecht fand, jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass die Handlung zu vorhersehbar war. Aber eins nach dem Anderen: Apocalypto spielt in etwa zur Zeit der Maya und erzählt die fiktive Geschichte eines kleinen Völkerstammes irgendwo in Amerika. Im Vorspann wird eine kurze Einblendung mit Text vorgeführt, auf der zu lesen ist, dass eine Gesellschaft nur dann von außen besiegt werden könne, wenn sie bereits von innen heraus geschwächt sei. Daraufhin erlebt man in den ersten Szenen das Zusammenleben des Stammes in der damaligen Zeit. Kurz darauf folgen ein paar Slap-Stick Einlagen eines stattlichen Ureinwohners, ein guter Freund der Hauptperson, welche sich erst später herauskristallisiert. Die Hauptfigur „Pranke des Jaguar“ (lt. Deutschem Wiki so zumindest die Übersetzung von ‚Jaguar Paw‘), Sohn des Häuptlings, begegnet Flüchtlingen und spürt dessen Angst, die hier die innere Schwäche der Gesellschaft, in der er lebt verkörpern soll. Nachdem die spaßigen Passagen des Films (zum Glück) vorüber sind, wird das Dorf des Stammes von Sklavenjägern der gleichen Kultur überfallen, der Häuptling vor den Augen des Helden getötet und sein Volk versklavt. Kurz bevor auch er gefangen genommen wird, gelingt es ihm jedoch seine hochschwangere Frau und seinen Sohn in Sicherheit zu bringen. Man sollte dazu sagen, dass es sich um eine scheinbare Sicherheit handelt, da er sie ohne Rettungsmöglichkeit in einer Felsengrube zurücklassen muss und der nächste starke Regenfall droht die beiden zu ertränken, was dem Film einen zeitlichen Druck verpassen soll, der nicht nur unglaubwürdig ist, sondern auch erst gegen Ende wirklich zu Tage tritt. Was ich bei diesem Film wirklich zum ersten Mal hatte, war dass ich nicht ausmachen konnte, wann der stattliche Kollege des Helden, den ich oben erwähnt habe wirklich stirbt, da ich mich im Nachhinein an vier Szenen erinnere in denen eine solche Person das Zeitliche segnet. Die Eingeborenen sahen sich meines Erachtens doch sehr ähnlich, aber weiter im Text: Schließlich gelingt es der Jaguar-Pfote (meine meiner Meinung nach sehr passende Übersetzung für den feigen „Hansel“) über etliche glückliche Umstände tödlichen Gefahren im amerikanischen Regenwald und seinen Verfolgern zu entkommen. Unter den glücklichen Umständen befinden sich nebst einer Sonnenfinsternis auch noch die Landung von spanischen Entdeckern. Auf seiner Flucht erkennt der Held, dass es seine Angst ist, vor der er zu fliehen versucht und nicht etwa die blutrünstigen Verfolger. Die Erinnerung an seinen Vater, der vor seinem Ableben davor gewarnt hatte, kein Leben in Angst zu leben, gibt der Pfote neuen Mut. Diesen Mut setzt er sogleich dazu ein, seine Gegner mit Fallen zu bekämpfen und sich in einem geplanten Duell seinem Hauptgegenspieler zu stellen. Was der Film an dieser Stelle in seiner Kürze jedoch wunderbar schafft, ist es dieses Duell und die bis dahin aufgerollte Spannung innerhalb von Sekundenbruchteilen verebben zu lassen. Man habe hier gewiss keinen Kämpfer vor sich, will das Drehbuch sagen, sondern einen Jäger, der im Einklang mit seiner Umgebung lebt. Damit hätte man sich ja noch begnügen können, wenn kurz darauf nicht die beschriebenen Zufälle der Hauptfigur das Leben gerettet hätten und diese gegen Ende des Films dann Prophezeiung behandelt werden würden. Ich hoffe den Film vielen nicht durch zu viele Informationen verdorben zu haben, aber ich denke es ist okay, wenn ich sage, dass die schrille Happy-End Fanfare, der symbolisierte Feind, die Angst besiegt wird und man statt diesem Schinken auch genauso hätte 10.000 BC schauen können. Viele Schauplätze ähneln sich sehr und ich finde die neuere Vertreter macht einige Erzählstränge wesentlich besser als Apocalypto. Daher nur:

1 von 5 Sics

Als Letzten im Bunde möchte ich den Film Kiss of Death bewerben. David ‚Horatio‘ Caruso spielt in einem typisch amerikanischen Vorstadt-Krimi-Streifen den V-Mann Jimmy Kilmartin. Seine vom Pech verfolgte Figur hatte in der Vergangenheit des Öfteren Scherereien mit der Polizei, da er sich an zahlreichen Autodiebstählen beteiligte. Als es zu Anfang des Films gerade so schien, als bekäme Jimmy sein Leben mit Kind und Kegel auf die Reihe, lässt er sich zu einem weiteren ‚Ding‘ hinreißen und wird erwischt. Der Staatsanwaltschaft gegenüber schweigt er sich trotz zahlreicher Angebote der Strafmilderung aus. Während seiner Inhaftierung stirbt jedoch seine Frau bei einem Autounfall, wodurch er sich dafür entscheidet gegen einige ehemalige Komplizen auszusagen. Dadurch gerät er zum Ende seiner Gefängniszeit in die Bedrängnis sich entweder als V-Mann einschleusen zu lassen oder durch die Staatsanwaltschaft an die Verbrecher-Organisation verraten zu werden. Nach dieser kurzen Einführung kommt das eigentliche Katz-und-Maus-Spiel in Gang. Mit der Unterstützung des Polizisten Calvin Hart, gespielt von Samuel L. Jackson, soll Jimmy von dem Gangsterboss der Organisation belastendes Material sammeln. Nicolas Cage, der den Gegenspieler von David Caruso verkörpert, ist natürlich alles andere als berechenbar, was den Film vom Genre her mehr und mehr zu einem seichten Thriller abdriften lässt. Genauso belastend für Nerven ist auch die gemeinsame Vergangenheit der Figuren Calvin Hart und Jimmy Kilmartin, da sich diese bereits seit dem Vorfall, der Jimmy damals ins Gefängnis brachte, kennen und misstrauen. Der Film insgesamt ist nur schwer mit anderen Undercover-Kalibern, wie etwa Narc oder Departed vergleichbar. Dennoch fand ich den Film sehr unterhaltsam, weil Caruso in einer so anderen Art und Weise spielt, als man es bisher von ihm gewohnt ist. Die Charaktere bleiben ihren Merkmalen treu, überraschen durch die geschickte Erzählweise und Kamera-Perspektive jedoch einige Male. Auch wenn das Ende gegenüber der schwachen Präsentation überzeichnet wirkt, so lässt einen dieser Film nicht wie oben angesprochene Konkurrenz mit nur einem nicht gefallenen Domino-Stein zurück:

3 von 5 Sics

Obwohl es vielleicht etwas aus der Reihe fällt, möchte ich noch Werbung für den Test zum Spiel Brink von Christoph drüben bei GamersGlobal machen. Der Aufwand, den Christoph für diesen Titel betreibt ist wieder groß und in meinen Augen denkwürdig. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, sofern ihr das nicht schon getan habt.

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7 Kommentare

Hm, hab vorher noch von keinem der Filme was gehört ;)
Und da mir sowohl Till Schweiger als auch Nicolas Cage gestohlen bleiben können (und Apocalypto ja anscheinend totaler Mist ist) ist da für mich nicht wirklich was dabei :)

Ich muss sagen, dass ich auch nicht mehr so gerne Filme mit Nicolas Cage sehe. Ich finde seine Darstellung der Charaktere hat immer etwas affiges. Dafür gesorgt haben vor allem die beiden Disney-Filme ('Vermächtnis xyz') und zuletzt seine Nebenrolle in Kick-ass. Es ist witzig zu sehen wie aufgepumpt Cage in dem älteren Streifen hier nun daher kommt. Cholerischer Bodybuilder-Schlägertyp mit Asthma, als Syndikat-Nachfolger. Bei dem Film habe ich einige Symphatien für die Figur, die Cage spielt entwickeln können. Wenn du also wenig bis gar nichts mit ihm anfangen kannst, kann dieser Grat zwischen überzeichnetem Bad-ass mit Luftzufuhr-Schwäche und Charakter-Entwicklung dazu führen, dass du nicht ganz so schlecht denkst. Da ich ja schon verraten habe, dass es ein kleines Happy-End gibt, kannst du danach auch noch hämsch grinsen. ;)

Also erstmal spielt er, seit er anscheinend Geldprobleme hat, in jedem schlechten Film mit… (siehe http://www.collegehumor.com/video/6305300/ni colas-cages-agent )

Die jüngeren Filme mit ihm sind alle Schrott, und wurden von den Kritikern zerrissen… (bis auf Kickass vielleicht, aber das war sicher nicht Cages verdienst)

Und allgemein halt ich ihn für keinen besonders guten Schauspieler. Zumindest nen großen Namen hatte er mal, aber das hat er längst kaputt gemacht.

Einfach nur schlecht:
http://www.youtube.com/watch?v=-1GadTfGFvU&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=CyXl2RMZ0Po&f eature=related
http://www.youtube.com/watch?v=ByWtvp02v-A&feature=related
(gerne auch jeweils remixes und Parodien anschaun ;) )

Ich wusste allerdings nicht, dass Kiss of Death schon "so alt" ist, vielleicht wars da ja noch besser ;)

Christoph hatte mir vor zwei Tagen auch angeboten einen "Hass-Posting" zu schreiben, was ich damals ausgeschlagen habe… ein bisschen bereue ich es… außerdem fällt mir auf, dass ich die letzte woche alle indiana jones teile am stück gesehen und noch keine meinung dazu abgegeben habe… schlimm schlimm ^^

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