Sicarius

Katze im Gras (Gehobene Kunst)

Müde bin ich, geh‘ zur Ruh‘, schlie…moment! Da ist doch bestimmt auch wieder ein Copyright oder so was drauf. Nicht, dass die GEMA oder die VG Wort oder wer auch immer plötzlich anklopft und Geld haben will, nur weil ich hier Liedtexte missbrauche. Nene, dann lasse ich die supertolle Einleitung, die ich mir ausgedacht hatte lieber unter den Tisch fallen. Schon schade, dass ihr dieses Meisterwerk moderner Schreibkunst nicht erleben könnt. Aber dafür gibt es heute das hier:

Katze im Gras
(Drauklicken für das Original bei deviantART)

Ja, es ist schon wieder ein Filler. Aber immerhin habe ich mir diese Woche wesentlich mehr Mühe gegeben, als nur wieder irgendein billiges Foto von Kessy zu machen. Und wenn ich mir das Bild so vollkommen und absolut objektiv betrachte, dann finde ich es gar nicht so mal schlecht.

Gut, über die Proportionen von Flecki (Kessy war mir zu anspruchsvoll) könnte man sich streiten. Und der eine Vogel rechts hat irgendwie eine Flügelmissbildung. Und das Gras wächst ein wenig komisch. Aber abgesehen davon, finde ich es tatsächlich nett. Vor allem wenn man bedenkt, dass es ohne hochmodernes Tablet und nur mit der Maus in Paint gemalt wurde und ich bekanntlich überhaupt nicht malen kann. Das ist mindestens auf dem Niveau eines Dreijährigen und definitiv schon ausgereifter als mein bisheriges Meisterwerk The Church of MS Paint!

Da fällt mir ein: Ich bezeichne das Bild einfach als „Indie“ und schon ist es definitiv das ultimative Meisterwerk. Die ganzen Kritiker kapieren das nur nicht. Und wenn ihr das Geniale auch nicht sehen könnt, dann ist es eben nicht für euch, ihr Mainstream-Bildangucker. Wegen euch gibt es so viele verarmte Künstler!

Und nun entschuldigt mich. Ich habe das dringende Bedürfnis mir einen Ziegenbart zu schneiden, einen französischen Hut aufzusetzen und ein Klischee zu erfüllen.

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14 Kommentare

Flecki 1 + 2 hatten jeweils einen komplett schwarzen Rücken und einen weißen Bauch. Das sah aber doof aus. Deswegen Kuh-Flecki.

Immerhin gab's ja bei Oma und Opa auch mal Flecki, die Kuh. Dieses Meisterwerk ist dann wohl ein Hybrid aus Katzen- und Kuh-Fleckis.
Übrigens glaub ich, Kessy wär einfacher gewesen. So ein Fellknäuel hat man doch mit wildem Mausgefuchtel schnell zusammengepaintet. Vielleicht kriegt Kessy sogar ein Selbstportrait hin..

Wie in der Vergangenheit mehrfach anhand von kleinen Sketches in Signatur-Form demonstriert, zeigt sich auch in diesem Beispiel wieder die künstlerische Virtuosität in der Handhabung der gestalterischen Mittel, seitens des Webmasters. In einem analytischen Anriss kommentiert im Folgenden der etablierte Kritiker für digitale Abweichungskunst, JakillSlavik, Hofmanevs Meisterwerk: 'Cat in the Grass'. —

Das Kunsthandwerk der Paint-Pinselei erlernte der ukrainische Maler Chrishov Hofmanev bereits in seiner Jugend, wie uns seine erfahrenen Handbewegungen ausgedrückt in der digitalen Pinselführung in seinem neusten Werk – eingedeutscht – 'die Katze im Gras' erneut eindrucksvoll vor Augen führen. Viele Bilder dieses introvertierten vermenschlichten Phänomens der Neuzeit behandeln in der Grundidee eine thematische Abhandlung der Natur, welche über sämtliche Konventionen der Post-Post-Moderne hinausgehen. Hierbei greift Hofmanev Tendenzen zum Abstrakten Expressionismus auf und variiert sie hinsichtlich des Objekt-gebundenen Symbolismus' bis hin zur Mehrfaltigkeit, also nahezu religiös. Als Auslöser für CH's Engagement und sein Interesse an diesen Naturmotiven gilt unter anderem die prägende Vertreibung in die Fremde durch die Umweltbelastung nahe seines Heimartorts Pripyat. So musste der Künstler schon im Alter von zwei Jahren schmerzhaft lernen, dass eine Beständigkeit von gesunder Umwelt und somit die der Freiheit als Solches, lediglich das Produkt einer Momentaufnahme, niemals jedoch ein greifbarer Gegenstand mit Besitzansprüchen auf Dauerhaftigkeit, sein kann.

Bezugspunkt für die Freiheit und Indikator für die Schönheit, aber vor allem Gesundheit der Natur ist die im Zentrum platzierte Felis lybica f. catus. Der herausragende Clou innerhalb der feinen Komposition ist die Raumaufteilung mit der Hauskatze als Schwerpunkt der horizontalen Bildpunkte. Ein schier endlos blauer Himmel mit wenigen Wolken greift auf ein sattes Grün ein, auf dem sich das bereits erwähnte zur Göttlichkeit erhobene Objekt befindet. In dieser Form der Gestaltung beruft sich Hofmanev auf Grundlagen des Barocks, zeichnet mit seiner Horizontalstruktur jedoch auch Merkmale der Früh-Romantik mit ein. Wie der Feuilleton der Randkunst-Szene unbefangen beschrieben hat, fühle man sich ein wenig an die Weite eines Caspar David Friedrich erinnert, während der Detailgrad nicht hinter Albrecht Dürer zurückschrecken müsse. Derlei Lobhudelei mag zwar lobend gemeint sein, fängt aber mit der Kernaussage weder den Geist noch das Streben in einem ansehnlichen Bild ein des jungen Ukrainers. Die Kongenialität hinter der Komposition, der sich selbst die Erben der Flugsaurier oder Flugratten unterwerfen müssen oder sich sogar die Sonne voller Ehrfurcht hinter den verschüchterten Wolken versteckt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass mit der Darstellung einer cattus oder in diesem Falle gar der catus pantherinus – bildlich gefleckt – einer überweltliche Naturordnung zwischen Mensch und wildem Haustier perfekt symbolisiert wird. Auch eine Hauskatze wird immer der Jäger bleiben und dies hat Hofmanev geschickt verwoben um auch uns, sein Publikum an den gewünschten Ort zu Treiben und niederzustrecken. Das Plenum der wahrhaftig Sehenden wird ihm ergeben sein. Diesem Virtuosen steht eine große Zukunft bevor.

Wie, ich bin "zu anspruchsvoll" zu malen? Du bist nur unfähig, sonst nix!

Und egal wie geschwollen der Nachbar was von apstraktem Expressionismus des objekt-gebundenen Symbolismus der Post-Post-Post-Moderne innerhalb des Naturismus der horizontalen Frühromantik daherredet: Ohne mich auf dem Bild, ist das kein Meisterwerk hochzeitgenößischer Kunst, sondern einfach nur unterirdischer Müll! :angry:

@Kessy M0wl!

JakillSlavik hat das schon ziemlich gut gedeutet, auch wenn mein Anliegen eigentlich die Veranschaulichung der Verwilderung der urbanen Mittelstadtslandschaft eines Berlins des Post-Schröder-Zeitalters unter Berücksichtigung des atomaren Wandels (anschaulich dargestellt durch die Missbildung der Flugtiere) innerhalb der gehobenen Unterschicht. Speziell der Gesichtsausdruck der Felis silvestris catus bos primigenius taurus soll die Unschlüssigkeit gegenüber der Entwicklung innerhalb des föderalistischen Staats zum Ausdruck bringen.

Wird Förderalismus von Cosmopoliten als Bauteil des Kapitalismus' gesehen und ist die aktuelle Doktrin nicht, dass kapitalistische Systeme nur aufgrund einer Energieausbeute und Verschmutzungsrechen funktionieren kann? Dementsprechend erscheint mir der Gesichtsausdruck doch extrem gravitätisch in der Basis, beim Rest der Mundwinkel jedoch mit Tendenzen zum bitteren Spott.

Damals wurden hier halt noch die wirklich wichtigen Themen beredet:

"PS: du hast 47mal arsch auf der seite verwendet"

Haha, wie genial. Ich bin grad echt baff. Das ist sehr beeindruckend.

Und das mit meinem steigenden Alter, immerhin war ich damals ja fast sechs Jahre jünger, auch die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt und einem deshalb in der Eile auch mal der klassischste aller Rechtschreibfehler unterlaufen kann, sei hiermit entschuldigt ^^

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