Sicarius

Your Payment to Double Fine Productions, Inc. has succeeded

Kennt ihr schon Kickstarter? Nicht? Ihr lügt doch! Es gibt praktisch keine spielerelevante Seite, die nicht in den letzten Wochen über irgendein neues Kickstarter-Projekt berichtet hat. Und selbst die „normalen“ Medien im In- und Ausland haben speziell über den riesigen Erfolg von Double Fine berichtet. Aber gut, damit ihr nicht dumm sterbt, hier eine kleiner Erklärung:

Bei Kickstarter geht es um das sogenannte Crowd funding. Jeder kann dort seine Projektidee einstellen (solange es den Richtlinien entspricht — Pr0n gibt es also leider nicht :smile:) und das Internet um Unterstützung bei der Umsetzung bitten. Wobei „Unterstützung“ hier zwei Bedeutungen hat: Einmal sollt ihr dabei helfen das Projekt publik zu machen und zum anderen natürlich eure hart verdienten Euros in den Topf werfen. Je nachdem wie viel Geld ihr gebt, desto mehr erhaltet ihr auch dafür. Bei den ganzen Spiele-Projekte beispielsweise erhaltet ihr immer zumindest das Spiel. Der Begriff einer Spende ist deshalb falsch. Es ist mehr eine Vorbestelleraktion.

Erst wenn nach Ablauf der Zeit (meist 30-60 Tage) das vom Ersteller vorgebene Ziel erreicht ist, wird euch das Geld tatsächlich abgebucht. Circa zwei Wochen später hat es dann auch der Projektleiter auf seinem Konto (abzüglich einer Gebühr an Kickstarter und Amazon Payments) und fängt hoffentlich damit an das Produkt herzustellen und die Goodies auszuhändigen.

Das Risiko

„Hoffentlich“ deshalb, weil natürlich auch schon unseriöse Elemente sich bei Kickstarter eingefunden haben. Nur weil das Double Fine Adventure plötzlich das ganze Internet in Aufruhr versetzt hat, heißt das ja nicht, dass es die Seite vorher noch nicht gab. Gegründet wurde sie sogar schon 2008. Bislang dominierten aber vor allem die Technik- und Kreativsparte (Musik, Bücher und andere Künste).

Kickstarter ScreenshotIch bin auch erst Mitte Januar zum ersten Mal Teil von Kickstarter geworden, als mein absolutes Lieblingswebcomic The Order of the Stick mich um mein Geld bat. Vorher hatte ich zwar hin und wieder die Seite besucht, aber mich nicht wirklich getraut etwas von meiner hartverdienten Kohle abzugeben. Das war mir einfach zu suspekt wildfremden Leuten etwas zu überweisen ohne eine echte Garantie zu haben tatsächlich eine Gegenleistung zu erhalten.

Und leider gibt es diese Projekte, bei denen man am Schluss sein Geld in den Sand gesetzt hat. Nicht unbedingt alle haben von Anfang an böse Absichten, aber viele überschätzen sich auch und dann werden die Termine verschoben oder man hört nie wieder von ihnen. Das Geld ist dann definitiv futsch. Kickstarter interessiert das derzeit leider überhaupt nicht. Bei The Order of the Stick hatte ich die Befürchtungen hingegen nicht und habe freudig gespendet. Und genau deshalb haben jetzt auch Tim Schafer, Brian Fargo, Al Lowe und seit heute Jordan Weismann so viel Erfolg mit der ganzen Sache. Sie füllen nicht nur eine Marktlücke, sie sind auch bekannte Leute und entsprechend vertraut man ihnen eher, dass sie nicht mit dem Geld davonrennen. Entsprechend bereitwilliger ist jeder etwas zu geben.

Die Stolperfallen

Aber Kickstarter ist nicht gleich Kickstarter. Egal wie bekannt der Name und wie genial die Idee ist – ein solches Projekt will durchdacht sein. Das haben beispielsweise Rusel DeMaria und Christian Allen zuletzt gemerkt.

Ersterer ist Autor des Buches „High Score: A Game History Book“. Ein fantastisches Werk vollgepackt mit sehr vielen interessanten Informationen über die Geschichte der Videospiele. Er wollte $25.000, um das Buch zu aktualisieren und wieder in den Handel zu bringen. Ein Projekt, das ich auf der Stelle unterstützt hätte. Das Problem? Nur 25 Leute hatten anfangs die Möglichkeit für ihr Geld auch tatsächlich am Ende das Buch zu erhalten. Stattdessen war der meiste Kram irgendwelche Essen mit bekannten Designern wie Will Wright oder John Romero. Keine Frage: Ich hätte auch gern mit so einem mich mal getroffen und unterhalten. Aber da die Reisekosten selbst getragen werden müssen, kam das nicht in Frage. Aber das Buch hätte ich schon gerne gehabt und das konnte ich nicht bekommen, was totaler Blödsinn ist. Zum Glück hat es DeMaria dann nach unzähligen Beschwerden der Leute auch eingesehen und gegen Ende das Buch doch noch mit reingestellt.

Bei Christian Allens Projekt Takedown war es aus meiner Sicht zu Beginn ähnlich. Zwar bekam man das Spiel als digitalen Download, aber ihr wisst ja: Ich will meine Box haben. Auch hier kam sie zum Glück später im Verlauf noch dazu. Dennoch sah es lange Zeit nicht so aus, als würde das Projekt überhaupt genug Kohle sammeln können. Das lag nicht an der Idee. Ich war hellauf begeistert davon zu hören, dass ein erfahrener Entwickler das Genre der taktischen Shooter wiederbeleben möchte. Auch ich warte seit Jahren auf ein richtiges, neues Rainbow Six und SWAT.

Der Gründe, warum ich und viele andere zögerten, waren der unprofessionellen Auftritt und den vornehmlich vagen Informationen zum Projekt. Es hieß anfangs sogar nur Hardcore Tactical Shooter. Erschwerend kam die Sache mit den Investoren hinzu. Sprich, die eigentliche Entwicklung würden andere bezahlen. Das Internet sollte quasi mit den $200.000 nur beweisen, dass Interesse an solch einem Spiel besteht. Alles etwas sehr suspekt. Aber Allen zeigte sich lernfähig, überarbeitete die ganze Sache und zur Belohnung schaffte er es knapp vor dem Zieleinlauf auch mich von einer Investition in sein Projekt zu überzeugen.

Das Vorbild

Aber nicht nur der Auftritt und die „Belohnungen“ sind entscheidenden, sondern auch die Begleitung während und nach dem Kickstarter ist wichtig. Gibt viele Projekte, die werden einfach eingestellt und bis zum Ablauf hört und sieht man vom Leiter nichts mehr. Das motiviert auch nicht gerade zu einem Beitrag, da es den Eindruck erweckt, dass der Ersteller nur am Geld interessiert ist. Das absolute Vorbild ist in dieser Hinsicht ganz klar The Order of the Stick. Von dem Drive sollten sich alle zukünftigen Kickstarter definitiv eine Scheibe abschneiden. Es gab nicht nur einen Grund jeden Tag vorbeizuschauen, er hielt auch den Cashflow am Laufen, indem er trotz Erreichen des ursprünglichen Ziels neue Ziele vorgab und auch die Investoren dafür belohnte, dass sie ihm ihr Geld gaben. Für meine $150 erhalte ich einen weit höheren Gegenwert und habe gleichzeitig das Gefühl jemand unterstützt zu haben, der mein Geld und mein Vertrauen auch tatsächlich verdient hat. Schaut euch unbedingt das Projekt mal an und lest auch die bislang 33 Updates. Dann versteht ihr sicherlich, was ich meine. Die Videos beim Double Fine Kickstarter waren aber auch keine schlechte Sache.

Die Zukunft

Momentan ist vor allem die Spielesparte im Blickfeld der Aufmerksamkeit. Viele Veteranen kommen aus dem Nichts und versuchen ihre Traumprojekte an den Mann zu bringen — mit vollem Erfolg. Die Spieler sind gerne bereit Geld für etwas auszugeben, was ihnen auch tatsächlich gefällt beziehungsweise was sie glauben, dass ihnen gefallen wird. Ist ja nichts Neues. Gleichzeitig wird überall spekuliert, ob damit Publisher überflüssig werden. Aber das ist mehr als nur unwahrscheinlich. Zum einen reden wir hier von überschaubaren Projekten, die mit Kleingeld produziert werden. Zum anderen wird sehr schnell auch wieder Ernüchterung einsetzen wenn immer mehr Veteranen plötzlich versuchen so ans Geld zu kommen. Die ersten Seiten haben die Berichterstattung über Kickstarterprojekte beispielsweise schon wieder eingestellt. Und auch die Taschen der Spieler sind nicht unendlich tief. Lasst außerdem erst einmal mal das erste Projekt eines Veteranen so richtig in die Hose gehen. Das wird ein größerer Aufstand als die bekloppte Kontroverse über das Ende von Mass Effect 3! Die ganze Sache wird sich entsprechend zügig wieder auf ein gesundes Niveau einpendeln. Aber das ist nicht nur normal, sondern auch ganz gut so. Schon viel zu viel Geld dort gelassen in den letzten drei Monaten (acht Projekte bislang unterstützt) :smile: .

Jetzt habe ich drei Seiten lang im Prinzip noch einmal das geschrieben, was mittlerweile auch viele andere Magazine berichtet haben. Bin einfach zur spät zur Journalisten-Party gekommen :smile: . Aber ich musste es trotzdem unbedingt noch loswerden. Wollte schon während der Kur eigentlich einen Eintrag dazu machen.

Zum Abschluss noch die Frage an euch: Auch schon ein Kickstarter-Projekt unterstützt? Wenn ja: Welches? Wenn nein: Warum nicht?

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4 Kommentare

Achtung genau lesen, nicht dass ich direkt wieder in eine Ecke gerückt werde, bevor man als Leser aufgrund meiner mangelnden kommunikativen Fähigkeiten selbstständig versteht worauf ich hinaus will:

Von Kickstarter halte ich persönlich nicht sehr viel … nicht wegen des Risikos oder Negativberichten etc. sondern von einer ganz anderen Warte aus schaue ich auf das Thema: Anschubfinanzierung, Erwartungsdruck und Wachstum.

Hier bei dieser Form des öffentlichen Handaufhaltens, mit Augenwink auf die nächste Slapstick einlage wird den Entwicklern, Veteranen, Künstlern und was sich noch so tummelt die Chance zu geben unter Umständen ein wirkliches starkes Startup einzufahren bzw. auszubauen. Der Erfolg von Kickstarter ist jedoch Zeugnis dafür, dass es neben den Massenproduktionen die mittleren und kleineren "Schmieden" so gesehen kaum noch gibt. Das Publisher Modell, so sehr es auch alle Leute tot reden, ist – wenn man die Augen vor Download-Plattformen etwas schmälert – eigentlich lebendiger denn je. Ob das nun gut oder schlecht für den Spieler oder die Entwicklung in der Industrie ist, mag jeder für sich entscheiden. Momentan haben wir aber eine verkappte Vermischung zwischen Entwicklung und Vertrieb, was ja erstmal nicht so schlecht klingt. Ich sehe es auf jeden Fall ähnlich wie Christoph, dass ich nicht glaube, dass es Kickstarter sein wird, dass dieses „alte“ Modell im neuen Gewand ablöst.

Problematisch ist es jedoch für neue Teams und Selbstständige, die im Grunde immer nur die gleichen Adressen haben, um für eine Starthilfe anzuklopfen, was Publisher angeht, denn auch hier hat sich das Feld gelichtet. Doch da gäbe es doch auch noch die staatliche Hilfe, oder? Wann immer man Diskussionen hierzu liest, wird direkt die Schweiz oder Frankreich ins Argumentationsbecken geworfen. Aber wie ist das denn in Deutschland? Gibt's da was? Gab's da mal was und irgendwelche CSU-Politker haben das dann wieder demontiert? Ist nicht auch die Subventionierung unter der Hand in Form von Preisverleihungen wieder teilweise gestrichen worden? Hmm, ja da gibt es was… in Form von vergünstigten Krediten (uiuiui) oder Unternehmer-Gründungshilfe oder Gründungberatungen. Ja, ganz toll. <- Seht diese Randbemerkung trotz des Sarkasmus' als neutral an, da ich auch die Unterstützung nicht zu sehr abwerten möchte, denn mit gleichen Zahlen müssen auch andere Zweige auskommen. Abgesehen davon, dass in den vergangenen Jahren sehr viele neu gegründete (Personen-)Betriebe recht schnell wieder dicht gemacht haben, sind die neuen Unternehmensgründungen nicht mehr mit ganz so wackeligen Beinen ausgestattet. Jedoch gibt es wohl kaum eine andere vergleichbare Form von Projektarbeit, was Software-Vertrieb angeht, die so sprunghaft ist wie wir es hier in der Spieleindustrie haben (möchte man meinen—). Wir sehen in Deutschland, quasi wie in einem kleinen Laborkäfig ein (nicht ganz allgemeingültiges) Fallbeispiel, wie nach und nach die Auslese durch und schließlich über das Land gekrochen ist. Jetzt haben wir unseren ehemals blühenden Baum, in dem die "starken Äste“ den bösen Sturm überlebt haben. Doch sind es wirklich die Stärksten? Sind sie nicht nur einfach am Zähesten und kämpfen mit dem Mut der Verzweifelung? Ich glaube eher Letzteres – warum? – dazu im Folgenden. Aber hier kristallisiert sich für mich nur heraus, dass das Risiko, was die zahlen- und zahlungsmäßig schwächer gestellten Studios letztendlich in den vergangenen Jahren selbst erlebt hatten, nur noch einmal offen zur Schau gestellt wird und Kickstarter ist ein Indikator hierfür.

Unter der Berücksichtigung von Steam & Co. (aber vor allem Steam!) oder dem Indie-Sektor zieht sich das Bild zwar etwas in die Breite, aber schwierig ist die Situation auch hier geworden. Naja durch die Indies wohl auch nicht so sehr, da trotz der Kleinvieh-macht-auch-Mist Überlegung das meiste Investment der Spieler, dass den großen Herstellern entgeht, sich ähnlich verhält, wie die Grünen-Partei in den USA zu den großen Parteien: verschwindend gering und was an Wählern (Käufern) abgezweigt wird, büßen leider die Demokraten ein. Wer wäre bei dieser Parabel ein Demokrat? Tim Schafer? Öhm ….
Ich schweife ab … die Situation ist schwierig geworden, DENN Daedalic beispielsweise hatte bereits mehrfach darüber berichtet, wie sehr darum gekämpft wurde, die eigenen Spiele auf der Plattform vertreiben zu dürfen (wie es auch vielen Indies ergeht und auch auf freien Plattformen, weil der Konkurrenzkampf so groß ist). Ohne Daedalic Qualität absprechen zu wollen jetzt der folgende Satz: Selbst mit Qualität ist es nicht nur durchaus schwierig weiterhin auch noch international mitspielen zu wollen, sondern mehr als nur knackig. Wir sahen eindrucksvoll im letzten Jahr, wie Crytek trotz der sehr hohen Standards bei den Skills vom Personal und vor allem des Know-hows im Einheitsbrei verpuffte. So las man es im Nachhinein eher, dass von einem Fehlschlag ("mieser Konsolenport eineinself!") die rede war, obwohl sich das Spiel gar nicht mal so schlecht verkaufte. Nun gut, EA bezeichnete die 3 Millionen Verkäufe als "solide", erwartet hatte man offenkundig wesentlich mehr und vor allem durch die Verkäufe für Engine-Nutzung durch andere Entwickler… Aber auch dieses System ist wieder nur ein Abbild, wie es im Markt nun einmal zu geht: Spekulationen und Erwartungsdruck. Als ob der finanzielle Druck das eigene Projekt nicht nur zu refinanzieren, sondern auch noch ein wenig Gewinn einzufahren um nicht von Projekt zu Projekt sich hangeln zu müssen, groß genug wäre – Nein! Es geht auch hier wieder ähnlich, wie im Wertpapiergeschäft darum, Erwartungen von Menschen die erwarten, was andere erwarten zu übertreffen.

Und hier bin ich zusätzlich bei einem weiteren Punkt angelangt, was mich störte beim ach so bekannten Kickstarter Beispiel: Kaum, dass bekannt wurde, wie erfolgreich das Projekt war, kam ja nebenbei die Geschichte mit notch auf, wegen Psychonauts 2. Ich habe selten gesehen, wie giftig auf etwas (positiv) Unvorhergesehenes reagiert wurde … "er (Schafer) soll erstmal das Projekt realisieren, für das er Geld von mir bekommen hat". Also schon eine von einem gewissen Standpunkt betrachtet gerechte Formulierung. Aber gleichzeitig sagt sie mir etwas aus, was später dann auch in vielen nicht damit verbundenen Kommentaren kam: Nämlich die direkte Einforderung der Invesition (verständlich), jedoch mit einer gewissen Erwartung (logisch, denn jeder hat eine eigene Vorstellung zu einem Spiel und spinnt selbst präsentierte Schnipsel und Ideen der Entwickler für sich selbst weiter) und je mehr man dann als Entwickler auf konkrete Punkte zusteuert und dabei die Seifenblasen der Crowd zum Zerplatzen bringt, desto mehr Gegenwind kommt natürlich von Selbiger auf. Alles also recht ähnlich zur Marktsituation mit den Analysten und Erwartungshaltern … in anderer Form, aber genauso menschlich. Mit mehr Kapital steigt auch hier der Erwartungsdruck zum Wachstum. Oder ist das wieder nur ein westliches Paradigma? Ich verwechsle das so oft.

Doch genug von dem Chorus "Die Welt ist schlecht und dem überaus dekadenten Hobby Spiele geht es noch schlechter" in der Ode "Wachstum ist böse!", denn eigentlich finde ich die Idee vom Kickstarter Projekt und Crowdfounding an sich recht knuffig und von den Beispielen die Christoph hier zeigt, sogar sehr erbaulich. Auch Bekannte haben mir schon irgendwelche Titel via Facebook und Twitter zugeschickt, die sie gut fanden. Zuletzt war auch ein Spiel bei Onlinewelten stark promotet worden (irgend so ein Shank-artiges Ding), doch bislang hat mir alles nicht zugesagt. Vermutlich sitze ich auch zu sehr auf meinem Geld. Somit wäre der eigentliche Grund mit meinem Anfangssatz so zu formulieren:
Von Kickstarter halte ich persönlich nicht sehr viel (…) denn bisher habe ich noch (!) nicht meinen Titel gefunden, dem ich wie ein Pate bei der Aufzucht zur Seite stehen möchte. Ich wünsche denen, die ihr Ziehkind schon gefunden haben, dass sie nur nicht enttäuscht werden.

Hab bisher nur Double Fine gekickstarted… Und dabei mag ich Adventures noch nicht mal ;)
Aber allein die Videos von Tim Schafer warens schon wert, einfach ein super Typ.

Ich find das Crowd funing ne tolle Sache. aber natürlich wird es die Art wie zukünftig Spiele finanziert werden nicht ändern und schon gar nicht die Publisher um die Existenz bringen. Man kann so keine AAA Titel finanzieren und das wird auch niemand ernsthaft versuchen. Es ist halt ne Alternative für kleine Projekte und Nischenprodukte und manche davon werdens schaffen und manche eben nicht.

"Gekickstarted" hab ich noch nix. Is au sehr unwahrscheinlich, dass das jemals passieren wird. Da müssten schon die (Bullfrog-)All-Time-Hits neu aufgelegt werden (ihr wisst schon: Dungeon Keeper, Theme Hospital etc. pp.)

Aber auch dann wär ich erstma skeptisch, weil ich nämlich – wie du schon erwähnst – so meine Zweifel in Sachen Qualität habe. Und gerade bei diesen Bullfrog-Hits wären meine Ansprüche sehr, sehr hoch. Evtl. zu hoch für ein Kickstarter-Projekt. Und was eigenständige, neue Spiele angeht: da hab ich einfach keinen Bedarf, weils – alte Leier – einfach noch zu viele andere Spiele gibt, die gespielt werden wollen. Ich hab nichtmal den Willen dazu, mich über aktuelle Projekte zu informieren.

Zum Ansatz selbst: den finde ich durchaus interessant. Und ich glaube auch, dass er noch wachsen wird und durchaus in der Lage ist sich auf dem Markt zu etablieren. Bzw. einen eigenen zu gründen. Zwar werden zweifellos erhebliche Ernüchterungen auf uns zukommen (auch bei bekannten Programmierern) und auch mit Betrugsversuchen is sicher zu rechnen, aber ich denke doch, dass sich das ganze so richtig professionalsieren wird. Einfach deswegen, weil es einen Markt dafür gibt. Und weil viele Ideen und Konzepte bei Publishern Brach liegen.

PS Bei deinem Screenshot hab ich erst gedacht: "herrje, schaltet er jetzt auf BS.de wirklich Werbung? Und dann noch so ne ganz billige, nur mit Text in Leuchtfarben?" :)

So und jetzt gehe ich mal genau in die Ecke, in die ich nicht gerückt werden wollte: Verschwörungstheorien, Kritik und allgemeiner Skepsis, blah…

Ich hab's jetzt in letzter Zeit häufig beobachtet, dass viele Projekte so kurz vor knapp es gerade so schafften ihr Limit zu übertreffen. Zuletzt war es richtig krass beim kürzlich beendeten Shadowrun Online Projekt. Das hatte ja gerade so die 50% Marke überschritten, und das obwohl richtig Werbung dafür gemacht wurde. Ich hatte das Projekt schon lange im Auge und hätte auch den Geldbeutel gezückt, wenn ich nicht hoffnungslos pleite wäre. Aber allein in den letzten 2-3 Tagen kam dann ein Schwung Geld rein, der dann das Projekt noch 10% über das Ziel hinaus hat schießen lassen.

Klar gibt es sicher auch Leute die jetzt so rangehen: "Ich gugg mal, ob's das Projekt ohne meine Hilfe packt und wenn vor Ende noch was fehlt, dann schmeiß ich meine 10$ dazu und gut." Aber mal ganz im Ernst jetzt… bei ausstehenden 240.000$ 4 Tage vorm Ende der Zeit… da müssten Menschen schon ein insektoides Schwarmdenken besitzen, damit das so funktioniert. Genauso gibt's auch sicherlich "the big Players", die da in Projekte ordentlich Geld reinpumpen, doch realistisch wird es wohl so sein: Die Entwickler setzen die Linie und schauen wie viel sie so schaffen und pumpen den Rest dazu, falls es eng wird. In der Summenauflistung sieht man dann häufig so anonyme 10k Spender, die dann auch noch auf alle Goodies auch noch verzichten… und dann von Entwicklerseite her kein Wort dazu. Bei SRO bisschen dreister noch, da ja ein Abo-Modell geplant ist…

Für mich ist das Ganze schon wieder zu fremdgesteuert und auch etwas undurchsichtig. Gerade wenn ich schon so eine transparente Form der Entwicklung wähle, und die Leute ja ermutige in mich zu investieren, dann will ich dieses "fremde Geld" bestimmt nicht veruntreuen, bevor ich die Leistung abgeliefert habe. Wer Kickstarter unterstützt und sich dann auf der anderen Seite beschwert, dass die Hersteller für irgendwelche scheiß Goodies oder DLCs zuviel Geld verlangen, der hat das hier ja dann auch nicht anders. Wenn ich unter der Grenze für eine Frei-Kopie also Spende, mein digitales Bildchen abstaube und danach für das Spiel einen Vollpreis zahlen muss UND nach dem ersten Freimonat noch ein Abo, dann ist das mindestens eine genauso happige Fehlinvestition, wie ein SWTOR PreOrder. :/

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