Sicarius

Gejammere, die 300.

Dienstagnacht war es endlich soweit: Mit der Vorschau zu Divinity: Dragon Commander ging mein erster richtiger Artikel seit dem Test zu Warhammer 40.000: Space Marine vor fast einem Jahr bei GamersGlobal online. Wer es noch nicht getan hat, dem empfehle ich den Artikel unbedingt zu lesen. Definitiv ein sehr cooles Spiel, das die Belgier da derzeit in Entwicklung haben. Ich befürchte allerdings, dass unabhängig von der fertigen Qualität, der Titel eher ein Geheimtipp sein wird. Zwar schreien immer alle nach Innovationen, aber wenn dann wirklich mal ein cooler Genre-Mix kommt, dann trauen sich nur wenige ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Selbst bei den Indie-Spielen holen sich doch die meisten nur die Bundles.

Logo von Sacred 3Werde ich jetzt also wieder mehr für GamersGlobal schreiben? Nein. Zum Fall des Embargos am 31.8. kommen noch die Angespielt-News zu Dead Island Riptide (schon geschrieben), Sacred 3 (derzeit am Tippen) und wie ich am Montag schon erwähnt hatte, will ich unbedingt noch eine Vorschau zum zweiten Larian-Titel, Divinity: Original Sin, verfassen. Danach ist aber definitiv erst einmal wieder Schicht im Schacht. So schön es auch war/ist mal wieder für ein wesentlich größeres Publikum zu schreiben, so stark musste ich am Montag für die eine Woche Urlaub bluten. Es nimmt einem ja keiner die Arbeit ab, wenn man mal nicht da ist. Mehr als eine Woche Abwesenheit und du bist im Prinzip komplett draußen, weil in der Zwischenzeit sich das Rad so viel weitergedreht hat. Klingt sicherlich extrem. Ich bezweifle aber, dass es in anderen Firmen tatsächlich so viel anders ist.

Der egoistische Webmaster

Bereue ich es also QuakeCon und gamescom auch in diesem Jahr wieder mitgemacht zu haben? Selbstverständlich nicht! Zum einen brauche auch ich ab und zu mal Erholung und so stressig beide Veranstaltungen auch sind: Es macht einfach Spaß und lenkt super von der täglichen Arbeit ab. Zum anderen hätte ich einen Großteil der QuakeCon so oder so verfolgt und dann zumindest hier ausführlich berichtet. Mit auf die gamescom bin ich hingegen nur aus völlig egoistischen Gründen, wie man auch anhand meines Terminplans sehen konnte.

Nein, ich habe mir nicht nur die Rosinen herausgepickt. Die großen Blockbustertitel können ruhig die anderen übernehmen. Ich machte meine Planung tatsächlich vor allem abhängig von der Firma beziehungsweise den Leuten, die dort arbeiten, um mal wieder die Gelegenheit zu haben mich persönlich mit meinen jeweiligen Kontakten dort zu unterhalten. Dass ich mir dabei dann auch noch ein paar interessante Spiele anschauen kann, ist mehr ein Bonus :smile: . Was aber nicht bedeutet, dass deswegen dann meine Vorschauartikel extra positiv sind. Im Gegensatz zu manch anderen Pressevertretern, bin ich durchaus (noch) in der Lage beides komplett getrennt zu betrachten.

Nette Gespräche

Jetzt wird das schon wieder so ein Ich-bezogener Eintrag. Dabei mag ich die doch gar nicht. Das war wirklich nicht so geplant, ich schwöre es! Aber ich kann natürlich nur die Sicht der Dinge aus meiner Perspektive wiedergeben. Und mir ist es eben wichtig, dass ich a) einen guten Eindruck hinterlasse, dadurch b) GamersGlobal in einem guten Licht erstrahlen lasse und sich c) die Leute sich positiv an mich erinnern — und das auch dann, wenn mein Artikel im Nachgang vielleicht nicht so positiv sind.

Stattdessen wissen die Verantwortlichen, dass ich ihrem Spiel gegenüber fair bin und nicht einfach irgendwelche Geheimnisse ausplaudere. So habe ich mir seit 2009 eine entsprechende (positive) Reputation aufgebaut, die sehr viel Wert ist. Die Leute bei meinen „Lieblingsfirmen“ kennen mich, freuen sich, wenn sie mich sehen und geben mir natürlich auch bereitwilliger Auskunft beziehungsweise Zugang zu anderem Material als so manch anderem. Und Jörg hört hinter meinem Rücken definitiv nur Lob über mich, das ist natürlich auch nicht schlecht :smile: .

Wenn ich mir da so manchen „Kollegen“ im Gegensatz dazu anschaue, kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Klar, auch mich interessiert nicht jedes Spiel oder ich weiß schon im Vorfeld, dass ich über einen Titel garantiert nix schreiben werde. Aber dennoch setze ich mich hin, schreibe mir wie gewohnt meine Notizen auf (man weiß ja nie), stelle Fragen und zeige mich generell einfach interessiert am jeweiligen Produkt. Viele halten es aber nicht einmal für nötig ein wenig Interesse vorzutäuschen und sitzen einfach nur gelangweilt ihre 30 Minuten ab.

Wenig professionell

Das sind dann auch meistens die, die sich wie bekloppt auf das Merchandise stürzen und sogar teilweise so frech sind und noch ein zweites Paket haben wollen „für einen Kollegen“ — is klar. Neidisch? Definitiv nicht. Höchstens auf die Leute, die heuer bei CD Projekt einen Termin hatten. Da gab‘s nämlich ein The Witcher-Hardcoverartbook. Das hätte ich schon gerne gehabt :smile: . Aber sonst bin ich mittlerweile echt aus dem Alter raus, dass ich mich um ein T-Shirt schlage. Den meisten Krempel will ich eh nicht mit mir rumschleppen. Da werde ich ganz sicher kein Kiddie-Will-Haben-Getue machen, wenn ich nichts kriege. Und die wirklich coolen Sachen, wie das Divine Divinity-T-Shirt von Larian, werden mir einfach so angeboten. Da war ich schon halb aus dem Stand draußen. Daher kommt dann vermutlich auch bei vielen Publishern und Entwicklern der Eindruck, dass Spielejournalisten unbedingt mit großen Events mit umfangreicher Bewirtung beeindruckt werden müssen, damit sie überhaupt erscheinen. Ich für meinen Teil bin definitiv zufriedener, wenn ich mich einfach an die Konsole oder den Rechner mit dem jeweiligen Spiel setzen und das Spiel spielen kann. Darum bin ich schließlich da.

Ganz schlimm finde ich übrigens die Sorte von Journalisten, die in kurzen Hosen und Spielshirts über die Messe latschen. Das macht immer so ein höllisch professionelles Bild. Vielleicht bin ich da etwas von der Arbeit geschädigt (und Jörgs Vorgaben), aber mich stört so was wirklich. Man ist schließlich als Mitglied der Presse ein Fachbesucher und sollte sich auch ein Stück weit entsprechend kleiden und verhalten. Nein, auf keinen Fall einen Anzug tragen. Aber eben auch nicht so völlig abgesifft daherkommen und am besten noch das T-Shirt mit dem Schriftzug der Konkurrenz tragen. Das kommt bei den PR-Managern immer fantastisch an.

Epilog

Was will ich also mit dem heutigen Eintrag sagen? Ganz einfach: „Networking“ ist immens wichtig, egal wo ihr arbeitet. Um dabei jedoch erfolgreich zu sein, gilt es einen guten Eindruck zu hinterlassen und auch regelmäßig die geknüpften Kontakte zu pflegen. Wenn ihr euch erst einmal eine positive Reputation erarbeitet habt, kann euch diese so schnell keiner mehr nehmen. Der Rest ergibt sich dann oft schon von alleine. Und deswegen war es für mich wichtig trotz Zeitmangel auch in diesem Jahr die gamescom besucht zu haben. Zumal das auch eine Umgebung ist, in der ich tatsächlich keine Berührungsängste habe. Warum auch? In Sachen Spiele kenne ich mich schließlich aus. Mal schauen wie es demnächst auf der Arbeit wird. Meine Bewerbung in eine europaweite Projektgruppe war erfolgreich und da geht es natürlich auch vornehmlich darum neue Kontakte zu knüpfen (und das eigene Englisch zu polieren). Bin ich sehr gespannt drauf.

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2 Kommentare

Danke :smile: . Ich bemühe mich zumindest. Ist aber auch wirklich ein Thema, das mir am Herzen liegt. Auch bei der Telekom.

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