Sicarius

Master Chief is bäck!

Gestern sind so viele Lieferwagen durch unser Dorf gefahren wie schon lange nicht mehr. War ein riesiges Fest angesetzt? Ist ein UFO gelandet und schnell von der Regierung abtransportiert worden? Quark: Heute ist Sperrmüll und der zieht die Aasgeier besser an als ein frischer Kadaver. Schon früh morgens sind sie durch die Gegend gefahren und haben sich auf alles gestürzt was an der Straße stand oder gerade hingetragen wurde. Ich würd denne om libste die longe Fondue-Stäbche durch die Ohrn steche, donn die Zung rausreiße und mitm Kopp uff die Straß knalle un donn müsdese mit ihre Labbe die ganz Straß ufflegge bisse an ihrer Kotze erstigge. Und selbst des wär noch viel zu harmlos! *schnauf*

Herstellerbild zu Halo 3: ODSTÄh, wo waren wir? Ach genau: Halo. Vor einer Woche ist, ihr werdet es sicherlich mitbekommen haben, der langerwartete vierte Teil der Serie erschienen. Entwickelt vom Microsoft-internen Studio 343 Industries, die mit Halo: Combat Evolved Anniversary bereits einen ersten guten Eindruck bei der Fangemeinde hinterlassen hatten, und nicht mehr von Bungie Studios. Ich selbst habe die Veröffentlichung zwar nicht unbedingt herbeigesehnt, aber den Stammlesern sollte bekannt sein, dass ich das Halo-Universum und die Geschichten darin richtig dufte finde. Was habe ich also in der letzten Woche gemacht? Genau: Mich endlich durch Halo 3: ODST durchgequält.

Grottig

Halo 3: ODST kriegt von mir gerade mal 2 von 5 Sics und das, obwohl es zum Ende hin etwas besser wurde. Das einzige erinnerungswürdige an dem Titel ist der Firefight-Modus (Halos Horde-Modus), der hier sein Debüt feierte. Der Rest ist durch und durch ein vergessliches Erlebnis inklusive der belanglosen und langweiligen Story, die zudem größtenteils in abgehakten Flashbacks erzählt wird. Die meiste Zeit streift ihr durch ein stockdusteres New Mobasa auf der Suche nach der nächsten Mission, in der ihr euch für ein paar Minuten durch Gegnerhorden kämpft und danach wieder zurück im Hub landet. Dass ihr zudem die Rolle eines normalen Soldaten und nicht eines Spartaners übernehmt, macht das Spiel auch nicht gerade besser. Das Gegenteil ist der Fall: Mir geht der Hauptcharakter, Rookie, genauso am Arsch vorbei wie seine Teamkollegen. Da kann selbst Nathan Fillion als Sgt. Buck nichts rausreißen. Seine „Geschichte“ und die dazugehörigen Romanze fand ich sogar fast schon die Schlimmste von allen. In kurz: Halo 3: ODST mag nur ein Addon sein, aber das entschuldigt absolut nicht die schlechte Qualität des Werks — vor allem im Vergleich zum Hauptspiel.

Meiner Meinung nach definitiv kein Halo-Titel, den ihr gespielt haben müsst. Halo Wars ist da schon ein etwas anderes Thema. Ihr wisst schon, das Konsolen-RTS von Ensamble Studios. Ihr letztes Werk, bevor Microsoft sie dicht gemacht hat. Da fällt mir übrigens ein, dass ich bis heute nicht Age of Empires III gespielt geschweige denn jemals gestartet habe (die dicke Collector’s Edition liegt aber natürlich hier rum). Müsste ich auch irgendwann mal nachholen.

Konsolen-Strategie

Herstellerbild zu Halo WarsBei Halo Wars war damalsdie große Frage: Kann ein „richtiges“ Strategiespiel mit Basenbau auf der Konsole funktionieren? Nach den ersten 5 von 15 Missionen ist meine Antwort: Jein. Einheiten einzeln auswählen ist ein Krampf, die Kamera ist viel zu nah am Geschehen und mal ganz schnell reagieren ist trotz Hotkeys auf dem Digipad (springe zur nächsten Einheitengruppe, springe zur Basis, springe zum aktuellen Brennpunkt) nicht wirklich möglich. Dass ich dann auch noch ständig die lahme Kamera mit dem rechten Analogstick drehen muss, um in vielen Fällen überhaupt was sehen zu können, erschwert mir die Arbeit zusätzlich. Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass ich schon so kein guter Stratege bin, aber unter Zeitdruck (Beschütze die Transporte für 20 Minuten) mal so überhaupt nicht mehr zurechtkomme. Dreimal neu gestartet die Mission und selbst bei meinem erfolgreichen Versuch ist mir beim finalen Angriff 60 Sekunden vor Schluss noch ein Flieger kaputt gegangen und damit die Missionsbewertung im Keller gewesen.

Aber trotz dieser Problemchen muss man ganz klar sagen: Ensemble Studios haben sich doch sehr viele und auch gute Gedanken gemacht, um das Fehlen einer Maus und einer Tastatur zu kompensieren. Grundsätzlich funktioniert das Spiel tatsächlich und wenn man sich mal eingearbeitet hat, dann gewöhnt man sich auch an die Eigenheiten der Bedienung. Das bedeutet zwar nicht, dass ich nicht doch ständig die Maus vermisse aber ich habe mich bereitwillig arrangiert. Auch deshalb, weil die Hintergrundgeschichte (sie spielt noch vor Halo: Reach, das selbst bereits ein Prequel zu Halo: Combat Evolved ist) nicht nur inhaltlich gut ist, sondern auch äußerst gut erzählt wird. Die Render-Sequenzen sind erste Sahne und können mit Blizzards Werken locker mithalten.

Das hat mich wirklich total überrascht. Ich hatte im Vorfeld nicht gewusst, dass Halo Wars so aufgemacht ist. Entsprechend muss ich mich jetzt natürlich unbedingt durch das restliche Spiel durchquälen, egal wie schlecht ich bin :smile: . Aber wer kein Halo-Fan ist, den wird der Titel vermutlich auch wieder kalt lassen. Und selbst diese haben wohl zum Release 2009 größtenteils die Finger davon gelassen. Trotz 2 Millionen verkauften Einheiten war 80% der Zielgruppe (Halo 3 hatte sich 11,6 Millionen Mal verkauft) nicht am Spiel interessiert.

Er ist Zurück!

Herstellerbild zu Halo 4Bei Halo 4 sieht die Sache schon wieder anders aus: 3,1 Millionen Einheiten am ersten Verkaufstag sprechen eine eindeutige Sprache. Meine Limited Edition kam allerdings erst am Freitag rein (Sammellieferungen wegen Versandkosten sparen) und von der Kampagne habe ich bisher nur die erste Mission gespielt. Die hatte es aber schon in sich. Definitiv sehr cooler und imposanter Auftakt. Schon das Render-Intro, das erneut von einer überraschend guten Qualität ist und mich mehr motiviert als alles anderes (ja, ich bin da etwas komisch, ich weiß :smile: . Mich hat schon bei der Ankündigung von StarCraft II: Wings of Liberty der Render-Trailer mehr interessiert als das Gameplayvideo.), hat mich wieder umgehauen.

Ich fand auch schon die Real-Webserie Forward Unto Dawn ganz nett. Wobei mich da am meisten die Renderszenen vor dem Titelbild geflasht haben. Sie erzählen etwas mehr über Master Chiefs vierjährigem Aufenthalt in der Kühltruhe der Forward Unto Dawn und enden in dem Moment, wo Cortana wie auch am Anfang des Spiels auf den „Reaktivieren“-Knopf drückt. Sehr cool gemacht und ich war richtig froh, dass ich dann sofort das Spiel starten und daran anknüpfen konnte. Außerdem finde ich, wie bereits erwähnt, das Halo-Universum sehr interessant (lese ja sogar die Taschenbücher!) und freue mich immer darauf zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Definitiv eine meiner liebsten SciFi-Serien unabhängig vom Medium (Bücher, Filme, Spiele).

Interessanterweise habe ich aber nach dem ersten Einlegen der DVD tatsächlich zuerst den Mehrspielermodus gestartet und bin da auch bereits auf Rang 11 (von 50 – und das dann sechs Mal in einem Art Prestige-Modus) aufgestiegen. Macht wieder sehr viel Spaß, obwohl es im Vergleich zu einem PC-Shooter natürlich alles schon sehr langsam von statten geht und man öfters daneben schießt (ihr kennt das ja). Dafür geht es in Halo auch mehr darum über längere Zeit Schaden zu verursachen und weniger darum einfach nur schnell mal zu treffen. Sprich ihr müsst dem Gegner mit dem Fadenkreuz folgen und erst seine Schilde zerstören und dann ihm den Todesstoß geben. Das ist nicht mit zwei Treffern erledigt und ist eine ganz andere Herausforderung.

Aber Quake Live ist natürlich immer noch das um Längen bessere Mehrspielererlebnis. Wir wollen hier ja keine Missverständnisse aufkommen lassen. Ich bin natürlich nicht plötzlich zu den Konsolenshootern übergelaufen, obwohl ich auch schon Battlefield: Bad Company im Mehrspielermodus gut fand. Wie kommt ihr denn da drauf? PC for life! Bitte? Das Poster vom Master Chief über meinem Bett? Das…hängt da…zu…Äh…Recherchezwecken…äh…ich muss gehen.

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