Sicarius

Die Neugier

Herstellerbild zu Curiosity - What's Inside the Cube?*tab*tab*tab*tab*bling*tab*tab*tab*tab*bling* — Nein, wir reden heute nicht schon wieder über Minecraft (auch wenn es wie üblich einiges zu berichten gäbe). Es gibt aber auch noch ein anderes Spiel, wo man auf Blöcke rumhaut bis sie verschwinden. Wobei „Spiel“ ist etwas übertrieben ist, denn es handelt sich um das erste der 22 Experimente von 22Cans. Ihr wisst schon, das neue Studio von Peter Molyneux. Der Typ, der immer so gerne und auch visionär redet, aber am Ende seine Visionen nur im Ansatz umgesetzt bekommt. Was Schade ist, denn seine Ideen sind größtenteils zumindest interessant.

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Und das experimentelle Spiel von dem ich spreche ist natürlich vom kostenlosen Curiosity – What’s Inside the Cube? für iOS und Android. Wieder so eine völlig stupide und objektiv betrachtet völlig langweilige Beschäftigungstherapie, zu der ich mich immer hingezogen fühle. Ihr macht schließlich überhaupt nichts anderes als pixelgroße Blöcke anzutabben, sie damit dadurch zu entfernen und dafür 1 Goldstück zu bekommen. Tabbt ihr zügig, erhöht sich euer Multiplikator (=mehr Gold) und räumt ihr einen ganzen Bildschirm leer, gibt es einen Säuberungsbonus.

Habt ihr genug Goldstücke beisammen, könnt ihr euch Werkzeuge kaufen wie Knallfrösche oder verschiedene Arten von Spitzhacken – darunter auch für 1 Millionen die Diamantspitzhacke. Die machte im Vorfeld von sich reden, als es hieß, sie würde 50.000 Dollar kosten. Derzeit ist dem aber noch nicht so. Kommt vielleicht noch. Momentan seid ihr einige Zeit beschäftigt, bis ihr das Gold zusammenhabt und dann für 22 1/2 Stunden eine noch größere Fläche mit einem Tab säubern könnt.

Ziel ist es den namensgebenden Würfel aufzubrechen und der erste zu sein, der sieht, was sich darin verbirgt. Angeblich würde es nur derjenige zu Gesicht bekommen und es würde sein Leben total verändern. Wer’s glaubt. Zum Verfassungszeitpunkt waren bereits die ersten 64 Schichten des Würfels abgetragen. Ich war sogar heute Morgen live dabei, als Schicht Nr. 65 freigegeben wurde (gibt auch wieder Bonusgold). Insgesamt soll es 2.048 Schichten geben. Das haben ein paar schlaue Leute schon ausgerechnet. Und rein rechnerisch würde es derzeit bis zum 11. August 2013 dauern, bis der letzte Block zerstört ist (2-3 Schichten werden momentan pro Tag weggehauen) und das Geheimnis gelüftet wird. Das ist eine verdammt lange Zeit! Und wen die Formel dahinter interessieren, der sollte Wikipedia einen Besuch abstatten. Ich hingegen verstehe da nur Bahnhof :smile: .

Purer Wahnsinn

„Zwei bis drei Schichten pro Tag? Bei derzeit immer noch gut 100 Millionen Blöcke pro Schicht? Holla, die Waldfee! Da müssen ja so einige Leute richtig aktiv sein. Wieso?!“ — Nun, die Antwort auf diese Frage ist einer der Hauptgründe, warum dieses soziale Experiment von 22Cans durchgeführt wird. Da wird die Firma hoffentlich am Ende eine richtig dicke Studie veröffentlichen, die Azzkickr dann für uns aufbereiten und erläutern kann :smile: . Es gibt aber auch noch eine andere Lösung: Es macht paradoxerweise irgendwie Spaß die Blöcke zu entfernen und der Grund dafür ist die Atmosphäre, die das Spiel durch simple Methoden erzeugt.

Da wäre zum einen die sanfte Musik. Fahrstuhlgeklimper wäre allerdings schon wieder zu weit gegriffen. Sie besteht eigentlich nur aus ein paar wenigen Takten und wiederholt sich so entsprechend ständig. Dieser Loop ist aber so gut gemacht, dass ihr das gar nicht mitbekommt, wenn ihr nicht drauf achtet. Stattdessen ist sie angenehm beruhigend und harmonisiert gut mit den zwei Soundeffekten des Spiels: Das schöne „Zerkrieseln“ der einzelnen Blöcke und dem überraschend befriedigende „Bing“ wenn ihr den Bildschirm gesäubert habt. Je nach Zoomstufe kann das auch mal länger dauern und Fingerspitzengefühl benötigen. Auch visuell wird beides einfach, aber effektiv in Szene gesetzt. Ganz nah herangezoomt seht ihr die einzelnen Blöcke, wie sie leicht schwingend an der Oberfläche des Würfels hängen (?).

Eine höhere Bewusstseinsebene

Die Kombination versetzt euch, zumindest für einige Minute — mehrere Stunden am Stück kann das ein normaler Mensch nicht ertragen –, in einen Zen-artigen Zustand. Eure (bestenfalls) fünf Finger huschen zügig über das Glas und ihr meint tatsächlich zu spüren, wie unter eurem Druck die einzelnen Blöcke zu Staub zu zerfallen. Nur das befriedigende „Bing“ reißt euch immer mal wieder für eine Millisekunde aus eurer inneren Ruhe und erinnert euch daran, ein Stück weiterzuscrollen (die Richtung des nächstgelegenen, zerstörbaren Blocks wird praktischerweise durch einen Pfeil angezeigt). So arbeitet ihr euch Bildschirm für Bildschirm voran und ehe ihr es merkt, habt ihr euch vom einen Ende einer Würfelseite zum anderen getabbt.

Oder ihr seid bereits nach dem ersten Bildschirm gelangweilt und beendet das Experiment schon wieder, weil ihr zu der Sorte Mensch gehört, die solche Sachen absolut kalt lassen. Dann beneide ich euch durchaus ein bisschen. Nun entschuldigt mich: Schicht Nr. 65 will fertig abgetragen werden (es fehlt nicht mehr viel)!

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4 Kommentare

Danke Handy, ich wollte gar nicht, dass du den Anfang meines Kommentars auch abschickst… :angry:

Ich hatte geschrieben, dass ich zu denen gehöre, die nach 5min keine Lust mehr hatten. Und ich es nicht geschafft habe einen Bildschirm komplett zu leeren, da die Facebook und Shop Knöpfe in den Ecken im weg waren.

Curiosity hat mich zu Beginn ein wenig an Koalas to the Max erinnert (http://www.koalastothemax.com).
Hatte aber ebenfalls relativ schnell keine Motivation mehr. Das lag aber hauptsächlich an den technischen Mängeln, weil das Menü schon total am Ruckeln und der Ton schrecklich am Rauschen und Knacksen ist. Habe mir sogar im Internet Videos dazu angesehen weil ich dachte: Das muss vielleicht so klingen… aber ne. Hmm das 3gs müsste das eigentlich locker schaffen. Richtig berstig. :(

Es ist vorbei (nachdem 22Cans einfach mal ein paar Tausend Layer gestrichen hat). Gerade wurde der letzte Pixel entfernt. Wer jetzt das Programm startet, sieht an den Wänden Tweets mit dem Hashtag #whatsinsidethecube.

Gewonnen hat angeblich irgendeiner aus der UK und er würde eine spezielle E-Mail-Adresse sehen, die er kontaktieren soll. Mal schauen was noch so kommt.

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