Sicarius

Boxende Helden

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

Earth Defense Force 2025 (Herstellerbild)

„Ja, wo ist es denn, lieber Webmaster? Wolltest du uns heute nicht den Lightning-Bekleidungssimulator im Video vorstellen?“. Das ist korrekt, lieber Besucher. Die Unboxing-Videos zu Lightning Returns: Final Fantasy XIII und Earth Defense Force 2025 liegen auch auf meiner Festplatte. Leider war der Hauppauge PVR2 der Meinung, dass er keinen Bock darauf hat mich Videos aufzeichnen zu lassen. Stattdessen fror er während der ersten Aufnahmeversuche ständig nach kurzer Zeit ein, was wohl ein Hitzeproblem ist (die Lüfter sind aus unerfindlichen Gründen UNTER dem Gerät). Danach sah es so aus, als würde es gehen, aber Pustekuchen: Jetzt hatte ich in unregelmäßigen Abständen Aussetzer in Form von schwarzen Bildern. Fantastisch. Im Anschluss (=2 Stunden waren seit dem ersten Versuch vergangen) hatte ich erst einmal schlicht keinen Bock mehr mich noch weiter damit zu beschäftigen.

Somit gibt es vorerst also leider keine Videos von Spielen, die für PlayStation 3 oder Xbox 360 erschienen sind. Ich werde aber natürlich dranbleiben und weiter versuchen das Problem zu finden und zu beheben. Hab’ ja schließlich en Haufen Geld für dieses Drecksding bezahlt. Jetzt hatte ich gehofft, mit dem PVR2 wären die Sorgen, die ich mit dem PVR1 hatte verschwunden. Aber nein, die Probleme sind nur einfach andere.

Reden wir heute also einfach mal wieder so über zwei Spiele. Beides sind Indie-Titel, die ich über das Indie Gala Bundle bekommen habe, von deren Existenz ich vorher überhaupt nichts wusste und die, für ihre Preisklasse, überraschend viel Spaß machen. Das finde ich übrigens generell super im Vergleich zum Humble Bundle. Während Humble Bundle mittlerweile eher „Mainstream“ ist (deswegen heißt es auch nicht mehr Humble Indie Bundle!) und ich entsprechend das meiste oft schon habe, bestehen die Indie Gala Bundle tatsächlich zu 99% aus Sachen, die ich absolut nicht kenne.

Beast Boxing Turbo

Beast Boxing Turbo

Beast Boxing Turbo – Bereits 2012 für PC und Mac veröffentlicht, wurde es seitdem stetig verbessert und erweitert und schaffte Ende 2013 seinen Weg auf Steam. Allerdings handelt es sich bei diesem Titel um eine Portierung des Ende 2010 erschienen Beast Boxing 3D für iOS aus gleichem Hause. Es ist außerdem das erste PC-Spiel von Goodhustle Studios, einem kalifornischen Entwickler mit zwei Angestellten.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Beast Boxing Turbo um ein Box-Spiel. Davon gab es ja in den letzten Jahren nicht mehr wirklich viele. Mir fällt sogar kein einziges ein seit der Veröffentlichung von EAs Fight Night Champion im März 2011. Entsprechend hatte der Titel alleine schon aus Mangel an Konkurrenz mein Interesse geweckt.

Die Geschichte

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

In Beast Boxing Turbo übernehmt ihr die Rolle von Char, einer ganz normalen Frau, die aus unerfindlichen Gründen in den Beast Boxing Leagues mitkämpfen möchte. Wie der Name schon sagt, treten darin allerlei schräge Kreaturen gegeneinander an und entsprechend rau geht es dort auch zu. Ein Mensch muss schon extrem Selbstmordgefährdet sein, wenn er da mitmischen will. Dazu kommt noch, dass die Liga gar keine Menschen zulässt. Also bastelt sich Char ein äußerst fragwürdiges Monsterkostüm zusammen und schafft es damit tatsächlich die anderen zu täuschen. Nun gilt es das nächste Ziel zu erreichen: Die Ultra League zu gewinnen.

In Ego-Perspektive steigt ihr in den Ring und bewegt euch auf einer 2D-Ebene von links nach rechts bis ihr ans jeweilige Ringende kommt. Auch die Steuerung ist äußerst minimalistisch. Mehr als die Pfeiltasten plus zwei Buchstaben benötigt ihr nicht, um euch durch den Ring zu bewegen, eure Arme zur Deckung zu heben und mit jedem Arm einzeln zuzuschlagen (Maus und Gamepad gehen allerdings auch). Das bedeutet aber nicht, dass das Spiel deswegen äußerst einfach ist. Die Gegner sind definitiv nicht ohne, teilen ordentlich aus haben unblockbare Spezialangriffe (die aber selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad angekündigt werden) und besitzen jeweils eigene Verhaltensmuster. Der eine ist sehr defensiv, drückt euch aber dafür einen richtig harten Schlag ins Gesicht, wenn ihr eure Deckung fallen lasst. Andere hauen mit sanften, aber dafür sehr schnellen Kombinationen zu. Außerdem sind sie lernfähig. Ihr setzt immer nur einen rechten Hacken? Schlagt immer nur mit links zu? Konzentriert ihr euch sehr auf links-rechts-Kombinationen? Dann werdet ihr spätestens in der zweiten Runde ein Problem haben, wenn euer Gegner dann seine Deckung speziell auf diese Angriffe abstimmt.

Für Buttonmasher (wie mich) kommt erschwerend dazu, dass sich mit jedem Schlag und jedem Block eure Ausdauerleiste verringert. Ist sie aufgebraucht, bewegt ihr euch nur noch langsam und eure Schläge verursachen praktisch keinen Schaden mehr. Stattdessen müsst ihr hoffen, dass ihr solange ausweichen könnt, bis sie sich wieder auffüllt. Das alles macht die Kämpfe durchaus taktisch und vor allem bei den Champions jeder einzelnen Liga äußerst herausfordernd.

Nettes Upgradesystem

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Beast Boxing Turbo (Herstellerbild)

Ihr könnt allerdings noch so gut im Ring herumspazieren, spätestens ab der zweiten Liga sind eure Schläge schlicht zu schwach, um einem potthässlichen Reptil die Nase einzudrücken. Deswegen dürft ihr zwischen den Kämpfen mit eurem gewonnen Geld Char trainieren und so ihre Schlagkraft verbessern, ihre Ausdauer erhöhen oder ihre Schnelligkeit. Außerdem steht eine Vielzahl an Ausrüstung zur Verfügung wie Handschuhe, die eure Geschwindigkeit verbessern oder Schulterpanzer, die euch besser blocken lassen – alles mit spürbaren Auswirkungen im Ring, wenngleich am Ende des Tages dann doch eure Finesse (und das Kennenlernen eures Gegners) über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Dank eines NewGame+-Modus inklusive noch höherem Schwierigkeitsgrad, fällt auch nicht ganz so extrem ins Gewicht, dass das Spiel relativ kurz ist. 12 Kämpfe müsst ihr „nur“ überstehen, bevor ihr zum Champion der Ultra League gekürt werdet. Das klingt jedoch wesentlich einfacher, als es tatsächlich ist. Alleine am Greifvogel, dem Chef der Pro League, hatte ich schon sehr lange zu knabbern. Erwartet also nicht nach zwei Stunden schon durch zu sein.

Fazit

Für 4,99 Euro bekommt ihr ein nettes und solide aussehendes Boxspiel, das zwar keinem Fight Night das Wasser reichen kann. Aber eine spaßige Konkurrenz zu Punch-Out!! ist es auf jeden Fall, zumal es den Klassiker ja derzeit leider nur für Nintendo-Konsolen gibt. Definitiv eine Empfehlung für alle, die mal wieder so richtig zuschlagen wollen.

 

Hero Siege

Hero Siege

Hero Siege – Die Jungs (und Mädels) bei Panic Art Studios haben sich bei diesem Titel definitiv sehr viele Inspirationen von The Binding of Isaac geholt. Schon im Ladebildschirm begrüßt euch das Bild eines Bossgegners, der euch irgendwie sehr stark an die Konkurrenz erinnert. Aber auch im Spiel gibt es immer wieder klar sichtbare Hommagen. Wie beispielsweise die Kugelgeschosse der Fallen aussehen oder die Fliegen, welche die Mumie umkreisen. Auch das grundlegende Spielprinzip erinnert im ersten Moment an das verstörende Werk von Edward McMillen. Isometrische Ansicht, ein Charakter den ihr mit WASD steuert und mit den Pfeiltasten Projektile abfeuern lasst, zufallsgenerierte Levels und Gegenstände. Wie gesagt: Die Inspiration ist deutlich.

Doch das tatsächliche Spiel könnte unterschiedlicher nicht sein. Während ihr im einen Titel durch unheimliche Kellerverliese auf der Flucht vor eurer Mutter seid, übernehmt ihr in Hero Siege die Rolle eines ausgewachsenen Helden, der die Welt retten muss.

Das Spiel

Hero Siege (Herstellerbild)

Hero Siege (Herstellerbild)

Eure Aufgabe ist einfach und simpel: Überleben. Und zwar solange, bis ihr am Ende von Akt 4 den dicken Bossgegner schafft. Nachdem ihr eure Klasse gewählt habt (Feuerzauberer, Krieger und solcherlei Fantasy-typischer Kram), werdet ihr in ein quadratisches Arsenal geworfen dessen Grundaufbau immer gleich ist. Was sich darin jedoch befindet, wird nicht nur beim Spielstart angepasst. Nein, auch zwischen den Gegnerwellen wird aktualisiert. Dann ist plötzlich eine Falle dort, wo vorher keine war, ein (optionaler) Dungeon erscheint oder eine Statue steht bereit, euch mit einem Buff zu versehen.

Da heißt es immer die Augen offen zu halten. Auch deshalb schon, weil die zahlreichen Fallen nicht nur euch gefährlich werden, sondern auch eure Feinde schädigen. Diese werden pro Welle nicht nur zahlreicher, sondern natürlich auch stärker und abwechslungsreicher inklusive Elitevarianten. Dazwischen immer mal wieder ein besonders starker Bossgegner. Überlebt ihr lange genug, wird der nächste Akt freigeschaltet. Dadurch ändert sich nicht nur die Szenerie, sondern auch die Bösartigkeit der Fallen.

Verbessere dich!

Durch das Töten von Gegner sowie das Zerstören von Objekten im Level oder das Öffnen von Truhen bekommt ihr Geld mit dem ihr euch temporäre Buffs, Heiltränke und spezielle Truhenschlüssel kaufen könnt. Außerdem gibt es hin und wieder ein besonderes Relikt, eben wie in The Binding of Isaac, dass eure Werte besonders stark verbessert oder welches euch zusätzliche Fähigkeiten gibt. Zum Beispiel folgt euch dann ein Zeppelin, der zielsuchende Raketen verschießt. Was ihr bekommt ist, wie erwähnt, völlig zufallsbedingt und setzt sich nach eurem Ableben auch wieder zurück.

Hero Siege (Herstellerbild)

Hero Siege (Herstellerbild)

Was bleibt sind eure Erfahrungspunkte, die ihr allein durch das Töten von Gegnern erhaltet und durch die ihr im Level aufsteigt. Dann könnt ihr ein paar Punkte in eure Attribute (mehr Schaden, mehr Lebensenergie, etc.) und Skills investieren. Der Pyromancer beispielsweise hat dann eine Chance einen Meteoriten zu zaubern oder darf ab Level 24 gar einen ganzen Meteoritensturm herabregnen lassen. Dadurch werdet ihr stetig besser, schafft es noch mehr Wellen zu überleben und dann endlich den nächsten Akt zu erreichen (jeden freigeschalteten Akt dürft ihr direkt beginnen und müsst nicht wieder bei null anfangen). Und,wie aus Diablo gewohnt, wenn ihr das Spiel einmal durch habt, wird der nächste Schwierigkeitsgrad freigeschaltet und ihr dürft mit eurem Charakter wieder von vorne beginnen.

Wie lange und ob ihr mit Hero Siege tatsächlich Spaß haben werdet, hängt entsprechend mal wieder davon ab, wie sehr ihr diese Art von Spielen mögt. Also Titel, die von Anfang an darauf ausgelegt sind, dass ihr scheitert, ständig von neuem anfangt und dabei stetig besser werdet und weiter kommt (wenn euch der Zufall nicht einen Strich durch die Rechnung macht). Jemand wie ich, der allein in The Binding of Isaac schon 25 Stunden und in FTL: Faster Than Light immerhin 10 Stunden gesteckt hat, macht auch Hero Siege an. Nüchtern betrachtet, wiederholt sich am Ende des Tages alles. Eine Gegnerwelle jagdt die nächste, dazwischen Geld und Gegenstände eingesammelt und dann geht der Kampf um das Überleben wieder von vorne los. Die einzige Unterbrechung sind die kleineren Dungeons mit ihrem übersichtlichen Layout. Aber auch hier gilt: Alles töten bis es tot ist. Wer diese Art von Spiele jedoch mag, der wird die Investition von 6,99 Euro sicherlich nicht bereuen.

Bis Donnerstag!

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