Nica

Beobachtungsbericht

Möwe in der Mittagspause

Ministerrat der rumänischen Katzendiktatur
Ministerium für Katzensicherheit

Hauptabteilung: Internationale Spionage
Unterabteilung: Langzeitobservation
Telefon: Schnurr-Knatsch-Quietsch

Betrifft: Balu und Lyssi
Wohnhaft: Casa Lysanda
Decknamen: Taube und Papagei

Für die Zeit vom 28.11.2016 bis 05.03.2017

Status: Gegen Ende des Jahres 2016 habe ich, Agent Möwe, erfolgreich meinen Beobachtungsposten „Viel zu kleine Kiste auf der Kommode“ eingenommen. Ich habe ihn bis Februar immer nur kurzzeitig für meine Pausen (Toilette, Futter, Erholung im Arbeitszimmer) sowie diverse Haus- und Umgebungserkundungen verlassen, um einen möglichst detaillierten Bericht über das Werken der beiden potentiellen Rebellenführer Taube und Papagei abliefern zu können. Meine Tarnung als Geliebte von Observationsobjekt Taube ist weiterhin voll intakt. Er ist unverändert gerne in meiner Nähe, putzt mich fleißig und informiert mich über wichtige Vorkommnisse sowohl in der Casa Lysanda als auch in der näheren Gegend. Ab und zu versucht er zwar mit mir zu spielen, diese Avancen muss ich jedoch aus professionellen Gründen immer ablehnen und weiße ihn entsprechend mit einem deutlichen Fauchen zurecht.

Taube in meiner Kiste

Meine Beziehung zu den Dosenöffnern, Deckname Knuddelriese und Futterlady, ist ebenso in einem hervorragenden Zustand. Zwar nehmen sie mich ab und zu hart ran und tropfen mir Drogen in die Augen – ich vermute, um mich gefügiger zu machen – bislang zeigen diese jedoch glücklicherweise keine Wirkung. Der Catnip-Ball ist da ein ganz anderes Thema aber ich benutze ihn selbstverständlich nur während meiner offiziellen Pausen! Ich erhalte außerdem regelmäßig ausreichend Nahrung (zweimal am Tag), bekomme ab und zu ein paar Leckerlis direkt an meinen Observationspunkt geliefert (aufstehen dafür liegt nicht in meiner Befugnis) und werde vor allem vom Knuddelriesen oft gut durchgeknuddelt. Meine Tarnung ist also auch hier vollkommen in Takt.

Observationen über Taube: Objekt Taube (so bezeichnet wegen den gurrenden Geräuschen, die er von sich gibt) ist weiterhin sehr auf Dosenöffner Knuddelriese bezogen. Als Knuddelriese im November für drei Wochen nicht im Haus war, konnte man ihm die Trauer sehr stark ansehen. Selbst bei einer eintägigen Abwesenheit vermisst er den warmen und vor allem großen Schoß des männlichen Dosenöffners. Für mich total unverständlich, da Knuddelriese es gar nicht so angenehm zu finden scheint, dass Taube auf ihm draufliegt. Zumindest hält er es auf der Couch nicht allzu lange aus und verscheucht Taube dann wieder. Taube entscheidet sich danach auf dem Ottomanen sitzen zu bleiben und sich Schlafen zu legen. Im Bett legt er sich hingegen immer außer Reichweite der Dosenöffner ans Fußende.

Abseits zu seiner innigen, wenngleich nicht wirklich in gleichem Maße erwiderten Beziehung zu Knuddelriese, ist er ein begeisterter Esser. Es ist zwar dank des hochwertigen Futters, das wir nun bekommen, nicht mehr ganz so schlimm und er geht nicht mehr so massiv in die Breite. Aber wenn auch nur die Chance besteht, dass es etwas zu futtern gibt, dann ist er gleich zur Stelle. Dabei geht er durchaus intelligent vor. So macht Dosenöffner Futterlady aktuell Experimente namens „Clickertraining“ mit ihm, bei denen er sich äußerst schlau anstellt und ziemlich schnell weiß, welches Verhalten Futterlady von ihm erwartet. Und er war schon immer absoluter Meister in der Katzenkönigsdisziplin „Süß und Knuddelig-Aussehen“.

Taubes Verhältnis zu Papagei lässt sich hingegen als „Vorsichtig“ zusammenfassen. Man merkt ihm an, dass er gerne mehr mit ihr machen möchte (vor allem balgen). Der große Gentleman ist aber sehr schüchtern und traut sich nicht so richtig an sie ran. Es ist zwar schon besser geworden über die letzten Monate und es gibt entsprechend mittlerweile hin und wieder Momente, in denen sie sich durch das Haus jagen. Aber so richtig viel Zeit möchte Taube weiterhin nicht mit Papagei verbringen. Verlassen die Dosenöffner das Haus, lässt auch er Papagei ganz alleine zurück.

Papagei mag Schuhe

Observationen über Papagei: Objekt Papagei (so bezeichnet wegen ihrer Vorliebe bei Dosenöffner Katzenlady im Bett auf der Schulter zu sitzen und ihrem hohen Mitteilungsbedarf) möchte endlich nach draußen. Nicht nur langweilt sie sich die meiste Zeit, da Objekt Taube nur selten mit ihr spielt. Sie hat natürlich auch mitbekommen, dass es da draußen vor den Türen und Fenstern etwas Interessantes gibt. Wenn Taube die Casa Lysanda durch die Katzenklappe betritt, wartet sie schon ganz hibbelig davor und springt Taube an. Warum die Dosenöffner sie immer noch nicht rauslassen, ist mir derzeit nicht bekannt. Ich habe sie nur von einer vierten Katze namens Pichu reden hören. Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang, der sich aber noch erhärten muss. Weitere Berichte folgen.

Um meine Tarnung als fürsorgliche Mutter aufrecht zu erhalten, bringe ich ihr hin und wieder sowohl lebende als auch tote Mäuse mit. Sie hat das Konzept des Tötens zwar offensichtlich noch nicht verstanden aber immerhin ist sie dann einige Stunden beschäftigt und die Maus an einem Herzinfarkt gestorben. Sowie mag sie alle Arten von Tieren und sitzt immer sehr gespannt vor dem Fernseher, wenn gerade eine Tiersendung läuft.

Ansonsten ist sie sehr massiv auf Dosenöffner Futterlady bezogen und traut Knuddelriese nicht wirklich über den Weg. Morgens, wenn die Türen geöffnet werden, sprintet sie sofort zu ihr ins Bett. Und kaum sitzt Futterlady irgendwo, ist Objekt Papagei sofort wieder auf ihrem Schoss. Weiter ist festzuhalten, dass die kleine Scheißbratze (ich toleriere sie zwar aber mag sie überhaupt nicht – und lasse sie das auch immer wissen!) vor Wasser keinen Respekt hat, ähnlich wie Kessy mit Schuhen spielt und von der Toilette sehr fasziniert ist. Wenn einer der Dosenöffner sein Geschäft verrichtet, ist sie immer zur Stelle und schaut genau hin. Ich vermute eine massive Verhaltensstörung, die ebenso dafür verantwortlich ist, dass sie sich eher springend („Parkour“) und mit einem rasend hohen Tempo durch das Haus bewegt. Von geruhsamen Gehen hat sie wohl bislang noch nichts gehört.

Fazit: Die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass derzeit von Taube und Papagei keine Gefahr für unsere glorreiche Katzendiktatur ausgeht. Sie sind beide zu sehr mit sich selbst beschäftigt und alles andere als verbrüderte Rebellen. Ich empfehle dennoch die Fortsetzung der Langzeitbeobachtungen. Vor allem die bereits erwähnten, äußerst mysteriösen Entwicklungen rund um diesen ominösen „Pichu“ sollten weiter im Auge behalten werden. Dadurch könnte sich die gesamte Situation noch einmal verändern.

Gezeichnet

Agent Möwe

Nica

Vierbeinige Gesellschaft

Rennfahrerin Nica

Rennfahrerin Nica

Bună deschizător de conserve!

Wer das jetzt nicht verstanden hat: Das bedeutet „Hallo, ihr Dosenöffner!“ auf rumänisch. Warum auf rumänisch? Weil ich in diesem wunderschönen Land am 20. Februar 2012 auf die Welt gekommen bin und bis vor kurzem dort gewohnt habe. Jetzt wohne ich da nicht mehr. Ich weiß, das kommt jetzt TOOOOTAL überraschend angesichts dieses Eintrags aber ich bin vergangenen Dienstagabend in die Casa Lysanda umgezogen. Zugegeben: Das war kein so direkter Prozess, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Da waren durchaus 1-2 Aufenthalte in komischen Käfigen dazwischen in denen sich auch noch mehr oder weniger andere Katzen tummelten.

Aber bevor ich euch von denen erzähle, sollte ich euch vielleicht erst einmal verraten, wer ich eigentlich bin. Wisst ihr, ich bin etwas „hibbelig“ und springe deshalb gerne hin und her und führe manche Gedanken erst gar nicht richtig zu Ende bevor mir der nächste kommt oder fange mitten drin an mit dem Erzählen. *putz* *putz* Knuddeln? Wer knuddelt mit mir! Ich will knuddeln! Huch? Tür ist offen? Muss nachschauen was da ist!

Giugiuleală? [Knuddeln?]

Mmmh? Ach ihr seid ja immer noch da. Was wollte ich sagen? Ach genau: Ich bin die Nica. Ich bin eine schwarz-weiße europäische Kurzhaar, ein absolutes Energiebündel und führe hier beim Christoph den Rang des Knuddeljunkies. Klingt irgendwie so negativ. Dabei hat er mich doch bestimmt nur deshalb ausgesucht, weil ich im Zwinger zielstrebig auf ihn zugelaufen bin und gleich intensiv durchgeknuddelt habe (und ihn sehr an Felix erinnere).

Und weil ich knuddeln so toll finde, fange ich halt auch schon zu schnurren an, wenn auch nur die Hoffnung von Knuddeln in der Luft liegt. Dann schmeiße ich mich an den potentiellen Knuddler dran, betöre ihn nach allen Regeln der Kunst (und mit viel Gemaunze) und schmeiße mich verführerisch vor ihm auf dem Boden. Aber ich knuddele nicht nur gerne, ich bin auch sehr mitteilsam und erkunde äußerst neugierig und ausführlich meine Umgebung. Bitte? Wer hat euch davon erzählt, dass ich deshalb gestern den Raumteiler Treppe/Flur hochgeklettert bin und dann nicht mehr von alleine runterkam? Alles gelogen! Genauso wie die Aussage, dass es nur zwei Katzen in der Casa Lysanda gäbe. Oben im Dachgeschoss habe ich im Flur noch eine entdeckt. Die sieht komischerweise so aus wie ich und scheint in der Schranktür gefangen zu sein. Aber ich leiste ihr trotzdem gerne Gesellschaft. Total lustig, die da oben. Im Gegensatz zu Katze Nr. 3…

Celălalt [der andere]

Ein Balu

Ja, Lysanda und der Webmaster haben sich aus mir völlig unerklärlichen Gründen nicht nur mich bei TiNO mitgenommen. Sie haben auch noch so eine komische, andere europäische Kurzhaar (getigert) eingepackt. Dabei lag die nur faul am Eingang des Zwingers rum und war genervt von uns anderen Katzen. Total eingebildeter Typ meiner Meinung nach. Will immer nur raus und leidet entsprechend aktuell darunter, dass er nun einmal zur Eingewöhnung noch drin bleiben muss. Außerdem ist er total schüchtern und ängstlich. Nur weil der Webmaster mit schweren Schritten ins Wohnzimmer gestürmt kommt, muss mn doch nicht gleich unter die Eckbank flüchten. Also bitte! Im Gegenteil: Sofort auf ihn draufstürzen und knuddeln!

Aber gut, ich wollte ja über „ihn“ reden. Er heißt Balu und ist auch irgendwann 2012 geboren. Wann genau weiß keiner. Unser sanfter Riese, so seine Rangbezeichnung, ist irgendwo in der Wildnis von Deutschland geboren und aufgewachsen. Vermutlich will er deshalb so gerne wieder raus. Er war anscheinend Teil einer Katzengang (20 Stück), die von diversen Leuten durchgefüttert wurde. Die hatten ihn „Bübbchen“ getauft und auch ich muss zugeben: Was für ein blöder Name. Deshalb hat sich Lysanda zusammen mit dem Webmaster für „Balu“ entschieden. Eben weil er groß, gemächlich und irgendwie nett ist – also zumindest immer dann, wenn er es mal schafft unter seiner Eckbank hervorzukommen.

Destin comun [Gemeinsames Schicksal]

Wenn die nur wüssten was für ein gemeiner Kerl der Balu tätschlich ist! Der Drecksack schnüffelt mir dauerend am Hintern. Und das mag ich überhaupt nicht. Deswegen fetzen wir uns aktuell auch noch ab und an. Aber gut: Insgesamt sind wir uns ziemlich einig – ihr wisst schon: geteiltes Leid, ist halbes Leid – und verstehen uns halbwegs. Außerdem ist das Haus und später natürlich auch die Natur groß genug für uns beide. Da können wir uns im Zweifel auch mal aus dem Weg gehen. Wobei: Ich habe gehört, dass um uns herum alle Familien einen Hund haben. Da wäre es vielleicht doch besser zusammen zu bleiben. Dann können wir ihnen gemeinsam eins auf die Nase geben – oder eine kräftige Runde knuddeln. Bin durchaus offen für alles.

Und damit wäre denke ich erst einmal alles zum Einstieg gesagt. Ihr könnt euch sicher sein, dass dies nicht mein letzter Eintrag war und sich auch Balu hin und wieder zu Wort melden wird. Aber jetzt habe ich mich definitiv genug angestrengt (und dafür bislang viel zu wenige Knuddeleinheiten erhalten). Deshalb kuschele ich mich wieder in meine Kratzwelle und schlafe noch eine kräftige Runde. Natürlich inklusive lautstarkem Geschnarche. Ich muss schließlich auch im Schlaf die Aufmerksamkeit auf mich lenken.

La revedere! [Auf Wiedersehen!]