Puzzle Quest – Challenge of the Warlords

 

Review

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Obwohl das Puzzlespiel Bejeweled spaßig ist, wird es unter den "normalen" Spielern als Titel für gelangweilte Hausfrauen verteufelt. Ein guter Grund für viele die Finger von diesem Spiel zu lassen. Schade um die Spielidee dachten sich deshalb die Entwickler von Infinite Interactive und verbanden das Spielprinzip von Bejeweled mit dem von Heroes of Might & Magic. Das Ergebnis ist Puzzle Quest – Challenge of the Warlords.

Das Leben eines Helden

Die Welt von Etheria wird von Untoten überschwemmt und statt die Sache selbst in die Hand zu nehmen, schickt die Königin von Bartonia einen ihrer jungen Schüler aus: dich! Zu Beginn des Rollenspielhybrids wird dazu aus einer kleinen Auswahl ein Charakter erstellt. Neben eher unwichtigen Dingen wie dem Geschlecht oder dem eigene Aussehen, gilt es dabei auch, sich für eine der verfügbaren Klassen wie Druide oder Kämpfer zu entscheiden.

Die Auswirkungen dieser Entscheidung spiegeln sich dabei sowohl in der späteren Zauberspruchauswahl als auch in den Grundwerten des Charakters wieder. So verfügt ein Druide von Haus aus über etwas mehr Punkte in der Kraft der Erde und zaubert unter anderem Blitze während der Kämpfe. Krieger verlassen sich hingegen auf ihre Kampfkraft und entfernen mit ihrem Frontalangriff eine komplette Reihe auf einmal. Damit ist allerdings keine Gegnerreihe gemeint, sondern eine Reihe von Steinen auf dem 8x8 Felder großen Spielbrett.

Alle wichtigen Aktionen im Spiel finden dort statt. Kämpfe, Gegenstände schmieden, trainieren – alles läuft über eine Runde Bejeweled ab. Anders als im Vorbild, ist es hier aber nicht das Ziel, einfach alle Steine abzuräumen. Vielmehr gilt es, bestimmte Ziele zu erreichen. Im normalen Kampf heißt dies dem Gegner die Lebenspunkte zu berauben. Dies geschieht mit der Hilfe von Totenköpfen. Sind mindestens drei Stück davon nebeneinander, lösen sie sie sich wie alle anderen Steine in Luft auf und machen dabei Schaden. Andere Steine füllen hingegen die vier Manabalken auf oder geben einfach nur Erfahrungspunkte oder Gold.

Weiß ist das neue Lila

Die Steine sind aber nicht die einzigen Mittel um in den rundenbasierenden Kämpfen die Oberhand zu gewinnen. Neben den bereits angesprochenen Zaubersprüchen, von denen der Spieler sechs an der Zahl mit in den Kampf nehmen kann, beeinflussen auch die getragenen Gegenstände den Kampf. Bis zu vier Stück können die Charaktere davon gleichzeitig anhaben. Wer also gegen einen Ritter antritt, muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser dank seiner Rüstung sehr viel vom ausgeteilten Schaden einfach absorbiert.

Diese Gegenstände erhält der Spieler für das Besiegen bestimmter Monstern, das Erfüllen von Quests und es ist auch möglich sie aus gefundenen Runen zu schmieden. Am Ende eines Kampfes erhält der eigene Charakter zusätzlich auch noch Erfahrungspunkte und Gold.

Citybuilder

Außerhalb des Spielbretts spielt sich alles auf einer Weltkarte ab, die wie das gesamte Spiel in 2D gehalten ist. Dort sind Städte, Höhlen und viele andere Orte verzeichnet und durch vordefinierte Wege verbunden. Auf diesen läuft, und später auch reitet, der Spieler entlang und kann an jedem Wegpunkt verschiedene Aktionen ausführen, oder wird zwischen den Wegpunkten angegriffen. Ein weiterer Aspekt, der direkt aus Heroes of Might & Magic stammen könnte, ist dabei die Möglichkeit Städte zu erobern. Diese geben dann in bestimmten Abständen Gold an den Helden ab. Es kann aber auch vorkommen, dass eine Rebellion stattfindet und die Stadt wieder zurückerobert werden muss. Die Städte sind auch begrenzt ausbaubar. So ermöglicht der Bau eines Gefängnisses es dem Helden zum Beispiel Gegner gefangen zu nehmen und ihre Zaubersprüche zu erlernen. Es muss allerdings nicht jede Stadt ausgebaut werden. Was in einer Stadt gebaut wurde, ist sofort in allen Städten verfügbar.

So reist der Held durch die Lande, erfüllt Nebenaufträge und treibt die Geschehnisse der Hauptgeschichte voran. Während die Nebenaufgaben meist nur über ein kleines Textfenster erklärt werden und nicht viel mehr sind als "töte dies" und "töte das", wird die Hauptgeschichte in comichaften Gesprächen zwischen dem Helden und anderen Personen und auch an bestimmten Wendepunkten mit einer kleinen Zwischensequenz erzählt. Im Endeffekt läuft aber all das Drumherum immer auf eine Runde Bejeweled hinaus.

Nerv tötend

Das ist auch der größte Kritikpunkt des Spiels. Die RPG-Elemente verschönern und erweitern das Puzzlespiel zwar und machen es taktischer, aber insgesamt nervt es auf Dauer doch immer und immer wieder Steine verschieben zu müssen. Auch die 2D-Grafik ist eher zweckmäßig als wirklich hübsch. Es gibt zwar einige nette Effekte beim Zaubern oder zerstören bestimmter Steine, aber dies kann über die veraltete Technik einfach nicht hinwegtäuschen. Auch Soundeffekte sind nur äußerst sporadisch vorhanden und Sprachausgabe sucht man vergeblich.

Um dennoch etwas Langzeitspaß zu gewährleisten, bietet das Spiel auch einen Multiplayermodus für zwei Spieler. Dort wird aber nicht gemeinsam über die Karte gezogen, sondern nur ein Kampf gegeneinander ausgetragen. Leider verhindert hier aber ein grober Designschnitzer die merkliche Verlängerung des Spielspaßes: da der Titel keinen Serverbrowser bietet, sind die Spieler gezwungen sich schon außerhalb zu einem kleinen Match zu verabreden und die IP-Adressen auszutauschen. Ein in heutiger Zeit umständliches Unterfangen.

Fazit

Puzzle Quest – Challenge of the Warlords ergänzt das Spielprinzip von Bejeweled und macht auch definitiv länger Spaß. Aber trotz der vielen zusätzlichen RPG-Elemente ist dennoch irgendwann ein Punkt erreicht, an dem das Steine verschieben einfach langweilig wird. Etwas mehr Abwechslung im grundlegenden Spielprinzip und eine etwas modernere Darstellung hätten dem Titel sehr gut getan. Wer aber gerne Steine verschiebt und etwas frischen Wind haben möchte, kommt um das kleine Spielchen absolut nicht vorbei.[CH]

4/5 Punkte

(Veröffentlicht am 06.03.2008)