Sicarius

Christophs Top Fünf Spiele des Jahres 2019

Ein Teil der 2019er Ausbeute

Und damit kommen wir nach dieser kurzen Unterbrechung wieder zurück zum regulären Programm: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und, weil die Magazine aus ihrer Sicht sonst nichts zu tun haben (bzw. nur wenig besetzt sind), es werden die Jahreslisten rausgehauen. Dieses Jahr können sie sogar zusätzlich noch auf das ganze Jahrzehnt zurückblicken! Doppelter Content für noch weniger Geld! Und da wir hier bei Beim Christoph mindestens genauso gut im faul sein sind, wie die ganz Großen in der Branche, beginnen auch wir mit dem Blick zurück. Heute auf mein Spielejahr und kommenden Montag dann der „große“ (er ist noch nicht geschrieben) Beim Christoph Jahresrückblick 2019.

Die eingesetzte Hardware

Im Gegensatz zu den Magazinen – ja, ich bin heute etwas gehässig, weil ich zu viele Jahresendlisten gelesen habe -, kann ich nicht einfach im Archiv kramen und die Spiele mit den besten Wertungen des Jahres rausholen. Nein, ich muss mir tatsächlich Gedanken darüber machen, was ich eigentlich so gezockt habe. Das liegt vor allem daran, dass praktisch kein einziger Launcher eine gescheite Historie für die Nutzer bietet. Dabei haben sie diese Information garantiert. Echt blöd. Aber egal: Fakt ist sowieso, dass 2019 bei mir nicht das Jahr der Masse, sondern des 100%-fokussierten Spielens war. Ich habe meine Zeit absolut effizient und über Wochen(enden) hinweg nur mit einem Titel verbracht – und dann meistens einen Eintrag dazu geschrieben :smile: . Ich hab‘ zwar trotzdem fleißig Geld ausgegeben (Crowdfunding, Steam Sales aber auch das ein oder andere physikalische – soweit ich eins mit funktionierenden Key finden konnte). Aber das dazugehörige Spielehopping blieb aus. Mehr für den Backlog quasi :wink: .

Aber kommen wir zuerst zur eingesetzten Hardware: Die Xbox 360 und die PlayStation 3 waren dieses Jahr überhaupt nicht an (gab‘ glaube ich nicht einmal mehr Updates). Im Nintendo 3DS lief hin und wieder Sonic Colours, obwohl ich weiterhin zu blöd dafür bin (habe noch keine einzige Bonus-Mission geschafft). Und mit der PlayStation Vita arbeite ich mich langsam aber sicher durch Silent Hill: Book of Memories. Ja, exakt die gleichen Titel, die ich bereits im letztjährigen Rückblick erwähnt hatte. Aber irgendwann werde ich sie durchhaben :smile: ! Konsolen der nun bald vorherigen Generation kommen aus diesem Grund weiterhin absolut nicht für einen Kauf in Frage. Hab‘ eh keine Zeit. Bleiben als meine digitalen Spielgefährten „nur“ noch mein Smartphone und mein PC.

Mein Spielejahr 2019

Auf dem Smartphone dominierte trotz meiner technisch bedingten Auszeit ganz klar Magic: The Gathering – Puzzle Quest. Ich verstehe nicht warum, aber es zieht mich einfach magisch an. Da das aber bereits 2018 in meiner Top-Liste stand, wird es da dort nie wieder auftauchen. Kairosoft-Spiele habe ich zwar ebenfalls wie gewohnt alle gekauft aber tatsächlich war heuer irgendwie keiner dabei, der mich so richtig in den Flow gebracht hat. Am längsten habe ich vermutlich den Free-2-Play-Titel Kingdom Adventurers gezockt, aber selbst da ist aktuell die Luft raus. Auf dem PC dominierte hingegen zu Beginn des Jahres noch Kingdom Come: Deliverance, das auch schon in der 2018er Top-Liste stand und mittlerweile übrigens offiziell fertig ist. Die versprochenen Modding-Tools wurden noch veröffentlicht und damit das Spiel bis auf Version 1.9.2 gehoben. Jetzt widmen sich die Entwickler ganz dem zweiten Teil der Serie. Release? Irgendwann :smile: .

Was dann noch übrig bleibt für mein Spielejahr 2019? Nun, unter anderem diese fünf hier:

HuniePop (Herstellerbild)

1. HuniePop (2015; PC, LNX, MAC) – Würde ich euch das Spiel als „Match-3-Dating-Simulation mit Klischee-Charakteren“ beschreiben, wäre eure Bereitschaft es euch anzuschauen vermutlich sofort verflogen. Aber der Titel aus dem Hause HuniePot hat wider Erwarten wesentlich mehr Tiefgang zu bieten als man von den meisten Wix-Vorlagen dieser Art auf Steam erwarten würde. Seine hohe Platzierung auf dieser Liste hat er aber – wie schon im dazugehörigen Eintrag geschrieben – einer anderen Tatsache zu verdanken: Er ist der erste Titel, den Lysanda und ich tatsächlich gemeinsam durchgespielt haben. Ungewöhnlich aber die Kombination aus Sex, Match 3-Gameplay (Lysanda) und ein bisschen (strategische) Management (ich) war scheinbar genau die richtige, um uns endlich als Team auf einer Ebene agieren zu lassen. Bisher waren die Erfahrungen ja leider mehr „Ich bin der erfahrene Spieler und schiebe meinen Partner vor mir her“. Quasi sowohl ein Titel für „einsame“ Stunden als auch zur Stärkung einer Beziehung :smile: .

The Room (Herstellerbild)

2. The Room Trilogy (2014-2018; PC, iOS, Android) – Ein Raum voller Rätsel titelte ich im Juli und ja: Im Kern besteht die Trilogie aus nichts anderem. Es werden zwar mit jeder Fortsetzung ein paar mehr Räume aber am Ende des Tages ist eure Aufgabe immer die Gleiche: Wahnsinnig haptische und auf mechanischer Logik basierende Rätsel lösen. Dass das selbst mit der Maus so befriedigend sein kann, ist genial und liegt einzig und allein daran, dass die Entwickler von Fireproof Games so viel Zeit in die kleinen Details gesteckt haben. Man kann gar nicht beschreiben wie befriedigend es ist, einfach nur einen Schalter durch Schieben mit der Maus umzulegen und anschließend dabei zuzusehen wie das ganze Objekt anfängt zu brummen und zu wackeln und plötzlich geht irgendwo eine Klappe mit dem nächsten Rätsel auf. Die Optik und das Sounddesign sind hier einfach perfekt. Da kann kein noch so riesiger Dark Souls-Boss mithalten. Bitte? Es gibt auch eine Hintergrundgeschichte, die alle drei Titel miteinander verbindet? Geschenkt! Ich will einfach weiter komische und schick animierte Mystery-Boxen aufmachen!

FarCry Primal (Herstellerbild)

3. FarCry Primal (2016; PC, PS4, XONE) – „Wad? Kein FarCry 4?“ Ja, bei FarCry 4 hat mich zwar die Hintergrundgeschichte nachdenklich zurückgelassen aber der Rest war 08/15-Ubisoft-Open-World-Gedöhns. Das ist natürlich auch Kern des Spin-Offs. Aber dort ist es verpackt in eine äußerst interessante, prä-historische Welt (die topographisch auf der Spielwelt von FarCry 4 basiert, aber optisch nicht wiederzuerkennen ist) inkl. „Original“ Proto-Indo-Europäischer Sprachausgabe (soweit die Wissenschaft das beurteilen kann) mit einem viel stärkeren Survival- und Crafting-Aspekt. So müsst ihr euch eure Waffen mit Hilfe von Ressourcen aus der Spielwelt selbst bauen (Pfeile gibt es z.B. nur, wenn ihr Äste sammelt) und viele Dinge schaltet ihr nur frei, nachdem ihr Wenja (so heißen die Einwohner) rettet, in eurer Dorf bringt und ihnen Häuser baut.

Ja, ihr macht trotzdem die Ubisoft-Open-World-Standards: Stützpunkte befreien, alles sammeln was ihr findet, euch durch die zahlreichen Haupt-, Neben- und Eventmissionen arbeiten und nach jedem Level ein paar Punkte im Skillbaum verteilen. Aber die Entwickler haben spürbar versucht diese bekannten Mechaniken zum einen besser in das Setting zu integrieren und zum anderen dabei einen neuen Spin zu geben. Das ist nicht zu 100% gelungen (Stichwort Greifhaken), es ist aber definitiv mal was anderes. Ach und die Möglichkeit viele Tiere nicht nur zu töten, sondern auch zu zähmen (kämpfen dann an eurer Seite) und die größeren Vertreter (Säbelzahntiger, Bären, Mammuts) sogar in den Kampf zu reiten erhöht den Coolness-Faktor des Titels immens.

The Division (Herstellerbild)

4. The Division (2016; PC, PS4, XONE) – Der Titel, in den ich am Ende genauso viele Stunden investiert habe wie in Kingdom Come: Deliverance. Anders als bei der Mittelaltersimulation habe ich ihn jedoch im genervt hinter mir gelassen, weshalb er auch nicht weiter oben auf dieser Liste steht. Es ist eben doch „nur“ ein Mehrspieler-Looter. Da kann die wirklich sehr gut gestaltete Spielwelt und die sehr interessante Story mit den größtenteils gelungenen Missionen nicht ewig darüber hinwegtäuschen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt, wo der Grind dann doch die Oberhand gewann, hatte ich überraschend viel Spaß mit dem Titel. Und zwar wesentlich mehr als ich erwartet hatte. Ich vermutete, dass schon nach 30 Stunden die Luft raus sein würde (zum Beginn des Endgame). Aber angezogen von der Geschichte und der Spielwelt, hat mich die gut funktionierende Spielmechanik inkl. der ewigen Lootspirale sowie den immer noch gut besetzten Servern weit darüber hinaus bei der Stange gehalten.

Rise of the Tomb Raider (Herstellerbild)

5. Rise of the Tomb Raider (2015; PC, PS4, X360, XONE, LNX, MAC) – War Tomb Raider (2013) noch ein (gelungener) Uncharted-Klon, erwartet euch im zweiten Teil etwas mehr vom namengebenden Grabräubern und herumkraxeln in einer wesentlich offeneren Spielwelt vollgestopft bis oben hin mit Inhalten als noch im Reboot – vielleicht sogar etwas zu viel. Gegen Ende hin hatte ich doch so langsam die Nase voll von den zahlreichen Collectibles aber 100% erledigen zu wollen ist natürlich mein persönliches Problem – dafür kann das Spiel nichts :smile: . Spielerisch haben die Entwickler dabei aus meiner Sicht aus vielen Fehlern (nicht allen) des Vorgängers gelernt. Wie gesagt etwas weg von der Action hin mehr zum Rätsel lösen und herumturnen dabei ein guter Spagat aus großen, offenen Arealen und eher linearen Sets. Außerdem wurde die ganze Survival-Thematik etwas sinnvoller ausgebaut und gleichzeitig einige weitere Negativpunkte ausgebügelt (u.a. stirbt Lara nicht mehr ganz so brutal). Und die Geschichte hat mich vor allem dank der beeindruckenden Levels durch die sie euch führt absolut bei der Stange gehalten. Ja, sie war natürlich etwas Überladen mit Klischees und ein paar Twists zu viel enthalten. Aber dieser Abenteuer-Mix aus mystischen Artefakten, unbestreitbaren Bösewichtern, die sie haben wollen und einem Helden mit einem guten Herz wird halt nie alt – egal ob nun Lara Croft oder Indiana Jones draufsteht.

 

Und damit sind wir am Ende der Liste angekommen. Sind ja „nur“ fünf Spiele. Zu FarCry Primal (zur Hälfte durch) und Rise of the Tomb Raider (vermutlich dann zusammen mit Shadow of the Tomb Raider) wird es sicherlich nochmal separate Einträge geben. Hab‘ dazu noch viel zu erzählen. Aber damit wisst ihr nun meine Top 5 Spiele des Jahres 2019. Die haben mich am meisten beschäftigt, sind mir am besten in Erinnerung geblieben und kann ich grundsätzlich auch alle empfehlen. Ach und keiner der Titel ist im Jahr 2019 veröffentlicht worden! Vielleicht nächstes Jahr. Da kommt ja bekanntlich DOOM Eternal. Vielleicht schaffe ich zumindest das im Veröffentlichungsjahr zu zocken. Aber ich denke wir haben mittlerweile sowieso alle erkannt, dass es sich nicht lohnt dem Hype (egal wo) hinter her zu rennen. Dafür ist unser Backlog einfach zu groß und zu wenig Zeit vorhanden alles zu erleben. Entsprechend einfach das konsumieren, auf das wir Lust haben – oder aufgrund der großen Auswahl den Backlog einfach links liegen lassen und stattdessen planlos im Internet surfen. Geht auch.

Kommen wir aber nun zu euch: Was habt ihr 2019 so gezockt? Nur dieses langweilige Spiel des Lebens? Oder war auch mal Zeit für etwas Digitales? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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