Ich auf meinem Thron

Fast zwei Jahre bin ich bereits beim Webmaster und seiner Angebeteten und trotzdem durfte ich noch keinen einzigen Eintrag für Beim Christoph schreiben?! Finde ich nicht gut. Ist ja nicht so, als würde ich die Webseite vollrotzen *hatschi*. Ups, sorry. Kann das mal jemand wegwischen? Immerhin: Seit ich nur noch vier Zähne habe, ist es definitiv besser geworden. Nicht komplett weg – ab und zu kommt schon noch ein dicker Brocken raus – aber nicht mehr ständig.

Gleichzeitig habe ich viele Arten von Futter neu für mich entdeckt. Leckerlies, Frischfleisch, Dosenfutter – warum hat mir keiner gesagt, dass das so genial riecht und so gut schmecken kann? Blöd nur, dass mir vor allem Balu und Pichu öfters mal was wegnehmen wollen. Denen muss ich dann immer mal auf den Kopf hauen, damit sie wieder zu Verstand kommen. Nur mit diesem Trockenfleischgedöhns, damit kann ich absolut nichts anfangen. Das ist mir zu hart und zu tot. Das überlasse ich gerne Balu und Pichu, die aber scheinbar wie ich nicht alles von dem Zeug fressen, dass die Dosenöffner mit nach Hause bringen. Nicht, weil sie es nicht mögen – sie sind nur scheinbar zu faul dafür. Müssen erst eingeweicht und zerkleinert werden, dann nagen sie ein bisschen dran rum. Kriegt der Nachbarshund mehr ab. Uns geht es aber auch ohne ganz gut in der Casa Lysanda. Da können Balu und Pichu noch so lautstark in der Küche sitzen und jammern: Meine mittlerweile 3,4kg (wog anfangs 2,5kg) zeigen deutlich, dass hier niemand verhungert. Bitte? Ich soll aufpassen, dass ich nicht zu fett werde? Wie redest du denn mit einer Prinzessin, lieber Besucher?! Los, ab zum Auspeitschen!

Sportliche Betätigungen

Ich und fett…niemals! Ja, ich liege vielleicht den halben Tag herum und pflege meine Schönheit sowohl im wachen als auch im schlafenden Zustand aber dafür treibe ich anschließend abends Intensivsport. Da wetze ich von der Couch auf die Regale oder von der Couch auf den Kratzbaum und das Katzenrad oder von der Couch über den Esstisch zur Kommode. Ja, die Couch ist der Mittelpunkt meines Lebens. Aber sie ist nun einmal total riesig und man kann überall seine Krallen reinschlagen. Ab und zu rase ich auch im Garten rum aber irgendwie ist es mir da zu hell und das Gras zu hoch. Da muss ich immer die Augen zudrücken, um überhaupt etwas zu sehen. Nur, wenn die Dosenöffner mit Wasser spritzen, da bin ich dann ganz bei der Sache und vergesse die Unwägbarkeiten des Draußenseins. Also aus der Entfernung versteht sich. Nass werden will ich natürlich nicht. Mein Fell muss schließlich zu jeder Zeit und an jedem Ort in einem perfekten Zustand sein. Schon vergessen? Prinzessin und so.

Ich pese aber nicht nur durch das Haus, ich habe außerdem das komische runde Ding im Wohnzimmer endlich halbwegs verstanden. Dachte immer, dass wäre einfach nur eine Leckerlischleuder aber nein, da kann man total gut drin rennen. Weiß zwar nicht wohin und es ist total komisch. Aber der ein oder andere Sprint macht doch irgendwie Laune. Habe ich erst dank eines Kabelbinders an einem Stock herausgefunden, den die Dosenöffnerin hineingehalten hat. Mittlerweile drehe ich auch hin und wieder ohne meine Runden. Natürlich nicht zu viel – will ja nicht abmagern.

Chillen im Home Office

Lyssi auf ihrer Wärmeplatte

Viel wichtiger für die eigene Gesundheit als das Abtrainieren der nicht vorhandenen Pfunde ist aber besagtes Chillen. Da war bislang immer das Bett (speziell die Seite der Dosenöffnerin) mein Lieblingsplatz. Seit rund vier Monaten gehen die Dosenöffner aber irgendwie nicht mehr morgens aus dem Haus und sitzen stattdessen im Arbeitszimmer vor ihren Monitoren. Total komische Angewohnheit – aber wir finden es super. So haben gleichzeitig beide jeweils auf ihrem Schreibtisch so ein komisches Tablet mit integrierter Heizung aufgestellt. Lyssi und ich sind uns da absolut einig: Da kann man selbst jetzt bei sommerlicher Hitze total gut drauf chillen, schlafen und sich putzen. Zum Glück sind Lyssi und ich uns da auch trotz unserer sonstigen Probleme einig: Sie verbringt die Zeit bei Lysanda und ich chille beim Webmaster. Total geil.

Nachmittags haben wir ebenfalls unseren Plan aufgesetzt. Um 15:30 Uhr kommt Jules und verlangt vom Webmaster Knuddeleinheiten, um 16 Uhr gehe ich zu Lysanda und drücke mich ganz fest an sie (Pfoten um den Hals) für eine halbe Stunde bevor dann Balu um 16:30 Uhr für mich übernimmt (ich muss ja Essen gehen) und seine Streicheleinheiten bei Lysanda einfordert. Warum er nicht zum Webmaster geht, verstehe ich zwar nicht – schließlich findet er seine stinkenden Achseln ja total toll -, aber jedem das Seine. Lyssi hingegen beansprucht Lysanda dann zur Schlafenszeit für sich. Dabei verfolgt sie die arme ständig und kommandiert sie rum. „Wieso putzt du dir die Zähne so lange?!“, „Zieh‘ dich endlich aus!“, „Du bist ja immer noch nicht im Bett?!“, „Mach‘ schneller, ich will auf dir rumtrampeln!“ erklingt es dann durchs ganze Haus bis es Lysanda endlich unter die Bettdecke geschafft hat und Lyssi sich auf sie stürzen kann. Ja, wir haben unsere Dosenöffner voll im Griff.

Von Ausbrüchen und Mobbing

Viel zu hell hier draußen!

Apropos voll im Griff: Pichu hat es tatsächlich schon wieder geschafft eine Lücke im angeblich „katzensicheren“ Garten zu finden. Balu nennt es immer den Katzenknast aber gut. Er hat es geschafft am Pfosten der Terrassenüberdachung hochzuklettern und an der oben befestigten Plexiglas-Platte vorbei zu springen (Anm. d. Red.: Festgestellt dank der Außenkamera). Echt beeindruckend der Typ – und gleichzeitig so treudoof. Er hat sich nämlich auf Nachbars Garage gleich wieder einfangen lassen. Dabei hätte er doch seine Freiheit genießen können. Und keine Stunde später war die Lücke auch schon geschlossen. Jetzt ist an der Stelle nicht nur eine Plexiglasplatte, sondern gleich zwei. Da kommt weder Pichu noch ich vorbei. Andererseits: Ich will ich eh nicht raus. Garten ist wie erwähnt total doof. Vor allem wenn die Terrassentür zu ist. Da muss man dann durch diese blöde Klappe in der Wand und wenn man Pech hat, wartet da ein Jules auf einen. Dann bekommt man einen Klaps auf den Hintern.

Lyssi pieselt deshalb ab und zu in der Küche in die Spüle. Ich hingegen habe die Couch für mich entdeckt. Ja, man kann nicht nur gut seine Krallen an den Seiten wetzen, sie eignet sich auch hervorragend als Klo. Das Piesel verschwindet da immer auf magische Art und Weise. Gut, irgendwann haben die Dosenöffner irgendwas draufgelegt. Glaub‘ sie nannten es „Plastikplane“. Da hat es etwas länger gedauert bis mein Urin verschwunden ist (immer nachdem der Webmaster da war). Aber trotzdem eine total tolle Sache. Schade, dass man auf der Couch nicht buddeln kann. Zum Kacken musste ich also leider immer noch raus. Mittlerweile steht aber wieder ein Katzenklo drinnen. Entsprechend muss ich gar nicht mehr die Couch benutzen. Die Plastikplane haben sie auch weggenommen. Stattdessen hantieren sie mit so einem lauten, gelben Ding rum. Das macht die ganze Couch erst total nass und dann wieder etwas trockener. Wird der Webmaster sicherlich irgendwann nochmal was dazu schreiben.

Aber ja, Jules mögen Lyssi und ich absolut nicht. Eine weitere Sache, bei der wir uns ausnahmsweise einig sind. Das Arschloch meint er könnte den großen Macker spielen. Vermutlich muss er seine Minderkeitskomplexe an uns auslassen, weil er im Gegenzug immer von Balu durch die Gegend gescheucht wird und dann jammert wie eine sterbende Seekuh. Das ist aber doch kein Grund uns den Weg nach draußen zu versperren?! Freiheit für die Blase! Nieder mit der Batcat! Mal schauen wie sich das noch entwickelt mit dem Kerl. Andererseits: Soll sich Lyssi mit ihm herumärgern. Ich kümmere mich stattdessen um Balu. Der findet meinen Sport gar nicht so super, besonders wenn ich ihn verfolge. Das scheint den großen Kerl total zu gruseln und er rennt weg und brummt mich an. Das stört mich aber so gar nicht. Habe ihn letztens erst 3 runden durch den Garten gescheucht.

Und jetzt entschuldigt mich: Es wird Zeit sich an Lysanda dranzuhängen.

Sicarius

Helden der Nachtschicht

Nein, Star Wars: Squadrons ist kein TIE Fighter 2. Es wird MAXIMAL ein X-Wing vs. TIE Fighter 2 und selbst da habe ich meine Zweifel. Sieht es trotzdem cool aus? Natürlich. Freut es mich, dass es eine Storykampagne geben wird? Absolut. Wird es an die ultimative Star-Wars-Weltraumflugsimulation TIE Fighter rankommen? Unwahrscheinlich. Und damit habe ich alles zu EA Play Live 2020 gesagt, was ich zu sagen habe :smile: . Kommen wir stattdessen heute erneut zu einigen alten Schinken. Muss ja schließlich irgendwie rechtfertigen, dass ich allein letzte Woche dank diverser spot-billiger Bundles schon wieder ca. 60 Einträge in meiner Steam-Bibliothek mehr habe (plus drei endlich spielbare Kickstarter-Projekte).

(Cover)

Late Shift (2016; Kino, iOS, Mac, PC, PS4, XONE, Switch) – Full Motion Video (FMV) ist wieder total „in“. Also zumindest soweit man eine Genre-Nische in der wieder etwas mehr Spiele erscheinen als „in“ bezeichnen kann. Ausgelöst hat den neuerlichen Hype aus meiner Sicht die Kriminalgeschichte Her Story (2015). Seitdem haben sich einige neue Firmen gegründet mit den unterschiedlichsten Konzepten. Darunter CtrlMovie, die sich mehr auf interaktive Kinoerlebnisse als auf „klassische“ FMV-Adventures spezialisiert haben. Ihr Erstlingswerk war 2016 Late Shift, das nicht nur in ausgewählten Kinos „gespielt“ wurde, sondern auch seinen Weg auf alle denkbaren Plattformen gefunden hat.

Dieser ca. einstündige Film dreht sich um den (völlig übermüdet aussehenden) Studenten Matt, der nachts in einer Parkgarage für teure Autos Dienst tut und unfreiwillig in einen Raubüberfall verwickelt wird. Nichts sonderlich Oscar-verdächtiges aber eine solide und halbwegs spannend erzählte Geschichte. Nun könnt ihr dem Abenteuer theoretisch wie bei jedem Film passiv zusehen und dem von den Entwicklern vordefinierten Weg folgen oder an bestimmten Stellen unter Zeitdruck zwischen zwei Optionen wählen, die den weiteren Verlauf bestimmt. So dürft ihr z.B. anfangs bestimmen ob Matt versucht die Polizei zu rufen oder alleine loszieht, um das komische Geräusche zu untersuchen. Je nach Auswahl verändert sich etwas. Das reicht von einem geänderten Dialog/Szene bis hin zu einem komplett anderen Ende (sieben Stück gibt es).

Late Shift (Herstellerbild)

Freilich sind viele der Entscheidungen nur eine Illusion. Die Entwickler betreiben fleißig sogenanntes „Railroading“ und zwingen euch grundsätzlich in eine bestimmte Bahn, damit der Film seine wichtigsten Szenen erreicht. Es gibt bspw. zu Beginn keinerlei Möglichkeit zu entkommen. Egal welche Optionen ihr wählt, ihr landet am Ende bei den Gangstern. Das ist verständlich aber trotzdem irgendwie schade. Gleichzeitig fördert es nicht gerade die Motivation einen dritten oder gar vierten Durchgang zu starten. Zu viel des Films bleibt trotz völlig anderer Entscheidungen gleich und trotzdem könnt ihr bekannte Szenen nicht beschleunigen/überspringen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt’s 3 von 5 Sics. Bei meinem ersten Durchgang war ich definitiv voll dabei. Eine spannend erzählte Geschichte und quasi der Wunsch (den mittelmäßig sympathischen) Matt wieder heil aus der Sache herauszuholen (nein, ich habe leider nicht das beste Ende erreicht) haben mich definitiv ausreichend motiviert und bei der Stange gehalten. Gestört haben nur die ständigen Steam-Popups für den Achievementfortgang (z.B. „4/12 Hauptszenen entdeckt“). Tipp: Vorher abschalten.

Wir reden aber von einem Titel, den man aus Sicht der Entwickler mehrfach erleben soll. Und da muss ich ganz klar sagen: Meinen zweiten Durchgang habe ich bislang nicht beendet. Nachdem ich den Einstieg mehrfach probiert hatte, um zu sehen, ob ich die Geschichte umgehen könnte (siehe FarCry 4) und mir dann mal die Flow Chart mit den Lösungsmöglichkeiten angeschaut habe, war es mir irgendwie den Zeitaufwand nicht wert die wenigen echten Alternativszenen zu erreichen. Mit Vorspul-/Überspringfunktion ja. Aber alles noch ein zweites Mal anschauen? Vielleicht in 1-2 Jahren wieder. Insofern: Solange die Illusion da ist definitiv ein cooles Erlebnis aber danach ist sofort die Luft raus. Oder auf „Gamisch“ ausgedrückt: Im Sale ja aber für den Preis eines Kinotickets (mit Überlängenzuschlag) vermutlich eher nicht.

(Cover)

Hero of the Kingdom (2012; PC) – Mit Anspruch hat dieses Werk von Lonely Troops nichts zu tun. Stattdessen handelt es sich um eine Art Wimmelbildspiel mit leichten – mit starker Betonung auf dieses Wort – Rollenspielelementen. Ihr seid der Sohn eines Bauerns. Das Leben ist einfach aber soweit okay. Eines Tages fallen jedoch Banditen über euer Elternhaus her, brennen es nieder und entführen euren Vater. Und wie jeder Sohn in einem Videospiel macht ihr euch jetzt auf, um ihn zu suchen und vielleicht die Banditen zu bestrafen. Auf eurer Reise durch die mittelalterliche Welt begegnet ihr haufenweisen Leuten, die etwas von euch wollen (=Quests) aber im Gegenzug Hilfestellung geben, damit am Ende euer Abenteuer zu einem (Spoiler) Happy End führt. Zusätzlich gibt es einen kleinen Warenkreislauf (ohne dynamische Preisanpassung aber vielen Ausbeutungsmöglichkeiten), den ihr Nutzen müsst, um Geld zu verdienen (viele Quests sind ohne Knete nicht zu lösen). Den Großteil eurer Zeit verbringt ihr jedoch damit die hübsch gezeichneten Hintergründe nach gut versteckten Objekten abzusuchen. Die Kräuterhexe braucht z.B. Pilze, also geht ihr auf die Suche nach den Pilzen und pflügt sie durch Anklicken. Oder ihr helft dem Getreidebauern dabei das Getreide auf dem Feld durch Anklicken einzusammeln.

Hero of the Kingdom (Herstellerbild)

Aber ihr müsst nicht nur Dinge anklicken, um sie einzusammeln. Ihr dürft auch Dinge anklicken, um sie aufzubauen/reparieren, Feinde und wilde Tiere töten oder z.B. zu fischen. Da das aber alles für unseren Bauernjungen total anstrengend ist, sind regelmäßige Erholungspausen notwendig, um euren Vorrat an Herzen wieder aufzufüllen. Dafür benötigt ihr jedoch Geld (um im Gasthaus zu schlafen) oder z.B. Äpfel (um am Wegesrand zu rasten).

Erschwerend kommt noch hinzu, dass ihr euch erst verdient machen müsst, bevor bestimmte Leute überhaupt mit euch reden. Klingt komplizierter als es ist. Mit eurem Ruf steuern die Entwickler schlicht und einfach die Verlauf der Geschichte. Erst wenn ihr bestimmte Quests erledigt und dadurch euren Ruf verbessert habt, dürft ihr weiter machen.

Beim Christoph meint: 3 von 5 Sics. Es ist was es ist. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Es ist zumindest nett genug, um mittlerweile schon zwei Nachfolger und eine Spinoff-Serie zu rechtfertigen. Und auch ich kann mich für den Preis (zum Verfassungszeitpunkt 0,95€ auf Steam) absolut nicht beschweren. Es hat auf seine Art Spaß gemacht und ich habe es gerne gespielt. Wer ein erholsames Spielerlebnis sucht, bei dem man nicht viel Denken muss und man trotzdem eine nette kleine Geschichte erlebt (ca. 4 Stunden Spielzeit, wenn ihr alle Achievements wollt), macht hier absolut nichts falsch.

(Cover)

Kult: Heretic Kingdoms (2004; PC, Mac) – Erinnert ihr euch noch den deutschen „Diablo-Killer“ Sacred? Hoffentlich. War schließlich ein super Action-Rollenspiel. Es war aber nicht das einzige ARPG, das 2004 auf den Markt kam und mittlerweile zu einer Trilogie angewachsen ist – auch wenn ich persönlich Sacred 3 nicht als echten dritten Teil ansehe. Ein weiterer Anwärter für den Thron war damals Kult: Heretic Kingdoms oder, wie es im englischsprachigen Raum heißt, Heretic Kingdoms: The Inquisition. Das stammt vom slowakischen Studio 3D People, das schon länger nicht mehr existiert. Stattdessen sind die meisten Mitarbeiter zu Games Farm gewechselt und haben die Marke übernommen. Teil 2 hört auf den Namen Shadows: Heretic Kingdoms und ist 2014 erschienen, während Teil 3 – Shadows: Awakening 2018 auf den Markt kam (beide unter der Schirmherrschaft von Kalypso Media).

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

Wusste ich anfangs auch alles nicht. Ich hatte mir nur Shadows: Awakening gekauft, weil es interessant aussah und erst danach gelernt, dass es dazu einen Vorgänger gab. Und als ich mir den dann mal zugelegt habe, hatte ich plötzlich Kult: Heretic Kingdoms mit in meiner Steam-Bibliothek. Ich war erst total verwirrt woher der Eintrag stammt, nach etwas Recherche hat sich die Sache dann aber aufgeklärt. Und ihr kennt mich ja: Ich kann nicht einfach mit dem letzten Teil einer Serie anfangen, ich will natürlich das gesamte Erlebnis haben. Also habe ich bislang schon fünf Stunden in den Sacred-Konkurrenten investiert.

Ich glaub‘, ich träume

Grundsätzlich ist in Kult: Heretic Kingdoms das übliche Programm angesagt: Isometrisches ARPG bei dem ihr auf den Karten (damals noch ohne Minimap!) fleißig Monster durch Klicken tötet (erscheinen nach Verlassen der Karte langsam wieder), Gegenstände sammelt und in eurem (viel, viel zu kleinen) Inventar verstaut und dank der Erfahrungspunkte im Level aufsteigt. Parallel Quests erledigen und als arrogante junge Dame (!) der Inquisition den Göttestöter (ein mächtiges Schwert) sicherstellen. Soweit so normal.

Aus der Masse der damaligen Diablo-Konkurrenten sticht das slowakische Werk durch drei Features hervor: Es gibt keine festen Charakterklassen (ihr spezialisiert euch im Laufe des Spiels beliebig), die Traumwelt und das „Einklang“-System. Die Traumwelt ist eine Alternativversion der aktuellen Karte auf der ihr euch befindet. Dorthin könnt ihr jederzeit per Knopfdruck wechseln aber (ohne eine bestimmte Fähigkeit) nur eine bestimmte Zeit verweilen. Es erwarten euch spezielle Feinde aber auch spezielle Belohnungen und andere Blickwinkel. Zum Beispiel sieht die Kirche in der realen Welt ganz normal aus, in der Traumwelt zieht sich ein glühender Riss durch die Mitte. Im Kampf ist der Wechsel ganz praktisch, um brenzligen Situationen zu entfliehen – in beide Richtungen. Ist die Armee Goblins zu stark? Einfach in die Traumwelt flüchten. Aber vorsichtig: Ihr Schamane besitzt ebenfalls diese Fähigkeit und kann euch weiter angreifen. Oder es warten irgendwelche Geister auf euch – vom Regen in die Traufe quasi. Richtig coole Sache.

Ein etwas anderes Skillsystem

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

Hinter dem Einklang-System verstecken sich hingegen eure Fähigkeiten. Beim Levelaufstieg erhaltet ihr zwar Punkte, diese könnt ihr aber nur in eure Hauptattribute (Magie, Fernkampf, etc.) investieren. Neue Fähigkeiten erhaltet ihr hingegen nur über eure Ausrüstung. Findet ihr z.B. einen Helm und zieht ihn an, steht in der Attributsbeschreibung bspw. „Element: Erde“ und „Keine Waffen“. Das sind die Anforderungen, die ihr erfüllen müsst, um quasi im Einklang mit diesem Gegenstand zu werden und seine spezielle Fähigkeit freizuschalten. Im genannten Beispiel müsst ihr euch von einem anderen Magier auf das Erdelement umstellen lassen und anschließend ohne eine Waffe in der Hand eine bestimmte Anzahl an Feinden besiegen. Der Gegenstand sammelt quasi Erfahrungspunkte bzw. ihr werdet langsam aber sicher „eins“ mit ihm. Anschließend kommt die Fähigkeit zum Vorschein (z.B. besagte Traumform, die es euch erlaubt unbegrenzt dort zu verweilen). Erst dann kann sie euer Charakter erlernen. Ja, wir sind immer noch nicht fertig. Ihr könnt nämlich nur eine bestimmte Anzahl an Fähigkeiten gleichzeitig aktivieren. Dazu müsst ihr Schlafen gehen (geht nur an einem Lagerfeuer oder eurem Bett) und entsprechend austauschen. Und natürlich bringt es euch z.B. nichts, wenn ihr den Feuerball aktiv habt aber noch dem Element Wasser geweiht seid. Also zurück zum Magier und wieder umtaufen lassen.

Klingt komplizierter und umständlicher als es in der Praxis ist (abseits des echt kleinen Inventars). Das System zwingt euch aber definitiv dazu eure Ausrüstung regelmäßig auszutauschen und euren Kampfstil zu ändern, um weitere Fähigkeiten zu lernen. Immerhin: Habt ihr die Fähigkeit einmal, müsst ihr den Gegenstand nicht weiter behalten. Ringe und Amulette könnt ihr entsprechend sofort weiterverkaufen, sobald ihr im Einklang mit ihnen seid (und einmal geschlafen habt!). Sowieso ist die Gegenstandsvielfalt eher eingeschränkt. Ihr findet stattdessen immer und immer wieder die gleichen Sachen bei den Gegnern.

Die kleinen Details

Neben der Traumwelt und dem Einklang-System gibt es noch ein paar Kleinigkeiten, die ich unbedingt erwähnen möchte: Das Spiel hat einen rudimentären Tag- und Nachtwechsel (ohne Auswirkungen auf die NPCs) sowie ein Wettersystem (allerdings auf Regen beschränkt). Und die Händler haben genauso wie ihr kein unbegrenztes Inventar. Ihr könnt also nicht einfach alles dort abladen, sondern müsst ihnen Zeit geben ihr Zeug zu verkaufen. Gleichzeitig lassen die Gegner immer genau das fallen, was sie tragen. Wenn ihr also einen Goblin mit einem Streitkolben und einem Schild tötet, der eine schwere Rüstung trägt wird er genau diese Gegenstände nach seinem Ableben auf den Boden finden. Maximal noch ein Amulett oder etwas Gold. Sehr cooles Detail, das ich so aus wenigen anderen selbst moderneren Titeln kenne. Hier gibt es definitiv keine Bienen, die Kettenhemden hinterlassen.

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

Auch nett: Ihr habt von Anfang an einen Gegenstand der euch unendlich oft heilen kann. Einzige Einschränkung: Mit jeder Heilung verliert ihr Blutpunkte, könnt entsprechend weniger Lebensenergie zurückerlangen und nur durch Schlafen werdet ihr wieder vollständig hergestellt.

Beim Christoph meint: Ich bin tatsächlich positiv überrascht von Kult: Heretic Kingdoms. Da habe ich damals echt was verpasst. Immerhin ist die Steamversion ganz gut spielbar (max. 1600×1200 und Vollbild nur nach Aktivierung des WinXP-Komptabilitätsmodus), solange ihr nicht mehre Bildschirme habt und aus versehen aus dem Fenster klickt. Dann stürzt das Spiel sofort ab und wie es sich für damals gehört, wird nur sporadisch (am Ende eines Quests) gespeichert (freies Speichern aber verfügbar). Da sind schnell mal einige Minuten Spielzeit verloren :smile: . Das grundlegende Spielprinzip funktioniert und macht wie eh und je Laune. Gleichzeitig sind die eigenen Ideen der Entwickler richtig gut umgesetzt. Die Traumwelt ist eine coole Sache, die etwas Taktik in die Klickerei bringt und das Einklang-System ist so viel interessanter als das „ich schwing einfach 100mal mein Schwert und steige im Level auf“-System von The Elder Scrolls. Nur das viel, viel, viel, viel zu kleine Inventar…das werde ich den Entwicklern nie verzeihen können.

Eine Datenbank voller Koop-Spiele

Wer braucht da noch die E3 (Spoiler: die Leute, die nur persönlich Geschäfte machen können)? War selbst ohne einiges los letzte Woche. Erst der Router…äh PlayStation-5-Showcase am Donnerstag mit vielen Überraschungen (z.B., dass Oddworld: Soulstorm nach fünf Jahren immer noch in Entwicklung ist ohne irgendein Veröffentlichungsdatum in Sicht), dann der fünf Stunden lange Stream-Marathon am Samstag mit dem Guerilla Collective Live, der PC Gaming Show und der Future Games Show mit so vielen Spielen, dass ich ohne das dazugehörige Press Kit und die vielen Zusammenfassungen diverser Publikationen keinen Überblick hätte.

Der Webmaster und sein Fetish

Diese Pressekits sind auch ganz praktisch für mein neues Betätigungsfeld. Ich arbeite nämlich seit kurzem wieder für eine Spielewebseite: Co-Optimus. Das ist – wie der Name schon andeutet – eine amerikanische Webseite, die voll und ganz auf Koop-Spiele ausgerichtet ist und die (zumindest soweit mir bekannt) größte Spieledatenbank dazu hat. Und genau hier komme ich ins Spiel. Ich bin nämlich nicht zum Schreiben oder gar Videos machen da (dafür fehlen mir sowieso die Mitspieler :smile: ), sondern lt. Team-Seite der „Database Master“. Sprich meine Aufgabe ist die Pflege besagter Koop-Spiele-Datenbank. Ja, irgendwie rutsche ich immer wieder in die Archivar-Schiene zurück. Ich kann halt nicht anders. Mir macht es warum auch immer Spaß Tabellen mit sinnlosen aber exakten Informationen zu befüllen…

Angefangen hat es mit einem Aufruf bei Twitter. Die Betreiber hatten eine Google-Tabelle mit Spielen ohne Veröffentlichungsdatum zusammengestellt und um Hilfe aus der Community gebeten, um diesen Schiefstand zu bereinigen. Waren ursprünglich sechs- oder siebenhundert Zeilen. Mittlerweile sind es dank mir nur noch ca. 180 (nur vereinzelt hat jemand anderes was gemacht). Es war entsprechend schon fast absehbar, dass die Frage kommen würde „Hey, dir gefällt das scheinbar. Willst du vielleicht bei uns mitmachen?“. Die Antwort darauf war und ist nicht einfach. Ich habe lange überlegt, da ich bekanntlich die Tendenz dazu habe in sowas zu sehr aufzugehen und zu viel Zeit reinzustecken. Am Ende haben wir uns entsprechend erstmal auf eine Testphase geeinigt, um zu schauen, ob ich mich da zurückhalten kann. Sprich immer nur eine maximale Anzahl an Stunden pro Tag und Woche in die Seite investieren. Und ja, dafür habe ich mir natürlich ebenfalls eine Tabelle gemacht :smile: .

Mittelmäßige Ausgangsbasis

Zu tun gibt es auf jeden Fall einiges. Obwohl die Datenbank das Herz der Seite ist, hatten sie wohl noch nie eine dedizierte Person, die sich darum kümmerte und eine Community-Beteiligung gibt es ebenfalls nicht. So ist sie zwar seit der Gründung 2008 stetig gewachsen und enthält mittlerweile mehr als 5.000 Einträge (jede Plattform wird einzeln gezählt) mit den wichtigsten Koop-Informationen (wie viele Spieler, welche Plattformen, Koop-Kampagne oder nur separate Modi, etc.), aber eine echte Pflege fand nicht statt (siehe fehlende Veröffentlichungsdaten) und neue Titel wurden eher bei Notwendigkeit als der Vollständigkeit halber hinzugefügt. Selbst Titel aus diesem Jahr fehlen sehr viele. Kann ich aber verstehen. Zum einen wird die Seite wohl von allen Beteiligten nur nebenbei betrieben. Zum anderen sind die Editoren mit denen die Steckbriefe erzeugt und geändert werden echt anstrengend. Plus natürlich der Herausforderung die ganzen Koop-Informationen überhaupt erst zu recherchieren. Man würde meinen, dass das jeder Entwickler fröhlich hinausposaunen würde. Aber leider nein. Da muss man teilweise echt das halbe Internet abgrasen, um das herauszufinden. Da ist man schnell mal 30 Minuten oder mehr mit nur einem Titel beschäftigt. Absolut kein Vergleich zum Steckbrief bei GamersGlobal, den viele Archivare ja schon als total kompliziert und umständlich ansehen :smile: . Aber die Informationen, die dort hinterlegt werden müssen, sind immerhin vergleichsweise einfach zu finden.

Surgeon Simulator 2 4-Player-Coop (Herstellerbild)

Mein Hauptaugenmerk ist derzeit die Datenbank speziell mit aktuellen und kommenden Titeln zu füttern und dabei die Schwachstellen/Umständlichkeiten am System zu finden und dem Programmierer mitzuteilen, in der Hoffnung, dass sie es verbessen (funktioniert bis jetzt ganz gut). Was bringt es schließlich, wenn man ein Feld hat in dem man wundervolle Informationen eintragen kann, aber diese Informationen irgendwie nicht gespeichert werden könne . Warum das keiner gemerkt hat, verstehe ich zwar nicht aber besser spät als nie. Insofern: Selbst wenn ich nach den vier Wochen sage, dass mir das alles doch zu viel ist, habe ich definitiv schon einen Beitrag dazu geleistet, dass die Seite etwas besser wird :wink: . Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden. Aber unabhängig davon: Wer hin und wieder auf der Suche nach echten Koop-Spielen (kein PVP oder auf Wettbewerb ausgelegter Kram) ist, der sollte sich Co-Optimus in die Favoriten packen. Aus dem Grund hatte ich sie vor langer Zeit auch entdeckt und habe angefangen ihr auf Twitter zu folgen.

Themenübergang

Nun wollt ihr sicherlich alle meine Meinung zu besagtem Designer-Toaster und den ganzen Spielen wissen. Da muss ich euch dieses Mal aber leider enttäuschen. Abseits der Frage „wird der Titel Koop haben?“ haben mich diese Werbeveranstaltungen und die dazugehörigen Titel echt überhaupt nicht interessiert. Bin vermutlich mittlerweile zu weit von der Front entfernt, um irgendwie großartig gehypt zu sein, wenn es nicht gerade von id Software (DOOM) oder Deep Silver Volition (Saints Row) kommt.

Die Spiele kommen irgendwann, ich werde einige davon sicherlich auch mehr oder weniger lange nach der Veröffentlichung kaufen und spielen. Vielleicht landet mit dem Release der nächsten Konsolengeneration sogar mal die letzte Konsolengeneration in meinem Haushalt (wenn auf eBay wieder alle ganz billig ihre Konsolen mit tonnenweisen Spielen raushauen). Aber ansonsten muss ich ehrlich zugeben, dass mich diese Spiele-Zukunft ziemlich kalt lässt egal wie realistisch auch die Grafik, die Physiksimulation oder wie innovativ das Gameplay und episch/mitreißend/verstörend die Geschichte natürlich nur dank der nächsten Konsolengeneration sein mag. Mich hat tatsächlich wesentlich mehr die Vorstellung des HP Reverb G2 Ende Mai angefixt. Aufgrund der fehlenden Notwendigkeit für Basis-Stationen ist das für mich plötzlich wesentlich interessanter geworden als Valves Index – plus dem deutlichen Preisunterschied. Bin gespannt was im Herbst dann die Tester dazu sagen (allein voran natürlich Dod und seine VR Legion). Aber Hype für „normale“ Spiele? Irgendwie grad nicht. Ich spiel einfach, worauf ich gerade Lust habe und das war in den letzten Tagen vor allem:

(Cover)

Old School Musical (2015; PC, NSWI, Linux, Mac, Android, iOS) – Ihr begleitet in diesem Rhythmusspiel Tib und Rob, die auf einer einsamen Insel von ihrer grausamen Mutter zu Helden trainiert werden. Eines Tages tauchen Glitches auf und die Insel beginnt im Äther zu versinken. Von ihrer Mutter ausgestattet mit einer Art interdimensionalem Teleporter fliehen die beiden gerade so aus ihrer Heimat in eine orbitale Raumstation. Von dort aus machen sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter und müssen dafür von bekannten Videospielen inspirierte Welten voller dazugehöriger Parodien reisen.

Insgesamt umfasst die Geschichte zwanzig Levels. Von Outrun über Metal Gear Solid und The Legend of Zelda bis hin zu Metal Slug ist alles dabei, was in Sachen Retro Rang und Namen hat. Das gilt auch für die Musik aus der Feder von mehr oder weniger bekannten Chiptune-Künstlern (kenne tatsächlich keinen einzigen), die sich ebenfalls großzügig von den Vorbildern inspirieren lassen. Wer Computergepiepse nicht erträgt, muss entsprechend um diesen Titel einen weiten Bogen machen. Alle anderen erwarten 50 Tracks (mit DLC 55), die zumindest mich nicht durchgängig überzeugen können. Aber Musik ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Die direkte Kontrolle über Tib und Rob übernehmt ihr dabei nur selten. Es ist schließlich ein Rhythmusspiel und hat „Musical“ im Namen. Stattdessen wird in jedem Level ein Song abgespielt und es fliegen von allen Seiten farbige Symbole in Richtung Mitte. Eure Aufgabe: Zum richtigen Zeitpunkt (=im Rhythmus) die dazugehörige Taste/Button zu drücken, um die Note zu treffen. Ab und zu fliegen auch Balken von unten nach oben. Aber es bleibt dabei: Nur wer im richtigen Moment drückt, kriegt das begehrte „Perfekt“ angezeigt. Verpasst ihr eine Note, nehmen Tib und Rob Schaden. Ist die Lebensenergie leer, muss der Track wieder von vorne gestartet werden (optional in einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad). Nichts Neues quasi in der Welt der Musikspiele. So arbeitet ihr euch von Lied zu Lied, bestreitet Bosskämpfe, erlebt überraschende Wendungen und rettet selbstverständlich am Ende das Universum. Einiges davon bekommt ihr allerdings nicht wirklich mit, da es im Hintergrund automatisch abläuft und ihr euch  logischerweise auf die Noten konzentrieren müsst. Immerhin funktioniert nach der anfänglichen Kalibration (Input- und Audiolag) der Input verzögerungsfrei und man kann fließend zwischen Gamepad und Tastatur wechseln. Wobei ich tatsächlich letztere bevorzuge. Mit Gamepad treffe ich irgendwie weniger…

Was noch?

Old School Musical (Herstellerbild)

Jetzt stellt sich vielleicht der eine oder andere die Frage: „Die Kampagne hat 20 Levels aber es gibt 50 Lieder?!“. Ja, denn am Ende der Geschichte wird ein neuer Modus freigeschaltet. Verpackt in eine kleine Hintergrundgeschichte, die ich hier nicht verraten möchte, spielt ihr jeden einzelnen verfügbaren Track in Old School Musical durch. Die Kampagne ist quasi das Tutorial, dieser das eigentliche Spiel. Hier macht ihr dann auch Bekanntschaft mit einigen Gemeinheiten, die sich die Entwickler haben einfallen lassen. So zoomt der Bildschirm rein, das Sichtfeld wird verkleinert, die Noten werden kleiner und größer oder kommen in einem Strudel in die Mitte und so weiter und so fort. Das erhöht selbst auf „Normal“ schon die Herausforderung ungemein.

Zur Belohnung für einen geschafften Song schaltet ihr ihn für den Arcade- und den Mehrspielermodus frei. Ja, richtig gelesen: Ihr könnt die Songs mit bis zu vier Spielern an einem Rechner/Konsole gleichzeitig zocken. Anders als z.B. in Rock Band übernimmt aber nicht jeder Spieler die Rolle eines anderen Instruments und es ist auch kein Battle-Modus ähnlich wie in Guitar Hero. Stattdessen arbeitet ihr euch gemeinsam durch das Lied und das Spiel mittelt euren Input, um zu entscheiden ob die Note getroffen wurde oder nicht. Einfaches Beispiel: Rondrer trifft die Note grad so und ich treffe sie perfekt, dann wird die Note zwar gezählt aber nicht als „Perfekt“ getroffen angesehen. Interessanter Ansatz, der aber durchaus zu etwas Frust/Irritationen führen kann, weil man sich mitunter fragt „Die Note hab‘ ich doch getroffen?!“ aber sie trotzdem nicht gezählt wurde.

Beim Christoph meint: Fünf Stunden habe ich bislang in den Titel versenkt. Ja, die Musik ist definitiv nicht jedermanns Sache und auch ich mag nicht jeden Track. Aber es sind trotzdem genug hörenswerte dabei, um mich bei der Stange zu halten. Die Geschichte ist gleichzeitig zwar nicht tiefgründig und lang aber immerhin nett erzählt und motiviert weiter zu spielen. Wenn ihr also zu der Gruppe von Spielern gehört, die zum einen mit Rhythmusspielen und zum anderen mit Chiptune-Musik und grundsätzlich einem gewissen Retrocharme etwas anfangen könnt, gibt es eine klare Kaufempfehlung. Passenderweise ist es aktuell Teil des Humble Bundle im Plug In Digital & Dear Villagers Bundles und für rund vier Euro zu haben (inkl. DLC). Da kann man echt nicht meckern.

Letzter Themenwechsel

Half-Life 2 (Herstellerbild)

Trotz der für viele Ohren eher gewöhnungsbedürften Musik habe ich natürlich Old School Musical auch mal im Mehrspielermodus ausprobiert. Erstes Testsubjekt war Lysanda, die dem Ganzen aber nur bedingt etwas abgewinnen konnte, was eindeutig an der Musik lag und weniger am Spielprinzip selbst. Anschließend habe ich mir mal Rondrer geschnappt und mit ihm Steams Remote Play Together-Feature ausprobiert. Die Idee ist simpel: Wenn das Spiel das Feature unterstützt, ladet ihr euren Freund zum Zocken ein und Steam beginnt nicht nur das Spiel zu streamen, sondern gibt eurem Kumpel zudem Zugriff auf eure Maus, Tastatur oder angeschlossene Gamepads (Berechtigung kann für jedes Gerät einzeln entzogen werden).

Das erlaubt es euch Spiele, die nur einen lokalen Mehrspielermodus besitzen, trotzdem unkompliziert über das Internet zu zocken. Und ja, es ist definitiv unkompliziert. Rondrer und ich haben mehrere Titel getestet und es hat quasi sofort funktioniert. Der Host darf nur nicht gleichzeitig das Steam Overlay bedienen, da derweil aus Sicherheitsgründen der Stream angehalten wird. Gibt wahrscheinlich trotzdem irgendeine Möglichkeit, dass darüber ein feindlich gesinnter Typ irgendwie die Kontrolle über euren Computer erlangen kann. Aber ich hoffe, ihr habt keine solchen Leuten in euer Freundesliste.

Je nach Spiel wurde meine Leitung mit 15-20 Mbit/s im Upload ausgelastet. War aber auch nichts grafisch großartig anspruchsvolles dabei. Rondrers Inputlag hing hingegen vom Spiel und der Art des Gameplays ab. Old School Musical funktionierte erst halbwegs, nachdem er sich an den Lag angepasst hatte, machte ihm aber trotzdem keinen Spaß (wegen der Musik). Sonic & All-Stars Racing Transformed hatte er hingegen überhaupt keine Probleme damit mitzuhalten. Es gibt übrigens sogar ein paar Einzelspielertitel, die dieses Feature unterstützen wie z.B. Half-Life 2. So kann z.B. einer die Maus bedienen und der anderen mit der Tastatur durch die Gegend laufen. Ja, der Sinn und Zweck erschloss sich uns nicht direkt. Später ist uns aber beispielsweise das klassische „Controller rüberreichen“ eingefallen. Sprich „ich spiel ein Level, dann du“ oder „kannst du bitte mal den Boss für machen“. Kann mir nicht vorstellen, dass das heutzutage noch so oft passiert. Aber hey: Die Wahl zu haben ist immer besser als keine Wahl zu haben. So bleibt mir abschließend nur zu sagen, dass ich es überraschend gut finde, was Valve da gebastelt hat. Hätte ich nicht gedacht.

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