Die Heilung schreitet gut voran

Bevor wir zum heutigen Thema kommen, wollt ihr sicherlich erst einmal den aktuellen Status zu meiner Hand wissen. Bitte? Das interessiert euch nicht die Bohne? Ihr könnt manchmal echt herzlos sein, liebe Besucher… *sniff* Aber davon lass ich mich selbstverständlich nicht beirren. Wie angekündigt wurden vergangenen Montag die restlichen Fäden gezogen. Am Zeigefinger war das soweit okay. Am Daumen hingegen…holla die Waldfee das waren vielleicht Schmerzen als die Dame am Faden auch nur gezogen hat. Nicht so schlimm wie die Betäubungsspritze im Krankenhaus aber dafür mit wesentlich längeren Nachwehen. Ganz schön empfindlich so ein Daumen. Am Dienstag kamen dann die Pflaster endgültig runter und die vermutlich langwierige, letzte Phase der Heilung konnte beginnen.

Seitdem hat sich die obere Hautschicht teilweise abgeschält und der Daumen ist trotz der Schmerzen beim Ziehen der Fäden tatsächlich in Ordnung, was das Gefühl und die Beweglichkeit angehen. Der Zeigefinder – der ja bei der ganzen Sache den Großteil des Schadens genommen hat – bereitet mir aber noch Sorgen. Die Wunde ist immer noch stark geschwollen (hat aber abgenommen), er fühlt sich weiterhin halbseitig taub an und verursacht bei bestimmten Bewegungen weiterhin starke Schmerzen. Ja, auch beim Tippen bzw. sogar, wenn ich einfach nur längere Zeit die Hand auf der Tastatur liegen habe. Wird also erneut nicht der längste Eintrag heute. Mal schauen wie sich das weiterentwickelt. Vor allem, weil ich diese Woche wieder ganz normal auf die Arbeit gehe (war zwei Wochen krankgeschrieben).

Für Mittwoch hat sich hingegen ein Carepaket des Herstellers angekündigt. Mal schauen was da drin ist. Waren sehr umgänglich und man muss ja nicht immer gleich bei allem mit dem Anwalt anrücken (der mich vermutlich eh schief angeschaut hätte :smile: ). Die Fernanalyse hat ergeben, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen Transportschaden handelte, der dann zu einem schleichenden Gärprozess führte. Dosen, bei denen schon bei der Herstellung irgendetwas schiefläuft, würden hingegen bereits nach 1-2 Wochen den Geist aufgeben. Das deckt sich mit unserer allerersten Erfahrung mit einer Bombage, die uns wie erwähnt eines morgens in der Küche einfach so explodiert ist.

Themawechsel

Es sieht schon wohnlich aus

Aber nun genug von Katzenfutterdosen und meiner Hand. Es ist mal wieder Zeit ein bisschen über die Fortschritte im Haus zu reden, wie ich finde. Wir waren schließlich seit April nicht untätig. Seit diesem Bericht haben wir es nicht nur geschafft die eine Hälfte des Raumes fertig zu machen. Es sind auch alle Wände gestrichen und der Kork ist im ganzen Raum verlegt. Der Kontaktkleber von Wicanders hat zwar nicht mehr gereicht aber trotz aller Bedenken hat es ebenfalls wunderbar mit dem aus dem Baumarkt so funktioniert wie wir es gewohnt warten. Außerdem sind die neuen Lampen an der Decke und ein Doppel-Schalter mit Steckdose neben der (aktuell ausgehängten Tür) montiert.

Was jetzt noch fehlt ist die Tür zu kürzen und die Steckdosen an der Wand. Das Kabel dafür wollten wir ursprünglich Unterputz verlegen aber der war nicht dick genug und in die Steine habe ich ohne großen Aufwand keinen Schlitz reinbekommen. Entsprechend haben wir uns am Ende für einen Kabelkanal am Boden entlang entschieden. Vorteil ist, dass wir hier dann auch keine Bodenleisten brauchen. Unterm Strich also nicht mehr viel Arbeit bevor das wirklich Interessante beginnt: Das Einrichten. Haben ja aktuell im Keller dank der alten Nachbarn so einiges rumstehen. Da wird es sicherlich schwer fallen zu entscheiden was bleiben darf und was wir weiterreichen. Und dann müssen wir noch für alles einen Platz finden, was vorher einfach nur in besagtem Raum gelagert wurde. Soll ja dann nicht mehr alles vollgestellt sein. Ich weiß: “First World Problems” :wink: .

Das nächste Großprojekt

Wir nähern uns also dem Ende eines weiteren Hausprojekts. Dann sind alle drei Kellerräume soweit renoviert wie wir sie haben wollen. Was fehlt ist dann “nur” noch der Flur mit seinen Drecks Raufasertapeten, die nicht runtergehen wollen… Aber gut: Das Thema ist mittlerweile auch etwas weiter nach hinten gerutscht. Stattdessen haben wir uns das nächste Großprojekt vorgenommen, da der Zeitpunkt gerade passt. Und zwar wollen wir unseren Ölofen und damit unseren Öltank in Rente schicken. Da der Tankinhalt nur noch einen Winter reicht und nächstes Jahr ebenfalls Reinigung und TÜV fällig wären, macht es Sinn das bis dahin über die Bühne gebracht zu haben. Und zwar soll stattdessen eine Gasheizung rein. Dafür brauchen wir logischerweise einen Gasanschluss. Die Gasleitung liegt zwar in der Straße aber damals wurde unser Haus scheinbar nicht daran angeschlossen. Also holen wir das jetzt nach. Und wenn wir sowieso den Graben aufhaben, wollen wir gleich noch ein bisschen mehr machen.

Zur Erinnerung: Heute geht sowohl unsere Zu- als auch Abwasserleitung durch Nachbars Garten. Das wollen wir dann ändern und die Anschlüsse in Zukunft von unserer Straße aus haben. Gleichzeitig möchte ich unsere Abwasserinnenverteilung verändern. Zum einen, damit endlich das Rohr aus dem Kellerflur verschwindet. Dauernd haue ich mir den Kopf an. Zum anderen, damit wir etwas mehr Gefälle kriegen (aktuell 0-1%). Also war ich in den letzten Wochen und Monaten damit beschäftigt mich über das Thema schlau zu machen und Angebote einzuholen.

Wasser abgeben? Ja ne…

Ein Abschnitt aus dem Entwässerungsgesuch

Interessanterweise ist die Problemstelle das Abwasser. Die Stadtwerke müssen euch nämlich erlauben, dass ihr euer Abwasser bei ihnen reinkippen dürft. Jetzt könnte man sagen: Das machen wir doch jetzt schon. Das zählt aber nicht, da wir nun technisch gesehen einen neuen Anschluss herstellen. Entsprechend müssen wir erneut ein sogenanntes Entwässerungsgesuch stellen. Das ist nicht nur ein anspruchsvoller Fragebogen – man braucht auch noch allerhand Pläne (z.B. Gebäuderiss) dazu und es muss ein Architekt mit seiner Unterschrift bestätigen, dass alles DIN-Norm XY und so entspricht.

Die Dame von den Stadtwerken meinte am Telefon so schön: “Nehmen Sie doch einfach die Sachen vom alten Entwässerungsgesuch – dürfte sich ja nicht viel geändert haben” und prinzipiell hat sie auch recht. Blöd nur, dass unser Haus schon etwas älter ist (1966) und wir so gut wie keine Unterlagen haben. Schlimmer noch: Selbst bei den Stadtwerken und der Kommune gibt es nichts mehr zu unserer Hütte (gab’ wohl mal einen Brand). Somit ist nichts mit abschreiben, sondern alles neu machen. Kostenpunkt? Mindestens 1.500 Euro (netto). Na danke… Und dann sind die Stadtwerke sich nicht einmal sicher, ob der Strich in der Planauskunft auf unser Grundstück tatsächlich in der Realität existiert oder nur falsch dokumentiert ist. Nene, da sollte man sich eigentlich drauf verlassen können. Aber gut: Sobald ich das Gesuch einreiche, werden sie eine (für uns kostenfreie) Befahrung machen und nachschauen. Doch ich möchte ja nicht nur meckern: Die Dame war grundsätzlich geduldig und hilfreich.

Teuer aber sinnvoll

Am Ende wird uns die ganze Maßnahme mit allem Drum und Dran nach aktuellem Stand einen mittleren fünfstelligen Betrag kosten. Nicht gerade wenig aber ich denke trotzdem, dass es eine gute Investition in die Zukunft ist. Zwar ist Gas ebenfalls ein fossiler Brennstoff (Geothermie oder Fernwärme gibt es hier leider nicht) aber doch noch weit billiger als Öl und wir gewinnen durch den Abbau des Öltanks einen kompletten Raum im Keller. Zu- und Abwasser wäre jetzt zwar keine großartige Notwendigkeit aber es macht langfristig Sinn und wie gesagt: Wenn der Graben sowieso offen ist, dann kann man ihn auch noch etwas tiefer machen (Zuwasser liegt ganz unten) und gleich alles reinwerfen. Ich werde euch wie immer auf dem Laufenden halten und am Ende selbstverständlich etwas genauer erklären was wie gemacht wurde und gekostet hat.

Meine Hand eine Woche später

Wie es meiner Hand geht? Wesentlich besser als vergangenen Montag, wie ihr auch rechts auf dem Foto sehen könnt. Daumen und Zeigefinger sind zwar weiterhin außer Gefecht, aber immerhin mit wesentlich weniger Verband versehen, was die Beweglichkeit etwas erhöht. Schreiben geht mit denen aber trotzdem noch nicht wirklich, da jeder noch so kleine Druck weiterhin schmerzt. Die Wunden an sich verheilen jedoch gut und die Fäden kommen vermutlich heute oder morgen raus.

Den Mittelfinger hingegen muss ich zwar noch ein wenig schonen da der Schnitt an einer doofen Stelle ist mit viel Bewegung, aber die Wunde ist schon fast verheilt und der Faden bereits draußen. Kann also zumindest mit drei Fingern an der linken Hand halbwegs schmerzfrei tippen statt nur den 1-2 letzte Woche. Das erhöht etwas das Tempo aber einen überlangen Eintrag dürft ihr logischerweise trotzdem heute nicht erwarten :wink: .

Drei Spiele

Wie angekündigt, habe ich mich diese Woche mangels “WASD”-Hand ausschließlich mit “mouse only”-Titeln “über Wasser” gehalten. Klingt aber negativer als es tatsächlich ist. Die The Room-Trilogie hat mich schon länger angemacht und nachdem ich beim diesjährigen Summer Sale für schlappe 3,22 Euro (statt 16 Euro) endlich mal zugeschlagen hatte, war meine Verletzung natürlich der perfekte Zeitpunkt sie sogleich zu erleben. Und nein, die Spiele von Fireproof Games haben absolut und überhaupt nichts mit dem grottenschlechten und warum auch immer mittlerweile angeblichen Kultfilm gleichen Namens zu tun.

The Room (Herstellerbild)

Stattdessen handelt es sich um 3D-Rätsel-Titel ähnlich wie MYST. Bitte? Ihr wisst nicht was MYST ist? Gott ist die heute Jugend echt zu Jung, um den Hype 1993 erlebt zu haben? Unverantwortlich! Naja, egal: Es sind Rätselspiele mit dem vollständigen Fokus auf logische und mechanische Rätsel. Der Name ist dabei Programm, auch wenn sich im Laufe der drei Spiele (Teil 4, The Room: Old Sins gibt es aktuell nur auf dem Smartphone) der Umfang vergrößert. Seid ihr im ersten Teil buchstäblich nur in einem Raum “unterwegs”, wechselt ihr im zweiten durch mehrere Räume situiert in diversen Umgebungen wie einem Piratenschiff oder einem antiken Tempel. In Teil 3 bewegt ihr euch hingegen durch ein ganzes Haus (und angrenzende Gebäude) von Raum zu Raum. Eure Aufgabe ist jedoch immer gleich: Findet den Ausgang indem ihr die euch präsentierten Geheimnisse in jedem Raum entschlüsselt.

Erneut ist hier Teil 1 das perfekte Beispiel für das grundlegende Spielprinzip: Ihr seht vor euch eine Box auf einem Tisch stehen. Die Box hat Verzierungen, Vertiefungen, Löcher, Griffe, etc. pp. Nun fangt ihr an die Box zu inspizieren. Findet vielleicht hier ein komisches Symbol, dort einen versteckten Gegenstand wie eine Handkurbel oder einen Schlüssel und hier und dort ein Puzzle. Für das eine oder andere braucht ihr noch irgendetwas – worauf euch der Protagonist netterweise hinweist – andere könnt ihr direkt lösen und setzt dadurch Dinge in Bewegung. Das kann eine versteckte Schublade sein, die sich plötzlich öffnet, mitunter verändert sich aber sogar das komplette Aussehen der Schachtel. Im Ergebnis erhaltet ihr auf jeden Fall entweder ein weiteres Puzzleteil oder ein weiteres Puzzle. So arbeitet ihr euch immer und immer weiter vor, entschlüsselt die Geheimnisse der Box und erfahrt mehr von der übergreifenden Geschichte. Und ja, die gibt es. Deswegen empfiehlt es sich unbedingt gleich alle drei Spiele zu kaufen und zu zocken (Teil 4 baut wohl nicht direkt auf das Finale von Teil 3 auf), da sowohl Teil 1 als auch Teil 2 auf fiese Cliffhanger enden.

Der Reiz

The Room Two (Herstellerbild)

Eine Schachtel/Tisch/Objekt untersuchen und Rätsel lösen, nur weil sie da sind? Klingt ja total langweilig. Könnte es tatsächlich sein, ist es aber nicht. Und das liegt an zwei Faktoren: Zum einen an den Rätseln selbst. Wie oben geschrieben sind sie durchweg logisch und auf mechanischen Elementen basierend. Sprich ihr müsst Dinge anfassen, sie zusammensetzen und bewegen. Das an sich ist schon sehr befriedigend umgesetzt (siehe nächsten Absatz). Außerdem verliert man nie den roten Faden. Man weiß immer wo es theoretisch weitergeht – es wird nur von euch verlangt auch mal genau hinzuschauen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu traditionelleren Point ‚n’ Click Adventure in denen ihr eine Maus als Lasso benutzen müsst, um an eine Hose zu bekommen (ja, ich schaue dich an The Whispered World). Stattdessen gilt es eben versteckte Dinge zu finden, sie an den richtigen Punkten einzusetzen, Zusammenhänge herzustellen (wenn ich das mache, dann kann ich nachher das und das tun) und das ein oder andere Schiebepuzzle zu lösen. Bei genauerer Betrachtung alles nicht sonderlich kompliziert. Es ist quasi weniger das “wie” muss ich das Puzzle, das euer Wirken verzögert, sondern mehr das “okay, wo habe ich das etwas in irgendeiner Ecke übersehen, was ich zum Lösen brauche?”. Und ja, die Entwickler haben so einige sehr fiese Verstecke eingebaut. Zum Glück gibt es ein optionales, mehrstufiges Hilfesystem für die etwas Ungeduldigeren unter uns.

Der zweite, wesentlich größere Faktor ist das Drumherum aus Grafik, Sound und Steuerung. Ihren Ursprung hat die Serie auf dem Smartphone (Teil 1 erschien 2012) und schon diese Version wurde von Kritikern geliebt und mit vielen Auszeichnungen überhäuft. Für die PC-Umsetzung wurden nochmal alle Register gezogen und die Spiele vollständig neu in High Definition aufgebaut und auf Maus- statt Touchsteuerung ausgelegt. Das Ergebnis ist nicht nur ein sehr hoher Detailgrad, sondern trotz fehlender Haptik doch das Gefühl tatsächlich an den Objekten herum zu hantieren. Wenn ihr den Schlüssel im Schloss mit der Maus umdreht, die Schachtel dann anfängt zu surren und zu wackeln, die Kamera ein wenig herauszoomt und z.B. ein Turm aus einer Nische hochfährt ist das nicht nur hübsch anzusehen – es ist auch eine überraschend befriedigende Belohnung dafür das nächste Rätsel gelöst zu haben. Ihr glaubt gar nicht wie cool es z.B. im dritten Teil war wie die Miniaturstadt sich aus dem Tisch erhoben hat.

The Room Three (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: The Room Three habe ich zwar noch nicht durch (zwei Räume noch) aber von mir bekommt trotzdem schon jetzt jede einzelne PC-Version der The Room-Trilogie uneingeschränkte 5 von 5 Sics. Hätte ich selbst nicht gedacht. Es ist schließlich nur eine Rätselbox in einem Zimmer. Aber die Umsetzung dieser simplen Prämisse ist wirklich durch und durch gelungen. Gibt wenige Spiele, die den einfachen Akt an einer Kurbel zu drehen und etwas sich bewegen sehen so gut anfühlen und vor allem so erfüllend sein lassen. Gleichzeitig sind die Rätsel anspruchsvoll ohne zu überfordern oder in sinnlose “ich probiere einfach alles aus meinem Inventar bis was zusammenpasst”-Orgien zu verfallen. Die sehr mysteriöse Hintergrundgeschichte tut ihr übriges. Für den Preis (aktuell wieder 16 Euro) bekommt ihr entsprechend erstklassigen Rätselspaß, der euch pro Titel mindestens 2-4 Stunden bei der Stange hält.

Ich hoffe inständig, dass wir auf die PC-Umsetzung von The Room: Old Sins nicht ewig warten müssen. Bei den ersten drei Teilen waren es jeweils mehrere Jahre.

Der heutige Eintrag wird ein kurzer werden. Warum? Weil ich am Samstagnachmittag zwei Stunden in der Notaufnahme verbracht habe und meine linke Hand aktuell so aussieht:

Meine beschädigte Hand

Dieses Handicap reduziert meine Schreibgeschwindigkeit und erhöht die Fehlerhäufigkeit verständlicherweise massiv. Schreiben macht so nur bedingt Spaß. Außerdem tut es verdammt weh – aber das nur am Rande :wink: .

Das Ereignis

Was passiert ist? Nun, mir ist eine schlecht gewordene aber noch verschlossene Dose mit Katzenfutter in der Hand explodiert. Wobei – nicht ganz. Im Prinzip habe ich die Dose aufgemacht und der dabei entstandene Druckverlust hat sie zu einer Rakete werden lassen, die dann im Vorbeifliegen meine Finger aufgeschlitzt hat. War echt “lustig” wie dann plötzlich meine ganze Hand in einem Schwall von Blut verschwunden ist…

Am schlimmsten hat es den Zeigefinger erwischt, gefolgt vom Daumen und dann dem Mittelfinger. Insgesamt sieben Stiche hat die Assistenzärztin beim Zunähen gebraucht. Und da es sich um Katzenfutter gehandelt hat und somit eine erhöhte Verunreinigungsgefahr besteht, habe ich noch tolle Plastikplanen durchgezogen bekommen, damit das Wundwasser ablaufen kann, eine Tetanusimpfung und muss Antibiotika nehmen. Hoffen wir mal, dass das reicht.

Ein dickes Ding

Der Fachbegriff für so eine Dose ist anscheinend Bombage, wie wir mittlerweile gelernt haben. Immerhin etwas. Ja, wir werden den Hersteller natürlich mal anschrieben. Mal schauen wie er darauf reagiert. Ich werde hingegen in Zukunft die Finger von solchen Dosen lassen und sie einfach vorsichtig (mit Zange und Handschuhen am besten) und ungeöffnet in eine Tüte verpackt (falls sie in der Mülltonne explodiert) entsorgen.

Eigentlich ein Wunder, dass erst jetzt Schlimmeres passiert ist. Wir hatten bereits in der Vergangenheit eine Charge von einem anderen Hersteller mit drei solcher Dinger. Da hat es eines morgens in der Küche einen massiven Knall gegeben als sich die erste in eine Wolke aus Katzenfutter auflöste. Das war vielleicht eine Sauerei. Die zweite ist mir dann bei der Kontrolle in der Spüle beim Hinstellen (!) explodiert. Alter Schwede sage ich euch! Da muss man massiv aufpassen. Außerdem zwingend so gut es geht sowohl direkt nach der Lieferung alle Dosen auf verdächtiges Aussehen (aufgebläht, stark verbeult, etc.) kontrollieren und rigoros aussortieren (und ggf. dem Händler/Hersteller melden) als auch, wenn ihr sie dann aus dem Lager holt. Die Gärung ist schließlich ein langsamer Prozess. Hat mir hier zwar nicht geholfen aber wie heißt es so schön? 100% Sicherheit gibt es nicht.

Und damit gebe ich schon wieder ab bis Montag. Da habe ich zwar noch die Fäden in der Hand aber ich hoffe zumindest, dass die Beweglichkeit wieder etwas höher ist und die Schmerzen weg. Und ja: Ich werde diese Woche dann wohl nur Spiele spielen, die ausschließlich mit der Maus gesteuert werden können. Ein Hoch auf Point ‘n’ Click Adventure :smile: .

Sicarius

Ein Dreier

Journey (Herstellerbild)

Zu einer Beziehung gehört unter anderem das Bedürfnis Dinge, die man selbst gerne hat, mit dem Partner teilen und gemeinsam erleben zu wollen. Bei mir ist das logischerweise vor allem das Thema “Videospiele”. Und obwohl Lysanda grundsätzlich eine Hardcoregamerin ist (speziell in Tile-Matching-Titeln macht ihr so schnell keiner was vor) und sich zu ihrem Leidwesen gerne in ihre ausgewählten Spiele versteift (egal wie objektiv schlecht sie teilweise eigentlich sind) – etwas gemeinsam zocken oder zumindest zusammen erleben war (und ist) ein schwieriges Thema. Bei Assassin’s Creed Brotherhood und Assassin’s Creed Revelations hat sie mir zwar prinzipiell gerne zugeschaut, weil sie die Geschichte interessant fand. Außerdem hat sie gerne bei den Rätseln geholfen aber das Zwischendrin war verständlicherweise absolut langweilig für sie.

Journey war hingegen bekanntlich aufgrund meiner fehlenden Impulskontrolle (“Geh doch da hin!”) kein Erfolg. Und obwohl ihr Divinity: Original Sin Enhanced Edition grundsätzlich zugesagt hat, kam auch dort mein innerer Kontrollfreak – der zudem sehr ungeduldig zu sein scheint – zu schnell wieder heraus. Dabei hatte sie schon genug mit dem Gamepad zu kämpfen. So sind wir am Ende zwar bis nach Cecil gekommen aber dann haben sich unsere Wege buchstäblich getrennt (sie wollte in der Stadt andere Sachen machen als ich). Die Erkenntnis war damals, dass ich zum einen nicht schon zu viel über ein Spiel wissen darf, da ich sonst in den “Mach’ das und das, sonst passiert das und das”-Modus verfalle. Zum anderen müsste Lysanda erst einmal 1-2 Stunden alleine spielen, um mit dem Spielprinzip und der Steuerung ins Reine zu kommen. Im Ergebnis haben wir es seitdem nicht mehr wieder versucht. Ich zeige ihr zwar hin und wieder einen Titel, der aus meiner Sicht für sie interessant wäre, versuche sie für “einfache” Dinge zu überreden (mal ne Runde Sonic & All-Stars Racing Transformed z.B.) und erzähle ihr natürlich auch von meinem Erlebnissen in den virtuellen Welten. Sie möchte dabei übrigens speziell wissen (und zusehen), wenn ich wie in Kingdom Come: Deliverance mit anderen Weibern unanständige Sachen mache (Anm. v. Lysanda: Nur aus rein wissenschaftlichem Interesse versteht sich). Ja, The Witcher 3: Wild Hunt wird sie umhauen, wenn ich denn mal dazu komme :wink: .

Aber als aktiver Spieler bleibt sie dann doch bei ihren Free-2-Play-Smartphone-Spielen wie Cooking Dash oder Best Fiends. Sailor Moon Drops wurde zu ihrem Unmut ja leider Ende März abgeschaltet.

Die Überraschung

HuniePop (Herstellerbild)

Warum erzähle ich euch das alles? Nun, weil wir tatsächlich (dank Azzkickr) endlich ein Spiel gefunden haben, das wir gemeinsam Zocken. “Zusehen wie ich mit virtuellen Weibern rummache” ist dabei das perfekte Stichwort. Der Titel, der uns endlich zusammengebracht hat, ist nämlich HuniePop. Ziel dieser Dating-Simulation für Erwachsene (=schon in der zensierten Version viel nackte Haut – der Uncut-Patch steht auf der Entwicklerhomepage bereit) ist es mit einem Haufen Klischee-Mädels ins Bett zu steigen (entweder als Mann oder Frau). Also nichts Neues in der Welt der zahllosen, qualitativ eher minderwertigen Hentai-Puzzle-Spiele auf Steam? Doch, denn in HuniePop steckt tatsächlich ein guter und erstaunlich tiefgründiger Titel. Zumindest für dieses Genre. Es ist natürlich am Ende doch kein Mass Effect oder Dragon Age.

Das Grundprinzip ist zweigeteilt: Die eine Hälfte redet ihr mit den Mädels und überhäuft sie mit Geschenken – dazu später mehr. Die andere Hälfte besteht aus einem echt anspruchsvollen Tile-Matching-Spiel, welches das eigentliche Date mit eurer Angebeteten darstellen soll. Ziel ist es hier durch das Tile-Matching eine gewisse Punktzahl zu erreichen, die nach jedem erfolgreichen Date ansteigt. Erschwert wird die Sache dadurch, dass die Mädels unterschiedliche Vorlieben haben. So mag die schüchterne Computerspielerin Nikki (wie gesagt alles Klischeedamen) Talenttoken und wird von Sex-Token abgestoßen (=weniger Punkte für einen Match). Außerdem gibt es noch ein Passionslevel (=grundsätzlich mehr Punkte pro Match), das es gilt hochzutreiben und ihr könnt bis zu sechs Geschenke pro Date – genug Sentimentalität vorausgesetzt – einsetzen, um bestimmte Boni zu aktivieren. Beispielsweiße wandelt der pinke Teddybär alle gebrochenen in normale Herzen um.

Schafft ihr die Punktzahl zu erreichen, gibt es als Belohnung nicht nur Geld, sondern eure Beziehung zur Dame steigt eine Stufe höher. Und das wollt ihr logischerweise erreichen, denn nach vier erfolgreichen Verabredungen ist das nächste Ziel euer Bett :smile: . Außerdem sind die Damen massiv enttäuscht von euch, wenn ihr das Date versiebt. Das will man ja nicht.

Reden?!

HuniePop (Herstellerbild)

Der andere Teil des Spiels ist wie erwähnt das Anbandeln mit den Mädels. Anders als die Pornos suggerieren reicht hier leider nicht “Warum liegt hier Stroh rum?!” zu sagen. Ihr müsst euch schon etwas mehr anstrengen, um die begehrten Hunies einzusammeln. Die braucht ihr, um euren Charakter hoch zu leveln und damit mehr Punkte im Tile-Matching-Teil machen zu können. Die zweite Währung, Geld, erhaltet ihr hingegen nur nach erfolgreichen Dates (=je schwieriger das Date, desto mehr Geld). Mit dem Geld kauft ihr Geschenke, Essen oder Alkohol. Ja, ihr müsst eure Damen auch versorgen. Sind sie hungrig, reden sie weder mit euch noch gehen sie auf ein Date. Alkohol hilft hingegen den Schwierigkeitsgrad des Tile-Matching-Parts zu reduzieren. Aber echte Männer und Frauen schaffen das freilich ohne.

Durch eure Gaben an die Damen schaltet ihr hingegen Sachen wie Haarstile oder Geschenke zur Benutzung in den Verabredungen frei und erhöht die Menge an Hunie, die ihr durch Gespräche erhaltet. Erneut gilt: Jede Dame hat ihre ganz eigenen Vorlieben. Zum Glück sind im virtuellen Shop die Sachen entsprechend gekennzeichnet. Ihr müsst euch also nicht zwingend merken, dass Kyanna auf alles scharf ist, was mit Fitness zu tun hat. Die Dialoge sind simpel und bestehen immer aus einer Multiple-Choice-Frage bzw. -Antwort, je nachdem ob ihr das Mädel etwas fragt oder von ihr gefragt werdet. Durch ersteres erfahrt ihr mehr über die Dame (z.B. ihr Gewicht oder ihre Körbchengröße). Letztere sind hingegen entweder gemeine Wissensabfragen (erinnert ihr euch noch dran, was die Frau auf eure Fragen geantwortet hat) oder allgemeine Lebensfragen wie “Magst du Frauen, die sich untenrum rasieren?”, bei denen ihr je nach Persönlichkeit der Dame antworten müsst, um die Hunies einzusacken und nicht nach euren realen Vorlieben. Die Yoga-Lehrerin Beli findet es logischerweise nicht gut, wenn ihr Spiritualität als Blödsinn einstuft. Achtung: Für eine ernstzunehmende Beziehung ist dieses Vorgehen nicht zu empfehlen.

Tagesablauf

HuniePop (Herstellerbild)

Ein weiteres taktische Element kommt dadurch hinzu, dass der Shop im Spiel jeden Tag ein anderes Angebot hat und die Frauen auch ihren eigenen Tagesablauf. Nicht jede könnt ihr zu jeder Uhrzeit in der Woche antreffen. Das ist nicht nur für das entscheidende, letztes Date wichtig (in dieser Welt möchte z.B. niemand nachmittags rammeln), sondern ebenfalls für das Freischalten der unterschiedlichen Outfits. Je nach Tageszeit findet eure Verabredung an einem anderen Ort statt und die Dame hat entsprechend etwas anderes an. Und nein, der Kleiderschrank besteht nicht nur aus freizügigen oder Klischee-erfüllenden Sachen. Die gibt’s zwar, dafür aber auch überraschend viel “normales”. Oder ich kenne einfach die dazugehörigen Fetische nicht – ebenfalls möglich.

Während das mittelfristige Ziel also schlicht ist mit allen ins Bett zu steigen und damit alle vier Bilder für jedes Mädel zu bekommen, ist die Fleißaufgabe alles über alle zu erfahren, ihnen alle zur Verfügung stehenden Geschenke zu geben und die jeweils sechs Haarstile und Outfits freizuschalten.

Beim Christoph meint: Meine Wertung sind ganz klare 5 von 5 Sics, auch wenn wir technisch gesehen noch nicht komplett durch sind (einen der versteckten Charaktere müssen wir noch rumkriegen). Die hohe Wertung kommt logischerweise voll und ganz daher, dass ich es zusammen mit Lysanda spielen kann. Sie kümmert sich um die Tile-Matching-Sequenzen, während ich mehr für das Strategische (wann gehen wir zu wem) und das Reden zuständig bin. Und was zusammen mit meiner Frau spielen zu können macht selbstverständlich noch einmal viel mehr Spaß, als wenn ich es nur alleine machen würde.

Doch selbst wenn ich diesen Punkt außer Acht lasse, ist HuniePop ein überraschend guter und qualitativ hochwertiger Vertreter seines Genres. Er ist tiefgründiger und taktisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick den Anschein hat und bietet zudem ein gutes Gedächtnistraining (wenn ihr nicht cheatet und nebenbei einen Guide offen habt), das nicht realistischer sein könnte. Okay, Lysanda hat mich noch nicht abgefragt ob ich ihre Körbchengröße noch weiß – für den Kauf von Geschenken ist es aber dann doch wichtig zu wissen :wink: . Wer also kein Problem mit nackten Animemädels in seinem Tile-Matching-Spiel hat, der macht mit einem Kauf aus meiner Sicht absolut nichts verkehrt.

Sicarius

Drei Streuner weniger

Fremde Katzen im Haus

Letzte Woche war mal wieder Action im Hause Lysanda. Sonntagabend kam entfernte (=schräg gegenüber) Nachbarschaft vorbei, um zu fragen, ob wir eine Katze vermissen würden. Sie hätten eine mit Kitten (technisch gesehen “Welpen” – Kitten ist umgangssprachlich) bei sich im Holzstapel gefunden. Natürlich haben wir keine Katze vermisst – schon gar keine, die Schwanger werden könnte. Wenn Lyssi oder Maya werfen würden, käme das Marias Empfängnis gleich :wink: . Und raus kommt aus unserem gesicherten Garten mittlerweile bekanntlich keiner mehr. Es war also keine von unseren und ich nahm ehrlich gesagt diese Information entsprechend nur zur Kenntnis. So von wegen “Wenn ich was höre oder Lysanda auf Facebook was sieht, melden wir uns”.

Lysanda tickt da zum Glück etwas anders. Also haben wir einen Katzenkorb aus dem Keller geholt, Futter zusammengesucht und sind zu besagten Nachbarn gestampft, um nach dem Rechten zu sehen. Durch ein paar Lücken im Holz konnte man auch den ein oder anderen Blick auf Mutter und Kinder (zwei an der Zahl) erhaschen. Der Plan war relativ schnell klar: Sie mussten ins Tierheim (ggf. Besitzer feststellen, Untersuchen, Kastrieren, etc.). Aber um sie dort hin zu bringen, mussten wir sie logischerweise einfangen – und dabei zwingend die richtige Reihenfolge beachtet werden. Hätten wir zuerst ein Kitten rausgeholt, wäre die Chance sehr groß gewesen, dass die Mutter mit dem anderen einfach abdampft und nicht mehr gesehen ward. Also musste zuerst sie dran glauben.

Die Rettungsaktion

Sonntagsabends (sowas passiert IMMER am Wochenende) ist logischerweise nirgends mehr was zu holen, wenn nicht grad Leben und Tod auf dem Spiel steht. Mutter und Kindern ging es immerhin soweit gut. Also haben wir den Katzenkorb dagelassen, etwas Futter reingestellt und alles weitere auf Montag vertagt.

Die süßen aber verängstigten Welpen

Am nächsten Morgen ging es dann ins Tierheim Darmstadt (liegt auf unserem Arbeitsweg), um eine Lebendfalle zu organisieren. Hatten zum Glück noch eine da, die sie uns verleihen konnten. Zwar ein uraltes und sauschweres Holzding aber solange sie funktioniert ist das Aussehen ja wurscht. Nach Feierabend also mit dem Ding und noch etwas Futter zurück zu den Nachbarn und die Falle aufgestellt. Die Mutter hatte zwischenzeitlich anstandslos das Fressen im Katzenkorb angenommen – das war schonmal ein gutes Zeichen, da die Falle somit nur eine andere Fresshöhle darstellte als die Box. Und siehe da: Keine zwei Stunden später stand die Nachbarin an der Haustür und meinte die Mutter wäre eingeschlossen. Fehlten noch die zwei Kitten, die sich hinter/unter dem Holzstapel ängstlich kauerten.

Zum Unmut des Nachbarn (er hat sich aber ebenfalls Sorgen um die Kätzchen gemacht, so ist es nicht) blieb uns entsprechend nichts anderes übrig als mit vereinten Kräften den Stapel vorsichtig abzubauen. Ging auch alles soweit glatt und Lysanda konnte die Kitten eins nach dem anderen herausholen und im Katzenkorb verstauen. Die Tierheime hatten zu diesem Zeitpunkt natürlich erneut geschlossen. Also mussten sie über Nacht bei uns bleiben.

Die Aufbewahrung

In der Lebendfalle ohne Futter, Wasser, Klo und Licht wollten wir die Mutter nicht sitzen lassen – schon gar nicht ohne ihre Kitten. Aber dank Lyssis Unfall sind wir ja mittlerweile im Besitz einer großen Hundebox. Also die im Bad aufgestellt, die Kitten reingepackt und die Mutter aus der Falle entlassen. Hatten natürlich die Befürchtung, dass sie uns dabei stiften geht, aber zu unserer Überraschung ging alles glatt. Nach etwas Orientierung pullerte sie sogar anstandslos ins Katzenklo. Spricht dafür, dass ihr Menschen zumindest nicht ganz unbekannt sind.

Sie war jedoch so nervös und hatte so viel Angst (versteckte sich zwischen Katzenklo und Korbwand), dass sie ihre Kitten im Katzenkorb (den hatten wir einfach komplett in die Box gestellt) gar nicht bemerkte. Nachdem wir den Deckel abgenommen hatten, haben sich alle drei aber dann relativ zügig in einer Ecke wieder zusammengefunden und eine Runde gekauert. Und als wir den Deckel wieder auf den Katzenkorb packten, ging die Mutter schnurstracks hinein. Die Kitten folgten mehr oder weniger schnell. Das Tierheim schätzte sie auf 5-6 Wochen alt. Das eine war äußerst mutig und hat uns angefaucht, wusste aber nicht so recht was es sonst noch machen könnte (ließ sich ohne Probleme aufnehmen). Die Mutter ist ebenfalls noch sehr jung und vermutlich war es ihr erster Wurf. Würde erklären, warum es nur zwei Kinder waren. Normalerweise schaffen Katzen locker sieben bis zehn Kitten pro Wurf (deshalb ist kastrieren so wichtig!). Nur beim ersten ist es je nach Rasse etwas weniger.

Die vorübergehende Heimat der Drei im Tierheim

Da ich am nächsten Morgen einen relativ frühen Termin auf der Arbeit hatte und unklar war, ob das für uns zuständige Tierheim in Rüsselheim die Katzen aufnehmen und vor allem auch die Mutter kastrieren würden, haben wir sie erst einmal Zuhause gelassen und telefoniert. Im Nachhinein waren unsere Befürchtungen jedoch unbegründet. Sie wurden in Rüsselsheim ohne Murren in einem Einzelzimmer (wegen der Quarantäne und dem Alter der Kitten, die in einem guten Fall bis zur 12 Woche noch besser bis zur 16. bei der Mutter bleiben sollten) aufgenommen und werden dort – sollte nicht doch die Mutter wider Erwarten geschippt sein – erst einmal bleiben. Der Transport dahin ging unproblematisch von statten, da sie ja bereits alle im Katzenkorb saßen. Gitter dran, Handtuch drüber und ab ins Auto. Die gesamte Fahrt gab es keinen Mucks aus der Box.

Fazit

Also nein, wir haben jetzt nicht plötzlich Katze 6-8 Zuhause sitzen. Und ja, Lysanda hat dies durchaus im Zweifel in Betracht gezogen, wenn alle Tierheime gesagt hätten “Untersuchung und Kastrieren ja, aber fürs Aufnehmen haben wir keinen Platz” bzw. die Kitten hätte Darmstadt auch genommen und die Mutter kastriert. Dann hätte die Mutter aber wieder hier ausgesetzt werden sollen und das kann man an dieser vielbefahrenen Straße keiner Katze antun. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass genau dort Nica überfahren wurde und Kiwi, eine Katze vom anderen Ortsende, die Lysanda an einem Sonntagmorgen tot aufgesammelt hat.

Anfangs hatte speziell ich so meine Bedenken als Lysanda meinte “Lass uns mal guggen gehen”, schließlich haben wir so eine Fangaktion noch nie durchgeführt. Aber am Ende hätte es nicht besser laufen können und war absolut unkompliziert. Gut, dass sie SO schnell in die Lebendfalle reingeht ist vermutlich nicht die Norm aber am grundsätzlichen Ablauf hätte sich nichts geändert, selbst wenn sie uns erst über Nacht reingegangen wäre. In so einem Fall – Mutter mit Kindern, die niemand in der Umgebung kennt oder offensichtlich in der Klemme stecken – sollte man entsprechend keine Angst haben zu helfen. Die Tierheime unterstützen euch normalerweise dabei und auch in den Sozialen Medien gibt es haufenweise Tierschutzgruppen – vermutlich sogar in eurer Nähe – die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere örtliche Facebook-Gruppe hat sogar Helfer mit Chiplesegeräten, die im Zweifelfall ein gefundenes Tier (egal ob tot oder lebendig) auslesen kommen.

Gekostet hat uns die ganze Sache nur Zeit und etwas Sprit und zur Belohnung haben wir drei Streuner weniger auf der Straße. Tierschutz fängt eben bei jedem selbst an. Aber dabei natürlich nicht den Selbstschutz vergessen: Katzenbisse sind immer ein Fall für den Arzt/Krankenhaus aufgrund der Keime im Katzenmund und der hohen Infektionsgefahr. Im Vergleich zu Hundebissen (10 bis 20 Prozent) führen 45 Prozent aller Katzenbisse zu ernsten Infektionen.

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