Sicarius

EA auf Einkaufstour

Am Dienstag verkündete Electronic Arts, dass sie PopCap Games für 750 Millionen US-Dollar gekauft haben. Die Beweggründe von EA sind mir klar. PopCap ist nicht nur einer der führenden Entwickler von Casual Games, sie sind auch äußerst erfahren in Sachen „Digitale Distribution“. Ein Markt, in dem EA bislang noch nicht so richtig Fuß fassen konnte. Der EA Downloader lässt sich als kompletter Fehlschlag bezeichnen und auch Origin wird es gegen die geballte Kraft von Steam äußerst schwer haben. Da kann EA noch so viele Spiele von dort abziehen. Und dann wäre da natürlich noch der äußerst lukrative Social Media-Markt (die Farmville-Ecke). Auch hier besitzt PopCap bereits einiges an Expertise. Doch wieder einmal frage ich mich, welche Vorteile der vermeintlich kleinere, also PopCap, bei diesem Deal hat.

Screenshot von Bejeweled 3David Roberts, CEO von PopCap, begründet in der Pressemitteilung die Entscheidung so: „By working with EA, we’ll scale our games and services to deliver more social, mobile, casual fun to an even bigger, global audience“. Sie versprechen sich also eine noch größere Reichweite, eine verständliche Einstellung. Aber wir reden hier von einer Firma, die alleine 50 Millionen Mal Bejeweled verkauft hat. Eine Firma, die bei nur 400 Mitarbeitern bereits über 100 Millionen US-Dollar Umsatz im vergangenen Jahr einfuhr, mittlerweile mindestens vier Megamarken aus eigener Kraft erschaffen hat (Bejeweled, Plants vs. Zombies, Peggle, Zuma) und selbst bereits ein globales Distributionsnetz auf allen wichtigen Plattformen besitzt — wenn auch nur online.

Die simple Antwort

Bei genauerer Betrachtung ist es ziemlich simpel: EA besitzt viel Kohle (3,7 Milliarden US-Dollar Umsatz um genau zu sein) und hat in jedem wichtigen Land mindestens eine Niederlassung. Das nun verfügbare Werbebudget ist vermutlich unvorstellbar hoch und dank EA braucht PopCap, sollten sie überhaupt noch Boxed Products anbieten, keine separaten Deals mehr mit Distributoren aushandeln. Das hilft der Firma tatsächlich sich noch weiter auszubreiten. Echte Vorteile für uns, die Spieler, sehe ich allerdings nicht — aber auch keine wirklichen Nachteile.

Der Grund dafür ist einfach: PopCaps Spiele sind unter anderem auch deshalb so erfolgreich, weil sie zum einen auf jedem noch so schwachen System laufen und zum anderen, weil sie äußerst simpel — aber natürlich massiv suchtfördernd — gestrickt sind. Noch mehr Manpower drauf zu werfen, wird daran sicherlich nichts ändern. Und das PopCap plötzlich noch Dutzende Spiele mehr veröffentlicht, halte ich derzeit auch für recht unwahrscheinlich. Vor allem, weil sie sich damit ein Stück weit selbst das Wasser abgraben würden. Eine Expansion in andere Genre und Märkte aber wäre natürlich wünschenswert und nun ein Risiko, das sie locker eingehen könnten. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem PopCap ein eigenes MMO ankündigt. Da kann World of WarCraft auf jeden Fall einpacken… :smile:

Da war doch was

Screenshot von SaboteurDer Kauf von PopCap Games ist übrigens nicht die erste Akquisition von Electronic Arts in dieser Richtung. Bereits Ende 2009 nahm EA 275 Millionen US-Dollar aus der Portokasse und holte den Social Games-Entwickler Playfish ins Boot. Wer viel auf Facebook unterwegs ist, wird über den Entwickler von Spielen wie Who Has The Biggest Brain? und Hotel City sicherlich schon einmal gestolpert sein. Das eigentlich interessante an Playfish ist jedoch, dass die Ingame-Währung, Playfish Cash, sogar bei Walmart und in Toys ‚R‘ Us-Läden gekauft werden kann. Das ist auch heute noch ziemlich einzigartig im Bereich der Social Games.

Der Aufkauf ist leider auch deshalb untergegangen — mal abgesehen davon, dass Playfish in „unserer“ Spielewelt bis heute keine Rolle spielt –, weil EA am selben Tag 1.500 Mitarbeiter entlassen hat. Das waren 17% ihrer damaligen Belegschaft. Darunter litten unter anderem EA Tiburon (Madden NFL, NASCAR), Visceral Games (DeadSpace, Der Pate), Mythic (Warhammer Online: Age of Reckoning; heißt heute Bioware Mythic), EA Black Box (mehrere Need for Speed-Titel, existiert heute nicht mehr) und Pandemic Studios (Saboteur, Mercenaries; wurde komplett geschlossen). Viele gute Leute mussten an diesem Tag ihren Hut nehmen und von diesem Aderlass hat sich, meiner Meinung nach, EA in diesen Bereichen bis heute nicht wirklich erholt. Grund für die Entlassungen dürften vor allem die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise gewesen sein. Andererseits muss man sich natürlich fragen, warum sie dann 275 Millionen für Playfish übrig hatten…

Der dritte Kauf

Zusätzlich landete Ende 2010 noch der iPhone- und iPad-Publisher Chillingo in der Tasche von EA – für läppische 20 Millionen US-Dollar. Die haben unter anderem Angry Birds und Cut the Rope veröffentlicht. Die Marken gehören aber nicht ihnen und die Firma konzentriert sich auch weiterhin ausschließlich darauf quasi Indie-Games für iPhone und iPad zu veröffentlichen. Daran hat sich durch den Kauf bislang nichts geändert. Entsprechend ist für mich ein noch viel größeres Fragezeichen hinter dieser Aktion, aber dazu vielleicht in einem anderen Eintrag mehr.

Ich empfehle euch stattdessen noch passend zum Thema mein Feature Der ungleiche Kampf von 2008, in dem es um den Aufkauf von Take 2 durch EA ging — der am Ende nicht durchgeführt wurde. Und natürlich auch mein „Meisterwerk“, den Monsterartikel über Westwood, den ich dringend mal sprachlich etwas überarbeiten müsste. Bei einigen Absätzen schüttele ich heute nur noch mit dem Kopf :smile: .

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14 Kommentare

[i]$750m[/i]
Hm, welche Vorteile hat PopCap dadurch (oder vielmehr die "Besitzer")?
[i]$750m[/i]
Ja das hat bestimmt strategische Gründe…
[i]$750m[/i]
PopCap hat ja immerhin $100m im Jahr eingenommen
[i]$750m[/i]
Wenn man von extrem hochgegriffenen 50% Gewinn davon ausgeht…
[i]$750m[/i]
… hätten sie die 750m in läppischen 15 Jahren reingeholt
[i]$750m[/i]
(um das mal einzuordnen: Vor 15 Jahren ist das Internet erst wirklich entstanden)
[i]$750m[/i]
Die ganze Sache hat natürlich nichts damit zu tun, EA so richtig auszunehmen, solange die ganzen hippen Internetfirmen alle völlig überbewertet sind
[i]$750m[/i]

Willst du uns etwa sagen, dass die das rein des schnöden Mamons wegen gemacht haben? Dein Kommentar ist da nicht so eindeutig :smile:

die Theorie drüben bei GG gefällt mir besser ~ dass sie einfach nur jemand vernünftigen Start für Origin brauchen mit dem sie auch die Casuals mitziehen. Bei meinem letzten Kontakt mit EA habe ich schon die automatische Verknüpfung meines Kontos mit Origin bemerkt (in der schönen Übersicht hat man ja 1000 Konten, wenn man nur 2 Spiele registriert hat). Ich bin dem ganzen ehrlich gesagt nicht ganz so skeptisch gegenüber eingestellt. Obwohl der EA Downloader die Hölle ist und war, hat er bei mir die Ressourcen im Gegensatz zu Steam geschont und es zugelassen, dass mehrere Instanzen ohne Internetvollauslastung liefen. Problem was ich mit dem EA Downloader habe, war allerdings die Veränderung wichtiger Systemdateien, aber da nehmen sich die Beiden nichts.

Zur Kauftour und zum Grundton deiner News kann ich gerade nur sagen: Dass ich das nicht ausmachen kann in welche Richtung dein Eintrag geht. Ich finde er ist aber – das muss ich jetzt wirklich zum ersten Mal sagen – zu oberflächlich. Der Verkauf vieler Aktien u.A. auch der Ubisoft Aktien ist komplett unter den Tisch gefallen. Inwiefern die auch noch Geld abgeworfen haben, streiten sich die Leute ja auch drüber. Außerdem fehlt bei dem Einwand ganz eindeutig die Unternehmensbewertung, obwohl die Wirtschaftskrise mit drin steckt. Das ist das eigentlich Wichtige bei dem Geschäft, die Bewertung. PopCap hat durch die Übernahme nur an Selbstständigkeit in Maßen verloren, nicht aber an wert. EA hat also aus der Wirtschaftskrise gelernt und gesehen, dass Umsätze und Gewinne nicht für die dauerhafte Stabilität sorgen. Es ist also eine ähnliche Taktik, wie von Staaten die Währungen über den Grund und Boden abzusichern bzw. nach Gebäuden im normalen Rahmen bewerten zu lassen. So kann in der Theorie auch bei Inflationen, Währungswechsel oder gar dem Zusammenbruch der Volkswirtschaft von *über Wasser halten* überhaupt noch die Rede sein.

Ich denke, das ist insgesamt alles nur eine Zusammenfassung und würde man die anderen Hintergründe noch beleuchten, wäre man zu weit ab vom eigentlichen Thema oder der Zielgruppe -> den Gam0rn (+Staff^^) <-. Ich hab mich bei der News übrigens gefreut: Endlich vernünftige Bezahlmethoden für die Titel von PopCap.

Mir geht es auf den Kecks, dass ich bald für jedes Spiel ein eigenes Proramm vorher starten muss. Für Sins of a Solar Empire muss ich Impulse starten, für Die Sielder 7 UPlay, für Shift 2 Origin , für Mount & Blade Steam, für GTA 4 Rockstar Social Club, für Tinker GfWL und so weiter und so fort. Steam ist hier noch der Einäugige unter den Blinden, weil sich derzeit noch der Großteil der Spiele dort tummelt. Aber die Fragmentierung wird immer schlimmer und das kann einfach nicht die Zukunft sein. Da spiel selbst ich am Ende des Tages lieber auf der Xbox statt auf dem PC!

Eben, es kommt einfach entweder darauf an, welcher Dienst sich durchsetzt und ich hoffe, dass es weder Steam, noch sonst ein Programm in aktueller Form sein wird. Und ja: Natürlich ist das nervig, aber die Konsequenz wird einfach sein, dass weniger Leute für PC-Spiele Geld ausgeben werden bzw. der PC weiterhin auf dem Rückzug sein wird. Den zukünftigen Markt für den PC werden eben nicht mehr "nur" Spielesammler tragen können. EA als letzten Passagier auf dem sowieso schon überladenen Schiff für's Sinken verantwortlich zu machen hilft da in meinen Augen wenig (selbst wenn das jetzt nicht so gemeint ist, und du die allgemeine Situation anprangerst). Bei Origin setze ich halt die Hoffnung darauf, dass sie aus dem EADM+Updater gelernt haben und den vernünftig weiterentwickeln.

Also:
Meine persönliche Konsequenz steht mit oben mit drin: Ich werde weniger (digitale) Käufe tätigen und mich eher noch weiter von den Spielen entfernen. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich mit den Retro-Konsolen noch gut leben kann. Ich sag nur 3D-Echtzeit 4Player (kein Splitscreen!) Action-RPG, mit 72 Stunden+ Spielzeit. Die sieben verschiedenen Enden, Nebenquests und -missionen noch nicht mitgerechnet…> hab ich seit bestimmt 10 Jahren nirgendwo mehr in vernünftiger Qualität gesehen.

Absurde These:
Wahrscheinlich kriegt auch hier nur irgendwann google genau die Mischung aus übersichtlich-schlanker Oberfläche, intelligenter (Spiele-)Einkäufe&Accountverwaltung und schlankem Ressourcenverbrauch hin. Dafür wird man dann mit Werbung zugeballert und facebook kriegt die Daten im pseudo-Geheimen verkauft. :P

"ich hoffe, dass es weder Steam, noch sonst ein Programm in aktueller Form sein wird."

Schließt btw. Origins mit ein ~

Ich hab jetzt lang überlegt, was ich von den vielen publisher-eigenen launchern halten soll. und bin eigentlich nicht zu einem ergebnis gekommen. natürlich: richtig ideal wäre es, wenn es sie nicht gäbe. aber: stören sie euch tatsächlich so sehr? ich meine: weder fressen sie ressourcen (ich merk davon zumindest nix), noch verlangsamen sie den spielstart (man muss ja "nur" einmal mehr auf "start" klicken) und soweit ich informiert bin sammeln sie auch keine (anonymen?) nutzerdaten, oder?

und erst vor kurzem, als ich mit sic ne runde siedler 7 gespielt habe, konnte ich den vorteil der ganzen sache live erleben: freund einladen, spiel starten. fertig. es ist schon ein ordentlicher gewinn im komfort.

und: zudem muss man ja keine cd mehr einlegen. so gesehen ist der zeitgewinn sogar noch größer als der zeitverlust durch das zusätzliche launcher-fenster wo man das spiel erst starten muss. (ist ja im prinzip nix anneres als der autostart-dialog der dvd)

Okay, jetzt weiß ich warum ich so selten Antworten auf Kommentare bekomme. Sie liest scheinbar wirklich niemand. :sad:

"weder fressen sie ressourcen (ich merk davon zumindest nix),"

Wrong -> Steam-Debakel bei mir -> siehe oben -> kein (!) Einzelfall, bekanntes Problem auf Steampowered, angeblich sei die Mainboard/Prozessor Kombination Schuld. Auf Nachfrage beim Support haben einige Kunden sogar die Antwort erhalten abzurüsten (!) wtf. ~

"noch verlangsamen sie den spielstart (man muss ja "nur" einmal mehr auf "start" klicken)"

Wrong -> Bei Dark Messiah funktioniert der Steamoffline Modus nicht. Als ich Steam noch drauf hatte, hat mein PC bei Steam-Autostart länger als eine Minute gebraucht, um im Hintergrund Steam ordentlich zu starten und ich habe kein schwaches System. Bevor ich das Spiel starten kann, muss Steam im Hintergrund reagieren und die exe erkennen, dann springt ein sinnfreier Ladebalken (wenn er denn anspringt, manchmal geht ein Fenster auf und schließt sich direkt wieder und es passiert nichts, der Startprozess von Dark Messiah wird abgebrochen) munter umher. Spielstart. Als ich das Spiel damals erworben habe, konnte ich Dank Anfügen von einfachen Befehlen in den Parameter sogar direkt durch den Klick mein letztes Savegame vorgeladen Spielen. Kein -> Weiterspielen, oder Laden-> Letzter Speicherstand, auswählen, Laden … ein Klick auf die Verknüpfung! Und die Launchzeit für das fertig geladene Leveln inklusive Spiellaunch war höchstens eine Minute. Heute braucht Steam allein schon diese Zeit zum verifizieren der Executable.

Außerdem… hast du schonmal so richtig geflucht an manchen Tagen, wenn du nur schnell was spielen wolltest und sich zuerst Steam ganz gemütlich aktualisiert (besonders gemütlich Freitag- und Samstagabend), dabei aber nur ein wenig am Design ändert und irgendwelche neuen Meldungen irgendwo hinpatscht? Und dann siehst du, obwohl du dir sogenannte Patch-Days vornimmst, dass noch ein Update in der selben Woche kam und bei der Gelegenheit erstmal noch andere Spiele aktualisiert werden. Gut, dass kann man abbrechen, aber wenn dann später im Changelog von einem Patch der dich weitere 10 Minuten hat warten lassen, lediglich steht, dass nur von veränderten Nutzungsbedingungen die Rede ist. Grr. Ich hab damals von manchen Singleplayer-Spielen ewig entweder die Vanilla-Version gespielt oder nur die erste nachgeschobene Bugfix 1.01, weil ich für den Rest zu faul war, oder im Nachhinein massiv Gameplay-Elemente oder gar Texturen verändert wurden. Unfreiwillige Green_blood Patches etc. Was haben wir damals über die Patches zum Release-Tag geflucht. Am Ende waren es bei 50% der Spiele die Einzigen, die ich wirklich nicht missen wollte. Wenn ich doch nur eben schnell noch vor dem Zubettgehen eine weitere Mission spielen möchte, will ich keinen Patch runterladen müssen, der mich bei den richtigen Grafikeinstellungen 1 Stern mehr am Himmel sehen lässt. Dass eine gleiche Version beim MP notwendig ist, spreche ich an der Stelle übrigens nicht ab.

"und soweit ich informiert bin sammeln sie auch keine (anonymen?) nutzerdaten, oder?"
semi-Wrong -> ich habe vor gut 2 Jahren nach einem Forumsbeitrag von Zwerg gesucht und Spielstatistiken (Spiele-Launches, Uhrzeiten, Servername, Spieler-IP), die von dritten Seiten einfach von Steam ausgelesen wurden. Sicherlich kann man jetzt hier sagen: Da kann Steam ja nichts für, wenn die angemieteten oder selbst gehosteten Server für Spiel xyz auch Statistiken erfassen… wären es nicht offizielle Server gewesen.

Und ja, die ganzen Launcher haben auch positive Effekte: Wer in den Open-Betas (die heute nicht mehr wirklich Beta sind, sondern schlichtweg eine andere Form der Demo ~) der letzten EA Spiele war, weiß wie schrecklich Spiele-intern verwaltete Freundeslisten und Auto-Connect funktionen sind. Oder Ron und Sic erinnern sich noch an die ein oder andere Eigenheit beim Start des RA3 Coop-Modus'. In dem Vergleich ist Steam komfortabler. Aber ein Rollstuhl im Vergleich zur Krüke bringt trotzdem nichts, wenn man eigentlich Sprinten möchte.

Zu den Ressourcen:

Hmmm… also ja, Steam braucht ein paar Sekunden zum/beim Hochfahren, wenn mans im Autostart hat, aber da ich meinen PC direkt nachm aufstehen anschmeisse und dann erstma ins Bad gehe, merk ich das in der Praxis nicht. Dass es 1min dauert halte ich für sehr krass. Wohlgemerkt, ich habe Steam auf meiner HDD (nicht SSD). Und es ist nur eine mit 5400rpm. Ich kann also nicht ganz verstehen, warum das bei dir soooo lange dauert. Virenprogramm evtl? Seitdem ich Kaspersky runtergeschmissen hatte, ging selbst aufm alten PC alles ab wie ne Rakete :)

Zum Offlinemodus:

Halte ich persönlich für überflüssig. Schlagt mich nicht, aber ich hab den noch nie genutzt. Und wüsste auch nicht, weshalb ich das tun sollte. Wie gesagt, zumindest bei mir merk ich die Anwesenheit von Steam garnicht. Wenn das schwarze Symbol nicht in der Taskleiste da wäre, würd ich vergessen, dass es existiert :)

Zu den Updates:

Also irgendwie wiederhole ich mich ^^ Bis auf eine Phase, wo ich Probleme mit Steam-Updates hatte (Sic erinnert sich, er musste mir dann immer seine steam.exe schicken :)), kann ich das wieder nicht bestätigen. Liegt aber auch sicher wieder daran, dass es bei mir eh immer an ist und es daher aktualisiert bevor ich direkt ein Spiel starten will. Aber selbst wenn nicht: die Updates sind selten groß und in wenigen Minuten erledigt. Wenn man diese Zeit net hat, brauch man auch kein Spiel anschmeissen. ZUMAL: bei den Konsolen kannst du die automatischen Updates auch nicht umgehen. Und da sinds schonmal Updates mit mehreren hundert MB !!

Zu deinen Schlussfolgerungen (natürlich habe ich deine Kommentare gelesen):

Welches Spiel sprichst du da oben eigtl. an? Würd mich interessieren.

Ansonsten kann ich natürlich verstehen, dass du digitalen Käufen abgeneigt bist, wenn du bislang so negative Erfahrungen gemacht hast. Nur: ich kann sie mir wie gesagt nicht erklären. Anfangs hatte ich mit Steam auch kleinere Probs (Client-Update), manchmal müssen ganze Spiele neu geladen werden beim Update (Company of Heroes -> kann Steam nix für). Aber seit Monaten habe ich wirklich garnix Negatives mehr erlebt.

Und wie gesagt: auch die Konsolen bestehen auf Updates beim Spielstart. Das Argument, man spielt auf Konsolen komfortabler zieht also zumindest in diesem einen Aspekt nicht. Ich bin ja – wir hatten ja scho die Diskussion Konsole vs. PC – ein großer Freund vom Komfort und der Einfachheit der Konsolen. Aber gerade STEAM ist es, dass mir das Spielen auf dem PC vereinfacht und den Vorteil der Konsolen aufhebt (Auto-Updates, keine CD, Freundeslisten, Cloud, Achievements usw.).

Ich bin ja (bekanntermaßen?)totaler Steam-Aholic… Klar sind diese Probleme die du da erfährst extrem ärgerlich, aber das is ja trotzdem nicht der Regelfall. Und vorallem ist es kein inherentes Problem des digitalen Vertriebes oder der Launcher-Programme. Es is traurig, wenn Valve das Problem nicht beheben kann, aber das kann man doch nicht verallgemeinern.

Wie Azz hab ich keinerlei Probleme mit Steam… Ob es im Autostart ist oder nicht macht bei mir keinen Unterschied (und es liegt bei mir auch nicht auf der SSD). Bei den Patches kann ich auch Azz zustimmen, das merk ich überhaupt nicht.
Und das ist natürlich auch so ne Sache, dass man Steam als Programm und die Spieldateien nicht "trennen" kann. Aber das ist wieder kein generelles Problem von Launcher Software, nur ein fehlendes Feature von Steam.

Aber zum Thema Nutzerdaten:
Bist du nicht jemand, der gerne mal mit dieser BC2 Statistikseite daherkommt, wo man auch sehen kann wieviele hundert Stunden jemand schon gespielt hat und auf was für nem Server und alles? Das gehört doch bei aktuellen Spielen zum guten Ton und das wollen die Spieler doch auch. Und wie die das wollen! Finde jetzt nicht, dass man daraus Steam nen Strick drehen kann…
Und bei Steam kann man sein Profil auch einfach auf privat schalten, schon sieht keiner mehr irgendwas. Etwas was (um mal ein ganz anderes Beispiel zu bringen) bei WoW nicht geht. Da kann jeder, der meinen Charnamen kennt, jederzeit in der Armory sehen, was ich wann im Spiel gemacht hab. Komplett ohne "Opt-Out" Funktion. Das ist also auch wieder ein Thema, was nicht den Launcherprogrammen vorbehalten ist, sondern ein allgemeines Problem sein kann.

Also für mich ist der Retail Vertrieb auf jedenfall der Rollstuhl und mit Steam kann ich soviel sprinten wie ich will. Ich würde nur noch bei Steam kaufen, wenn die Preise außerhalb von Aktionen nicht immer deutlich höher wären als im Retailgeschäft (insbesondere im UK). Vorallem bei Retail Spielen die auf Steam setzen ist das echt paradox. da bräucht ich echt nur den Key, die Packung und der Datenträger ist mir sowas von egal, die könnt ich eigentlich auch direkt in die Tonne treten (was ich nicht mache, aber en großes Problem hät ich damit auch nicht). Aber auch da kann Steam eigentlich nichts für (außer bei den Spielen von Valve selbst) die Preise geben die Publisher vor.

Das mit den Verschiedenen Clients is natürlich nicht so schön, aber was will man machen? Es ist einfach utopisch, dass sich alle Publisher jemals auf ne gemeinsame Plattform einigen könnten. Vorallem müsste diese müsste dann natürlich auch unabhängig sein. Vielleicht hat Jakill ja recht und am Ende muss es tatsächlich Google richten ;)
Oder es gibt dann irgendwann sowas wie Multimessenger für Spiele ;)

Mir sind Launcher übrigens lieber, als wenn man im digitalen Vertrieb die Spiele immer über die jeweilige Webseite runterladen muss. Und sie dann "klassisch" wie von DVD installiert. Das is einfach nur nervig und umständlich, vorallem weil sie dann zusätzlich nen extra Kopierschutz "brauchen", der dann ähnliche Probleme mitbringen kann, wie sie manche mit Steam und Co haben. Da hat man dann auch nichts gewonnen ;)

Der Unterschied ist der, dass ich die Stats aufgrund der Clan-Geschichte bei mir im Hintergrund, selbst schalte. Wenn mein Soldat quasi irgendwo aufgeführt wird, kann ich das Blocken und melden, da ich den ja in meinem EA-Account markiert habe und die Freigabe zurücknehmen kann. Bei den Geschichten ging es mir aber darum, dass die Spieler ID und der Zeitpunkt ohne Nachfrage veröffentlicht wurden. Ungefragt und auch nicht als Feature in den bekannten Steamcards… Steam hat diese Infos einfach nicht geschützt. Wäre das dieses Jahr passiert und von irgendwem an die große Glocke gehängt worden, während Sony ein paar mal gehackt wird, Anonymous täglich Statements abgeben und lulzsec durch die Gegend schießt, wäre das ganz anders aufgenommen worden.

Den Klassischen Kauf wünsche ich mir übrigens auch nicht zurück, falls das so rüber kommt. Ich mache grundsätzlich zur Zeit leider und notgedrungen alles mit. Bislang bin ich einfach noch nirgends zufrieden. Nicht weil ich ein notorischer Nörgler bin, sondern eben wegen beschriebener Probleme mit jeder Plattform.

"Für Sins of a Solar Empire muss ich Impulse starten, für Die Sielder 7 UPlay, für Shift 2 Origin , für Mount & Blade Steam, für GTA 4 Rockstar Social Club, für Tinker GfWL und so weiter und so fort."
Andere Beispiele also: GfWL funktioniert bei mir quasi gar nicht. Jeden meiner Billigeinkäufe konnte ich bis heute nicht wirksam herunterladen, Kirika übrigens auch nicht. Bei irgendwelchen 8 ct Spielen stört mich das allerdings nicht, bis jetzt verpasse ich nur Viva Pinata und AoE III. UPlay stört mich ein wenig, da ich es auch schon wieder hatte, dass eine kurzer Rooter-Reboot direkt zum Abbruch des Spiels geführt hat. Ich habe mich fast schon an den UbiLauncher erinnert gefühlt, den ich eigentlich noch mit Toleranz angepackt habe. ~ Was mir gefällt ist das Account-Management bei NCSoft ohne selbigen Launcher, sondern mit Spielelaunchern. Das ist in meinen Augen praktisch genug und schützt meines Erachtens beide Seiten: Bindung an den Update-Server einerseits und andererseits Accountsicherheit.

"mit Steam kann ich soviel sprinten wie ich will."

Da ist sie wieder die Situation, in der ich mir wünschte, die alte Steam-Statistik gespeichert zu haben, als Steam 2006 längere Zeit unerreichbar war. Massiv sanken natürlich die Zugriffszahlen und es war interessant zu sehen, dass sich dieser Spieleransturm nicht im Internet auf andere Spiele verteilt hat, sondern schlichtweg wieder im RL 'auftauchte'. Klar, das Argument der Abhängigkeit wiegt nicht besonders schwer, da man sich als Konsument von Spielen immer in gewisser Weise abhängig macht. Aber Beispiel von oben mit den Zugriffen: Am Wochenende sprinten? Mit Sicherheit nicht immer. ~

Ich konnte Age 3 und VP auch ne zeitlang net runterladen, weil GFWL immer abestürzt ist. Die Lösung war die, dass ich erst Framework 4.0 installieren musste (3.X reicht net). Schon probiert?

Auf meinem Rechner ist Framework 4 drauf, aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich das dort auch getestet hatte. Bei Laptop, wo ich mir sicher bin es getestet zu haben ist es afaik noch nicht drauf ~ bei Zeiten nochmal Testen, danke für den Tipp.

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