Es hat durchaus einen Nachteil für euch, dass meine Vorbestellliste so massiv zusammengeschrumpft ist. Da fällt es nicht nur schwer neue Folgen von Christoph spielt zu produzieren. Ich habe auch erstaunlich wenig zu aktuellen Diskussionen beizutragen :smile: . Zum Glück gibt es Kickstarter und damit verbundene Möglichkeit einen Blick in die Zukunft zu werfen. Heute an der Reihe ist:

Christoph stellt vor #6: Road Redemption
Road Rash war damals, 1995, eine richtig feine Sache für uns PC-Spieler. Zwar war es “nur” ein Remake des ersten Teils von 1991 und auch noch eine Konsolenportierung vom 3DO rüber. Aber es sah sehr gut aus (alle Charaktere waren gefilmte Schauspieler als flache Bitmaps), hatte einen gelungenen Lizenzsoundtrack mit fetzigen Tracks, bot einen schrägen Humor (allerlei Klischee-Passanten überfahren) im Spiel und in den FMV-Sequenzen und war eben nicht einfach nur ein Motorradrennspiel. Stattdessen gehörte es zum guten Ton Schläge mit den 13 anderen Fahrern auszutauschen und sie vom Motorrad zu schmeißen. Das höchste aller Gefühle war jedoch (abseits vom Überfahren der seltenen Gehhilfe-Oma), wenn die Polizei euch auf den Fersen war. Nicht nur hatten sie immer die besten Waffen (Schlagstock, Kette) dabei. Sie konnten euch auch endgültig aus dem Rennen nehmen, wenn sie euch abwarfen.

Road Rash (MobyGames)

Road Rash (MobyGames)

Und dann war da natürlich der Mehrspielermodus sogar über LAN und Modem! Wie ich im Video erwähne gibt es eben doch nichts Schöneres als zurückzuliegen, vor einem auf der Straße seinen Kumpel zu seinem Motorrad rennen zu sehen und dann natürlich völlig unbeabsichtigt ihn zu überfahren. Leider war der Umfang des Titels mit nur fünf Rennstrecken und fünf Motorräder (unterteilt in drei Leistungsgruppen) selbst für damalige Verhältnisse sehr begrenzt. Außerdem bot die Gummiband-KI auf Dauer nicht die größte Herausforderung. Es fehlte somit auch im Mehrspieler auf Dauer die Langzeitmotivation und da die weiteren Nachfolger zum einen nie für PC veröffentlicht wurden und zum anderen auch nicht gerade gut waren, ist es aus wirtschaftlicher Sicht wenig verwunderlich, dass Electronic Arts die Serie ins Archiv verbannt hat.

Das neue Ding

Was Firmen wie Electronic Arts aber vermutlich nie verstehen werden ist, dass es zumindest einen Budget-Markt für Titel wie Road Rash oder Have a N.I.C.E. Day gibt. Also Rennspiele mit mehr oder weniger stark bewaffneten Fahrzeugen. Das beste Beispiel ist der Kickstarter-Erfolg von Road Redemption, das sein vergleichsweise niedriges Ziel von $160.000 zwar nicht weit überschritten hat aber trotzdem über $182.000 von gut 4.500 Backern einsammeln konnte. Das wäre Portokasse für die großen in der Branche aber meiner Meinung nach gleichzeitig ein garantierter Erfolg auf der Pyramide (Green Pepper hat mir Road Rash gebracht!). Und nein, Ride to Hell: Retribution ist kein solches Spiel.

Road Redemption (Herstellerbild)

Road Redemption (Herstellerbild)

Ich habe auf jeden Fall nur kurz überlegt (der Kickstartertrailer bot kein wirkliches Gameplay) bevor ich Geld in den Topf warf. Nicht nur weil ich Fan des Vorbilds bin, sondern auch des gesamten Genres (wir brauchen mal wieder Fahrzeugkämpfe!). Und die erste Alpha-Version, so rudimentär sie auch ist, sieht definitiv nicht nach Geldverschwendung aus, sondern macht tatsächlich schon jetzt Spaß. Keine 20 Stunden am Stück versteht sich. Aber das ist ja auch nicht Sinn dieser frühen Version. Die Essenz des Originals ist hingegen deutlich zu spüren und spätestens als ich den ersten KI-Fahrer auf die Rübe gehaut habe, war ich wieder mittendrin und voll dabei. Es ist also definitiv nicht so, dass das damals nur Laune machte weil wir 12-14 Jahre alt waren und sowas cool fanden (wenngleich es natürlich auch mit reinspielte). Gleichzeitig sehe ich nun erstmals in bewegten Bildern wo die Reise hingeht und bin beruhigt festzustellen, dass es genau die Richtung ist, die ich erwartet hatte. Da muss man ja bekanntlich aufpassen (ja, du bist gemeint Takedown: Red Sabre!).

Ich kann somit nur mein Fazit aus dem Video noch einmal wiederholen: Road Rash-Fans und solche, die es werden wollen, sollten Road Redemption auf jeden Fall im Auge behalten. Es steht uns zwar sicherlich kein Star Citizen-Kaliber ins Haus, welches auf einen Schlag ein komplettes Genre wiederbelebt. Aber ein unterhaltsamer Geheimtipp könnte es definitiv werden.

Bis Donnerstag!

Die Details zur 6. Folge

Thema: Road Redemption

Länge: 17:28

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Abschließendes Fazit (00:14:43)

Aufgezeichnet mit Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 bei 60hz und adaptiven V-Sync

Graphics Setting: High

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte keinen Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Vorschau: Derzeit immer noch keine genaueren Planungen für kommende Videos vorhanden.

Die erste Hälfte der Woche stand ganz klar im Zeichen von Microsoft würde ich mal sagen. Nicht nur war das dieses Mal wirklich total finale Ende von Windows XP ein großes Thema. Es kam auch das erste große Featureupdate für Windows 8.1 raus inklusive einem Ausblick auf das zweite große Update (dann “endlich wieder” mit “richtigem” Startmenü. Gott, ich hasse diese Jammerlappen.) und es gab irgendwelche völlig uninteressanten Neuigkeiten zu Windows Phone 8.1 oder so. Als würde das irgendjemand außerhalb von Microsoft und seinen Vertriebspartnern benutzen.

Windows 8.1 Update

Windows 8.1 Update App-Titelleiste

Windows 8.1 Update App-Titelleiste

Anders als das Upgrade auf Windows 8.1 (besser bekannt als das Tastatur-und-Maus-Upgrade), welches über den Windows Store erhältlich ist, steht das Update seit Dienstagabend ganz normal über Windows Update als KB2919355 zum Download bereit und war bei mir circa 890MB groß. An meinem Hauptrechner schlug die Installation jedoch beim ersten Mal fehl. Nach dem 1. Neustart schaffte er es bis 58%, dann kam die Meldung “Die Einrichtung der Updates konnte nicht abgeschlossen werden.” und er machte die Änderungen wieder rückgängig. Das dauerte einige Zeit und Neustarts weshalb ich schon die Befürchtung hatte, dass er jetzt gar nicht mehr nach Windows reinlaufen würde. Wäre ja nichts Neues, dass bei mir ein Update fehlschlägt und ich dann den Rest des Tages damit verbringen müsste den Rechner neu aufzusetzen. So schlimm kam es aber glücklicherweise nicht. Beim zweiten Updateversuch klappte dann alles komischerweise ohne Murren und ich landete nach nur einem Neustart wieder in der Anmeldung obwohl ich überhaupt nichts
verändert hatte. Das soll einer verstehen. Aber gut: Hauptsache es hat geklappt.

Nach dem Einloggen fiel mir dann gleich die erste Neuerung auf: Der Windows Store ist an die Taskleiste geheftet. Das will ich ja mal so überhaupt nicht haben, deswegen gleich weg damit. Doch es zeigte schon die erste und tatsächlich auch richtig sinnvolle Neuerung des Updates: Offene Apps werden jetzt wie alle anderen Programme unten in der Taskleiste angezeigt. Sehr schön. Zwar ziehen die meisten Apps jetzt nicht so viel Leistung aber es ist trotzdem ärgerlich wenn beim ALT-Tabben plötzlich welche auftauchen. Außerdem haben Apps jetzt wenn ihr mit dem Mauszeiger nach oben fahrt eine neue Titelleiste mit den altbekannten “Minimieren”- und “Schließen”-Buttons. Endlich nicht mehr dieses doofe nach unten ziehen (und dann feststellen, dass das App trotzdem noch offen ist weil man zu schnell war…). Gleichzeitig gibt es jetzt auf dem Hauptbildschirm der ModernUI einen extra Button zum Herunterfahren/Neustarten. Den brauche ich zwar nicht mehr, weil ich das ja seit Windows 8.1 über die Taskleiste erledigen kann. Aber trotzdem ganz nett und wesentlich weniger umständlich als erst die Seitenleiste inblenden zu müssen genauso wie die Möglichkeit den Link zu “PC-Einstellungen” direkt auf der Kachelhauptseite einzubetten. Auch das neue Kachel-Kontext-Menü betrifft mich weniger, ist aber natürlich ein weiterer Schritt hin zur besseren Bedienbarkeit eines Desktop-Rechners. Die letzte große Neuerung ist der Internet Explorer 11. Da ich den aber nicht verwende (Maxthon for life!) kann ich zu dem Ding überhaupt nichts sagen.

Alles in allem ist das Update jetzt nichts weltbewegendes (zumindest was den sichtbaren Teil angeht) und sowieso Pflicht für alle da ab Mai Voraussetzung für alle weiteren Updates. Aber es ist doch definitiv ganz nett und zeigt, dass Microsoft die Userkritik versteht und auch weiterhin darauf reagiert. Auf die Rückkehr des Startmenüs mit dem nächsten Update würde ich zwar immer noch verzichten, wenn ich sie wäre. Aber ich gehe davon aus, dass entsprechende Langzeit-User-Tests gezeigt haben, dass nicht nur ein paar lautstarke Vollhonks aus Nostalgiegründen zurückhaben wollen, sondern es der breiten Masse tatsächlich im täglichen Einsatz fehlt.

Das Ende von Windows XP

Am Dienstag erschien aber nicht nur das Update für Windows 8.1. Es war auch der letzte Tag des Extended Supports für Windows XP Service Pack 3 (die noch älteren Versionen werden schon länger nicht mehr mit Patches versorgt). Fast 13 Jahre hat das Betriebssystem durchgehalten obwohl am Anfang auch alle rumheulten speziell wegen der kunterbunten Luna-Oberfläche und sich mit Mods ihre alte Windows-98- oder Windows-2000-Oberfläche wieder zusammenbastelten. Ich werde solche Leute nie verstehen.

Windows XP (Herstellerbild)

Windows XP (Herstellerbild)

Ich bin damals relativ zügig auf das neue Windows umgestiegen. Zwar stand gerade kein Rechnerkauf an, den hatte ich laut meiner Liste (ja, ich habe Exceltabelle dazu) bereits ein paar Monate vorher erledigt. Und zwar hatte ich mir einen Rechner mit einem Athlon Thunderbird mit sagenhaften 1Ghz und vermutlich einer ATi-Karte von Asus. Glaube für die GeForce war es zu der Zeit erst einmal vorbei und ich vermute auch, dass das einer von Azzkickrs Rechnern war. Ich war jedoch tatsächlich einer dieser Verrückten, die Windows ME im Einsatz hatten. Entsprechend hatte ich definitiv Grund zum zügigen Wechsel. Und ich war meines Wissens auch schnell davon überzeugt, auch wenn die Releaseversion noch massive Probleme hatte (da musste man noch zur Installation eine Diskette mit Festplatten-Controller-Treibern einlegen!). Aber es lief für damalige Verhältnisse (nicht nur im Vergleich zu Windows ME) gefühlt stabiler und sogar lange Zeit ohne einen einzigen Bluescreen. Außerdem gefiel mir die schicke und runde Luna-Oberfläche (in der Variante Silber) richtig gut.

Mich überzeigte Windows XP sogar so stark, dass ich im April 2002 zusammen mit einem Ausbildungskollegen damals in der Berufsschule in irgendeinem Fach (weiß nicht mehr welches) eine Präsentation darüber hielt. Okay, tatsächlich war es die billigste Präsentation, die uns auf die Schnelle eingefallen ist aber egal. Erstellt mit Microsoft Powerpoint 2002 sieht sie heute zwar nicht mehr ganz so beeindruckend aus wie damals (das Hintergrundbild fehlt und das Scrollen der Credits funktioniert nicht mehr). Aber ich habe sie euch trotzdem mal hier in PDF-Form zum Download bereitgestellt.

Abschweifung

Wie ihr seht (Seite 9) war schon damals meine Taskleiste voller Icons :smile: . Ich kann euch aber tatsächlich gar nicht mehr ganz genau sagen was sich hinter jedem einzelnen versteckt. Half-Life, Hitman: Codename 47, Quake II, Quake III Arena, Medal of Honor: Allied Assault, Serious Sam: The First Encounter, Silent Hunter II, Star Wars: Jedi Knight – Jedi Outcast, Star Trek: Bridge Commander (vielleicht?) und Return to Castle Wolfenstein (Singleplayer und Multiplayer) kann ich noch entziffern. Aber die restlichen sagen mir ehrlich gesagt überhaupt nichts mehr.

Man erkennt zudem, dass ich damals noch jung und dumm war und auf Norton Internet Security setzte. Zum Glück habe ich irgendwann aus diesem groben Fehler gelernt. Gleichzeitig nahm ich es mit dem Kauf von Programmen noch nichts so genau. Hinter dem Schlüssel versteckt sich beispielsweise Serials2k – der Name sagt schon alles – und die zwei CDs sind das Icon für CloneCD oder wie auch immer es damals noch hieß. Außerdem: Dirty Little Helper. Die damals richtig praktische Cheat- und Walkthrough-Sammlung, für die unter anderem die Updates auf der GameStar-CD drauf waren. Außerdem: mIRC, ICQ, Outlook Express und Killer’s World! Waren das noch Zeiten.

Zurück zum Thema

Halo 2 for Vista (Herstellerbild)

Halo 2 for Vista (Herstellerbild)

Während viele Leute aber auch heute noch Windows XP im Einsatz haben und in den meisten Fällen dafür wund geschlagen gehören (zumindest wenn sie sich als “Gamer” bezeichnen), habe ich das Betriebssystem bereits 2007 hinter mir gelassen. Gut ein Jahr nach der Veröffentlichung von Windows Vista (die anfänglichen Probleme mit dem Betriebssystem waren da schon größtenteils behoben) bin ich aufgrund des Releases von Halo 2 und Shadowrun (beide Vista-exklusiv) Mitte des Jahres dann doch mal umgestiegen — und zwar ohne am Ende auch nur eine Träne zu vergießen. Windows XP war meiner Meinung nach schon damals in den letzten Zügen. Natürlich habe auch ich bemerkt, dass Windows Vista etwas mehr Ressourcen frisst (was bekanntlich erst mit Windows 7 behoben wurde). Aber vor allem das nun wieder modernere Aussehen und den ganzen anderen Spielereien hatten es mir angetan. Mal ganz abgesehen von DirectX 10.

Nur in der Firma, da durfte ich noch bis letztes Jahr Windows XP einsetzen. Das war mittlerweile absolut kein Spaß mehr, sage ich euch! Was war ich froh als ich endlich umgestellt wurde. Von daher begrüße ich es, dass Microsoft endlich endgültig den Stecker zieht. Wem Windows 8 zu umständlich ist, der hat mit Windows 7 eine einwandfrei funktionierende Alternative und deshalb absolut keine Ausrede mehr warum er nicht umsteigt.

Und kommt mir jetzt nicht bloß nicht mit alter Hardware oder alten Programmen, die vor 200 Jahren erschienen sind und deshalb unter Windows Vista oder höher nicht mehr funktionieren. Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Irgendwann wird es auch mal Zeit den alten Scheiß wegzuschmeißen und sich was Neues zuzulegen. Im Großteil der Fälle ist der neue Kram sogar wesentlich besser als das alte Zeug an dem man so lange festhing nur weil man Angst hatte etwas Neues zu lernen. Es kann mir keiner erzählen, dass das Arbeiten mit dem 15 Jahre alten Laptop wirklich noch Spaß macht. Ich bin da absolut nicht tolerant. Wenn irgendwo in einer Firma noch ein uralter Rechner mit Windows 95 steht, der nicht am Rechner hängt und irgendeine ultrawichtige Maschine bedient dann ist mir das egal. Aber wer am Netz hängt hat verdammt nochmal umzusteigen. Vor allem die Leute, die sich hinstellen und sagen “Ich weiß was ich tue. Ich hatte noch nie einen Virus”. Das sind immer die ersten, die im Botnetz landen.

Von daher: Es war eine nette Zeit mit dir, Windows XP. Aber es ist allerhöchste Zeit, dass du den Abgang machst! Also raus hier. Platz machen für Windows 7 oder höher!

Bis Montag!

P.S.: Hier mal spaßeshalber die oben erwähnte Übersicht über meine Rechnerhistorie:

1990 – 08/1996 DX486 66 Mhz (gehörte technisch gesehen natürlich Don Quichotte)
08/1996 – 03/2000 Pentium 133 Mhz (leider keiner von denen, die sich durch den Einsatz eines Bleistifts auf 200 Mhz aufbohren ließen; außerdem: Half-Life mit 10-20fps!)
03/2000 – 08/2000 Pentium III 500Mhz (von Azzkickr unter anderem mit Outcast!)
08/2000 – 04/2001 Pentium III 800Mhz (nur ein CPU-Upgrade)
04/2001 – 01/2003 Athlon 1Ghz (von Azzkickr?)
01/2003 – 08/2005 Athlon XP 2700+
08/2005 – 08/2006 Athlon 64 3500+
08/2006 – 02/2008 Athlon 64 X2 4600+
02/2008 – 06/2010 Intel Core 2 Duo E8400
06/2010 – 10/2013 Intel Core 2 Quad E9550
10/2013 – ???? Intel i7-4770

Heute gibt es gleich zwei Videos zum Anschauen. Normalerweise würde ich zwar keine zwei gleichzeitig veröffentlichen, auch wenn beide nur jeweils rund 20 Minuten lang sind. Aber zu den Gründen kommen wir gleich. Hier ist erst einmal Video Nr. 1:

Christoph stellt vor #4: Viscera Cleanup Detail
Die im Video erwähnte kostenlose Alpha-Version könnt ihr euch hier herunterladen. Auch darin ist bereits Koop verfügbar aber nur äußerst rudimentär.

Viscera Cleanup Detail? Davon habe ich doch schon einmal gehört.” Stimmt, lieber Besucher. Bereits am 16.12.2013 hatte ich euch in schriftlicher Form über das Spiel berichtet. Und das ist auch der Grund warum ich euch heute mit zwei Video beglücke statt nur mit einem. Sehr viel mehr als das, was ich damals geschrieben habe, kann ich jetzt auch nicht zum Video ergänzen. Seht Folge 4 quasi als eine Art Vertiefung des damaligen Eintrags an auf Basis der aktuellsten Alpha-Version und anlässlich der Early-Access-Veröffentlichung. Auch die große Frage nach der Langzeitmotivation steht weiterhin im Raum und wird wohl am meisten am Ende darüber entscheiden, ob es ein Erfolg wird oder nicht.

Das damals erwähnte Angebot gilt übrigens nun auch auf Steam: Wenn ihr Viscera Cleanup Detail kauft, dann gibt’s sowohl Viscera Cleanup Detail: Santa’s Rampage als auch Viscera Cleanup Detail: Shadow Warrior kostenlos dazu!

Und quasi als “Entschädigung” dafür, dass ich nach nur vier Monaten ein altes Thema aufwärme obwohl ich nicht großartig mehr dazu zu sagen habe, habe ich mich dazu entschieden noch ein zweites Video aufzuzeichnen und es gleichzeitig zu veröffentlichen.

Das 2. Video

Christoph stellt vor #5: Drifter
Ja, die gezeigte Beta-Version ist noch in keinem wirklich guten Zustand und das nachdem der Entwickler angeblich schon seit Ende 2011 an dem Titel arbeitet. Wobei ich euch in den 20 Minuten natürlich nur einen Bruchteil von dem Zeigen konnte, was dann doch im Spiel schon vorhanden ist. Da stellt sich durchaus die Frage, was er eigentlich seit dem Kickstarter und der damit verbundenen Geldschwemme eigentlich großartig gemacht hat. Glaube nicht, dass davon nach zwei Jahren noch irgendwas übrig ist. Aber wie erwähnt ist Celsius Game Studios erfreulich kommunikativ, offen für Feedback und mit jedem Update tut sich spürbar was. Das sehr schicke Poster hat er zumindest auch schon verschickt gehabt (seht ihr immer in den Christoph spielt-Folgen). Von daher ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit bis die einzelnen Bestandteile endlich so richtig *klick* machen.

Von daher stellt sich sicherlich auch die Frage, warum ich es in diesem Zustand euch jetzt zeige. Die Antwort darauf dürfte allerdings ziemlich klar sein: Was habt ihr davon, wenn ihr in den Vorschauen immer nur die guten Seiten seht? Eben: Nichts. Von daher passt das schon. Ich zeige was ich habe und nichts anderes. Zumal ich den Titel selbst in seiner aktuellen Version schon faszinierend und unterhaltsam finde.

Das Spiel

Drifter (Herstellerbild)

Drifter (Herstellerbild)

Ich bin bekanntlich absoluter Fan vom Spielprinzip von Wing Commander: Privateer (ja, auch Teil 2 ihr Banausen!), Freelancer oder der X-Reihe. Sprich einem Open-World-Weltraumspiel, in dem ich die Freiheit habe zu tun und lassen was ich möchte und bevorzuge das ganz klar gegenüber dem kampflastigen Missionsaufbau derWing Commander-Hauptserie oder einem Tie Fighter (so gut Letzteres auch ist). Von daher trifft Drifter schon alleine dadurch einen gewissen Nerv und ist gleichzeitig einfach anders als die kommende Konkurrenz namens Elite: Dangerous.

Es ist natürlich erst einmal komisch sich nur auf einer 2D-Ebene bewegen zu können und auch die etwas rausgezoomte Third-Person-Ansicht kommt ungewohnt daher (Egosicht gibt es aber). Das passt jedoch, wie ich finde, sehr gut zum generellen Ansatz des Titels. Während Oldschool-Weltraumspiele selbst mit Handelspart immer noch äußerst Actionreich daherkommen, ist Drifter ein angenehm entspannter Titel was durch die Perspektive und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit noch weiter betont wird. Es ist quasi so etwas wie ein EVE Online für Solisten und perfekt geeignet, um einfach mal abzuschalten. Ein paar Piraten hier abschießen, eine Ladung Waren durch die Gegend fliegen und ein paar Asteroiden abbauen während im Hintergrund die sanften Klänge von Danny Baranowsky aus den Boxen schweben. Das hat schon in der aktuell noch sehr mühseligen Version was.

Ob es derzeit 11,99 Euro (Steam Early Access) wert ist, ist natürlich eine andere Frage. Aber mehr noch als bei Viscera Cleanup Detail gilt: Definitiv mal im Auge behalten. Wenn sich das Spiel weiter gut entwickelt, kann am Ende ein richtig guter Geheimtipp draus werden, der völlig abseits und vollkommen losgelöst von den ganz Großen existiert und für gemäßigtere Fans des Genres (oder X-Verprellte) sehr interessant sein könnte. Ich bin auf jeden Fall gespannt und hoffe auf einen potentiellen Kandidaten für den NOCA für das beste Weltraumspiels des Jahres. Ja, es sieht derzeit stark danach aus, als könnte sich genug Futter für eine 16. Kategorie finden :smile: .
Bis Donnerstag!

Die Details zur 4. Folge

Thema: Viscera Cleanup Detail

Länge: 20:29

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Abschließendes Fazit (00:16:25)

Aufgezeichnet mit Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 bei 60hz und adaptiven V-Sync

View Bob: On
Dynamic Shadows: On
Shadow Quality: Very High
Light Shafts: On
Bloom: On
Motion Blur: On
Lens Flares: On
Antialiasing: 8x
Ambient Occlusion: On

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte keinen Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Die Details zur 5. Folge

Thema: Drifter

Länge: 18:25

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Abschließendes Fazit (00:16:30)

Aufgezeichnet mit Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 bei 60hz und adaptiven V-Sync

FSAA-Amount: 1x
Use Fixed Function Renderer: On

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte keinen Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Vorschau: Derzeit immer noch keine genaueren Planungen für kommende Videos vorhanden.

Diablo III: Reaper of Souls (Collector's Edition) Promobild

Diablo III: Reaper of Souls (Collector’s Edition) Promobild

Vergangenen Freitag schaffte es das erste (und vermutlich einzige?) Erweiterungspaket zu Diablo III mit dem weiterhin völlig idiotischen Untertitel Reaper of Souls (Was ist an Soul Reaper so verkehrt?!) in die Läden und natürlich landete — trotz meiner bisher äußerst kurzen Spielzeit mit dem Hauptspiel — die Collector’s Edition auch bei mir im Briefkasten. Wobei Blizzard seit World of WarCraft ein absolutes Standardformat für diese hat. Ein Hardcover-Kunstbuch mit mittlerweile zumindest ein paar Zeilen Text, eine Behind-the-Scenes-DVD/Blu-ray, ein Mauspad (WER will sowas heute noch? Pro-Gamer verwenden für ihre Zwecke keine Werbepads), der Soundtrack und ein paar Ingame-Pets, -Avatare oder kosmetischer Kram.

Alles in allem eine solide Packung aber nichts wirklich Berauschendes und wie gesagt seit mittlerweile 9 Jahren immer das Gleiche egal was Blizzard auf den Markt wirft. Das einzige was mich an dem Paket jedes Mal reizt ist die Behind-the-Scenes-Disc auf der unter anderem alle Rendersequenzen in bester Qualität (seit der Umstellung auf Blu-ray sogar noch besser) drauf sind. Das Intro zu World of WarCraft: Wrath of the Lich King ist in fast unkomprimierter Fassung noch 10mal genialer anzuschauen. Mich ärgert es entsprechend heute noch, dass ich die Blizzards Cinematic-DVD (WarCraft III, Diablo II und StarCraft) damals nicht mehr bekommen habe. Heute kriegt man sie nur noch für absolute Wucherpreise. Dabei würde ich so gerne mal Arthas’ Betrayal so richtig erleben. Aber gut, da bin ich vermutlich relativ alleine. Ich weiß noch als der Cinematic-Trailer und dazu ein Gameplay-Trailer zu StarCraft II: Wings of Liberty rauskamen. Während alle sich am Spiel ergötzen habe ich mir extrem oft angeschaut wie sich Tychus Findlay angezogen hat :smile: .

Aber ich wollte euch heute gar nicht so sehr von meinem Faible für Zwischensequenzen von Blizzard Entertainment erzählen, die immer noch ganz klar die beeindrucktesten in der Branche abliefern. Gefolgt von den Jungs bei Blur Studio. Die machen zwar hauptsächlich Trailer sowie hin und wieder ein Intro. Aber die hauen einen auch jedes Mal wieder aus den Socken. Sowas müsste wirklich endlich mal ins Kino kommen statt dem tausendsten Pixar-Kinderstreifen.

Das Spiel

Ich hab’ also am Freitag Diablo III: Reaper of Souls reinbekommen und das tatsächlich zum Anlass genommen endlich mal das Spiel durchzuspielen nachdem mit Patch 2.0 ja vieles überarbeitet wurde und dabei auch das Auktionshaus rausflog. Und was soll ich sagen? Vorgestern lag Diablo höchstpersönlich mit dem Gesicht zuerst auf dem Fußboden im Himmel während ich mit meiner Level-45-Zauberin über ihm thronte. Nun fehlt “nur” noch Akt 5 und Malthael. Hat das Spiel also endlich zu seiner alten Form zurückgefunden dank des Patches und des Addons? Die kurze Antwort: Jein. Schon allein weil ich schon zu Diablo II-Zeiten die Konkurrenz bevorzugte obwohl ich extrem viele Stunden reingesteckt habe (glaub mein höchster Charakter war um die Level 80). Die lange Antwort folgt hingegen in ein paar Stichpunkten:

Die schlechten Seiten

  • Diablo III (Herstellerbild)

    Diablo III (Herstellerbild)

    Der Schwierigkeitsgrad ist fragwürdig. Ich habe ziemlich früh auf “Experte” hochgeschaltet (mehr ist vor dem erstmaligen Durchspielen leider nicht möglich) und bin erst auf Level 30 das erste Mal gestorben. Davor habe ich nicht einmal Heiltränke gebraucht. Gleichzeitig waren die Bossgegner (inklusive Diablo) zu keiner Zeit irgendeine wirkliche Gefahr für mich und zwar ohne, dass ich mich während der Kämpfe groß bewegt hätte. Problem und die größte Todesursache für mich waren stattdessen die immer mal wieder auftauchenden Elite-Gegner (eine normale Feindgruppe mit speziellen Werten und Fähigkeiten). Da lief mir ab Akt 3 dann doch jedes Mal der Schweiß über die Stirn bis sie tot im Dreck lagen.

  • Das Loot-System macht mir immer noch keinen wirklichen Spaß. Zum einen habe ich das Gefühl, dass weniger Gegenstände fallen gelassen werden. Vor allem zerstörbare Objekte in der Umgebung geben in 99% der Fälle nichts mehr her entsprechend gibt es absolut keinen Anreiz mehr (abseits von ein paar absolut vernachlässigbaren Erfahrungspunkten) irgendetwas kaputt zu machen. Aber auch bei Gegnern findet sich überraschend wenig. Allerdings ist das jetzt nicht unbedingt schlimm. Es macht schließlich auch keinen Spaß ständig zurück ins Dorf zu müssen weil das Inventar schon wieder voll ist mit weißen oder gar grauen Gegenständen. Die wenigen Gegenstände, die ihr tatsächlich zu Gesicht bekommt, sind stattdessen größtenteils blau oder sogar gelb. Zum anderen ist trotzdem immer noch sehr oft nicht wirklich was Brauchbares dabei selbst bei den Bossgegner. Daran ist natürlich ein Stück weit auch das Crafting-System schuld dank dem ich mich selbst sehr gut auf dem aktuellen Stand halten kann. Aber all das führt dazu, dass ich eben nicht gespannt auf den nächsten Drop warte, sondern mich schlicht durch den Level zum nächsten Questziel durchklicke.
  • Das Leveln macht weiterhin nur mäßig Spaß. Ja, es gab in Diablo II faktisch auch nur DIE eine richtige Skillung pro Klasse. Aber dennoch war die Motivation dort ein weiteres Level zu erreichen wesentlich größer weil ich eben dann ein paar Attributspunkte und einen Skillpunkt vergeben durfte. Hier schalte ich alle paar Levels mal eine Rune für die paar Zaubersprüche frei, die ich auch tatsächlich benutze, teste sie und bleibe dann doch meist bei der vorherigen Konfiguration hängen – und das sehr viele Levels hintereinander. Somit ist noch ein weiterer Anreiz weg auf die unzähligen Gegner zu klicken. Und da wir hier von einem Hack ‘n’ Slay reden, wo Loot und Levels DIE Motivatoren sind, was bleibt da noch übrig? Nicht viel.

Die guten Seiten

  • Diablo III: Reaper of Souls (Herstellerbild)

    Diablo III: Reaper of Souls (Herstellerbild)

    Die Geschichte ist dieses Mal wesentlich besser, tiefgründiger und etwas spannender erzählt. In den Vorgängern war da ja nicht viel zu wollen. Hier findet ihr hingegen dauernd mal Audiologs (zufällig und auch nicht alle theoretisch möglichen in einem Durchgang), unterhaltet euch immer mal wieder mit den Leuten in der Heimatbasis und auch sonst ist einfach mehr los und der treibende Faktor nicht nur immer die nächste Rendersequenz. Wobei die natürlich trotzdem zumindest für mich auch weiterhin eine große Rolle spielt. Entsprechend enttäuscht war ich, als Akt 1 endete startete und KEINE kam (die kommt etwas verzögert).

  • Es sieht schick aus und zumindest in den ersten vier Akten sind die Levels relativ übersichtlich und nicht so ein Mist wie die Wüste in Diablo II mit kilometerweitem NICHTS. Zudem wird Erkunden insofern belohnt, als dass es kleinere Bonusdungeons sowie spezielle gescriptete Events gibt. Da wird beispielsweise eine Gruppe von Soldaten von Dämonen angegriffen und ihr sollte die Angriffe für 2 Minuten abhalten. Wirklich nett gemacht und insofern zufällig, als dass ihr in einem Durchgang niemals alle möglichen Events finden werdet. Das erhöht den Wiederspielwert etwas, auch wenn es nur eine begrenzte Anzahl davon gibt.
  • Der Flow stimmt einfach wieder. Es ist trotz all der Probleme wieder sehr einfach sich im Klicken zu verlieren (auch weil die Steuerung wieder absolut flüssig von der Hand geht) und zu sagen: “Ach komm, den nächsten Raum schaust du dir auch noch an”. Zugegeben: Dank des doofen Checkpoint-Systems seid ihr ein Stück weit sowieso dazu gezwungen weiterzuspielen und könnt nicht einfach so mittendrin aufhören (ihr fangt dann das nächste Mal wieder am letzten Checkpoint an). Aber selbst ungeachtet dessen verrinnen die Stunden schneller als einem lieb ist.

Fazit

Divinity: Original Sin (Herstellerbild)

Divinity: Original Sin (Herstellerbild)

Ich kann jetzt nicht wirklich behaupten, dass ich tatsächlich echten Spaß während dem Spielen hatte. Es war denk ich vor allem der Flow, der mich am Spielen hielt (plus die Hintergrundgeschichte). Die starken Änderungen, die Blizzard durchgeführt hat, haben entsprechend in dieser Hinsicht tatsächlich ihre Wirkung erzielt – zumindest was die Kampagne angeht. Ich glaube weiterhin nicht, dass ich es weiterspielen werde sobald der Soul Reaper im Dreck liegt. Die Paragorn-Levels interessieren mich nicht die Bohne und der Adventure-Modus (ihr habt Zugang zu allen Levels und müsst darin bestimmte Aufgaben erfüllen) klingt zwar ein bisschen interessant, erscheint mir aber jetzt auch nichts was mich irgendwie längere Zeit bei der Stange halten könnte. Sobald die Geschichte erzählt ist, braucht es am Ende des Tages doch das Leveln und das Looten, um weiter zu Motivieren und das ist selbst mit Diablo III: Reaper of Souls meiner Meinung nach weiterhin nicht der Fall. Da spiele ich dann doch lieber so etwas wie Divinity: Original Sin, das wesentlich mehr Fleisch auf den Knochen hat.

Und damit wäre von meiner Seite eigentlich alles zum Blizzard-Werk gesagt auch wenn ich die eigentlich neuen Inhalte in Akt 5 noch nicht gesehen habe. Es ist insoweit besser geworden, dass ich es jetzt endlich mal durchgespielt habe. Aber die Zeiten von Diablo und Diablo II sind für mich einfach vorbei. Was (Action-)Rollenspiele angeht bin ich da dann doch einfach mittlerweile etwas anspruchsvoller geworden (mit Sacred find der Wandel an). Vielleicht dann bei Teil 4 wenn dieser 2026 auf den Markt kommt.

Bis Montag!

Gleich vorweg: Morgen ist bekanntlich der 1. April. Während jedoch der Rest des Internets wieder einmal eine Ansammlung mehr oder weniger lustiger Scherze veröffentlicht, werdet ihr hier beim Christoph auch in diesem Jahr wieder keinen vorfinden. Zwar hatte ich die ein oder andere Idee (Beim Christoph Kickstarter zum Beispiel) aber am Ende des Tages waren das alles Sachen, die andere Seiten auch und vermutlich in Besser bringen werden. Die Inside-Jokes (Bagdadsoftware, Chicks, etc.) habe ich hingegen schon alle soweit abgefrühstückt. Deswegen eben heuer abermals kein Aprilscherz. Vielleicht nächstes Jahr wieder (Christoph spielt mit Hello Kitty Online? Ja, das Spiel gibt es immer noch!).

Apropos Hello Kitty Online: Nach sieben Jahren Entwicklungszeit (2007-2014, Ankündigung 2012) startet am Freitag wie erwähnt The Elder Scrolls Online, das Erstlingswerk der ZeniMax Online Studios. Doch wie heutzutage üblich, dürfen ein paar (tausend) Spieler schon früher loslegen. Seit gestern um 13 Uhr läuft der Headstart für die Vorbesteller der Imperial Edition beziehungsweise Käufer über den Bethesda-Store. Morgen beginnt dann der Headstart für alle, die nur die normale Version irgendwo vorbestellt haben. Ich gehöre bekanntlich zur ersten Kategorie und habe entsprechend zum Verfassungszeitpunkt schon einmal gut zwei bis drei Stunden auf dem EU-Server reingeschaut. Es gibt übrigens derzeit nur zwei Server auf denen sich alle tummeln: einen für Europa und einen für Nordamerika. Entweder glauben die Entwickler, dass ihre Welt groß genug ist oder sie erwarten nicht den großen Ansturm. Letzteres halte ich für das Wahrscheinlichste nachdem der kommende Release des Titels wohl nicht allzu vielen Spielern wirklich bekannt ist (die Werbekampagne war bislang äußerst zurückhaltenden soweit ich das sehe).

Einstieg: Meh.

Der verrückte Cadwell (gesprochen von John Cleese)

Der verrückte Cadwell (gesprochen von John Cleese)

Als Charakter habe ich mich für eine Hochelfenzauberin (eine von vier Klassen) des Daggerfall Covenant (eine von drei Gruppierungen) entschieden. Anhänger dieser Fraktion starten im Gebiet von Hammerfell. Das war die Region, in der 1996 The Elder Scrolls: Daggerfall spielte. Das Tutorial findet jedoch für alle, wie soll es in einem The Elder Scrolls-Titel auch anders sein, in einer Art Gefängnis statt wo ihr mal wieder erfahrt, dass nur IHR die Welt retten könnt und so. Wie gesagt: Nicht wirklich einfallsreich und auch kein Einstieg, der mich wirklich umhaut. The Elder Scrolls: Oblivion hatte zumindest Sir Patrick Stewart. Hier begrüßt mich stattdessen FemShep Jennifer Hale, was mich etwas irritiert hat. Genauso übrigens wie der Cameo-Auftritt von John Clesse ein paar Minuten später.

Natürlich: Beide machen ihren Job gewohnt gut. Aber vor allem Clesses Charakter ist so eindeutig auf ihn zugeschnitten, dass es einfach keinen Spaß macht. Stattdessen denke ich sofort “Okay, Fanservice/Monty Python-Hommage” und werde gleicher wieder aus dem Spiel gerissen obwohl ich noch nicht einmal richtig die Chance hatte mich einzufinden. Das Intro durfte ich nämlich gar nicht sehen, weil The Elder Scrolls Online wieder einmal eines dieser Spiele ist, das Videosequenzen sofort abbricht wenn IRGENDEINE Taste auf dem Keyboard gedrückt wird. Dabei wollte ich nur die Lautstärke anpassen. Es ist aber auf jeden Fall ein Prequel zu The Elder Scrolls III: Morrowind (800 Jahre vorher, um genau zu sein).

Standartkost

Die lebende Statue

Die lebende Statue

Nach dem Tutoriallevel ging es dann endlich los in Hammerfall. Hunderte Spieler sammelten sich am Startpunkt, viele holten ihre Pferde ab (ein Bonus der Imperial Edition) und alle machten sich dran die ersten linearen Storyquests zu erledigen. Dabei kam es zu einer lustigen Situation bei der sich mehrere Dutzend Charaktere ineinander verhedderten nachdem sie automatisch vom Spiel an einen anderen Punkt teleportiert wurden. Glücklicherweise gab es einen Trick sich aus der lebenden Statue zu befreien. Ansonsten lief aber alles soweit okay. Auch der Lag hielt sich in Grenzen und nach den ersten 4-5 Quests verteilte sich die Masse zum Glück so langsam und es wurde ruhiger. In die Quere kommt man aber auch sonst nie so wirklich. Zum einen setzt The Elder Scrolls Online extrem stark auf Phasing, zum anderen reicht es wenn ihr mithelft den Gegner zu töten, um das gewünschte Item looten zu dürfen. Ihr müsst ihn weder reservieren oder in derselben Gruppe sein noch den finalen Schlag ausführen. Phasing bedeutet hingegen, dass praktisch sehr schnell kein Spieler das Gleiche sieht wie der andere weil die Welt je nach dem individuellen Questfortschritt angepasst wird. Für Spieler Xyz steht der eine NPC also am Kiosk während für Spieler Zxy dieser schon am Eingang der Ruinen zu finden ist, weil er den ersten Teil der Aufgabe bereits abgeschlossen hat. Immer sehr praktisch.

Aber bevor wir weiter auf die Spielmechanik eingehen, erst einmal ein Wort zum “Look and Feel” des Spiels. Als erstes fällt auf, dass ihr in der Egoansicht unterwegs seid und nicht viele Interface-Elemente sichtbar sind (Chat, Kompass und eine Skillleiste). Zwar könnt ihr wie in den Soloabenteuern auch in die dritte Person wechseln beziehungsweise tut es automatisch wenn ihr beispielsweise auf ein Pferd reitet. Aber es ist definitiv äußerst ungewohnt im Genre der MMORPGs. Funktioniert allerdings ganz gut vor allem weil auch die Kämpfe wie in der Hauptserie ablaufen. Dazu aber gleich mehr.

Ivashana Sicarius beim Kochen

Ivashana Sicarius beim Kochen

Grafisch befindet es sich ganz klar auf dem Niveau von The Elder Scrolls IV: Oblivion und kann mit The Elder Scrolls V: Skyrim absolut nicht mithalten. Wer also ein Skyrim Online erwartet hat, wird hier bereits die erste Enttäuschung erleben. Gleichzeitig fühle ich mich, zumindest was mein Startgebiet angeht, sehr stark an Vanguard: Saga of Heroes erinnert. Alles ist (wie ihr auch auf den Screenshots sehen könnt) sehr braun in braun gehalten und die Spielwelt erscheint äußerst leer (auch was die Gegnerdichte angeht). Das kann und wird sich hoffentlich in den restlichen Gebieten ändern. Und auch die Charaktere erinnern stark an die Sony-Konkurrenten Everquest & Co. was aber durchaus einfach mit dem realistischeren Stil zu tun haben kann. Lustig finde ich die (vermutlich unfreiwilligen) Grimassen, die meine Dame hin und wieder macht wenn ich irgendetwas herstelle (Kochen, Holzwirtschaft, Schmieden und Alchemie habe ich bislang als Berufe gesehen). Dennoch sind die Charaktere bislang ganz klar die grafischen Highlights.

Das Spielprinzip

Ich hatte ja schon erwähnt, dass sich die Kämpfe so anfühlen wie in der Hauptserie. Sprich sie laufen in Echtzeit ab, ihr könnt ausweichen (sogar eine Ausweichrolle gibt es) und so Treffer vermeiden. Es ist allerdings dann doch nicht so extrem wie in Age of Conan: Hyborian Adventures, dass ja wirklich eine komplette Simulation bietet. Nein, zielsuchende Zaubersprüche gibt es auch in The Elder Scrolls Online. Aber nichts desto trotz funktioniert das System bislang ganz gut und macht Laune.

Reisen in der Ego-Perspektive

Reisen in der Ego-Perspektive

Aber nicht nur das Kampfsystem wurde übernommen, auch das Skill- und Levelsystem entspricht in den Grundzügen bekannten. Das bedeutet prinzipiell, dass ihr eure Talente und Skills durch schlichtes Benutzen auflevelt. Soweit ich das sehe gibt es nicht einmal Erfahrungspunkte für das Töten von Gegnern, sondern nur für das Abschließen von Quests (wie man aus Dungeons & Dragons kennt). Allerdings könnt ihr jetzt nicht hergehen und einfach nur 10.000 Mal in der Stadt einfach vor euch herzaubern. Nein, es gibt jeweils ein bestimmtes Maximum für jedes Talent. Habt ihr dieses erreicht, habt ihr die Option das Talent zu transformieren was nichts anderes bedeutet als eine noch stärkere Version freizuschalten, die ihr dann wieder hochlevelt und so weiter und so fort. Das Transformieren kostet jedoch genauso wie das grundlegende Verfügbar machen eines Talents einen Skillpunkt. Und Skillpunkte gibt es nur, wenn ihr auflevelt, durch Questbelohnungen oder wenn ihr jeweils drei in der Spielwelt verteilte Skyshards findet. Davon gibt eine feste Anzahl an vorgegeben Punkten. Habt ihr einen eingesammelt, dann könnt ihr nicht nochmal einsammeln. Letzteres ist wirklich nett, weil es euch zum Erkunden der Gegend einlädt. Damit ihr aber nicht ganz im Dunkeln steht, werden unter “Achievements” mehr oder weniger kryptische Texte angezeigt, die euch Tipps für die einzelnen Orte der Skyshards geben.

Das alles hebt The Elder Scrolls Online tatsächlich etwas von der Konkurrenz ab, wenn schon die Quests bislang 08/15-Zeugs ist in Levels in denen ihr euch nicht einmal verlaufen könntet, wenn ihr es aktiv versuchen würdet (zumal es wie in der Hauptserie sowohl eine Karte als auch einen Questmarker gibt). Wobei diese Aussage nicht ganz stimmt. Tatsächlich bin ich relativ früh auf eine Questreihe gestoßen, die mir ein Spielfeature gezeigt hat, dass ich so noch nicht von der Online-Konkurrenz kenne (offline gab es das zum Beispiel in Fallout: New Vegas): Manche menschliche Gegner lassen Kleidung fallen. Diese könnt ihr anziehen und dann ungestört im feindlichen Lager umhergehen. Nur bestimmte Gegnertypen werden dann noch auf euch aufmerksam, wenn ihr Ihnen zu nahe kommt. Das ist sehr cool, vereinfacht bestimmte Aufgaben (wie gesagt bringt das Töten von Gegnern abseits von Gegenständen nicht viel – eure Fähigkeiten werden auch durch Erfahrungspunkten ein Stück weit automatisch gesteigert) und ich hoffe inständig, dass dieses Feature auch im PvP irgendwie zum Einsatz kommt. Ich weiß zwar nicht so wirklich, wie das genau funktionieren soll (vielleicht wie der Spion in Team Fortress 2), aber wie cool wäre es denn wenn ich auch als Magier mich unter die Feinde mischen könnte.

Erstes Fazit

Ivashana Sicarius als Pirat verkleidet

Ivashana Sicarius als Pirat verkleidet

Natürlich lässt sich nach der kurzen Spielzeit, mein Charakter ist erst Level 6 von 50, noch kein endgültiges Fazit ziehen und schon gar keine Empfehlung aussprechen. Ich sehe mich allerdings nicht wirklich sehr viel Zeit in das Spiel investieren. Das liegt zum einen am Setting, wie schon mehrfach erwähnt mag ich die The Elder Scrolls-Serie und die dazugehörige Welt nicht besonders. Zum anderen an meiner relativen Lustlosigkeit was generell MMOs betrifft (ich habe World of WarCraft vor fast genau fünf Jahren das letzte Mal gestartet!). Ich schau zwar überall mal kurz rein, aber bei der Stange konnte mich bislang keines mehr halten. Entsprechend hätte mich The Elder Scrolls Online schon jetzt wie damals Tabula Rasa (die Arbeiten an einem Serveremulator gehen zwar schleppend voran, aber es wird tatsächlich unter dem Namen InfiniteRasa wieder dran gearbeitet!) absolut überraschen müssen, um meine Einstellung zu ändern. Das hat es aber trotz der paar netten Ideen (Kampfsystem, Skillsystem, Tarnung) und meinem schicken Raptor-Begleiter bislang einfach nicht.

Wie gesagt, der Einstieg ist absolut langweilig, die bisherigen Quests nichts was man nicht schon gesehen hätte, die Klassen nix Neues und das Startgebiet grafisch wie Atmosphärisch schlicht langweilig. Es ist also absolut das Gleiche was ich auch schon in gefühlt 2000 anderen MMOs seit World of WarCraft gemacht habe mit wenigen interessanten Ideen, die mich zumindest etwas bei der Stange halten wie zum Beispiel RIFT. Aber selbst das spiele ich schon lange nicht mehr. Vermutlich werden totale Fans der The Elder Scrolls-Serie noch am meisten mit dem Titel anfangen können weil sie nun komplett Cyrodiil in einigermaßen aktueller Grafik bereisen können. Wenn selbst die EDGE in ihrer aktuellen Vorschau zu The Elder Scrolls Online äußerst negativ klingt, dann ist das selten was Gutes. Alle anderen warten entsprechend eher auf WildStar (3. Juni 2014). Aber was ich davon bislang gesehen und gelesen habe ist in der finalen Version auch weit entfernt von den “bahnbrechenden” Neuerungen, die Anfangs angekündigt wurden.

Bis Donnerstag!

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