Ich erzähle euch ja gerne von Scores zu Spielen. Also den Musikalben, die explizit für den jeweiligen Titel komponiert wurden. Aber auch wenn mittlerweile gefühlt 99,9% meiner Musiksammlung aus solchen Alben besteht, höre ich ebenso noch andere Sachen. Darunter auch das ein oder andere spieleunbahängige Projekt eines Komponisten. Entsprechend heute mal drei klare Empfehlungen in diese Richtung, in die ihr zumindest mal reinhören solltet egal wie stark eure Abneigung gegen “Midi-Gepiepse” ist:

The Glory Days

The Glory Days

The Glory Days

Komponist: Big Giant Circles
Umfang: 01:48:29 (21 Lieder plus 11 Bonustracks)
Bezugsquelle: Bandcamp (10 US-Dollar)

Jimmy Henson, besser bekannt als Big Giant Circles, ist mittlerweile ein Schwergewicht in der Branche. Unter anderem an Borderlands 2, Call of Duty: Black Ops 2 und sogar Mass Effect 2 (was ihm eine BAFTA-Nominierung für den besten Soundtrack einbrachte) war er beteiligt. Doch seinen Fans ist er am besten bekannt für sein erstes Solo-album, Impostor Nostalgia (UNBEDINGT auch reinhören!). The Glory Days ist nun sein, über Kickstarter finanziertes, Nachfolgewerk. Und holla die Waldfee, hat sich die Investition gelohnt, um hier mal ganz unvoreingenommen zu urteilen (habe den Kickstarter nicht unterstützt!). Henson hat sich von allem und jedem Inspirationen geholt, sie in seinen ganz eigenen Stil verpackt und so ein extrem abwechslungsreiches Hörerlebnis voller Chiptune, Elektronik und Rockmusik gebastelt. Erinnert der Einstieg “Go For Distance” noch stark an die Werke von Anamaniguchi, erwartet euch bei “Houston” (wie der Name schon andeutet) eine Art Chiptune-House während “Vindicate Me (Instrumental)” mit einem Mix aus Chiptune, Elektronik und Spielesounds wohl den härtesten Track des Albums bildet. Langweilig wird hier nur denen, die Lieder ohne Gesang nicht mögen.

Persönliches Lieblingslied: Track 8 – Gront Is A Muppet [3:34] (Anhören)

Es braucht oft nicht viel, um mich glücklich zu machen wie JakillSlavik auch schon zu meiner Liebe des Scores zu Battlefield: Bad Company meinte. Und auch “Gront Is A Muppet” ist im Vergleich zu manch anderem Track auf diesem Album ein eher einfach gestricktes Werk. Aber eben ein Werk mit einem äußerst eingängigen Beat und einem fröhlicheren Grundton, das vielleicht nicht das Blut in Wallung bringt aber zumindest die Füße zum Wippen. So mag ich meine Chiptunes (wie ihr auch weiter unten seht).

 

Curious Merchandise

Curious Merchandise

Curious Merchandise

Komponist: Ben Prunty
Umfang: 00:58:14 (18 Lieder)
Bezugsquelle: Bandcamp (4 US-Dollar)

Den meisten wird Ben Prunty vermutlich als der Komponist hinter dem unverkennbaren Sound von FTL: Faster Than Light bekannt sein. Dieses sanfte und eher beruhigende “Elektronikgedudel” erwartet euch auch auf seinem zweiten Soloalbum (nach Chromatic T-Rex). So einige Lieder erinnern frappierend an seine Werke für den Rogue-like, sind aber doch anders genug um nicht als pure Wiederholung zu wirken. Aber auch sonst erwartet euch ein eher geruhsames Hörerlebnis (mit wenig “Gepiepse”). Der “Ghost Jazz” genannte Einstieg gibt ganz klar den Ton und das Tempo für ein Album vor, auf dem selbst ein etwas schnellerer Titel wie “Tribal Crisis” einem plötzlich extrem hart vorkommt. Ganz klar ein Werk zum Ausspannen, nebenbei Arbeiten oder, ganz modern, Minecraft spielen.

Persönliches Lieblingslied: Track 14 – Canister Perplexing [3:53] (Anhören)

Es handelt sich hier um ein Lied, dass ich vermutlich nur aus einem Grund mag: Es erinnert mich massiv an die Scores zu American McGee’s Alice und Alice: Madness Returns. Im Prinzip wird die vier Minuten lang immer und immer wieder nur das gleiche verstörende Grundmotiv wiederholt. Nur die Instrumente und die Tonlagen ändern sich. Ansonsten bleibt es ohne einen wirklich fest definierbaren Höhepunkt. Trotz könnte ich (und tue es auch) nur dieses Stück den ganzen Tag hören. Sehr komisch.

 

Adventures in Pixels

Adventures in Pixels

Adventures in Pixels

Komponist: Ben Landis
Umfang: 00:43:08 (20 Lieder)
Bezugsquelle: Bandcamp (Name your price)

Ben Landis ist technisch gesehen kein Spielekomponist. Tatsächlich schreibt er Pop-Rock-Songs für weibliche Künstler. Ist also vom Thema “Spiele” normalerweise ungefähr so weit entfernt wie der durchschnittliche Politiker im Bundestag. Mit Adventures in Pixels hat er sich jedoch erfolgreich in das Genre der Chiptune-Musik vorgewagt. Das Besondere an diesem Album ist, dass es tatsächlich von Anfang bis Ende eine durchgängige (Klischee-)Fantasy-Geschichte vom kleinen Helden, der auszieht den Bösewicht zu bezwingen erzählt. Den dazugehörigen Comic, in dem ihr quasi zur Musik lest, gibt es allerdings nur beim Kauf auf iTunes was etwas schade ist. Glücklicherweise tut dieser Umstand dem Hörerlebnis keinen Abbruch stattdessen erwartet euch ein munter launiges Chiptune-Hörerlebnis voller Abwechslung und schlicht schöner Wohlfühl-Musik, das nicht nur für Kinder sehr gut geeignet ist.

Persönliches Lieblingslied: Track 17 – Breakthrough [3:20] (Anhören)

Das gesamte Album besteht genau genommen nur aus “Happy Tracks”, also freundlichen und/oder munteren Lieder. “Breakthrough” ist, passend zur Geschichte natürlich, aber ganz klar der Höhepunkt der Wohlfühlorgie. Auch ohne Comic kann ich mir beim Anhören genau vorstellen wie der Bösewicht endlich im Dreck liegt, sich alle um den Helden versammeln und am besten in einer Montage alle das Feiern anfangen bevor langsam aber sicher die Credits anlaufen. So könnte gerne jedes Spiel aufhören (ja, auch aus dem Survival-Horror-Genre :smile: ).

 

Ich wünsche viel Spaß beim Reinhören!

Der Juli ist schon wieder fast rum und damit ist auch schon wieder das erste Drittel des 3. Quartals 2014 beendet. Das ist bekanntlich so die Trockenzeit des Jahres nicht nur was das Wetter betrifft, sondern auch die Spieleveröffentlichungen bevor es ab Oktober dann wieder in den Wintermarathon übergeht. Aber ein paar erwähnenswerte Titel kommen doch noch bis Ende September. Darunter die nachfolgenden zwölf Stück. Wie immer führen die meisten Links zu Amazon (wo schon lange keiner mehr von euch was bestellt hat über mich!).

Sacred 3 (Herstellerbild)

Sacred 3 (Herstellerbild)

Sacred 3 (1. August 2014 – PC, PS3, X360) – Der Titel kommt auf den ersten Blick zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt angesichts der Tatsache, dass Divinity: Original Sin erst gezeigt hat wie gut Koop in einem Rollenspiel funktionieren kann. Tatsächlich scheint sich Sacred 3 jedoch eher an der Darkspore-Schule zu orientieren und weniger an klassischen Rollenspielsystemen. Sprich: Action, Action und nochmals Action bei der sich die vier Charaktere (auf Wunsch drei davon KI-gesteuert) massiv ergänzen und gemeinsam in einer isometrischen Ansicht durch die streng lineare Levels vorarbeiten. Das deutsche Produkt geht aber noch einen Schritt weiter und schafft dabei gleich mal das komplette Loot-System ab. Stattdessen dürft ihr am Ende eines Levels verdientes Gold in Upgrades für euren Charakter investieren. Hat mit dem Vorgänger äußerst wenig zu tun und macht in den Videos bislang irgendwie keinen wirklich guten oder gar spaßigen Eindruck.

Risen 3: Titan Lords (15. August 2014 – PC, PS3, X360) – Das andere deutsche Rollenspiel. Nachdem das “konsolifizierte” Risen 2: Dark Waters trotz seines netten Piratensettings und der schicken Grafik (zumindest auf PC) niemanden so richtig hinter dem Ofen hervorlocken konnte, soll (wie so oft) sich Teil 3 nun wieder mehr an die großen Titel der deutschen Rollenspielreihe orientieren sprich Gothic, Gothic 2 und Risen. Das was ich bislang so davon gesehen und gehört habe, spricht auch ganz klar wieder ein typisches Piranha Bytes-Spiel zu werden (inklusive allen Vor- und Nachteilen, die diese Beschreibung nach sich zieht). Zwar darf bezweifelt werden, dass es die ersten beiden Teile übertreffen wird. Aber ich erwarte dennoch einen potentiellen NOCA-Kandidaten in Form eines gutes und äußerst atmosphärisches Solo-Helden-Rollenspiel voller derber Charaktere, einem actionreichen Kampfsystem und garantiert zumindest Bodo Henkel als Synchronsprecher irgendeines Charakters. Ernsthaft: Der Typ hat bislang in allen vier Gothic-Titeln (Xardas) und beiden Risen-Titeln (Erzählerstimme) mitgemacht.

Shadowgate (Herstellerbild)

Shadowgate (Herstellerbild)

Shadowgate (21. August 2014 – PC, Mac, iOS, Android) – Dark Souls ist euch zu leicht und zu hektisch? Dann solltet ihr definitiv ein Auge auf Shadowgate werfen, dem erweiterten Remake des Point & Click-Adventure-Klassikers von 1987. Standbildschirm für Standbildschirm arbeitet ihr euch quasi-rundenbasiert in der Ego-Perspektive durch das namensgebende Labyrinth um den bösen Hexenmeister Lord zu töten, der (wie soll es auch anders sein) die Welt zerstören möchte. Nicht nur erwarten euch haufenweise anspruchsvolle Rätsel erwarten euch in den zahlreichen, handgezeichneten und äußerst tödlichen Räumen. Auch alte Genreklassiker, bekannt aus Zork & Co., wie die Fackel, die ihr partout am Leben halten solltet, wollt ihr nicht plötzlich im Dunkeln sterben und von einem Monster gefressen werden erwarten euch. War Divinity: Original Sin schon Oldschool, ist Shadowgate Oldschool vom Oldschool und entsprechend gespannt bin ich auf dieses heutzutage definitiv ungewöhnliche Spielerlebnis.

Tales of Xillia 2 (22. August 2014 – PS3) – Bitte? Ihr habt noch nie von der Tales-Serie gehört? Dabei ist Tales of Xillia 2 doch schon der 13. (!) Titel der Hauptserie, die 1995 mit Tales of Phantasia auf dem SNES ihren Anfang nahm. Dabei ist sie nach Final Fantasy und Dragon Quest als die erfolgreichste Japano-Rollenspielserie – zumindest in Japan. Im restlichen Teil der Welt ist die Reihe tatsächlich eher unbekannt. Auch ich hatte bislang noch nicht den Nerv mich in diese bunte Cartoon-Welt hineinzuwagen (abseits der üblichen “mangels Hardware”-Begründung) obwohl der 3DS-Port von Tales of the Abyss schon länger bei mir im Regal steht. Das hat aber weniger mit der Serie zu tun als mit meinem grundlegenden Problem mich in Japano-Rollenspiele so richtig reinzufinden. Von daher finde ich Tales of Xillia 2 prinzipiell wieder sehr interessant. Aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass ich die nächsten Jahre dazu kommen werde es zu spielen.

King's Bounty: Dark Side (Herstellerbild)

King’s Bounty: Dark Side (Herstellerbild)

King’s Bounty: Dark Side (28. August 2014 – PC) – Komm schon 1C Company. So langsam reicht es echt. Der solide Heroes of Might & Magic-Konkurrent King’s Bounty: The Legend erschien 2008 (!). Da wird es doch wirklich mal Zeit für einen echten Nachfolger. Stattdessen veröffentlicht ihr die mittlerweile fünfte Erweiterung (und das dritte Standalone-Addon) zum Spiel mit der gleichen Engine und nur wenigen echten Neuerungen (ihr spielt jetzt die Bösen) abseits von “Mehr Quests, mehr Locations und sowieso mehr von allem”. So viel Spaß auch das Hauptspiel und das 1. Addon gemacht haben: Ich habe mittlerweile absolut keine Lust mehr. Danke.

Wasteland 2 (29. August 2014 – PC) – Ich habe nur mal kurz in das Original von 1988 reingeschaut und es gleich wieder aufgegeben. Das war mir dann doch ZU Oldschool. Und ich gebe auch hiermit offen zu, dass ich noch nie Fallout und Fallout 2 wirklich gespielt habe. Somit wird Wasteland 2 tatsächlich mein erster richtiger isometrischer Ausflug ins postapokalyptische Amerika. Aber durch Divinity: Original Sin bin ich ja nun in Sachen rundenbasierte Party-Rollenspiele aufgefrischt worden von daher denke ich, werde ich auch mit Wasteland 2 klar kommen, dass unter Garantie noch einmal wesentlich mehr Größe und Tiefgang und damit Anspruch bietet als die belgische Konkurrenz. Allerdings besteht genau deshalb auch die Gefahr, dass ich mit Wasteland 2 nicht ganz so gut zurechtkomme und es mich ähnlich eines Elder Scrolls einfach nur erschlagen wird. Schauen wir mal. Wer Rollenspiele und das Setting mag muss den Titel aber unter allen Umständen im Auge behalten. Schon die aktuelle Beta-Version ist richtig, richtig gut.

Shelter 2 (Herstellerbild)

Shelter 2 (Herstellerbild)

Shelter 2 (August 2014 – PC) – Den Vorgänger hatte ich letztes Jahr zum visuell ungewöhnlichsten Spiel des Jahres gewählt. Daran wird sich auch mit dem Nachfolger nichts ändern. Im Gegenteil sieht es auf den Screenshots noch fantastischer aus als Teil 1. Jedes einzelne Bild könntet ihr euch einrahmen und an die Wand hängen so wunderschön und einzigartig sieht es aus. Auch inhaltlich tut sich nichts grundlegend Neues. Habt ihr im Vorgänger noch die Rolle einer Dachsmutter übernommen, die ihre Jungen heil an ihr Ziel bringen musste, schlüpft ihr nun in die Rolle eines Lynx-Weibchen und ihrem Nachwuchs, den es zu beschützen gilt. Allerdings ist das Spiel nun in einer offeneren Welt angesiedelt mit eurem Bau als zentralem Hub zu dem ihr immer wieder zurückkehrt. Zudem seid ihr als Lynx logischerweise nun eine Raubkatze, die sich nicht unbedingt vor jedem anderen Tier in der Umgebung fürchten muss. Ich freue mich tierisch auf das Spiel.

Die Sims 4 (4. September 2014 – PC) – Ich hab zwar schon Teil 2 nicht mehr ganz so intensiv gespielt wie Teil 1, dennoch bin ich weiterhin sehr von der Lebenssimulation fasziniert (sieht man mal von EAs Addon-Politik ab) und bei jedem neuen Teil hat es definitiv wieder seinen Reiz einen virtuellen Menschen zu erschaffen und ihn bis zu seinem Lebensende (natürlich oder nicht) zu begleiten – untermalt von einem beruhigenden aber extrem guten Soundtrack. Teil 4 wird da garantiert nichts daran ändern. Es wird hier und da mehr Möglichkeiten geben, dafür im Gegensatz zum Release hier und da ein paar Möglichkeiten weniger (ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass die Schwimmbäder nicht mit einem Addon zurückkommen!) und das alles verpackt in eine schicke aber nicht extrem gute Grafik, die selbst die stärksten Rechner in die Knie zwingt. Da solltet ihr wirklich langsam mal was machen, EA! Ja, ihr simuliert einen Haufen Zeug im Hintergrund. Aber wir reden hier doch von keinem Crysis. Sicherlich kein Spiel in das ich sehr viele Stunden versenken werde. Aber ich werde definitiv wie bei den Vorgängern wieder längere Zeit reinschnuppern und meinen Spaß am Häuslebauen haben.

MX vs. ATV Supercross (Herstellerbild)

MX vs. ATV Supercross (Herstellerbild)

MX vs. ATV Supercross (9. September 2014 – PC, PS3, X360) – Bis zum Verfassen dieses Eintrags wusste ich gar nicht, dass uns der mittlerweile fünfte Teil der Hauptserie ins Haus steht. Nachdem Nordic Games die Marke von THQ übernommen hatte, war meine Hoffnung bekanntlich nicht sehr groß. Aber siehe da: Eine der wenigen guten Motocross-Spielereihen bekommt nach drei Jahren Abstinenz doch noch einen Nachfolger. Und da dieser sogar vom ursprünglichen Entwickler der Serie kommt, Rainbow Studios, habe ich sogar etwas Vertrauen zumindest spielerisch ein gutes Spiel zu bekommen. Blind würde ich den Kauf aber trotzdem nicht empfehlen. Es steht schließlich immer noch “Nordic Games” drauf.

Destiny (9. September 2014 – PS3, X360, PS4, XONE) – Wer behauptet, dass WATCH_DOGS das Hype-Spiel des Jahres 2014 ist, der hat noch nie was von Destiny gehört. Wie extrem sich die Entwickler da auf die Schulter klopfen geht auf keine Kuhhaut und ist mit einer der Gründe, warum ich diesen Titel derzeit nur mit der Beißzange “anfasse”. Ein weiterer Grund ist die Sache mit dem Online-Multiplayer-Fokus der wie ein MMO daherkommt aber laut den Entwicklern unter keinen Umständen ein MMO ist. Das betonen sie immer und immer wieder. Und schon gar nicht ist es ein Halo unter anderem Namen. Niemals. Das ist was komplett Neues, noch nie dagewesenes und etwas, dass euch aus den Socken hauen wird. Ja, ne danke. Rutscht mir den Buckel runter. Wie heißt es so schön? “Kaufe ich, wenn es billiger ist.”

Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (Herstellerbild)

Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (Herstellerbild)

Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (19. September 2014 – 3DS) – FUCK YEAH! Am 19. September können wir getrost das Spielejahr 2014 für beendet erklären. Ich bin mir zu 99% sicher, dass Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call nicht nur meinem 3DS wieder sehr viel Leben einhauchen wird, sondern es von heute auf morgen alle anderen Titel vom Podium des Spiel des Jahres 2014 verdrängt. Hunderte Stunden habe ich in den Vorgänger und NOCA2012-Gewinner investiert. Ja sogar alle DLCs gekauft (waren garantiert auch nochmal so 80 Euro)! Entsprechend erwarte ich vom Nachfolger schlicht Folgendes: Mehr vom Gleichen, die Option ganze Stücke zu spielen und hier und da etwas mehr Komfort. Sollten diese Wünsche zumindest Ansatzweise erfüllt werden, dann werde ich mich garantiert wieder vollständig in diesem Rhythmusspiel verlieren. Da können noch so viele AAA-Titel kommen. Als nächstes aber dann bitte doch endlich mal ein Theatrhythm Kingdom Hearts!

Planetary Annihilation (23. September 2014 – PC, Mac) –Globalechtzeitstrategiespiele wie Total Annihilation oder Supreme Commander mit ihren extrem großen Schlachtfeldern, hunderten von Einheiten und entsprechend hohem Anspruch finde ich auf dem Papier richtig spannend und interessant. In der Realität bin ich aber (mal wieder) einfach viel zu blöd für dieses Genre, weshalb ich noch keinen der genannten Titel bis heute durchgespielt habe. Daran wird sich auch mit Planetary Annihilation nichts ändern, das euch nun nicht mehr nur einen ganzen Globus als Schlachtfeld bietet, sondern mehrere Planeten! Von daher stellt sich natürlich die Frage, warum ich es dann überhaupt bei Kickstarter unterstützt habe. Aber wie gesagt: Ich finde vom Prinzip her das Genre echt richtig genial. Meine mangelnden strategischen Fertigkeiten kann man wohl schlecht den Entwicklern als Fehler vorwerfen. Für Fans entsprechend garantiert ein Pflichtkauf. Alle anderen werden vermutlich wie ich eher überfordert sein.

 

Zum Abschluss stellt sich mittlerweile die Frage, welche Titel ich davon tatsächlich Day 1 hole. Die Antwort: Sacred 3 (in der Hoffnung, dass es vielleicht doch halbwegs gut wird), Risen 3: Titan Lords (weil Piranha Bytes und Risen), Die Sims 4 (wegen der dicken Collector’s Edition), Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (ihr fragt ernsthaft noch nach dem “Warum”?) sowie Wasteland 2 und Planetary Annihilation weil ich die Kickstarter unterstützt habe. Shelter 2 wird sicherlich auch noch auf der Liste landen sobald es kurz vor Release auf Steam herabgesetzt ist. Also erneut die Hälfte der Spiele auf der Liste (statt wie früher einfach alle).

Und wie sieht es mit euch aus? Irgendetwas dabei, was euch hinter dem Ofen hervorlocken wird?

Christoph

Ahnungslosigkeit

Unter Autoren heißt es immer man solle über Sachen schreiben, die man kennt. Sicherlich gibt es auch den einen oder anderen Klassiker, der ohne Vorkenntnisse entstanden ist – ein gewisser George R. R. Martin wusste beispielsweise angeblich laut diverser (Satire-)Webseiten zu Beginn von A Game of Thrones nicht wie Pferde aussehen – aber ein Erotikroman wird sicherlich nicht ganz so gut sein, wenn er von einer 30jährigen Jungfrau stammt. Also nicht, dass ich jetzt mit diesem speziellen Genre Erfahrung hätte. Das war nur ein zufälliges Beispiel. Ihr solltet nun definitiv nicht beim gutsortierten Buchhändler vorbeischauen und euch das Buch “Ey! Figge?! – Stürmische Liebe im Hutzelgrund” vom griechischen Jungautoren Nnamfoh Hpotsirhc kaufen. Auch wenn es angeblich total toll ist und die realistischsten Darstellung von sexuellen Handlungen im gesamten Genre bietet. Darunter so extrem anmachende Passagen wie

[...] Unsicher und mit zittrigen Händen nahm er die Klobürste in die Hand und schaute fragend seine Begleiterin an.

“Wos mach ichn domit jetz, Modder?!”

Nur mit einem Bademantel bekleidet antwortet seine Mutter in einem schroffen Befehlston:

“De Klo saubä, du Drecksau! Des is sowos von eklich.”

“Äwä ich hob sowos no nie gemocht!”

“Donn wird’s verdommt noch a mol Zeid! Du bischt zwoundväzich Joar un Elekdroingenieur. Du kunnst doi Scheißä gefällichst selbst wegmoche.”

Häbbert gibt sich geschlagen und kniet langsam und vorsichtig vor der nicht mehr ganz so glänzend weißen Kloschüssel nieder. [...]

Ich hab’s selbstverständlich nicht gelesen. Aber der Freund eines Freundes dessen Freundin als Putzfrau des Verlagsmanagers arbeitet hat gemeint, dass die Frau des Manns mit dem die Ehefrau des Verlagsmanagers fremd geht irgendwo in einem Sexshop mal im Augenwinkel eine Werbung dafür gesehen hätte.

Das eigentliche Thema

Shift 2: Unleashed (Herstellerbild)

Shift 2 Unleashed (Herstellerbild)

Jetzt aber mal Spaß beiseite. Natürlich habe ich (noch) keinen Erotikroman verfasst (Verlage wenden sich bitte an die Adresse im Impressum). Viel mehr wollte ich auch heute wieder meinen Unmut über bestimmte “Journalisten” loswerden. Sicherlich gibt es Situationen, in denen ist es nicht verkehrt mal jemanden an ein Spiel heranzulassen, der vielleicht mit dem jeweiligen Genre nicht ganz so vertraut ist oder gar Berührungsängste hat. Das kann mitunter positive Folgen haben. Und manchmal geht es auch tatsächlich nicht anders. SHIFT 2 Unleashed gehörte jetzt auch nicht unbedingt zu meiner Kernexpertise. Aber ich war nun einmal der einzige vor Ort, der zumindest halbwegs etwas mit Rennspielen anfangen konnte also habe ich das Beste draus gemacht.

Doch so eine Herangehensweise sollte wohl überlegt sein. Ich lasse jemanden, der sein Leben lang nur Shooter gespielt hat (egal ob Call of Duty oder DOOM) nicht einfach an ein Rollenspielmonster wie Divinity: Original Sin ran. Eher an eine Einstiegsdroge wie Diablo III. Und schon gar nicht mache ich ihn zum Haupttester. Dass bei dieser Praxis am Ende nur ein Mist rauskommt, der nicht nur dem Spiel nicht gerecht wird, sondern auch eine Verarschung der Leser ist, sollte klar sein. Denkt nur an die Kontroverse um die Spike Video Game Awards, die in den vergangen Jahren vor allem mit Moderatoren glänzten, die vermutlich nicht einmal wissen wie man “Videospiel” schreibt.

FIFA 15 (Herstellerbild)

FIFA 15 (Herstellerbild)

Leider ist das eine Praxis, die national und international anscheinend gerne zum Einsatz kommt. Vermutlich teilweise auch um bewusst Kontroversen heraufzubeschwören. Wie oft hat Swen Vincke von Larian Studios schon über Preview-Veranstaltungen gejammert zu denen Journalisten kamen, die nicht nur noch nie von der Divinity-Serie gehört haben (vertretbar), sondern ein Ultima nur vom Namen kennen und grundsätzlich überhaupt nichts mit Rollenspielen am Hut haben. Das wäre, als würde ich FIFA 15 testen. Das wäre dann auch ein Einseiter, in dem sinngemäß steht “Da sind 22 Leute auf einem grünen Rasen von denen 20 Stück versuchen einen Ball zu treten. Dieses Jahr glänzt der Ball etwas mehr als im Vorgänger”. Sehr hilfreich und schade um die investierte Zeit und das Geld.

Alter Schwede!

Ganz aktuell hat in der Hinsicht der Modeblog RockPaperShotgun den Vogel abgeschossen, auch wenn sie glücklicherweise am Ende keinen Blogeintrag dazu veröffentlicht haben soweit ich das sehen kann. Sie hatten wohl die Mühe auf sich genommen und einen Reporter auf die QuakeCon geschickt. Um was zu machen? Natürlich live dabei zu sein wie DOOM den Anwesenden vorgestellt wird, also vor allem den Hardcore-Fans. Und wen schicken sie hin? Jemanden, der noch nie im Leben DOOM gespielt hat (sowas gibt es?!) und auch sonst mit Shootern wenig anfangen kann. Glorreich. Wie gesagt ist am Ende dann doch kein Artikel dazu veröffentlicht worden. Es blieb wohl bei den paar völlig idiotischen und haarsträubenden Zitaten während den Zuschauer-Interviews auf dem offiziellen QuakeCon-Stream (und ein paar äußerst genervten Besuchern).

DOOM (Herstellerbild)

DOOM (Herstellerbild)

Trotzdem muss ich mir bei sowas echt die Frage stellen, was sich der Verantwortliche dabei gedacht hat. Welche Agenda hat der Chefredakteur damit verfolgt? War wirklich absolut niemand anderes – nicht einmal irgendein schlecht bezahlter freier Mitarbeiter – bereit dahin zu gehen? Oder war es tatsächlich der Versuch mal wieder total “edgy” und “hip” zu sein. Wollte man mit so einem Ansatz wieder einmal die Grenzen des “alltäglichen” Journalismus sprengen? Ungefähr so wie es täglich tausende andere selbsternannte “Elite”-Blogger mit ihren geschwollen geschriebenen Amateurtexten voller “Emotionen” und “Gefühlen” aus der Ich-Perspektive versuchen?

Selbstverständlich gibt es wie erwähnt Situationen, da funktioniert das Ganze. Aber es ist eine extrem hohe Kunst es richtig zu machen und vor allem ein Unterhaltungsmedium wirklich in dieser Art und Weise kritisch zu behandeln. Da muss nicht nur die Vorlage stimmen (deswegen passiert es vor allem bei pseudo-künstlerischen Indie-Titeln, weil es da wohl für viele einfacher erscheint), sondern auch der jeweilige Autor echtes Können besitzen. Jemanden, der keine Ahnung hat von Tuten und Blasen zu einem Event hinzuschicken reicht da nicht einmal im Ansatz aus.

Bis Montag!

War was? Ja, es war was. Also abseits von gefühlt 500°C im Schatten und einer Städteführung durch die Nürnberger Altstadt? Nun, am Wochenende ist bekanntlich unter anderem die QuakeCon 2014 passiert. Allerdings gibt es gar nicht viel davon zu berichten weshalb ich mir meine übliche Schelte der deutschen Press dieses Mal spare. Wobei sie ja zumindest mal einen Auslandskorrespondenten hinschicken hätten können! Schließlich war klar, dass dieses Mal wirklich <b>DOOM</b> gezeigt wird. Keine Keynote von Programmier-Genie John Carmack. Wenige Panels. Und fast gar nichts auf dem Stream. Somit bleiben nur zwei Sachen in Erinnerung:

1. DOOM wurde auf der QuakeCon 2014 den Anwesenden und auch wirklich nur denen gezeigt.

DOOM (2015) Cyberdemon

DOOM (2015) Cyberdemon

Warum wurde DOOM nur hinter verschlossenen Türen gezeigt? Weil laut Pete Hines, VP of PR & Marketing bei Bethesda, das Spiel noch nicht soweit ist, um es der Öffentlichkeit zu zeigen. Sie wollten stattdessen einfach nur vermeiden schon wieder eine QuakeCon ohne DOOM abzuhalten. Schließlich wird schon 2009 angekündigt, dass im jeweils nächsten Jahr endlich was zum Spiel zu sehen sein würde. Somit war das vor allem eine Geste an die Hardcorefans, damit sie nicht völlig den Glauben an id Software verlieren. Tatsächlich zu Gesicht bekommen werden wir hingegen das Spiel erst im Laufe des Jahres 2015.

Und was gab es zu sehen? Angeblich eine Rückkehr zur alten DOOM II-Schule. Dicke Wummen mit Rums, wie wir sie vor kurzem auch in Wolfenstein: The New Order gesehen haben und ein schnelles Gameplay (inklusive viel Strafing, einem Jetpack und…einem Double Jump?! WTF?!) auf großen Karten bei dem ganz klar der Kampf gegen eine Überzahl von Dämonen im Vordergrund stehen soll – angetrieben von id Tech 6.

Interessant

Letzteres hat mich übrigens etwas verwundert aber beim genaueren Nachdenken ist es dann doch wieder nicht so überraschend. Die id Tech 5 ist schließlich auch schon wieder einige Jahre alt. Erstmals angekündigt 2007, kam RAGE vor fast 3 Jahren auf den Markt. Und da sich John Carmack logischerweise nicht einfach hinsetzt und Däumchen dreht, hat er in der Zwischenzeit bis zu seinem Abgang (Tim Willits sagte damals bekanntlich, dass Carmacks Arbeit an der Engine bereits beendet wäre) an der neuen Version gearbeitet. Ich erwarte allerdings dieses Mal keine großartige Revolution, sondern ganz klar eine Evolution. Vor allem ins Texture Streaming ist garantiert einiges an Arbeit geflossen.

Außerdem gibt es wohl “Umgebungspuzzle” allerdings mit einem (brutalen) Twist. So stand der Marine in der Demo vor einer verschlossenen Tür mit Handscanner. In der Ecke liegt ein toter Wissenschaftler. Was macht nun der Space Marine? Reißt der Leiche den Arm aus und geht zur Tür. Da wundert es nicht, dass es nun auch “Finishing Moves” gibt. Sprich Dämonen den Kopf umdrehen, ausreißen, absägen und derlei “lustige” Sachen. Was das mit DOOM zu tun hat, will mir zwar aktuell nicht in den Kopf. Aber solange der Rest stimmt soll es mir vermutlich egal sein. Stilistisch orientiert sich der Titel auf jeden Fall an DOOM 3 wenngleich es wohl mehr außerhalb von Industriekomplexen zu tun geben soll. Passend dazu ist es auch, wie der Name schon zeigt, ein erneuter Reboot der Reihe. Etwas schade da wir ja alle auf ein DOOM 4 auf der Erde gewartet haben. Aber macht es vermutlich für die Designer etwas einfacher.

Ich freu mich definitiv drauf endlich mehr davon zu sehen. Die Ankündigung, dass es für PC, Xbox One und PS4 kommt könnte auf eine gute Grafik hindeuten. Die Stimmen von denen, die vor Ort waren, klingen alle äußerst positiv. Und auch die Zusammenfassungen der Presse machen ganz klar Lust auf mehr. Ach und es ist DOOM von daher…

 

2. Alexey Yanushevsky, besser bekannt als Cypher, hat die Intel Quake Live Duel Masters Invitational Championship gewonnen während Vorjahressieger Shane “Rapha” Hendrixson völlig überraschend im Viertelfinale rausflog.

QuakeCon 2014 Duel Awards

QuakeCon 2014 Duel Awards

In Europa ist es derzeit ziemlich langweilig sich das Ende von Quake Live-Turnieren anzuschauen, sprich das was eigentlich das absolute Highlight sein sollte – zumindest wenn Sergey “evil” Orekhov und Cypher daran teilnehmen. In den letzten 12 Monaten gab es fast keines, bei dem dann nicht das Endspiel evil gegen Cypher lautete. Natürlich: Mal hat evil gewonnen, mal Cypher. Aber trotzdem finde ich es mittlerweile absolut langweilig den beiden zuzuschauen wie sie in ihrer eigenen Liga spielen. Natürlich kann man die Schuld dafür nicht den beiden in die Schuhe schieben. Es kommt halt leider sonst niemand an sie ran aktuell. Trotzdem fand ich es richtig gut, dass sie schon im Halbfinale aufeinander trafen und somit Platz für ein “traditionelles” Finale zwischen einem Europäer (Cypher) und einem Amerikaner (Tim “DaHanG” Fogarty) geschaffen wurde.

Zwar hatte ich insgeheim natürlich darauf gehofft Rapha wieder im Ring zu sehen und war ziemlich geschockt als er gegen den Schweden Johan “tox” Quick ausgeschieden ist. Aber nachdem DaHanG seit Jahren die zweite Geige spielt (er hat noch keine QuakeCon gewonnen, war aber schon mehrfach auf dem Treppchen) und ich ihm so langsam auch mal den Titel gegönnt hätte, war er ein würdiger “Ersatz” – zumindest im Geiste. In der Realität waren die drei Runden zwar relativ ausgeglichen. Aber am Ende hat Cypher halt doch mit 3:0 wenn auch natürlich verdient gewonnen und ist zum 4. Mal (2008, 2010, 2012 und jetzt 2014) der Gewinner dieser quasi Weltmeisterschaft von Quake Live.

 

Und damit wäre wie erwähnt auch schon wieder alles zum diesjährigen Event gesagt. Bis Donnerstag!

Kessy

Katzenjammer, die Zweite

Gibt es etwas schöneres als in der Abendsonne auf dem Balkon zu liegen?

Gibt es etwas Schöneres als in der Abendsonne auf dem Balkon zu liegen?

Wisst ihr was heute ist? Na, mein 12. Geburtstag! Das müsstet ihr doch wissen. Schließlich haben wir doch vor zwei Jahren ganz groß hier auf der Seite mein erstes Jahrzehnt (logischerweise) auf dieser Erde gefeiert. Aber gut: Es gibt ja angeblich Leute, die lesen meine Einträge nicht. Und da die nicht mitlesen, kann ich sie auch als total doof bezeichnen. Erfahren es ja sowieso nicht. Dabei schreibe ich doch gar nicht mehr so viel. Mein letzter regulärer Eintrag ist auch schon wieder ein Jahr alt. Man könnte schon fast von einer Tradition sprechen. Jedes Jahr im Juli um meinen Geburtstag herum einen Eintrag von mir. Nicht gerade viel aber immerhin etwas.

Es gibt aber auch leider nicht allzu viel zu berichten. Ich vermisse definitiv den Webmaster und er mich hoffentlich genauso, der Drecksack. Lässt mich hier einfach alleine mit dem Chef und der Chefin. Keiner mehr da außer seinem Schwager, der mich hin und wieder mal so richtig durchknuddelt. Stattdessen wollen mich alle nur kämmen. Als wäre das nötig. Ich besitze eine natürliche Schönheit, die ich täglich durch unzählige Stunden Schönheitsschlaf und nicht weniger Stunden Lecken pflege. Da gibt es nichts zu kämmen. Aber nein, das verstehen die Dosenöffner natürlich nicht. Statt mir was Leckerli zu geben holen sie den Kamm raus. Als würde es nicht schon reichen, dass ich weiterhin alle vier Wochen zum Frisör muss. Dabei hatte ich gehofft, dass das Thema mit dem Verschwinden des Webmasters endlich erledigt wäre. Aber nein. Schlimmer noch: Kommt der Depp doch mal wieder vorbei, schleppt er mich auch noch selbst hin. Da braucht er sich nicht wundern, dass ich ihn nicht mehr freudig an der Haustür erwarte, wenn er mal wieder unangekündigt reinschneit.

Unzumutbar!

Sowieso haben sich meine Lebensbedingungen irgendwie massiv verschlechtert. Ja, ich bin sogar fast soweit, dass ich mal PETA oder den deutschen Tierschutzbund anrufe. Nicht nur, dass es fast gar keine Leckerli mehr für mich gibt. Ich werde beispielsweise auch mittlerweile nachts einfach vom Chef im unteren Stockwerk eingesperrt. Nur weil er wegen mir nicht die Flurtür aufstehen lassen möchte. Könnte ja zwei Euro mehr kosten zu heizen dadurch. Dann engagiere halt einen Butler für mich oder mach‘ halt eine Katzenklappe in die Glastür rein! Mir sind gefälligst zu jeder Tages- und Nachtzeit Tür und Tor offen zu halten, damit ich mein Territorium erkunden kann.

Kunststoffschaum ist bequemer als man denkt!

Kunststoffschaum ist bequemer als man denkt!

Immerhin habe ich immer noch ausreichend und gut gepolsterte Schlafplätze da unten drin. Vor allem im Nähzimmer der Chefin liegt immer sehr viel Stoff rum auf dem ich mich und meine überflüssigen Haare ablegen kann. Übrigens noch ein Grund, warum ich meiner Meinung nach nicht zum Frisör müsste! Ich bin schließlich wie eine Schlange. Aus dem was ich an Haaren verliere könnte man auch eine zweite Katze bauen. Aber die Dame und der Herr sind halt einfach schlecht erziehbar. Mehrere Monate hat es beispielsweise gedauert, bis sie verstanden haben, dass in meiner Toilette das falsche Streu drin ist. Immer und immer wieder habe ich demonstrativ daneben meine Nr. 2 gemacht. Aber auch nur die Nr. 2. Ich habe dann doch einen gewissen Anstand. Gepinkelt wurde weiterhin ordentlich im Kasten. In ihrer Not haben sie sogar eine zweite Toilette hingestellt. Aber auch wenn ich den Gedanken gar nicht so schlecht fand – eine für unter die Woche, eine fürs Wochenende zum Beispiel –, es war immer noch das billige Miststreu drin, dass nur am Hintern kratzt. Mittlerweile haben sie mich aber verstanden. Jetzt ist wieder das richtige Streu drin in dem ich mit meinem Königinnen-Hintern ohne Probleme feierlich Platz nehmen und meine Audienz halten kann.

Bitte? Draußen auf der Wiese mein Geschäft machen wo ich sowieso aktuell den ganzen Tag rumturne auf der Suche nach den Mäusen? Also bitte. Ihr verrichtet ja auch nicht auf eurem Schreibtisch im Büro oder Geschäft. Wenn doch, dann solltet ihr vielleicht mal zum Psychiater gehen. Außerdem würde das nur meine Beute vertreiben, wenn ich mich auf der Wiese entladen würde. Dabei ist es jetzt schon schwer genug noch was zu fangen. Nein nicht, weil ich so langsam ein alter Sack…äh eine erfahrene Dame bin. Ich war stattdessen anscheinend in der Vergangenheit zu gründlich und erfolgreich. Die alten Biester sind alle tot und neue kommen keine dazu, weil mir mein Ruf (und mein Glöckchen um den Hals) vorauseilt. Sehr schade.

Alles in allem geht es mir aber natürlich weiterhin ganz gut. Wie sagt der Webmaster so gerne in seinen Einträgen? “Passt scho”. Ach ne, dass sagt er im echten Leben. Schreiben tut er “ich meckere hier auf hohem Niveau”. Mir könnte es schließlich wie immer noch besser gehen. Zum Beispiel indem ihr mir jetzt endlich huldigt und mir Leckerli zum Geburtstag schenkt. Oder wollt ihr mich etwa verhungern lassen?!

Miau!

Nächste Seite »