Unser (fast leeres) Gemüsebeet

Na, heute schon eure Vitamine zu euch genommen? Nicht? Also bitte – so langsam müsste euch doch klar sein, wie wichtig es ist darauf zu achten. Schließlich wollen doch die meisten von uns ein möglichst langes und gesundes Leben. Wenn man aber nicht zu NEMs greift, stellt sich natürlich die Frage wie man die Dosierung im jeweiligen Lebensmittel möglichst hochhält. Wir haben sicherlich alle schon einmal gehört, dass beispielsweise Gemüse im heißen Wasser zu kochen die wohl schlechteste Variante ist (dabei wird es sowieso viel zu matschig). Aber stimmt das immer oder wie reagieren die einzelnen Vitamine auf die jeweilige Zubereitungsart?

Wasser = flüchtig

Nun, fangen wir doch mit dem einfachsten an: Im letzten Eintrag hatte ich erwähnt, dass sich die 13 Vitamine noch einmal in wasserlöslich und fettlöslich aufteilen lassen. Was passiert also mit den B- und C-Vitaminen, wenn sie auf das Wasser im Kochtopf treffen? Sie lösen sich aus dem Lebensmittel und verschwinden im Kochwasser, das ihr dann anschließend in den Ausguss schüttet. Super Leistung, lieber Koch! Dann doch lieber eine Suppe draus machen oder einen Gemüsefond.

Hightech-Gemüse-Dämpfen

Außerdem sind die wasserlöslichen Vitamine grundsätzlich nicht gerade wärmefest. Also selbst beim Dämpfen gehen vom Vitamin C im Gemüse durchschnittlich gut 30% verloren. Und das ist neben dem Dünsten noch die schonendste Zubereitungsart! Wärmt ihr es am nächsten Tag in der Mikrowelle nochmal auf, werden weitere 50% zerstört. Und das ist wörtlich gemeint, denn durch das Erhitzen wird die organische Verbindung aufgelöst.

Leider gibt es nicht nur beim Zubereiten einen Vitaminverlust. Ihr lagert eure Kartoffeln bei Raumtemperatur? Dann verlieren sie monatlich 15% ihres Vitamin-C-Gehalts. Spinat schafft es sogar über Nacht mehr als 50 Prozent seines Vitamin Cs zu vergessen. Also lieber das Gemüse trocknen? Bloß nicht! Da verschwinden gleich mal 80%. Einfrieren? Immer noch 30% Verlustrate. Weitere Feinde, die den Abbau von wasserlöslichen Vitaminen beschleunigen: Licht, Sauerstoff und ein alkalischer pH-Wert (sprich eben zum Beispiel Leitungswasser).

Ihr seht: Wenn man es nicht direkt vom Acker in den Mund packt (natürlich mitsamt Dreck – dann habt ihr auch gleich die Mineralien :smile: ), dann ist bei den wasserlöslichen Vitaminen immer ein nicht gerade kleiner Verlust da. Wie heißt es so schön? Wie man’s macht, ist es verkehrt!

Fett = resistent

Die fettlöslichen Vitamine sind da zum Glück wesentlich resistenter und genügsamer. Zwar hat ein gekochtes Ei auch 20% weniger Vitamin A als ein rohes. Aber das Provitamin A (Betacarotin) mag es sogar, wenn es heiß wird und lässt sich dann vom Körper noch besser verarbeiten. Hier macht es tatsächlich sogar einen signifikanten Unterschied in welchem Zustand ihr die Karotte esst. Am besten sind pürierte, gekochte Karotten mit etwas Öl. Dann kann der Körper bis zu 45% mehr Betacarotin aus ihnen rausholen. Die klassischen, gerne im Salat vorkommenden Karottenstückchen hingegen sind mit gerade mal 3% die wohl schlechteste Variante seine Karotten zu naschen. Die Begründung ist recht simpel: Sind die Teile kleiner, wurden mehr Zellen zerstört und das Provitamin A kann leichter „herausfallen“. Entsprechend wichtig ist es etwas zu tun, was wir alle mittlerweile nicht mehr ganz so ausführlich machen: längeres Kauen.

Ja, wir kaufen bei Discountern…

Vitamin E und Vitamin K hingegen interessiert das alles nicht die Bohne. Das sind die Ratten unter den Vitaminen. Selbst wenn ihr Vitamin E in die Fritteuse packt, sind nach 10 Stunden immer noch mindestens 25% davon im Lebensmittel erhalten. Vitamin K steht dem nicht wesentlich nach.

Fazit

Was nehmen wir also aus dem heutigen Eintrag mit? Nun, wenn ihr nicht alle eure Vitamine grundsätzlich durch Nahrungsergänzungsmitteln zu euch nehmen wollt, dann solltet ihr beim Kochen aufpassen. Also zum einen natürlich überhaupt selbst kochen, denn in den Fertiggerichten oder im FastFood sind garantiert so gut wie keine Vitamine mehr drin. Zum anderen darauf achten, wie ihr mit dem Lebensmittel umgeht: Nicht lange lagern, nur kurz und hoch erhitzen (und das Gemüse erst ins kochende Wasser werfen und nicht mit aufwärmen) und lieber dämpfen und dünsten statt kochen und braten. Und wenn ihr es doch kocht (weil ihr matschiges Gemüse aus unerfindlichen Gründen toll findet :smile: ), dann zumindest das Wasser nicht wegkippen sondern für andere Sachen aufheben.

Wir nehmen mittlerweile nur noch gefrorenes Gemüse (wenn es nicht aus dem eigenen oder dem Garten der Eltern stammt), dämpfen es in unserem „hightech“ 21-in-1-Kocher und zerstören dann doch alle Vitamine indem wir es am nächsten Tag auf der Arbeit in der Mikrowelle wieder aufwärmen :wink: .

Alle 13 Vitamine

Insgesamt gibt es nach derzeitigem Stand 13 organische Verbindungen, die offiziell unter dem Trivialnamen (Gegenteil von wissenschaftlicher Name) „Vitamin“ bezeichnet werden und wissenschaftlich anerkannt sind. Es gibt zwar hier und da auch noch weitere Bezeichnungen wie Vitamin S, Vitamin H oder Vitamin I – aber die werden entweder fälschlicherweise für anderes Verbindungen (also keine Vitamine) genutzt, sind mittlerweile veraltet oder schlicht Marketingsprech, um euch einen Bären aufzubinden (z.B. Vitamin Q). Das interessiert uns also alles nicht weiter.

Von diesen 13 offiziellen Vitaminen sind vier Stück von der fettlöslichen und neun von der wasserlöslichen Variante. Sprich sie vermischen sich entweder nur in Wasser oder nur in Öl. Viel wichtiger ist allerdings, dass nur die fettlöslichen Vitamine (mit Ausnahme von Vitamin B12) vom Körper langfristig gespeichert werden können. Bei den wasserlöslichen wird das überflüssige Material einfach kurzfristig über den Urin wieder ausgeschieden. Diese Info ist auch insofern wichtig, als dass der Körper auch entsprechend Öl und Wasser zur Verarbeitung braucht. Es bringt also überhaupt nichts euren Salat trocken und fettfrei zu genießen, denn erst der Schuss Olivenöl sorgt dafür, dass Vitamin D, Vitamin A & Co. tatsächlich verarbeitet werden können.

Die Vitamine

Vor zwei Wochen haben wir über das Vitamin C (wasserlöslich) gesprochen. Vitamin D (fettlöslich) hatten wir sogar schon im letzten Jahr „abgearbeitet“, genauso wie das Vitamin K (fettlöslich). Fehlen nach Adam Riese noch zehn Stück mit denen wir uns beschäftigen wollen: Vitamin A (fettlöslich), Vitamin E (fettlöslich) und Vitamin B (acht Stück – alle wasserlöslich). Und nein, mir ist aktuell nicht wirklich klar, warum bei Vitamin B alle einzeln aber beispielweise Vitamin K nur einmal statt zweimal zur Gesamtsumme gerechnet werden. Vielleicht finden wir es noch heraus :smile: .

Heute nehmen wir uns mal das Vitamin A vor, Retinol. Wenn ihr Eltern oder Großeltern hattet, die sich zumindest etwas um eure Ernährung gekümmert haben, habt ihr sicher schon einmal gehört, dass Karotten gut für die Augen sind. Das ist tatsächlich richtig und liegt an den Beta-Carotinen, die in einer großen Auswahl von Gemüse zu finden sind.

Die Zufuhr

Was aber haben Beta-Carotine nun mit Vitamin A zu tun? Nun, Beta-Carotine werden auch als Provitamin A bezeichnet. Was jetzt schon wieder Provitamine sind, fragt ihr euch? So werden die Vorstufen zu Vitaminen bezeichnet. Mit Provitaminen kann euer Körper überhaupt nichts anfangen, sondern muss sie (in Kombination mit anderen Bauelementen) erst zum eigentlichen Vitamin verstoffwechseln. So wird aus den Beta-Carotinen in eurem Gemüse am Ende das Vitamin A. Die Faustregel ist 1mg Vitamin A entstehen aus 6mg Beta-Carotin.

Vitamin A (25.000 IU pro Kapsel)

Das bedeutet aber nicht, dass dies der einzige Weg für euren Körper ist an Vitamin A zu kommen. In tierischen Produkten ist es bereits als „fertiges“ Vitamin A enthalten, muss also nicht erst großartig umgewandelt werden. Aber das ist nicht unbedingt ein Vorteil, denn es heißt der Körper kann am Ende dann doch Beta-Carotine besser verarbeiten als fertiges Vitamin A. Außerdem bekommt ihr in Sachen Menge über Gemüse unterm Strich doch noch mehr Vitamin A heraus als über die meisten tierische Produkte. Karotten beispielsweise liefern im rohen Zustand 850mcg auf 100g während im Eigelb nur 380mcg auf 100g enthalten sind. In Hühnerfleisch sogar nur maximal 25mcg auf 100g.

Minimum und Extrem

Aber wie immer gibt es eine Ausnahme: Leber. In Rindsleber sind beispielweise 7.744 mcg Vitamin A auf 100g enthalten. Lebertran hat sogar 30.000mcg auf 100g – aber wer trinkt schon 100g Lebertran jeden Tag? Da ist Schweineleber mit bis zu 42.000mcg auf 100g schon wahrscheinlicher. Zu viel ist trotzdem nicht gut, denn wie oben erwähnt gehört Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen und wird vom Körper gespeichert. Blöd nur, dass dieser nicht wirklich in der Lage ist den Überschuss wieder abzubauen und so eine Überdosis ist genauso wenig lustig wie ein Mangel. Entsprechend vorsichtig muss man hier unter Umständen beim Thema Nahrungsergänzungsmittel sein je nachdem wie man sich tagtäglich ernährt.

Die DGE empfiehlt 800 (weiblein) bis 1000 (männlein) Mikgrogramm an Vitamin A pro Tag. Sprich mit 200-300g Spinat jeden Tag hättet ihr zumindest den DGE-Bedarf bereits gedeckt. Wie immer ist es aber natürlich zum einen die Frage, wie gut man sich tatsächlich daranhält. Essen wir wirklich jeden Tag 100-150g Karotten? Leber mögen auch die wenigsten in großen Mengen (wenn überhaupt). Und zum anderen sind es wie immer nur die Minimum-Werte, die nur verhindern, dass es zu bestimmten Krankheiten kommt. Der tatsächliche Bedarf ist wie immer etwas höher. Wir nehmen zum Beispiel jeden Tag 25.000 IU (Vitamin-A-IU mal 0,3 ergibt Mikrogramm), also 7.500mcg weil bei uns der Bioscan einen Mangel aufgezeigt hatte. Wir werden mal schauen was der nächste Bioscan bringt und dann vermutlich auf 10.000 IU (3.000mcg) reduzieren. Die sind laut Wikipedia bereits in mehreren Studien als völlig ungefährlich eingestuft worden.

Auswirkungen

Eine Überdosierung (Hypervitaminose) findet entweder bei langfristiger Einnahme von mehr als 15-30.000mcg pro Tag statt (gibt unterschiedliche Ansichten) oder bei kurzfristiger Einnahme von satten 200.000mcg am Tag. Da muss man also schon so einiges in sich reinschaufeln, um das zu erreichen. Damit zu spaßen ist trotzdem nicht: Haarausfall, Juckreiz, Leberstörungen, beschleunigter Knochenabbau und noch ganz viele weitere Symptome können durch Vitamin-A-Hypervitaminose auftreten.

Lustigerweise kann eine Hypovitaminose, also ein Vitaminmangel, zu ähnlichen Symptomen plus noch ein paar mehr führen (Eisenmangel, verringerte Sehschärfe, Nierensteine, Austrocknung von Haus, Haaren, Nägeln und Augen, etc.). Aber ich denke es ist recht einfach zu erkennen ob ihr zu viel oder zu wenig Vitamin A zu euch nehmt :smile: .

Und wie man an den Symptomen sieht, wird Vitamin A in so einigen Bereichen eures Körpers gebraucht. Ganz vorne natürlich zur Produktion der Sehpigmente der Netzhaut. Aber auch bei der Bildung von Haut und Schleimhäuten sowie die dadurch folgende Stärkung des Immunsystems und bei der Knochenbildung und – heilung. Es fördert auch die Umsetzung des Eisens aus dem Blut ins Speichereisen. Ganz wichtig aber für uns Männer: Es wird zur Herstellung von Testosteron benötigt und hat starken Einfluss auf unsere Spermien. Aber auch Frauen könne bei einem Mangel Probleme mit Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten bekommen.

Fazit

Eine gesunde Katze

Bis zum Bioscan hatten wir uns mit Vitamin A nur am Rande beschäftigt und nehmen es auch erst circa vier Monate zusätzlich ein. Dabei ist auch in unserem Standardgemüse (Brokkoli und Blumenkohl) nicht ganz so viel darin enthalten. Entsprechend war es gar nicht so sehr verwunderlich, dass wir laut Bioscan einen Mangel hatten. Andererseits nehme ich die Warnung vor einer Hypervitaminose hier durchaus ernster als beispielsweise bei Vitamin D, denn zum einen ist die Marge niedriger (die 15mg hat man mit zwei Kapseln à 25.000 IU schon erreicht). Und zum anderen kann der Körper wirklich überhaupt nicht richtig damit umgehen, was vor allem die langfristigen Folgen schlimmer macht.

Man sollte hier also schon wissen was man tut. So ist es aber mit allem. Selbst an zu viel Wasser trinken kann man sterben. Auch für Katzen ist Vitamin A nicht ungefährlich. Diese können es noch schlechter Abbauen als Menschen. Einer Katze Leber als Leckerlies zu verkaufen sollte man lieber gar nicht tun. Da gibt es besseres Fleisch/Trockenfleisch für. Das Futter ist da meist schon ausreichend Substituiert bzw. Leber ist billig und daher im Futter gerne schon enthalten.

Bevor ihr also anfangt Vitamin A zu substituieren, solltet ihr erst einmal schauen ob ihr wirklich einen Mangel habt (lässt sich gegen Bezahlung [20-25 Euro] mittels Blutprobe feststellen) und erst anschließend entweder die Ernährung dahingehend anpassen oder ein passendes NEM (wie immer bitte auf die Zusatzstoffe achten!) nutzen, um den Mangel mittelfristig (nicht kurzfristig) zu beheben.

Mehr Pillen als im Altersheim

Es ist doch schon wieder ein paar Tage her, seit wir über das Thema Vitamine und Mineralien gesprochen haben. Dabei ist unsere Liste an geplanten Gesundheitseinträgen immer noch umfangreich (mindestens noch 15 Themen). Bevor wir aber in die vielleicht wirklich obskuren Sachen abdriften, müssen wir uns natürlich noch über das Volkvitamin unterhalten: Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C – eines der wasserlöslichen Vitamine (wie zum Beispiel auch die B-Vitamine).

Im Bereich des Essens gibt es den (völlig idiotischen und verschwenderisch verwendeten) Begriff des „Super Foods“ (Essen, dass besonders reich an irgendwelchen Inhaltsstoffen ist). Würde man das „Super Vitamin“ suchen, dann wäre es sicherlich das Vitamin C. Ohne dieses könnt ihr euch in vielen Fällen mit Nahrungsergänzungsmitteln zuschütten und trotzdem geht in eurem Körper wenig bis gar nichts vonstatten:

  • Es fängt die aggressiven freie Radikale ein und macht sie unschädlich, wirkt also als Antioxidationsmittel (separater Eintrag) und unterstützt das Immunsystem.
  • Es hilft auch grundsätzlich dem Immunsystem zum Beispiel im Kampf gegen Allergien und Erkältung und kann sogar die Zahl von Asthmaanfällen verringern.
  • Es macht das Blut dünnflüssig, was wiederum gut für den Blutdruck ist und Herzkrankheiten vorbeugt.
  • Es hält die Innenwände der Arterien glatt, ist also eine Art Ablagerungsschutz gegen Calcium und vergleichbare Stoffe.
  • Es verbessert unter anderem die Aufnahme von Calcium sowie Eisen. Mir fällt sogar gerade kein einziges Vitamin oder Mineral ein, das nicht gut oder zumindest neutral auf die Hinzugabe von Vitamin C reagiert.
  • Es hilft bei der Regulation von diversen Hormonen bzw. ermöglicht überhaupt erst deren Produktion wie zum Beispiel bei der Schilddrüse oder bei Kindern das Wachstumshormon. Deswegen sollen vor allem stillende Mütter noch mehr Vitamin C zu sich nehmen.
  • Es bringt die Leber dazu bestimmte Stoffe überhaupt erst zu entgiften (aber nicht alle!). Ohne Vitamin C würde beispielsweise Nikotin einfach nur im Körper rumschwirren und euch noch schneller töten :smile: . Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass es eben nicht reicht nur der DGE-Empfehlung zu folgen. Durch die Rauchverbote (und damit dem verminderten Passivrauchen) sind wohl auch die Vitamin-C-Werte in der Gesamtbevölkerung angestiegen. Macht ihr also etwas ungesundes, dann muss euer Körper den jeweiligen Stoff (hier Vitamin C) woanders verbrauchen als da, wo er ihn eigentlich haben möchte.
  • Es wirkt stimulierend sowohl für euren Körper (Fettverbrennung in der Muskulatur, gesteigerte Konzentration und Reaktion) führt aber auch zu einer positiveren Stimmung, da die entsprechenden Hormone gebildet werden können (zusammen mit weiteren Baustoffen).
  • und noch vieles mehr…

Ohne ausreichend Vitamin C werdet ihr also sehr schnell, sehr krank. Das beste Beispiel dafür ist die Rolle des Vitamin Cs im Zusammenhang mit dem Bindegewebe.

Das Kollagen

Kollagen mit Schokogeschmack

Ohne Vitamin C (und die Aminosäure Lysin) kann unser Körper das Eiweiß namens Kollagen nicht produzieren. Unsere Bindegewebezellen bestehen allerdings zu einem Großteil aus den verschiedenen Kollagentypen. Egal ob Zähne, Knochen, Knorpel, Bänder, die Haut – überall ist Kollagen drin. Fehlt es, gibt es entsprechend viele Krankheitsbilder wie rheumatisches Fieber, oder Skorbut (bitte nicht vor, während oder nach dem Essen googeln!). Diese werden zwar meist nicht einem Kollagenmangel zugeschrieben, sondern ein Vitamin-C-Mangel diagnostiziert. Aber da der Körper wie gesagt Vitamin C braucht, um überhaupt Kollagen herzustellen, passt das auch logisch zusammen.

Lysanda und ich hatten im Bioscan einen leichten Kollagenmangel ausgewiesen bekommen, den wir dann auch erst einmal mit hochdosierter Aufnahme angegangen sind. Haben uns aber auch zusätzlich dem Vitamin C zugewandt als Hauptübeltäter für das ursächliche Problem. Mittlerweile spielt Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel keine Rolle mehr für uns.

Natürliche Zufuhr

Stellt sich natürlich die Frage, wie wir überhaupt zu einem Vitamin-C-Mangel gekommen sind. Vitamin C sollte eigentlich eines der wenigen Vitamine sein, deren Bedarf (lt. DGE 95-110mg/Tag) durch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Obst tatsächlich gedeckt werden könnte. In 100g Wirsing oder Spinat sind zum Beispiel schon 50mg enthalten. In Kohlrabi und Blumenkohl sogar über 60mg. Brokkoli (110mg), Rosenkohl (112mg) und Paprika (140mg) erfüllen euren Bedarf hingegen theoretisch komplett mit nur 100g. Wer braucht da also noch Nahrungsergänzungsmittel?

Es hilft alles nichts: Gemüse ist gesund!

Nun, zuerst einmal natürlich derjenige, der sich nicht so gesund ernährt (gibt ja viele, die kein Gemüse essen – gehörte lange Zeit auch dazu). Dann derjenige, der auf irgendeine Art und Weise krank ist und deswegen einen höheren Bedarf hat. Und dann reden wir hier natürlich von optimalen Bedingungen und im rohen Zustand. Bei der Zubereitung geht, wie ihr sicherlich wisst, schon einiges an Vitaminen verloren. Und dann ist aufgrund des Raubbaus auf den Feldern schon gar nicht mehr die hohe Menge an Vitaminen drin – selbst im teuren Biogemüse. Außerdem – und ihr solltet mittlerweile wissen, dass das kommt – ist die DGE-Empfehlung wieder sehr niedrig und am absoluten Krankheitslimit angesetzt.

Nahrungsergänzungsmittel

Der Ernährungsexperte Linus Pauling hat bis zu seinem Lebensende (93 Jahre wurde er alt) satte 12g genommen. Ich nehme hingegen „nur“ 2,5g zusätzlich zu unseren täglichen Mahlzeiten (mindestens 200g Gemüse) jeden Morgen ein. Da kommt es tatsächlich auf eure persönliche Situation an (unter anderem Größe und Gewicht), die ihr austesten müsst. Bei Schwerkranken kann es sinnvoll sein auch wesentlich mehr Vitamin C pro Tag einzunehmen (teilweise wohl bis zu 200g). Im Normalfall liegt die Durchfallgrenze aber zwischen 5 bis 15g. Ernsthaft Schaden könnt ihr euch durch eine Überdosierung kurzfristig nicht zufügen. Ihr rennt nur dann sehr schnell auf die Toilette, weil euer Körper den Überschuss möglichst schnell loswerden will. Übrigens ein Effekt, den man zur Behandlung von Harnwegsinfektionen nutzen kann.

Unser 5kg-Eimer hat schon abgenommen

Da Vitamin C nach Zitrone schmeckt und, wie anfangs erwähnt, wasserlöslich ist, lässt es sich am einfachsten und billigsten als Pulver kaufen und verwenden. Da Ascorbinsäure gleich Ascorbinsäure ist, könnt ihr beim Kauf auch erst einmal nichts falsch machen. Nur von Multipräparaten oder Präparaten mit Zusatzstoffen solltet ihr wie immer die Finger lassen. Wir nutzen derzeit die E300-Variante von Golden Peanut. Die hatte das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Gibt aber natürlich auch in jeder Drogerie Pulver oder Kapseln zu kaufen.

Fazit

Wir nehmen Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile seit acht Monaten sowohl als Ergänzung zur Aufnahme von Zink und Eisen als auch aufgrund der erwähnten Kollagenproblematik. Natürlich lässt sich schwer abschätzen, welche der vielen Faktoren tatsächlich zur Besserung führte aber gefühlt hat die erhöhte Vitamin-C-Menge positive Auswirkungen auf unseren Alltag gehabt bzw. hat sie auch immer noch. Meine Dauermedikamentation gegen Asthma zum Beispiel konnte ich mittlerweile tatsächlich (in Absprache mit meiner Lungenärztin natürlich) reduzieren und ich glaube mein Zahnfleischbluten ist besser geworden. Negative Auswirkungen sind mir hingegen keine bekannt. Entsprechend können wir, dass ein oder andere Glas Wasser mit Vitamin-C-Pulver nur empfehlen. Den Orangensaft aber bitte im Regal stehen lassen. Da werden die positiven Effekte des Vitamin Cs durch die erdrückende Menge an Zucker wieder negiert.

Eine Flasche WPO

Es wird mal wieder Zeit, dass wir uns über das Thema Gesundheit unterhalten. Allerdings beschäftigen wir uns heute mal mit keinem Vitamin und auch keinem Mineral. Es ist genauso wenig ein Nahrungsergänzungsmittel im herkömmlichen Sinne. Im Gegenteil ist es eher bei Hausfrauen und -männern als effektives Reinigungs- und Bleichmittel bekannt und kommt in allerlei Industriezweigen als Desinfektionsmittel zum Einsatz. Und doch ist es nicht nur ein Hygienemittel, es kann ebenfalls als Heilmittel verwendet werden. Entsprechend möchten wir es tatsächlich in unserem Haushalt nicht mehr missen. Die Rede ist von Wasserstoffperoxid (WPO) d.h. Wasser, welches ein zusätzliches Sauerstoffmolekül besitzt (Wasser = H2O, WPO = H2O2) und die je nach Verdünnungsstufe andere Verwendungszwecke hat. Zum Verdünnen wird übrigens einfach Wasser genommen. Ist also kein Problem auch Zuhause den Prozentsatz zu verringern.

Vielseitig Einsetzbar

Die 11,9%ige Variante wird beispielsweise vom Frisör genutzt, um eure Haare zu blondieren. Warum exakt 11,9%? Weil ab 12% die Gefährlichkeit massiv zunimmt und damit die Bürokratie übernimmt. Dann gibt es eine Meldepflicht über den Verkauf und es muss eine Endverbleibserklärung unterschrieben werden.

Kein Wunder: Mit 30% tötet ihr buchstäblich jede Art von Schimmel in eurem Haus. Eine zu 35% verdünnte Version kommt hingegen unter anderem in der Getränkeindustrie zum Einsatz, um die PET-Flaschen zu reinigen. Sie eignet sich aber auch sehr gut, um sie Verdampfen zu lassen und Reinräume…nun, rein zu machen. Noch lustiger wird es ab >85% aufwärts. Nicht nur konnte man damit eine Mischung für U-Boot-Antriebe machen (Walter-Antrieb – heute kommt es nur noch als Sauerstoffzufuhr zum Einsatz) – es lassen sich genauso wunderbar Raketen und Torpedos damit antreiben. Und nein, die Wasserstoffbombe sowie der Brennstoffzellenantrieb bei Autos funktioniert leider anders. Allerdings können hochkonzentrierte WPO-Lösungen durchaus einfach mal verpuffen und eine nette Explosion verursachen. Somit kann ich durchaus nachvollziehen, warum der Staat da ein Auge drauf hat wer wie viele und in welcher Konzentration vorrätig hat :smile: .

Um diese Explosionsgefahr zu mindern, ist zum einen ein Loch im Deckel (wird Druck aufgebaut, geht er da raus). Zum anderen sollte die Flasche aber auch immer bei maximal Zimmertemperatur gelagert werden und nicht direkt in der Sonne. Im Sommer bei >30°C am besten in den Kühlschrank packen.

Die Standardvariante

Zuhause und im Alltag (z.B. beim Zahnarzt) kommt hingegen hauptsächlich die stark verdünnte Variante mit 3% zum Einsatz. Die könnt ihr genauso wie die Blondierlösung überall frei erwerben und ist auch noch ziemlich billig. Wir haben für 1L in der Apotheke gerade mal 4,50 Euro bezahlt. Das ist entsprechend unsere Empfehlung: Einfach mal in die Apotheke um die Ecke gehen. Spart die Portokosten, die fast so hoch sind wie die Flasche kostet. Dort gibt es übrigens mit der entsprechenden Begründung (und ausgefülltem Papierkram) genauso die 30%-Variante zum Schimmeltöten. Aber mit der definitiv nur mit Handschuhen arbeiten, nicht auf die Haut bringen und schon gar nicht in irgendwelche Körperöffnungen schütten. Das meine ich absolut ernst! Das Zeug wird in der Mikroelektronik als Ätzmittel eingesetzt. Da ist ein hochprozentiger Schnaps nix dagegen.

Die 3%-Variante ist da eindeutig wesentlich ungefährlicher, sollte allerdings nicht in größeren Mengen auf einmal getrunken werden. Der Grund ist ganz einfach: Wenn WPO seine Wirkung entfaltet, dann setzt es aktiven Sauerstoff frei (es schäumt und bildet Bläschen). Dabei macht es quasi alle Bakterien tot, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Das ist toll im Einsatz von Krankheitskeimen. Im Magen, wo viele gutartige Bakterien leben, ist es hingegen nicht so empfehlenswert diese in großen Mengen dahin zu raffen. Entsprechend zum Beispiel auch bei der Anwendung in der Nase (Nasenschleimhäute) und im Genitalbereich aufpassen (ja, es können vaginale Krankheiten damit behandelt werden).

Äußere Anwendung

Aber lasst uns endlich konkreter werden: Wofür kann man 3%iges WPO verwenden? Nun, zuerst einmal natürlich als Putz- und Desinfektionsmittel um Flächen (inklusive Möbeln) keimfrei zu kriegen (es wirkt gegen Bakterien und Pilze). Auch gegen kleinere Schimmelpopulationen hilft es bereits (erst ab höheren Populationen braucht es die 30%). Es ist ebenso praktisch beispielsweise in der Toilette, da es organische Verbindungen auflöst und damit Urinstein löst.

Nutzt man es hingegen im Bereich der eigenen Gesundheit, dann unterscheidet man zwischen einer äußeren und einer inneren Anwendung. Logisch: Innere heißt, ich kippe es mir in irgendeine Öffnung. Äußere bedeutet, dass ihr es oberflächlich anwendet wie zum Beispiel:

  • Auch Zahnbürsten für echte Männer lassen sich desinfizieren

    Zum Reinigen der Luft. Da WPO wie erwähnt Krankheitserreger tötet, macht es auch die Luft sauber. Einfach ein bisschen davon mit Wasser in den Diffuser tropfen und los geht’s! Macht tatsächlich vor allem für mich als Asthmatiker einen spürbaren Unterschied. Hilft aber genauso gut bei Erkältungen.

  • Zur Desinfektion von allerlei Handwerkszeug. Von der Zahnbürste übers Gebiss bis hin zu Besteck und Co. könnt ihr damit alles sauber machen was ihr euch in den Mund steckt (oder woanders hin – wir leben in einem freien Land :smile: ).
  • Zur Massage soll es auch ganz gut sein. Selbst haben wir es noch nicht getestet aber die Theorie ist, dass es zum einen Dreck von der Haut entfernt und zum anderen die oberen Hautschichten mit schickem Sauerstoff versorgt werden.
  • Für ein normales Bad in der Badewanne. Erneut mit dem Ansatz, dass es böse Sachen von der Haut entfernt, guten Sauerstoff in den Zellen verteilt und damit eine belebende bzw. für das Immunsysteme eine stärkende Wirkung hat.
  • Für ein angenehmes Fußbad (am besten mit Magnesium). Siehe oben – fördert die Durchblutung und bringt Sauerstoff ins Gewebe.
  • Zur Wundreinigung, denn es desinfiziert sie. Funktioniert überraschend gut muss ich sagen und zwar bei aller Art von kleinen Wunden (Brand, Stich und Schnitt). Es bitzelt zwar kurz (was etwas unangenehm sein kann) und sieht etwas lustig aus aufgrund der chemischen Reaktion aber danach ist die Wunde nicht nur sauber, sie tut auch nicht mehr so weh (oder sogar überhaupt nicht mehr).
  • Als Deo-Ersatz. Das wusste ich bis gerade eben selbst nicht. Aber da ich schwitz wie ein Schwein und entsprechend auch stinke wie eines, muss ich das unbedingt mal testen. Theorie ist wie gehabt: Der Gestank wird durch Bakterien erzeugt, die keiner braucht. Also WPO drauf und weg damit!
  • Zur Vorbeugung bzw. Reinigung von Pickeln. Ist der Pickel schon da, bekämpft es die Entzündung (aufmachen müsst ihr ihn dafür trotzdem). Ist der Pickel noch nicht da, bekämpft es die Bakterien, die den Pickel verursachen würden. Liegt der Pickel unter der Haut, bringt es aber natürlich auch nichts. Da kommt das WPO nicht dran.

Innere Anwendung

Ihr seht: WPO in seiner 3%igen Form hat schon so einige nützlichen Eigenschaften. Wer sich traut, der kann es auch noch an anderen Stellen verwenden:

  • WPO abgefüllt mit Pipette

    Als Mundspülung. Am Zähneputzen kommt ihr zwar nicht vorbei aber die Spülung mit WPO soll die übrig gebliebenen Bakterien vertreiben und somit Karies vorbeugen. Soll entsprechend genauso gegen Mundgeruch helfen.

  • Als Nasenspray bei Entzündungen. Hier auf jeden Fall vorher noch weiter verdünnen! Wie oben geschrieben, reagieren die Nasenschleimhäute etwas empfindlich. Aber es hilft tatsächlich, um auch dort Entzündungen zu bekämpfen und den Dreck rauszuholen. Wirkt im ersten Moment gleichzeitig sehr erfrischend durch die Sauerstofffreigabe – anschließend fängt aber das unangenehme Bitzeln wieder an :smile: .
  • Als Ohrreiniger. Es heißt ja, man soll Q-Tips nicht verwenden, um den Mist aus dem Ohr zu holen. Man würde das ganze Zeug damit nur noch weiter reinschieben. Was also dann? Nun, den Kopf auf die Seite legen, WPO reintropfen und solange warten bis das Knistern nicht mehr zu hören ist (tut nicht weh). Dann Kopf auf die andere Seite legen und das WPO rauslaufen lassen. Ergebnis: Ein sauberes Ohr (und damit wieder ein besseres Gehör).

Auf die Sache mit der Vagina gehe ich hingegen an dieser Stelle nicht weiter ein, sonst muss ich Beim Christoph doch noch ein „ab 18″-Label verpassen :smile: .

Fazit

Und damit wisst ihr das Wichtigste über WPO. Es gibt zwar noch einige andere Einsatzgebiete (man soll sogar Lebensmittel damit frisch halten und Krebs bekämpfen können). Aber wir wollten uns auf die Sachen beschränken, die wir entweder schon selbst getestet haben oder für uns zumindest plausibel und nützlich klingen. In unserem Haushalt stehen auf jeden Fall mittlerweile so einige Fläschchen (als Spray oder mit Pipette) in den einzelnen Räumen herum. Im Bad hauptsächlich zur Mundhygiene. Im Wohnzimmer zum Behandeln von Wunden. In der Küche zur Desinfektion und so weiter und so fort. Eine sehr praktische Flüssigkeit und für den Preis kriegt man nichts vergleichbares. Weiterer Pluspunkt: Es schadet nicht einmal Katzen! Als unsere Lyssi sich nach dem Fädenziehen die Kastrationswunde wieder aufgekratzt hat, haben wir das damit behandelt. Eine Creme hätte hier nicht funktioniert, da sie sie sofort wieder abgeleckt hätte und Cremes sind selten gut für Katzenmägen.

Für weiterführende Informationen gibt es ein paar deutschsprachige Bücher sowie Facebookgruppen, die sich intensiv mit den unterschiedlichen Einsatzgebieten auseinandersetzen (und sogar Gels aus WPO machen).

In Milch ist viel Calcium

Milch hat viel Calcium

Im Eintrag über die K-Vitamine fiel ein Wort besonders oft: Calcium (gerne auch Kalzium geschrieben oder einfach als Kalk bezeichnet). Ein Mengenelement und Mineralstoff, von dem jeder von euch schon einmal gehört hat und zwar vor allem durch den Satz „Calcium ist gut für die Knochen“ – und er stimmt! 99% der rund 1-1,5kg Calcium im Körper befinden sich in unseren Knochen und Zähnen.

Braucht es unser Körper woanders, löst er es von dort heraus und schafft es über das Blut dorthin wo es benötigt wird. Dafür wird in der Nebenschilddrüse das Parathormon produziert, das den Calciumspiegel im Blut reguliert, indem es ihn bei Bedarf erhöht und die Menge an Phosphat im Blut gleichzeitig reduziert. Damit das Calcium überhaupt in den Knochen gelangt, werden hingegen Vitamin D3 (produziert die entsprechenden Transportcontainer) und Vitamin K2 (aktiviert diese Transportcontainer) gebraucht.

Funktion & Quelle

Der Grund, warum 99% allen Calciums im Körper in den Knochen sitzt ist logisch: Ohne Calcium kein Knochenwachstum und damit auch keine Neubildung (zur Erinnerung: unser Skelett erneuert sich alle sieben Jahre von selbst). Außerdem wirkt es sich auf die Festigkeit und Stabilität der Knochen aus. Die restlichen 1% befinden sich im Blutplasma und helfen unter anderem bei der Aktivierung der Blutgerinnung.

Den mütterlichen Rat euer Calcium nicht zu vernachlässigen, sollte man entsprechend Folge leisten. Um eure Knochen fit zu halten, benötigt ihr nämlich als Erwachsener laut DGE satte 1000mg/Tag und unser Körper kann kein Milligramm davon selbst produzieren! Vor allem Kinder und ältere Menschen benötigen eine stetige Zufuhr – erstere für ein gesundes Wachstum, letztere um den Zerfall zu verlangsamen. Dazu müsst ihr beispielsweise pro Tag einen Liter Milch trinken, denn Calcium steckt vor allem in Milchprodukten. Neben der Milch also auch in Käse, Joghurt, Buttermilch und dergleichen. Aber tatsächlich ist auch in diversen Gemüsesorten wie Kohlrabi, Broccoli und vor allem Grünkohl eine nennenswerte Menge enthalten. Eine ausreichende Zufuhr lässt sich zudem durch Mineralwasser bzw. kalkhaltigem Leitungswasser leicht gewährleisten. Eine kleine Übersicht findet ihr beispielsweise hier.

Mineralwasser enthält auch Calcium

Mineralwasser enthält auch Calcium

Neben-Faktoren

Den ganzen Tag Milch trinken reicht aber dann doch nicht, um den Calciumhaushalt auf gutem Niveau zu halten – mal abgesehen davon, dass es grundsätzlich nicht so gut ist so viel Milch zu sich zu nehmen. Nein, es gibt auch hier notwendige Mitspieler sowie Gegenspieler:

Mitspieler

Sind diese Mitspieler nicht in ausreichender Menge vorhanden – bei Magnesium spricht man beispielsweise von einem 2:1-Verhältnis -, dann funktioniert der gesamte Kreislauf nur eingeschränkt oder gar nicht mehr.

Gegenspieler

  • Phosphat (z.B. in Softdrinks enthalten) – Erhöht den Abbau von Calcium aus den Knochen.
  • Oxalsäure (z.B. in Spinat enthalten) – Verringert im Darm die Aufnahme von Calcium.
  • Kochsalz – Erhöht die Ausscheidung von Calcium.

Es macht wenig Sinn einen dieser Gegenspieler gleichzeitig zu einem Glas Milch zu konsumieren. Stattdessen besser die Aufnahme über den Tag verteilen – quasi morgens das Glas Milch und erst mittags die Cola.

Mangel

Normalerweise sollte der Anteil von Calcium im Blutserum zwischen 2,20mmol/l und 2,65mmol/l liegen (bei Kindern etwas höher). Wie beim Magnesium gilt jedoch: Der Körper holt sich alles aus den Knochen heraus was er kann bevor der Blutwert schlechter wird. Er ist entsprechend mehr ein Indikator dafür, ob die Nebenschilddrüse gut arbeitet und weniger, ob ihr schon in einem Calcium-Mangel steckt. Ein Mangel wird stattdessen mehr durch seine Symptome erkannt: Bei einem kurzfristigen Mangel könnt ihr schmerzhafte Muskelkrämpfe bekommen und reagiert emotional heftiger („Launisch“). Langfristig führt ein Mangel hingegen zum Beispiel zu Osteoporose (Muskelschwund), Rachitits, Muskelschwäche oder grauem Star.

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln ist bei Calcium allerdings tatsächlich nicht zu empfehlen, da die Versorgung über die Nahrung völlig ausreichend ist und die Co-Faktoren (siehe oben) stark mitberücksichtigt werden müssen. Erst wenn diese im grünen Bereich sind und trotzdem immer noch ein Mangel besteht, dann könnt ihr mit dem Verzehr von abgekochten und gemahlenen Eierschalen (hat jeder) oder Urkorallen (hier liegt bereits ein 2:1 Verhältnis von Magnesium und Calcium vor) etwas nachhelfen. Von Pillen aber am besten die Finger lassen, auch wenn eine Überdosierung im Normallfall nicht möglich ist. Wie so oft sortiert der Körper es einfach über den Stuhl aus. Nur bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse lagert sich das Calcium im Blut ab und kann die Arterien verstopfen (=Schlaganfall).

Wir selbst nehmen entsprechend auch kein zusätzliches Calcium, da wie erwähnt eine ausreichende Versorgung über eine achtsame Ernährung völlig ausreichend ist und bei Problemen eher andere Faktoren als Calcium eine Rolle spielen.

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