Blizzards Projekt „Hydra“ ist also endlich enthüllt und hat sich als Diablo III entpuppt. Einerseits natürlich toll, dass endlich der echte Diablo II-Killer angekündigt wurde, andererseits hatte ich schon auf etwas weniger offensichtliches wie z.B. ein The Lost Vikings 3 gehofft. Ein qualitativ hochwertiges Sequel nach über 11 Jahren Abstinenz, wenn man die Umsetzung für den GBA aus dem Jahre 2003 außen vor lässt, wäre einfach zu genial gewesen. Oder mal was völlig Neues. Aber selbstverständlich verstehe ich auch die Beweggründe von Blizzard. Die Fangemeinde von Diablo mag nicht so groß sein wie die von StarCraft, aber sie ist immer noch sehr groß. Mehr kann ich dazu leider derzeit nicht sagen, da ich seit Samstag im Notfallmodus unterwegs bin.

Ja, mein Computer funktioniert mal wieder nicht und ich bin deshalb wieder einmal sehr froh wenigstens noch den Laptop zu besitzen. Ich wollte Samstag früh ein weiteres Mal versuchen mein BIOS zu aktualisieren, da ich derzeit ein Ticket bei AMD offen habe wegen eines anderen Problems. Normalerweise ist dies auch kein Problem, da die Gigabyte-Boards ganz super toll bewerben, dass sie ein sogenanntes Quad BIOS besitzen. Das bedeutet zum einen, dass auf dem Mainboard selbst zwei BIOS-Chips sind. Wird der eine funktionsunfähig geflasht, wird vom Backupchip das BIOS zurückgespielt. Schlägt dies jedoch fehl, gibt es zum anderen auch noch ein Backup des zuletzt funktionierenden BIOS in einem verstecken Bereich der Hauptfestplatte. Und um die ganze Sache abzurunden, ist auch noch auf der mitgelieferten Treibercd ein funktionsfähiges BIOS-Image abgespeichert. Somit kann theoretisch beim BIOS Update alles schieflaufen was will, er sollte dennoch wieder hochkommen und funktionstüchtig sein. Bislang hat das auch immer funktioniert aber nun hat mich der gefürchtete Gigabyte BIOS Loop erwischt. Wenn dieser zuschlägt, geht der Rechner an und nach wenigen Momenten einfach wieder aus nur um kurze Zeit später die Schleife von vorne zu beginnen. Warum dieser zuschlägt ist mir nicht ganz klar, aber es gibt nur zwei Sachen, die ich anders als sonst gemacht habe. Zum einen hatte ich vergessen vorher die „Optimized Defaults“ zu laden und zum anderen habe ich die DMI-Daten neu schreiben lassen. Auf jeden Fall gibt es zu diesem Problem im Gigabyteforum bereits einen ellenlangen Thread dazu. Jedoch haben mir alle Tipps darin nicht geholfen (von CMOS clearen bis hin zu allen Komponenten ausbauen und nach einem Nacktstart wieder alle einbauen). Als zusätzliches Problem kommt hinzu, dass das Board vermutlich als „funktionsfähig“ eingestuft wird, wenn ich es zu Gigabyte einsenden würde – berichten zumindest auch viele im Forum. Aber da die Sache, wie immer, am Wochenende passiert ist, konnte ich bislang noch keinen Kontakt zur Hotline aufnehmen. Mal schauen was die Techniker sagen. Im allerschlimmsten Fall müsste ich wohl, trotz Garantiezeit, in ein komplett neues Board investieren und hoffen, dass es damit dann funktioniert. Damit ist derzeit auch die Veröffentlichung der 2. Folge des Podcasts nächstes Wochenende gefährdet. Abwarten heißt jedoch die Devise. Im Gegensatz zu früher bin ich ja nicht von der Außenwelt abgeschnitten :).

Nachtrag: So bei der Hotline angerufen. Eine Möglichkeit hat er mir noch genannt, die ich heute Nachmittag noch ausprobieren könnte. Ansonsten heißt es über KM Elektronik Reperatur anstoßen *grml*.

Das Wochenende war jedoch nicht komplett negativ, bevor ich aber dazu komme, muss ich noch etwas anderes offiziell vorstellen:

Dune 2000

Mehr Infos dazu gibt es wie immer in der Signatur-Abteilung oder bei deviantART. Aber es sei schon verraten, dass sie auf Dune 2000 basiert und das habe ich auch gestern mal wieder angefangen mit den Harkonnen (bin schon in Mission 6) durchzuspielen. Die Leute mögen das Remake soviel als „Abzocke“ beschimpfen wie sie wollen – ich spiele es dank der Komfortfunktionen und cooleren Videos (treu zur Kinoadaption von David Lynch aus dem Jahre 1984) lieber als das Original Dune II. Noch lieber würde ich natürlich Emperor: Battle for Dune spielen, aber das läuft auf dem Laptop eben nicht :). Wobei ich mit Oldschool-Strategie sowieso viel einfacher zurecht komme als mit diesem modernen Zeugs, bei dem man neben unmenschlicher Reaktionszeit auch noch die Werte von fünf Milliarden Einheiten auswendig können muss. Dazu aber vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Jetzt erst einmal zum zweiten wichtigen Thema:

Freitag & Samstag hatte ich ungewöhnlichen Besuch. Okay, eigentlich galt der Besuch meiner Tante, aber ich hatte wichtigen Anteil daran. Vorab muss man jedoch wissen, dass besagte Tante eine japanische Brieffreundschaft geerbt hat und da sie weder Japanisch noch wirklich Englisch kann, übersetze ich immer die Briefe. Die Brieffreundin hat nun vor einer Reise durch die Schweiz einen Abstecher zu uns gemacht um das Grab des ursprünglichen Brieffreunds zu besuchen. Dadurch konnte ich auch einmal die Dame kennenlernen, die da immer schreibt, musste gleichzeitig aber auch den Übersetzer spielen. Und letzteres hat mir sehr deutlich vor Augen gehalten, dass ich vielleicht eine fachspezifische Präsentation über das Next Generation Network in Englisch abhalten kann, aber für alltägliche Gespräche fehlen mir tatsächlich so einige Vokabeln. Zwar hatte ich keine Mühe ihr die Erklärungsschilder am Aschaffenburger Pompejanum fließend zu übersetzen, aber wer denkt schon daran zu lernen was Johannisbeere (Currant), Kastanienbaum (Chestnut tree – wobei das im Nachhinein logisch ist) oder Lachs (Salmon – ja, wir waren gut essen ;) ) auf Englisch heißt (neben 2000 anderen Blumen- und Baumarten, die ich nicht einmal auf Deutsch kenne). Ihr Englisch ist aber noch schlechter als meins, deswegen war das nicht ganz so schlimm und die Gespräche generell nur sehr einfach gestrickt. Viel Grinsen und Kopfnicken hat uns gereicht ;). Mal schauen wann ich den Besuch erwidern kann und mich dann hilflos in Tokio schon am Flughafen verlaufe.

Und jetzt wisst ihr auch schon fast alles, was ich am Wochenende getrieben habe. Die letzte Tätigkeit war mir John Rambo in der ultimativ bösen Fassung (SPIO/JK) auf DVD anzuschauen. Zur Erklärung: Von Jonnys letztem Abenteuer gibt es drei Fassungen. Eine vollkommen sinnlose Version mit der Kennzeichnung „ab 16“, in der satte 7 1/2 Minuten raus gekürzt wurden. Dann eine „ab 18“-Version die auch im Kino lief und immer noch um gut 2 Minuten geschnitten ist und eben das Gesamtpaket ohne Freigabe mit den vollen 87 Minuten. Die getrennte „ab 18″er-Fassung kann ich dabei noch voll verstehen aber warum man von Rambo unbedingt eine 16er machen muss – das weiß wohl nur Warner. Wer genau sehen will welche Schnitte es in den jeweiligen Versionen gibt, der sollte sich die sehr umfangreichen Schnittberichte dazu bei Schnittberichte dot com (aus rechtlichen Gründen keine direkte Verlinkung) anschauen.

Ansonsten lässt sich der Film als Mischung aus Rambo: First Blood und Rambo III beschreiben. Zwar wird bereits zu Beginn viel geschossen und sinnlos rumgemordet aber John Rambo selbst wird da noch mehr als glaubwürdiger Charakter und alternder Soldat vorgestellt, der wirklich keine Lust mehr auf Krieg hat. Ja, dass gab es bereits in den vorherigen Teilen ähnlich, aber während es dort nur eine kleine Verzögerung bis zu Blut & Morde war, ist die erste Hälfte von John Rambo durchaus etwas tiefer. Danach geht es jedoch selbstverständlich wieder über in vollkommen sinnloses und absolut wahnsinnig brutales Gemetzel. Dabei kommt dem Film aber sein ernsthafter Anfang sehr in die Quere. Speziell der Endkampf verkommt dadurch zu einem langatmigen und schon fast idiotischen Blutgespritze nur um der Szenen willen.

Rambo mag zwar, besonders durch Teil 2, zu einem Inbegriff von Action und einem hohen Bodycount verkommen sein, aber wenn man sich schon auf seine Wurzeln zurückbesinnen möchte und mehr wie der fantastische Rambo: First Blood sein will, passt es einfach nicht 15 Minuten lang durchlöcherte, zerfetzte, verbrannte und kopflose Körper aneinanderzureihen. Zu diesem Zeitpunkt ist die grundlegende „Message“ bereits rübergekommen und die Sache wirkt einfach nur aufgesetzt um die vermutete Blutgeilheit der potentiellen Zuschauer zu befriedigen.

Wie aber schon Rocky Balboa, ist definitiv auch John Rambo ein würdiger Abschluss für einen legendären Charakter. Und jetzt wird es Zeit für Hot Shots! 3 mit einem Charlie Sheen, der auf Krücken durch den Dschungel humpelt und dabei aus Versehen haufenweise Leute in virtuellen Boxkämpfen umbringt.

PS: Deutschland hat verdient verloren – auch wenn ich nur die letzten 20 Minuten geschaut habe!

9 Kommentare

@Ron Mal abgesehen davon, dass man sowas sicher auch im Testament bestimmen kann, war es hier so, dass eben die Briefe gefunden wurden und sich es besagte Tante eben zu Aufgabe gemacht hat, die Sache (erfolgreich) am Leben zu erhalten.

@Rambo
Schön, dass wir uns alle einig sind :)

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