29. Januar 2011.

Hachja. Ist es denn tatsächlich schon wieder so lange her? Bin ich tatsächlich schon so alt geworden? Gefühlt sind erst einige Wochen, vielleicht Monate vergangen. Aber nunja, die Zeit vergeht. Und sie vergeht – natürlich – gefühlt immer schneller. Es war also der damalige 29.01.11, an welchem ich den ersten Teil (RAM und Maus!) meines damaligen Rechners orderte, gefolgt von weiteren Bestellungen in den Wochen darauf (immer auf den preisgünstigsten Moment wartend!).

Irgendwann, ich meine gegen Ende März 2011, war er dann zusammengebaut: der damalige Monster-PC. Primär bestehend aus einem Intel Core i5 2500K, einer 64GB-SSD von Crucial (Sensation!) und … nunja… ich kann mich tatsächlich nicht mehr an die Grafikkarte erinnern! Aber ein Blick in das Artikel-Archiv von beimchristoph.de hilft: einer EVGA 560GTX FPB. Der Blick ins Archiv verrät im Übrigen auch, dass der Rechner entgegen meiner Erinnerung aufgrund von Lieferschwierigkeiten einzelner Komponenten erst Ende April 2011 zusammengebaut war. Aber naja, Details.

Immer noch gut!

Palit 980GTX Ti (Herstellerbild)

Auf jeden Fall steht er hier immer noch, der Rechner. „Hier“ ist zwar nicht mehr das „hier“ von damals – er steht jetzt nicht nur rechts statt links neben mir, sondern auch in einem Ort 150km entfernt vom damaligen Ort. Aber er steht noch. Und er tut eigentlich immer noch, was er soll. Ok, das „was er soll“ besteht leider aktuell hauptsächlich nur noch aus „im Internet surfen“ und „Musik abspielen“. Aber wenn ich doch mal ein Spiel einlege, ist die Leistung praktisch immer sehr zufriedenstellend. Ok, ich darf auch nicht verheimlichen, dass ich o.g. EVGA-560GTX irgendwann mal durch eine Palit 980GTX Ti ersetzt habe. Aber dass insbesondere der 2500K nach achteinhalb Jahren (!) immer noch schnurrt wie ein Kätzchen und praktisch alles meistert, was ich benötige, ist schon eine Erwähnung wert. Da hat es sich damals tatsächlich um ein absolutes Ausnahmeprodukt gehandelt. Gleichzeitig ist es aber natürlich auch ein trauriger Beleg dafür, dass insbesondere die Spieleentwicklung seit vielen Jahren stagniert.

Verheimlichen möchte ich aber nicht, dass es auch Verluste gegeben hat in diesen achteinhalb Jahren: einer der beiden 4GB-Speicherriegel und die Creative-Soundkarte sind mir abgeraucht. Wobei ich mir bis heute nicht ganz sicher bin, ob es nicht doch an Ausfallerscheinungen des Mainboards lag. Während ich jedoch seither auf die Soundkarte gänzlich verzichtet habe und bis zuletzt einfach auf den Onboard-Sound meines Mainboards gewechselt bin, war ich nach dem RAM-Verlust letztlich „nur“ ein halbes Jahr mit 4GB unterwegs. Dieses Experiment, mit einem einzigen 4GB-Riegel durch den Alltag zu kommen, hat sich dann doch als zu nervig herausgestellt, so dass ich einen zweiten, gebrauchten 4GB-Riegel nachbestellt habe. Zu oft geriet mein PC ins Stocken, zu oft starteten einige Spiele überhaupt nicht mehr.

Der Nachkauf bzw. die Inbetriebnahme des zweiten Riegels hat – natürlich – nicht im ersten Anlauf funktioniert. Wenn ich mich recht erinnere, hat es drei oder gar vier Bestellungen gebraucht, bis ich einen Riegel gefunden hatte, der mit meinem Mainboard und zu dem anderen originalen RAM-Riegel kompatibel war. Neu war es sowieso unmöglich, den identischen Riegel zu bestellen, zumal dieser ja ursprünglich auch Teil eines 2x4GB-Kits war. Aber auch der Plan, über Ebay gebrauchte, (zumindest) oberflächlich identische Riegel nachzukaufen scheiterte mehrmals. Gleicher Hersteller, gleicher Takt, gleiche Timings. All das war kein Garant für Kompatibilität. Naja, am Ende hat es dann funktioniert.

Kleiner Abschweifer

Creative X-Fi XtremeMusic (Herstellerbild)

Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch noch einen Satz zum Thema „Onboard-Sound vs. Native Soundkarte“ verlieren, da die Foren diesbezüglich ja vollgestopft mit leidenschaftlichen Diskussionen sind. In meinen Ohren war jedenfalls ein deutlicher (!) Unterschied zu erkennen. Und ich möchte behaupten, dass das jedem, der nicht ganz taub ist, ebenfalls aufgefallen wäre. Ganz egal ob Klarheit, Volumen, Details oder auch nur Lautstärke: die Creative-Soundkarte war in jeglicher Hinsicht deutlich der Realtek-onboard-Variante überlegen. Ich höre täglich mehrere Stunden Musik über meinen PC und freue mich daher jetzt schon wieder wahnsinnig darauf, dass im nächsten PC – Vorsicht Spoiler! – wieder eine native Soundkarte verbaut sein wird. Solange man die Daten nicht digital abgreift, erachte ich daher eine native Soundkarte weiterhin als unverzichtbar.

Ok, aber nun zurück zum eigentlichen Thema. Im Endeffekt habe ich also während dieser achteinhalb Jahre lediglich eine neue GPU und einen Ersatz-RAM-Riegel nachgekauft. Der Rest läuft und läuft und läuft.

Die Rückkehr

Und dennoch lest ihr hier diese Zeilen, die nichts anderes bezwecken, als die Vorstellung meines nächsten Rechners einzuleiten. Geplant sind aktuell drei Artikel. Der erste dreht sich um das Gehäuse und das Netzteil. Der zweite Artikel handelt von Mainboard, Prozessor, Kühler und Arbeitsspeicher. Und der letzte behandelt schließlich die Themen Grafikkarte, Soundkarte und Datenspeicher – garniert mit einigen kurzen Leistungsvergleichen sowie einer Schilderung meiner ersten Erfahrungen, z.B. zu den Themen Lautstärke und Temperaturen. Und hoffentlich werde ich nichts zu Abstürzen, Defekten oder Instabilitäten zu berichten haben. Aber wer weiß…

Es ist also wieder so weit. Vielleicht zum letzten Mal: der Azzkickr packt doch nochmal den Schraubenzieher aus, greift zum Entladen an den Heizkörper und bastelt sich einen neuen, viel zu teuren und für seine mittlerweile sehr überschaubaren Ansprüche viel zu leistungsfähigen PC. Aber die Leidenschaft schlägt die Vernunft.

Seid also dabei. Demnächst an dieser Stelle. :smile:

Gewaltfreie Kommunikation (Cover)

Vorletzte Woche war es wieder soweit: Bildungsurlaub! Heuer verschlug es mich nicht nur erneut an die Volkshochschule Darmstadt, es war sogar die gleiche Dozentin und im Kern das gleiche Thema wie 2018 (sowie der gleiche Schulungsraum :smile: ). Ich hatte mich direkt angemeldet nachdem sie letztes Jahr dafür Werbung gemacht hatte. Damals hieß der Kurs Erfolgreich und gelassen in Beruf und Alltag – Stressbewältigung und Kommunikation und hatte – wie der Name schon andeutet – einen zusätzlichen Fokus auf das Thema Stress. Dieses Jahr fand er hingegen unter dem Begriff Kraft durch Klarheit statt. Selbstanalyse war hier das zusätzliche Stichwort zum Hauptthema. Die Links führen übrigens zu den Angeboten im kommenden Jahr bei der VHS.

Das Hauptthema beider Bildungsurlaube ist jedoch die Vermittlung des Konzepts der gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Dr. Marshall B. Rosenberg (ein 2015 verstorbener, amerikanischer Psychologe). Ich muss an dieser Stelle allerdings darauf hinweisen, dass dieser Name ein wenig in der Kritik steht, da man mit dem Begriff „Gewalt“ quasi dem anderen unterstellt einen anzugreifen. Ich persönlich finde das tatsächlich gar nicht so von der Wahrheit entfernt in vielen Situationen (Stichwort Mobbing). Die Dozentin beispielsweise spricht aber lieber von wertschätzender Kommunikation. Es gibt aber auch den Begriff der „durchsetzungsstarken Kommunikation“ dafür.

Doch egal wie man es nennt: Die Methodik dahinter bleibt natürlich immer gleich. Und da ich die durchaus spannend und interessant finde – sonst hätte ich nicht gleich zwei Bildungsurlaube zum Thema gemacht -, möchte ich versuchen sie euch heute ein wenig vorzustellen. Die Betonung liegt dabei eindeutig auf „wenig“, denn nur weil ich zwei Kurse besucht habe bin ich noch weit davon entfernt ein Experte zu sein. Schlimmer noch: Im Alltag kann ich sie noch gar nicht anwenden, dazu fehlt mir noch viel Übung. Seht den heutigen Eintrag also mehr als Einstieg in die Materie.

Die Grundlagen

Iss den Teller auf, sonst darfst du nicht zum Spielen! oder Wenn du das machst, wird Mama traurig. – Diese oder ähnliche Sätzen kennen viele unter uns aus ihrer Kindheit. Kein Wunder, dass wir im Erwachsenenleben in der Kommunikation ebenfalls sehr konfrontativ unterwegs sind. Wir haben es ja nicht anders gelernt. Stattdessen dominieren Mach‘ was ich will und zwar sofort! und Du bist schuld daran, dass es mir schlecht geht! unseren Sprachgebrauch. Problem dabei ist – und das weiß jeder -, dass uns das selten wirklich weiterbringt. Ja, einer der Dialogpartner fühlt sich als Gewinner, weil er dem anderen seinen Willen aufgezwungen hat. Aber tatsächlich sind beide nur Verlierer.

Natürlich ist es äußerst angenehm und praktisch sich von aller Schuld freisprechen zu können. Mit diesem Konzept hausiert schließlich speziell die katholische Kirche bereits seit Jahrtausenden und verdient immer noch verdammt viel Geld damit. Warum soll ich auch etwas an meinem Leben ändern, wenn ich einfach jemand anderen die Verantwortungen für meine Problemen geben kann? Die Bedürfnisse des anderen? Will ich unbedingt befriedigen, damit er mich gern hat. Wie es mir dabei geht ist doch egal.

Rosenberg fand das nicht gut und „erfand“ deshalb Anfang der 70iger die GFK. Sein Ziel: Die Verbesserung des zwischenmenschlichen Miteinanders durch echten empathischen Kontakt. Statt uns durch Sprache zu trennen (auch als Wolfssprache bezeichnet), sollten wir lieber wieder verbindend (Giraffensprache) reden. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir uns am Ende alle in den Armen liegen und uns lieb‘ haben sollen. Mit Rosenbergs Methodik seid ihr immer noch ergebnisorientiert unterwegs aber – und das ist das Wichtige – gleichzeitig lösungsoffen. Oder besser ausgedrückt: Ich will mit Dir eine Lösung finden, mit der es uns beiden gut geht. Man soll sie quasi nicht strategisch verwenden, um den gegenüber zu manipulieren, sondern auf Augenhöhe einen produktiven Dialog miteinander führen.

Übrigens ein weiterer Punkt aus Sicht der Kritiker gegen diese Methode, da eben genau das (GFK als Machtinstrument) vor allem in der Wirtschaft sehr häufig zu passieren scheint. Das ist natürlich unschön aber eine Gabel kann ich auch entweder zum Essen oder als Waffe missbrauchen. Insofern ist das für mich ein eher schwaches Gegenargument.

Die Funktionsweise

Der Giraffentanz

Auf dem ersten Blick ist die Umsetzung der Methode relativ simpel. Rosenberg spricht von einem Giraffentanz, der sich auf zwei Seiten mit jeweils vier Schritten aufteilt. Die eine Seite ist das „Ich“ (Aufrichtigkeit) und die andere das „Du“ (Empathie). Die vier Schritte sind hingegen die Wahrnehmung/Beobachtung, das Gefühl, das Bedürfnis und abschließend die Bitte/der Dank.

Ihr macht also zuerst eine objektive (!) Beobachtung, drückt aus wie ihr euch deshalb fühlt, warum ihr so fühlt und macht zum Schluss einen Vorschlag wie die Lösung aussehen könnte. Erhaltet ihr Widerspruch, gebt ihr das so als erneut komplett objektive Beobachtung wieder, versucht zu verstehen wie sich der andere fühlt und warum und versucht seinen Wunsch auszuformulieren.

Die Umsetzung ist allerdings extrem schwierig. Das fängt schon mit der objektiven Beobachtung an. Die Dozentin sprach hier immer von der Kamera. Eine Beobachtung ist nur, was sie sehen kann. Sie kann z.B. sehen, dass Hr. Maus um 09:10 ins Büro gekommen ist. Sie kann nicht sehen, dass er zu spät gekommen ist.

  • Wolfssprache: Hr. Maus, sie sind zu spät!
  • Giraffensprache: Hr. Maus, es ist 09:10. Unser Meeting war für 09:00 Uhr angesetzt.

Durch die Objektivität schafft ihr zum einen unbestreitbare Fakten von denen der gegenüber sich erst einmal nicht angegriffen fühlen kann – es sind ja Tatsachen. Ist tatsächlich gar nicht so einfach eine neutrale Sicht einzunehmen. Wir sind da sehr schnell darin direkt in die Beobachtung irgendwelche Vorwürfe unterzubringen. Anschließend vermittelt ihr wie es euch damit geht und warum.

  • Wolfssprache: Sie haben mich im Stich gelassen. Ich musste die Präsentation alleine machen!
  • Giraffensprache: Ich bin ärgerlich, weil mir Zuverlässigkeit wichtig ist.

Das ist der wohl schwierigste Teil der GFK. Ich habe in 90% der Fälle keine Ahnung wie ich mich tatsächlich fühle und schon gar nicht welches tiefere Bedürfnis sich dahinter verbirgt. Stattdessen verfallen wir hier dann irgendwie automatisch in den Schuldzuweisungsmodus. Rosenberg spricht hier von Pseudogefühlen wie z.B. „niedergemacht“, „ignoriert“, „enttäuscht“ oder „fallengelassen“ statt echten Gefühlen („aufgeregt, wütend, ärgerlich, optimistisch, sauer, etc.). Der Unterschied ist, dass Gefühle von innen also von uns kommen. Bei Pseudogefühlen ist immer der andere Schuld an unserem Gefühl: „Ich fühle mich ignoriert von dir!“ oder „Ich bin enttäuscht von dir!“ im Gegensatz zu „Ich bin aufgewühlt.“ oder „Ich bin sauer.“.

Das Gleiche gilt im Prinzip für die Bedürfnisse. Sie sind unabhängig von einer anderen Person, einer Zeit oder einem Ort und können auf verschiedene Art erfüllt werden. Also statt „Ich kann nur mit dir glücklich sein“ einfach „Ich möchte glücklich sein“. Und nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Die GFK ist nicht nur für negative Situationen gedacht. Auch in positiven Situationen möchte Rosenberg, dass wir wertschätzend miteinander kommunizieren. Lob ist für ihn z.B. eine Form der trennenden Sprache, weil es aus seiner Sicht nur von einer erhöhten Position nach unten gegeben werden kann. Die Teilnehmer beider Kurse waren darüber geteilter Meinung :smile: . Außerdem ist noch wichtig zu beachten, dass nicht die Beobachtung ein Gefühl auslöst, sondern euer Bedürfnis. Also nicht „Weil du das gemacht hast, bin ich jetzt…“, sondern „Du hast das gemacht. Ich fühle mich doof, weil es mir um was anderes geht.“.

Pseudogefühle

Der letzte Schritt ist dann die Bitte oder der Dank. Im Fall der Bitte ist wichtig, dass diese möglichst konkret sein muss und nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. Und es soll natürlich nicht wie eine Forderung klingen.

  • Wolfssprache: Hr. Maus, sehen Sie gefälligst zu, dass Sie das nächste Mal pünktlich sind oder Sie sind gefeuert.
  • Giraffensprache: Ich bitte Sie, Hr. Maus, bei unserem nächsten Meeting am kommenden Montag pünktlich um 9 Uhr da zu sein. Können Sie das sicherstellen?

Klingt im ersten Moment relativ umständlich und gestelzt. Deshalb muss man das wirklich erst einmal intensiv üben, bevor man damit in die Realität kann. Dann lernt man auch je nach Situation bestimmte Schritte zu überspringen (inkl. z.B. vom Ich-Gefühl direkt in die Du-Beobachtung zu wechseln). Aber es funktioniert prinzipiell. Selbst im Übungssetting fühlt man sich gleich ganz anders, wenn man auf diese Art und Weise angesprochen wird. Der Grund ist klar: Dadurch, dass man dem Gegenüber Verständnis entgegenbringt und ihn quasi abholt, kommt man aus der Eskalationsspirale heraus. Rosenberg sagte dazu, dass bei der trennenden Sprache nicht die Erwachsenen miteinander reden, sondern die Kinder innendrin. Und durch seine Methode kommt man wieder dahin zurück als Erwachsene zu kommunizieren.

Ein weiteres Beispiel

Situation: Ihr steht beim Bäcker in der Schlange und jemand drängelt sich vor.

  • Wolfssprache: Ey, Sie eingebildetes Arschloch. Stellen Sie sich gefälligst wie alle anderen hinten an!
  • Giraffensprache: Ich sehe, dass sie sich vor mich stellen [Beobachtung]. Ich bin irritiert [Gefühl], weil es mir um Fairness [Bedürfnis] geht. Ich habe es auch eilig und warte schon einige Zeit. Ich bitte Sie sich wie alle anderen hinten anzustellen [Bitte].

Darauf würde dann natürlich der Gegenüber antworten. Er sagt z.B. „Ich habe es eilig!“. Darauf könnte man dann antworten:

  • Wolfssprache: Ich hab’s auch eilig, du Vollhonk. Seh‘ zu, dass du nach hinten kommst!

Oder ihm nach Rosenberg ein bisschen Empathie geben:

  • Giraffensprache: Sie sagen, dass sie es eilig haben [Beobachtung]. Sind Sie unter Druck [Gefühl], weil Sie pünktlich [Bedürfnis] auf der Arbeit sein wollen? Möchten Sie, dass ich Sie vorlasse [Bitte]?

Natürlich würde er jetzt sagen „Ja!“ und dann kann man das entweder akzeptieren oder wieder in die Ich-Schleife gehen und z.B. ausdrücken, dass wir in der Schlange es hier alle eilig haben oder als Kompromiss anbieten ihn hinter sich zu lassen.

Die Erkenntnisse

Das war jetzt logischerweise ein extrem oberflächlicher Abriss über die GFK. Selbst nach zwei mal fünf Tagen Bildungsurlaub weiß noch nicht alles, was dazugehört. Vom aktiven Umsetzen ganz zu schweigen. Aber selbst, wenn man es am Ende nicht nutzt, gibt es doch ein paar grundlegende Erkenntnisse daraus, die ich gar nicht so verkehrt finde. Darunter folgende:

  • Unser Gefühl zeigt an, ob ein Bedürfnis erfüllt ist oder nicht.
  • Wir sind selbst für unsere Gefühle verantwortlich (Eigenverantwortung). Dass du dich angegriffen „fühlst“ (=Pseudogefühl) liegt nicht an deinem Gegenüber, sondern an dir selbst (Spiegel/Resonanz). Er bringt es nur hervor.
  • Meine eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die anderer Menschen (Selbstwert/Selbstakzeptanz).
  • Ich habe immer die Wahl. Ich kann und darf wählen.
  • Empathie bedeutet sich auf Augenhöhe zu begegnen.
  • Bei Empathie geht es nicht darum etwas zu tun (z.B. Ratschläge geben, trösten, analysieren, etc.), sondern um das da sein (Mitgefühl, Verständnis, aktiv zuhören, etc.).

Übung zum Thema Beobachtung

Ich glaube, dass wir Menschen nicht wirklich gut darin sind zu verstehen was in uns innen drin passiert. Damit umgehen können wir erst recht nicht. Vielleicht haben wir sogar Angst davor und verschließen uns deshalb davor. Wie gesagt: Es ist einfacher die Schuld bei jemanden anderen zu suchen als sich mit uns selbst zu beschäftigen. Aber am Ende des Tages – und das ist keine Erkenntnis nur aus der GFK – müssen wir uns selbst um unser Wohl kümmern. Das nimmt uns niemand ab. Unser Glück hängt nicht von jemand anderem ab. Wir „produzieren“ unsere Gefühle schließlich selbst. Entsprechend fand ich nicht nur die beiden Bildungsurlaube sehr interessant, sondern möchte auch weiter versuchen die Methode in die Praxis umzusetzen. Und dazu gehört zuerst meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennen zu lernen und zu akzeptieren, dass sie da sind. Im „Mich selbst niedermachen“ bin ich schließlich immer noch sehr gut :smile: .

Und wenn ihr euch jetzt tiefer in die Thematik einlesen wollt: Ihr müsst nicht gleich einen Kurs dafür besuchen (obwohl es hilft mit echten Personen üben zu können), es gibt auch ein ins deutsche übersetztes Buch von Hr. Rosenberg dazu.

Kaliumpulver

Kaliumcitrat

Beim Thema Gesundheit kommt man sich fast wie in einem Hamsterrad vor. Hat man ein Problem gelöst, kommt direkt schon das nächste hoch. So hatten wir im Eintrag über Eisen geschrieben, dass Lysanda ihr Restless Legs Syndrom (RLS) durch die Behebung ihres Eisenmangels verschwunden ist. Das war im Nachhinein betrachtet aber nur die halbe Wahrheit. Ja, sie hatte nicht mehr jeden Tag die Probleme aber komplett weg war es doch nicht. Es musste also noch irgendwo etwas sein. Bei ihren weiteren Recherchen ist sie dann auf eine relativ frische Studie (2016) aus Bangladesch gestoßen in der ein Zusammenhang zwischen RLS und einem Kaliummangel festgestellt wurde. Da stellte sich natürlich erst einmal die Frage:

Was ist Kalium?

Wie formuliert es Wikipedia so schön? „Kalium ist ein für die Erhaltung des Lebens essenzieller Mineralstoff“. Finde ich immer gut, wenn sich die Wissenschaft mal darüber einig ist, dass bestimmte Sachen für uns extrem wichtig sind. Aber Scherz beiseite: Kalium, früher auch Potassium genannt, gehört zu den Elektrolyten in unserem Blut und ist ein sogenanntes Makromineral. Dieser Begriff bedeutet nichts anders als, dass unser Körper eine relativ große Menge davon benötigt. Zu einem Elektrolyte wird hingegen ein Mineralstoff dann, wenn er in der Lage ist elektrische Ladung zu tragen, sobald er sich in einer Flüssigkeit auflöst. In unserem Körper ist das logischerweise vor allem unser Blut. Die Elektrolyte teilen sich außerdem auf in positiv geladene Kationen (Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium) sowie negativ geladene Anionen (Chlorid und Bikarbornat und Phosphat).

Diese Elektrolyte sind immens wichtig für uns, denn sie helfen unter anderem bei der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktionen und halten den Wasserhaushalt stabil. Oder um es an einem einfachen Beispiel festzumachen: Hätten wir keine Elektrolyte im Körper würden wir buchstäblich zu einem Haufen Matsch und Knochen zerfallen, weil alles Wasser aus uns herauslaufen würde. Die Zellmembranen sind nämlich grundsätzlich Wasserdurchlässig. Besonders Natrium sorgt jedoch dafür, dass der Flüssigkeitsspiegel in den sogenannten Flüssigkeitskompartimenten (Zellen, Zellzwischenräume und Blut) auf einem bestimmten Niveau gehalten wird. Der Körper stellt quasi fest, dass ihm irgendwo Flüssigkeit fehlt, schickt Elektrolyte hin und die rufen dann ihren Freund das Wasser an, um sie zu ihrer tollen Party in Zelle 123C einzuladen.

Gesteuert wird die Anzahl der Elektrolyte (und dem Wasser) im Blut übrigens durch die Niere. Sind zu viele da, filtert sie das Zeug raus und lässt es euch über den Urin und Kot ausscheiden. Ansonsten schickt sie sie zurück ins Blut. Durch unseren Atem verlieren wir zusätzlich ständig ein paar Elektrolyte. Und ja, ihr habt es richtig erkannt: Elektrolyte gehören zu den Salzen. Ohne die übrigens auch Wasser nichtleitend wäre. Kommen wir aber nun zurück zum Kalium.

Was macht’s?

Speck und Kalium

Es heißt, dass 98% des gesamten Kaliums in unserem Körper sich in Zellen befindet und davon wiederrum 80% in den Muskeln. Dort unterstützt es nicht nur das Wachstum, sondern ist vor allem zuständig zur Weiterleitung von Nervenimpulsen. Das Gehirn schickt quasi ein Signal an euren Arm von wegen „jetzt die Muskeln anspannen“ und das Kalium sorgt dafür, dass es dort ankommt und umgesetzt wird. Deswegen bekommt ihr bei einem zu hohem (Hyperkaliämie) oder zu niedrigem (Hypokaliämie) Kaliumwert im Blut unter anderem Probleme mit dem Herzen. Sprich Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall der Herzstillstand.

Allerdings ist unser Körper extrem gut darin mit Kalium umzugehen. Ist der Kaliumspiegel im Blut zu niedrig, holt es einfach welches aus den Zellen heraus. Und stellt ihr ihm zu viel zur Verfügung, dann ignoriert er es und leitet es direkt zum Hinterausgang. Entsprechend selten kommt es zur Hyperkaliämie. In so einem Fall liegt das Problem entweder bei den Nieren oder die Zellen haben irgendeinen Schaden, wodurch es ungehindert rausfließt. Nur wenn das eintritt kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch werden und tolle Sachen wie Darmverschluss, Muskelschwäche und Lungenversagen eintreten.

Der umgekehrte Fall ist da schon wahrscheinlicher. Entweder, weil ihr nicht genug Kalium über eure Ernährung aufnehmt oder aus diversen Gründen (z.B. Durchfall oder Nierenüberfunktion) einen erhöhten Ausschuss habt. Die Symptome einer Hypokaliämie sind jedoch relativ identisch zur Hyperkaliämie. Auch hier können Lähmungen, Muskelschwäche und dergleichen auftreten. Also definitiv keine lustige Angelegenheit.

Menge?

Kalium in Reinform gibt es in der Natur nicht. Es ist stattdessen in anderen Mineralien wie Kainit, Slyvin oder Muskovit zu finden. Außerdem gibt es die Kaliumsalze, die durch Verdampfung auf ehemaligen Meeresböden entstanden sind. Wir bekommen das Kalium aber natürlich vor allem über unsere Nahrung in den Körper. Der absolute Minimumwert liegt wohl bei 2g/Tag. Nehmt ihr weniger zu euch, habt ihr bereits massive Probleme. Die DGE empfiehlt hingegen 4g/Tag. Sie gibt offen zu, dass sie für diesen Wert keine richtige Begründung hat. Stattdessen basiert dieser Schätzwert auf einer Studie in der die Kaliumausscheidung von in Deutschland lebenden Männern und Frauen gemessen wurde. Sprich man hat dabei festgestellt, dass im Durchschnitt 4g/Tag Kalium in Deutschland konsumiert werden und das als Richtwert festgelegt. Wahnsinn…

Die WHO empfiehlt hingegen mindestens 3,5g/Tag während z.B. Kanada schon einen Schritt weiter ist. Die sagen es sollten schon 4,7g/Tag sein, um nicht nur eine erhaltende, sondern auch eine präventive Wirkung zu haben. Studien haben wohl gezeigt, dass sich so Schlaganfällen, Nierensteinen und anderen Sachen vorbeugen lässt. Eine dieser Studien behauptet gleichzeitig, dass eine Menge von über 4,7g/Tag keinen gesundheitlichen Mehrwert hätte. Sprich hier wird der Körper einfach alles darüber direkt an den Darm weiterschicken.

Zu viele Bananen!

Kommen wir nun zur wichtigsten Frage: Woher bekommen wir unsere 4,7g/Tag? Durch Essen von Obst- und Gemüse – wie immer. In 100g getrockneten Sojabohnen sind z.B. 1,8g enthalten. Isst natürlich keiner. Auch 100g Pistazien (1g) dürften nur Hardcorepistazienliebhaber schaffen. Immerhin sind Nüsse grundsätzlich ein guter Kaliumlieferant (Mangeln 705mg, Erdnüsse 674mg). Gerne genannt werden außerdem Bananen (gekocht – 464mg) und Spinat (gekocht – 466mg). Wir empfehlen es aber nicht jetzt 10 Bananen zu essen. Da habt ihr dann zwar vielleicht eure Tagesdosis Kalium aber dafür u.a. sehr viel Zucker intus.

Und auch für Leute, die Obst- und Gemüse für unnötige Platzverschwendung auf dem Teller halten: Wer viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, kommt dadurch tatsächlich (wie die DGE-Studie gezeigt hat) ebenfalls relativ einfach auf seine 4g/Tag. In 100g Pommes Frites sind z.B. immerhin 550mg enthalten, Vollkornbuchweizenmehl hat auch seine 577mg. Wer 100g Weizenkleie (die Schale der Weizenkörner) isst, bekommt sogar die volle Dröhnung mit 1,35g. Aber das macht keiner. In normalem Weizenmehl sind hingegen nur noch 107mg. Die Portion Spaghetti Bolognese (100g Tomatenmark hat 1g) ist trotzdem gut für den Kaliumhaushalt.

Ein etwas hoher Kaliumwert im Blut.

Ihr seht: Probleme mit einem niedrigen Kaliumspiegel haben also vor allem die, die sich Low Carb ernähren oder an Krankheiten leiden. Es empfiehlt sich zwar trotzdem mal nachzuschauen, was man den ganzen Tag so isst und ob da genug Kalium drin ist. Im Normalfall sollte das Minimum aber erreicht werden – solange der Bauer fleißig düngt, denn wo nichts ist, kann nichts rauskommen. Das Kalium in der Erde wird von der Pflanze aufgenommen, der Bauer holt sie aus dem Acker raus und ihr esst es dann. Vergisst er anschließend Kalium zu düngen, habt ihr nicht nur keins auf dem Teller. Auch die Pflanzen leiden bereits darunter und werden nicht so schön, wie es der normale Verbraucher erwartet.

Wertermittlung

Euer Kaliumwert ist tatsächlich im normalen Bluttest enthalten. Die Normwerte liegen hier je nach Labor so zwischen 3,5 und 5,1mmol/l. Dabei entspricht 1 mmol 39,1mg womit wir bei 136,85mg bzw. 199,41mg Kalium im Blut wären. Es stellt sich für mich aber die Frage wie Aussagekräftig dieser Wert tatsächlich ist. Wie oben erwähnt befinden sich 98% des Kaliums in den Zellen und der Körper reguliert selbstständig wie viel im Blut rumfleucht. Das bedeutet für mich: Der Wert ist ähnlich wie beim Magnesium solange normal bis im Prinzip alles Kalium in den Zellen ausgesaugt wurde und man vermutlich schon tot irgendwo rumliegt. Der Blutwert dürfte hingegen nur dann schlecht sein, wenn z.B. ein Nierenproblem vorliegt.

Eine genauere Aussage liefert entsprechend vermutlich der Urintest, bei dem man ähnlich wie beim Jod- oder Vitmain B-Test oben was reinkippt und schaut wie viel davon unten wieder rauskommt (=Überschuss). Da ist zwar auch eine gewisse Unschärfe drin, weil man die Schnelligkeit berücksichtigen muss mit der der jeweilige Proband das Kalium verarbeitet. Aber man bekommt immerhin eher ein Gefühl dafür wie viel Kalium der Körper verbraucht und kann daraus dann besser ableiten ob das gut oder schlecht ist als beim reinen Blutwert.

Unsere Erfahrung

Ein Eimer Kalium

Lasst uns nun zum Abschluss des heutigen Eintrags den Kreis schließen. Lysanda ist auf Kalium gestoßen, weil sie immer noch Probleme mit RLS hatte. Sie hat dann von der Studie erfahren, bei der 100% der 68 Probanden nach 45 Tagen vollständig beschwerdefrei waren und hat angefangen Kalium zu substituieren. Da die Kapseln immer so extrem teuer sind, haben wir uns dafür vor zwei Jahren unseren ersten Eimer Kaliumcitrat Monohydrat gekauft. Das Produkt hat eine Pharmaqualität von 99% und einen Kaliumgehalt von 36%. Reines Kalium gibt es wie gesagt nicht. Davon hat sie Anfangs zwei gehäufte Teelöffel pro Tag genommen, was ungefähr 12g entspricht und ca. 4,3g Kalium enthält. Mittlerweile ist es nur noch ein gehäufter Teelöffel pro Tag. Und siehe da: Das Restless Legs Syndrom ist komplett verschwunden. Keine schlechten Tage mehr, an denen es doch noch hochkommt. Perfekt!

Nach der Recherche für diesen Eintrag ist das für mich sogar logisch: Kalium ist vor allem in den Muskeln und steuert dort die Nervenimpulse. Für den Körper sind hingegen die Extremitäten keine ganz so essentiellen Körperbestandteile. Sprich wenn ihm Kalium irgendwo fehlt, zieht er es vermutlich erst einmal aus den Beinen und den Armen ab, um den restlichen Körper am Leben zu erhalten. Zwar kann RLS – anders als der Name impliziert – auch an anderen Stellen als nur den Beinen auftreten. Es ist aber doch am häufigsten dort zu finden. Warum es hingegen vor allem abends auf der Couch oder im Bett auftritt, kann ich allerdings nicht ganz so klar erklären. Könnte es mir aber damit herleiten, dass hier die Beine entspannt sind und keiner Belastung ausgesetzt sind. Also denkt vermutlich auch hier der Körper: „Geil, da wird’s grad nicht gebraucht! Raus damit und z.B. ab ins Herz!“. Das ist aber jetzt wirklich reine Spekulation von mir.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

P.S: Natürliches Kalium ist übrigens radioaktiv. Das Kalium in eurem Körper verursacht mit 0,17mSv/Jahr fast 10% der natürlichen radioaktiven Belastung in Deutschland. Noch ein Grund eine Überdosis zu vermeiden :smile: .

Wir mussten sie mit der Spritze zum Fressen motivieren.

Maya ist seit Freitag offiziell die teuerste Katze in diesem Haus. Ihre Therapie hat uns schon knapp 2.500 Euro gekostet – und sie ist erst 15 Monate bei uns! Bislang hielt diesen Rekord Lyssi dank ihres mehrtägigen Aufenthalts in der Tierklinik, der mit rund 1.340 Euro zu Buche schlug obwohl sie nichts gefunden haben. Nein, Maya ist zum Glück nichts (Ungeplantes) passiert. Aber nachdem wir die Sache mit dem Schnupfen weiterhin einfach nicht in den Griff kriegen und die Tierärztin beim letzten Besuch meinte, dass das Zahnfleisch schon wieder stark entzündet ist haben wir uns entschieden den Kahlschlag anzuordnen.

Zahnlose Prinzessin

Ja, Maya besitzt jetzt nur noch ihre vier Eckzähne. Die neun anderen nach der ersten Operation verbliebenen Zähne (ob noch Gesund oder schon Befallen) wurden ihr entfernt. Warum auch die Gesunden? Nun, ihre erste Zahnbehandlung fand im April statt und kein halbes Jahr später sind schon wieder die nächsten befallen. Wesentlich schneller als von allen Beteiligten erwartet. Und da jede Narkose ein Risiko ist – vor allem für eine Katze, die immer noch zu wenig Fleisch auf den Rippen hat – wollten wir mit ihr nicht alle paar Monate dieses Spielchen spielen. Maya scheint die Narkose zudem nur schlecht zu vertragen und so war die Gehirn-Körper-Anbindung im Gegensatz zu Balu, der abends schon wieder rumlief, erst am nächsten Morgen halbwegs vorhanden. Also haben wir gesagt: Noch einmal aber dann alles bis auf die Eckzähne, da diese eher selten von Forl betroffen sind und für die Kieferstabilität wichtig sind.

Und da sie schon in Narkose war gab es gleichzeitig eine schicke Nasenspülung sowie erneut einen Abstrich, um zu schauen ob wir zumindest die Mykoplasmen und Pasteurellen losgeworden sind (Ergebnis erwarten wir diese Woche). Den Calicivirus kriegen wir ja bekanntlich nie los aber Lysanda meint nach mehreren intensiven Recherchen, dass selbst bei einer chronisch kranken Katze dadurch eben nicht so ein dauerhafter Nasenausfluss stattfinden sollte. Wir hatten nach der Behandlung im April zwar mehrere Wochen Antibiotika in die Katze geworfen aber geholfen hat es faktisch nicht. Der Herd muss also irgendwo sein wo das Mittel entweder nicht hinkommt oder der immer wieder zügig nachwächst. Der einzige uns bekannte, dauerhafte Entzündungsherd waren neben der Nase an sich ihre Zähne. Entsprechend ist nun die Hoffnung, dass es ohne Gebiss zumindest spürbare Fortschritte gibt.

Der Oberkiefer von Balu

Hoffen wir das Beste. Das Narkosemittel ist zum Verfassungszeitpunkt endlich aus ihrem System und sie wieder voll bei Sinnen – nachdem sie uns am Freitagabend von der Heizung gepinkelt hat. Ja, sie stört das alles (zum Glück) zumindest äußerlich ziemlich wenig. Sie war und ist eine quietschfidele Katze mit viel Blödsinn im kleinen Hirn, die beim Futter wie vorher gut zulangt. Aber die Rotzerei belastet durchaus nicht nur uns, sondern auch das Haus (ihr wollt kein aktuelles Foto unserer Wohnzimmerwände sehen…).

Tanker mit vorbildlichem Gebiss

Nicht nur Mayas Katzenzähne waren ein Thema in unserem Haushalt. Auch der liebe Balu „durfte“ (er ist auf der Fahrt fast gestorben) zum Tierarzt, nachdem unsere mobile Ärztin ihm massiven Zahnstein im Bereich der Backenzähne diagnostizierte. Ja, das gibt es nicht nur bei Menschen. Tiere bekommen das ebenfalls. Muss zwar nicht jedes Jahr gereinigt werden aber 1-2mal im Tierleben sollte man es erfahrungsgemäß tun, um Entzündungen vom Zahnfleisch entweder vorzubeugen oder wieder verschwinden zu lassen. Leider geht das bei Katzen nur in Narkose mit – wie oben erwähnt – entsprechenden Risiko. Und da Balu mit seinen 7 1/2 Jahren nicht mehr ganz der Jüngste ist, war das jetzt ein ganz guter Zeitpunkt für seine vermutlich einzige Zahnsanierung im Leben – auch wenn ihn offensichtlich der Zahnstein nicht am Essen gehindert hat. Es sei denn, er ist mit 15 immer noch so fit wie heute und hat wieder viel Zahnstein. Dann gibt es vielleicht noch eine Zweite :smile: .

Hat knapp 240 Euro gekostet die Sache (Zahnreinigung + Dentalröntgen) und jetzt hat er wieder ein strahlendes Gebiss. Wurde sogar von der Tierärztin gelobt. Und er durfte mit seinem kompletten Gebiss wieder nach Hause fahren. Er mag eine dicke Wampe haben unser Großer aber gesundheitlich ist er definitiv gut in Schuss. Zumal wir endlich die Quelle seiner Allergie gefunden haben: Lysandas Schokominze im Garten. Wenn die blüht, dann bekommt Balu seine Hubbelchen auf der Nase. Also hat Lysanda ihr über den Sommer regelmäßig die Haare gestutzt. Vermutlich fliegt sie langfristig sogar ganz aus dem Garten (wir schmecken keinen Unterschied zwischen Minze und Schokominze). Unseren Katzen soll es ja schließlich gut gehen.

Ein Kuschelmonster unter Beobachtung

Unser hübscher Jules

Beim Thema Zähne dürfte hingegen Jules als nächstes dran sein. Der hat ebenfalls schon eine Stelle mit gerötetem Zahnfleisch. Wir wissen aber noch nicht was sich dahinter verbirgt. Das findet man nur per Dentalröntgen raus. Auch Forl ist ohne nicht zu erkennen, da dabei ja bekanntlich sich die Wurzeln in Luft auflösen. Also wird er ebenfalls mal einen Ausflug zum stationären Tierarzt machen. Da es aber erst eine Stelle ist und der Rest seines Mundes – abseits seiner riesigen Hauer namens Eckzähne – soweit gut aussieht, hat es offensichtlich noch Zeit. Man muss ja die Katzen (und den Geldbeutel) nicht unnötig quälen.

Pichu und Lyssi hingegen haben weiterhin ein perfektes Gebiss. Okay, Lyssi fehlt seit dem Unfall bekanntlich ein Eckzahn aber ansonsten ist soweit alles super. Und ich behaupte sogar, dass es Lyssi durchaus cool findet, dass der eine Zahn fehlt. Zumindest macht sie sehr häufig einen auf Pirat (die Lefze etwas hochgezogen) und brummelt dabei abfallend, wenn ihr etwas nicht passt. Gibt gar keinen Grund für sie das Gesicht zu verziehen außer eben, dass ihr das auf irgendeine Art und Weise zu gefallen scheint. Oder sie weiß um die bedrohliche Wirkung dieser Geste. Stören tut sie es auf jeden Fall nicht.

Und damit wisst ihr mehr über den Zustand der Zähne unserer Katzen als ihr jemals wissen wolltet. Schaltet also auch nächste Woche wieder ein, wenn es nicht schon wieder heißt: Aus dem Leben von fünf Katzen.