Sicarius

Flucht in der Dämmerung

Katzen… es ist genau vier Wochen her als ich euch davon erzählte, dass wir eine bislang noch nicht ausgenutzte Lücke geschlossen haben – zumindest dachten wir das.

Der Tathergang

Wir schreiben Freitag, den 27. August 2021. Es ist 20:27 Uhr. Lysanda und der Webmaster sitzen am Esstisch der Casa Lysanda und sprechen darüber, was sie für diese Woche ins Glücksglas packen wollen. Jules liegt auf der Couchlehne und schaut aus dem Fenster. Maya ist (ausnahmsweise) mal draußen auf der Terrasse und hat ihre verrückten fünf Minuten. Plötzlich ist ein metallischer Radau zu hören. Der Webmaster, mittlerweile darauf trainiert solche Geräusche nicht zu ignorieren, sieht wie Jules nach oben schaut und öffnet sofort die Kamera-App für die Außenkamera auf seinem Smartphone. Beunruhigt muss er feststellen, dass keine Spur von Maya zu sehen ist.

Die Maya-Suche beginnt

Die Uhr zeigt 20:29 Uhr an als dem Webmaster übles schwant und er Lysanda informiert. Er geht sofort raus auf die Terrasse und muss feststellen: Ja, Maya ist nicht mehr da. Die erste Vermutung ist, dass sie vielleicht über das Anti-Pichu-Provisorium (wir warten immer noch auf den Verputzer…) entkommen ist. Aber das „wie“ ist in dem Moment zweitrangig. Wichtiger ist erst einmal die Frage: Wo ist sie? Der Webmaster überprüft zuerst das Terrassendach und anschließend das Hausdach. Wäre nicht das erste Mal dort oben für sie. Er geht dafür sogar bis vor das Haus aber Maya ist nirgends zu sehen. Lysanda ruft gleichzeitig nach ihr und holt die Leckerlidose heraus. Doch auch damit lässt sich die kleine Weiße nicht anlocken.

Um 20:32 Uhr verlässt Lysanda ebenfalls den Garten in Richtung Straße. Als sie an der Haustür ankommt reagiert Maya endlich auf die Rufe und die Leckerlidose und kommt von irgendwoher angelaufen (vermutlich unter dem Auto). Lysanda ruft den Webmaster um Hilfe. Dieser öffnet die Haustür und Maya ist durchaus bereit hindurch zu gehen, entscheidet sich aber im letzten Moment dagegen und läuft stattdessen weiter Richtung Garten. Nach etwas zusätzlicher Überzeugungsarbeit schlüpft sie dann durch das Gartentor zurück ins traute Heim. Jules erwartet sie bereits und fällt direkt über sie her, der Depp. Um 20:34 Uhr ist der Spuck vorbei.

Analyse der Tat

Maya kurz vor der Tat

Nach einem kurzen Gespräch auf der Terrasse zur möglichen Ausbruchsstelle betreten die Dosenöffner das Haus und versammeln sich an Lysandas Computer. Die Aufzeichnung der Außenkamera wird herausgesucht. Zwar ist der vermutete Fluchtbereich (Anti-Pichu-Provisorium) nicht im Blick aber dennoch erwarten sich die beiden einen Hinweis auf die mögliche Ausbruchsstelle. Und tatsächlich: In der Aufzeichnung „Garten-20210827-202325“ (die Uhr auf dem NAS scheint nicht ganz zu passen…) sind die letzten Momente von Mayas Anwesenheit im Garten zu sehen.

Sie ist eindeutig auf Krawall aus. Sie türmt aus Richtung Anti-Pichu-Provisorium zur anderen Seite der Terrasse und springt dort auf die Mauer. Dieser Winkel des Gartens wird von der Kamera ebenfalls nicht abgedeckt aber Mayas Schwanz ist noch sichtbar. Während dieser zuerst gerade ist, wechselt er wenige Momente später, fast genau um 20:28 Uhr, in eine schräge Position und ist anschließend sofort verschwunden. In der Aufzeichnung ist besagter metallischer Radau zu hören.

Erwischt!

Bewaffnet mit dieser Information machen sich die Dosenöffner daran die mögliche Schwachstelle in ihrem gesicherten Garten zu identifizieren. Ist das Plexiglas an dieser Stelle doch nicht hoch genug? Oder ist sie etwas über das neu montierte Metallblech entkommen? Eine detaillierte Analyse des Videomaterials offenbart (leider ohne „Enhance“-Feature), dass sich weder der Zaun noch das Plexiglas an dieser Stelle bewegt hatte. Der Fall war also klar: Sie war tatsächlich ohne Rücksicht auf Verluste über das Metallblech in die Einfahrt gesprungen.

Konsequenzen der Tat

Die Zeiger der Uhr haben mittlerweile ihren Weg auf 38 Minuten nach 8 gefunden. Die Dunkelheit kommt über das Land und die Stechmücken werden vom Licht der Terrasse magisch angezogen – sie suchen Blut (also zumindest die Weibchen). Der Webmaster wagt sich hinaus, um die Lage zu inspizieren und mögliche Lösungsvarianten zu ermitteln. Lysanda schlägt vor lieber erst einmal die Frage zu beantworten, wie Maya über Nacht aus dem Garten gehalten werden könnte. Aber der Webmaster ist manchmal ein absoluter Sturkopp und will möglichst sofort das Loch verschließen. Die zahlreichen Stechmücken befürworten seine Sicht der Dinge und greifen sofort an. Der Webmaster entschließt sich doch erstmal wieder zurück ins Haus zu gehen und in sicherer Umgebung das weitere Vorgehen zu besprechen. Pichu und Jules bleiben im Garten zurück und halten die Stellung. Um 20:42 Uhr verteidigt Pichu erfolgreich die Terrasse gegen den Angriff eines Käferbombers, schafft es jedoch nicht ihn vom Himmel zu holen. Anschließend, um 20:43 Uhr, versteckt sich Jules hinter dem Minz-Strauch und lauert auf Pichu, der unten im Außenkabuff hockt. Dieser setzt plötzlich zum Sprint nach oben an und Jules springt auf ihn drauf. Katzen…

Die Dosenöffner besuchen derweil gemeinsam ihr Lager im Keller auf und finden ein Reststück Blende von der Küche, das von Größe und Form als temporäre Lösung ausreichen würde. Die Idee: Es mit doppelseitigem Klebeband am Terrassenpfosten zu befestigen in der Hoffnung, dass es bis zum nächsten Morgen hält. Um 20:53 Uhr begibt sich der Webmaster wieder hinaus in die Wolke des Todes. Lysanda begeht den Fehler ihm zu folgen und erntet weitere Einstichstellen am Körper. Es wird kurz geprüft, ob das Brett tatsächlich passt und anschließend die Flucht zurück in die eigenen vier Wänden angetreten, um das Klebeband zu befestigen. Ein paar Stechmücken haben es dabei geschafft sich zwischen Terrassentür und Fliegengittertür zu versammeln.

Webmaster & Brett

Um 20:58 Uhr geht plötzlich die Gartentür auf. Es ist der Webmaster mit dem Brett. Er entlässt die Stechmücken aus der Türzwischenwelt und beginnt das Brett an den Pfosten zu kleben während er unablässig von der blutsaugenden Horde umschwirrt wird. Die Pikser mehren sich an seinem Körper (speziell an den Beinen) aber tapfer verrichtet er seine Arbeit und verlässt mit Genugtuung und der vagen Hoffnung, dass das Brett hält um 21:01 Uhr wieder fluchtartig den Garten während Pichu weiter Wache hält. Um 21:07 Uhr gibt es ein lautes „Klong“ und das Brett liegt auf dem Boden. Hat offensichtlich nicht sehr lange gehalten obwohl es sich relativ fest anfühlte. Pichu sprintet vor Schreck (oder weil er Bericht erstatten möchte) ins Haus.

Der Gefängnisaufenthalt

Während draußen im Garten schon wieder alles auseinanderfällt, befinden sich die Dosenöffner unterm Dach. Sie durchstöbern ihren Vorrat an Plexi- und Acrylglas. Schon früh wurde entschieden ein längeres Blech im Internet zu bestellen, doch die Lieferung dauert natürlich ein paar Tage. Entsprechend muss die temporäre Lösung durch ein Provisorium ersetzt werden. Und wie heißt es so schön in der Casa Lysanda: Plexiglas ist immer der Schlüssel zum Erfolg! Ein Loch in der Wand? Plexiglas drüber! Nichts mehr zu Essen im Kühlschrank? Plexiglas essen (voll mit Ballaststoffen)! Die Bettdecke in einer kalten Nacht zu dünn? Plexiglas rein! Schnarcht der Webmaster mal wieder zu viel? Plexiglas drauflegen!

Fluchtweg geschlossen?

Am Ende wird ein passendes Stück Acrylglas gefunden und die weiteren Schritte für den nächsten Morgen stehen fest: Wetterfeste Schraube suchen und die Platte befestigen. Ein Thema für die Nacht ist allerdings noch offen: Was geschieht mit Maya? Sie hat es einmal probiert, sie wird es garantiert noch einmal probieren. Ihren Chip aus der Katzenklappe zu nehmen ist nicht hilfreich, da die aktuell nicht scharf geschaltet ist (können ja nur in den Garten). Also irgendwo im Haus unterbringen.

Arbeitszimmer? Nein, auf keinen Fall aus Sicht des Webmasters. Viel zu viel Zeugs (seine Figuren), das Madam herunterschmeißen kann. Dann vielleicht unten im Keller in seiner Man-Cave in der er auf Grund seines lauten Schnarchens gerade ausquartiert ist? Möglich aber dann kriegt er vermutlich keinen Schlaf, weil sie sich auf ihn draufsetzt. Also ins Bastelzimmer unter dem Dach? Perfekt! Klo rein, Essen und Wasser dazu, dann Maya hochgelockt und der ca. 10 Stunden andauernde Gefängnisaufenthalt der kleinen weißen kann beginnen. Das Gericht sieht dies nicht als Strafe, sondern eher als kurzfristige Sicherungsverwahrung zum Selbstschutz. So ähnlich wie man es bei Betrunkenen macht. Mayas Eilantrag gegen die sofortige Festnahme wird entsprechend abgelehnt.

Ihre Einzelhaft endet gegen 8 Uhr am nächsten Tag und sie einigt sich mit den Dosenöffnern außergerichtlich. Die Konditionen der Einigung sehen einen längeren Aufenthalt auf Lysandas Schulter im Bett vor, während die anderen Katzen noch im Wohnzimmer verharren müssen. Die Umsetzung erfolgt umgehend.

Die vorläufige Lösung

Der Webmaster fühlt sich bei der Arbeit beobachtet…

Es ist 11:21 Uhr am Samstag, den 28. August 2021. Ein völlig unbedeutender Tag im Leben des Webmasters. Jules sitzt in der Welt zwischen Terrasse und Garten (das Stück wo die Überdachung noch über das Gras ragt und es entsprechend trocken ist). Von drinnen kommt ein dicker fetter Typ, besser bekannt als der Webmaster, mit Werkzeug in der Hand. In seinem Windschatten: Lysanda. Es ist an der Zeit die Acrylglasplatte zu befestigen. Eigentlich kein großes Problem für die beiden, schließlich haben sie bereits dutzende davon verbaut. Also kurz das bestehende Loch im Blech angezeichnet, zwei Löcher in die Platte gebohrt und…scheiße, sobald die Schraube reingeschraubt ist, stößt die Acrylglasplatte plötzlich oben gegen die Terrasse und biegt sich. Klarer Fall von falsch angezeichnet. Sie schaffen es irgendwie immer und immer wieder das falsch zu machen…

Also erneut gemessen, gebohrt und dann passte es. Oben noch das Loch in den Terrassenpfosten, eine Schraube rein und nun sitzt das Ding erst einmal bombenfest. Keine Chance für irgendeine Katze noch durchzukommen. Um 11:56 Uhr sind die Arbeiten abgeschlossen und das Werkzeug wieder von der Terrasse verschwunden. Pichu hat es sich zu diesem Zeitpunkt in einem Pflanzstein bequem gemacht während Lyssi unten im Garten an der Mäuseecke sitzt und auf unachtsame Besucher hofft. Am Nachmittag bestellt Lysanda dann das Ersatzblech. Dieses Mal 1,5m hoch statt nur 50cm. Das sollte reichen.

Und damit war das freitagabendliche Abenteuer „Fuck, es ist eine Katze entkommen!!!111“ vorerst abgeschlossen und sowohl die Katzen als auch die Dosenöffner konnten zu ihrem normalen Alltag zurückkehren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schrieb zumindest der Webmaster am Sonntag, den 29. August 2021 um 11:34 Uhr diese Zeilen und versucht einen gescheiten Abschluss für seine drei Seiten Gelabber zu finden. Da ihm das nicht gelingt und er eigentlich viel lieber Quake: Scourge of Armagon (schon mitten in Episode 2 von 3) weiterspielen möchte, hört er jetzt einfach mit dem Schreiben auf – was für eine faule Sau!

Sicarius

Ein verbessertes Beben

Ein weiterer Satz Switch-Titel

Ich hab’s mal wieder gewagt bei Medimops Videospiele zu kaufen. Meine ersten Erfahrung in der Hinsicht waren ja nicht so der Brüller. Aber damals ging es um PC-Spiele mit Steam-Accountbindung. Da war es leider zu erwarten, dass so gut wie kein Key noch funktionieren würde. Dieses Mal ging es jedoch um Nintendo Switch-Spiele. Die haben keine Accountbindung (höchstens mal einen Erweiterungspass oder so) also wägte ich mich auf der sicheren Seite. Das Ergebnis ist, dass ich bei sechs Titel trotzdem einen Ausfall dabeihatte. In der Packung von Xenoblade Chronicles 2 fehlte die eigentliche Softwarekarte. Wenn der CD-Key nicht mehr geht, okay. Doch das Medium fehlt in der Packung? Das würde ich durchaus erwarten, dass es spätestens vor dem Versand auffällt. Naja, Rücksendung ist ja zum Glück kein Problem.

Ach und drei der Spiele sind die französische Fassung ohne, dass es mir vor dem Kauf bewusst war. Zum Glück nutzt Nintendo EFIGS-Softwarekarten. Insofern ist das nicht weiter tragisch und stört mich nicht. Ist schließlich nicht meine erste Fremdsprache im Spieleregal. Hauptsache irgendwas im Regal :smile: .

Sport ist kein Mord?

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

Die meiste Zeit steckt allerdings weiterhin Ring Fit Adventure in der Nintendo Switch so sehr ich mich auch bemühe meine geliebte Ehefrau dazu zu bringen etwas im Koop zu spielen. Speziell sie hat jedoch eine absolute Begeisterung für das Fitness-Spiel entwickelt obwohl sie gleichzeitig über die Übungen und den Muskelkater und sowieso überhaupt alles was mit Sport zu tun hat extrem schimpft. Hat mittlerweile ihren Charakter schon auf über Level 100 hochgebracht während ich erst bei 50 bin. Ist aber definitiv ein genialer Titel trotz der kleinen Problemchen in der Bewegungserkennung oder der Art und Weise, wie manche Übungen erklärt werden, die uns jetzt nach längerer Nutzung doch aufgefallen sind.

Eigentlich ein total simples Spiel sowohl was den Aufbau als auch den Inhalt betrifft aber trotzdem tausend Mal motivierender als jeder Gang in den Keller zu unserem heimischen Fitnessstudio. Für jeden Switch-Besitzer ein absoluter Pflichtkauf. Wundert mich massivst, dass Nintendo den Titel nicht noch weiter ausschlachtet. Ich könnte mir noch haufenweise DLCs mit weiteren Übungen/Levels/Minispielen sowie dazugehörige Accessoires (z.B. eine zweite Beinbinde oder etwas für die Schulter) vorstellen. Stattdessen gab es seit einem Jahr kein neues Update mehr. Vielleicht arbeiten sie ja an Teil 2. Wünschen würde ich es mir obwohl ich noch weit vom Ende entfernt bin. Es macht halt einfach extrem viel Laune.

Alter Kram

Extrem viel Laune macht auch Quake. Ja, ich habe meine Ubisoft-Sucht (weiterhin Ghost Recon: Wildlands – das Spiel hat echt extrem viel Inhalt) aktuell unterbrochen. Ich konnte gar nicht anders als anlässlich des 25. Geburtstags des Shooter-Klassikers auf der QuakeCon 2021 endlich die lange vermutete Remaster/Enhanced Edition angekündigt wurde. Und nicht nur das: Sie stand sogar sofort zum Download bereit und ist darüber hinaus für Besitzer des Originals auf Steam und im Bethesda Launcher kostenlos. Alle anderen greifen für 10€ sogar auf den gängigen Konsolen zu, wenn man sich unbedingt quälen will.

Quake: Dimension of the Machine (Herstellerbild)

Da Bethesda anlässlich der QuakeCon 2020 die drei id-Quake-Titel für Umme rausgehauen hatte, konnte ich natürlich sofort loslegen und bin zum Verfassungszeitpunkt schon wieder mit den ersten drei Episoden auf Nightmare und mit 100% Secrets durch. Aber die „Enhanced Edition“ enthält nicht nur die vier Episoden des Originals, sondern ist tatsächlich das ultimative Rundum-Sorglos-Paket was den Titel angeht. So sind die beiden Mission Packs Scourge of Armagon und Dissolution of Eternity von Hipnotic Software bzw. Rogue Entertainment ebenfalls mit dabei. Außerdem enthalten ist die 2016 kostenlos von MachineGames (Wolfenstein: The New Order) veröffentlichte Episode Dimension of the Past sowie ein komplett neuer Satz Levels der Schweden mit dem Titel Dimension of the Machine. Während DotP mich wenig begeisterte, scheint DotM tatsächlich ein echter Kracher zu sein. Vor allem das Leveldesign ist auf den Screenshots beeindruckend. Holt wohl alles aus der Engine heraus, was sie hergibt. Und für alle Inhalte gilt: Der Originalsoundtrack ist endlich wieder mit dabei und wird korrekt abgespielt!

Außerdem verspricht Bethesda noch reichlich Nachschub in Form von Community-Inhalten über die nächsten Monate. Den Anfang macht dabei Quake 64. Wie der Name schon sagt der Port des Originals für den Nintendo 64. Das unterscheidet sich allerdings nicht so grundsätzlich wie DOOM und DOOM 64. Stattdessen fehlen „nur“ sechs Levels komplett, es gibt keine Musik von Trent Reznor, die Grafik ist etwas detailarmer und auch der Koop-Modus ist nicht dabei (aber dafür 2-Spieler-Splitscreen-Deathmatch). Insofern werde ich das vermutlich aussparen.

Das Original bleibt!

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild

Ja, man konnte Quake 1996 mit Kumpels durchspielen! Und die Enhanced Edition enthält dieses Feature wieder genauso wie natürlich klassisches Deathmatch – sowohl online als auch offline im Splitscreen-Modus (sogar auf PC!). Koop geht mit bis zu vier Spielern, normaler Multiplayer erlaubt acht Leute. Ist weniger als im Original (da waren es 16 im LAN/WAN) aber hey: Immerhin und dann auch noch mit Cross-Play (allerdings PCler nur, wenn sie mit Gamepad unterwegs sind – wegen Fairness und so)!

Der Splitscreen-Modus ist aber natürlich nicht die einzige Neuerung dieser Version. Ach herrje: Ich höre die Puristen schon wieder jammern! Doch nicht verzagen, liebe Ultras: Anders als bei WarCraft III: Reforged wurde das Original Quake nicht ausgelöscht. Stattdessen steht es weiterhin parallel für den eigenen Genuss bereit und bleibt sogar Modfähig (die Enhanced ebenfalls). Verantwortlich für die neue Version sind wie schon bei DOOM 64 und so einigen anderen Klassiker-Remakes (Turok, Blood, SiN, etc.) die Jungs und Mädels von Night Dive Studios. Das bedeutet auch, dass ihre echt beeindruckend versatile KEX Engine zum Einsatz kommt – mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen.

Kein „Pure Quake“

Die Vorteile der KEX Engine sind speziell optischer Natur: 4K-Auflösungen, Widescreen, verbesserte Charaktermodelle die sich perfekt einfügen, schärfere Texturen, dynamische Beleuchtung, Anti-Aliasing und für völlig bekloppte Leute sogar Motion Blur – alles und noch viel mehr steht auf Wunsch zur Verfügung und lässt den Klassiker buchstäblich in neuem Glanz erstrahlen ohne aber dabei das Original zu sehr zu verfälschen. Das Ergebnis sieht immer noch aus wie Quake und spielt sich größtenteils so – womit wir bei den „Nachteilen“ sind, denn die KEX Engine verhält sich halt doch ein wenig anders als die Quake-Engine (id Tech 1). Aus meiner Sicht sind es aber alles Kleinigkeiten, die nur echten Hardcore-Fans/Speedrunnern (negativ) auffallen. Das spürbarste dürfte das Bunny-Hopping-/Strafe-Jumping-Verhalten sein. Das Spielertempo ist etwas anders/langsamer als im Original und damit wird es schwieriger bis hin zu unmöglich bestimmte Tricks auszuführen.

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild)

Auch spielerisch wurde etwas Hand angelegt. Darunter beim Nightmare-Schwierigkeitsgrad. Ein Feature davon ist, dass die Gegner häufiger ihre Angriffe einsetzen. Problem war 1996, dass Feinde mit Fernkampfangriffen dadurch überhaupt nicht mehr in den Nahkampf wechselten und man entsprechend um sie herumtanzen konnte, was den Schwierigkeitsgrad tatsächlich leichter machte als den davor. Das haben die Night Dive Studios nun korrigiert. Allerdings ist er trotzdem nicht wie das Original, denn eure Lebensenergie ist nun auf 50 Punkte festgezurrt und kann mit kleinen Lebensenergiepaketen nicht mehr darüber hinausgebracht werden. Außerdem erscheinen die großen Pakete mit 100 Punkten nach einiger Zeit wieder. Erleichtert logischerweise das Spiel ein gutes Stück, weil man technisch gesehen nie mit heruntergelassenen Hosen dastehen muss.

Das alles tut meinem Spielspaß aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ich war sofort wieder mittendrin und bin begeistert darüber es zum vermutlich 10. Mal durchzuspielen (die Missions Packs glaube ich zum 2. Mal). Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Night Dive Studios mit Quake ihre bislang beste Arbeit abgeliefert haben. Eine absolute Empfehlung nicht nur für Veteranen, sondern vor allem auch für alle diejenigen, die 1996 nicht live mit dabei waren. Es gab nie eine bessere Gelegenheit diesen Meilenstein der Shooter-Geschichte zu erleben. Also unbedingt reinschauen (und in ihre anderen Remaster)! Aber wenn möglich bitte auf PC, okay? Quake mit Controller *schauder*…

PS: In dieser Version ist sogar erstmals die komplette Version von E2M6 enthalten. Für die Release-Version musste John Romero damals das Startareal aufgrund von Platzgründen wegkürzen (jedes Quake-Level musste auf eine Floppy Disk passen).

Sicarius

Körpertuning: Nudeln

Eine Ladung Soda Stream Sirup

Dank der aktuell noch geltenden Lockerungen kamen auch Lysanda und ich in letzter Zeit ein bisschen mehr aus dem Haus bzw. aus unserem Ort raus. So konnten wir beispielsweise nach fast einem Jahr Pause mal wieder unseren Katzenstammtisch stattfinden lassen. Sprich: Restaurantbesuche. Bislang war mein Getränk der Wahl, wenn wir auswärts gegessen haben, eine Sprite bzw. ähnliche Alternativen der Konkurrenz. Pappsüßes Zeug voller Zucker quasi. Aber ab und zu kann man es sich ja gönnen – redet man sich ein und bleibt dann sicherheitshalber eine Woche sehr weit von der Waage entfernt :wink: .

Was ich allerdings nun feststellen musste: Mir schmeckt der Kram überhaupt nicht mehr. Selbst als ich dann mal Lysandas Cola Light versuchte war da wenig Begeisterung dabei. Ich scheine echt vollkommen versaut worden zu sein durch unsere mittlerweile vollständige Umstellung auf Filterwasser und Sirup. Kann natürlich nun auch einfach eine vollständige Abhängigkeit von Aspartam oder Sucralose sein und eine dazugehörige Geschmacksveränderung aber wie Azz unter dem verlinkten Eintrag schon feststellte: „Es ist und bleibt „ein Kreuz“ mit der Süße…“. Werde ich wohl in Zukunft nur noch Wasser trinken, wenn wir unterwegs sind. Schmeckt zwar mitunter ebenfalls nicht so gut aber zumindest (noch) nicht so schlimm wie scheinbar mittlerweile die Limonaden-Produkte der beiden großen Hersteller.

Schon eine krasse Sache. Gut: Die Unterschiede der einzelnen Mineralwasserhersteller konnte ich bereits früher schmecken und hatte dementsprechend bevorzugte Sorten. Aber, dass die Latte nochmal ein Stück höher gelegt werden kann finde ich durchaus beeindruckend – oder vielleicht erschreckend? Wie „schlecht“ muss schließlich das uns servierte Wasser sein, wenn mein Körper mittlerweile so negativ reagiert, nur weil er „vermeintlich besseres“ Wasser Zuhause bekommt? Aber um noch einmal Azzs Kommentar als Vorlage zu nehmen: Die Wahrheit hat vermutlich auch viel mit antrainiertem Verhalten zu tun. Hier den üblichen Satz über Menschen und Gewohnheitstiere einfügen. Wenn man es dann mal schafft aus diesem Trott auszubrechen entdeckt man mitunter völlig neue Welten. Ob die jedoch wirklich besser oder zumindest gesünder sind als die alte? Das ist nicht immer so eindeutig.

Mein Heiligtum

Meine Limonaden-Sucht ist freilich nicht mein einziges Laster, das ich seit Jahrzenten mit mir rumtrage. Ein weiteres ist meine Liebe zu Pasta. Zu meinen Hochzeiten habe ich fast jeden Tag einen gut gefüllten Teller Nudeln mit Maggi Delikatess Sauce zu Braten drüber als meine Tagesmahlzeit verspeist. Nein, kein Gemüse oder Fleisch dazu. Wirklich einfach nur ein riesiger Teller voll Hartweizennudeln verschiedener Sorten – allerdings bevorzugt die von 3 Glocken. Ja, es ist für normale Nudelesser möglicherweise unvorstellbar aber nur, weil es sich um Spiralnudeln handelt, schmecken die von Hersteller zu Hersteller tatsächlich nicht gleich gut. Von den Unterschieden beim Kochen der jeweiligen Nudelsorten brauchen wir erst gar nicht reden. Ich gebe offen zu, was die perfekte Nudel angeht bin ich ein hochnäsiger Besserwisser :smile: .

Vollkornweizennudeln

Jetzt ist so ein Teller voller Hartweizennudeln nicht unbedingt das Beste für die eigene Gesundheit. Also nicht nur wegen der Menge, sondern auch, weil es Nudeln aus weißem Mehl sind. Und das gilt nicht gerade als das gesündeste Mehl da draußen. Dementsprechend hat Lysanda im ersten Anlauf versucht neben der Reduzierung meiner Mengen mich zumindest auf Vollkornprodukte umzuschulen. Etwas, was meine Frau Mama in 30 Jahren nicht geschafft hatte.

Vollkorn ist Vollkorn, oder?

Ohne es groß in die Länge zu ziehen: Lysanda hat es tatsächlich geschafft mich in den meisten Fällen auf Vollkornprodukte um zu beraten. Nur Maultaschen und Tortellini, da haben wir noch nichts gefunden. Grundsätzlich ist die Suche nach solchen Produkten auch relativ einfach, denn es ist gesetzlich geregelt. Beispielsweise dürfen sich Backwaren erst bei einem Anteil von 90% Vollkornmehl/Vollkornschrot überhaupt als Vollkorn bezeichnen. Und Vollkornmehl wird ebenfalls erst erzeugt, wenn der sogenannte Ausmahlungsgrad in der Mühle bei min. 98% liegt. Sprich aus 100kg Getreide werden 98kg Mehl und damit ist quasi wie der Name schon sagt fast alles vom Korn tatsächlich enthalten. Deswegen gibt es anders als bei normalem Mehl auch keine Typen-Bezeichnung mit auf der Verpackung. Die besagen übrigens wie hoch der Mineralstoffanteil bei 100g ist. Ein Mehl vom Typ 1370 hat z.B. 1.370mg Mineralstoffe. Je niedriger der Anteil, desto „weißer“ das Mehl quasi.

Warum übrigens selbst beim Einsatz von Vollkorn gerne noch weißes Mehl (meist Typ 550) dazu gekippt wird? Wegen der Verarbeitung. Der Keimling im Vollkorn ist sehr fetthaltig und das ist angeblich schlecht für die Maschinen – und die Haltbarkeit. Während Mehl vom Typ 405 vermutlich die nächste Apokalypse überlebt, wenn es geschützt gelagert wird, hält Vollkornmehl nur 4-6 Wochen bis es ranzig ist. Ein weiterer „Nachteil“ von Vollkornprodukten: Sie sehen nicht so „schön“ aus. Durch die ganzen Mineral- und Ballaststoffe ist die Farbe teils tiefbraun oder grau je nachdem welche Getreidesorte. Ach und sie sind selbst nach etwas längerer Kochzeit noch bissfester. Für Kaufaule ist das mitunter ein Hindernis. Und ja: Speziell die Konsistenz war für mich lange Zeit ein Grund, warum ich Vollkornnudeln aus dem Weg gegangen bin.

Es gibt allerdings auch bei Vollkorn noch eine zweite Variante: Gekeimtes Vollkorn. Normalerweise wird Getreide nach der Ernte getrocknet und dann zu Mehl verarbeitet. Weicht man die Körner stattdessen in Wasser ein und lässt sie ein paar Tage stehen, setzt der Fortpflanzungsmechanismus der Pflanze ein und sie beginnt zu keimen. In diesem Zustand kann man sie dann ebenfalls trocknen und weiterverarbeiten. Die Idee dahinter: Im gekeimten Zustand ist das Korn buchstäblich bereits aufgebrochen. Es hat ein Stoffwechselprozess inkl. der Bildung der dazugehörigen Enzyme stattgefunden. Dadurch verändert sich die Nährstoffzusammensetzung des Korns. Im Ergebnis ist es löslicher und damit angeblich leichter für unseren Körper zu verarbeiten. Ob das wirklich stimmt ist so ein Thema. Wie immer, wenn es heißt „ist leichter bekömmlich“: Es scheint noch niemand einen Weg gefunden zu haben das mal nachzuweisen/richtig zu erforschen. Zumindest sind uns keine dahingehenden Studien bekannt. Da ist man beim Thema „Urgetreide“ etwas weiter. Das sind vor-industrielle Getreidesorten, die wohl ebenfalls bekömmlicher und Nährstoffreicher für uns Menschen sind. Aber empfindlicher im Anbau.

Die Mehlalternativen

Konjak-Nudeln in der Spaghetti-Variante

Auf dem Mehlmarkt gibt es noch viel mehr Dinge aus denen sich Nudeln (und andere Produkte) formen lassen. Es muss nicht immer Getreide sein. Hanf, Linsen, Reis, Mais, Konjak, Kichererbsen, Leinsamen, Soja – die Auswahl ist so riesig, dass ist der helle Wahnsinn. Und ja, da ist viel Gutes und vor allem kohlenhydratarmes dabei. Müsst nur aufpassen: Vor allem bei den Alternativmehlen kann es passieren, dass zwar auf der Packung „Hanf“ steht aber die Rückseite nur einen kleinen Anteil davon ausweist und der Rest erneut mit weißem Mehl aufgefüllt wurde. Es gilt wie überall: Augen auf beim Einkauf.

Durch unser Haus sind bereits diverse Nudelsorten aus verschiedenen Mehlen gewandert. Aktuell ist beispielsweise eine große Packung aus roten Linsen (90%, Rest Leinsamenmehl) im Schrank. Da wir auch sehr auf Kohlenhydrate achten, hatten wir uns sogar mal eine gewisse Zeit mit Konjak-Nudeln eingedeckt. Leider sind die nicht so gut was die Verarbeitung angeht. Knusprig braten geht z.B. gar nicht und trotz ausgiebigem Abspülen liegen sie uns nachts irgendwie ab einer gewissen Menge schwer im Magen. Entsprechend ist meine Begeisterung sie nochmal zu verzehren praktisch bei null. Das gilt auch für die meisten Nudeln aus Alternativmehlen. Finde schon Roggen und Dinkel teilweise nicht so der Brüller aber Kichererbsen und Linsen? Danke, nein. Nur die Hanfnudeln – die waren gut. Woran das wohl liegt? 4:20 Gut, dass ich Lysanda habe, die isst die alle.

Unser Weg

Lysanda hat mich also zuerst auf Vollkorn umberaten und dann mit kleinen Erfolgen versucht mich mit Alternativmehlen zufrieden zu stellen. Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Lysanda wollte schon länger mal selbst probieren Nudeln zu machen bis uns dann mal vor einiger Zeit eingefallen ist, dass unser Entsafter nicht nur entsaften und Kaffee mahlen kann, sondern tatsächlich auch als Nudelmaschine fungiert. Dementsprechend haben wir angefangen einfach frische Vollkornnudeln selbst zu produzieren. Ja, wir haben sogar einen 25kg-Sack Bio-Weizen gekauft und jetzt im Keller stehen.

Sprich wir mahlen mit unserer Küchenmaschine Bosch MUM4427 und deren Mixer-Aufsatz den Weizen zu Mehl. Wir haben es zwar auch mit dem Entsafter, unserem Pürierstab und der Kaffeemühle probiert aber mit Entsafter/Pürierstab wurde das Mehl nicht fein genug und mit der Kaffeemühle war es zu viel Aufwand. Die hat nicht genug Power dahinter. Entsprechend musste man jedes Mal das feine Mehl raussieben und nochmal einen Durchgang machen. Gibt für die Küchenmaschine technisch gesehen sogar ein eigenes Kegelmahlwerk. Vielleicht holen wir uns das irgendwann mal (kostet so viel wie die ganze Maschine).

Das dann mit einem Ausmahlungsgrad von 99.9% (ein bisschen was bleibt immer in der Maschine zurück) frisch gemahlene Vollkornmehl verarbeiten wir direkt zu Nudeln. Das Rezept ist extrem simpel: Pro 100g Mehl ein Ei dazu und etwas Salz. Da Vollkornmehl stark saugt außerdem nach Gefühl etwas (Oliven-)Öl. Aber Vorsicht: Der Teig darf weder zu fest noch zu feucht sein. Ist er zu fest, macht ihr euch ggf. die Nudelmaschine kaputt. Der Knall war extrem laut als der Deckel vorne am Entsafter sich unsanft durch seine Befestigung gedrückt hat. Zum Glück nichts kaputt gegangen. Schafft es die Maschine, zerbröseln die zu trockenen Nudeln aber dann ggf. direkt in eurer Hand. Ist der Teig hingegen zu feucht, dann kleben die Nudeln zu stark aneinander, ihr habt nur noch einen Klumpen und hättet euch die Arbeit mit der Maschine sparen können :smile: .

Was wir bei unseren Tests gelernt haben: Anders als das was so in den gängigen Anleitungen steht niemals den Teig eine Stunde ruhen lassen und schon gar nicht im Kühlschrank. Das hat nur zu Desaster geführt. Mittlerweile haben wir es aber ganz gut raus. Ist der Teig dann durch den Entsafter durch geht es direkt ins heiße Wasser. 10 Minuten später haben wir ein wohlschmeckendes Ergebnis (und einen eingesauten Entsafter – bloß nicht antrocknen lassen!). Geht tatsächlich ziemlich fix das Ganze.

PS: Wir hatten auch mal ein gutes Rezept für LowCarb-Nudeln aus dem Backofen im Internet gefunden: 2 Eier, 50g Frischkäse, jeweils 1 EL Flohsamenschalen und Haferkleie, dann eine Messerspitze Xanthan oder Guarkernmehl und etwas Salz dazu. Mixen und auf einem Blech verteilen, dann 10 Minuten bei 60°C in den Backofen. Mit einem Pizzaschneider in Streifen schneiden und genießen.

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