Sicarius

Körpertuning – Das Challenge-Ergebnis

Bauch alt und neu – Wehe ihr erkennt keinen Unterschied!

Die acht Wochen sind rum und die „Transformation Challenge“ unseres Fitnessstudios ist abgeschlossen. Nein, wir wissen leider noch nicht ob wir gewonnen haben (unser Trainer räumt uns aber sehr gute Chancen ein). Das steht wohl erst in 1-2 Wochen fest. Technisch gesehen haben wir außerdem noch ein EMS-Training offen weil Lyssis Unfall unseren Zeitplan durcheinander gebracht hat. Aber wir hatten am Donnerstag dennoch unsere Abschlussmessung. Das Ergebnis bei mir? 9kg weniger auf der Waage seit dem 16.03.2018! Quasi ein Kilo pro Woche – das kann sich doch sehen lassen, oder etwa nicht?

Genauer gesagt sind 6,7kg reines Fett verschwunden sowie 1,5kg Muskeln auf der Strecke geblieben (bin aber noch im Normalbereich bei der Gesamtmuskelmasse) – dabei hatte ich den ersten zwei Wochen sogar 1,1kg Muskelmasse aufgebaut! Letzteres ist natürlich schade aber lässt sich einfach nicht vermeiden. Man kann nur entweder abnehmen und dabei versuchen so viele Muskeln zu erhalten wie möglich oder eben Muskeln aufbauen. Und da meine Wampe trotz der Challenge immer noch sehr deutlich zu sehen ist, liegt aktuell die Priorität einfach auf dem „Abnehmen“ :smile: . Zumal ich mit dem aktuellen Ergebnis weiterhin hinter dem Stand vor rund einem Jahr bin (ich habe echt verdammt viele Süßigkeiten gefressen über den Winter…). Damals hatte ich zwar 90,6kg auf der Waage aber davon waren 41kg Muskeln und nur 18,5kg Fett. Aktuell bin ich bei 37,4kg Muskeln und 22,6kg Fett – nur das Taille/Hüft-Verhältnis ist wesentlich besser.

Mein Zielgewicht? Laut der InBody-Analysemaschine sollten es aktuell 77,8kg werden. Aber mir reicht es schon, wenn ich bei gleichbleibender Muskelmasse die 80kg schaffe (mein BMI-Idealgewicht liegt zwischen 69 und 88) und dann mit mehr Muskeln so auf 85kg hochgehe. Das wäre für mich vollkommen okay. Logischerweise schaffe ich das nicht, wenn ich jetzt einfach wieder ganz normal weiter esse. Deswegen werden wir (Lysanda ist auch noch 5kg von ihrem Wunschgewicht entfernt) zumindest unser Essensprogramm aktuell wie gehabt weiterfahren und im Fitnessstudio wieder auf normales Muskeltraining übergehen.

Die Hilfsmittel

Stellt sich natürlich für den einen oder anderen, die Frage wie wir das geschafft haben so viel abzunehmen (bei Lysanda waren es rund 4kg Fett). Nun, zum einen natürlich mit dem EMS-Training, was ich euch damals schon vorgestellt hatte. Nach 18 Sitzungen mit je 20 Minuten kann ich als Fazit nur sagen: Extrem Anstrengend aber prinzipiell genial und vor allem Zeitsparend. Nach den 20 Minuten war ich richtig fix und alle, hatte teilweise noch tagelang Muskelkater davon und habe trotzdem ein effektives Ganzkörpertraining gemacht.

Mit ein paar Problemen hatten wir allerdings zu kämpfen. Angefangen hat es mit den Anzügen, die recht schnell zu groß für uns wurden (vor allem im Brust- und Bauchbereich). Die nächstkleinere Version passte aber noch nicht. Ist der Anzug jedoch zu groß, verliert er bei bestimmten Bewegungen gerne mal mehr oder weniger stark den Kontakt mit der Haut. Das Ergebnis ist ein sehr unangenehmer Stromschlag. Etwas geholfen hat es uns mit Bändern zu versehen. Perfekt war die Lösung aber nicht.

Sicarius beim EMS-Training

Als dann langsam aber sich die Leistung (bei mir so ab 35%) hochgedreht wurde, kamen dann Krämpfe dazu. Vor allem im (linken) Bauch- und Armbereich hatte ich stark zu kämpfen. Ist echt nicht lustig, wenn der linke Ellbogen versucht sich zu überstrecken oder eben es einem im Bauch drückt als hätte einer reingeschlagen. Zum Glück lassen sich die Elektroden beim Easy Motion Skin-System bis zu einem gewissen Grad separat ansteuern. Sprich es lässt sich zwar nicht die Leistung für den linken Arm reduzieren aber für beide Arme zusammen während trotzdem auf den Beinen mehr Power ist. So kann man die Problemzonen herunterregeln und die Körperteile, die es aushalten, weiter großzügig stimulieren.

EMS-Fazit

Trotz der Stromschläge und Krämpfe können Lysanda und ich EMS aber wirklich nur empfehlen. Einfacher und schneller kriegt man schlicht und einfach kein Ganzkörpertraining hin. Wir würden es entsprechend auch gerne weiter einmal die Woche machen. Blöd nur, dass es zumindest bei uns im Studio mit 40 Euro pro Person und Sitzung extrem teuer ist. Allerdings wurde schon angekündigt, dass sie ein neues System kriegen bei dem der Trainer zwei Personen gleichzeitig trainieren kann (aktuell waren wir hintereinander dran). Damit müsste man zu zweit quasi nur noch die Hälfte bezahlen. Außerdem werden sie wohl den Challenge-Teilnehmern ein etwas günstigeres Angebot machen. Mal schauen.

Gleichzeitig haben wir angefangen uns selbst über EMS-Systeme zu informieren. Die Dinger aus dem Verkaufsfernsehen taugen zwar absolut nichts. Aber selbst für den Privatmenschen gibt es durchaus bezahlbare Systeme (z.B. einen Ganzkörperanzug für 1.500 Euro). Gut, das ist auf den ersten Blick trotzdem verdammt teuer (könnte ich schließlich einen neuen PC mit kaufen). Aber wenn man stattdessen jede Woche 40 Euro ans Fitnessstudio bezahlt, hat man den Kaufpreis schon in einem Jahr wieder raus.

Das Essen

Das EMS-Training ist aber freilich keine Wunderwaffe. Wenn ihr vor und nach dem Training eine Tüte Chips reinhaut, dann bringt es überhaupt nichts. Abnehmen geht schließlich immer nur mit einem Kaloriendefizit und angepasster Ernährung. Und nein, es bringt absolut nichts einfach nur eine Diät zu machen. Wir reden schon von einer echten Umstellung. Ansonsten kommt das Gewicht schneller wieder als man es verloren hat (so wie bei mir). Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass man für immer und ewig auf alles Schöne verzichten soll. Am Ende des Tages (bzw. der Woche) geht es um das Gesamtbild und vor allem darum zu erkennen wie man am besten sein Gewicht hält.

Konjak-Nudeln in der Spaghetti-Variante

Für die acht Wochen haben wir uns dennoch durchaus ein härteres Sparprogramm verordnet: Mein Grundumsatz liegt bei um die 1.800kcal und um Abzunehmen, muss man darunter liegen. Also habe ich versucht nur 1.000kcal zu Essen. Natürlich könnte man theoretisch auch fasten. Aber das führt selten zum Ziel (Stichwort „Hungerstoffwechsel“), macht nur Hunger und bringt am Ende doch wieder die Kilos zurück. Stattdessen muss man die goldene Mitte finden. Gleichzeitig haben wir vollständig auf klassische Kohlenhydrate verzichtet. Zugegeben: Ich habe hier und da doch mal zu einem Stück Schokolade gegriffen – gebe ich offen zu – aber trotzdem war (und ist) meine Süßigkeitenmenge extrem reduziert. Wenn man mal über die Anfangshürde drüber ist (quasi durch den Kohlenhydratentzug), ist das auch wunderbar zu verkraften. Unser Körper ist ein echtes Anpassungswunder.

Kein Hunger

Was habe ich also so an einem Tag gegessen? Nun, das Frühstück lasse ich schon etwas länger aus. Zum Mittagessen gibt es dann ca. 150g mageres Fleisch (Pute oder Hähnchen) mit 200g gemischtem Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli und Brechbohnen). Abends dann wieder maximal 200g mageres Fleisch und entweder wieder Gemüse oder – was wir ganz neu entdeckt haben – Konjaknudeln (auch als Shirataki bekannt). Wer hat’s erfunden? Wie immer die Japaner. Das sind Nudeln, die haben quasi gar nichts. 200g enthalten 12kcal aus Ballaststoffen. Keinerlei Kohlenhydrate, Fett oder sonst irgendwas. Schmecken natürlich entsprechend grundsätzlich erstmal nach nicht viel. Aber als Beilage (ich bin ja sowieso der Pastafan) oder mit einer schicken Hackfleischsoße absolut praktisch (aber nicht ganz billig). Und das wars. Ich hatte keinen Hunger und war mit diesem Essen trotzdem immer gut an oder sogar unter meinen 1.000kcal am Tag.

Bis wir bei unserem Zielgewicht angekommen sind, werden wir das im Großen und Ganzen so beibehalten. Zwar packe ich jetzt auch mal ein Schweinesteak mit rein aber trotzdem weiterhin hauptsächlich Low Carb, möglichst um die 1.000kcal und maximal einmal in der Woche eine Art „Cheatday“ (Essen was man will). Letzteres ist nicht nur gut für die Psyche, sondern hilft dabei den Stoffwechsel „zu verarschen“, damit er nicht anfängt runterzudrehen.

Und damit war es das für diese Woche. Bis nächsten Montag – dann hoffentlich mit 87kg auf der Waage? :smile:

3 Kommentare

Puh, nur 1000kcal pro Tag halte ich persönlich für zu krass. Zwar mag dein Grundumsatz bei 1800kcal liegen (genau wie bei mir), aber dazu kommt ja dein Leistungsumsatz. Selbst an einem „Bürotag“ ohne Sport solltest du bei ca. 2400kcal Kalorienverbrauch landen. Damit hättest du ein tägliches Defizit von 1400kcal. Das ist schon ein sehr hoher Wert. Unabhängig von der dadurch erhöhten Gefahr für den Jojo-Effekt (an den man glauben kann oder auch nicht) wäre mir persönlich das auf Dauer einfach zu quälend :).

Ich drück dir die Daumen, dass du es schaffst!

Ich persönlich muss in nächster Zeit auch höllisch aufpassen. Habe mir letzte Woche das Kreuzband komplett gerissen, muss operiert werden und kann wohl erst in 6 Monaten wieder mit normalem Sport anfangen :( (Fußball in 9-12 Monaten…). Aktuell bin ich es noch gewohnt, täglich ca. 3000kcal zu essen. Das muss ich jetzt irgendwie halbieren ^^

Dann mal viel Erfolg und gute Besserung!

Laut ApothekenUmschau-Rechner würde ich mit 8 Stunden Büro sogar auf 2700kcal kommen – kann ich nicht so ganz glauben :wink: . Es heißt aber der Körper könnte locker eine Halbierung der Kalorienzahl kompensieren und man müsste entsprechend fürs Abnehmen darunter liegen. Keine Ahnung ob das stimmt. Funktioniert hat es zumindest ganz gut.

Aber auch unabhängig davon komme ich mit den 1.000kcal wirklich ganz gut klar. Ich esse ja trotzdem was die Menge angeht nicht gerade wenig. Es liegt vermutlich vor allem am Low Carb aus meiner Sicht. Kohlenhydrate erhöhen ja bekanntlich den Blutzucker und wenn der wieder runtergeht bekommt man Hunger. Ist man mal aus diesem Teufelskreis raus, ist es nicht mehr das große Problem. Man muss halt die Kohlenhydrate durch etwas anderes ersetzen (z.B. eine Menge an Gemüse), um satt zu werden.

Der Jojo-Effekt entsteht aus meiner Sicht dadurch, dass man beim Abnehmen wie erwähnt Muskeln verliert und weniger Kilos mit sich rumschleppt (=niedrigerer Grundumsatz). Isst man dann später wie vorher (wie man noch mehr Gewicht und Muskeln hatte), nimmt man natürlich auch gleich wieder zu.

Wir haben die Challenge übrigens nicht gewonnen. Die Auswertung verlief nicht nur aus unserer Sicht nicht ganz koscher aber etwas zu Gewinnen war ja nur Bonus. Wichtiger war, dass wir in Sachen Abnehmen wieder vorangekommen sind und das hat ja geklappt.

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