Es ist mal wieder so weit: der Webmaster schreit nach einem Gastbeitrag und nachdem sich die erste Panik gelegt hat und die peinlichen Versuche, sich mit schlechten Ausreden davonzuschleichen, gescheitert sind, macht man es halt doch: Ich entscheide mich gegen das Schauen diverser WM-Spiele und beginne zu schreiben. Und zwar über das einzige Thema, dass ich mir halbwegs ohne große Recherche aus dem Ärmel schütteln kann: Hardware. Jawohl, mal wieder Hardware. Nach wie vor ist es so, dass zwar mein Interesse an Spielen (bzw. dem Spielen der selbigen) sehr stark schwankt, meine Leidenschaft für die Technik aber nach wie vor uneingeschränkt ist. Obwohl ich also eigentlich keinen Bedarf habe, durchstöbere ich täglich mehrfach das Internet nach Neuigkeiten über Hardware. Paradox.

Dieses Bild benötigt keine Beschriftung

Dieses Bild benötigt keine Beschriftung

Und apropos „kein Bedarf“: Bringen wir eine der Hauptaussagen des Artikels gleich mal hinter uns. In nahezu jeder Hinsicht ist es – mal wieder beziehungsweise immer noch – ein schlechter Zeitpunkt sich neue Hardware zu kaufen. Einerseits eben, weil sich nichts an der Situation geändert hat, dass Mittelklasse PCs für fast alle aktuellen Spiele in FHD und hohen Details ausreichen. Andererseits, weil der Hardwaremarkt stagniert und sich bestenfalls in Trippelschritten vorwärts bewegt. Wir PC-Spieler, besonders die technisch anspruchsvollen, werden unverändert gefoltert. Stillstand wohin man schaut. Seit Jahren die immer gleichen, innovationslosen, technisch unspektakulären Spiele. Und entsprechend auch seit Jahren der gleichbleibende, mittelmäßige Anspruch an die Hardware. In gewisser Weise ist das natürlich ein schöner Umstand: man kann ohne neue Kosten seit Jahren in aller Ruhe weiterzocken. Kombiniert mit den regelmäßigen Verkaufsaktionen auf den einschlägigen Vertriebsplattformen ist das Hobby „PC-Gaming“ seit langer Zeit nahezu kostenlos. Zumindest für die geduldigen Naturen unter uns. Und dennoch sind zumindest bei mir der Trieb und das Bedürfnis vorhanden, endlich den nächsten Schritt zu gehen. Endlich wieder einen Aha-Moment zu erleben. Etwas Neues, noch nie dagewesenes, etwas Spektakuläres. Etwas, dass mich auch mit meinen nunmehr 30 Lenzen stolz und laut sagen lässt: „Jawohl, ich bin begeisterter PC-Spieler!“ Wie gerne ich das hinausschreien würde. Aber die Industrie macht es mir seit einer Ewigkeit sehr schwer.

Immerhin, und damit rette ich nun den Artikel gerade noch so vor einem kompletten depressiv-pessimistischen Einschlag, gibt es einige Anzeichen, dass sich das ab 2015 ändern wird. In nahezu allen elementaren Aspekten stehen uns spürbare Veränderungen bevor. Teil 1 meiner kleinen Serie widmet sich zuerst den Prozessoren.

Teil 1: Prozessoren

Intel Roadmap 2H13/1H14

Intel Desktop Prozessoren Roadmap 2H13/1H14

Was passiert, wenn ein Unternehmen den Markt dominiert, lässt sich seit einiger Zeit prima anhand von Intel beobachten. Seit Sandy Bridge im Januar 2011, also vor über drei Jahren, auf den Markt kam, hat sich nicht mehr viel Bemerkenswertes getan. Natürlich: Sandy Bridge war eine herausragende Prozessorarchitektur und hat in vielerlei Hinsicht die Messlatte ein ganzes Stück nach oben gesetzt. Ein i5-2500K beispielsweise ist auch heute noch ohne Abstriche ausreichend für nahezu alle denkbaren (Gamer-)Szenarien. Ivy Bridge (2012), Haswell (2013) und der aktuelle Haswell Refresh (2014) haben – sehr verkürzt und vereinfacht formuliert – keine tiefgehenden Veränderungen und vor allem keine wirklich spürbaren Leistungssteigerungen mehr gebracht. Ein Intel i5-4690 (Haswell Refresh) ist in realistischen Spieleumgebungen (FHD, max. Details) zum Beispiel nur 8% schneller als sein über drei Jahre alter Vorläufer i5-2500K (Sandy Bridge). Bei Anwendungsbenchmarks, die die CPU mehr fordern sind es immerhin 22% (alles basierend auf Testresultaten von Computerbase.de). Hätte sich wenigstens die Energieeffizienz deutlich verbessert, könnte man darüber hinwegsehen. Aber weder bei der Leistungsaufnahme noch bei den Temperaturen konnten Fortschritte erzielt werden. Im Gegenteil: Je nach Szenario verbraucht ein Haswell Refresh etwas mehr Strom (immerhin auch bei etwas mehr Leistung) und wird deutlich wärmer. Dass über die vielen Jahre natürlich das ein oder andere Feature hinzugekommen ist, soll an dieser Stelle ignoriert werden. Was für den Otto-Normal-Nutzer am Ende des Tages wichtig ist, ist die Leistung in den Standardanwendungen. Und hier hat sich leider viel zu wenig getan in den letzten dreieinhalb Jahren.

Für die nächsten 12 Monate kündigte Intel nun gleich zwei neue Prozessorgenerationen an: Broadwell (Q4/2014-Q2/2015) und Skylake (ab Q2/2015). Über die Gründe, weshalb Intel diesen verwunderlichen Schritt geht und quasi parallel einen Tick und einen Tock auf dem Markt führt, kann aktuell nur spekuliert werden. Das in meinen Augen plausibelste Argument ist das, dass Intel vor allem im Mobile-Bereich unter enormen Zeit- und Erfolgsdruck steht und daher Broadwell so schnell wie möglich veröffentlichen muss. Daher starten auch die mobilen Vertreter zuerst. Und noch in 2014. Und in der Tat, Broadwell könnte etwas Revolutionäres gelingen: Lüfter- bzw. wenigstens lautlose Mittelklasse-Notebooks (erste Geräte sind bereits angekündigt). Bei etwas Ingenieurskunst und hochwertigem Kühlkonzept womöglich sogar in der Oberklasse. Möglich wird dies natürlich vor allem durch den Sprung von 22nm auf 14nm. Entsprechend dürften auch die im Q2/2015 folgenden Desktopvertreter endlich wieder etwas stromsparender und kühler werden als selbige aus der Haswell-Generation. Ob sich hingegen bei der Leistungsfähigkeit (abseits der obligatorischen ca. 10% Zugewinn) etwas tut, darf bezweifelt werden. Schließlich ändert sich nicht die Architektur, sondern nur der Fertigungsprozess.

Für Desktopnutzer – und diese stehen in meiner Betrachtung im Mittelpunkt – wäre ein Umstieg auf Broadwell also nur bedingt empfehlenswert. Zu klein ist in meinen Augen der Unterschied zu den Vorgängern. Notebooknutzer oder jene, die es werden wollen (dazu gehöre ich), können sich aber auf eine spürbare Verbesserung einstellen. Diejenigen, die sich einen performanten Tischrechner zum Zocken und anspruchsvollen Arbeiten basteln wollen, wären – basierend auf der aktuellen Informationslage – aber durchaus besser damit beraten auf Intels Skylake zu warten. Dies liegt weniger an der zu erwartenden Leistung (die man sowieso zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen kann), sondern vielmehr an den neuen Chipsätzen der 100er-Reihe. Diese bringen zwar vermutlich keine Revolution und behalten weiterhin einige Ärgernisse der aktuellen und vergangenen Chipsätze, führen aber wenigsten ein paar kleinere, neue Technologien ein, die man im Sinne einer maximal möglichen Zukunftssicherheit durchaus mitnehmen sollte. Was es genau damit auf sich hat, erfahrt ihr in Teil 2 meiner heiteren Artikelserie am kommenden Donnerstag.

So, nachdem der dieser Seite namensgebende Christoph sich irgendwo stinkfaul ausruht (nehme ich jetzt mal an… Umzug? Kann ja jeder behaupten) werde ich heute mal wieder den Gastbeitrag übernehmen. Übrigens der aller erste dieses Jahr. Erstaunlich, vielleicht hat Christoph sich das Ausruhen tatsächlich verdient. Vielleicht aber auch nicht, wer weiß das schon.

Und da ich euch natürlich möglichst viel Inhalt bieten will (haha, wer’s glaubt…) gibt es heute die Zweite Runde von Quickies mit Ron. Die erste Ausgabe ist immerhin schon mehr als ein Jahr her.

LEGO Lord of the Rings – Das gefühlte 200. Lego Spiel von Traveller’s Tale (die ich konstant mit Telltale verwechsele. Ich weiß nie wer wer ist). Ich mag diese Spiele ja, aber ich hab auch bei weitem nicht alle bisher erschienene Teile gespielt, daher bin ich was das angeht auch nocht nicht komplett ausgebrannt. Hab` glaub ich nur sämtliche Star Wars-Teile und den ersten Indiana Jones-Titel gespielt. Großartige Abweichungen von der bekannten Formel gibt es nicht. Jeder der jemals eines der TT Lego-Spiele gespielt hat, wird sich sofort zurecht finden. Die einzige große Neuerung (zumindest für mich, hab jetzt nicht nachgeschaut, ob es das schon vorher gab) ist die relativ große, offene und zusammenhängende Welt außerhalb der einzelnen Level, in der sogar die Story desöfteren weitergeführt wird. Und man hat gar teilweise die Wahl welchen Storystrang man zuerst weiterführt: Entweder man begleitet Frodo und Sam mit dem Ring oder geht vielleicht doch erstmal mit Aragorn, Gimly, Legolas und Co. ne Runde Orks verprügeln. Insgesamt finde ich, wurde die Story des Films mal wieder gut umgesetzt. Der Humor stimmt weiterhin und es macht einfach nach wie vor Spaß sämtliche in Reichweite befindliche Objekte zu verprügeln um an die begehrten Studs zu kommen. Doch ein paar Punkte sind mir dann doch negativ aufgefallen: Das Spiel ist doch relativ verbuggt. Da bin ich von TT Besseres gewohnt. Es ist jetzt nicht wirklich eine Bug-Orgie und es sind auch nicht wirklich Showstopper dabei, aber man bleibt doch öfter mal stecken, Achievements werden manchmal nicht so richtig registriert, andere wiederum kann man extrem leicht (und unabsichtlich!) exploiten, ich hatte 2 Abstürze, etc. Macht was das angeht einfach irgendwie keinen guten Gesamteindruck. Dann ist es mir mittlerweile mit der Sammelei fast ein bisschen zu viel: In den einzelnen Leveln gibt es jetzt nicht mehr nur die 10 Minikits und eine gewisse Anzahl an Studs zu sammeln, sondern zusätzlich noch einen Schmiedeplan und 3 besondere Gegenstände. In der offenen Welt kann man darüber hinaus dutzende Charaktere finden, die man dann kaufen kann, es gibt 100 (oder so) Mithrilblöcke zu finden, weitere Schmiedepläne und Quests, bei denen man irgendwelchen NPCs die Gegenstände aus den Leveln bringen muss. Mit den Schmiedeplänen und Mithrilblöcken kann man dann beim Schmied in Brill mehrere Dutzend weitere Gegenstände herstellen. Was bei jedem einzelnen Gegenstand EWIG dauert. Hab das Spiel zwar letztendlich auf 100%, am Ende wars dann aber doch eine ziemliche Quälerei. Das kann man finde ich wieder ein bisschen zurückschrauben oder zumindest ein bisschen komfortabler machen.

World of Tanks: Xbox 360 Edition – Was wäre eine Liste von Spielen von mir ohne World of Tanks? Ich bin in die Beta der Xbox Version gekommen und habe es natürlich gleich ausprobiert. Aber wer jetzt von mir eine detaillierte Einschätzung von mir erwartet, ist hier leider fehl am Platz. Ich hab`s glaub ich nur 15min oder so insgesamt bisher „ausgehalten“. Dass das Gameplay auf der Box ein bisschen Arcadiger werden würde war zu erwarten, aber irgendwie kam ich da einfach gar nicht klar. Mir war das einfach alles viel zu unübersichtlich im Gefecht. Ist vielleicht irgendwie realistischer, wenn man wirklich nur das im Blick hat, was gerade unmittelbar um einen herum geschieht, aber von der PC Version bin ich einfach gewohnt jederzeit die komplette Karte im Auge zu haben und jederzeit zu wissen, welche Gegner und Teamkameraden noch leben und welche nicht etc. An die Informationen kommt man in der Xbox Version zwar auch irgendwie ran, aber nur in nem extra Karten-Menü, nicht ohne die Sicht aufs Spielgeschehen zu verlieren. Aber wie geschrieben, ich hab es nur sehr sehr kurz ausprobiert und dem Spiel dementsprechend keine faire Chance gegeben. Wenn man sich dran gewöhnt hat ist das bestimmt ne andere Sache. Aber ich bleib einfach bei der PC Version, da weiß ich was ich hab :)

Forza Horizon – Da kann ich gar nicht viel dazu sagen, einfach nur ein hervorragendes Rennspiel für die 360. Super Fahrgefühl, extrem viele Autos, eine große Abwechslungsreiche offene Welt und viele mögliche Rennen und Challenges, die man dort erleben kann. Bin jetzt kein allzugroßer Rennspiel-Fanatiker, daher hab ich nicht so viele Spiele zum Vergleichen, Forza Horizon ist aber für mich das bisher beste „Street-Racing“-Spiel, das ich gespielt habe. Kann aber so aus dem Kopf auch nur Test Drive Unlimited, Burnout Paradise und diverse Need-For-Speed Teile als von mir gespielte Konkurrenten aufzählen. Muss mir wohl auch noch Forza 4 zulegen um zu sehen was die Serie auf richtigen Rennstrecken zu bieten hat.

Worms Revolution – Mal wieder ein Neues (naja, so neu ist es auch nicht mehr) Worms-Spiel. Schon traurig, dass Team17 nichts mehr anderes macht als einen Worms-Titel nach dem anderen rauszukloppen für so viele verschiedene Plattformen wie möglich. Und anders als der Name erwarten lässt, bleibt die Revolution bei diesem Titel auch mal wieder aus. Klassisches 2D Gameplay dargestellt durch eine 3D Engine. Die größte Neuerung, das Wasser innerhalb der Karten, das einen nicht sofort tötet, und die Objekte auf der Karte sind zwar ganz nett und bieten neue Optionen, wirklich revolutionär sind sie aber nun auch wieder nicht. Ansonsten mehr vom Gleichen: Ein paar wenige neue Waffen (quasi alles Superwaffen, die man so selten sieht, dass man keine Ahnung hat wie sie funktionieren und man sie dementsprechend eh nur verschwendet), eine neue Singleplayer-„Kampagne“ etc. Auch neu sind die verschiedenen Wurmtypen: Neben dem klassischen Soldaten gibt es jetzt noch kleine schnelle Scouts, langsame, starke fette Würmer und Wissenschaftler, die Leben wiederherstellen. Das find ich die dämlichste Neuerung, damit kann ich kaum was anfangen… Das beste ist immernoch einfach nur Soldaten gegen Soldaten zu spielen. Und die aller schlimmste Neuerung: Das Ninja Seil ist so gut wie unbrauchbar geworden. Ja, ich sehe ein, dass es in früheren Spielen vielleicht viel zu stark war, aber jetzt kann mans komplett vergessen… Wenns darum geht nen kleinen Absatz hochzukommen, kann man benutzen, ansonsten nurnoch unbrauchbar. Klingt alles sehr negativ? Ja das mag sein. Ist es deswegen ein schlechtes Spiel? Bestimmt nicht! Es ist halt immer noch Worms und gerade im Multiplayer macht es so viel Spaß wie eh und je. Aber mehr Spaß als Worms Reloaded oder wer es ganz klassisch mag Worms 2 verspricht es finde ich auch nicht.

Risen 2 – Man merkt dem Spiel seine Piranha Bytes-Wurzeln definitiv noch an und das ist definitiv etwas Ggutes. Aber irgendwie hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Es war solide Kost, aber irgendwie auch nicht mehr. Dazu noch das komplett verkorkste Kampfsystem (Im Nahkampf konnte ich gar nichts erreichen, dafür war ich sobald ich auf Fernkampf, also Musketen, umgestiegen bin komplett übermächtig. Bei den Bosskämpfen nicht ein einziges Mal Schaden zu nehmen spricht für sich…) und das Spiel hinterlässt bei mir eher gemischte Gefühle. Da müsste genauso wie bei Team17 das nächste Mal einfach ein bisschen mehr kommen. Und damit meine ich nicht mehr Content, sondern wieder mal etwas herausragendes und nicht nur Standard-Kost.

So, das war`s dann schon wieder für heut.

Logo von Windows 8Vor einigen Tagen ist etwas passiert, womit ich selbst nicht gerechnet hätte: ich habe Spontanität, Flexibilität und Risikobereitschaft an den Tag gelegt! Bin ich normal einer dieser „Buchhaltertypen“, bei denen von A-Z und von 0-24 Uhr alles durchgeplant ist und die grundsätzlich nichts verändern, wenn sie halbwegs zufrieden sind oder auch nur die geringste Chance auf unnötige Probleme sehen, habe ich mir überraschenderweise bewiesen, dass ich es ab und zu auch anders kann. Was ist passiert? Nun, Windows 8 ist passiert. Aber von vorne.

Grundsätzlich habe ich ja zu dem (konservativen?) Personenkreis gehört, der Windows 8 bestenfalls als „nicht sinnvoll für Desktop-Nutzer“ beurteilt hat. Es waren also nicht nur meine oben beschriebenen Charaktereigenschaften, die einen Wechsel des Betriebssystems unwahrscheinlich werden ließen, sondern auch technische Gegenargumente, die hauptsächlich auf die neue ModernUI (ehemals: MetroUI) zurückzuführen sind. Kurzum: wozu auf Windows 8 wechseln, wenn danach altbekannte Aktionen länger dauern und die Produktivität daher sinkt?

„Dummerweise“ war es nun aber so, dass wir Anspruch auf eine Windows 8 Pro Upgrade Version für günstige 14,99 € hatten, da sich meine Mutter im Aktionszeitraum zufälligerweise ein neues Notebook gekauft hatte. Und da das einzige andere Familienmitglied, das sich für PCs interessiert (Vadder) kein Upgrade sondern unbedingt die Vollversion wollte, war ich also der einzige, der für dieses Schnäppchen in Frage kommt. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese 15 Euro gut investiert sind – man kann den Key ja notfalls noch weiterverkaufen. Gesagt, getan: Windows Upgrade Advisor laufen lassen: jawoll, keine schweren Kompatibilitätsprobleme, in den Warenkorb gelegt, Geld überwiesen, runtergeladen.

Lasset die Spiele beginnen!

Und dann ging der „Spaß“ los :smile: Was jetzt folgt ist definitiv kein Test zu Windows 8. Und mit Objektivität haben die folgenden Ausführungen ganz sicher auch nix zu tun. Wer so was sucht, findet das im Internet massenweise. Ich erläutere einfach nur mal ganz zwanglos und „frei heraus“ meine ersten Schritte und Eindrücke zum neuen Betriebssystem.

Mein ursprünglicher Plan war es, das Upgrade – naheliegender Weise – über die bestehende Windows 7 Version drüber zu installieren, auch wenn ich von diesen Methoden normalerweise nichts halte (ich bin fest davon überzeugt, dass da immer irgendein Chaos samt Problemen und vor allem unnützer Daten und Registrierungseinträgen auf der Platte entstehen). Aber ich wollte mir eine Sicherung meiner vielen Daten ersparen. Zumal man ja heute gar nicht mehr richtig weiß, z.B. welches Spiel seine Spielstände und Einstellungen wo gespeichert hat. Man ist noch gut bedient, wenn’s alles in einem Ordner in den Eigenen Dateien liegt (was ist das bitte für ein unsinniger Trend, alles in den versteckten Ordner C:BenutzerBenutzernameAppDataLocal zu packen?!). Und da ich gerade mehrere Spiele intensiv angezockt habe (Assassins Creed 2, GRID, Fallout:NV), wollte ich das Risiko eines Datenverlusts nicht eingehen. Also, lange Rede, kurzer Sinn: schnell ein Image auf DVD sowie auf USB-Stick gespeichert und dann die Installation gestartet, Key eingegeben…und, naja, Installation wieder beendet. Was ist passiert? Speicherplatz ist passiert! Das ist eben das Problem, wenn man nur eine SSD mit 64GB hat, von denen nur noch 6GB frei sind. Weshalb Microsoft für die Installation von Win8 aber 20GB benötigt, obwohl das neue Betriebssystem sogar noch kleiner ist als der Vorgänger, ist mir ein Rätsel. Naja, mein Fehler, hätte mir auch die Systemanforderungen mal richtig durchlesen können. Aber auch der nette Upgrade Advisor hätte mich mal drauf aufmerksam machen können.

Also dann halt doch neu aufsetzen. In Ordnung. Wollte eh schon immer mal ein Windows von USB-Stick installieren :smile: . Und ja, ich als Ordnungsfanatiker freu mich auch immer wieder über eine „clean-installation“, wo man so richtig schön bei null anfangen kann. Also USB-Stick angesteckt, Rechner neu gestartet, Boot-Reihenfolge geändert, nochmal neu gestartet, Installation gestartet, c: formatiert und dann…naja…Installation abgebrochen. Was ist denn nun wieder passiert? Partitionstabellen sind passiert!

Jetzt muss ich zu meiner Schande gestehen, dass das tatsächlich ein Bereich ist, in dem ich mich bis dato nicht ausgekannt habe. Aber man lernt ja nie aus. Die Kurzfassung: mit der Einführung von UEFI (dem BIOS-Nachfolger) haben sich wohl auch die verwendeten Partitionstabellen geändert. Und zwar von MBR (Master Boot Record) auf GPT. Die größte Veränderung ist dabei wohl die Unterstützung von Festplatten >3TB. Aber da hab ich mich nicht weiter informiert. Wie auch immer: Windows 8 war jetzt auf jeden Fall der Meinung, dass es sich nur auf GPT installieren lässt und behauptete, ich würde noch MBR verwenden, was insofern sehr kurios ist, da ich mein Windows 7 ja ebenfalls auf demselben System ohne dieses Problem installieren konnte. Wie auch immer: bis ich das alles herausgefunden hatte, verging eine gute Stunde, in der ich auch das Notebook meiner Mutter beschlagnahmen musste. Schließlich hatte ich ja kein eigenes Betriebssystem mehr zu dem Zeitpunkt. Zudem stand ich vor dem teuflischen Problem, dass ich – so vermute ich zumindest – sowieso auf keinen Fall aus dem Installationsprogramm raus durfte, da ich ja nur eine Upgrade-Version von Win8 besitze und diese vor der Installation eine bestehende Win7-Installation erkennen muss. Die Partition war aber ja bereits formatiert. Will heißen: nach einem Neustart des Systems, wär ich ziemlich im Arsch gewesen und hätte wohl erst wieder Win7 installieren „dürfen“. Nun ja, die Lösung des Problems war dann doch relativ simpel: anstatt die Partitionen nur zu formatieren, muss man sie komplett löschen und wieder erstellen lassen, dann richtet sich Windows alles so ein wie es es benötigt. Im Nachhinein hab ich dann auch gelesen, dass man wohl auch aus dem UEFI heraus booten kann und sich so die Probleme vermeiden lassen. Das hab ich aber nicht geprüft. Ich war froh, dass Windows 8 endlich installiert wird. Im Übrigen relativ fix, aber nicht unbedingt viel schneller als Win7.

Optische Täuschung?

Und dann wurde ich – nach ein paar kurzen Einstellungen und dem Erstellen eine Microsoft-Kontos (bzw. dem Anmelden mit meiner bestehenden GFWL bzw. XBOX-Live Kennung) – auch schon begrüßt von dieser zweifellos sehr hübschen ModernUI. Ich werde an dieser Stelle darauf verzichten zu erläutern, was diese Oberfläche alles bietet – und was nicht. Dazu gibt’s ja dutzendfach Berichte im Netz. Man hat halt nun quasi eine, dem eigentlichen Desktop vorgelagerte Smartphone Oberfläche. Das ist unerwarteter Weise nicht so schlimm, wie ich das befürchtet habe. Denn mal abgesehen davon, dass diese Oberfläche wie erwähnt sehr hübsch ist und ich sie mir gerne anschaue, bietet sie auch einige Apps, die ganz nett sind. Schnell kuggen, was sich in Facebook tut? Schnell nachschauen, was in der Welt so passiert? Sich rasch informieren, wie das Wetter morgen wird? Oder mal eben unkompliziert eine Nachricht an seine Freunde schicken ohne ein Chatprogramm zu starten? Alles kein Problem!

Wobei, das ist dann leider auch gelogen. Denn gerade die „Nachrichten-App“ sowie die „Kontakte-App“ leiden noch unter kleinen Bugs. Prinzipiell kann man mit ersterer unkompliziert mit seinen Freunden (aus Facebook, Skype, MSN) chatten und mit zweiterer sich schnell über z.B. die Neuigkeiten in Facebook informieren. Das Problem: die Synchronisierung findet bisweilen stark verzögert statt. Nachrichten erscheinen oft erst eine viertel Stunde später. Manchmal auch erst, wenn man gezielt in der App nachschaut. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Trotzdem: angenommen die Apps laufen irgendwann mal fehlerfrei, so ist es wirklich angenehm, kurz per (hübschem) „pop-up“ über eine Nachricht informiert zu werden – auch wenn man gerade auf dem Desktop unterwegs ist. Dabei ist es tatsächlich auch die Optik und die Übersichtlichkeit, die mich überzeugen. Auch wenn man dafür auf die ein oder andere Funktion verzichten muss. Die Simplizität und der „Style-Faktor“ sind einfach toll. Weniger toll hingegen ist die aktuelle Auswahl an Apps. Ohne jetzt genau nachgezählt zu haben würd ich auf etwa 600 Apps schätzen. Das Hauptproblem ist dabei aber nicht die Quantität sondern die Qualität. Denn wirklich nützliche Apps habe ich überhaupt noch nicht gefunden. Zwar gibt’s bspw. von einigen Printmagazinen diverse Apps (z.B. Focus, Auto Motor Sport), aber letztlich nutze ich für diese normale Art von Informationsbeschaffung dann doch lieber den guten alten Desktop-Webbrowser (nein, den App-Browser, der im Vergleich zur traditionellen Variante deutlich eingeschränkt sein soll, habe ich noch nicht getestet und habs auch erstmal nicht geplant). Aber apropos Desktop, den gibt’s ja natürlich auch noch. Per Mausklick auf die entsprechende App-Kachel erscheint man die vertraute Bedieneroberfläche.

„Heimat ist, wo das Herz..äh, der Desktop wohnt“

Ich beschreibe mal ganz kurz und ohne Übertreibung das Gefühl, dass ich hatte, als ich erstmals, nachdem ich mich gut 20min mit der ModernUI beschäftigt hatte, auf den Desktop gelangt bin: es war „wie nach langer Zeit nach Hause zu kommen“ :smile: . Kein Spaß, es kam sofort ein Gefühl von Vertrautheit auf. Und binnen weniger Minuten hatte ich auch alles wieder haargenau so eingerichtet wie unter meinem Windows 7. Mit einer ärgerlichen Ausnahme: die tolle „To-Do-Liste“, die ich als Widget in der Sidebar platziert hatte gibt’s aufgrund der Abwesenheit letzterer natürlich nicht mehr. Wäre halb so schlimm, wenn’s denn dafür ne adäquate App gäbe. Aber dem ist natürlich nicht so. Schade. Gar nicht schade hingegen sind die vielen kleinen Detailverbesserungen am Desktop: sei es der erweiterte Taskmanager, der erweiterte Explorer (mit Ribbon-Oberfläche), der neue Dateitransferdialog oder der ab Werk integrierte und herrlich unsichtbare Windows Defender (der für mich völlig ausreicht): einmal dran gewöhnt möchte man nichts mehr davon wissen. Hinzu kommen natürlich auch diverse, mal kleinere, mal größere Verbesserungen an Windows 8 selbst: z.B. kürzere Startzeiten, native USB 3.0-Unterstützung und besserer Multi-Monitor-Support. Das ist freilich nichts Weltbewegendes und vor allem nichts, was man nicht auch in einem zweiten Service Pack für Windows 7 hätte lösen können. Aber vor dem Hintergrund des recht günstigen Preises für Windows 8 – selbst wenn man nicht für 14,99 € umsteigt – kann man auch nicht wirklich meckern.

Das kann man dafür an anderer Stelle. Zum Beispiel bei der ab Werk fehlenden Unterstützung für die Wiedergabe von DVDs. Das ist in meinen Augen ein absolutes Unding. Zwar kann man sich diesen nachträglich recht günstig – und bis Anfang 2013 sogar kostenlos – zusammen mit dem Media Center Pack runterladen, aber ausschließlich für Windows 8 Pro. Und damit treibts Microsoft dann meiner Meinung nach auf die Spitze. Aber auch abseits fehlender Features wie eben der DVD-Wiedergabe und der Sidebar habe ich einige, teils sehr ärgerliche Probleme mit oder seit Windows 8. So haben aktuell alle Besitzer von Creatives X-Fi Soundkarten das kuriose Problem, dass diese nach einem Neustart keinen Ton ausgibt und zudem sämtliche Einstellungen, die man in der Konsole getroffen hat, wieder zurückgesetzt werden. Wechselt man kurz in einen anderen Modus (z.B. in den Audioerstellungsmodus) ist der Ton wieder da. Wie genau das Problem gelöst wird, ist unklar, bei einigen – so auch glücklicherweise bei mir – hat es geholfen, nach dem Treffen aller Einstellungen in den Standby zu wechseln und dann den PC wieder zu aktivieren. Anscheinend werden dann die Einstellungen auch gespeichert. Im Übrigen hatte auch Steam bei mir anfangs ein ähnliches Problem: Einstellungen an der Benutzeroberfläche wurden erst nach zig Neustarts endlich dauerhaft übernommen. Sehr seltsam.

Das nächste Problem betrifft Outlook 2010. Seit Windows 8 tut es gar nicht mehr so, wie es soll. E-Mails werden nicht sofort runtergeladen (wie das bei IMAP eigtl. üblich ist), bei einem meiner beiden Konten sogar überhaupt nicht automatisch. Beheben kann man das, indem man ein automatisches Zeitintervall in den Optionen einstellt. Teilweise schließt es sich zudem nicht über den Klick auf das Kreuz rechts oben sondern wird nur minimiert. Dann wiederum fährt Windows 8 nicht runter, wenn Outlook noch offen ist und es im Hintergrund nach der Erlaubnis fragt, ob es den Ordner „Gelöschte Elemente“ leeren soll. Dieses Nachfragen kann man zwar in Outlook abstellen, aber Windows 7 hat das Runterfahren wenigstens erzwungen. Sowas sollte einfach nicht passieren, vor allem nicht, weil Outlook ja auch von Microsoft programmiert wurde. Ach ja: GFWL verursacht ständig Kompatibilitäts-Fehlermeldungen. Auch hier: Microsoft, Schande über euch. Ihr solltet wenigstens die firmeninternen Produkte untereinander kompatibel halten…

Das letzte größere Ärgernis ist meine Maus- und Tastaturunterstützung, auch wenn das – wie schon bei der X-FI – möglicherweise zur Hälfte auf das Konto fehlender Treiber seitens der Produkthersteller geht. Keinerlei Zusatztasten auf meiner Tastatur und nur die Grundfunktionen auf meiner Maus funktionieren. Einen Win8-Treiber gibt’s von Logitech bislang nur für die „non-gamer-Geräte“. Meine G700-Maus wird also vorerst nicht mehr unterstützt. Sehr ärgerlich.

Apropos Gamer, das hätte ich ja fast vergessen: alle Spiele, die ich bislang getestet habe, liefen weitestgehend anstandslos und ohne merkliche Veränderungen an der Performance. Lediglich in Fifa 12 wird seltsamerweise ohne ersichtlichen Grund die Lautstärke stark gedrosselt. Ich habe jetzt testweise mal die Mikrophoneinstellungen geändert, womöglich liegts ja daran (automatische Pegelabsenkung bei Mikrophonaktivität deaktiviert).

Fassen wir also abschließend nochmals kompakt und übersichtlich zusammen:

+ verbesserter Explorer
+ verbesserter Dateitransfer-Dialog
+ verbesserter Taskmanager
+ Windows Defender Standard
+ USB 3.0, DX 11.1, Bootzeiten
+ hübsche Smartphone-Funktionalität „gratis dazu“…
– …die manch einer aber als unnötig und störend empfinden wird
– …die aber zweifellos zu wenige (nützliche) Apps bietet
– …und die zudem noch unter ärgerlichen Bugs leidet (Nachrichten- und Kontakte-App)
– keine Sidebar mehr
– keine DVD-Wiedergabe in Standard-Version (in Pro nur gegen Gebühr ab 2013)
– teils (nur wenig) störende Treiberprobleme (Logitech, Creative)

Meine Empfehlung

Und was ist nun meine Empfehlung? Nun, aus der obigen Aufzählung wird ja ganz klar ersichtlich, dass sich – zumindest zum aktuellen Zeitpunkt – die Vor- und Nachteile die Waage halten. Fakt ist: der Desktop-Part wurde spürbar und sinnvoll verbessert. Und der täglich nötige, eine Mausklick um von der ModernUI auf den Desktop zu wechseln ist – auch entgegen meiner eigenen Befürchtung – überhaupt nicht störend. Zumal es ja auch ein Tool gibt, durch das man direkt auf den Desktop gelangt. Wer also auf Sidebar und nativen DVD-Support verzichten kann (oder in letzterem Fall die Pro-Version samt aktuell noch kostenlosem Media Center Pack besitzt), muss sich „lediglich“ mit Treiberproblemen rumschlagen, von denen man aber erwarten kann, dass sie in den nächsten Wochen behoben sind. So gesehen bleibt für „Desktop-only-Nutzer“ streng genommen kein fundamentales Argument gegen Windows 8.

Alle anderen, die auch mal gerne (oder sogar vorwiegend) mit der ModernUI rumspielen mögen, dürften sich jedoch ärgern, dass die MS-eigenen Apps teilweise (noch??) verbuggt sind und es abseits davon (noch??) nicht die riesige Auswahl, insbesondere auffallend kreativer und nützlicher Apps gibt.

Es gibt also weder DAS EINE ARGUMENT FÜR Windows 8 noch DAS EINE ARGUMENT GEGEN Windows 8. Dafür gibt’s jede Menge Bugs und Kompatibilitätsprobleme zum gegenwärtigen Zeitpunkt, die aber – zumindest nach einigem Herumprobieren – die Funktionalität nur gering einschränken (was nichts desto trotz ärgerlich und unnötig ist).

Kommen wir also zur alles entscheidenden Frage: Würde ich, azzkickr, Windows 8, freiwillig in meiner Freizeit weiter nutzen? (na, wer erkennt hier das Plagiat? :laughing:).

NEIN.

Aktuell würde ich noch jedem, der nicht unbedingt eine Smartphone-Oberfläche in Computer-Bildschirmgröße haben will von Windows 8 abraten. Zu gering der Desktop-Mehrwert gegenüber Windows 7, zu groß hingegen die möglichen Desktop-Kompatibilitätsprobleme (ich packs einfach nicht, das Wort auf Anhieb fehlerfrei zu schreiben…). Und andererseits: Zu gering die App-Auswahl, zu groß hingegen die Bugs (und Funktionseinschränkungen) bei den bestehenden (vorinstallierten) Apps.

ABER AUCH JA.

Denn mit etwas Frickelei hat man quasi keine tiefgreifenden Einschränkungen mit Windows 8 im Vergleich zu Windows 7. Dafür aber einige nette Verbesserungen und eine neue, sehr hübsche Oberfläche die immerhin zum Herumspielen einlädt. Und hinzu kommt die, ich nehme an sehr wahrscheinliche, Aussicht auf Besserung in den nächsten Monaten was die Bugs, Treiber und Anzahl an Apps angeht. Und dann wiederum würde ich Windows 8 auch den zufriedensten Windows 7-Nutzern empfehlen.

JakillSlavik

Der verrückte König

Liebe Bagdadsoftware-Leserschaft,

Heute an diesem hoch-katholischen Feiertag beziehungsweise katholischen Hochfeiertag ist es mir doch tatsächlich vergönnt diese Seite mit Inhalt zu füllen. Vielen Dank dieser Ehrung wegen. Ja, natürlich gefällt es auch mir als bekennenden Protestanten an diesem Tage frei zu haben. So ein freier Tag fühlt sich dann jedes Mal ein wenig nach Wiedergutmachung an müsst ihr wissen. Wenn man bedenkt, dass man schon den einzig verbliebenen evangelischen Feiertag im Jahr mehr oder weniger abgeben musste, ist das nicht gerade erbaulich, wenn man erfährt warum man heute mal ausschlafen darf. Doch gerade in Bayern ist das verschmerzbar, da man sowieso mehr Feiertage vorfindet, als man eigentlich rechtfertigen kann, aber ich will mich hier nicht beschweren. Wirklich nicht. Denn ein freier Tag bleibt ein freier Tag. Und vom gestrigen Reformationstag, der wirklich mal ein wichtiges Ereignis war, dem man ruhig mal gedenken kann, haben die Meisten von euch bestimmt auch noch nichts gehört. Und natürlich werden auch dieses Jahr wieder unsere gewöhnlichen Bräuche, wie der Reformationstag und Allerheiligen vom amerikanischen (eigentlich irischen) Brauch der Vor-Allerheiligen-Zeit „überschattet“. Da man sowieso ungewollt über alles informiert wird, wie zum Beispiel über die absurden Aktivitäten im Westen, können wir dieses Thema aber heute gerne vertiefen.

Positiv möchte ich deswegen jene Ideen erwähnen, die aus diesem neuen Brauch entstanden sind. Bei Freizeitaktivitäten und Spielen an sich, ist es mir in der Regel zwar ziemlich egal was gerade im Feiertagskalender passiert, aber dieses Jahr war ich richtig ‚heiß‘ auf Halloween. Dazugehörige Events gibt es schließlich ja nicht nur physisch, sondern auch virtuell. Für mein Empfinden jedoch ist es schön, wenn sich Spiele-Entwickler diese Bräuche hernehmen und sie als Aufhänger verwenden um damit neue Inhalte zu kreieren. In der Regel weitgehend kostenfrei. Besonders bemerkenswert ist meiner Ansicht wie immer ArenaNet, die sich erneut die Zeit genommen haben zu Halloween ein passendes Event für Guild Wars 2 zu kreieren, das über das typische „Erwerbe besondere Halloween-Kleidung“ hinaus geht.

Wie schon von mir im Bagdadsoftware Podcast Nr. 45 – Laberecke 2012 erwähnt, fehlt es dem sonst rundum gelungenen Spiel gerade für fertig gelevelte Charaktere doch noch an Inhalten, die einen dann zum Weiterspielen animieren. Innerhalb von einigen Wochen hatte ich meinen Charr-Ingenieur (Hinweis: Charr sind diese Katzen – und Stier-artige Rasse) auf der maximalen Stufe mit akzeptabler Ausrüstung. Akzeptabel deswegen, weil Guild Wars 2 im Gegensatz zu Blizzard-Titeln keine Item-Spirale verfolgt wird, sondern es eine relativ leicht zu erreichende Obergrenze bei Statuswerten gibt. Jeder weitere Sammeltrieb kommt dann nur durch das eigene Bestreben eine Waffe zu bauen, zu finden oder einzutauschen, die ein besseres Aussehen, sprich einen eleganteren Waffen-Skin hat. Das gefällt mir zum Beispiel sehr gut, da man so schon auf einem gleichen Stand mit anderen Spielern der Stufe ist und auf der anderen Seite die Individualität durch das Stilisieren seiner Spielfigur herstellt. Diese Eigenschaft ist aber, wie ich mir jetzt eingestehen musste, Fluch und Segen zugleich. Wenn ich sowieso weiß, dass meine Bemühungen in Verließen nur einen Gegenstand nach sich zieht, der meinen ästhetischen Ansprüchen nicht genügt, dann betrete ich den Dungeon erst gar nicht. Und so verlor ich in Guild Wars 2 erst einmal ein antreibendes Ziel aus den Augen und wandte mich wieder exzessiv PAYDAY – The Heist zu, bis das Halloween-Event mit diesem kleinen Trailer angekündigt wurde.

Als ich das sah, weckte das natürlich Erinnerungen. Das Halloween-Feiertagsevent! Hachja!Das war für mich in Guild Wars 1 das erste richtige Online-Event, das ich jemals mitgemacht habe. Kurz nach der Einführung der Kampagne Nightfall wurden zwei der drei Hauptstädte in ein schön schauriges Halloween-Bild getaucht. Überall ließen die Monster Süßes- oder Saures-Taschen fallen, in denen Süßigkeiten, Alkohol und Partygegenstände zu finden waren. Diese Items hatten keinen Einfluss auf das Spiel in Form von Wettkampf; sie dienten nur dafür, dass man etwas Spaß hatte, sich Zuckerschübe, Rauschzustände und Feuerwerk spendieren konnte. Diese Sachen wurden dann auf Titel angerechnet, die ich bis heute nicht erreicht habe und wir reden hier von fünf (!) Jahren, die seitdem vergangen sind. Auf meinem YouTube Profil habe ich sogar noch ein altes Video gefunden, in dem ich eine dieser resultierenden Spaß-Situationen festhalte. Wie ihr sehr schnell merken werdet habe ich das damals noch mit der Trial-Version von Fraps und dem Windows-Movie-Maker gemacht.

Zurück zum Event: Am 31.Oktober erschien dann immer der Verrückte König Thorn in den Hauptstädten. Dieser lustige Genosse ist ein übergroßer NPC mit einem Kürbis als Kopf und einer Garde, die aus Karamell-Popcorn-Gestalten besteht, ähnlich den Dingern, die ihr im Video tanzen seht. Alle drei Stunden erschien Thorn und das Event startete im Bereich um ihn herum. Man spielte mit Hilfe von Emotes Papier-Stein-Schere gegen ihn oder musste über seine Witze lachen, die Philipp, dem Flachwitzer meiner Meinung nach immer noch ordentlich Konkurrenz machen. Das besondere Schmankerl war aber stets „Der Verrückte König sagt“, was sich genauso spielt, wie „Simon says“. Verlor man gegen ihm beim Schnick-Schnack-Schnuck, lachte nicht oder stellte man sich für „Simon says“ einfach zu dumm an, wurde man auf der Stelle vom König getötet, andernfalls erhielt man eine kleine Belohnung und zum Ende des Events eine Feiertagsmütze. Das Schöne waren somit weder der Tiefgang oder die Belohnungen des Events selbst, sondern die Schadenfreude über andere Spieler, welche die Tastatur-Befehle nicht auswendig konnten und gnadenlos von Thorn dahingerafft wurden. Gerade bei „der Verrückte König sagt“ war es immer ein besonderes Herzerwärmen, wenn man bei den schnellen Passagen sah, wie andere Spieler reihenweise wegstarben. Einfach herrlich.

Thorn

In Guild Wars 2 wurde fast alles aus dem Vorgänger übernommen, nur wesentlich großer aufgezogen. Während des Zeitraums vom 23. bis zum 31. Oktober wurde das Event in vier Akte unterteilt und diese dann bis zum Höhepunkt hin zelebriert. Groß angekündigt als „Der Schatten des Verrückten Königs“ ging es trotzdem im ersten Akt erst einmal etwas gemütlich los: Die freie Stadt Löwenstein wurde umdekoriert und man konnte Erzklumpen aus Karamell-Popcorn abbauen. Das Candy Corn brauchte man dann für den Handel mit Halloween-Artikeln, zum Eintauschen gegen Süßes-oder-Saures-Taschen oder um sich ganz dezent die virtelle Birne mit Süßigkeiten wegzuknipsen. Überall in Tyria, der Welt von Guild Wars 2, erschienen außerdem Schnitzkürbisse, von denen man 150 Stück finden und schnitzen musste. Dies wäre eine kleine Fleißaufgabe gewesen, hätte man durch einfaches Reloggen nicht bereits geschnitzte Kürbisse erneut verunstalten können. Ein schönes Gimmick war aber die Sammelquest der verlorenen Buchseiten aus den Memoiren des Verrückten Königs. Mit Hilfe eines mit Candy Corn betriebenen Radars musste man in einer Art Schnitzeljagd Geister orten und im Gespräch von ihnen die fehlenden Seiten erhalten. Durch das Sammeln der Seiten erfuhr man scheibchenweise endlich was für eine Art Herrscher dieser König einmal gewesen ist und wie seine Regentschaft beendet wurde. Dadurch wurde die sonst so eindimensionale Figur des MadKing interessanter und war nicht mehr nur ein Mittel zum Zweck wegen der Halloween-Zeit. Nein, der Verrückte König passte jetzt, zusammen mit den Nebenquests aus Guild Wars 1 endlich vollständig in die Lore. Nachdem man alle Buchseiten zusammengetragen hatte, erhielt man in einem gesonderten Slot ein Buch mit Attributen, dass man auf dem Rücken tragend zur Schau stellen konnte.

Im zweiten Akt wurde diese Quest fortgeführt und man erhielt nach dem Abschluss ein noch stärkeres Buch, dass mit einer hübschen Flammenanimation brennend dargestellt wurde. Schließlich wurden auch zwei neue Formen von Player-versus-Player eingeführt, die über NPCs auf jeder Map betretbar waren, namentlich „die Verrückte Inquisition“ und „das Grollen des Sensenmannes.“ Außerdem erschienen in einigen Anfangsgebieten Türen in die Welt des Verrückten Königs, sofern die Spieler ein paar kleine Pre-Events abgeschlossen hatten.

Im Inquisitions-Modus hatte man eine Art Versteckspiel zu absolvieren, bei dem man sich als einfacher Dorfbewohner zuerst nicht gegen die anderen Spieler wehren konnte. Mit großer Vorsicht und dem geschickten Nutzen der Tarnung musste man drei Gebiete auf der Karte erreichen. Schaffte man dies, wurde man mit Begleitschutz belohnt. Schaffte man es nicht, wurde man ‚bekehrt‘ und musste ebenfalls Jagd auf andere Spieler machen. Durch jede erfolgreiche Aktion oder das Überleben als Dorfbewohner erhielt man Punkte, die dann schließlich über den Erfolg des Spielers entschieden.

Im Sensenmann-Modus bekriegten sich zwei Parteien um die Vorherrschaft. Jeder Spieler hatte das gleiche Waffen-Setup und folglich auch die gleichen Attacken. Die Abwechselung kam durch die Beteiligung von NPCs zu Stande, die in der Schlacht um Kontrollpunkte (mehrere Mausoleer) und Vorräte die Parteien jeweils im Kampf unterstützen.

Das „Labyrinth des Verrückten Königs“ war ein eigenes Gebiet in dem man sich über einen verwinkelten Friedhof gegen die Diener des Verrückten Königs durchkämpfte. Dieser Bereich diente vor allem den Spielern als Farmort für Feiertags-Gegenstände und Titel, die man während des Halloween-Events verdienen konnte. Anders als in Guild Wars 1 haben im Nachfolger diese Titel jedoch die Rolle einer Nebenquest, bei deren Abschluss man eine Belohnung erhält.

Was mir im zweiten Akt jedoch am meisten Spaß gemacht hat, war das Jump Puzzle „Uhrturm des Verrückten Königs“. In einer Instanz mit anderen Spielern musste man schnellstmöglich zur Spitze des Glockenturms klettern, bevor eine aufsteigende grünliche Flüssigkeit die eigene Spielfigur verschlang. Auf dem Weg zur Spitze sind verschiedene Kisten verstreut, die man optional erbeuten kann, was aber wiederum sehr zeitintensiv ist. Ich kann ohne Umschweife sagen, dass die Überlebenschancen durch den Zeitverlust drastisch sinken. Für viele Spieler war die größte Hürde, dass man das Sprungrätsel mit anderen Spielern absolvieren musste, wodurch man zu Beginn des Puzzles nur sehr schlecht sehen konnte, wohin man eigentlich sprang. Damit ihr euch dieses Event besser vorstellen könnt, habe ich euch ein kleines Video gemacht. Dies ist eine Premiere auf Bagdadsoftware, denn erstmals wird ein YouTube Video hier in einem Eintrag eingebettet:

Der dritte Akt ist zwar sehr schnell in Worte gefasst, war für mich dennoch sehr beeindruckend: In der Mitte von Löwenstein – genauer gesagt: auf der großen Piazza – stand von jeher ein Brunnen mit einem stolzen Löwen im Zentrum als Wahrzeichen für die Stadt. Während der Umdekoration hatte dieser Löwe jedoch schon Einiges einstecken müssen und laut den bisherigen Ankündigungen, die man während des Events per Post erhalten hatte, drohte das Gefängnis des Verrückten Königs, welches ihn 200 Jahre sicher verwahrte, zu fallen. Wo sonst als in der Mitte dieses Platzes sollte der Verrückte König auftauchen? Was erwartet wurde, geschah. Leider habe ich sein Durchbrechen der Grenze nicht mitgeschnitten, dafür aber dieses schöne Videogefunden, bei dem man die Filmsequenz sieht, während am vergangen Sonntag der Verrückte König seinem Gefängnis entsprang. Nach dieser Filmsequenz konnte man von der Mitte der Piazza einen kleinen Dungeon mit bis zu vier Freunden betreten (5 Spieler ist die Standard-Gruppengröße von Guild Wars 2). Das Interessante an diesem Verließ war, dass man mit jeder Stufe dort etwas ausrichten konnte, da alle Spieler auf Level 80 hochgestuft wurden. Natürlich waren Charaktere die von Natur aus bereits Stufe 80 waren aufgrund aller Fertigkeiten und Attribute im Vorteil, jedoch hat sich dieser nicht so stark geäußert.

Zu Beginn des Dungeons spielte man drei Runden „Der Verrückte König sagt“ mit Thorn, bevor er sich selbst samt seiner Dienerschaft gegen einen in den Kampf stürzt. Während des Kampfes flüchtet der König aufgrund abnehmender Gesundheit immer tiefer nach unten in den Dungeon, sodass man ihn nur durch das Bewältigen eines kleinen Sprungrätsels erreichen musste, bevor man ihn endgültig vertreiben konnte. Der Schwierigkeitsgrad des Verlieses war moderat und auf jeden Fall auch mit einer kleineren Gruppe schaffbar, darüber hinaus sehr abwechslungsreich.

Halloween

Im vierten und letzten Akt erschien der Verrückte König auf der großen Piazza in der freien Stadt Löwenstein. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich dieser Teil ein wenig enttäuscht hat, denn außer ein paar Runden „Der Verrückte König sagt“ passiert nichts Besonderes. Der Unterschied zum Vorgänger ist der, dass der König im Prinzip die ganze Zeit über in Löwenstein ist, man also keine drei Stunden warten muss und er eben das „Simon says“-Spiel spielt. Dies wird übrigens als kleines Event angesehen. Allein für die Teilnahme unabhängig der Erfolgsquote erhält man Zugang zu seiner Truhe in der ein Hexenhut zu finden ist. Dieser Hexenhut gehört leider zur Hauskleidung und kann in Kämpfen nicht verwendet werden. Dennoch ist es für Veteranen schön, dass diese alte Tradition von Guild Wars 1 übernommen wurde.

Nach der Spielrunde läuft der König noch etwas durch Löwenstein und gibt seine neusten Witze zum Besten. Ich muss zugeben, dass ich so Manches mal herzhaft lachen musste, aber das lag wohl nur an meiner Art von Humor. Alles in Allem ist mir der 4. Akt im Angesicht der vorherigen Teile zu dünn gewesen, weswegen ich nach dem Event noch in Guild Wars 1 eingeloggt habe, um dort Thorn noch einmal zu begegnen. Logischerweise war nur noch ein Bruchteil der Spielerschaft im Vergleich zum Vorjahr versammelt, aber ich für mich kann nur feststellen: Es hat sich gelohnt und ich hatte mit beiden Feiertags-Events sehr viel Spaß. Und deswegen hat Halloween nicht mehr so einen faden Beigeschmack wie früher. :-)

Abschließend noch eine große Entschuldigung an diejenigen, die gesehen haben, dass der Eintrag wieder in zwei Stufen erschienen ist. Ich hatte das Clocktower Video fertig geschnitten, jedoch den Ansturm an Video-Uploads auf YouTube an Halloween unterschätzt, so dass sich mein Video ewig in der Warteschlange befand. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass die Preview-Funktion vom Editor keine eingebetteten Videos darstellen kann, weswegen ich die ganze Zeit dachte, den falschen embed code verwendet zu haben. Wie ihr seht, funktioniert jetzt aber alles. Gomenasai und ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Schmökern.

In diesem Sinne

–jks

Hallo liebe Leser von Bagdadsoftware,

Ich grüße euch heute in Vertretung für den Webmaster, der sein Wochenende ausgiebig auf der Frankfurter Buchmesse verbracht hat. Wäre nicht gerade Vorlesungszeit, wäre ich wohl selbst mit gefahren, nur um mal wieder den Messeturm und die verrückten Cosplayer zu sehen. Der Eintritt war dieses Jahr für kostümierte Besucher scheinbar nicht mehr kostenlos, vermutlich weil sonst zu viele Hobbits erschienen wären… Abgekoppelt davon wird das Thema, welches ich heute präsentieren will, für euch wahrscheinlich recht unerwartet kommen. Aber ich kann euch beruhigen: Für mich kam es genauso unerwartet. Da ich weiß, dass es Vorbehalte geben wird, sobald klar ist, um was für ein Thema es sich handelt und ich mir für diesen Eintrag viel Mühe gegeben habe – wie auch für jeden anderen meiner Gastbeiträge – bitte ich euch dennoch das Ganze erst einmal auf euch wirken zu lassen. Schonender Weise folgt hier auch erst einmal eine Warnung, um euch darauf vorzubereiten. Verfallt bitte nicht in Panik und schließt nicht aus lauter Abscheu die Seite.

OMG

Unerwartet?

Jawohl, für mich kam das Thema Pokémon wirklich wieder unerwartet auf. Und unerwarteter Weise ist die Figur im Bild oben kein Kapselmonster, sondern ein feindlicher NPC. Dies sei nur gesagt um möglichen Fragen vorweg zu greifen. Wenn ich mich richtig erinnere habe ich im Alter von 13 Jahren meine erste Begegnung mit dem Thema gehabt und wenige Jahre später ist das Ganze auch schon wieder abgeflaut, als ich mit den Editionen einfach nicht mehr hinterher kam und T-DSL 1000 in mein Leben einzog. Guild Wars war da damals doch spannender und eine fremde Welt gemeinsam mit Freunden bereisen wirkte ungleich spannender in der damaligen Zeit. Ironischer Weise ist es jetzt genau umgekehrt, denn obwohl ich noch ganz von Guild Wars 2 verzaubert sein müsste, hat sich die Langzeitmotivation für das Spiel noch nicht eingestellt. Da Freunde von mir begannen ihre Zeit anderen Dingen zuzuwenden, wie zum Beispiel PokeMMO, stolperte ich auch wieder in die mir bekannte Welt aus Kindertagen und war erstaunt, wie sehr mich dieses Spielprinzip wieder faszinieren konnte. Vor allem aber hat es mich erschreckt wie viel tiefer gehender das Spiel in seinem Kern ist und wie viel Anspruch es auch an die erfahreneren Spieler unter uns hat. Nur ein simples Kinderspiel? Weit gefehlt! Sehr viel Potential, was ich als kleiner Junge damals schlichtweg nicht fassen konnte, da ich heute eine andere Art habe Spiele zu spielen.

6years

Das Projekt

Aber genug davon, denn genau genommen möchte ich euch weniger die Spielserie von Nintendo vorstellen, als viel mehr das englischsprachige Projekt PokeMMO. Dies ist, wie der Titel schon erahnen lässt, eine Online-Variante von Pokémon, bei der ihr erstmals mit anderen Spielern in einer Welt unterwegs seid und euch gegenseitig herausfordern oder durch Handel unterstützen könnt. Man könnte fast sagen, dass sich das Spiel derzeit in einer sehr stabilen Übergangsphase zwischen Alpha und Beta befindet. Sehr viele Features sind schon online und die Grundelemente funktionieren, jedoch liegt noch ein weiter Weg bis zum gesetzten Ziel. Die übergeordnete Aufgabe für die Betreiber dieses Projektes ist es nämlich die Spielwelt der Pokémon Editionen Blattgrün & Feuerrot als MMO abzubilden. Wer schon einmal eines dieser Spiele von Nintendo gespielt hat, wird wissen, über was für ein Mammut-Projekt wir uns hier unterhalten. Als Einstimmung verlinke ich euch ein Community Video, was derzeit den Trailer darstellt, bis es etwas Offizielles gibt.

Community Trailer zu PokeMMO

Feuerrot? Blattgrün? Kohlrabenschwarz?

Bevor ich euch jetzt die Informationen über den Server und was es dort alles gibt zu informieren will ich euch ein paar Informationsschnipsel zur Sicherheit geben. Wenn euch Pocket Monster an sich schon nicht interessieren, ist es trotzdem hilfreich sich diese Schnipsel im Hinterkopf aufzubewahren, denn es ist immer gut auch offline eine Einteilung vor Augen zu haben. Nicht unverdient hat die Pokémon-Serie massiven Einfluss auf den Aufbau heutiger Rollenspiele und Adventures gehabt. Seid ihr etwas bewanderter in der Thematik könnt ihr weiter unten beim Punkt ‚Sammelprinzip‘ den Faden wieder aufnehmen und die folgenden Absätze überspringen. Für ein solides Hintergrundwissen über Pokémon benötigt es nicht viel, deswegen werde ich euch jetzt nicht mit Details bombardieren, sondern nur das Nötigste der Spielewelt erzählen. Sonderlich komplex ist diese Welt sowieso nicht, denn wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hierbei um ein Spiel vornehmlich für Kinder und Jugendliche handelt. Der bestechende Tiefgang kommt mit dem Gameplay, welches einen eigenen Absatz hat.

Die angesprochene Spielewelt von Pokémon könnt ihr euch als ist eine zusammenhängende Karte vorstellen, auf der die einzelnen Kontinente miteinander verbunden sind. Wenn man möchte nimmt man sich direkt den Aufbau von Japan unserer Zeit als Beispiel und fängt an die einzelnen Spiele, wie getrennte Inseln zu betrachten. Was ich damit meine wird euch hoffentlich in den folgenden Absätzen klarer:

Die ursprünglichen Spiele von Pokémon heißen bei uns blaue & rote Edition. Oftmals fällt jetzt hier der Begriff erste Generation, welche circa 151 verschiedene Pokémon umfasst. Vom Aufbau her sind die beiden Editionen identisch. So startet man in den Spielen in seinem Heimatdörfchen, sucht sich eines der drei Starter-Tierchen aus, kämpft gegen seinen Konkurrenten und wandert von Stadt zu Stadt. Ziel ist es zur Pokémon-Liga zu gelangen, was eine Turnierform ist, bei der nur Pokémon-Besitzer (Trainer) zugelassen sind, die alle Arenaleiter des Landes besiegt haben. Arenaleiter sind besondere NPCs, die in der Regel stärkere Monster haben und wenn man sie besiegt hat als Beweis für die Pokémon-Liga dem alter Ego einen Orden überreichen. Man kämpft die ganze Zeit über natürlich nicht nur mit seinem ersten Pokémon, sondern begegnet im hohen Gras, in Verliesen und verlassenen Gebäuden gegen wilde Viecher. Diese kann man dann wahlweise fangen, zum Training besiegen oder links liegen lassen. Gleichzeitig mitführen kann man bis zu sechs Stück und man kann noch sehr viele mehr in einem Lagerungssystem aufbewahren. Ist das Team beispielsweise voll, werden neu gefangene Pokémon direkt ins Lager geschickt. Pokémon sammeln Erfahrungspunkte, lernen neue Attacken, werden stärker durch Level-ups und manche von ihnen entwickeln sich auf bestimmten Stufen weiter, was ihnen einen kleinen Attributs-Schub gibt. Das komplette Sammelprinzip müsste vielen jetzt schon klar sein.

Der kleine Unterschied zwischen den Editionen ist jedoch der, dass man in der einen Edition ein paar Pokémon nicht fangen kann, die es dafür nur in der anderen Edition gibt und umgekehrt. Und ja, hier wurde wirklich auf so etwas wie ‚Balancing‘ und Fairness geachtet, dass dem Spieler keine Nachteile beim Bestreiten der Kampagne entstehen. Diese Editionen beschränken sich auf das Gebiet ‚Kanto‘. Als Bonus für Fans gab es die gelbe Edition, in der man im Prinzip nochmal das gleiche Spiel hatte, nur mit dem Unterschied, dass das bekannte Taschenmonster Pikachu bereits von Beginn an hinter einem her lief.
Später kamen die goldene & silberne Edition raus, die auf dem nächsten Kontinent namens Johto spielten. In unserem Inselbeispiel wäre das jetzt quasi die nächste Insel Japans. Hier wurden 100 neue Pokémon hinzugefügt, sodass es nun 251 waren. Aus neuen Starter-Pokémon wählte man auch aus und dann hatte man außerdem als besonderes Schmankerl die Möglichkeit den alten Kontinent Kanto aus den Vorgänger-Versionen zu besuchen. Auch zu Gold & Silber gab es kurz darauf wieder einen Bonus: Die Kristall-Edition. Neben verbesserter Grafik und hübscherem Sound, wartete das Spiel mit kleinen Bewegungsanimationen beim Einstieg der Pokémon in den Kampf auf. Außerdem konzentrierte sich die Geschichte auf die Jagd von Suicune, eines der legendären Pokémon. Man tat aber im Grunde im Spiel aber dasselbe, wie in Gold & Silber.

In der dritten Generation folgten weitere Teile, darunter Rubin & Saphir, die wieder neue Pokémon mit sich brachten und es nun 388 von den Biestern gibt. Hier wurde ein dritter Teil der Welt unter dem Namen Hoenn vorgestellt, die nächste Insel Japans, wenn man dem Gedanken von oben weiter folgen will. Besonders war hier die Möglichkeit erstmals Zweier-Kämpfe durchzuführen, bei denen Pokémon immer pärchenweise gegeneinander antraten, was für mehr taktische Tiefe sorgte. Für uns aber jetzt wesentlich interessanter sind die Remakes der Editionen Blau und Rot: Feuerrot & Blattgrün. Hier hat man wieder den Kontinent Kanto, aber auch Einflüsse aus den späteren Editionen. Darüber hinaus waren dieses Editionen ins selbe Grafikgewand gekleidet, wieder Rubin & Saphir. Und jetzt zur Abrundung warum wir hier gelandet sind: Auf Feuerrot & Blattgrün basiert PokeMMO im Wesentlichen. Es gibt auch noch Remakes zu Gold & Silber, namentlich Herzgold & Seelsilber, aber von diesen werden nur Sprites und ein paar Pokémon geliehen. Inwiefern diese Editionen mit verarbeitet werden ist noch nicht absehbar. Ich vermute aber, dass im finalen Spiel mehr als 251 Pokémon integriert sein werden.

Wie ihr jetzt schon so langsam merkt: Die Pokémon-Fans sind wirklich so verrückt oftmals für das gleiche Spiel mit geringen Änderungen noch einmal Geld auszugeben. Aber dieses vermeintlich irrationale Verhalten dürfte euch erst kürzlich bei den Schlange-Stehern für das iPhone 5 wieder aufgefallen sein. Oder bei Sammlern an sich. Zugegeben das ist alles absichtlich so spitz formuliert, da man fairer Weise sich vor Augen führen muss, dass sich die Serie ständig weiter entwickelt hat und mit neuen Features, sowie verbesserter Spielemechanik aufwarten konnte, wie beispielsweise Zweier- und später auch Dreierkämpfe. Es wird gibt noch einige weitere Editionen, bevor wir zur aktuell 5. Generation kommen, zu der auch Schwarz & Weiß samt Nachfolger gehören und ich denke, dass es genügend ehemalige Spieler geben wird, die sich ein bisschen stark gemolken fühlen. Da wir jedoch jetzt das Wichtigste wissen, unterbreche ich den Überblick an dieser Stelle. Wenn ihr euch noch mehr über die Veröffentlichungsdaten der Serie informieren wollt oder speziellere Informationen sucht, findet ihr hier den Eintrag im deutschen Wikipedia zum Nachlesen. Dort gibt es auch wie immer weiterführende Links zu jeder einzelnen Edition!

Das Sammelprinziptradegirlfriend

Wie beschrieben, muss man neue Pokémon erst einmal finden und irgendwann wird man sie ganz nebenbei auch sammeln oder tauschen. So hat jedes Pokémon einen bestimmten Fundort und taucht an dieser Stelle auch nur mit einer gewissen Häufigkeit auf. Weniger gewünschten Tierchen wird man wesentlich öfter über den Weg laufen als Anderen, wie es auch bei anderen Spielen üblich ist. Bestimmte Pokémon, die mit der Story zusammen hängen, sowie Legendäre gibt es unter Umständen nur ein einziges Mal. Im Grunde weiß man aber schon nach kurzer Zeit, wie der Hase läuft und wenn man ein gutes Team zusammengestellt hat, geht einem auch nur selten ein Pokémon durch die Lappen, wenn man es wirklich fangen will. Speziell im Hinblick auf PokeMMO muss ich aber hinzufügen, dass noch nicht alle 151 Pokémon der ersten Generation enthalten sind. So gibt es derzeit keine legendären Pokémon und vereinzelt wurden aus skript-technischen Gründen bestimmte Wesen noch nicht eingeführt. Aus der zweiten Generation sind allerdings ein paar wenige begehrte Exemplare schon vertreten. Darüber hinaus gibt es aus aktuellem Anlass (Nach-Allerheiligen) ein Event, wodurch man sogar Pokémon aus späteren Generationen fangen kann. Laut implementierten PokéDex, eine Art mobiles Lexikon, welches der Protagonist in jeder Edition mit sich führt, sind vermutlich die ersten 386 Tierchen geplant. Wie weiter oben erwähnt, will ich hier aber nicht spekulieren. Für Leser mit guter Kondition bei der Bedienung des Scrollrads gibt es hier eine vollständige Liste aller jemals offiziell erschaffenen Pokémon.

Dreiecksbeziehungen harden

Christoph erwähnte ja bereits, dass sich die Taschenmonster voneinander unterscheiden und dass sie Stärken und Schwächen haben. Pokémon haben einen bestimmten Typ, teilweise sogar zwei. So ist ein Vogel in der Regel ein Flug-Pokémon und somit hat es zum Teil ganz andere Schwächen als ein Pokémon, dass zu den Boden-Pokémon zählt. Ein Elektro-Pokémon ist zum Beispiel der natürliche Feind eines Flug-Pokémon, da es normalerweise Elektro-Attacken beherrscht, die dem geflügelten Widersacher doppelten Schaden zufügen, gegen ein Boden-Pokémon ist es jedoch im Nachteil. Wie man aus diesem Beispiel sehr leicht erkennt, ist es so, dass die Art des Angriffes nicht durch den Typ des Angreifers festgelegt wird, sondern durch die Attacke selbst. Für die Verteidigung zählt nur der Typ. Sind Angreifer und Attacke allerdings vom gleichen Typ, wird der Schaden noch einmal verstärkt.

Viele Beziehungen erscheinen dem Spieler von Anfang an logisch, wie das typische Papier-Stein-Schere-Echse-Spock-Prinzip. Eine Pflanze wird einen Vogel wohl kaum erreichen können und die Pflanze wird im Umkehrschluss wesentlich mehr Schaden durch den Vogel nehmen als umgekehrt. Jedoch wird man mit der Zeit feststellen, dass gerade Mischtypen das Verhältnis verschieben: Während ein Wasser-Pokémon einem Pflanzentyp gegenüber im Nachteil ist, erleidet Garados vom Typ Wasser/Flug nicht den doppelten, sondern nur normalen Schaden, da wir ja gerade gelernt haben, dass Flugtypen wiederum Pflanzen überlegen sind. Das gleicht sich also aus. Ein Elektro-Pokémon hingegen würde Garados jedoch sogar vierfachen Schaden machen, da Elektrotypen sowohl Flug- als auch Wasser-Pokémon gegenüber im Vorteil sind. Situationsabhängig ist es also mal schlau einen Mischtypen zu haben, dann wieder schlau eine reine Klasse zu spielen. Genauso wie es auch notwendig ist, seinen Kämpfern auch unübliche Attacken beizubringen, sofern möglich natürlich. Hiermit könnte man dann den Gegner, egal ob NPC oder menschlicher Gegner, überraschen. Da man einem Pokémon nur vier Attacken beibringen und es auch nur bestimmte Attacken von selbst oder durch Items lernen kann, muss man hier bereits vor dem Fangen abwägen, was man mit dem Pokémon später machen möchte. Aufschluss darüber welche Attacken ein Pokémon lernt und auf welchem Level, findet sich im bereits erwähnten PokéDex und im Internet. Eine Aufstellung über das Verhältnis der Typen zueinander liefere ich nun:

typen
(Quelle: deutsches Pokéwiki)

Handle nicht wider deiner Natur

Doch auch die bereits erwähnten Zusammenhänge zwischen Attacken und Typ sind nicht das Besondere. Diese Eigenheit ist so gesehen noch Kinderkram, den schon damals jeder Halbstarke verstehen konnte. Die Besonderheit sind die Attribute eines Pokémon. Zwei gleiche Pokémon mit identischer Stufe und identischen Attacken unterscheiden sich nämlich massiv. Zwar besitzen sie die gleichen Basiswerte, jedoch haben auch noch andere Faktoren Einfluss auf die Entwicklung. Einerseits hat jedes Pokémon nämlich ein Wesen, die sogenannte „Natur“ eines Pokémon, welches Einfluss auf die Attribute hat und andererseits die Attribute selbst. In den Original-Spielen sieht man die fertigen Attributswerte, kann sie jedoch nur schwer nachvollziehen. Die Attribute eines Pokémons sind die Lebenspunkte, Angriff, Verteidigung, sowie Spezial-Angriff, Speziel-Verteidigung und die Angriffsgeschwindigkeit, welche die Angriffsreihenfolge festlegt. Auf diese Werte kommt die Genetik eines Pokémons zu tragen. So hat jedes Pokémon eine unvergleichliche DNS, wenn man es denn so nennen möchte, die natürlich ausgewürfelt ist. Es kann dadurch zwischen 0 bis 31 zusätzliche Punkte auf ein jedes dieser Attribute haben. Bei sechs Attributen kann zwischen einem Vollversager und einer Spitzenrakete also eine Differenz von 186 Attributspunkten liegen. Und das – ich betone es erneut – bei äußerlich identischen Pokémon.

Hinzu kommt jetzt das Wesen. Denn wenn ein Pokémon ein eher neutrales Wesen hat, dann ändern sich die Werte in Abhängigkeit der Natur eher weniger. Ist es jedoch beispielsweise äußerst „ruhig“, hat es eine niedrigere Angriffsgeschwindigkeit, jedoch einen deutlich stärkeren Spezial-Angriff. Diese Abstufung hat zur Folge, dass erfahrenere Spieler gezielt nach Pokémon mit einer bestimmten Natur suchen und dieses Pokémon sollte dann auch noch gute Gene haben. Mittlerweile gibt es Möglichkeiten anhand der vorliegenden Werte auf die eigentlichen Gene zurück zu rechnen, doch diese Formel wäre an dieser Stelle zu ausschweifend zu erläutern. Stattdessen zeige ich mit einem Bild, wie sich dieses Abwägen zwischen einem guten und einem minder guten Pokémon allein schon im Prozess des Fangens äußert:

continue
depot

Fleiß-Punkte (EV)

Hat man nun endlich das gewünschte Exemplar gefunden, werden die EVs für das Training wichtig. E(ffort)V(alues) oder zu deutsch die „Fleißpunkte“ haben gesonderten Einfluss auf die Attribute. Im im offiziellen Spiel sind sie sehr unscheinbar gewesen, da sie gar nicht erst angezeigt wurden. Im PokeMMO kann man sie jedoch jederzeit auch während eines Kampfes anzeigen lassen, wie im Bild weiter unten zu sehen ist. Jedes Pokémon kann maximal 510 dieser Punkte bekommen. Diese werden durch die Kämpfe gegen bestimmte Gegner verteilt. Das heißt, dass man den EV-Wert bei Speed/Initiative steigert indem man beispielsweise sein Pokémon gegen ein Pikachu antreten lässt. Eine kleine Übersicht welches Pokémon welche Attribute gibt, findet sich im Wikia zum PokeMMO. Einen Wert kann man jedoch nicht höher als 255 bringen, doch auch hier ist noch eine Eigenheit zu beachten: Mit zunehmenden Level haben die EVs mehr Einfluss auf die richtigen Attributspunkte. Auf Level 100 zählt jeder vierte Fleißpunkt einen zusätzlichen Punkt in der Attributslinie. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man nach Möglichkeit einen durch 4 teilbaren Wert ermittelt, um den gewünschten Effekt der Attributssteigerung zu erfahren. Somit ist der höchste, sinnvolle Wert 252. Darüber hinaus sei gesagt, dass eine ’saubere‘ Verteilung leider nicht möglich ist, wodurch man aber auch eine gewisse Fehlertoleranz von zwei Punkten hat. Unterm Strich bedeuten die Fleiß-Punkte allerdings auch, dass man ein optimales Pokémon durch das Bekämpfen der falschen Pokémon noch sehr stark verunstalten kann. Dann ist es zwar nicht komplett nutzlos, aber im Player versus Player (PvP) und in Turnierkämpfen eher weniger zu gebrauchen. Hier ein Leitfaden zum Züchten für Fortgeschrittene.

garadosEV

Königsklasse: Züchten

Pokémon können seit der zweiten Generation auch gezüchtet werden. Bislang ist die Zucht noch nicht in PokeMMO enthalten, es ist jedoch mehr als nur wahrscheinlich, dass es möglich sein wird Pokémon auszubrüten. Ähnlich wie beim Blümchen und Bienchen braucht man von Pokémon ein ungleiches Pärchen, am Besten also ein Männliches und ein Weibliches der gleichen Art. Dieses Gespann bringt man dann in eine Pension und nach einer Zeit, bekommt man ein Ei. Dieses Ei wird ausgebrütet, indem man einige Schritte mit dem Ei im Team läuft. Je nachdem wie gut sich die Pokémon verstanden haben, verkürzt sich die Brütungszeit. Es gibt auch geschlechtslose Pokémon, darunter Ditto, ein Pokémon, dass sich in andere Pokémon verwandelt und selbst keine Attacken hat. Dieses Pokémon, kann mit fast jedem anderen Pokémon gepaart werden, weswegen es sehr oft bei Internetmemes als Pointe verwendet wird.

Das Besondere an den selbst gezüchteten Pokémon, sind neben der Jungfräulichkeit dieser Wesen und der Freiheit jede Menge neuer Attacken zu lehren, dass diese Pokémon die genetischen Erben sind. So kann ein Pokémon neben den guten Genen auch noch eine besondere Natur erben, die es sonst nicht könnte. Oder es kann eine bestimmte Eigenschaft erlernen, die es sonst niemals hätte lernen können. Alles in Allem kann man auch hier wieder jede Menge Fehlschläge erleben, denn das eigentliche Endprodukt hat man ja auch erst nach dem erfolgreichen Ausbrüten. Dies ist dennoch eine Hürde, die viele erfahrene Spieler in Kauf nehmen. Zur Not werden auch zwei halbwegs potente Pokémon gepaart, um mit viel Glück eine überlegene Nachkommenschaft zu kreuzen. Berücksichtigt man also den Faktor der Zucht mit beim Aufbau seines Teams und seiner Pokémon, hat man einen sehr langen Prozess bis ein Pokémon gereift ist. Und diese zusätzlichen Überlegungen sind in einem Turnier die Ursache für massive Unterschiede. Bereits hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

battle

Kritik

Bislang habe ich nur sehr wenig gefunden, dass mich stört an PokeMMO, jedoch sind wenige Kleinigkeiten meist schon gravierender, als ein richtig fetter hässlicher Bug. Das derzeit noch kein Brüten oder nicht noch mehr Pokémon integriert ist bzw. sind, mag derzeit ein ziemliches Problem sein. Viel schlimmer ist es jedoch zur Zeit ein vernünftiges Team oder einen vernünftigen Build für ein Pokémon zu bauen. Man kann zwar kalkulieren, jedoch wird man sehr oft auf Fertigkeiten treffen, die noch nicht richtig implementiert wurden oder deren Effekte nur fehlerhaft im Spiel sind. Außerdem gibt es normalerweise die Möglichkeit bestimmte Attacken per Item unendlich oft zu lehren, doch bislang ist diese Option nur eingeschränkt nutzbar. Auch ist es sehr oft so, dass bestimmte Gespräche mit NPCs nicht verfügbar sind, weil das jeweilige Skript fehlt. Dadurch ist es noch nicht möglich ein Pokémon gezielt Attacken vergessen zu lassen oder bestimmte Attacken-Lehrer sind nicht in der Lage ihr Wissen weiter zu geben. Die offizielle Geschichte endet bisher auch noch VOR den Top Vier. Die Top Vier sind die Elite-Kämpfer der Pokémon-Liga, die es nach der bestandenen Rundreise zu schlagen gilt, um das Ende des Spiels zu erreichen. Da diese jedoch sehr Skript-intensiv sind, ist es verständlich, dass wenn die restlichen 90% der Story schon implementiert sind, nur noch der runde Abschluss fehlt.
Dass es keine legendären Pokémon gibt ist auch ein Kritik-Punkt den ich habe. Diese soll es nur im Rahmen von besonderen Events geben, jedoch habe ich in der Vergangenheit schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich solche Events dann meistens verpasse. Außerdem bin ich auch ganz ehrlich aus dem Alter raus, dass ich an den großen Feiertagen vorm Rechner hocke und Events abfarme. Mittlerweile geht da das Privatleben doch schon vor.

Außerdem verfügt PokeMMO über einen Gift-Shop der für nicht gerade wenig Geld die Chance ein ’shiny‘ Pokémon zu treffen, erhöht. Hier geht es mir weniger um das Ausmaß dieser erhöhten Begnungsrate, nein. Meine Kritik geht jetzt hier vor allem an die Community, da die Entwickler gesagt haben, dass sie keinen Item-Shop machen werden, wundern sich jetzt alle. Das Ganze ist derzeit nichts anderes als ein Donationsystem, um quasi Spenden zu sammeln. Aufgrund des Modells dürften die Entwickler nämlich mit etwas Anderem als Donations auch kein Geld verdienen. Als kleines Dankeschön oder sozusagen als Bonus gibt es den Gift-Shop mit Steigerung dieser Rate. Da ’shinies‘ jedoch rein kosmetischer Natur sind, keinen spielerischen Mehrwert bringen und darüber hinaus teilweise auch echt hässlich sein können, denke ich doch, dass sich das verschmerzen lässt, so etwas eingeführt zu haben. Nichtsdestotrotz hat die Einführung dieses Systems viele Spieler direkt zu falschen Schlussfolgerungen gebracht, aber wenn man in Ruhe darüber nachdenkt, erkennt man hier einen deutlichen Unterschied zu einem Free-to-play ähnlichen Item-Shop.
Der letzte Kritikpunkt ist die Serverkapazität am Wochenende. Während des Verfassens dieser Zeilen, aber auch sonst, habe ich des Öfteren eine Warteschlange von über 1000 Teilnehmern vor mir gehabt. Ich muss zwar einräumen, dass sich die Wartezeiten am Wochenene zwischen 6-15 Minuten bewegen und man unter der Woche nur selten eine Warteschlange hat, aber stören tut es mich doch. Glücklicher Weise werden idler nach einer Weile gekickt und bei Sitzungen wird die IP geprüft, damit nur ein Account pro IP einloggen kann. Somit sind die Slots zumindest vor den gängigen Problemen geschützt.

queue

Abschluss

Mein Thema, wie euch mittlerweile klar geworden sein durfte, ist ziemlich unabhängig vom anstehenden Release von Pokémon Schwarz & Weiß 2 (Launch-Trailer) entstanden. Obwohl ich auch über Christophs Kaufpläne drüber gelesen habe, hatte es mich zu dem Zeitpunkt nicht besonders tangiert und ebenfalls nicht beeinflusst. Und wie ihr gemerkt habt, bin ich selbst erstaunt, wie viel Tiefe ich in diesem Spiel noch entdeckt habe. Selbst jetzt habe ich auch noch nicht alles gesehen und sicherlich beherzige ich auch nicht jeden Rat, den ich hier von mir gebe.

Zuletzt noch ein dickes Lob für alle Leser, die es bis hierher geschafft haben. Genauso aber auch an die Entwickler dieses Projekts, ohne die es diesen Eintrag wohl nicht geben würde. Informationen zur Installation entnehmt ihr bitte der Seite. Außerdem sind Verbesserungsvorschläge und Fehlerkorrekturen immer gerne gesehen. Verzeiht, dass das Layout so ist, wie es ist. Vielleicht wird der Webmaster da noch einmal drüber gehen.

Was ich mir für PokeMMO wünschen würde, ist ein weiterhin starkes Team, das regelmäßig den Server mit Updates versorgt und dabei fair bleibt. Eine immer noch tolle Community, auch wenn man hier schon die typischen Internetsprüche hat, wie man sie hier auch in den Bildchen sieht. Außerdem will ich noch kurz hervorheben, dass ich PokeMMO mit meinem Xbox 360 Controller via Xpadder spiele. Sehr zu empfehlen, sehr zu empfehlen. Worth donating.

In diesem Sinne

PokeMMO – No bullshit, just Games

–jks

« Vorherige Seite - Nächste Seite »