Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #6

Ja, schon wieder so ein Eintrag. Aber angesichts von langen Tagen auf der regulären Arbeit und anschließendem Weiterarbeiten auf unserer Großbaustelle ist nun einmal aktuell überhaupt keine Zeit zum Zocken. Okay, stimmt nicht ganz: The Ramen Sensei, der aktuell neue iOS-Titel von Kairosoft, hole ich schon hin und wieder raus. Aber der Hauptrechner war und ist bislang dieses Jahr die meiste Zeit einfach aus. Und wenn er an ist, dann höchstens zur Internetrecherche wegen baulichen Dingen und, wie jetzt, zum Eintrag schreiben. Hat natürlich auch Vorteile: Der Stromverbrauch ist niedriger. Aber gut, kommen wir zum aktuellen Statusbericht von der Casa Sicarius:

Ein Haus voller Handwerker

Ja, dieses uralte Ding war tatsächlich noch in Betrieb.

Ja, dieses uralte Ding war tatsächlich noch in Betrieb.

Diese Woche war richtig was los im Haus. Nicht nur weil wir natürlich jeden Tag drüben waren und fleißig was geschafft haben. Nein, auch der dritte Handwerker hat endlich losgelegt: der Elektriker. Drei ganze Tage haben sie nun schon gewuselt und haben noch mindestens zwei weitere vor sich, bevor das Haus in einem halbwegs guten Zustand ist. Bislang ging es vor allem um die Vorbereitung. Sprich überhaupt erst einmal Herausfinden wo die Dutzenden von Kabeln überhaupt hingehen, wie die Räume verkabelt sind und im Keller schon einmal neu anfangen unnötige Kabel rauszuziehen und neuen Kram zu verlegen. Heute wird das Haus dann den ganzen Tag ohne Strom sein während sie den Stromkasten versetzen und komplett neu anschließen.

Dabei sind so einige tolle Sachen zu Tage gefördert worden: Kabel, die einfach abgeschnitten und immer noch unter Strom im Putz lagen; viele Fälle in denen das braune Kabel für die Erdung verwendet wurde; eine Steckdose, die mit zu wenig Adern angeschlossen war (und deswegen nun tot ist); ein Heizungsnotschalter, der einfach so irgendwo frei an der Decke hing; ein einfach abgeschnittenes Hauptzuführungskabel; eine abgeschnittene Erdung (einen Potentialausgleich gibt es im Haus aktuell aber auch nicht – wird diese Woche aber gesetzt logischerweise); viele Freiluft verlegte Kabel, die kreuz und quer in der Gegend rumhängen und so weiter und so fort. Wie gesagt: der Elektriker war alleine mit dem Prüfen der Kabel und dem “Sich eine Orientierung verschaffen” einige Zeit beschäftigt.

War entsprechend auch ganz gut, dass wir zum einen in allen Räumen die Tapete entfernt haben und zum anderen dann mit dem Verputzen doch noch nicht so weit waren. So konnte er hier und da dann doch noch einfach einen Schlitz klopfen. Zum einen, um zu schauen was Sache ist und zum anderen, um unsere Sonderwünsche zu erfüllen. Mir lag beispielsweise aus naheliegenden Gründen schwer am Herzen, dass das Arbeitszimmer einen eigenen Stromkreis hat. Wäre nicht das erste Mal, dass mein Monster-PC die Sicherung raushaut.

Gas-Wasser-Scheiße

Die Dusche nimmt Form an

Die Dusche nimmt Form an.

Aber nicht nur der Elektriker hat fleißig geschafft, auch der Fliesenleger war so einige Stunden aktiv und hat in der Dusche weitergemacht. Musste ja, nachdem der Pfusch des Vorbesitzers entfernt wurde, wieder komplett neu aufgebaut werden mit verdichtenden Bauplatten (natürlich von wedi) an den Wänden. Hier ist der nächste Schritt die Kernbohrung in den Keller für den Abfluss. Die bisherigen Löcher (alter Abfluss und alte Entlüftung) haben wir am Samstag mit Blitzzement (von Quick-Mix) erfolgreich zugemacht. Hatten alle Beteiligten ein wenig Angst, dass ansonsten die Decke einbricht, wenn nun noch ein drittes Loch (160mm) genau in die Mitte von den zwei anderen reinkommt. Ging auch erstaunlich gut mit dem Zement. Brett drunter gehalten, erstes Kilo Material ins Loch rein, 2-3 Minuten gewartet und schon war das Material soweit stabil, dass wir kein Brett mehr brauchten, um es oben fertig aufzufüllen.

Nun heißt es warten bis am Mittwoch der Sanitär wiederkommt und nicht nur besagte Kernbohrung durchführt, sondern auch unten im Heizungsraum die komplette Wasserzuführung erneuert. Hatte ja schon erwähnt, dass der Filter komplett dicht ist, die Druckanzeige falsch sitzt und die Rohre sowieso viel zu klein sind, um anständig das ganze Haus zu versorgen. Außerdem bringt er neue Armaturen (alle von Hansgrohe – soll ja auch einige Zeit halten) für die Badewanne und das Waschbecken mit. Baumarkt mag ja hier und da durchaus Qualität haben. Aber was der Vorbesitzer da alles vom TOOM-Baumarkt angeschleppt hat, taugt absolut gar nichts. Da werden wir auch nach dem Einzug mittelfristig im Bad noch weiter unseren Spaß haben (das Waschbecken hat quasi gar kein Gefälle hin zum Abfluss…).

Nicht Untätig

Das Schlafzimmer nach dem ersten Anstrich

Das zukünftige Schlafzimmer nach dem ersten Anstrich.

Aber nicht nur Handwerker haben wie erwähnt bei uns im Haus was geschafft. Auch wir sind mit großen Schritten vorangekommen. Nicht nur ist das Schlafzimmer fertig verputzt, es ist auch schon komplett gestrichen und wenn alles klappt hängt sogar der Kork bereits an der Decke, wenn ihr diese Zeilen lest. Wir mussten zwar ein zweites Mal drüber streichen, weil die Farbe den Putz bei ersten Mal nicht ganz so gut abgedeckt hat. Aber das war okay und geht vergleichsweise fix. Wir hatten zwar geplant uns am Wochenende komplett mit dem Kork zu beschäftigen (Decke wie Boden) aber dafür haben wir immerhin nun die Küche schon gestrichen. Also definitiv kein Stillstand.
Im Arbeitszimmer sind hingegen alle Wände verputzt. Jetzt nur noch einmal Grundieren und es kann auch hier die Farbe an die Wand. Mehr ist hier, abseits von Leisten an Decke und Boden, dann auch nicht zu tun. Bleibt das Wohnzimmer (Grundieren, Verputzen und Streichen) und der Flur (Tapeten fertig runter, grundieren, verputzen und streichen), für die wir dann vermutlich noch so 1 1/2 Wochen Zeit haben. Wobei der Flur, wenn es hart auf hart kommen sollte, erst nach dem Umzug fertig renoviert werden würde. Da stehen ja nicht so viele Möbel. Entsprechend wäre das kein Problem ihn dann erst zu verputzen und zu streichen. Aber schauen wir mal. Ich hoffe natürlich immer noch auf das Beste :smile: .

Jetzt stellt ihr euch sicherlich noch die Frage, für welche Farben wir uns überhaupt entschieden haben. Nun, sicher ist derzeit nur das Schlafzimmer (da ist wie gesagt die Farbe schon an der Wand) sowie eine Hälfte des Wohnzimmers (dafür steht der Farbeimer schon im Flur). Aber wir haben uns natürlich schon ausführlich Gedanken gemacht. Entsprechend wird sich nur der genaue Farbton noch etwas ändern. Grob wird die Hütte am Ende so aussehen: Schlafzimmer, Küche und vermutlich Abstellkammer (weil wir noch genug Restfarbe haben dürften) sind Lachsfarben (siehe Bild), das Arbeitszimmer bekommt vermutlich einen türkisenen Anstrich, der Flur wird in einem etwas helleren Rot gestrichen und das Wohnzimmer wird die eine Hälfte dunkleres Violett, die andere Violettgrau (also etwas helleres Violett). Aber ich werde ich euch garantiert beizeiten mit Fotos quälen.

Bis Montag!

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #5

Hier war mal eine Dusche (und kommt auch wieder eine hin)

Hier war mal eine Dusche

Es geht voran im Hause Sicarius. Muss es auch, schließlich steht in drei Wochen der Umzug an (dürften auch schon mindestens 35 gefüllte Umzugskartons im neuen Keller stehen – ja, alle Filme, Spiele und Bücher sind schon ausgewandert). Zwar sieht es immer noch aus wie auf einer Baustelle in allen Räumen der Hauptetage (es handelt sich um einen voll unterkellerten Bungalow mit teilausgebautem Dachboden), aber es ist zumindest sauberer geworden nachdem das ganze Styropor und die vielen Tapeten endlich aus dem Haus sind.

Sauber ist aktuell auch ganz wichtig, da wir nun dabei sind die ersten zwei Räume zu verputzen. Da ist es schlecht, wenn alles noch verdreckt ist und besagter Dreck an die Wände kommt. Wir wollen zwar etwas Struktur an den Wänden haben aber gezielt und nicht so, wie der Wind buchstäblich gerade weht :smile: . Die berühmte Dusche ist mittlerweile auch einer Baustelle gewichen und erwartet den nächsten Besuch des Sanitär-Handwerkers bevor der Fliesenleger weitermachen kann. Zuvor wollen allerdings noch ein paar Fliesen für Wand (irgendwas was farblich zum Rest passt) und Boden (so rutschfeste Mosaik-Platten) ausgesucht werden. Und diese Woche hat sich der Elektriker angekündigt, um endlich dieses Chaos im Keller auszuräumen.

Überall Scheiße!

Chaos im Keller ist auch ein gutes Stichwort. Mal abgesehen davon, dass der Gas-Wasser-Scheiße-Kollege auch noch die Hauptwasserzuführung zum Haus umbauen muss (die Druckanzeige ist VOR dem Filter, der Filter ist komplett dicht, die Rohre viel zu klein und der Wasserhahn außen hat keine Verbindung zu irgendwas), war vergangenen Mittwoch auch noch das Abwassersystem ein großes Thema. Da sind wir buchstäblich in der Scheiße rumgelaufen. Negatives Gefälle und Sackstellen noch und nöcher und das halbe Rohr schon dicht mit Urinstein. Hab’ ich schon erwähnt, dass ich nicht so wirklich verstehe, was der Vorbesitzer da so veranstaltet hat?

Zugegeben: In dem Raum ist nicht ganz so viel Platz zum Hantieren (es steht der Öltank drin) aber es muss doch auch ihm klar gewesen sein, dass er sich damit langfristig keinen Gefallen tut, wenn das Gefälle nicht zumindest halbwegs stimmt. Naja, wir haben das Beste draus gemacht. Sprich das negative Gefälle mindestens in ein Nullgefälle geändert, dafür die Strecken gekürzt, Spülzugänge eingebaut (T-Stücke mit Drehverschluss) und natürlich die Rohre so gut gesäubert wie möglich. War ein Arsch voll Arbeit aber nun kann man es erst einmal lassen und der Handwerker den Abfluss für die Dusche installieren.

Wie kann man so bauen?!

Der (damals noch leere) Öltank; darüber eins der Abwasserrohre

Wofür der Vorbesitzer allerdings nichts kann ist die Situation, wie es mit Wasser und Abwasser außerhalb des Hauses weitergeht. Da sind die ursprünglichen Erbauer wohl dran schuld. Und zwar war das Grundstück wohl früher mal größer und wurde geteilt. Das Ergebnis: Statt auf die Straße direkt vor dem Haus, verlaufen die Leitungen durch den Garten der beiden Grundstücke (also unser Haus und das dahinter) bis auf die andere Straße. Soweit erst einmal nicht schlimm, auch wenn ärgerlich ist die Wasseruhr nicht im Haus zu haben und zum Abstellen immer jemand anderes belästigen zu müssen. Nein, das Problem ist die Tatsache, dass zumindest das Abwasser anscheinend mit Minderdeckung (<20cm) verlegt ist. Das ist immer gut. Und nein, die Stadtwerke machen da nichts. Anders als bei Strom und Telefon ist der Eigentümer für die Rohre auf seinem Grundstück selbst verantwortlich.

Gemeinde ist aber auch ein gutes Stichwort. Bis wir überhaupt rausgefunden hatten wo unser Wasserzähler ist habe ich mich schon gefühlt wie Buchbinder Wanninger. Die Stadtwerke verweisen auf das Energieunternehmen. Das Energieunternehmen ist für Wasser in dem Ort gar nicht zuständig und verweist wieder zurück an die Stadtwerke. Die Stadtwerke verweisen nun an die Wasserwerke. Die Wasserwerke wissen auch von nichts und verweisen erneut zurück an die Stadtwerke. Die Stadtwerke finden endlich zumindest den ungefähren Zählerstandort (im besagten Nachbarhaus). Immerhin wusste der Nachbar sofort was wir wollten, als wir dann abends mal bei ihm geklingelt haben.

Mittelfristig will ich definitiv zusehen den Mist umzubauen. Nicht nur wegen der Gefahr durch Frost (auch wenn das Wasser tief genug liegt und nur das Abwasser so niedrig). Es ist auch immer so eine Sache mit den Nachbarn. Heute versteht man sich noch mit ihnen, morgen wohnt entweder ein anderer dort oder es war was und dann hat man den Salat. Immerhin: Laut Planungsbüro der Stadtwerke müsste zumindest schon ein Abwasseranschluss inklusive Revisionsschacht von der eigentlichen Straße ins Haus sein. Warum er nicht genutzt wird? Keinen Schimmer.

Learning by doing

Aber Wasser und Strom sind jetzt eh erst einmal in den Händen der Handwerker. Wir beschäftigen uns wie gesagt stattdessen mit unseren Wänden. Haben wir beide auch vorher noch nie so richtig gemacht. Aber im Baumarkt doofe Fragen stellen sowie ausführlich im Internet recherchieren können wir. Entsprechend haben wir es auch geschafft die ersten drei Wände irgendwie halbwegs plan inklusive Struktur schon zu verputzen. Bei Koordination der Arbeit sowie der Menge an Material sind wir noch etwas am Tüfteln (also wie viel Knauf Rotband muss angemischt werden für eine Wand) aber das wird schon. Haben ja noch mindestens neun weitere Wände vor uns.
Aber lasst uns doch mal konkret werden. Was haben wir im Schlafzimmer bislang gemacht und was steht uns da noch bevor bis zum fertigen Werk?

Eine Wand mit frischem Putz

Eine Wand mit frischem Putz

Nun, angefangen hat es logischerweise damit die Tapete von den Wänden zu entfernen. Ging auch ganz gut dank Tapetenlöser (08/15 aus dem Baumarkt) bzw. auf den Styroporplatten an den Außenwänden hat sie sowieso nie richtig gehalten. Anschließend habe ich besagte Styroporplatten von den Wänden entfernt. Auch kein großes Problem. Der Kleber ist zwar über die ganze Wand verteilt aber einmal mit der Spachtel hinten rein und schon fällt einem das Styorpor entgegen – der Kleber jedoch nicht. Anfangs haben wir zwar tatsächlich versucht auch den Kleber zu entfernen und im Schlafzimmer ist auch der größte Teil weg (war eine ganz schöne Schufterei weil es nur mit der Spachtel geht). Aber für alle anderen Außenwände haben wir entschieden einfach nur über den Kleber eine Schicht Putz zum Ausgleichen drüber zu packen. Sonst bin ich noch in 20 Jahren beschäftigt so bombenfest wie der an der Wand klebt.

Stuff to do

Nächster Schritt war/ist die Wand abzuschleifen (am besten mit einem Bandschleifer – wir haben allerdings auch keinen), Tiefengrund drauf zu packen (auch wieder irgendein billiger aus dem Baumarkt) und dann die großen Löcher mit Spachtel (Moltofill ist zu empfehlen, Knauf Rotband geht bei Fläche aber auch) zu schließen. Waren nicht gerade wenige, da ich sehr viel Gewalt anwenden musste, um den Dreckskleber irgendwie runter zu bekommen. Aber nun sind die Wände bereit für den Putz (wie gesagt Knauf Rotband Haftgibs – kostet ein wenig mehr, taugt aber extrem) und genau das machen wir wie jetzt schon mehrfach erwähnt gerade. Vorher natürlich alles abkleben (Folie auslegen auf dem Boden, Steckdosen/Schalter zukleben, Türrahmen und Fensterrahmen etc.).

Sobald der Putz dann trocken ist nochmal mit dem Schleifklotz die groben Überstände runtermachen und erneut Tiefengrund auf die Wand, damit der Putz die Farbe nicht aufsaugt (Rotband steht total auf Flüssigkeit). Letzter Schritt für die Wände: Streichen mit EuroClassic-Farbe von Südwest (soll sehr deckend sein) in einem hellen Orange. Sobald die Farbe dann trocken ist, kleben wir Korkplatten an die Decke (derzeit Regibs-Platten mit schlechter geklebter Raufasertapete) und verlegen auf dem Boden Kork (funktioniert ähnlich wie Laminat – aktuell war da ein Linoleumboden halbherzig auf Fliesen verlegt). Der Kork stammt übrigens in beiden Fällen von Wicanders. Dürfte am Ende dann ein sehr gemütliches und ruhiges Schlafzimmer ergeben.

Aber so weit sind wir noch nicht. Tiefengrund (24 Stunden), Putz (2-3 Tage) und dann natürlich auch die Farbe (24 Stunden) wollen trocknen. Entsprechend arbeiten wir jetzt in zwei Zimmern gleichzeitig (Schlafzimmer und Arbeitszimmer), um jeweils immer weiter machen zu können. Und damit wisst ihr wieder den aktuellen Stand. Mal schauen wo wir kommenden Montag sind. Ich halte euch auf dem Laufenden! Habe sowieso aktuell keine anderen Thema :smile: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #4

Mal wieder ein unnötiges Symbolbild

Mal wieder ein unnötiges Symbolbild

Macht zu Lebtagen einen Erbvertrag mit allen Beteiligten. Ich sag’s euch! Ich hätte es selbst nicht geglaubt, aber das erspart im Todesfall so unglaublich viel Ärger, wenn bereits hieb und stichfest und auch im Sinne der/des Verstorbenen aufgeteilt wurde. Selbst ein Testament ist aus meiner Sicht nicht so gut im Vergleich, weil immer noch anfechtbar (siehe unzählige Gerichtsstreitigkeiten – überraschend viele davon geführt von wohltätigen Organisationen!). Beim Erbvertrag kann keiner mehr Streiten, weil ja alle schon unterschrieben haben. Ansonsten geht es unter Umständen so aus wie bei unserem Haus, das nach drei Jahre Prozessieren – angestrebt durch den zweiten Partner – von den Kindern zwangsverkauft werden musste, um ihn auszubezahlen. Da kommt Freude auf, sag’ ich euch.

Der erste Schuldige

Passenderweise hatte besagter Partner aus zweiter Ehe auch noch Nießbrauchrecht (uneingeschränktes Wohnrecht) im Haus und konnte den eventuellen Tag des Zwangsauszugs entsprecht in Ruhe erwarten. Nachteil für uns: Es wurde sich mehrere Jahre lang nicht mehr um das Haus gekümmert. Natürlich war das teilweise schon bei den Besichtigungen sicht- und entsprechend planbar, aber erst jetzt nach der Schlüsselübergabe ist der volle Umfang der Vernachlässigung deutlich geworden. Die zwei heftigsten Ergebnisse? Zum einen, dass der Öltank (Öl- und Solarkombination) mindestens schon mehrere Monate 100% leer und somit das Haus extrem runtergekühlt war. Unsere erste Maßnahme? Diesen so schnell wie möglich wieder zu füllen und das Haus wieder warm zu bekommen. Zum Glück war der Winter mild, somit ist nichts Schlimmes passiert und auch die Heizung hat nichts abbekommen (der besagte Partner war zumindest so schlau sie komplett abzuschalten, wenn er schon bevorzugte aus Hass im Kalten zu sitzen).

Zum anderen muss die begehbare Dusche inklusive Boden (war nicht versiegelt!) und Rückwand komplett rausgerissen und eine neue eingebaut werden. Dass das nicht einfach mal mit 20 Euro erledigt ist, dürfte klar sein. Aber auch die Armaturen im restlichen Bad sind so gut wie alle fällig und müssen komplett ersetzt werden (TOOM-Baumarkt-Material), weil schwarz oder verrostet. Da kommt so richtig Freude auf. Immerhin hat sich der Sanitär-Handwerker schon für heute angekündigt und der Fliesenleger kurz danach. Es besteht also die Hoffnung, dass das alles bis zum Einzug Ende des Monats erledigt ist.

Der zweite Schuldige

Soll das so grün sein?!

Soll das so grün sein?!

Und dann war die verstorbene Partei auch noch eine Bastlernatur, die entsprechend viel selbst im Haus gemacht hat. Das ist erst einmal nichts grundsätzlich Schlimmes. So gibt es deswegen Sachen wie einen Wäscheschacht in den Keller oder eine Hausstaubsaugeranlage. Aber die Person hat dies gerne getan komplett ohne sich dabei an Regel und Vorgaben zu halten – oder wusste es schlicht nicht besser. Nächste Woche muss deswegen der Elektriker kommen und die komplette Verkabelung überprüfen und teilweise vermutlich neu verlegen, damit der Stromkasten offiziell abgenommen werden kann (wichtig für die Versicherung). Wir haben sogar eine Lampe, zu der es keinen Schalter gibt! Man muss die Birne immer rein- und rausdrehen. Dürfte auch eine Arbeit sein, die eine gute Woche und entsprechend viel Geld verschlingt. Immerhin: So kann ich gleich an die wichtigsten Stellen LAN-Kabel mit verlegen.

Wir sind hingegen seit der Übergabe dabei seine Sünden an den Wänden wegzumachen. Sprich alle schief und komisch an die Wand gemachten Tapeten (das ehemalige Schlafzimmer hatte vier unterschiedliche Wände!) und Styroporplatten (an den Außenwänden) restlos entfernen und anschließend Wiederaufbau betreiben. Also Tiefengrund drauf, Löcher spachteln, Feinputz an die Wände und dann noch Farbe drauf (wir mögen Tapete nicht besonders). Und in einem Zimmer müssen zusätzlich noch Boden (nicht richtig festgemachter Linoleum auf Uralt-Fliesen) und Decke (Regibsplatten extrem schlecht mit Raufasertapete überklebt) komplett neu machen. Dabei hatten wir durchaus die Hoffnung gehabt nach den Besichtigungen, dass das meiste Zeug hätte bleiben können (sah auf den ersten Blick okay aus). Aber wenn zwischen den Tapetenbahnen teils zentimeterbreite Abstände sind, dann ist das logischerweise absolut nicht vertretbar.

Baumärkte

Klingt nicht nur nach viel zu tun, ist es auch. Kein Wunder also, dass wir in den letzten Wochen auch viel Zeit (und Geld) in Baumärkten verbrachten haben. Der Vorbesitzer scheint selbst, wie erwähnt, ein absoluter TOOM-Fan gewesen zu sein. Wir sind es nicht. Klar, für Kleinigkeiten (Mundschutz, Spachteln, und sowas) und Sachen, die eh jeder hat (Knauf Rotband Haftputzgibs, Tiefengrund und so Zeugs), kann man da ruhig hin. Ist auch in der Nähe des Hauses. Aber die Beratung ist unterirdisch (“Ey ich hab’ grad echt kein Bock auf dich aber das Management sagt, ich muss mich trotzdem mit dir unterhalten”-Service) und die Qualität vieler Produkte auch. Zudem ist die Eigenmarke trotz niedriger Qualität sogar teurer! Immerhin sind die Servicekräfte so ehrlich und sagen einem das sogar und verweisen stattdessen auf das bessere und oft billigere Produkt.

Bauhaus und vor allem Hornbach (wenn es um Beratung klar zu empfehlen) geht, sind da eindeutig andere Kaliber wie ich schon jetzt sagen muss. Da fühlt man sich besser aufgehoben. Ach und natürlich viel im Internet recherchieren, Videos schauen und selbstverständlich die jeweiligen Eltern mit den ganzen Fragen von wegen “Wie machen wir das jetzt?!” nerven. Dafür sind sie ja da, oder etwa nicht? :smile: . Hin und wieder lohnt sich, trotz der eventuell etwas höheren Preise, auch der Besuch eines Fachhandels wie Prosol (Farben). Unseren Kork-Boden haben wir ebenfalls bei einem Innenausstatter geholt statt ihn im Internet zu bestellen. Die haben dann doch unter Umständen noch einmal einen Ticken mehr Spezialwissen als die Kollegen im Baumarkt.

Epilog

Also ich will ja lieber Lilablassblau!

Also ich will ja lieber Lilablassblau!

Viel Neuland quasi, das wir derzeit betreten und unzählige neue Fragen auf die wir eine Antwort finden müssen: “Können wir den beschissenen Styorporkleber an der Wand lassen oder müssen wir ihn zwingend entfernen was nur absolut mühselig und in tagelanger Kleinarbeit mit der Spachtel geht?”, “Wie kann jemand eine Regibsplatte falsch rum an die Wand montieren?!”, “Ist dieses Violett Violett genug für die Wand?” “Nehmen wir als Kontrastfarbe Violettgrau oder doch eher Violettblau? Und in welcher Abstufung?”, “Verlängern wir das eine Stromkabel und schneiden das andere ab oder hängen wir einfach zwei Lampen auf, um genug Licht im Raum zu haben?”, “Wie bringe ich eigentlich Putz so an die Wand, dass er nicht gleich wieder abfällt und auch noch schön glatt ist?” und so weiter und so fort.

Bei allem müssen wir im Hinterkopf behalten, dass am 30. Januar der Umzug stattfindet. Daran führt kein Weg vorbei. Bis dahin müssen wir zwingend mit allem soweit fertig sein. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das auch hinbekommen. Wir kommen glücklicherweise ganz gut mit voran. Trotzdem bin ich extrem froh, dass die ganzen Formalien so hingehauen haben und wir schon Mitte Dezember Übergabe machen konnten und nicht erst wie im Kaufvertrag festgelegt im Januar.

Und jetzt entschuldigt mich: Ich muss erschöpft ins Bett fallen. Bis Montag!

Ein tolles Symbolbild

Ein tolles Symbolbild

Am Freitag war es also soweit: Ein Besuch beim Notar stand an bei dem die Unterschriften (Käufer, Verkäufer und Notar) unter ein hochoffizielles (und verdammt teures!) Dokument gesetzt wurden. Und damit haben wir technisch gesehen ein Haus gekauft. Jippie! Lasst die Sektkorken knallen und wir uns bis zum Morgengrauen besaufen!

Oder besser nicht, denn die Realität sieht natürlich noch etwas anders aus. Also rein formal gesehen ist das Ding jetzt tatsächlich uns. Aber die Finanzierung muss nun noch endgültig durchgehen und unterschrieben werden, die jeweilige Bank das Geld anschließend tatsächlich dem Notar zur Verteilung an die Verkäufer zur Verfügung stellen und abschließend die Übergabe stattfinden. Nebenbei wollen Makler (5,95% vom Kaufpreis!), Notar (1,5 bis 2%) und die Grunderwerbssteuer (6%) bezahlt werden. Die wollen ihr Geld übrigens am liebsten aus Eigenkapital erhalten. Banken mögen es überhaupt nicht gerne, wenn ihr die Kaufnebenkosten über einen Kredit finanzieren wollt. War/ist bei uns aber zum Glück kein Problem.

Doch zurück zum Ablauf: Das Grundbuch muss “nebenbei” mit den neuen Informationen überschrieben werden und dann auch noch so ein Eigentumsdingens irgendwo eingetragen werden was ich grad wieder vergessen habe (macht aber alles der Notar automatisch). Damit ist wohl so im März/April zu rechnen, wir wohnen also dann technisch gesehen schon einige Zeit drin bis das alles erledigt ist. Außerdem stehen auch noch ein paar Renovierungsarbeiten (aber nichts Extremes) nach der Übergabe Mitte Dezember an bis wir dann tatsächlich Ende Januar in unser neues trautes Heim umziehen können. Wobei die Arbeiten am eigenen Haus ja bekanntlich niemals wirklich abgeschlossen sind :smile: .

Aber spätestens dann gibt es kein Zurück mehr, denn meine aktuelle Wohnung habe ich Freitagabend schon gekündigt. Von daher müssen wir zusehen, dass auch die letzten Schritte noch klappen und alles halbwegs geordnet über die Bühne geht. Zuallererst eben die ganze Sache mit den Banken.

Die Situation

Jaja, die Banken. Das ist ein Thema für sich. Ich hatte ja schon das letzte Mal erwähnt, dass wir eigentlich an einem schicken Häuschen dran waren. Leider passte das den Banken irgendwie nicht so richtig (war Baujahr Achtzehnhundertirgendwas aber komplett Renoviert). Die wollten noch haufenweise zusätzliche Unterlagen haben, die aber schlicht nicht mehr existieren (Baupläne und Renovierungsnachweise zum Beispiel) und einen Gutachter haben sie nicht rechtzeitig losgeschickt bekommen. Somit wurde es uns dann doch noch vor der Nase weggeschnappt. Hat sehr wehgetan, muss ich sagen. War ein echt schickes kleines Häuschen. Jetzt haben wir halt nach einer weiteren Suche ein anderes, nicht weniger schickes Häuschen im gleichen Dorf gefunden und wie gesagt auch schon unterschrieben.

Jetzt wird der eine oder andere Ausrufezeichen über seinem Kopf haben: “Wie? Ihr unterschreibt ohne, dass die Finanzierung unter Dach und Fach ist? Das ist doch grob fahrlässig!”. Die Antwort: Nein, natürlich nicht. Der Makler (vom Verkäufer beauftragt) hätte uns in dem Fall erst gar nicht zum Notar mitgenommen, wenn wir kein Darlehen bekommen würden. Aber aktuell haben wir nur ein festes Angebot über den Makler, können uns also noch umschauen und müssen erst Mitte November entscheiden unter welchen Vertrag wir tatsächlich unsere Unterschrift setzen. Sinnvollerweise natürlich den mit den besten Konditionen. Wenn es am Ende das vom Makler ist, dann den. Ansonsten halt einen anderen.

Geld? Hamma keins?!

Ruine einer Kapelle in Durness, Schottland Quelle Wikipedia / Superbass unter CC BY-SA 3.0

Ruine einer Kapelle in Durness, Schottland
Quelle Wikipedia / Superbass unter CC BY-SA 3.0

Ist aber definitiv nicht so einfach an Geld zu kommen. Irgendwie haben die Banken mittlerweile keine Lust mehr Kredite zu vergeben. Zumindest fühlt es sich so an. Die Hürden sind irgendwie extrem hoch. Ich frag mich wie da noch ein Existenzgründer oder eine bestehende Firma an Kohle kommt. Allen möglichen Scheiß wollen sie haben, um in allen Fällen 100% abgesichert zu sein und ja keine Verluste zu machen bzw. keine Ruine zu “kaufen”. Da wird man von oben bis unten durchleuchtet und das Haus genauso. Dass sie nicht den erstgeborenen Sohn überschreiben lassen ist schon fast ein Wunder. Aber lassen wir uns doch mal ein wenig konkreter werden. Was haben wir denn bislang so an Erfahrungen gemacht?

Nun, die Banken wollen auf jeden Fall eine ausführliche Selbstauskunft mit allem Drum und Dran. Sprich wie viel verdient man und wie lange schon (mit Nachweis natürlich), hat man noch Schulden, wie viel Eigenkapital hat man (auch hier mit entsprechendem Nachweis), wie viel Vermögen insgesamt und was bringt man davon in den Kauf ein (wie erwähnt wegen den Nebenkosten), wird der Kredit alleine getragen oder zusammen mit einem anderen, muss man aktuell irgendwo Unterhalt bezahlen und so Zeugs. Dann darf noch die Genehmigung erteilt werden die Schufa abzufragen und das Haus wird auch noch von einem Gutachter besichtigt – unter Umständen sogar mehrmals. Und wehe es ist zu alt. Dann bitteschön auch noch Nachweisen, dass es auf den neusten Stand renoviert wurde in den letzten Jahren. Sprich mit Rechnungen und derlei Kram. Ernsthaft: Wer, glauben die, hebt das Zeug so lange auf?

Einsam? Ja, ne, das geht so ned!

Alleine finanzieren ist übrigens gefühlt das Schlimmste, was man aus Sicht der Bank machen kann. Und zwar egal wie viel ihr verdient. Da muss Mann/Frau dann auch noch eine Risikolebensversicherung haben, sonst wird das nix. Zugegeben: Das ist im ersten Moment wohl nicht zu Gunsten der Bank, sondern im Sinne der Erben. Damit ist meinem Verständnis nach sichergestellt, dass der Kredit trotzdem bedient werden kann und eben nicht gleich die Hütte verkauft werden muss. Ist insofern also tatsächlich nicht ganz so verkehrt. Aber trotzdem: Man fühlt sich durchaus etwas unnötig gegängelt von den Geldhäusern.

Zumal sie sich natürlich mit allem auch noch viel Zeit lassen. Und das hat man in so einer Gegend wie das Umland von Darmstadt einfach nicht. Da muss man sich extrem schnell entscheiden. Im aktuellen Fall waren wir auch nur die zweiten, die das Haus reserviert hatten und hinter uns war auch noch eine weitere Schlange an Nachreservierungen. Wir haben es also auch nur bekommen, weil der vor uns nicht schnell genug einen Nachweis darüber bringen konnte, dass er das versprochene Eigenkapital tatsächlich hat. Da waren wir besser vorbereitet (kannten das Spielchen ja jetzt auch schon).

Entsprechend praktisch ist es, dass der Makler quasi eine Inhouse-Finanzierung als “Rückfalllösung” anbietet. Sonst hätten auch wir das wieder nicht hinbekommen zeitlich. So konnten wir hingegen jetzt schon gefahrlos unterschreiben ohne bereits eine feste Unterschrift unter einem Darlehensvertrag zu haben. Zumindest über ihn können wir uns nämlich sicher sein auch tatsächlich einen zu bekommen. Wie gesagt: Sonst wäre er erst gar nicht mit uns zum Notar. Was aber jetzt nicht heißt, dass die Konditionen über den Makler so schlecht sind. Sind sie definitiv nicht. Wir verkaufen also nicht unsere Seele sollten wir im Zweifel sein Angebot annehmen, wenn wir wirklich nicht rechtzeitig etwas Besseres finden.

Fazit

Ist also bislang alles sehr angenehm gelaufen muss ich sagen. Natürlich hatte vor allem ich, das kleine Sensibelchen, im Vorfeld mehr oder weniger Angst und ein mulmiges Gefühl vor diesem Schritt. Ist schließlich nichts, was man einfach so übers Knie brechen sollte so ein Hauskauf. Und das unruhige Gefühl im Bauch wird wohl auch erst nach der ersten Nacht im neuen Heim komplett verschwunden sein. Aber ich sehe auch ganz klar ein: Wenn nicht jetzt, wann dann? Zumal wir mit der Hütte denke ich schon ein gutes Geschäft gemacht haben. Aber mehr dazu dann vermutlich im nächsten Jahr :smile: .

Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf mit meiner Freundin in das schicke Eigenheim einzuziehen und damit den nächsten Schritt hin zu einem “traditionellen” Leben zu tun!

Parkbank im Flensburger Carlisle-Park (Autor: Hedwig von Ebbel)

Parkbank im Flensburger Carlisle-Park
(Foto: Hedwig von Ebbel; Public Domain)

Jetzt hängt erst einmal alles an der Bank. Wir können nur noch abwarten und hoffen, dass die Bearbeiter(in) unseren Antrag zügig abarbeitet. Wir sind nämlich nicht die einzigen, die am ausgeguckten Bestandshaus großes Interesse haben. Entsprechend zählt nun, wer als erstes die Finanzierungszusage hat und mit dem Verkäufer zum Notar geht. Drückt uns die Daumen, dass es klappt. Wenn nicht, sind wir zwar wieder ein gutes Stück schlauer und wissen zum Beispiel jetzt ganz genau auf was die Kreditgeber achten und welche Unterlagen sie brauchen. Aber wir müssten dann auch wieder mit unserer Suche von vorne beginnen – zum dritten Mal.

Die Suche

Ich hatte ja schon bei letzten Mal kurz angerissen, auf was wir besonders geachtet haben bei unserer Suche, aber noch einmal kurz zusammengefasst: Maximal 20 Kilometer von der Arbeit entfernt, Haustiere kein Problem, etwas ruhigere/ländlichere Lage (auch wegen den Kosten- je näher an Darmstadt, desto höher der Preis logischerweise), mindestens fünf Zimmer und ungefähr 110m² (wegen den zwei getrennten Arbeitszimmern), ein halbwegs anständiger Internetanschluss (ich will nicht wieder in die Steinzeit zurück!) und natürlich ein Preis/Zustand der in unserem Budget liegt. Das alles schränkt die Suche natürlich schon sehr stark ein. Das ist aber gar nicht mal was Schlechtes – zumindest im Raum Darmstadt. Da ist das Angebot im mittleren Preissegment gar nicht mal so klein und es macht wenig Sinn sich auf zu viele Objekte gleichzeitig zu versteigen.

Aber wo fängt man überhaupt an? Eine Frage, auf die sich in Zeiten des Internets schnell eine Antwort finden lässt: Wir haben fast ausschließlich über Immobilienscout24 (und ein wenig über Immowelt) gesucht. Bin ich schon damals bei meinen Wohnungssuchen in Nürnberg und Darmstadt ganz gut mit gefahren und unsere Erfahrungen in Sachen Haussuche waren bislang auch nur positiv. Wie gesagt: Reichhaltiges Angebot, gute Übersicht und vorbildliche Filterfunktionen, um schnell auszusortieren. Zum Beispiel die Angebote, wo wenig dabei steht oder nur wenige Bilder sind (und es sich nicht um Zwangsversteigerungen handelt). Oder Angebote bei denen schon die Bilder keinen guten Eindruck von der Hütte vermitteln (aufgerissene Wände, Häuser in Hinterhöfen, verwilderte Gärten und so weiter). Wir waren (und sind) da ziemlich fix sehr effektiv geworden würde ich mal behaupten.

Wichtig ist, aus meiner Sicht, dass am Ende des Tages maximal 3-4 Objekte rausfallen. Sich gleichzeitig auf mehr zu konzentrieren hat eher weniger Sinn. Zumal es einen dazu zwingt sich die wirklich ansprechenden “Rosinen” rauszupicken und nicht einfach zu sagen “Ach, das könnte man sich ja auch mal anschauen”. Letzteres, das wird man schnell merken, führt nur zu extrem viel Stress dank unzähliger Besichtigungen ohne Ergebnis. Es waren so schon ganz schön anstrengende Wochen bislang.

Erste Erfahrungen

Von Anfang an stand die Frage im Raum: Bestandshaus oder Neubau. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beim Bestandshaus sieht man gleich was man hat, bekommt aber vermutlich nicht ganz sein Wunschhaus (bzw. stellt dann doch fest, dass sich unter dem Putz schlechte Nachrichten verstecken). Bei einem Neubau kann man sich die Hütte zwar (relativ) komplett zusammenstellen, aber die Gefahr einer Kostenexplosion ist extrem hoch.

Reihenhaus (Auszug der Webseite der deutschen Reihenhaus AG)

Auszug von der Webseite der deutschen Reihenhaus AG

Das war auch mit einer der Hauptgründe, warum wir uns Anfangs zwar auf einen Neubau eingeschossen hatten, aber dann doch kurz vor der Zusage einen Rückzieher machten. Was da noch alles auf den Preis mit dazukam, ist der Wahnsinn. Also nicht nur die üblichen Nebenkosten in Form von Notar, Grunderwerbssteuer und Makler, sondern zum Beispiel noch Fliesenleger, Maler und Küche. Da hat man schnell nochmal 10.000 bis 20.000 Euro zusätzlich zusammen. Weitere Gründe dafür waren, dass es sich um ein Reihenmittelhaus ohne Keller in einem Wohnpark handelte (Teilung nach WEG = Probleme mit Nachbarn quasi vorherbestimmt), wo uns die nette und ehrliche Dame bei der Besichtigung des Musterhauses schon darauf hinwies, dass es an bestimmten Stellen zu Rissen im Beton der Außenwand kommen kann (Bitte was?!). Das ließ uns dann zur Entscheidung kommen, dass wir nicht nur kein Reihenhaus haben wollen (wenn, dann anständig gemauert und freistehend oder vielleicht noch Doppelhaushälfte), sondern unsere Suche vielleicht auch erst einmal auf Bestandshäuser beschränken sollten. Da hatten wir bislang nur ein paar wenige besichtigt gehabt, die aber alle irgendwo Probleme hatten (zum Beispiel ein quasi Doppelhaus, wo dem Hintermann aber noch das Dachgeschoss des Vorderhaus gehört – völlig bescheuert).

Neuer Versuch

Also haben wir einen zweiten Anlauf gestartet und uns gezielt auf Bestandshäuser konzentriert. Kurzzeitig stand dabei auch das Thema “Zwangsversteigerung” im Raum, aber da haben wir recht schnell festgestellt, dass wir uns da viel zu wenig auskennen und die Gefahr extrem groß ist am Ende mit einem unbrauchbaren Haus dazustehen, dass die Bank nicht einmal komplett finanziert. Entsprechend war und ist das auch kein Thema mehr erst einmal. Stattdessen eben “normale” Bestandshäuser, die am besten noch von Privatleuten verkauft werden. Zum einen weil ihr euch dadurch die Maklerkosten sparen könnt und zum anderen, weil da vielleicht noch Verhandlungsmöglichkeiten sind in Sachen Preis.

Und genau so eine Hütte haben wir jetzt gefunden und hoffen, dass wir sie auch kriegen. Schicke Lage, perfekte Grundstücksgröße (zu groß bedeutet nur, dass ihr mehr Arbeit damit habt es zu pflegen), schönes Haus (innen wie außen), sympathische Verkäufer und preislich vollkommen okay (inklusive etwas Runterhandeln und dem Überlassen so einiger Möbel darunter die Küche). Schauen wir also mal, ob es tatsächlich klappt. Wie gesagt: Jetzt hängt alles von der Bank ab. Wie schnell ist sie und wie schnell ist die Konkurrenz mit exakt der gleichen Arbeit (nur bei einer anderen Bank). Dazu und zur Frage worauf man bei einem Bestandshaus so achten sollte, mehr beim nächsten Mal.

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