Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #42

Feiertage sind wirklich praktisch. Für so einige männliche Vertreter unserer Gattung Christi Himmelfahrt war es beispielsweise die Möglichkeit den Tag mit vornehmlich flüssigem Essen auf Hefebasis zu verbringen. Lysanda und ich haben hingegen etwas aus unserer Sicht sinnvolleres getan: Uns mit unserem Keller beschäftigt und die zweite Schicht Südwest Methacryl-Fußbodenfarbeaufgetragen aufgetragen.

Ja, wir haben uns erneut dagegen entschieden einen “richtigen” Fußboden mit z.B. Fliesen zu installieren. Stattdessen haben wir wie in den Wasch- und Werkräumen wieder zum Pinsel gegriffen und den Boden einfach nur neu versiegelt. Das Material gleicht zwar keine Unebenheiten oder Löcher aus. Aber das gröbste in der Hinsicht hatten wir im Vorfeld schon mit entsprechendem Material verschlossen. Und die restlichen Hubbel stören uns nicht. Es ist schließlich “nur” ein Keller.

Außerdem standen die dazugehörigen Eimer schließlich schon seitdem im Weg herum (und es ist immer noch ein rund dreiviertel gefüllter Eimer übrig…). Am Dienstag mit der Schleifmaschine überall mal drüber und den Dreck mit dem Staubsauger rausgeholt, dann am Mittwoch die erste Schicht zum Verschließen der Poren. Und am Donnerstag die zweite, abschließende Schicht für eine gleichmäßige Oberfläche. Und ich bin erneut absolut begeistert vom Ergebnis. Sechs Jahre nach unserem Einzug sieht es im Keller endlich in allen Räumen anständig aus – sowohl die Wände als auch der Fußboden. Da sucht man sich schon fast irgendwelche Ausreden, um mal runter zu müssen und die schicke, gleichmäßige Oberfläche unter den Füßen spüren zu dürfen. Bitte? Ich hätte einen am Lattenzaun? Pff, ihr seid doch nur neidisch, weil ihr nicht so einen tollen Keller habt!

Als nächstes heißt es jetzt erst einmal aus dem Keller rausschaffen, was wir nicht mehr haben wollen (z.B. ein paar Schränke von den Nachbarn, die wir doch nicht gebrauchen können). Anschließend heißt es Regale für den Wasch- und den Öltankraum besorgen und aufbauen. Ich werde selbstverständlich weiter berichten – und das meine ich nur dezent als Drohung :tongue: .

Erfahrungen

Werk- und Waschraum sind ein gutes Stichwort. Weil ich mich nicht zurückhalten kann, berichtige ich ja meist ziemlich frühzeitig über etwas Neues in unserem Haushalt. Aber eigentlich ist es ja interessanter zu wissen, wie so die Erfahrung nach längerer Zeit der Nutzung ist. Lasst uns also heute Mal einen Blick auf ein paar ältere Sachen werfen und wie sie sich entwickelt haben:

Unten der neue Belag, oben der (dreckige) von 2018.

Südwest Methacryl-Fußbodenfarbe: Man merkt, dass im Waschraum wesentlich mehr Aktivität herrscht als im Werkraum. Während letzterer noch so gut wie neu aussieht, wirkt der Boden im Waschraum mittlerweile nicht mehr ganz so perfekt wie zu Beginn durch die häufige Nutzung. Ich bin beispielsweise scheinbar mal mit nassen Rädern am Wäschebeutel drübergefahren und die Spuren sind immer noch deutlich sichtbar. Ich habe allerdings ehrlich gesagt seitdem auch nicht wieder drüber gewischt nass (nur gesaugt). Meine Hoffnung ist also, dass es vielleicht doch noch weggeht.

Als ich eine etwas schwere Metalltonne weggeräumt habe, ist hingegen ein bisschen von der Farbe abgeplatzt. Das war zum Glück aber relativ zügig mit einem Klecks neuer Fabre behoben. Sollten die Räder-Schlieren beim Putzen nicht verschwinden, würde ich das ebenfalls einfach mit einer neuen Schicht Farbe überdecken. Alles in allem war es aber immer noch die richtige Entscheidung die Böden einfach nur damit zu streichen und wir können das Produkt weiterhin empfehlen.

 

Südwest EuroClassic Innenfarbe: Fast alle Wände im Erdgeschoss sind mit dieser Innenfarbe gestrichen und ich kann sie auch nach sechs Jahren nur über den Klee loben. Ja, die Kräftigkeit der Farbe hat über die Zeit etwas nachgelassen. Keine Ahnung ob es stimmt, aber es fühlt sich so an als würde das Grau des Putzes etwas durchschimmern. Das merkt man aber hauptsächlich nur dann, wenn man die ein oder andere Stelle mal nachstreicht und dabei eben genauer hinschaut. Im Alltag sind die Räume immer noch schön poppig und Besucher jedes Mal wieder überrascht, dass wir wirklich jedes Zimmer in einer anderen Fabre gestrichen haben :smile: .

Die grundsätzliche Entscheidung auf Tapeten zu verzichten, hat sich logischerweise in all den Jahren schon mehrfach bezahlt gemacht. Speziell im Wohnzimmer musste ich in der Zeit wegen der Katzen und ihren Krallen so einige Stellen flicken, was aber mit einem Pinsel und etwas Farbe ratzfatz ging. Mit Tapeten? Vergesst es…

Übrigens hat sich in der Hinsicht auch unser Muster im Putz als gute Entscheidung erwiesen. Dadurch, dass die Wand sowieso schon Vertiefungen hat, fallen die Katzenkratzer überhaupt nicht mehr auf sobald ich mit der Farbe drüber gegangen bin.

 

Das Werk von Pichu und Maya über dem Kratzbaum.

Zierleisten glatt*: Wenn wir schon beim Thema Krallen sind: Die Zierleisten vertragen sich mit unseren Katzen nicht wirklich. Gibt so einige Stellen, die mittlerweile absolut *pardon* scheiße aussehen, weil speziell Pichu z.B. über den Kratzbaum drankommt und gerne daran seine Krallen wetzt. Flicken ist nicht wirklich drin, ist ja schließlich nur zusammengepresstes Styropor. Die muss man stattdessen komplett austauschen, was wir noch nicht getan haben. Insofern sind wir uns nicht wirklich sicher, ob wir das noch einmal so machen würden. Ja, sie sehen grundsätzlich immer noch schick aus und nachdem man den Dreh mal raus hat, bekommt man sie ganz gut an die Decke. Aber wir hatten trotzdem ganz schön zu kämpfen mit den Dingern und jetzt eben die Krallensache – vermutlich hätten wir uns wie am Rest der Wand mit simplen Streichen einen besseren Gefallen getan. Insofern: Nur, wenn ihr sicherstellen könnt, dass keine Katze drankommt und am besten vom Profi machen lassen.

 

tepro Toronto Holzkohlegrill*: Ja, wie erwartet hatten wir ihn in den sechs Jahren nur vergleichsweise wenig in Benutzung (wahrscheinlich nur 1x pro Jahr). Wir kriegen einfach nicht so oft Gäste und für uns alleine haben wir ihn genau ein einziges Mal angemacht. Aber die paar Male, die er in Betrieb ging hat er gute Arbeit geleistet und erfolgreich den Besuch gesättigt (u.a. eine Ausgabe des Katzenstammtischs). Aber man merkt natürlich trotzdem, dass er billig in der Verarbeitung ist. Die Handkurbel für die Kohlenpfanne und der Griff für die Tür sind beispielsweise äußerlich ziemlich angerostet. Etwas, was man bei einem Grill eigentlich nicht erwarten würde. Schließlich sollte sowas ja für draußen geeignet sein. Auch die Belüftungsöffnungen sind nur bedingt zu gebrauchen. Die meisten davon fallen einfach immer wieder zu und bleiben nicht in ihrer Stellung. Vermutlich, wegen der Hitze und dem dünnen Material. Für ernsthafte Grillfans also absolut nicht geeignet. Aber für Gelegenheits-Griller wie uns stimmt das Preis/Leistungs-Verhältnis weiterhin.

 

Gewelltes Plexiglas

Plexiglas: Ich scherze immer, dass wir alle Probleme in der Casa Lysanda grundsätzlich mit Plexiglas lösen. Aber es ist halt einfach extrem praktisch. Ja, es nicht das billigste Produkt auf dem Markt. Aber der Aufpreis für das Original im Vergleich zu 08/15-Acrylglas lohnt sich einfach. Unser gesicherter Katzengarten feiert heuer auch schon seinen vierten Geburtstag (beste Entscheidung ev4r den zu bauen!) und weder ist uns in der Zeit eine Platte ohne menschliche Fremdeinwirkung kaputt gegangen, noch ist irgendeine verfärbt. Wenn man etwas genauer von oben draufschaut, ist zwar eine Wellenform erkennbar aber das ist eher Feature als Bug. Schließlich zeigt das, dass die Platten bei Wind und Wetter schön in Bewegung sind und das Material arbeitet. Entsprechend kein Wunder, dass sie so lange aushalten.

Die stärksten Stürme und die heißesten Sommer haben sie bislang ohne Probleme gemeistert und es sieht nicht so aus, als würde sich das in nächster Zeit ändern. Im Gegenteil haben mir die Handwerkerbesuche mal wieder gezeigt, wie unsichtbar die Dinger sind. Ja, u.a. der Maler ist dagegen geknallt als er über den Zaun auf die andere Seite des Vogelkäfigs schauen wollte und nicht bemerkt hat, dass da was dazwischen ist. Die Platte (und der Kopf des Handwerkers) hat zum Glück gehalten. Entsprechend dürfte es euch nicht verwundern, wenn ich euch verrate, dass auch beim Aufbau der Katzenchillecke erneut Plexiglas eine wichtige Rolle spielen wird :smile: .

Abschließender Tipp am Rande: Grundsätzlich ist der Erfolg beim Bohren von Löcher ins Plexiglas stark von der Witterung abhängig (=Warm geht es besser). Es hilft aber immer auf der unteren Seite ein Stück Kreppband kleben, um das Entstehen von Rissen zu verhindern.

 

ChuChu: Unser Saug-Wisch-Roboter mit dem bürgerlichem Namen ECOVACS Robotics DEEBOT OZMO 930. Das mit dem “Wischen” funktioniert leider mittlerweile nicht mehr. Warum auch immer kommt nicht mehr genug Wasser aus dem Behälter auf das Wischtuch. Ist anscheinend ein bei ECOVACS-Käufern bekanntes Problem bei dem der Support nicht wirklich hilfreich wäre. Aus ihrer Sicht kommt Wasser raus und damit ist der RMA-Prozess abgeschlossen. Stattdessen setzen einige auf teils sehr abenteuerliche Lösungen, um die Flussrate zu erhöhen. Ich selbst habe mich hingegen erstmal damit abgefunden, dass es eben jetzt nur noch ein (überteuerter) Saugroboter ist. Diese Arbeit erledigt er immerhin weiterhin sehr gut. Es gab zwar zwischendurch mal ein paar Versionen der offiziellen App, die buchstäblich kaputt waren (der Roboter wurde überhaupt nicht mehr gefunden), was die genaue Steuerung des Kleinen entsprechend erschwerte. Aber mittlerweile saugt er wieder problemlos vor sich hin und sammelt fleißig die Katzenhaare auf. Ab und zu muss mal die Bürste an der Unterseite enthaart werden, aber insgesamt weiterhin ein pflegeleichtes Familienmitglied unser ChuChu. Wir sind grundsätzlich wirklich froh darüber ihn an unserer Seite zu haben. Sollte er aber dann doch irgendwann mal am Ende seines Lebens angekommen sein, stehen die Chancen für einen erneuten Kauf eines ECOVACS-Modells nicht wirklich gut. Da werde ich mich vermutlich dann umorientieren. Sprich: Roboter für Katzenhaushalt *yay*, ECOVACS *nay*.

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