Sicarius

Teure Vierbeiner

Pichus Backenzähne

2022 ist offensichtlich nicht nur bei uns Menschen das Jahr des “Aufräumens”. Auch bei den Katzen wird Platz gemacht – zumindest im Mund. Nachdem im Januar schon Jules und Balu antanzen durften, um kaputte Zähne entfernen zu lassen und Maya im Juli endgültig zur zahnlosen Braut wurde, war jetzt Pichu dran. Zahnstein hatte unsere mobile Tierärztin schon letztes Jahr festgestellt, nun war zusätzlich noch das komplette Zahnfleisch auf einer Seite seines Oberkiefers feuerrot. Also ging es für ihn seit langem mal wieder ab in den Tragekorb. Das Ergebnis? Sechs Zähne weniger. Vorne zwei sowie ein paar Backenzähne. Wird wohl auch nicht seine letzte Zahn-OP gewesen sein, denn auf dem Röntgenbild ist schon ersichtlich, dass die oberen zwei Hauer anfangen herauszurutschen. Mal schauen wie lange das dauert, bis sie wie bei Jules oder Maya komplett raushängen.

Bleibt also nur noch Lyssi, die zwar schon 2018 aufgrund eines Unfalls einen Eckzahn verloren hatte, seitdem aber “verbissen” an ihrem Gebiss festhält. Weder Zahnstein noch sonstige Probleme bislang. Hoffen wir, dass es so bleibt *klopft auf Holz*. Schließlich ist so eine Zahn-OP nicht nur anstrengend für das Tier (Maya hatte ~3 Tage mit der Narkose zu kämpfen). Man merkt sie auch im Geldbeutel. So wurden bei Pichu 460,06€ fällig. Diese setzen sich zusammen aus (alle Zahlen sind Nettopreise):

  • (Folge-)Untersuchung: 11,90€
  • Narkose und Überwachung: 65,49€
  • Zahnsteinentfernung: 53,20€
  • Dentalröntgen: 77€
  • 3 Zähne ziehen, einfach: 29,40€
  • 3 Zähne ziehen, schwierig: 70€
  • Antibiotika/Wundversorgung: 59,51€

Insgesamt belaufen sich unsere Tierarztkosten vor allem dank der Zahn-OPs dieses Jahr bereits auf über 2.600€ – uff. 2021 lagen wir bei <100€. Da braucht das Konto erstmal wieder eine Pause, um sich zu füllen. Und ab Oktober wird es höchstwahrscheinlich nochmal teurer aufgrund der (überfälligen) Reform der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte. Auch ein Grund, warum Pichu jetzt dran war und wir nicht noch ein bisschen länger gewartet haben.

Wie bezahlen?

Ein Kostentreiber

Ich hab‘ grad mal spaßeshalber geschaut: Bislang haben unsere fünf Vierbeiner fast 7.000€ in den letzten vier Jahren verschlungen – inkl. den 1.300€ für die Tierklink bei Lyssis Unfall. Aber nein, wir haben tatsächlich weder eine Tierkranken- noch eine Tier-OP-Versicherung. Stattdessen legen wir aktuell jeden Monat Geld auf ein extra Katzenkonto, um diese ungeplanten Kosten zumindest zu einem Teil abzufangen. Das heißt nicht, dass wir eine Versicherung doof finden. Es ist wie immer eine Abwägungssache.

Vollschutz-Versicherungen gibt es aktuell schon ab 15€ (pro Katze). Bei dieser Preisklasse ist der Leistungsumfang dann zwar mitunter nicht so groß (oder eine hohe Selbstbeteiligung drin). Und je älter die Katze und je nachdem ob schon eine Krankheit da ist/da war erhöht sich der Preis mitunter nochmal stark (oder es regnet Ausnahmen). Für einen gute Krankenversicherung legt man eher das Doppelte auf den Tisch. Aber es ist natürlich trotzdem immer noch ein kleinerer Betrag als dann plötzlich bei einem Notfall auf einen Schlag das Hundertfache oder mehr auf den Tisch legen zu müssen. Und eine OP-Versicherung schlägt monatlich mit noch weniger zu Buche.

Bei allem ist aber definitiv zu beachten, was die Versicherung tatsächlich bezahlt. Wir haben mit Maya beispielsweise ein paar Bioresonanzsitzungen vom Heilpraktiker machen lassen, in der Hoffnung ihren Schnupfen zu verbessern. Das hätte sicherlich keine Versicherung übernommen. Und wie sieht es mit FORL aus? Wären unsere Zahnbehandlungen gedeckt gewesen? Da muss man wie bei menschlichen Versicherungen sehr penibel darauf achten. Entsprechend entscheidend sind die Lebensumstände der Tiere. Zuhause kann zwar immer was passieren (in der Heizung hängen bleiben wenn diese nicht gesichert ist, Kippfenstersyndrom, von der Treppe fallen) aber die Wahrscheinlichkeit ist doch geringer als bei einem Freigänger. Und wenn die Katze eine chronische Krankheit hat ist es ebenfalls noch einmal etwas ganz anderes. Da lohnt sich mitunter ganz schnell eine Versicherung – solange die dazugehörige Behandlung gedeckt wird.

Unsere Situation

Kommen wir vielleicht noch einmal konkret zu uns als Beispiel. Sagen wir mal, die oben genannten 7.000€ wären alle von einem Vollschutz abgedeckt gewesen. Achtung: Das nachfolgende sind KEINE Empfehlungen. Wir haben keine Erfahrungen mit Tierkrankenversicherungen. Es sind nur Beispiele!

Lyssis Gebiss ist noch fast vollständig

Pet Protects “Rundum-Sorglos”-Tarif kostet 29,90€, bei Uelzener sind es nochmal ~10€ mehr (gibt immerhin Rabatt bei mehreren Katzen). Sprich bei Pet Protect hätten wir in den vier Jahren 7.200€ bezahlt, bei Uelzener sogar 9.300€ – da sind wir mit unseren tatsächlich gezahlten 7.000€ billiger. Eine Tier-OP-Versicherungen hingegen? Nun, die Zahn-OPs in den vier Jahren lagen bei ca. 3.500€. Pet Protect hätte uns 3.336€ gekostet, Uelzener sogar nur 2.247€ (im Optimalfall). Je nach Versicherung also durchaus ein spürbarer Unterschied.

Da bei uns absehbar ist, dass zumindest die Jungs noch ein paar OPs vor sich haben, wäre es also vielleicht sogar sinnvoll noch eine Versicherung dafür abzuschließen – wobei Balu schon 10 Jahre alt ist, was den Beitrag erhöht. Aber wir sind in der privilegierten Position, dass wir auch einen teureren Notfall stemmen könnten und sparen gelernt haben (wir merken nicht einmal, dass das Geld jeden Monat das Konto wechselt). Das kann einfach nicht jeder. Andererseits: Es muss auch Leute geben für die sich die Versicherung nicht lohnt, damit die anderen bezahlt werden können. Eine Versicherung ist schließlich kein gemeinnütziger Verein :smile: .

Zusammengefasst ist es bei den Tieren genauso wie den Menschen: Ob eine Versicherung sinnvoll ist oder nicht ist sehr individuell und hängt zusätzlich vom eigenen “Gut schlafen können”-Faktor ab.

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