Neben einer zünftigen Runde League of Legends zusammen mit Maverick, die tatsächlich Spaß gemacht hat und weiteren Fieberträumen, dominierte Recherche mein Wochenende. Nein, keine Recherche für einen Report oder eine andere Art von Artikel. Stattdessen habe ich mal so geschaut, was 2011 so alles an Spielen auf den Markt kommen wird oder zumindest soll. Mein Fazit? Es wird hart – speziell natürlich wieder im Zeitraum Oktober bis Dezember. Aber fangen wir von vorne an und schauen, wie weit wir kommen, bevor ich Überlängenzuschlag verlangen muss:

Der Januar

Da wäre zu allererst Tron: Evolution am 20.01., kein Blockbuster, aber was ich bislang gesehen und gelesen habe ein guter Prince of Persia-Klon. Wobei ich ganz ehrlich zugeben muss: Ich würde das Spiel auch kaufen, wenn es absolute Grütze wäre. Zu lange habe ich auf einen Nachfolger zu Tron 2.0 gewartet. Beim Film bleibe ich allerdings meiner Linie treu: Kino? Kommt mir nicht in die Tüte! Erst auf Blu-ray werde ich ihn erleben. Wenn es nach mir geht, sehen Kinopolis & Co. nie wieder einen Cent von mir! Ein Vorsatz, den ich jetzt schon sieben Jahre lange erfolgreich durchhalte (Ja, es war Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs). Aber ich schweife schon wieder ab, wie so oft…

Am 27.01. geht es dann so richtig los. Nein, ich meine nicht Dungeons. So sehr ich zwar wie alle auf ein neues Dungeon Keeper warte, Kevins Angespielt-Bericht hat mir keine großen Hoffnungen auf ein super Spiel gemacht. Ich meine selbstverständlich Dead Space 2. Das wird unter Garantie wieder der Hammer – zumindest im Solomodus. Warum solch ein Spiel unbedingt einen Mehrspielermodus braucht, ist wieder ein anderes Thema…

Der Februar

Am 11.02. folgt Test Drive Unlimited 2, von dem man bislang überraschend wenig gehört hat. Das ist in den meisten Fällen kein gutes Zeichen. Viel falsch machen können sie eigentlich nicht. Einfach Teil 1 nehmen, die Grafik und den Online-Modus verbessern und noch mehr Autos reinpacken – fertig ist das Rennspiel. Aber auf mich hört ja sowieso keiner. Widmen wir uns also lieber Lego Star Wars III: The Clone Wars. Große Erwartungen habe ich nicht, es wird vermutlich wieder 1:1 das Gleiche sein wie in den vorherigen Lego-Spielen, aber Star Wars geht immer. Die Animated-Series schaue ich auch passenderweise gerade und finde sie durchaus unterhaltsam. Nur mit 20 Minuten sind die Folgen einfach viel, viel zu kurz.

Ein Highlight wird hingegen Bulletstorm am 22.02., das neuste Werk von People Can Fly und der inoffizielle Nachfolger zu Painkiller. Wer sich jetzt fragt, warum nicht Painkiller 2 draufsteht: Die Rechte liegen mal wieder bei JoWooD und die haben die Serie mittlerweile, wie gewohnt, an die Wand gefahren. Aber egal was auf der Packung steht: Wichtig ist der Inhalt und der verspricht erneut ein unterhaltsamer Shooter zu werden. Am 24.02. kommt dann noch Darkspore, der Action-Rollenspiel-Ableger des erfolgreich gescheiterten Spore. Auch hier geht meine Tendenz stark in Richtung: Das wird nix.

Der März

Richtig rund geht es im März. Warum? Deshalb:

  • Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution (01.03.)
  • Homefront (08.03.)
  • Dragon Age 2 (10.03.)
  • Shift 2 Unleashed (10.03.)
  • Total War: Shogun 2 (15.03.)
  • Crysis 2 (25.03.)
  • F.E.A.R. 3 (25.03.)

Wenn das kein imposantes Line-Up an garantierten Top-Titeln ist, dann weiß ich auch nicht. Allein wenn ich an Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution denke, kriege ich schon einen Nerdgasm. Aber das bin wahrscheinlich nur ich…Dragon Age 2 werde ich voraussichtlich testen – und auch wieder ein Kompendium schreiben. Seid also vorgewarnt, liebe Autoren: Ende Februar/Anfang März werdet ihr wieder gebraucht! Ach, und am 24.03. kommt auch noch Die Sims: Mittelalter, aber gut…

Der Rest

Und das sind nur die ersten drei Monate von 2011! Portal 2 am 22.04. (Wie viele Internet-Memen dieses Mal?), The Witcher 2: Assassins of Kings am 20.05. (jetzt NOCH dunkler!), Rage am 15.09. (ENDLICH!), Duke Nukem Forever (Hail to the King!), Mass Effect 3 (The End?), Trine 2 (Koop ftw.!), Deus Ex: Human Revolution (es wird garantiert nicht so gut wie Teil 1), From Dust (Ja, äh, noch keine wirkliche Vorstellung), Star Wars: The Old Republic (noch ein MMO…), Battlefield 3 (besser als Battlefield 2?), Warhammer 40.000: Space Marine (Ein Shooter im Warhammer-Universum? Count me in!), Alice: Madness Returns (Das geilste Spiel des Jahrzehnts!), Tomb Raider (schon wieder ein Reboot?), Diablo 3 (meh…), Harveys neue Augen (Kandidat für Adventure des Jahres), Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden (Koop! In Mittelerde!), Subversion (das neue von Introversion), XCom (wird schon schiefgehen), Brink (noch keine Meinung), Ghost Recon: Future Soldier (ich habe Teil 2 immer noch nicht durch…), Max Payne 3 (das kann nur schief gehen), Metro 2034 (wird sicherlich okay), Mortal Kombat (nur im Ausland kaufen!), L.A. Noir (interessant), Might and Magic: Heroes VI (Heroes halt…), Postal 3 (garantiert unterhaltsam), Section 8: Prejudice (Teil 1 ist zu Unrecht untergegangen!), Wildlife Park 3 (Rückkehr der guten, alten Wirtschaftssimulationen?), Red Faction: Armageddon (Jetzt auch unter der Erde…), Batman: Arkham City (da da da da da da da da da BÄDMÄN!) und Call of Duty: Modern Warfare 3 (rockt im Mehrspieler bestimmt wieder) sind nur ein paar der vielen weiteren wichtigen (PC-)Titel die mit 95%iger Sicherheit im Laufe des Jahresin die Läden kommen werden, aber noch keinen konkreten Termin haben!

2011 sieht also definitiv nach einem Jahr der Superlativen aus und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich schon lange nicht mehr so richtig auf so viele Spiele auf einmal gefreut habe – worunter aber natürlich nicht alle fallen, die ich oben aufgelistet habe. Die Auswahl ist viel, viel kleiner. Habe ich schon Alice: Madness Returns erwähnt? Habe ich? Egal! Dieses Spiel kann man nicht oft genug erwähnen! Wer immer noch nicht den selbst nach 10 Jahren immer noch grandiosen Vorgänger gespielt hat, MUSS es endlich nachholen! Es gibt absolut überhaupt gar keinen triftigen Grund warum DU dieses Spiel ignorierst! Es war der krönende Abschluss (es erschien am 01.12.2000) des letzten Jahrtausends (oder der krönende Beginn – je nachdem welcher Glaubensrichtung ihr folgt). Mein Tipp: Bei eBay eine der ersten Auflagen (DVD-Hülle) von 2000/2001 kaufen und auch das Handbuch lesen! DAS waren noch die guten alten Zeiten, wo sich die Publisher noch Mühe gegeben haben, um ein ansprechendes Begleitheft zu bieten…

Sicarius

Ein kurzes Gespräch

Hinweis: Der folgende Text ist eine ungekürzte und ungeschönte Wiedergabe eines Gesprächs des Webmasters mit einem imaginären Webseitenbesucher, dem er im Fiebertraum begegnet ist.

Besucher: Liegt die faule Sau immer noch im Bett?!

Webmaster: Ich bin krank und habe eine entsprechende Ausnahmegenehmigung!

Besucher: Pah! Ausreden, nichts weiter! Du suchst doch nur wieder nach einem Grund einen billigen Füllereintrag mit Kessy-Bild zu veröffentlichen. JakillSlavik hatte schon Recht mit seinem Kommentar. Du hast so viel im Kopf und am Ende kommt doch nur ein billiger Füller dabei raus, statt dass du den Leuten was Anständiges bietest!

Webmaster: Also das verbitte ich mir aber! Einträge mit Kessy-Bildern sind doch keine Füller-Einträge. Die dienen ausschließlich dazu, das weibliche Besucherklientel bei Laune zu halten und zu erweitern. Sie sind die wichtigsten Inhalte auf Bagdadsoftware! Ewig lange Einträge und langatmige Podcasts – das interessiert doch keinen. Aber Bilder von Katzen? Damit lässt sich heutzutage schon fast mehr Geld machen als mit Pr0n!

Besucher: Kessy’s Welt war quasi kein April-Scherz, sondern ein Pilotprojekt? Ja, klar – und mein Name ist Hase.

Webmaster: Nett sie kennenzulernen, Herr Hase. Wie geht es Frau Hase? Haben sie eigentlich mittlerweile den Igel erwischt?

Besucher: *seufz* Gezwungene Witze fanden die anonymen Nutzer schon bei dem GG-Show-Special nicht lustig. Und wir wissen doch beide: Die Meinung eines einzigen Anonymen ist mehr wert als die von 1.000 echten Nutzern. Nur “Ja”-Sager melden sich bei einem Dienst an und geben so ihre Freiheit auf!

Webmaster: Wenn sie das sagen, wird’s schon stimmen, Hr. Hase. War das alles, oder gibt es noch einen wichtigeren Grund, warum sie mich davon abhalten wieder zu meinem überhaupt nicht jugendfreien Traum zurückzukehren?

Besucher: *lol* “Nicht jugendfreien Traum”? Du meinst, du spielst jetzt auch schon während dem Schlafen Call of Duy: Black Ops?

Webmaster: Warum nicht? Der Mehrspielermodus ist wieder über jeden Zweifel erhaben und die Probleme, von denen Malyce berichtet, kann ich auch nicht bestätigen. Gefällt mir mittlerweile viel besser als ein Battlefield: Bad Company 2. Da muss ich zu viel Denken. Die Einzelspielerkampagne von Call of Duty: Blackops habe ich aber noch nicht einmal gestartet bislang.

Besucher: Die wäre doch anscheinend perfekt für dich – da muss man überhaupt nicht denken, so flach ist die Hintergrundgeschichte. Wobei die von Battlefield: Bad Company 2 jetzt auch nicht viel besser ist…

Webmaster: Ja, irgendwie ist das bei den Mehrspielershooter immer noch so ein Steckenpferd. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es bei den Einzelspielertitel oft auch umgekehrt der Fall ist: geile Kampagne, aber vollkomme nutzloser Multiplayer.

Besucher: Ist doch sowieso idiotisch, dass heutzutage jedes Spiel unbedingt einen Mehrspielermodus haben muss. Würden sie das Geld lieber in die Qualitätssicherung stecken, hätten alle am Ende mehr davon.

Webmaster: Keine Wiederrede von mir – allerdings auch keine Ergänzung. Das Thema steht nämlich auf meiner Liste “Sachen, über die ich einen Podcast machen möchte”.

Besucher: Soso, du enthältst deinen Besuchern also Dinge vor. “Du kleines, fieses Schweinchen!” würde Harald jetzt vermutlich wieder sagen – und wie Recht er hätte!

Webmaster: Ein guter Journalist hat immer ein Thema in der Hinterhand – für schlechte Zeiten.

Besucher: Nur mit dem Unterschied, dass du am Ende dann doch nur wieder einen Füllereintrag mit Kessy-Bild machen würdest, hättest du die Wahl. Womit wir wieder am Anfang der Debatte angelangt sind…

Webmaster: Das liegt aber ausschließlich an ihnen, Herr Hase. Sie könnten mich ja stattdessen zum Beispiel fragen, was ich so in letzter Zeit gespielt habe.

Besucher: Vermutlich viel Call of Duty: Black Ops…da fällt mir ein, was ist eigentlich aus Minecraft geworden? Da hört man irgendwie nichts mehr von dir.

Webmaster: Ich habe es seit dem Beta-Release auch ehrlich gesagt nicht mehr gespielt.

Besucher: Wie? Die Lust schon wieder vergangen? Das nenn ich ja ein tolles Spiel des Jahres, wenn du es gleich nach der Verleihung in die Ecke wirfst…

Webmaster: Quark! Minecraft hatte seinen wochenlangen Run und ist verdient Spiel des Jahres geworden. Ich gönne mir jetzt nur eine Pause, um Notch die Gelegenheit zu geben, das Spiel wieder auf Vordermann zu bringen und mich bis zum nächsten Test anderen Titeln zu widmen. Notch scheint aber derzeit lieber an irgendwelchen Programmier-Wettbewerben teilzunehmen und dabei seine Millionen zu zählen.

Besucher: Höre ich da etwa Neid? Auch Notch hat sich mal eine Pause verdient!

Webmaster: Ach, sei ruhig und sag mir lieber, was ich erfinden könnte, um auch über Nacht mehrfacher Millionär zu werden!

Besucher: Selbst wenn ich eine Idee hätte, wärst du der letzte, mit dem ich sie teilen würde. Nur weil ich imaginär bin, bin ich doch nicht blöd. Die Millionen kassiere schön ich, dann kaufe ich mir irgendwo in der Karibik eine Villa und mache mir ein angenehmes Leben.

Webmaster: So kennen wir die Superreichen: Erst die armen Deutschen um ihr Geld bringen, und dann alles ins Ausland schaffen. Sie sind eine egoistische Heuschrecke, Herr Hase!

Besucher: Als hätte der Staat jemals etwas für mich getan. Aber wir schweifen ab. Politik ist weder dein noch mein Fachgebiet und gehört schon gar nicht auf Bagdadsoftware.

Webmaster: Stimmt auch wieder. Darf ich ihnen stattdessen vielleicht noch kurz von My Little Restaurant erzählen?

Besucher: Was ist denn das schon wieder? Klingt nach einer billigen Wirtschaftssimulation. Wobei…dann müsste noch irgendwo ein “Tycoon” im Name sein.

Webmaster: Das ist ein Diner Dash-Klon und zwar nicht irgendein Diner Dash-Klon: My Little Restaurant ist tatsächlich um Längen besser als das Original.

Besucher: Diner Dash – war das nicht dieses Shockwave-Spielchen, wo man in die Rolle einer Bedienung in einem Restaurant schlüpft?

Webmaster: Genau. Das Spielprinzip ist simpel: Die wartenden Gäste an einen freien Tisch setzen, ihre Bestellung entgegen nehmen, die Bestellung beim Koch abgeben, das fertige Essen beim Koch abholen, es zu den Gästen bringen und am Ende die Rechnung kassieren und den Tisch abräumen – alles unter Zeitdruck versteht sich. Müssen die Gäste zu lange warten, werden sie wütend und geben entsprechend weniger Trinkgeld.

Besucher: Gut, das klingt nach zwei Minuten Spaß. Warum sollte ich aber dafür Geld ausgeben? Und was macht My Little Restaurant so viel besser als Diner Dash?

Webmaster: Nun, da wäre natürlich die technische Seite. Während die iPhone-Umsetzung von Diner Dash sich etwas fummelig und verzögert anfühlt, flutscht es bei My Little Restaurant richtig gut. Hinzukommt die viel schönere Comic-Grafik, die nicht aussieht wie aus Bauteilen zusammengesetzt, sondern richtig nett gezeichnet ist und die einzelnen Locations richtig zum Leben erweckt. Das allein trägt schon viel dazu bei sich durch die Geschichte zu arbeiten – unterbrochen von Minigames, in denen ihr Burger, Sushi oder andere Sachen zubereiten müsst und sogar Anime-ähnlichen Zwischensequenzen.

Gut, die Hintergrundgeschichte handelt im Prinzip von zwei Freunden, die von ihrem Onkel zur Kinderarbeit verdammt werden und in seinen Restaurants überall auf der Welt aushelfen und dort Gefahren wie einem falschen Sushi Meister trotzen. Aber das ist immer noch mehr, als die Konkurrenz zu bieten hat.

Natürlich wird auch das eigentliche Spielprinzip im Laufe der Geschichte erweitert. Neben einer erhöhten Zahl an Tischen bzw. veränderten Zahl an Gästen, die daran Platz nehmen können, gibt es bald einen Getränkeautomaten, aus dem ihr Wasser für eure Gäste ziehen könnt, einen Musiker, der die Laune hebt oder es kommen Gäste mit Haustieren vorbei für die ihr einen Napf an den Tisch stellen könnt. Da das alles verständlicherweise in einer ganz schönen Hektik ausartet, gibt es auch noch temporäre Hilfen wie einen Roboter, der eine Minute lang die Bestellungen ausliefert oder magische Schuhe, die euch nur so durch den Speiseraum huschen lassen.

Besucher: Sprich das Spiel wird mit der Zeit nicht nur hektischer weil mehr Leute kommen, die schneller ungeduldig werden, sondern auch weil es immer mehr zu tun gibt und die Bedienung nur zwei Hände hat. Und das soll wirklich Spaß machen?

Webmaster: Für Zwischendurch ist das ein super Spiel. Unter Zeitdruck die ganzen Aufgaben zu erfüllen und gleichzeitig eine möglichst hohe Highscore zu erzielen, ist nicht nur herausfordernd, sondern irgendwie auch motivierend. Und so billig die Hintergrundgeschichte auch sein mag: sie trägt auch ihren Teil dazu bei, dass man weiterspielen möchte. Keine zehn Stunden ab Stück wie gesagt, aber immer mal wieder eine Runde “nebenbei” geht das. Wer aber jetzt trotzdem nicht gleich 2,39 Euro investieren möchte: Es gibt nicht nur eine kostenlose Lite-Variante, sondern auch eine Christmas Edition mit weniger Levels für 0,79 Euro. Letztere war es auch, die mich überhaupt erst auf das Spiel aufmerksam gemacht hat.

Besuchers: Faszinierend. Der heutige Eintrag lässt sich nun also so zusammenfassen: Der Webmaster macht Werbung für ein sinnloses iPhone-Spiel und schafft es dabei der Welt zu zeigen, dass er nicht mehr alle Tassen im Schrank hat – was keine wirklich neue Erkenntnis ist…

Webmaster: Wenn sie das sagen, Herr Hase, wird es schon stimmen.

Besucher: Ach, leck mich doch…

Nach diesen Worten wacht der Webmaster schweißgebadet auf und hat nichts Besseres zu tun, als sich das Netbook zu schnappen und alles niederzuschreiben. Wie armselig…

Nach der Überdosis an Einträgen und auch größtenteils richtig langen Einträgen (mit nicht minder kurzen Kommentaren), wollte ich es heute eigentlich etwas ruhiger angehen. Ein paar Ultra-Kurz-Berichte zu Spielen und Filmen und schon wäre die Sache erledigt gewesen. Doch zwischen Vorhaben und Durchführung habe ich zwei Fehler gemacht: Ich habe versucht League of Legends online mit und gegen menschliche Spieler zu spielen und habe endlich Assassin’s Creed (ja, Teil 1) durchgespielt. Da war es vorbei mit der Ruhe und ich habe sogar jetzt noch etwas Restaggressivität übrig…

Anon – Dein Freund und Helfer

Ich bin seit 1996 im Internet unterwegs, wenn ich mich richtig erinnere. Damals (1995-1997) lief ja die flächendeckende Einführung von ISDN und mit ISDN kam eben auch eine ISDN-Karte (CAPI-Treiber – mir läuft es schon kalt den Rücken runter, wenn ich nur dran denke) in den Rechner (P133). Man kann also sagen, dass ich durchaus schon viele Erfahrungen mit der Spezies “Anonymous” gemacht habe. Aber so viele Arschlöcher auf einem Haufen, wie bei League of Legends, habe ich echt noch nicht erlebt – wobei ich natürlich noch nie über Xbox Live gespielt habe. Wird vermutlich die gleiche Liga sein, nur mit dem Unterschied, dass bei League of Legends die eigenen Teammitglieder mich zum Glück nur per Text beleidigen.

Wer League of Legends nicht kennt: das ist ein kostenloser Defense of the Ancients-Klon mit Ingame-Shop wo ihr eure echten Euros loswerden könnt. Ihr steuert einen Helden und müsst euch mit Hilfe endlos spawnender Minions den Weg in die gegnerische Basis bahnen und dort den Nexus zerstören, um den Sieg nach Hause zu tragen. Der eigene Held levelt durch das Töten von Feinden bis maximal Stufe 18 hoch und schaltet dabei nach und nach seine Fähigkeiten frei. Nach dem Match ist er aber wieder auf Level 1. Allerdings bekommt auch ihr Erfahrungspunkte für das Beenden von Matches und bekommt Meisterschaftspunkte, die ihr in Talentbäume investieren könnt und all der Kram. Ich fand es gegen Bots ein sehr unterhaltsames Spiel, auch wenn es selbst ein Jahr nach Release immer noch nur zwei Karten gibt.

Du Noob!

Mein Avatar ist derzeit auf Stufe 5 und ich habe vielleicht insgesamt erst 15 Matches bestritten. Man darf mich also zu Recht als Noob bezeichnen. Aber was ich mir von meinen “Teamkameraden” alles anhören musste, obwohl ich selbstverständlich mein Bestes gegeben habe, geht auf keine Kuhhaut. Wenn es nur ein Match gewesen wäre, würde ich ja nichts sagen, aber ich hatte in der ganzen Zeit nur ein einziges Spiel wo alle Beteiligten tatsächlich gesittet miteinander umgegangen sind und einen selbst nach der Niederlage noch auf die Freundesliste setzen wollten. Und das Schlimme ist: eine Runde dauert locker mal 45 Minuten. “Nur mal kurz über sich ergehen lassen” ist also nicht wirklich angesagt…

Klar, das ist kein neues Phänomen, auch wenn es mir heftig vorkam. Schon wer Counter-Strike damals gespielt hat, kennt die Tiefe menschlicher Abgründe. Und ich will gar nicht wissen, was damals Anfang der 90iger schon im Usenet alles los war. Die Argumentation ist immer, dass die Leute sich hinter der Pseudo-Anonymität sicher fühlen und eben die Sau rauslassen. Mir ist allerdings jetzt die Frage in den Sinn geschossen: Was ist, wenn das Ganze mittlerweile ein einziger Teufelskreis geworden ist? Um es mit den Worten von The Offspring (Ixnay On The Hombre, Track 11, Way Down The Line) auszudrücken:

Nothing changes cause it’s all the same
The world you get’s the one you give away
It all just happens again
Way down the line

Auf Deutsch: Ein Neuling wird von einem angeblich erfahreneren Spieler zur Sau gemacht. Irgendwann schafft es dann der Anfänger, trotz der widrigen Umstände, selbst zu einem erfahreneren Spieler aufzusteigen. Und dann macht er selbst die Einsteiger zur Sau, quasi als Ausgleich für die Ungerechtigkeit, die er selbst erfahren musste.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube tatsächlich, dass “wir” einen großen Teil der anonymen Volldeppen selbst herangezogen haben und die nun wiederrum die nächste Generation erziehen. Derselbe alte Zyklus startet wieder von vorne und wird deshalb niemals enden, egal wie sehr wir uns bemühen. Was meint ihr? Vollkommener Blödsinn, ein Körnchen Wahrheit oder einfach nur eine uralte Erkenntnis, die schon 20 vor mir hatten?

Bringt mir den Designer!

Nach dem League of Legends-Debakel, habe ich mich dann wieder einem Einzelspielertitel zugewandt. In Anbetracht der Tatsache, dass schon bald Assassin’s Creed: Brotherhood für den PC kommt, hatte ich mich entschieden endlich Assassin’s Creed zu beenden. Mir war nach Memory 3 schlicht die Lust vergangen, weil es einfach immer derselbe Mist ist und auch die Attentate an sich keine Begeisterungsstürme in mir hervorriefen. Nun habe ich mich endlich durch die letzten Erinnerungen gequält und musste feststellen: das ewige Wiederholen der immer gleichen Aufgaben und das immer weiter ermüdende Klettern über die Dächer der Städte ist nichts im Vergleich zum finalen Abschnitt des Spiels. Der Designer, der den verbrochen hat, sollte gezwungen werden nur diesen Teil wochenlang immer und immer wieder zu spielen.

Lag bis hier der klare Fokus auf Schleichen, Hinterhältigkeit und Geschicklichkeit, besteht das Finale aus einem unfairen Kampf nach dem anderen. Was habe ich allein bei diesem scheiß Kampf gegen den vorletzten Bossgegner und seine Schergen geflucht. Altaïr IST ein lautloser Mörder und kein Kämpfer! Man rennt nicht umsonst von 99% der Kämpfe davon und versucht sich zu verstecken. Ja, das misslungene Kampfsystem ist auch ein Grund dafür, aber der Punkt bleibt: Ich spiele einen Attentäter, keinen Ritter. Es ist also wenig verwunderlich, wenn ich gegen eine Gegnerhorde aus 10-15 Mann überhaupt keine Chance habe. Vor allem nicht, wenn ich keinen Raum habe mich zu bewegen, denn natürlich wird das Areal plötzlich begrenzt. Und das müsst ihr in diesem Abschnitt nicht nur einmal hinter euch bringen, sondern gut ein halbes Dutzend Mal…

Finger weg!

Nach zwei oder drei Stunden Zähneknirschen habe ich es dann durch den kreativen Einsatz der Spielmechanik (und der dümmlichen KI) irgendwie geschafft auch den letzten Bossgegner zu besiegen und das offene Ende zu erleben. Das hat mich allerdings ausnahmsweise nicht aufgeregt, weil zum Glück Assassin’s Creed II schon über meinen Bildschirm geflackert ist. Stattdessen habe ich erleichtert das Spiel beendet, es sogleich deinstalliert und damit das Thema endgültig hinter mich gebracht.

Unterm Strich hat sich also Assassin’s Creed bis zum Ende hin eher noch verschlechtert als verbessert und alle meine Kritikpunkte aus dem damaligen Review sind weiterhin unverändert gültig – auch die Wertung darunter. An diejenigen unter euch, welche die Serie tatsächlich noch nicht gespielt haben, kann ich somit nur die Empfehlung richten: Wenn es euch nicht so wichtig ist die “Vorgeschichte” selbst erlebt zu haben, dann vergesst einfach, dass Assassin’s Creed jemals erschienen ist und legt direkt mit dem saumäßig gut gelungenen Nachfolger los. Wäre das Spiel nur halb so lang geworden, würde die Sache anders aussehen…

Sicarius

Frohes neues Jahr!

Webmaster: Da ist es!
Besucher: Was?
Webmaster: Na das neue Jahr!
Besucher: Achso – ich dachte, du meinst etwas Wichtiges…
Webmaster: Ach sei ruhig und schau dir lieber den Bagdadsoftware Neujahrsgruß an:

Happy New Year 2010

Happy New Year 2010

Wer sich jetzt wundert, was das Bild mit Neujahr zu tun hat, den können wir beruhigen: Wir wissen es auch nicht. Es hat sich einfach so ergeben während mir JakillSlavik beratend über die Schultern geschaut hat. Verratet uns doch einfach in den Kommentaren, welche Symbolik eurer Meinung nach sich dahinter versteckt. Aber auch, wenn ihr es nicht tut:

Das Team von Bagdadsoftware wünscht euch einen guten Start ins neue Jahr!
PS: Vergesst das Sauerkraut nicht!

year (n.) – 1. a. The period of time during which Earth completes a single revolution around the sun.
TheFreeDictionary

Vollkommen überraschend und wie aus dem Nichts steht in 48 Stunden schon wieder das nächste Jahr auf der Matte. Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe vorab zu wissen, wann das immer passiert…da sollte echt mal jemand was erfinden! Aber ich schweife schon wieder ab. Rückblickend war 2010, anders als 2009, eher ein durchschnittliches Jahr ohne großartige Überraschungen – höchstens viel Stress. Nutzen wir also wieder einmal den letzten Eintrag des Jahres, um einen Blick zurück zu werfen. Zuerst aus der Sicht von Bagdadsoftware, zum Abschluss aber auch noch “kurz” aus meiner eigenen.

Grundlegende Statistiken

107 Einträge (2009: 108) habt ihr in diesem Jahr serviert bekommen. Wie mittlerweile schon seit Jahren üblich, immer schön zwei Stück pro Woche. Allerdings stammen satte 22 Stück (2008: 13), also fast ein fünftel aller Einträge nicht aus meiner Hand, sondern aus den Fingern der drei Autoren JakillSlavik (15), Azzkickr (4) und Rondrer (3). An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die drei. Ohne euch gäbe es oft nur einen langweiligen Spareintrag!

Kommentiert wurden die Einträge mit Stand 31.12.2010 exakt 517mal (3mal nachgezählt – mit nur zwei unterschiedlichen Ergebnissen!), was 4,83 Kommentaren pro Eintrag entspricht und damit eine Steigerung gegenüber 2009 darstellt. Damals waren es nur 3,3 Kommentare pro Eintrag. Am meisten kommentiert wurde die Laberecke 2010 mit insgesamt 24 Stück und auch wenn ich nicht explizit nachgeschaut habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass JakillSlavik sich unterm Strich am meisten geäußert hat in diesem Jahr.

Besucherspionage

Google AnalyticsKommen wir nun zu den harten aber hochinteressanten Zahlen, die sich dank Google Analytics von sicherlich rund 90% der Besucher von Bagdadsoftware so ansammeln – die restlichen 10% blocken die Datenkrake leider. Dabei ist sie für mich als Webmaster wirklich sehr hilfreich. Aber gut, ich verstehe aus Nutzersicht natürlich schon, dass es nicht unbedingt super ist so viele Informationen bei jedem Webseitenbesuch zu hinterlassen. Deswegen mache ich den Blockern gar keinen Vorwurf, sondern präsentiere euch einfach die Daten, die ich habe und zwar mit Stand 31.12.2010 bzw. den Werten zwischen 01.01. und 31.12.2009 zum Vergleich:

Die Besucherzahlen haben sich dieses Jahr etwas erholt und sind um 16,50% auf 8.825 angestiegen was 24 Besuchern pro Tag (2009: 20) entspricht. Auch die Zahl der Seitenaufrufe ist auf 18.096 angewachsen (2009: 14.427). Ein ganz guter Wert, wenn man bedenkt, dass die meisten eigentlich nur die Startseite und die neusten Kommentare betrachten. Das kann ich gar belegen, denn pro Besuch werden durchschnittlich 2,05 Seiten (2009: 1,92) aufgerufen oder auf Deutsch: der User kommt auf die Seite (Nr. 1) und klickt auf den neusten Kommentar (Nr. 2). Er braucht dann rund 2:54min (2009: 2:33min), um alle Informationen zu verinnerlichen, die er sucht. Im November lag die Zahl sogar bei teilweise über 6 Minuten! Es ist also nicht so, dass die Besucher sich einfach nur verklicken und dann gleich weiterziehen – sie bleiben und nutzen die bereitgestellten Inhalte. Auch die Absprungrate ist um 7,85% auf 65,17 gesunken – was irgendwie keinen Sinn ergibt, weil der alte Wert laut Google bei 70,72% lag, aber ich kann doch die Berechnungen eines Computers nicht anzweifeln, oder?

Die höheren Zahlen lassen sich allerdings auch schlicht damit erklären, dass gar nicht mehr so viele Leute überhaupt zufällig vorbei kommen. Im Gegenteil: In diesem Jahr sind die Zugriffe durch Suchmaschinen sogar dramatisch eingebrochen. Waren es 2009 noch 41,18%, sind es in diesem Jahr nur noch 22,92%. Die Zahl der Direktzugriffe ist hingegen mit 40,96% (2009: 41,48%) konstant geblieben. Massiven Zuwachs gab es hingegen in der dritten Kategorie, den verweisenden Websites, die ganze 36,11% ausmachten. Letztes Jahr lag der Wert bei mageren 17,33%!

Gründe

Der Hauptgrund für diesen Anstieg sind, da brauche ich mir gar nichts vorzumachen, natürlich die News zur Veröffentlichung eines neuen Podcasts drüben bei GamersGlobal. Entsprechend sieht man auf der Zeitleiste auch ganz genau am Ausschlag, wann ein Podcast das Licht der Welt erblickte. An diesem Tag steigt die Zahl der Besucher im Vergleich zum gleichen Tag im Vorjahr um mindestens 150%, meistens sogar wesentlich mehr. Am erfolgreichsten war, wie ich auch erwartet hatte, Folge Nr. 29 mit Harald Fränkel. An diesem Montag kamen 945,8% mehr Besucher auf die Seite als am 20.12.2009. Schade nur, dass offensichtlich nur wenige davon kommentieren und noch weniger auf Bagdadsoftware hängen bleiben.

Ein Punkt, der mich mit einem riesigen Fragezeichen zurücklässt. Aus meiner Sicht bieten wir hier haufenweise sehr interessante Inhalte verpackt in ein ansprechendes und benutzerfreundliches Design und damit eine Qualität, die unter Garantie nur ein verschwindend geringer Teil an vergleichbaren Seiten erreicht. Findet man die Inhalte nicht? Gibt es immer noch zu wenig Werbung? Ich weiß es nicht und bin auch langsam mit meinem Rat am Ende. Auch meine Anmeldung bei Twitter hat bislang noch keine spürbaren Ergebnisse gebracht. Vielleicht sollte ich einfach nur noch Podcasts machen…

Produktionsstatistik

Abseits der Einträge wird sowieso mittlerweile schon der größte Teil der Inhalte bei der Konkurrenz veröffentlicht. 31 Neuzugänge gab es dieses Jahr in der Gespielt-Sektion. Davon sind drei Stück Angespielt-Berichte (2009: 12), die ihr nur exklusiv hier bei Bagdadsoftware findet. Der Rest setzt sich zusammen aus 13 Tests (2009: 18) und 15 Vorschauen (2009: 4). Übrigens interessant, dass ich in diesem Jahr weniger Tests veröffentlicht habe. Man merkt halt doch, dass die Redaktion gewachsen ist und sich die Last auf mehreren Schultern verteilt. Dennoch bin ich, mit Ausnahme von Jörg natürlich, aber immer noch derjenige, der sich am meisten mitteilt. Und der Stressfaktor war in diesem Jahr definitiv höher – trotz eines ruhigeren Novembers. Doch das nur am Rande. Hier soll es ja um Bagdadsoftware gehen – nicht um GamersGlobal.

Die Tabelle in der Artikel-Sektion hat 2010 hingegen einen Zuwachs von 29 Zeilen (2009: 40) erfahren können – darunter 8 (2009: 0) für unsere englischsprachigen Besucher, wenn es sie den gibt. Die Zahl der normalen, englischsprachigen Einträge ist mit exakt zwei Stück auf gleichem Niveau. Hier ist meine Ambition aber auch eher endlich mal einen englischen Podcast zu machen. Nicht nur, damit ich Azzkickr ärgern kann, sondern auch weil es beim fließenden Sprechen doch noch stark hakt und ich da viel mehr Übung bräuchte.

Pics mit und ohne Chicks

In den visuellen Bereichen von Bagdadsoftware hat sich der Negativtrend hingegen umgekehrt. Neben insgesamt 9 (2009: 5) Signaturen, durftet ihr euch auch über 7 neue Garry’s-Mod-Bilder (2009: 4) freuen. Die Literatursektion ignorieren wir aber erneut. Wenn der Tag nur mehr Stunden hätte. Aber vermutlich würde ich dann auch genug anderes finden, um ihn zu füllen und trotzdem keine der angefangenen Kurzgeschichten fertig stellen.

Zum Abschluss unseres allgemeinen Rundgangs über Bagdadsoftware darf aber natürlich auch der Rückblick auf den Podcast nicht fehlen. Der hat sich auch in seinem zweiten Jahr hervorragend entwickelt und kam gar dieses Mal komplett ohne eine recycelte Sonderfolge aus. Stattdessen bin ich meinem Motto treu geblieben und habe euch 12mal, immer pünktlich am Ende des Monats, mit einem fröhlichen Allerlei aus Themen beglückt. Auch die Gästevielfalt wurde erneut gesteigert und die Technik hat sich, abseits des ungeplanten Totalausfalles bei der gamescom 2010 auf einem hohem Niveau eingependelt. Eine Ein-Mann-Show gab es dieses Jahr gar überhaupt nicht und ich denke, dass sich das in naher Zukunft auch nicht ändern wird.

Genaue Hörerzahlen habe ich zwar keine, iTunes beispielsweise gibt überhaupt keine Daten heraus, aber die positiven Reaktionen und natürlich die Anstiege der Besucherzahlen an den jeweiligen Tagen zeigen sehr gut, dass er sich doch langsam aber sicher zu einer kleinen Größe in der deutschen Podcast-Landschaft entwickelt und ich auf dem richtigen Weg bin. Das Konzept, also einmal im Monat, mittellang und immer ein interessantes Thema statt dem ewiggleichen “Was habt ihr gespielt? Was ist aktuell in den Nachrichten?”, ist meines Wissens auch relativ einzigartig im Spielebereich. Mein Vorbild in dieser Hinsicht ist das Chaosradio Express – nur wesentlich kürzer. Und ihr wisst ja: Egal ob es am Ende einer oder tausend lesen/hören – ich mache sowieso, was ich will :smile: .

An dieser Stelle trotzdem ein dickes Dankeschön an alle Besucher und Hörer, egal ob ihr nur unregelmäßig vorbeischaut und kommentiert oder wie Rondrer sogar ausschließlich über Bagdadsoftware zu GamersGlobal gelangt. Ohne euch würde es keinen Spaß machen!

Stöbern im Archiv

Werfen wir nun noch einen kleinen Blick auf die Highlights der letzten 22 Seiten (á fünf Einträge): Am Anfang stand die Enthüllung, dass ich nun endlich auch einen iPod mein eigen nenne. Der liegt aber mittlerweile auch schon wieder in der Ecke, wurde er doch bereits vor fast einem Monat durch ein iPhone 4 ersetzt, das mir nun nicht mehr von der Seite weicht. Wer also tatsächlich im Besitz meiner Handy-Nummer ist: Ich bin nun endlich auch darüber erreichbar!

Zwei Wochen später musste ich unbedingt meine unqualifizierte Meinung zu Battlestar Galactica loswerden. Irgendeiner musste ja schließlich mal der Welt mitteilen, was für eine vollkommen klischeebelastete Scheißserie das ist! Kurz darauf hat dann JakillSlavik damit begonnen seine “Kurz”-Geschichte oder Rollenspiel oder so zu veröffentlichen. Ich hoffe inständig, dass er mir das jetzt nicht übel nimmt, aber ich habe bis heute keinen einzigen Teil davon wirklich komplett gelesen. Nicht das ich es nicht versucht hätte, aber es ist einfach nicht die Art von Geschichte, die ich gerne lese.

Auch sonst dominierte die ersten Monate vor allem JakillSlavik das Geschehen, während ich vornehmlich mit Werbung für GamersGlobal und dem Podcast seine Ausführungen zu Filmen wie soul kitchen oder Friendship! unterbrach, von denen ich die meisten immer noch nicht gesehen habe – auch deshalb, weil er natürlich von manchen Titeln abgeraten hat.

Es dauerte bis April, bevor ich wieder einigermaßen Luft hatte und endlich wieder die Oberhand übernahm. Kessy hingegen hatte mit einem Beinbruch zu kämpfen, das arme Vieh. Aber keine Angst: Sie hat sich gut erholt und nur mein leerer Geldbeutel zeugt noch von der wochenlangen Behandlung. Am 22. April übernahm dann das erste Mal in diesem Jahr Azzkickr die Bühne, allerdings noch nicht mit einem sonderlich kontroversen Thema, wie es gegen Ende des Jahres der Fall war.

Ich kam erst so langsam wieder auf Spiele zu sprechen. Aber nicht, bevor ich nicht eine komplette Themaverfehlung in Form eines Eintrags über die Eishockey-WM verbrochen hatte. Ein Thema, das nachweislich noch weniger Leute interessiert wie irgendeine bescheuerte Fussball-WM wo es irgendwie um komische Tröten ging. Andererseits: als ich mir mein allererstes Xbox-360-Spiel kaufte, hat auch kein Hahn danach gekräht. Als Ausgleich gab es am 21.06.10 eine sündteuere neue Grafikkarte. Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, als wäre ich plötzlich dem PC gegenüber untreu geworden. Nein, Bagdadsoftware ist und bleibt vorerst auch weiterhin eine Computer-Hochburg! Dank des Samsung N220, das ich mir extra für die gamescom 2010 gekauft hatte, sogar noch mehr!

Im September gingen dann die Arbeiten an Bagdadsoftware los mit der Umstellung auf ein neues CMS. Bis zum Ende des Jahres kamen noch mehr Änderungen dazu und ich hoffe, dass ziemlich früh im neuen Jahr auch endlich die drei anderen Sachen erledigt sind, die noch auf der Bagdadsoftware-ToDo-Liste stehen. Zwischendurch habe ich mit meiner signierten Version von Singularity angegeben, mein allererstes PSP-Spiel getestet und für außerordentlich gut befunden sowie den allerersten Eintrag zum Thema Minecraft verfasst. Ein Thema, das zum Unmut von Kessy, noch öfters zu Sprache kommen sollte – sogar in einem Gastbeitrag von Rondrer. Da ging selbst das letzte Hardware-Upgrade des Jahres 2010, der Kauf eines Blu-ray-Laufwerks, komplett unter. Seitdem bestelle ich übrigens nur noch Blu-ray mit Ausnahme von Serien, die ich bereits auf DVD angefangen habe zu kaufen. Da ziehe ich das jetzt auch noch bis zum Ende durch.

Mir fällt übrigens gerade beim Stöbern noch einmal der doch relativ ernste Eintrag vom 04.10.10 ins Auge, in dem es um den gefakten Tod einer Katze geht. Ich hab vor kurzem Splice – Das Gen-Experiment geschaut und auch hier wird eine arme Katze brutal ermordet. Das hat mich aber nicht einmal annähernd so stark mitgenommen. Ich vermute, weil es im Gegensatz zu The Shield innerhalb von Sekunden vorbei und die ausführende Hand auch nicht so wirklich menschlich war.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des kleinen Streifzugs durch die Einträge des letzten Jahres angelangt. Ich muss natürlich noch den interessanten Koop-Eintrag von JakillSlavik und Rondrer sowie meinen Ausflug auf die DreieichCon in Sprendlingen erwähnen, aber im Großen und Ganzen habe ich alles Wichtige abgedeckt. Es ist aber sowieso am besten, wenn ihr euch einfach durch die Kategorien klickt oder am Ende der Seite die tolle “Seite vor”- und “Seite zurück”-Links benutzt.

Persönlicher Ausblick

Auf einen Eintrag muss ich aber dann doch noch eingehen und zwar den vom 08.11.10. Dort habe ich erstmals offen über das grundlegende Problem von 2010 gesprochen und zwar, dass ich in Stress und Arbeit zu ertrinken drohte. Eine Sofortmaßnahme war die Zusammenarbeit mit MobyGames temporär zu beenden. Mittlerweile hat sich das “temporär” allerdings in “auf unbestimmte Zeit” geändert. Ich habe seitdem erst so wirklich gesehen, was ich für Zeit darin versenkt und mich auch selbst unter Druck gesetzt habe. Ich will nicht behaupten, dass es für Nichts war – allein mein geschriebenes Englisch hat sich durch vier Jahre MobyGames massiv verbessert -, aber wenn man ständig nur mit dem Hintergedanken ein Spiel startet “Nicht vergessen davon einen Screenshot zu machen und davon” oder den ganzen Tag versucht irgendwie tonnenweise Credits einzugeben – was teilweise mehrere Tage lang dauert! -, dann hört der Spaß doch irgendwo auf. Ist ja nicht so, als würde mich GamersGlobal nicht auch schon ständig beschäftigen. Deswegen habe ich mich jetzt schweren Herzens entschieden MobyGames erst einmal komplett den Rücken zu kehren. Es tut mir weh, vor allem wenn ich sehe, dass so viele Spiele in den letzten Monaten nicht in die Datenbank gekommen sind (ich war tatsächlich ein wichtiger Mann), die ich hinzugefügt hätte. Aber irgendwo muss ich auch mal auf mich selbst achten und allein vor dem Gedanken den aufgestauten Backlog abzuarbeiten graut es mir…

Das gilt übrigens auch für meine Zusammenarbeit mit GamersGlobal – also, dass ich auf mich selbst achten muss. Hier habe ich lange Zeit sogar ernsthaft darüber nachgedacht das Thema endgültig abzuhaken. Das klingt jetzt im ersten Moment hart, aber ich bin da schlicht realistisch. Ich hatte Harald nicht ohne Hintergedanken zum Thema “Freiberuflich in der Spielebranche” eingeladen. Und da meine reguläre Arbeit auch eher zu- als abnimmt, rückt der Tag der Entscheidung für mich immer näher: auf welche Karriere setze ich? So viel ich auch dank Jörg und GamersGlobal in den letzten beiden Jahren gelernt habe – eines ist ganz klar: ich bin, anders wie beispielsweise Philipp kein Naturtalent was das Schreiben angeht und habe immer noch einen massiv langen Weg vor mir, bei dem ich um jeden Sieg kämpfen muss, bevor ich konstant eine sprachlich einwandfreie Leistung abliefere. Von Zuhause aus immer mal wieder was machen – egal wie viel Herz und Seele ich auch reinstecke – bringt mich da aber schlicht nicht mehr weiter. Der nächste Schritt kann in dieser Beziehung nur noch im Modus 24/7/365 erfolgen. Bei der DTAG hingegen habe ich derzeit einen wirklich gut bezahlten, heimatnahen und trotz allem Stress doch irgendwie angenehmen Job und wenn ich mich anstrenge auch tatsächlich noch gute Aufstiegsmöglichkeiten (wenn auch dann nicht mehr heimatnah).

Was bedeutet das nun im Klartext? Nein, ich kehre GamersGlobal nicht den Rücken. Im Gegenteil warte ich seit Wochen schon auf mein nächstes Testmuster (TRON: Evolution), Ende Januar fahr ich wieder mal nach München (EA gibt einen aus) und Dragon Age 2 werde ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen – vielleicht sogar wieder mit Kompendium. Aber ich werde mich öfters dazu aufraffen “Nein!” zu sagen und damit leben, dass dadurch vielleicht auch mal ein Test weniger auf der Seite landet. Es reicht wenn ich MobyGames für GamersGlobal geopfert habe – irgendwann muss ich auch mal wieder ein Leben haben und dazu gehört unter anderem, dass ich endlich die Zeit habe regelmäßig ins Bogenschützen-Training zu gehen…

Persönlicher Rückblick

Gut, das war jetzt wohl mehr ein Aus- als ein Rückblick. Doch im Kern lässt sich mein Jahr leider einfach so zusammenfassen:

    • Januar: GamersGlobal

 

    • Februar: GamersGlobal

 

    • März: GamersGlobal

 

    • April: Etwas Luft

 

    • Mai: GamersGlobal

 

    • Juni: DTAG – Samstagsarbeit

 

    • Juli: DTAG – Samstagsarbeit

 

    • August: GamersGlobal – QuakeCon/Gamescom

 

    • September: GamersGlobal

 

    • Oktober: GamersGlobal

 

    • November: DTAG – IV-Systemumstellung

 

  • Dezember: DTAG – Über die Feiertage durcharbeiten

Vor allem seit Juni greifen aber beide Faktoren zusammen. Wenn ich um halb 4 von der Arbeit komme und den ganzen Tag nichts als geschuftet habe, dann will ich ein Bett oder einen Film und nicht noch was anderes machen. Selbst zum Spielen hatte ich stellenweise überhaupt keine Lust mehr und ich war speziell im Juni/Juli dank der (freiwilligen) Sechs-Tage-Woche definitiv am Rande des Burnouts – wenn nicht sogar schon mittendrin, wenn ich an meine damaligen Schlafprobleme denke. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir erstmals so richtig klar, dass sich etwas ändern muss und solange trage ich die GamersGlobal-Frage auch schon mit mir rum.

Versteht das bitte alles nicht falsch! Wie ich schon im anderen Eintrag gesagt habe, würde ich die letzten beiden Jahre gegen nichts in der Welt tauschen wollen. GamersGlobal ist mit das Beste, was mir derzeit passieren konnte. Ich möchte euch, oder eher mir selbst, nur einmal zeigen, dass auch hinter den Kulissen von Bagdadsoftware nicht nur eitel Sonnenschein herrscht – auch wenn ich natürlich bemüht bin diesen Eindruck zu erwecken, schließlich interessieren euch (abseits hoffentlich meiner Freunde) am Ende des Tages meine Probleme nicht. Der Bagdadsoftware Jahresrückblick bot mir aber schon immer auch die Möglichkeit selbst das Jahr zu reflektieren und ich habe kein Problem damit einige dieser Gedanken mit euch zu teilen.

Fröhlichere Gedanken

In diesem Jahr sind diese Gedanken eben etwas düsterer, obwohl natürlich auch 2010 geprägt war von tollen Erlebnissen – die gamescom zum Beispiel zusammen mit meinen tollen Kollegen -, spürbaren Fortschritten – der Bagdadsoftware Podcast ist der beste Beweis -, vielen neuen Bekanntschaften – Gruß an Dana & Co. -, und wieder einer Unmenge an Wissen, das mich weiterbringen wird. Ich bin auch dieses Jahr verdammt stolz auf das, was ich erreicht habe! Und dass auf dem eigenen Lebensweg auch mal Steine liegen, gehört einfach dazu. Wichtig ist, dass man sich nicht vollständig aus der Bahn werfen lässt. Das Schlimmste, was man tun kann, ist einfach aufzugeben. Wenn durch die vorherigen Absätze ein wenig der Eindruck entstanden sein mag, dass ich das tue, dann täuscht ihr euch. Ich habe weiterhin klare Ziele vor Augen, die ich mit all meinem Tun und Werken verfolge. Der einzige Unterschied ist nur, dass ich mich 2011 einer Weiche nähere und mich langsam aber sich für eine Schalterstellung entscheiden muss.

Deshalb bleibt zum Abschluss des Jahresrückblick nur die sichere Erkenntnis: zweimal pro Woche wird es hier auf Bagdadsoftware einen neuen Eintrag geben, am Ende jeden Monats geht eine neue Folge des Podcasts online und in unregelmässigen Abständen wird es neue Bilder geben. Komme (fast alles) was wolle!

Nun geht und genießt die letzten Stunden des Jahres! Wir lesen uns am 1. Januar pünktlich ab Mitternacht wieder. Bis dahin bleibt mir nur noch zu sagen:

Das Team von Bagdadsoftware wünscht allen Besuchern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Nun übergebe ich an euch: Wie war euer Jahr 2010?

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