Sicarius

こにちわ

Mittlerweile müssen wir auch schon Diktate machen.

はじめまして。ゑぶますとえるです。どうぞよろしくおねがいします。わたしはがくせいのマインツだいがくのにほんごです。

Nein, das ist kein Kauderwelsch und auch nicht wieder so ein über irgendeine Webseite billig verschlüsselter deutscher Text. Wenn ihr den Text in Google Translate reinpackt, kommt ebenfalls nur bedingt das Richtige raus – aber das ist ja nichts neues :smile: . Das ist Hiragana (Japanisch) und normaler Schrift steht dort „Hajimemashite. Webumasutoeru desu. Dōzo yoroshiku onegai shimasu. Watashi wa gakusei no mainz-daigaku no nihongo desu“ oder auf Deutsch: „Freut mich sie kennen zu lernen. Ich bin der Webmaster. Ich lerne Japanisch an der Uni Mainz“ (den Begriff „Volkshochschule“ gibt es so nicht im Japanischen).

WAD?!

Nach meinem Bildungsurlaub im Juli wollte ich die Sache jetzt endlich mal richtig angehen. Natürlich nicht aus Spaß an der Freud‘, sondern wegen meiner japanischen Brieffreundin, die ich vor einigen Jahren geerbt hatte. Deren Englischkenntnisse sind leider nur begrenzt weswegen sich bislang die Briefe auf das übliche Smalltalk-Blabla begrenzten. Das würde ich gerne zumindest ein Stück weit ändern.

Und da es in Darmstadt und Umgebung (derzeit) keinen Japanisch-Kurs gibt, fahre ich halt seit Anfang September nun jede Woche Donnerstag nach Mainz in die VHS (der Link geht schon zum nächsten A1/1-Kurs im Januar). Die Lehrerin ist auch selbst gebürtige Japanerin (und ich kenne sie aus dem Bildungsurlaub) – was Fluch und Segen gleichermaßen ist. Fluch weil man sie teilweise dann doch etwas sehr schlecht versteht (sowohl auf Deutsch als auch Japanisch). Segen weil ich mir zumindest einbilde, dass ich es so gleich richtig lerne.

Mittlerweile (10 von 15 Termine mit je 3 Schulstunden) haben wir alle 108 Hiragana (die 1. von drei Schriften) gelernt, können schon bis 9.999 zählen, die grundlegende Grammatik und damit ein paar Alltagssituationen meistern wie z.B. nach der Uhrzeit fragen (und Antworten), Preise erfragen, Begrüßungen und sowas. Wir hangeln uns zwar technisch gesehen am Lehrbuch Japanisch im Sauseschritt 1 entlang aber die Lehrerin benutzt fast ausschließlich ihr eigenes Material (vermutlich aus ihren eigenen, alten Schulbüchern). Auch hier wieder Fluch und Segen. Fluch weil man schlecht einfach mal so was nachschlagen kann Zuhause und Segen, weil ich ihr Material tatsächlich meist verständlicher finde als das zusammengedampfte Buch. Im 2. Semester würden wir dann Katakana (die 2. der drei Schriften) lernen und ab dem 3. geht es mit den Kanji (die Hauptschrift) los.

Anstrengend

Auszug aus der allerersten Stunde.

Ist definitiv eine anspruchsvolle Sache das Japanisch-Lernen. Gut, ist natürlich grundsätzlich nicht einfach eine neue Sprache zu lernen. Aber die östlichen und vor allem asiatischen sind da noch einmal eine Stufe schwerer. Nicht einmal so sehr wegen der unbekannten Schriften (zumindest in den ersten beiden Semestern). Bei den Silbenschriften Hiragana und Katakana ist es wirklich nur auswendig lernen und schon kann man fleißig Wörter daraus zusammensetzen. Bei Kanji ist die Anzahl der Zeichen nicht nur >1000, es handelt sich zudem um Symbole (deswegen so viele), die auch noch ineinander verbunden werden könne, um neue Bedeutung zu kreieren und sowas.

Hiragana und Katakana reichen prinzipiell, um zwar einfache aber vollständige, japanische Texte zu verfassen. Das ist auch erst einmal mein Grundziel (siehe Brieffreundin). Beliebige Texte lesen ist hingegen etwas schwieriger, weil normalerweise alle drei Schriftarten gleichzeitig verwendet werden. Entsprechend kann man eine japanische Tageszeitung selbst als Japaner erst am Ende der schulischen Laufbahn halbwegs lesen. Meine Brieffreundin muss da sich entsprechend etwas anpassen :smile: .

Die grundlegende Grammatik ist (aktuell) auch relativ einfach, wenn man es mal verstanden hat. Was fehlt sind einfach die vielen, vielen Vokabeln. Und die zu lernen ist aus meiner Sicht die größte Schwierigkeit. Vor allem weil es so ewig viele Ausnahmen gibt. Zum Beispiel bei den Tagen: Technisch gesehen bedeutet „*-nichi“ auf Deutsch „Tag“. Der zwölfte Tag im Monat wäre somit „juuninichi“. Bildet man also alle 31 Tage einfach mit Zahl und „*-nichi“ ab? Natürlich nicht – es gibt 13 Ausnahmen wie zum Beispiel „futsuka“ für den 1. Im Monat. Total doof zum Lernen auch wenn unsere Sensei (=Lehrerin) immer wieder betont, dass der normale Japaner es bei einem Ausländer auch anders versteht und akzeptiert.

Mediale Unterstützung

Learn Japanese to Survive! Hiragana Battle (Herstellerbild)

Wie damals beim englischen (TIE Fighter!), nutze ich aber natürlich auch die wunderbare Welt der Unterhaltungsindustrie für meine Zwecke. Gibt unzählige Apps und Spiele, die versprechen einen beim Lernen zu unterstützen. Zum Hiragana (und später Katakana) lernen habe ich mir beispielsweise auf dem iPhone Kana Master installiert. Das ist wirklich rein für das Lernen der Symbole und sehr einfach gehalten. Es gibt eine Übersichtsseite mit allen Symbolen und eine Quizfunktion, die von euch nach der Bedeutung des Symbols abfragt. Am Hauptrechner kann ich hingegen nur absolut Learn Japanese to Survive! Hiragana Battle und Learn Japanese to Survive! Katakana War empfehlen. Das sind zwei über Kickstarter finanzierte JRPGs, die auf Basis von RPG Maker gebaut sind.

Die Geschichte ist ganz einfach: Irgendein Bösewicht greift eure Heimat an und nutzt dafür komische japanische Zeichen, die niemand töten kann. Als euer Dorf Opfer des Bösewichts wird, taucht eine nette Dame auf (Japanerin), die euch helfen will das Böse zu besiegen. Und wie macht ihr das? Natürlich indem ihr in den rundenbasierten Kämpfen die korrekte Bedeutung der Zeichen benutzt. Also statt einen Schwertangriff durchzuführen oder einen Feuerball zu schleudern, lasst ihr eure Heldentruppe „ga“ oder „no“ sagen (bzw. in der Parallelwelt dann „が“ oder „の”). Buffen, Gegenstände und so Zeugs gibt es prinzipiell zwar auch aber die Rollenspielseite sowie die Spielwelt an sich sind definitiv nicht groß ausgeprägt und was da ist, nicht sehr anspruchsvoll. Das ist nicht schlimm, da es ja nicht darum geht. Aber nur so als Warnung für alle, die ein Final Fantasy erwarten. Zum Lernen der Zeichen ist es auf jeden Fall perfekt weil man eben nicht einfach nur stupide Sachen einstudiert, sondern dabei auch noch die Welt rettet :smile: .

Fazit

Learn Japanese to Survive! Katakana War (Herstellerbild)

Wie gesagt: Das ist keine einfache Sache. Nach den drei Schulstunden dampft einem der Schädel und ohne Zuhause zusätzlich üben geht echt gar nichts. Entsprechend bin ich aktuell tatsächlich schwer am überlegen ob ich das 2. Semester wirklich direkt dranhänge. Auf der einen Seite will ich die Katakana (und weitere Grammatik) schon gerne lernen. Auf der anderen wird das notwendige Zeitinvestment nicht weniger werden. Theoretisch könnte ich natürlich im Selbststudium weitermachen. Aber da ist natürlich der innere Schweinehund und mit Lehrer und in der Gruppe ist es dann doch noch viel besser. Da mache ich mir also wenig Illusionen.

Aber mal schauen. Bin wie gesagt noch hin und hergerissen in der Hinsicht. Hab‘ aber bis Januar ja auch noch ein wenig Zeit mich zu entscheiden. Dass ich jemals ein JRPG oder auch nur ein Anime/Manga im Original genießen werden kann, glaube ich zwar nicht. Dafür sind die Kanji, die es zu lernen gilt einfach zu viele und zu kompliziert. Aber wenn ich mit meiner Brieffreundin ein wenig besser kommunizieren kann und bei einem eventuellen Besuch von Japan nicht ganz hilflos dastehe, dann reicht mir das definitiv aus. Die Lehrerin meinte auch: Wenn ihr nur ein bisschen machen wollt, dann zumindest die ersten beiden Semester. Dann habt ihr die wichtigsten Sachen intus.

Sicarius

Freigestellte Bildung

Meine Abschrift eines japanischen Gedichts

Im Gedächtnis bleibt einem meist eher das, was man nicht darf und darüber wird auch häufiger gesprochen. Von den guten Sachen hört man hingegen eher weniger oft. Das gilt ebenso für die Bildungsfreistellung, umgangssprachlich auch als Bildungsurlaub bezeichnet. Gut: In Bayern (und Sachsen) gibt es das nicht. Also war es für mich bislang nicht relevant. Ohne Lysanda hätte ich aber wohl genausowenig in Hessen davon erfahren (die Arbeitgeber wollen natürlich die Zahl der Nutzer klein halten), dabei gibt es das dazugehörige Gesetz schon seit 1974. Mittlerweile habe ich ihn schon zwei Mal mitgemacht und kann wirklich nur empfehlen sich dahingehend mal zu informieren.

Wos des?

Wie der Name schon sagt, geht es um grundsätzlich um berufliche oder politische Weiterbildung. Wobei der Bildungsurlaub erst einmal überhaupt nichts mit eurer täglichen Arbeit zu tun haben muss. Es geht einzig und allein darum, ob das jeweilige Land in dem ihr arbeitet (nicht wohnt!) den entsprechenden Kurs genehmigt hat oder nicht. Entsprechend vielfältig ist das Angebot, das vor allem die Volkshochschulen bundesweit (wie gesagt mit Ausnahme von Bayern und Sachsen) so anbieten. Programmieren, Gesundheitsthemen, Fortbildungen, Soft Skills – es gibt prinzipiell alles.

Das Seminar darf auch prinzipiell in einem anderen Land stattfinden (Bundesland sowie außerhalb von Deutschland). Allerdings müsst ihr dann zwingend schauen, ob euer Bundesland den entsprechend Kurs anerkannt hat. Da jedes Bundesland ein eigenes Gesetz mit anderen Anforderungen an die Kurse abgeschlossen hat, kann man nicht einfach davon ausgehen, dass beispielsweise ein Seminar in Nordrheinwestfalen auch den Ansprüchen der hessischen Gesetzgebung genügt. Immerhin ist es möglich beim jeweiligen Land nachzufragen, ob der gewünschte Kurs von ihnen erlaubt wird und sich so eine Bestätigung zu holen. Manche Kurse (vor allem in Grenznähe) haben das bereits für euch gemacht und schreiben explizit rein, ob das Nachbarbundesland den Kurs abgesegnet hat oder nicht.

Die Kernpunkte

Mein Versuch eines japanischen Gemäldes

Grundsätzlich gilt in fast allen Bundesländern, dass ihr bei der Bildungsfreistellung für fünf Tage von der Arbeit freigestellt und in dieser Zeit ganz normal von eurem Chef weiterbezahlt werdet. Manchmal darf ein Arbeitgeber allerdings auch betriebseigene Schulungen anrechnen lassen, die euren Anspruch reduzieren. Außerdem gilt quasi in allen Bundesländern eine bestimmte Grenze ab wann (wie lange ist man schon im Unternehmen) und wie viele Arbeitnehmer eines Betriebes überhaupt einen Bildungsurlaub in Anspruch nehmen dürfen. Sprich in Kleinstbetrieben (oft <10 Mitarbeiter) habt ihr Pech gehabt, wenn euer Chef nicht gutmütig ist. Und wenn schon ein paar Prozent (meist 10-20%) aller Mitarbeiter eines Unternehmens eine Freistellung beantragt und genehmigt bekommen haben, kann der Arbeitgeber euren Antrag ablehnen. Ist also doch wieder von Vorteil, wenn eure Kollegen nichts von diesem Anspruch wissen :smile: . Eine gute Übersicht über die einzelnen Voraussetzungen und Einschränkungen in den Bundesländern könnt ihr hier einsehen.

Die Seite Bildungsurlaub.de ist auch ein guter, erster Anlaufpunkt um sich grundsätzlich darüber zu informieren wo und welche Bildungsurlaube so angeboten werden und in welchem Preisrahmen sie sich bewegen. Ihr solltet aber dann immer noch manuell recherchieren. Zum einen, weil die Datenbank nicht vollständig ist. Die Webseiten der nahegelegenen Volkshochschulen solltet ihr also unbedingt zusätzlich besuchen. Zum anderen, weil auch Sachen in der Datenbank stehen, die so komischerweise nicht existieren. Keine Ahnung warum das so ist.

Habt ihr euch einen Kurs herausgesucht und gebucht, müsst ihr das dann rechtzeitig bei eurem Arbeitgeber anmelden (wieder abhängig vom Bundesland wie viel Vorlauf er haben muss) und hoffen, dass die Bildungsfreistellung von ihm genehmigt wird. Ist vermutlich mitunter nicht ganz so einfach (vermutlich vor allem abhängig von der Größe des Betriebs) aber die Bedingungen, unter denen er euch die Teilnahme verwehren kann, sind vom Gesetz sehr begrenzt. Hält so manchen vermutlich trotzdem nicht davon ab unter Drohungen oder fadenscheinigen Ausreden doch abzulehnen. Aber so ist das ja leider immer und technisch gesehen könntet ihr ihn dann verklagen. Ob man es macht ist natürlich ein ganz anderes Thema.

Meine Erfahrungen

Kanji-Kalligrafie

Wie anfangs erwähnt, habe ich bislang zwei Bildungsurlaube mitgemacht. Letztes Jahr war es ein Gesundheitskurs (Gesundheit ganzheitlich fördern für 200 Euro) bei der VHS Groß-Gerau und letzte Woche bei der VHS in Mainz Japan: Kultur und Sprache für 273 Euro. Ja, ich habe endlich angefangen japanisch zu lernen! Im September geht es hoffentlich mit einem richtigen Sprachkurs auch wieder in Mainz an der VHS weiter. Beide Seminare waren sehr interessant wobei mir aus naheliegenden Gründen natürlich das Japan-Seminar noch viel besser gefallen hat als der Gesundheitskurs :smile: . Deswegen ist auch der Eintrag voll von Bildern, die ich da produziert habe (rechts unten seht ihr zum Beispiel das Kanji für „blauer Himmel“ sowie meinen Namen auf Hiragana mit Kalligrafie geschrieben). Lysanda hingegen war letztes Jahr mit mir auf dem Gesundheitskurs, hat dieses Jahr Reiki gelernt (auch was japanische) und vorletztes Jahr ihr Englisch aufgebessert.

Insofern werden wir definitiv nächstes Jahr wieder unsere Woche Bildungsfreistellung in Anspruch nehmen. Es hat schließlich nur Vorteile:

  • Ihr könnt euch fünf Tage außerhalb der Arbeit aber doch innerhalb der Arbeitszeit (weil bezahlte Freistellung) weiterbilden und zwar egal ob es eure tägliche Arbeit unterstützt oder nicht, was es euch ermöglicht auch mal in etwas völlig anderes reinzuschnuppern.
  • Da die Seminare von morgens bis nachmittags durchgehen, könnt ihr sehr viel intensiver lernen als jede Woche nur einmal 1-2 Stunden zur VHS zu tingeln.
  • Ihr müsst euch nicht mehrere Wochen die Abende mit einem Termin zuballern.
  • Der Kurs kann von der Steuer abgesetzt werden

Als einziger Nachteil fällt mir nur ein, dass ihr für die Kurse bezahlen müsst. Erwachsenenbildung kostet halt ein wenig. Das gilt aber logischerweise auch für die normalen Abendkurse und dort werdet ihr nicht parallel noch vom Arbeitgeber bezahlt. Somit ist ein Bildungsurlaub zwar kein Nullsummenposten (je nachdem wie viel ihr verdient) aber immer noch billiger und weniger stressig als ein Abendkurs. Also nicht länger zögern: Bildungsurlaub beantragen (wenn ihr dazu berechtigt seid)!

Sicarius

Frohe Ostern!

Es gibt ja Leute, die behaupten, dass wir es hier Beim Christoph mit der Realität mitunter nicht so genau nehmen. Gerne werden zum Beispiel der Weihnachtsengel oder dieser (zugegebenermaßen) etwas komisch aussehende Osterhase genannt. Aber nicht so in diesem Jahr! Ostern 2017 steht ganz im Zeichen der Transparenz, Ehrlichkeit und was sonst noch so ausdrückt, dass das folgende Foto 100% echt ist:

Ja, Balu ist definitiv eine sehr gemütliche Katze, die extrem viel mit sich machen lässt. In diesem Sinne:

Das gesamte Team von Beim Christoph wünscht euch ein frohes Osterfest!

Nutzt die Feiertage, erholt euch ein wenig, zockt vielleicht auch mal wieder eine Runde (aktuell ist so ein komischer Typ mit grünem Zipfelhut wohl „in“) und knuddelt eure Haustiere besonders fest (aber nicht den Hasen fressen!). Wir lesen uns dann am Montag wieder – höchstwahrscheinlich nicht mit einem Gesundheitsthema. Aber Brief und Siegel gebe ich euch zum jetzigen Zeitpunkt darauf noch nicht :wink: .

So viele Spiele!

Unter dem Jahresrückblick 2016 schrieb v138, dass er mich bewundert wie ich meine Schwächen so in die Welt hinausposaune. Und auch von diversen anderen Personen habe ich schon über die Jahre fragende Blicke und wohl gemeinte Ratschläge zu dem geerntet, was ich hier seit bald 16 Jahren (am 9. März) veröffentliche und damit in die Annalen des Internets bis ans Ende der Zeit eingeht. Wobei das tatsächlich nicht ganz stimmt. Vieles von den Anfängen (vor allem als es noch die Untersektionen gab) ist tatsächlich für immer verloren eben, weil Beim Christoph eine so kleine und unwichtige Seite ist, dass selbst archive.org nur 83 mehr oder weniger gut funktionierende Snapshots hat.

Die Argumentation hinter den Warnungen ist logisch: Alles was ich sage kann gegen mich verwendet werden. Was würde beispielsweise ein potentieller Arbeitgeber darüber denken, wenn er meine Spieleliste findet („Totaler Freak!“). Oder wenn er sieht, dass ich schon zweimal auf Reha war („ständig krank!“), haufenweise „Tabletten“ zu mir nehme („Hypochonder!“) und auch noch offen zugebe psychische Probleme zu haben („nicht belastbar!“)? Und dann noch die vielen Informationen für potentielle Einbrecher („Ach, die haben einen neuen Fernseher?!“)! Ja, Beim Christoph ist eindeutig ein gefundenes Fressen für alle, die mir Schaden oder meine Integrität in Frage stellen wollen! Das Telemediengesetz macht es mir da nicht einfacher aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur Anonymität.

Mein Ansatz

Ich würde sicherlich lügen, wenn mich diese Thematik nicht auch beschäftigen würde. Aber genau deshalb mache ich mir durchaus sehr viele Gedanken darüber was ich hier so verzapfe und – noch viel wichtiger – wie sehr ich dabei ins Detail gehe. Rondrer hat sich unter besagtem Jahresrückblick beispielweise ja auch darüber „beschwert“, dass ich beim Thema Haus für ihn nicht tief genug bin. Aber genau das ist die Abwägung, die ich tätige. Es ist einfach wichtig zu wissen, was man preisgibt und welche Folgen es haben könnt – das gilt für jeden einzelnen Kommentar auf irgendeiner Webseite genauso wie bei den Texten auf der eigenen Homepage.

Andererseits: Wenn mir jemand Schaden möchte, dann wird er das auch ohne Beim Christoph tun. Und wenn ein potentieller Arbeitgeber Probleme mit dem hat, was hier steht, dann stelle ich durchaus in Frage, ob die Zusammenarbeit funktionieren würde. Es ist schließlich nicht so, als wären meine Hobbies und Probleme irgendetwas Besonderes. Im Gegenteil ist dies mit ein Grund, warum ich so viel preisgebe. Ich möchte meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit euch teilen und damit nicht nur mir, sondern auch euch weiterzuhelfen. Früher eben vor allem in Bezug auf Videospiele – heutzutage nun mehr im Bereich des normalen Lebens. Und die Aufrufzahlen zeigen mir, dass es vor allem beim Thema Gesundheit ein großes Bedürfnis nach diesen Informationen gibt.

Selbsttherapie

Das war ein hartes Wochenende…

Gleichzeitig ist – und das wissen die Veteranen unter euch schon lange – es aber auch für mich persönlich eine Art Therapie. Vor allem als ich noch einsam und allein Zuhause rumsaß, war es sehr hilfreich für mich durch die Einträge zumindest eine gewisse Art von Kommunikation zu tätigen. Mein Geschreibsel hier hilft mir nämlich ungemein meine Gedanken zu sortieren, sie klarer werden zu lassen und anschließend besser mit der jeweiligen Situation fertig zu werden. Mag bei der Beurteilung eines Videospiels etwas komisch klingen aber auch da gilt diese Aussage. Um euch zu informieren muss ich schließlich noch einmal das erlebte Revue passieren lassen und dann einordnen. Dadurch wird das im Spiel erlebte – finde ich jedenfalls – bewusster und somit nachhaltiger.

Außerdem setze ich mich mit dem Druck auf „Veröffentlichen“ auch noch dem Risiko aus mit Kritik überhäuft zu werden. Etwas, mit dem ich so überhaupt nicht klarkomme, schließlich bin ich doch ein guter Junge, der es jedem Recht machen möchte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen welche Todesängste ich allein bei jedem neuen Text für GamersGlobal durchstanden habe. Jede Informationsmail über einen neuen Kommentar führte zu sofortiger Anspannung. Das wird sicherlich nie ganz verschwinden aber quasi gezwungen (ja, daran bin logischerweise ich selbst schuld) zu sein 1-2mal die Woche einen Text in die Welt zu setzen hat definitiv dazu beigetragen, dass ich in der Hinsicht mittlerweile etwas lockerer geworden bin. Introvertierten Patienten empfehlen Psychologen wohl mittlerweile auch häufiger einen Blog zu beginnen und sich so der Welt in einem halbwegs kontrollierten Rahmen auszuliefern. Kann natürlich – je nach Erfolg des Blogs – auch nach hinten losgehen.

Epilog

Wahrscheinlich steht trotz aller Gedanken, die ich mir während dem Schreiben mache, irgendwo in den Tiefen von Beim Christoph etwas, was ich im Nachhinein bereue oder so heute nicht mehr schreiben würde (verweise an dieser Stelle natürlich nicht darauf :smile: ). Aber das gehört dazu. Wichtig ist, dass man daraus lernt und sich wie gesagt jederzeit bewusst ist, was man veröffentlicht. Und ich für meinen Teil denke, dass ich diese Kosten/Nutzen-Rechnung aktuell ganz gut im Griff habe. Trotzdem natürlich danke, dass ihr euch um mich sorgt!

Der Paketdienstleister Hermes und ich – ob wir jemals Freunde werden? Drei Pakete, alle mit Identitätsnachweis (weil besagte „ab 18“-Spiele drin) und alle Anfang der Woche verschickt. Angekommen? Kein einziges bislang. Okay, das stimmt technisch gesehen nicht ganz. Einmal war der Hermes-Fahrer wohl mit zwei der Lieferungen da, traf aber niemanden an und konnte es aufgrund der Altersnachweisforderung nicht beim Nachbarn abgeben.

Parallel dazu hatte ich am gleichen Tag für alle drei Pakete eine Umleitung in den Paketshop beauftragt. „Sind am Freitag ab 16 Uhr dort“ ließ die (kostenpflichtige!) Hotline damals verlauten. Also Freitagabend hin: Fehlanzeige. Samstagvormittag stand dann plötzlich in der (völlig unbrauchbaren) Hermes-App zumindest bei zwei der Pakete: „Die Sendung liegt im Hermes Paketshop zur Abholung bereit“. Also die Einkaufsfahrt genutzt, um noch einmal vorbeizuschauen. Ergebnis? Immer noch keine Pakete im Paketshop. Meine Hoffnung auch nur eines der Pakete jemals zu erhalten? Äußerst gering. Der Paketshop kann nichts dafür und die Hotline verweist vermutlich nur darauf, dass es laut System angekommen wäre. Aber mal schauen was der Montag noch so bringt – in der App hat sich zumindest bislang noch nichts weiter getan (das dritte Paket befindet sich genauso im Nirgendwo…).

Meine Gründe

Dass ich meine Päckchen schon abgeschrieben habe, mag pessimistisch klingen aber ich halte Hermes einfach nur für einen Sauhaufen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser Dienstleister so beliebt ist. Okay, doch: Er ist ein paar Euro günstiger. Und ja, DHL hat auch schon 2-3 Päckchen, die an mich adressiert waren, verschlampt und sich hier und da nicht glorreich verhalten – aber da reden wir von den letzten 17 Jahren und einer ganzen Menge von Lieferungen (vor allem natürlich von OkaySoft :smile: ). Hermes hingegen? Nun folgende Erfahrungen habe ich mit ihnen allein in den letzten 24 Monaten sowohl beim Empfang als auch Versand gemacht:

  • Mein Sendungsverlauf

    Sie geben grundsätzlich ohne Freigabe alles beim Nachbarn ab (immerhin legen sie es nicht einfach vor die Tür wie andere Versender).

  • Ihre Hinweiszettel sind völlig unbrauchbar, weil sie oft nicht einmal mit dem Mindestmaß an Informationen ausgefüllt wurden und selbst die Hotline kann mit dem Barcode mitunter nichts anfangen (zum Glück geht auch die Suche nach Adresse).
  • Sie behaupten sie hätten Pakete ausgeliefert und am Ende können sie nicht einmal nachweisen wer unterschrieben haben soll (ich weiß bis heute nicht wo meine ursprüngliche Kopie von Mittelerde: Mordors Schatten hingekommen ist).
  • Ihre Auslieferer sind auf „Schnell, schnell“ getrimmt und pflaumen einen entsprechend gerne mal an oder hetzen einen doch zügiger zu unterschreiben. Was sagte der Zusteller als er spätabends meine Reha-Koffer brachte: „Ich hatte heute Morgen geklingelt! [Wir waren wohlgemerkt den GANZEN Tag da!]. Jetzt musste ich extra wegen ihnen in meinem Feierabend nochmal vorbeikommen, um das sperrige Ding loszuwerden!!“.
  • Sie beschädigen/zerstören gerne mal Sachen (an einem meiner beiden Reha-Koffer war der Griff abgebrochen) und es ist ihnen völlig egal.
    • Sie haben eine kostenpflichtige Hotline.
  • Sie haben eine völlig unübersichtliche App, die aus meinen drei Paketen mehrere Dutzend Einträge macht, die keine Sau mehr versteht.
  •  Lassen sich einen ganzen Lieferwagen (!) klauen und brauchen dann trotzdem mindestens vier Wochen, um den Wert der Lieferung zu ersetzen.
  • Man ist von Paketshop-Öffnungszeiten abhängig (ich mag DHL-Packstationen!).
  • usw.

Um die Inhalte der Pakete mache ich mir in dem Fall natürlich keine Sorgen. Sowohl Amazon als auch Medimops werden das sicherlich unkompliziert behandeln und zügig neu verschicken, sollte bis Mitte der Woche tatsächlich immer noch nichts da sein. Es ist trotzdem nervig und einfach nur unnötig. Zumal mich das Ganze dank dem blöden „Ab 18“-Mist auch noch 5 Euro mehr Versand kostet. Das DHL-Päckchen mit den zwei „Ab 16“-Titeln ist hingegen wie geplant und ohne jedwede Probleme eingetroffen. So erwarte ich das eigentlich von allen Paketdienstleistern – aber „eigentlich“ ist bekanntlich ein Füllwort. Kleiner Trost für Hermes: DPD und GLS sind nicht viel besser.

Themenwechsel

In Level 1 unterwegs

Nun aber genug gemeckert. Es war zwar durchaus therapeutisch, dass ich meinem Ärger mal Luft gemacht habe, aber meine Pakete zaubert es natürlich trotzdem nicht herbei. Kommen wir stattdessen mal wieder zum Thema „Spiele“ und sogar mal wieder etwas Aktuellem: Diablo. Okay, das Original hat am 31.12.2016 seinen 20. Geburtstag gefeiert und ist damit alles, nur nicht mehr aktuell. Aber natürlich lässt es sich Blizzard nicht nehmen dieses Jubiläum ein wenig zu feiern – und zwar in allen ihren derzeitig relevanten Titeln: Die Arbeiter in StarCraft II haben ein spezielles Porträt, in Heroes of the Storm gibt es u.a. eine neue Karte, Overwatch bietet ein paar Sprays basierend auf den Diablo-Klassen, in Hearthstone gibt es ein neues Setting plus neuen Helden und dazugehörigen Karten, in World of WarCraft gibt’s ein riesiges Event mit neuen Achievements und speziellen Items und in Diablo III? Nun, da gibt es das The Darkening of Tristram-Tribute-Event.

Letzteres klingt auf dem Papier extrem genial: Erlebt alle 16 Levels des Original-Diablo in HD! Die Realität sieht allerdings anders aus: Ihr findet in „Old Tristram“ am Brunnen ein Portal zu einer anderen Variante von „Old Tristram“, die mit einem ekligen, augenkrebserzeugenen Pixel-Grafikfilter (das Original sieht selbst heute definitiv nicht so extrem beschissen aus) und einer stark herangezoomten Kamera versehen ist. Außerdem ist euer Interface ein wenig an Teil 1 angelehnt. Blizzard hat sich nicht einmal die Mühe gemacht Tristram selbst korrekt zu übernehmen. Stattdessen erwartet euch ein Schlauch von und zu den wichtigsten Locations (Hexe, Kathedrale, usw.). In der Kathedrale geht es dann genauso weiter: Es erwarten euch die Dungeon-Assets von Diablo III nur mit dem Unterschied, dass sie dank des Filters bekloppt aussehen und sich die einzelnen Bauteile häufiger Wiederholen und dabei der Soundtrack aus dem Jahre 1996 aus den Boxen kommt.

Mein Inventar nach Level 5

Das Original also nicht einmal ansatzweise in HD! Mehr ein „Best of“, denn natürlich erwarten euch in den 16 ziemlich kleinen Levels alle wichtigen Mini- und Hauptbosse (Skelettkönig, Metzger bis hinunter zu Diablo selbst) sowie Gegnertypen von Teil 1. Die Gegenstände, die ihr so findet, wiederholen sich zum einen oft (Wiederholung scheint Retro zu sein), sind aber sowohl in der Namensgebung („Godly Plate of the Whale“) als auch bei der Darstellung sehr stark vom Original inspiriert – wenn nicht sogar kopiert. Bescheuert ist, dass ihr das Event anscheinend in einem Rutsch durchspielen müsst. Ich war schon in Level 5 (ca. 1 Stunde Spielzeit) angekommen bevor ich angefangen habe diesen Eintrag zu schreiben. Als ich gerade wieder rein bin, um ein paar Screenshots zu machen, war ich wieder im normalen Diablo III. Sehr doof und erklärt die stark zusammenstauchten Levels – 15 Stunden am Stück hat man früher mal auf LAN-Partys das Original gezockt aber Diablo III vermutlich nicht mehr. Ach und anders als im Original gibt es ein geheimes Kuh-Level!

Beim Christoph meint: Das Diablo III-Event ist ganz nett, weckt bei mir aber keinerlei nostalgischen Erinnerungen. Ich werde natürlich schon allein wegen den Erfolgen und dem Cow-Pet versuchen es durch zu spielen – ist also mal wieder ein Grund Diablo III zu spielen. Aber ehrlich gesagt: Ich hatte tatsächlich mehr erwartet. Klar, es sind kostenlose Inhalte, die euch ein paar Stunden Spaß bereiten. Aber sie werden dem Original und vor allem seiner Bedeutung (Schaffung eines komplett neuen Genres) aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.

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