Halo Infinite (Herstellerbild)

Da ist das Spielejahr 2021 schon wieder so gut wie rum. Trotzdem ich weiterhin fleißig bei Co-Optimus die Datenbank pflege (das erste volle Jahr!), kann ich euch irgendwie nicht so recht sagen ob es was wirklich Besonderes gab. Hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass mir dieser ganze Hype-Mist mittlerweile (wenn nicht sogar schon immer?) vollkommen gegen den Strich geht. In der Release-Woche kurz hip, danach sofort wieder komplett vergessen – schlimmstenfalls sogar gleich noch totgeredet nur, weil irgendeine Statistik “niedrige” Zahlen zeigt. “Die heutige Generation von Journalisten und Spielern ist echt größtenteils ein Sauhaufen!” schimpft der alte Mann (=ich) auf seiner Seifenkiste im Internet (=diese Webseite).

Inhalte mit “hoher” Qualität bis zum Abwinken wollen, nicht bereit sein dafür das Geld zu bezahlen und dann jammern, wenn ein Einzelspielertitel nicht noch 20 Jahre lang mit DLCs (am besten kostenlos!) versorgt wird. Da könnte ich manchmal echt kotzen. Der Videospielemarkt ist so groß wie noch nie und auch qualitativ gute Titel muss man nicht mit der Lupe suchen. Man kommt stattdessen mit dem Zocken faktisch überhaupt nicht hinterher – schon gar nicht, wenn da auch noch Brecher mit >100 Spielzeit dabei sind. Trotzdem wird gefühlt nur geschimpft (inkl. Todesdrohungen versteht sich).

Zu Letzt die ganze Diskussion mit dem Battlepass von Halo Infinite, der angeblich so anstrengend ist (keine Ahnung). Früher haben wir selbst Multiplayer-Spiele einfach nur gespielt, weil sie Spaß gemacht haben. Heute? Wenn man nicht innerhalb von zwei Minuten seinen nächsten Dopamin-Hit bekommt ist es gleich der größte Scheiß. Das gilt übrigens nicht nur innerhalb eines Spiels. Bei allem “ich will mich Jahre mit einem Titel beschäftigen”-Getue: Die Realität scheint für viele zu sein, dass sie tatsächlich nur einen Abend in ein Werk reinschauen und selbst, wenn es das Mega-Über-Spiel ist, am nächsten Tag schon wieder zum nächsten Titel springen. Verständlich bei dem stetig wachsenden Angebot und dem dazugehörigen Gruppenzwang aber auf seine Art und Weise trotzdem völlig Paradox.

Zum eigentlichen Thema

Mein Spieleregal

Ich wollte heute aber nicht schon wieder über meine lieben Mitspieler schimpfen. Ist nur schlecht für den Blutdruck. Reden wir stattdessen über MEIN Spielejahr 2021. Fangen wir mit den Einkäufen an: Physikalisch war es heuer wieder ungefähr so viel wie letztes Jahr (~40 Stück). Das lag aber ausschließlich an unserer Hardware-Neuanschaffung, der Nintendo Switch. Dafür “musste” ich natürlich gleich einen gewissen Grundstock an Spielen kaufen – 26 Stück wurden es im Laufe des Jahres. Day-1-Käufe waren aber sowohl bei den PC- als auch den Switch-Spielen dieses Mal keine dabei. Alles nur alter und damit größtenteils billigerer Kram (Nintendo-Titel halten sehr lang ihren Wert…). Dadurch steigt zwar das Risiko, dass ich das eine oder andere Spiel dann überhaupt nicht mehr in physischer Form bekomme (die PC-Version von Sekiro: Shadows Die Twice ist z.B. überall ausverkauft). Aber, wenn das mein einziges Problem ist, dann geht es mir vermutlich ziemlich gut :wink: .

Aufgrund der weltweiten Produktionsengpässe gab‘ es nicht einmal so viele Kickstarter-Spezial-Editionen, die es 2021 in die Casa Lysanda geschafft haben. Nicht gerade wenige Titel, die digital schon veröffentlicht wurden, mir aber noch die physikalischen Extras fehlen. Wird dann vermutlich 2022 eine entsprechende Schwemme werden. Ansonsten bin ich meinem derzeitigen Konsumstil treu geblieben und habe vermutlich bei fast allen Bundles zugegriffen, die Fanatical und Humble Bundle 2021 rausgeworfen haben – solange ich nicht schon 90% der Titel hatte oder es um VR ging. Das ist mittlerweile so schlimm, dass ich nicht einmal mehr beim Steam-Sale großartig zugreife quasi so von wegen “Brauchen tu ich’s eh nicht und irgendwann ist es bestimmt in einem Bundle”. Besser für den Geldbeutel. Mir den PC Game Pass zu holen wäre sicherlich NOCH besser für den Geldbeutel aber so ein bisschen hänge ich halt weiter der altmodischen Illusion nach etwas zu besitzen – und, wenn es mittlerweile nur ein Eintrag in einer Liste ist :smile: .

Die Hardware

Mein Hauptrechner

Genutzt habe ich zum Spielen 2021 wieder fast ausschließlich den PC. Die PlayStation 3 und die Xbox 360 waren überhaupt nicht an. Auch die PlayStation Vita und der Nintendo 3DS durften meines Wissens keine süße Elektrizität durch sich hindurch jagen spüren obwohl noch viele Titel darauf warten durchgespielt zu werden. Erst ab Mitte des Jahres kam dann die Nintendo Switch dazu mit der wir durchaus einiges an Zeit verbringen (aktuell an Super Mario Odyssey dran). Aber der PC dominiert trotzdem ganz klar weiterhin meinen Spielealltag. Das brauche ich nicht schön zu reden. 2021 hat zudem deutlich gemacht, dass ich mir auf absehbare Zeit garantiert keine neuere PlayStation oder Xbox mehr ins Haus holen werden. Wenn jetzt sogar schon Sony anfängt First-Party-Titel auf den PC zu portieren, dann fällt für mich jedwedes Argument weg mir nochmal so einen Kasten anzuschaffen und in der Ecke verstauben zu lassen.

Und mein Smartphone? Nun, tatsächlich zocke ich darauf auch nichts mehr. Kairosoft veröffentlicht mittlerweile weniger Titel und selbst da ist irgendwie derzeit bei mir die Luft raus. Magic: The Gathering – Puzzle Quest hatte ich ja schon nach der letzten Standard-Rotation Ende 2020 komplett aufgegeben. Hat einfach zu viel Zeit und Geld verschlungen ohne, dass das Spielen tatsächlich noch Spaß machte. War einfach jeden Tag und jedes Event nur noch der gleiche Mist. Da sind wir wieder beim Thema “Ständig neuer Kram”. Ich hab‘ noch nicht einmal alle Karten vom aktuellen Set, schon kommt das nächste raus. Das ist sowohl in der analogen als auch der digitalen Fassung dieses Machwerks total bescheuert.

Auf dem PC habe ich hingegen tatsächlich den größten Teil des Jahres in Uplay… pardon Ubisoft Connect verbracht. Ubisoft-Titel sind einfach mittlerweile totale Spielzeitmonster. Mir graut es schon fast davor zu den neueren Assassin’s Creed zu kommen mit ihren riesigen Welten… Auf Platz 2 und 3 sind Steam und der Bethesda Launcher. Der Epic Games Launcher wurde jede Woche mal aufgemacht, um die kostenlosen Spiele abzugreifen und alle anderen diversen Launcher wie EA Origin oder Battle.net habe ich nur hin und wieder gestartet, damit sich die Applikation aktualisieren konnte.

Es lässt sich entsprechend zusammenfassen: Ich habe mich auch 2021 wieder darauf konzentriert möglichst nur einen Titel nach dem anderen zu zocken und diesen dann entsprechend bis zum Ende durchzuziehen. Bleibt nach fast zwei DINA4-Seiten Text also nur noch eine Sache offen und zwar die, wegen der ihr eigentlich heute hier seid:

Meine Top Fünf Spiele des Jahres 2021

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

1. Ring Fit Adventure (2019; NSWI) – Ich und Sport. Zwei Welten treffen aufeinander. Ich verstehe natürlich die Notwendigkeit. Ich schleppe die Erinnerung (=dicker Bauch) schließlich jeden Tag mit mir herum. Aber im Gegensatz zu anderen, die erst beim Absolvieren eines Marathons ihre Erfüllung finden, habe ich den Spaß am Sport bislang noch nicht gefunden. Entsprechend bin ich dankbar für Werke wie Ring Fit Adventure, die eben nicht einfach nur ein 08/15-Fitnesstitel sind, sondern genau das versuchen: Den Spaß in den Sport reinzubringen. Das erreichen die Entwickler indem sie ein echtes Spiel drum herum bieten mit einer zusammenhängenden Geschichte, einzelnen Levels und eurem Charakter, der im Level aufsteigen und Sachen freischalten kann.

Dieses Ansinnen Spaß am Sport zu erzeugen setzt das Werk allerdings nicht perfekt um, keine Frage. Bei längerer Spieldauer fallen einem durchaus einige Problemchen auf. So hat die Bewegungserkennung ihre Lücken, da faktisch ja nur die Gyrosensoren der beiden JoyCons ausgelesen werden. Außerdem ist die Auswahl der Übungen teilweise echt fragwürdig was den Schwierigkeitsgrad angeht. In den Momenten fällt es dann ganz besonders auf, dass es mitunter zu wenig Anleitung gibt wie die Übung eigentlich funktioniert. In Folge sinkt die “Ich bescheiß mich selbst”-Schwelle noch weiter, die sowieso schon niedrig ist. So ist es auf der einen Seite natürlich toll, dass ich mir meine Übungspalette selbst zusammenstellen kann. Aber die Versuchung dabei die unangenehmen Sachen einfach weg zu lassen ist entsprechend groß. Und wenn man doch mal gezwungen wird beispielsweise den Bergsteiger zu machen? Nun, wie gesagt erkennt das System nicht ob ihr wirklich korrekten Bewegungsablauf ausführt. Ja, das ist natürlich technisch gesehen kein Problem des Spiels. Aber nicht immer hat man im Moment die Selbstdisziplin, um die Sache doch richtig durch zu ziehen. Je weiter fortgeschritten das Workout ist, desto weniger vermutlich…

Dennoch: Ring Fit Adventure ist ein fantastischer Fitnesstitel für Normalos. Nicht nur diejenigen, die mit Vereinssport und Fitnessstudio wenig anfangen können. Sondern auch die, die einfach so gerne mehr Bewegung in den Alltag reinbekommen wollen ohne gleich das Haus verlassen zu müssen. Wir nutzen ihn seit Juli täglich mehr oder weniger intensiv (gibt Belohnungen für kleine, regelmäßige Workouts) zusätzlich zu unserer restlichen Sportroutine. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass ich das Werk dieses Jahr auf Platz 1 meiner Top-Liste gesetzt habe. Wer es schafft, dass ich freiwillig noch mehr Sport mache, macht schließlich irgendetwas verdammt richtig :wink: .

QUAKE (Herstellerbild)

2. QUAKE (Enhanced Edition) (2021; PC, NSWI, XONE, XS, PS4, PS5) – Ich weiß gar nicht so recht, was ich meinem äußerst positiven Fazit im August noch großartig hinzufügen könnte. Dieses Remaster ist schlicht und einfach das ultimative Rund-um-sorglos-Paket und die beste Version des Ego-Shooter-Klassikers, die jemals veröffentlicht wurde. Ja, dank einiger Fehlerbereinigungen sogar besser als das Original! Puristen werden mich für diese Aussage sicherlich ins Fegefeuer schmeißen. Die Realität ist aber, dass die kleinen und feinen spielerischen Unterschiede für 99% der Spieler nicht relevant sind. Selbst für mich als selbsternannter “id-Software-Fanboy” gibt es entsprechend nun absolut keinen Grund mehr die Original-CD aus dem Regal zu holen. Stattdessen kann ich mir jederzeit die volle Dröhnung QUAKE geben und fraggen bis der Arzt kommt, ohne lange mit Mods rummachen zu müssen und/oder Augenkrebs zu bekommen. Und das für einen Preis von gerade einmal 10€, wo andere für sowas ohne mit den Augen zu zwinkern den Vollpreis verlangen! Und „schlimmstenfalls“ steht mir das 1996er Original trotzdem noch zur Verfügung. Ist ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Ja, ich schaue vor allem in Richtung Rockstar, Activision Blizzard und Square Enix. Hohe Preise, schlechte Umsetzungen und dann noch das Original aus den Shops löschen…

Psychonauts 2 (Herstellerbild)

3. Psychonauts 2 (2021; PC, PS4, XONE, XS, LNX, MAC) – In meinem Angespielt-Bericht habe ich mich zugegebenermaßen sehr auf die negativen Aspekte konzentriert. Andererseits: Gelobt wird es von allen anderen ja schon genug und meine Kritik kam von Herzen. Und mein Herz war (und ist) in spielerischer Hinsicht nun einmal etwas enttäuscht von Tim Schafers Werk. Einfach, weil das erste Psychonauts die Latte so hochgelegt hat vor allem was die Kreativität beim Leveldesign angeht. Dennoch: Es ist unterm Strich trotzdem erneut ein fantastischer und vor allem erwachsener Plattformer geworden. Und zwar nicht im Sinne, dass er düster und voller Sex und Blut wäre. Sowas sehen nur pubertäre Teenies als “Erwachsen” an.

Psychonauts 2 beschäftigt sich stattdessen mit wirklich relevanten Dingen. So geht es in der Hauptgeschichte überhaupt nicht um Raz und seine Entwicklung zu einem Psychonauten. Nein, alles dreht sich um eine Truppe alter Menschen, die ausnahmsweise nicht als Slapstick-Einlage dienen. Es sind Menschen, die mit ihrer Vergangenheit hadern und versuchen Fehler wieder gut zu machen. Und die Realisierung, dass dies nur gemeinsam geht. Alleingänge haben schließlich überhaupt erst zu diesem Dilemma geführt. Ein weiterer Themenkomplex ist, dass es bei “mentaler Gesundheit” nicht darum geht, jemanden zu zwingen sich zu ändern. Man sollte hingegeb denjenigen dabei helfen ein besserer Mensch zu werden. Wobei diese Definition logischerweise stark subjektiv ist. Es mag komisch wirken, dass Raz nach seinem Ausrutscher zu Beginn jeden Charakter vorher um Erlaubnis bittet, ob er in sein Gehirn eindringen darf. Aber dieses kleine Detail hat so viel Gewicht und zeigt eine stärkere Charakterentwicklung als jeder noch so ausufernder Dialog oder minutenlange Zwischensequenz es könnte.

Diese Art und Weise der Erzählung ist neben der Geschichte an sich die große Stärke von Psychonauts 2. Der Hammer wird nur aus dem Schrank geholt, wenn es dem Humor dient im Gegensatz beispielsweise zu einem Marvel-Blockbuster, bei dem der Zuschauer jede Gefühlsregung vorgekaut bekommt. Tim Schafer schafft es stattdessen seine Wunschthemen – und das Spiel ist durch und durch ein Schafer-Werk – auf subtile, glaubwürdige und vor allem mit Humor gespickter Art und Weise dem Spieler nahe zu bringen. Das Spiel hat so viele Ebenen (Leveldesign, Dialoge, Grafik, etc.), die man bei einem einzigen Durchspielen vermutlich gar nicht alle erfassen kann. Auch ich habe ich viele Details und Zusammenhänge erst durch die ganzen Analyse-Videos/-Artikel erkannt, die derzeit im Internet hochpoppen. Es erinnert mich in der Hinsicht stark an Spec-Ops: The Line aber natürlich mit einem völlig anderen Themenschwerpunkt. Deshalb: Ich mag etwas enttäuscht gemeckert haben aber am Ende des Tages habe ich weder meine Crowdfunding-Investition noch die rund 24 Stunden Spielzeit (für 100%) bereut. Im Gegenteil: Ich bin mehr als nur bereit für Psychonauts 3. Ich hoffe entsprechend, dass es nicht wieder 16 Jahre dauert…

Dee-6: Dice Defenders (Herstellerbild)

4. Dee-6: Dice Defenders (2021; PC) – Ich bin echt ein komischer Typ. Regale (sowohl virtuell als auch in der Realität) vollgestopft mit AAA-Titeln, die schon ewig darauf warten endlich gespielt zu werden und womit beschäftige ich mich am meisten? Mit digitalen Brettspielumsetzungen. Egal ob Talisman: Digital Edition, Deathtrap Dungeon Trilogy oder eben Dee-6: Dice Defenders: Ich kann simplen Würfelspielen offensichtlich absolut nicht widerstehen. Und ja, viel mehr ist der Titel nicht. Basierend (aber nicht offiziell lizensiert) auf Deep Space D-6, bestimmt das Würfelglück und damit der Zufall die meiste Zeit, ob ihr den kompletten Kartenstapel überlebt oder nicht. Wenn ihr ständig nur Katastrophen wie Brände an Bord eures Raumschiffs oder dicke Gegnerschiffe aus dem Stapel zieht und deshalb nur noch ein Crewmitglied zur Verfügung habt, könnt ihr noch so das Taktikgenie sein – die Runde ist dann meistens gelaufen.

Und doch übt der Titel eine Faszination aus, die ich nicht so recht beschreiben kann. Die Momente, in denen das Würfelglück mal auf eurer Seite ist oder ihr es dank geschickter Entscheidungen schafft doch noch das Ruder rumzureißen, sind die Mühe wert. Zumal man mit fortlaufender Spielzeit auch besser darin wird trotz schlechter Würfel auf die einzelnen Ereignisse zu reagieren und entsprechend eher in die Lage ist in Ruhe zu planen, taktieren und mit erhobenem Haupt den Karten entgegen zu treten – nur, um dann von einer total ungünstigen Kombination (Stichwort “Nebula” + “Solar Flare” = ihr habt keine Schilde mehr und nach X Runden erleidet ihr einen Haufen Schaden) aus der Bahn geworfen zu werden. Dieses “in Ruhe” nervt zwar einige, denn das Spiel läuft sehr langatmig ab und spielt sich in Teilen tatsächlich ein Stück weit von alleine. Aber für mich macht es genau das interessanter als das trotz Pausen-Funktion doch sehr hektische FTL: Faster Than Light. Es ist quasi ein perfekter “Zen-Nebenbei/Zwischdurch”-Titel und hat mich entsprechend seit seinem Release so einige nette Stunden unterhalten.

Fitness Boxing 2: Rhythm & Exercise (Herstellerbild)

5. Fitness Boxing 2: Rhythm & Exercise (2020; NSWI) – Um es kurz vorwegzunehmen: Im Vergleich zum Vorgänger gibt es neue Lieder und einige Quality-of-Life-Verbesserungen aber faktisch ist es egal welchen der beiden Titel ihr euch zulegt. Im Gegensatz zu Ring Fit Adventure handelt es sich hier technisch gesehen um kein Spiel und hat vermutlich rein formal nichts auf dieser Liste verloren. Aber das ist hier ist meine Liste und wenn ich sage, dass es dazu gehört, dann ist das so! VERSTANDEN?! Okay. Also es ist ein reiner Fitnesstitel und wie der Name schon andeutet, geht es ums Boxen. Das bedeutet aber nicht, dass ihr ausschließlich nur die Arme trainiert. Auch der restliche Körper ist in ständiger Bewegung. Der Titel nimmt euch auf Wusch richtig schön ran und gibt euch ein Vollkörperworkout bei dem zumindest ich am Ende (meine Workouts dauern derzeit 30-40 Minuten) nur noch schweißtriefend dastehe.

Dabei führt euch das Programm sehr behutsam in die Welt des Boxens ein. Immer mal wieder wird euer Tagesworkout um einen neuen Typ von Schlag/Ausweichmanöver ergänzt, angefangen mit einfachen Geraden, und dann direkt im nächsten Set zur Anwendung gebracht. Diese Sets laufen auf mittlerweile bekannte Rhythmus-Spiel-Art ab. So gibt es für jede Hand eine Leiste auf der von unten nach oben Symbole hochwandern. Eure Aufgabe: Den dazugehörigen Schlag mit dem JoyCon in der jeweiligen Hand zum richtigen Zeitpunkt ausführen, um das heiß ersehnte “Perfekt” angezeigt zu bekommen. Natürlich einfacher gesagt als getan vor allem, wenn das System anfängt schnellere Kombinationen z.B. aus Geraden, Haken und sowas von euch zu verlangen. Aber leider auch, das muss man fairerweise sagen, weil die Bewegungserkennung wie schon bei Ring Fit Adventure nicht perfekt ist. Das kann dann schonmal frusten, wenn man sich sicher ist den Schlag korrekt und zum richtigen Zeitpunkt ausgeführt zu haben und trotzdem ein “Daneben” auf dem Bildschirm erscheint. Das kann stark an der Motivation nagen wie mir Lysanda eindrucksvoll bewiesen hat. Sie wird es vermutlich nie wieder starten… Als Belohnung für eure Mühen gibt es jedoch nicht nur ein gutes Gefühl und möglicherweise eine neue Highscore, ihr schaltet auch nach und nach neue Klamotten für euren Trainer/Trainerin frei, die euch während des Workouts anheizen und anweisen.

Lysanda kann wie geschrieben mit dem Titel absolut nichts anfangen auch, weil selbst die deutsche Version nur eine englische (oder japanische) Sprachausgabe bietet. Sie ist stattdessen voll und ganz Ring Fit Adventure verfallen. Ich aber finde es ein sehr nützliches Kontrastprogramm zum Konurrenztitel. Zum einen natürlich, weil der Trainingsschwerpunkt einfach woanders liegt. Ja, Ring Fit Adventure hat natürlich auch Armübungen. Aber geboxt wird dabei nicht. Und auch die sonstigen Bewegungsabläufe sind stark unterschiedlich und damit auch der Trainingseffekt ein anderer. Entsprechend ist für mich Fitness Boxing kein Ersatz, sondern eine sehr gute Ergänzung/Abwechslung im Trainingsprogramm. Gleichzeitig kommt mir gelegen, dass die Führung durch das Training deutlich strenger ist. Ihr kriegt das Workout (auf Wunsch) vorgegeben und zieht es einfach durch. Kein Firlefanz, keine Entscheidungsfreiheit (=weniger sich selbst betrügen) und als jemand, der lieber in einen Kurs als ins freie Training geht (=weniger Möglichkeiten sich ablenken zu lassen), ist das manchmal genau das Richtige.

Epilog

Ghost Recon: Wildlands (Herstellerbild)

Und das sind sie, meine Top Fünf des Jahres 2021. Was fällt an der Liste auf? Vermutlich, dass kein einziger Ubisoft-Titel drauf ist, obwohl ich doch so viel Zeit mit ihnen verbracht habe. Zwar war für kurze Zeit zumindest Ghost Recon: Wildlands enthalten (Platz 5), es wurde aber dann doch noch durch den zweiten Fitness-Titel verdrängt. Das ist dann auch schon die zweite Feststellung: Ich habe Spaß an Sport gefunden. Okay, soweit würde ich jetzt noch nicht gehen aber zumindest helfen Fitnessspiele eindeutig bei der Motivation und können heutzutage die restliche Sportroutine sehr gut unterstützen. Freue mich schon drauf, wenn ich endlich mal ein VR-Headset habe. Da ist das Angebot ja nochmal größer.

Die dritte Erkenntnis ist hingegen, dass drei der fünf Titel tatsächlich brandaktuell waren und erst 2021 erschienen sind. So aktuell dürfte meine Liste schon seit langem nicht mehr gewesen sein. Andererseits sind mit QUAKE und Psychonauts 2 auch zwei absolute Ausnahmetitel dabei. Und wie ich letztes Jahr schon geschrieben hatte: Spielen von id Software kann ich nie widerstehen. Bei Double Fine wollte ich hingegen schlicht und einfach nach 16 Jahren Wartezeit endlich wissen wie es mit Raz weitergeht. Oder um es einfacher auszudrücken: Ich erwarte nicht, dass die Liste 2022 plötzlich noch aktueller sein wird :smile: .

Nun habe ich euch aber echt genug vollgelabbert. Kommen wir stattdessen zur entscheidendsten Frage des heutigen Eintrags: Wie war euer Spielejahr 2021?

Katzenklo mit nicht artgerechtem Eingang

Lyssi und Maya vertragen sich super und sind die allerbesten Freunde – würde ich gerne schreiben, doch die Realität sieht schlicht und ergreifend so aus, dass Maya Angst vor Lyssi hat und Lyssi unsere Maya weiterhin sowas von überhaupt nicht leiden kann. Andererseits: Lyssi kann gefühlt grundsätzlich keine anderen Vierbeiner leiden außer Pichu. Insofern ist das jetzt nichts Maya-spezielles. Allerdings müssen beide seit einiger Zeit die Nacht gemeinsam in einem Raum verbringen und das geht ja ÜBERHAUPT nicht! – also aus Lyssis Sicht.

Aber machen wir einen Schritt zurück: Im Juli hatte ich erwähnt, dass unsere geliebte Maya leider wieder angefangen hatte auf das Sofa zu pieseln. Unsere damalige Akutmaßnahme war das Katzenklo auf besagtes Sofa zu stellen, um zügig die weitere Kontaminierung der Couch zu unterbinden. Diese Maßnahme war grundsätzlich erfolgreich, es konnte aber logischerweise kein Dauerzustand sein. Vom Dreck mal ganz abgesehen, ist Fernsehen nicht ganz so angenehm, während neben einem ein miefender Sandtopf steht :smile: . Also musste eine andere Lösung gefunden werden. Zumal ich das Katzenklo auch endlich mal wieder komplett aus dem Wohnzimmer raushaben wollte. Viel zu viel Dreck trotz nicht artgerechtem Deckel mit Einstiegsloch.

Der Stein des Anstoßes

Das Grundproblem ist, dass die Mädels nicht gerne rausgehen. Maya einfach grundsätzlich (draußen ist es zu hell/dunkel/kalt/warm/etc.) – da soll mir nochmal irgendeiner kommen mit von wegen „alle Katzen sind Freigänger!” -, Lyssi hingegen wegen ihrem Stalker namens Jules. Der Kerl ist echt schlimm. Geht Lyssi raus, ist er sofort mit dabei. Dann starrt er ihr die ganze Zeit hinterher während sie im Garten ihre Arbeit erledigt (Gras essen, Patrouille und der ganze Kram). Und, wenn es an der Zeit ist für Lyssi wieder reinzugehen steht er sofort parat, um ihr auf den Hintern zu hauen sobald sie auch nur den Kopf in der Katzenklappe hat. Ich kann entsprechend verstehen, warum sie keinerlei Begeisterung hat besagte Katzenklappe zu benutzen – selbst, wenn sie schon gerne raus wollen würde. Tagsüber gibt uns Lyssi deshalb mittlerweile Bescheid, wenn sie raus möchte. Dann lassen wir sie zur Terrassentür in den Garten. Und wenn sie wieder rein möchte, dann klopft sie mit Hilfe der Katzenklappe an der Tür an. Ab und zu nutzt sie auch den Schutz durch Pichu aus. Sprich geht raus, wenn er gerade ebenfalls das Haus verlassen hat.

Nachts können wir das logischerweise nicht leisten. Und einen Nachtwächter, der das übernimmt, ebenfalls nicht. Und Maya will ja ebenfalls noch irgendwie ihr Geschäft verrichten. Die Lösung? Wir haben Lysandas Bastelzimmer unterm Dach zum Katzenzimmer mit Bastelecke umdeklariert. Sprich zwei Katzenklos stehen jetzt dort oben (24/7 zugänglich) und nachts werden Maya und Lyssi dort oben einquartiert während die Jungs im Wohnzimmer verbleiben. Weder Maya noch Lyssi sind darüber vollauf begeistert. Maya, weil sie wie gesagt einen Haufen Respekt vor Lyssi hat und Lyssi würde eigentlich viel lieber im Bett der Dosenöffner schlafen. Aber am Ende des Tages kommen sie damit doch ganz gut klar. Ist also jetzt nicht so, dass da oben die ganze Nacht ein Hennenkampf abgeht und Maya morgens blutig in der Ecke liegt. Stattdessen haben wir sogar das Gefühl, dass Lyssi langsam Maya gegenüber toleranter wird.

Die positiven Seiten

Die verstellbare Heizungsliege

Zumal nicht alles schlimm ist an diesem Arrangement: Lyssi findet es beispielsweise echt dufte, dass sie dort oben extra Futter bekommt und „alleine” (Maya lässt ihr den Vortritt) fressen kann. Ihr müsstest sie sehen, wie sie jeden Abend die Treppe hochstürmt, wenn wir sie mit dem Futterteller in der Hand ins Bett bringen. Also den Teller hat Lysanda in der Hand. Ich muss Maya tragen. Die geht freiwillig nicht mit :smile: . Dann wird noch ein bisschen herumgetollt (inkl. ggf. kurz Maya anfauchen) und beide gehen in ihre eigene Ecke zum Schlafen. Lyssi liegt in einem Haufen Kartons obwohl wir extra für sie eine teure und multifunktionale (kann auch hingestellt werden) Heizungsliege angeschafft hatten. Für Maya hingegen gab es eine neue Kratzhöhle*, die sie auch sofort und begeistert als Schlafplatz adoptiert und vollgerotzt hat.

Wir Menschen hingegen haben jetzt zwar abends den Aufwand die Mädels ins Bett zu bringen aber immerhin kein Streu mehr im Wohnzimmer und – noch viel wichtiger – bislang keine vollgepinkelte Couch mehr. Die haben wir mittlerweile mit Hilfe unseres Waschsaugers, einer halben Tonne effektive Mikroorganismen und einer guten Schippe Biodor wieder geruchsfrei und sauber gemacht.

Also Ende gut, alles gut? Das sage ich erst, wenn 2022 rum ist und wir nicht wieder einen Urinvorfall hatten…

Sonstige Themen

Ansonsten gibt es in Bezug auf die Katzen nichts Neues zu berichten. Balu wird 2022 10 Jahre alt, hat immer noch etwas zu viel Gewicht und haut aus Verzweiflung Jules, wenn der Futternapf zu lange leer ist (=Stressesser). Jules stalkt hingegen wie gesagt die Mädels und bepieselt sich, wenn Balu ihn zu hart angeht. Pichu hingegen… ist halt Pichu. Schnüffelt gerne an Katzendrogen und rast durchs Haus. Alles im gewohnten Rahmen quasi.

In Bezug auf unser Haus gibt es ebenfalls keine weiteren Fortschritte. So hatten wir immer noch keinen Maler da. Im Gegenteil: Ich war es mittlerweile leid ihm immer hinter her zu rennen ohne auch nur einen ungefähren Termin aus ihm herauszukitzeln. Also habe ich den Auftrag in der Zwischenzeit storniert. Mehr als genug Zeit hatte ich ihm gegeben. Jetzt heißt es einen anderen suchen, der hoffentlich zuverlässiger ist.

Wir haben allerdings unsere alte Siemens-Einbaumikrowelle ausgemustert. Ich hätte schon wieder einen neuen Drehtellermotor einbauen müssen, weil der alte es nicht mehr schaffte den Teller zu drehen. Außerdem hat die Blende an der Tür nicht mehr gehalten. Also haben wir uns entschieden sie weiter zu verschenken und uns stattdessen eine neue geholt – dieses Mal ohne Drehteller, damit wir den Ärger nicht wieder kriegen. Soweit ich bei meiner Recherche gesehen habe, kommen viele der neueren Modelle sowieso nur noch ohne, weil es mehr Vor- als Nachteile hat und auch die Reinigung des Innenraums erleichtert.

Mikrowellen

Die neue Mikrowelle oder doch ein Spiegel?

Die Wahl fiel erneut auf ein Siemens-Gerät und zwar eine IQ700 (BE634LGS1). Nicht, weil ich sonderlich Markentreu bin. Sie war nach meiner Recherche halt einfach das aus meiner Sicht beste Gerät in Bezug auf das Preis-/Leitungsverhältnis. Haben ja durchaus ein paar Ansprüche an so ein Ding und die nächsten 10 Jahre soll es ebenfalls mindestens durchhalten. Der Innenraum ist mit 21 Liter zwar auf dem Papier etwas kleiner als der der alten Mikrowelle und sie hat auch „nur” 900W (alte ging bis 1.000) aber es passt trotzdem deutlich mehr rein dadurch, dass eben keine Rücksicht mehr auf einen Drehteller genommen werden muss und man entsprechend den vollen Raum ausnutzen kann. Beispielsweise können wir endlich Lysandas riesige und 2,2kg schwere Dinkelkissen darin aufwärmen für die wir vorher immer den Backofen anschmeißen mussten (und sie entsprechend selten genutzt haben). Dank eines im Paket enthaltenen Gitters können nun sogar zwei Teller gleichzeitig erwärmt werden indem wir sie übereinanderstellen. Technisch gesehen ist das Gitter für die Grillfunktion. Der einzige mir bekannte Nachteil keinen Drehteller zu haben: Man muss ab und zu mal selbstständig während der Laufzeit umrühren. Aber das ist definitiv im Vergleich zu den anderen Vorteilen etwas, was ich gerne in Kauf nehme.

Einen weiteren Nachteil, der gefühlt für alle modernen Gerät gilt, möchte ich aber ebenfalls nicht unerwähnt lassen: Die Bedienung. Die Mikrowelle hat zum Glück zwar noch ein paar physische Knöpfe und man kann sie sogar mit der Hand aufmachen und nicht nur über einen elektronischen Knopf. Aber das meiste läuft über ein Display ab. Das an sich ist schon ein wenig doof aber speziell beim Siemensgerät wird das Display über zwei Touch-Knöpfe sowie ein fragwürdiges Drehrad bedient. „Fragwürdig” deshalb, weil es riesig und irgendwie äußerst schwergängig ist bzw. viel Widerstand hat. Macht nur bedingt Spaß da z.B. drei Minuten für sein Essen einzustellen. Ja, man gewöhnt sich dran und wir haben sie deswegen jetzt nicht zurückgeschickt. Aber definitiv etwas unschön – vor allem bei dem Preis.

Ob das Ding jetzt die übermega-tolle Mikrowelle ist, weiß ich nicht. Dafür kaufe ich zu wenig Mikrowellen. Tatsächlich war es sogar die allererste, die ich in meinem ganzen Leben überhaupt gekauft habe. Vorher hatten wir die vom Vorbesitzer des Hauses und davor hatte ich ein „Familienerbstück” (in Bezug auf das Alter des Geräts) im Einsatz. Hält schon durchaus lange durch so ein Haushaltsgerät bei guter Pflege. Für uns passt sie auf jeden Fall und das ist am Ende des Tages ja das Wichtigste :smile: .

Und damit beenden wir den heutigen Eintrag. Am Montag gibt es wie angekündigt dann meine Top 5 der Spiele des Jahres 2021! Macht euch also schon einmal Gedanken über eure Auswahl.

Der “Pile of Shame” wächst kontinuierlich…

Der Bann ist (vorerst) gebrochen! Nach dem erfolgreichen Abschluss von Ghost Recon: Wildlands habe ich zwar direkt Ghost Recon Breakpoint runtergeladen und knapp zwei Stunden investiert. Aber ich habe doch relativ schnell gemerkt, dass es dringend mal Zeit ist für eine größere Ubisoft-Pause nach diesem damit ziemlich vollgestopften Jahr – angefangen hatte es Ende 2020 mit FarCry 5.

Stattdessen ist mein Hauptaugenmerk zurück auf meine Steam-Bibliothek gewechselt. Die wächst dank billiger Bundles weiter stetig an (>3.300 Spiele derzeit), entsprechend sollte ich zumindest mal den ein oder anderen Titel endlich spielen. Das passt zwar meiner ArchiSteamFarm nicht, denn während ich was zocke kann sie keine Trading Cards farmen. Aber das sind zum einen logischerweise Luxusprobleme und zum anderen hat sie dank der Installation auf unserem NAS immer noch die ganze Nacht Zeit zu arbeiten.

Mein Farmbot

Aktuell sind es übrigens “nur” noch knapp 2.000 Karten in ca. 400 Spielen, die mein Bot farmen kann. Kommt natürlich immer mal wieder was dazu, wenn ich ein Bundle aktiviere aber im Großen und Ganzen hat sie große Fortschritte gemacht seit ihrem Start Anfang Juli. Leider habe ich die Log-Dateien von damals nicht mehr aber ich glaube ich hatte angefangen bei irgendwie um die 6.000 Karten in 2.000 Spielen. Von sich selbst behauptet sie, dass sie mit dem aktuellen Rest in 42 Tagen durch wäre aber das ist eine reine “Best Case”-Angabe. Die Realität liegt vermutlich eher so bei 2-3 Monaten. Ist am Ende aber auch egal: Sie werkelt fleißig ohne mein Zutun vor sich hin und wird irgendwann fertig sein. So muss das sein.

Nachteil ist nur weiterhin, dass meine Spielestatistik dadurch völlig im Eimer ist. Ich weiß entsprechend nicht, was ich tatsächlich dieses Jahr auf Steam gespielt habe und was nur mein Bot. Am Ende sind mir aber doch irgendwie fünf Spiele für meine Top fünf des Jahres 2021 eingefallen. Die gibt es allerdings voraussichtlich erst am 20. Dezember. Ihr habt also noch Zeit euch eure Top-Liste zu überlegen. Heute geht es stattdessen um zwei Titel, die es nicht darauf geschafft haben:

The Corridor (Herstellerbild)

The Corridor (2020; PC) – Gleich vorweg: Es als “Spiel” zu bezeichnen ist definitiv sehr übertrieben. Es handelt sich stattdessen um eine sehr kurze (20-30 Minuten) interaktive Erzählung. Dafür kostet es auch nur 1,59€. Worum es geht sagt schon der Name: Um einen Flur. Genauer gesagt um einen Flur an dessen Ende ein orangener Knopf auf einem Podest befestigt ist. Ach und links von euch ist noch eine Tür die nicht aufgeht. Das war’s. Drückt ihr den Knopf, stürzt das Spiel ab. *Yay* Was für ein geiles Konzept. Erinnert an diese I Am Rich-App für $999.99 anno 2008 im iOS-Appstore. Die war auch nichts wert.

Okay, das stimmt natürlich nicht. Ja, das Spiel stürzt zwar jedes Mal ab, wenn ihr den Knopf drückt aber mit jedem Neustart ändert sich die Ausgangssituation etwas. Und zwar gibt es eine Stimme aus dem Off, die euch unter allen Umständen daran hindern möchte diesen Knopf zu drücken. Also erfindet sie jedes Mal neue und absurdere Situationen, um das zu erreichen. Ich möchte gar nicht so viele Beispiele nennen, um nicht zu spoilern. Aber beispielsweise steht ihr in einem Durchlauf vor 157 Knöpfen, “weil ihr ja so erpicht darauf seid welche zu drücken” oder ihr steht vor einem Abgrund und die Stimme erinnert euch daran, dass es in diesem Titel Fallschaden gibt und ihr garantiert sterben werdet, wenn ihr springt. Insgesamt erwarten euch 35 Neustarts und eine stetige Eskalation der Situation und der dazugehörigen Verzweiflung des Erzählers bis ihr das Finale erreicht und die Geschichte zu einem netten Abschluss kommt.

Beim Christoph meint: Das Ganze erinnert etwas an The Stanley Parable von 2013. Dem Titel, zu dem angeblich jetzt endlich Anfang 2022 die überarbeitete Ultra Deluxe Edition kommen soll. Nie gespielt? Gott, ihr seid solche Kunstbanausen… naja, auf jeden Fall hat sich der Entwickler von The Corridor ganz klar davon inspirieren lassen. Diese Art von Meta-Humor ist zwar nicht jedermanns Sache. Ich als Monty Python-geschädigter fand es jedoch ein äußerst unterhaltsames Erlebnis. Schlimmer noch: Ich bin auf das Spiel überhaupt erst durch Jollys Let’s Play gestoßen. Ich wusste entsprechend genau was mich erwartet und trotzdem war es beim eigenen Erleben nochmal genauso lustig. Klare Kaufempfehlung also von mir!

 

The Room 4: Old Sins (Herstellerbild)

The Room 4: Old Sins (2018/2021; Android, iOS, PC) – Es hat wieder einige Zeit gedauert, bis die PC-Version das Licht er Welt erblickt hat. Aber die Wartezeit hat sich erneut gelohnt. Bei einem Titel wie diesem, wo es so sehr auf die kleinen Details ankommt, machen die grafischen Verbesserungen einfach einen riesigen Unterschied beim Spielerlebnis. Und ja: Teil 4 sieht richtig gut aus – mit kleinen Abstrichen. Das Anti-Aliasing z.B. könnte besser sein und hier und da sind die Animationen etwas eckig/steif. Aber unterm Strich meckere ich definitiv auf hohem Niveau. Stattdessen ergötze ich mich wie schon in den ersten drei Teilen daran wie gut ich mit der Spielwelt interagieren kann. Überall sind wieder Löcher, Griffe, Vertiefungen, Alltagsobjekte die ich anfassen, anschauen, drehen, ziehen, irgendwo reinstecken darf. Die Belohnung sind die bekannten und weiterhin äußerst befriedigende Animationen, wenn sich beispielsweise surrend und brummend ein neuer Teil des Hauses öffnet. Ich weiß gar nicht wie ich dieses Gefühl beschreiben sollte. Es ist so unglaublich genial mit anzusehen und anzuhören wie sich beispielsweise der Schreibtisch im Arbeitszimmer nach dem erfolgreichen Lösen aller Rätsel zusammenklappt. Ich kann von sowas echt nie genug bekommen.

Die Geschichte setzt nicht auf einem der Enden von Teil 3 auf, fügt sich aber nahtlos in die Gesamtgeschichte ein. Es geht erneut um das “Null”, ein Element mit unbekannten aber offensichtlich fragwürdigen Kräften. Ein angesehener Ingenieur und seine Frau sind plötzlich verschwunden und es wird vermutet, dass es im Zusammenhang mit diesem Null steht. Mehr will ich gar nicht verraten. Ihr schlüpft nun in die Schuhe eines…Detektivs? Sammlers? Gesandten? Keine Ahnung. Eure Rolle wird bis zum Schluss nicht so richtig klar und das Spiel endet auch noch gemeinerweise mit einem krassen Cliffhanger. Auf jeden Fall befindet ihr euch auf dem Speicher des Waldegrave Manor. Dort steht ein (sehr detailliertes) Puppenhaus bzw. eigentlich wird impliziert, dass es ein Replikat des eigentlichen Hauses ist. Die Entwickler sind quasi ein Stück weit zurück zu ihren Wurzeln gekehrt: Ihr arbeitet das ganze Spiel über nur an einem Objekt statt wie in Teil 3 euch durch ein ganzes Haus mit mehreren Räumen zu arbeiten. Wobei das natürlich nicht ganz stimmt, denn auch das Puppenhaus hat logischerweise verschiedene Räumlichkeiten in denen es gilt haufenweise hauptsächlich mechanische Rätsel zu lösen, um jeweils ein mysteriöses Artefakt zu erhalten und ein Stück näher an das Null zu gelangen.

The Room 4: Old Sins (Herstellerbild)

Die meiste Zeit arbeitet ihr in zwei Räumen gleichzeitig, um eure Gehirnkapazität nicht zu überstrapazieren. Gleichzeitig ist jeder Raum jeweils vollgestopft mit rund einem halben Dutzend Rätseln. Somit habt ihr immer irgendwas zu tun. Geht es hier nicht weiter, schaut ihr einfach mal dort drüben hin. Dabei hilft, dass es ich aus meiner Sicht immer grundsätzlich weiß was zu tun ist. Nur der Weg dahin, der erschließt sich einem nicht unbedingt auf den ersten Blick. Ein einfaches Beispiel: In der Küche im Abfluss liegt eine Flaschenpost. Ihr kommt nicht dran. Darüber ist ein Wasserrohr und an der Hausseite ist eine Wasserpumpe. An der fehlt ein Teil, deswegen könnt ihr sie nicht anwerfen. In der Küche findet ihr nichts dahingehend, also geht’s zurück ins Arbeitszimmer und siehe da: Ein paar gelöste Rätsel später habt ihr das fehlende Teil im Schreibtisch gefunden und könnt in der Küche weiter machen. So geht ein Raum nahtlos in den nächsten über und zumindest ich hatte nie das Gefühl wirklich fest zu stecken. Ja, manchmal muss man etwas länger überlegen und vor allem genauer hinschauen bzw. wild rumklicken, um zu prüfen mit welchem Teil man interagieren kann. Es bleibt aber durchgängig logisch und hängt ihr doch mal fest, steht euch das Hilfesystem zur Seite. Das springt nach einer gewissen Zeit automatisch an und gibt euch dann auf Knopfdruck erst einen, ungenauen Tipp und etwas später gerne auch noch einen zweiten, genaueren. Praktisch!

Beim Christoph meint: Von mir gibt es auch für den vierten Teil die vollen 5 von 5 Sics und erneut eine ganz klare Kaufempfehlung. Ich kenne keine anderen reinen Puzzler, die mich so sehr in den Bann ziehen wie die Werke von Fireproof Games. Und ja, das liegt ganz klar an der Präsentation. Würde ich nur auf Standbildschirmen rumklicken auf denen sich ohne jegliche Animationen Dinge verändern, der Spielspaß bliebe garantiert auf der Strecke egal wie gut die eigentlichen Rätsel gemacht sind (und sie sind sehr gut gestaltet!). Ich weiß: Früher hatten wir nichts anderes und trotzdem unseren Spaß :smile: .

The Room VR: A Dark Matter (Herstellerbild)

Gleichzeitig motiviert mich die Geschichte. Ich möchte mehr darüber erfahren was in Waldegrave Manor passiert ist und jedes gelöste Rätsel, jeder neue Raum enthüllt mir ein weiteres Puzzlestück dazu. Edwards schleichender Abstieg in den Wahnsinn, Abigails verzweifelte Versuche ihren Mann zu retten und der daraus resultierende Konflikt zwischen Beiden um das Null. Gänsehaut pur und auch für Leute, welche die Vorgänger nicht gespielt haben eine spannende Erzählung. Veteranen hingegen erfahren trotz der fehlenden direkten Verbindung mehr über diese eigenartige Version des 19. Jahrhunderts und können vor allem beim genaueren Hinsehen so einige Dinge entdecken, die ein paar offene Fragen beantworten aber natürlich auch gleichzeitig viele neue Aufwerfen. Speziell natürlich das Finale. Gott, wie ich die Entwickler dafür hasse :smile: .

Teil 5, The Room VR: A Dark Matter, ist zwar schon erschienen und soll erneut ein fulminantes Erlebnis sein. Aber wie der Name schon andeutet, handelt es sich um ein VR-exklusives Spielerlebnis. Eine perfekte Wahl für diese Serie, bei der es so viel um Haptik geht. Leider bin ich immer noch nicht im Besitz der entsprechenden Hardware und Angesichts der weiter angespannten Situation auf dem Hardwaremarkt wird sich das definitiv auch nicht so schnell ändern. Aber irgendwann werde ich endlich eine VR-Brille besitzen und dann steht The Room VR: A Dark Matter ganz weit oben auf meiner Einkaufsliste! Ja, noch vor Half-Life: Alyx. Ihr wisst doch, dass ich kein großer Fan des Half-Life-Universums bin.

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