Sicarius

Zeitlich passende Grüße

Im Hause Lysanda ist Weihnachten im Jahr 2020 irgendwie fließend. Zumindest hat Lysanda ein Teil ihrer Geschenke (Bettwäsche mit Fotos unserer Katzen und eine Kuscheldecke mit Ärmeln) schon bekommen. Hat halt jeweils grad gepasst (das Bett musste neu bezogen werden und sie fror) und warum etwas künstlich zurückhalten nur weil es irgendeine Tradition verlangt? Wir sind doch alle mehr oder weniger erwachsene Menschen. Außerdem heißt es doch eh: Kleine Geschenke im Alltag fördern die Beziehung oder so ähnlich. Aber ich werde sie natürlich gleich trotzdem noch mit ein paar materiellen Dingen überraschen. Bin ja kein Unmensch :wink: . Insofern:

Ein Weihnachten ohne Katze ist möglich aber sinnlos.

Beim Christoph wünscht euch allen schöne und erholsame Feiertage!

Versucht die positiven Seiten der Pandemie-Einschränkungen zu sehen: Besinnliches feiern im engsten Familienkreis mit hoffentlich wesentlich weniger Stress dadurch. Stattdessen die Chance sich mal auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Feiertage zur Erholung zu nutzen statt durch die Welt zu jetten.

2020 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Nächste Woche steht sogar schon der Jahresrückblick an. Ja, technisch gesehen dauert das Jahr dann noch weitere vier Tage und es folgt sogar noch ein Katzenmoment. Die 11 Wörter werden in der Eintragsstatistik aber bereits eingerechnet sein und sonstige Überraschungen erwarte ich keine, die Einfluss auf den Text haben werden. Ich hab‘ einfach vor ein paar Jahren entschieden, dass der Jahresrückblick nicht mehr der erste richtige, sondern der letzte Eintrag des Jahres sein wird. Lebt damit :tongue: .

Kommen wir heute stattdessen noch einmal zu einer Top-Liste. Videospiele waren zwar bereits letzte Woche unser Thema aber Beim Christoph ist ja mittlerweile so viel mehr als nur eine Seite über Videospiele (glaube ich zumindest). Lasst uns also mal über den Tellerrand lunzen, was denn 2020 noch so für mich von Interesse war. Erneut gilt: Ich betrachte nur die “Nutzung” in 2020. Es muss nicht zwingend aus diesem Jahr stammen. Man muss sich ja nicht künstlich limitieren, nur um “Hip” zu sein.

Das In-Extremo-Konzert in Gothic

Bestes Album: In Extremo – Kompass zur Sonne
Die deutsche Mittelalter-Rockband In Extremo habe ich wie vermutlich viele Spieler anno 2001 erstmals kennen und lieben gelernt. Zur Erinnerung: Damals hatten sie im alten Lager in Gothic einen virtuellen Auftritt. Allerdings war gleichzeitig auch das im gleichen Jahr veröffentlichte Album Sünder ohne Zügel das letzte von ihnen, welches aus meiner Sicht gute Lieder enthielt (mit Ausnahme des genialen Duetts Horizont von Mein Rasend Herz) und entsprechend hoch und runter durch die Boxen lief – bis jetzt. Mit Kompass zur Sonne haben die Jungs aber zumindest bei mir seit langem mal wieder den richtigen Nerv getroffen. Den genauen Grund kann ich euch nicht wirklich, schließlich hat sich der grundsätzliche Sound der Band über die Jahre nicht wirklich groß verändert. Es passt einfach.

Bester Baumarkt: Hornbach
Unsere Go-To-Baumärkte in Darmstadt sind Hornbach und Bauhaus. Beide haben grundsätzlich ihre eigenen Vor- und Nachteile. So gibt es unser begehrtes Plexiglas beispielsweise nur im Bauhaus während gefühlt die Beratung in der Schraubenabteilung im Hornbach wesentlich besser ist. Dieses Jahr waren wir jedoch definitiv häufiger im Hornbach. Zum einen, weil wir nicht so viel Plexiglas gebraucht haben (und es irgendwie dank der Pandemie eh dauernd ausverkauft war) und zum anderen, weil es die Fliegennetze von Windhager nur dort gab‘ (inkl. kostenlosem Versand bei Onlinebestellung). Was bleibt mir also anderes übrig als ihn zum besten Baumarkt des Jahres zu machen? :tongue:

Bester Film: John Wick: Kapitel 3
Unterm Strich war der dritte Teil nicht der ganz große Hammer wie die Vorgänger. Vermutlich, weil einfach viel zu viel los ist. Verständlich, da ja die ganze Stadt hinter Wick her ist aber trotzdem wie gesagt gefühlt etwas zu viel des Guten. Ich meckere aber definitiv auf einem extrem hohen Niveau. Für mich ist die Trilogie das Beste, was im Action-Genre in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. Zumindest kann ich mich an sonst nichts ähnlich Bemerkenswertes erinnern. Reeves ist Wick und Stahelski setzt ihn perfekt (und wahnsinnig realitätsgetreu) in Szene. Es sind zudem die einzigen Filme, die Lysanda und ich seit Beginn unserer Beziehung bereits mehrfach geschaut haben. Wenn das bei dem Überangebot in unseren Regalen kein Kompliment ist, dann weiß ich auch nicht. Ich bin extrem gespannt auf Teil 4 und 5, die sie anscheinend gleichzeitig drehen wollen.

Bester Baumarkt in der anderen Fahrtrichtung: Globus Baumarkt
Darmstadt hat zwar bereits eine vergleichsweise große Auswahl an Baumärkten, aber in der anderen Himmelsrichtung Richtung Rüsselsheim gibt es selbstverständlich auch noch welche. Darunter einen nahegelegenen toom, in den wir aber nur in wirklichen Notfällen gehen (schlechte Beratung, kleines Sortiment, mäßige Preise) sowie etwas weiter weg einen riesigen Globus inkl. Baumarkt. Kommen wir nicht sehr oft hin, da wir selten in diese Richtung fahren. Aber als wir dieses Jahr mal wieder da waren, waren wir erneut begeistert. Hat doch so einiges im Angebot speziell was Farben angeht, was die Konkurrenz nicht zu bieten hat. Und ja, für Immobilienbesitzer sind Baumärkte echte Highlights. Deswegen gleich zwei Erwähnungen im selben Eintrag :smile: .

Beste Serie: Keine
2020 war kein Fernsehjahr bei uns. Was ich zwar grundsätzlich positiv finde aber wir haben es nicht einmal geschafft nach vier Jahren endlich mal Sailor Moon zu beenden (zum Verfassungszeitpunkt noch 18 Folgen). Entsprechend ist es wenig überraschend, dass wir überhaupt keine einzige Serie neu angefangen geschweige denn fertig geschaut haben. Ich weiß nicht, wie andere das schaffen mit den ständigen Neuveröffentlichungen mit zu halten. Ja, auch die neuen Star Trek-Serien kenne ich immer noch nicht. Ich geh‘ mich ja schon in die Ecke stellen und schämen…

Ist sie nicht hübsch?!

Beste Katze: Maya
Lysanda ist schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie ich diese Wahl begründe. Schließlich ist Maya immer noch unser Problemkind. Sie rotzt weiterhin fleißig alles voll und treibt extrem viel Schabernack. Immerhin macht sie nicht mehr auf die Couch und die Tierarztkosten für sie waren 2020 übersichtlich. Sie hatte sich nur mal einen Magen-Darm-Virus eingefangen und vor ein paar Wochen scheint sie beim nächtlichen Toben etwas unsanft gelandet zu sein (Kralle abgebrochen und kleine Hämatom in der Schulter). Aber ich weiche vom Thema ab: Selbstverständlich sind alle unsere Kind…äh Katzen toll. Maya steht hier nur stellvertretend für alle anderen. Und, weil sie eine extrem hübsche und vornehme Katze ist. Ach und, weil sie mittlerweile so toll “Miau” sagt und nett um Leckerlis fragt. Vielleicht auch, weil sie mir nicht wie Jules oder Balu ständig auf die Pelle rückt und gestreichelt werden will während Pichu meist gar nicht angefasst werden möchte. Sie mag mich außerdem wesentlich mehr als Lyssi. Aber wie gesagt: Ich habe alle unsere Vierbeiner lieb.

Bester Haushalts-Einkauf: Leifheit Zubehör-Set Pegasus
“Bitte? Ein Ding für 7 Euro ist euer absolutes Highlight?!” Selbstverständlich! Das sind doch die besten Sachen: Billig und doch extrem nützlich im Alltag. Und ich möchte definitiv dieses Zubehör für unseren Leifheit-Wäscheständer nicht mehr missen. Ja, es sind technisch gesehen bereits zwei davon dabei. Aber zwei mehr machen zumindest bei uns einen extremen Unterschied. Ich hab‘ einfach viel zu viele Stofftaschentücher und wenn ich die alle auf die Leine – vielleicht sogar mit Wäscheklammern – ziehen müsste, würde ich bekloppt werden. In den Pegasus klemme ich sie einfach rein und kann sie mit einem leichten Zug nach dem Trocknen schnell und einfach wieder runterholen. Einfach ein geiles Teil.

Bester Videospielesoundtrack: The Executioner
Das dazugehörige Spiel hat mich leider massiv enttäuscht. Gab‘ auch seit dieser Zeit kein weiteres Update für den Titel und von Akt 2 ist ebenfalls noch keine Spur in Sicht. Der Soundtrack von Ivan Dinges und Alexey Ozhgibesov hat mich jedoch umgehauen und erklingt bis heute sehr häufig aus meinen Boxen (jetzt gerade wieder). Speziell das Hauptthema, Sweet Torture, berührt mich bis tief hinab in meine Seele. Schon, wenn bei Sekunde 10 das zweite Mal der tiefe Ton aus dem Klavier ertönt (direkt ganz am Anfang kommt er noch nicht zur Geltung), läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut über meine Arme. Der Klang der Laute, die gezielt eingesetzten Klaviertöne und der verstörende “Kindergesang” – ein extrem verstörender, depressiver und doch auf seine Art und Weise wahnsinnig faszinierender Track. Echt schade, dass es insgesamt nur sechs Lieder (ca. 19 Minuten) auf dem Album gibt. Hätte sehr gerne noch mehr von den beiden gehört. Aber vielleicht kommt ja irgendwann Akt 2 und damit zusätzliche Musik.

Bestes Buch: Braving Britannia
Trotz der drastischen Reduzierung unseres Fernsehkonsums habe ich es auch 2020 wieder nicht geschafft so viel zu lesen, wie ich gerne möchte. Viel zu viele neue Bücher kamen natürlich trotzdem dazu. Gefühlt unterstütze ich auf Kickstarter schließlich aktuell nichts anderes… Aber gut: Von den Büchern, die ich gelesen habe, gefiel mir das Werk von Wes Locher über die Community von Ultima Online definitiv am besten. Wie ich schon im April schrieb: Ich finde es immer spannend mehr über die Hintergründe eines Spiels und seine Entwicklung zu erfahren. Meist erfolgt es jedoch in Form eines Sach- und Fachbuchs mit wenig Gefühl und Menschlichkeit. Bei diesem Werk ist es anders. Hier zeichnet der Autor stattdessen anhand der persönlichen Geschichten von Leuten, die live dabei waren ein Bild des Spiels. Gibt sogar seit Oktober einen zweiten Band, wie ich bei der Recherche gerade herausgefunden habe. Muss ich gleich mal kaufen.

Schicke Kunst by Lysanda L’eau

Bestes Katzenklappendesign: Lysanda L‘eau
Unsere lieben Katzen haben es dieses Jahr irgendwie geschafft die äußere Katzenklappe explodieren zu lassen. Ich fand‘ sie eines Tages in zwei Teile zerbrochen wieder. Keine Ahnung was da passiert ist (ist nicht im Blickfeld der Kamera). Wir mussten also Ersatz beischaffen. Leider haben wir nirgends eine Klappe mit den exakten Maßen gefunden. Entweder sie waren kleiner oder größer. So blieb uns am Ende nur übrig mit Hilfe eines beschichteten (=wegen Witterung) Bretts einen Adapter zu bauen. Und statt dieses Brett passend zuzuschneiden, kam Lysandas kreative Ader auf die Idee es zu bemalen bzw. genauer gesagt zu bepunkten. Das Ergebnis sieht extrem genial aus, wenn ich das so sagen darf und ist garantiert einzigartig. Die Katzen wissen es aber glaube ich nicht zu schätzen :smile: .

Beste Schreibware: Neuland No.One Outliner
Ich helfe zwar schon lange nicht mehr bei Frau Mama im Laden mit und war entsprechend auch ewig nicht mehr auf der Paperworld in Frankfurt am Main. Neue Schreibwarenprodukte finde ich aber trotzdem weiterhin sehr interessant und ich weiß einen guten Stift definitiv zu schätzen. Leider habe ich überhaupt keine Verwendung dafür, da ich so gut wie nie male oder schreibe. Glücklicherweise sieht das bei Lysanda anders aus. Entsprechend kommt doch hin und wieder mal was Neues ins Haus. Und dieses Jahr haben wir die Firma neuland im Allgemeinen und ihre Stifte im Speziellen entdeckt. Aus deren Sortiment besonders gefallen hat mir der nachfüllbare, permanente Konturenmarker “Outliner” mit Pinselspitze. Der produziert nicht nur ein schön kräftiges und durchgängiges Schwarz auf dem Papier, es macht auch richtig Spaß es zu tun. Ich würde das Gefühl als “luftig leicht” beschreiben. Richtig geniale Sache. Allerdings nicht für kleine Hände geeignet (relativ dick das Ding) und die Gefahr damit herumzusauen ist extrem hoch.

Bester Partner: Lysanda L’eau
Bitte? Aber es stimmt doch! Also zumindest für mich. Eure Einschätzung wird davon höchstwahrscheinlich abweichen. Das ist auch besser so! Mehr als vier Jahre sind wir nun schon verheiratet und auch, wenn es wie in jeder Beziehung seine Höhen und Tiefen gab, gibt und geben wird: Ich würde es wieder tun. Es war die beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe! Irgendwann bekommt ihr die Dame vielleicht auch mal zu Gesicht. Mal schauen :wink: .

 

Bevor ich jedoch noch eine Putzfrau rufen muss, um den ganzen Schleim hier weg zu machen, beenden wir lieber den heutigen Eintrag. Kommende Woche folgt wie eingangs erwähnt der “echte” Jahresrückblick 2020 und bis dahin (und darüber hinaus) dürft ihr gerne eure persönlichen Konsum-Highlights in die Kommentare packen.

Man mag es kaum glauben, aber ich hab’s geschafft: Ich habe die komplette 8. Konsolengeneration verpasst (2011-2020) – zumindest was die stationären Vertreter angeht. Ein Nintendo 3DS und eine PlayStation Vita haben ungewöhnlicherweise doch ihren Weg in meinen Haushalt gefunden. Aber eine Playstation 4 oder Xbox One? Nope, nada, überhaupt nicht. Und ich habe aus meiner persönlichen Sicht auch nichts verpasst. Ja, speziell auf der PlayStation 4 gibt es tatsächlich noch den einen oder anderen Exklusiv-Titel wie God of War oder Uncharted 4: A Thief’s End, der vermutlich nie seinen Weg auf den PC finden wird. Aber unterm Strich gab es im Nachhinein betrachtet irgendwie nicht wirklich viele Gründe sich so ein Ding anzuschaffen. Eine Xbox One sogar noch weniger als eine PlayStation 4 seitdem Microsoft extrem kundenfreundlich geworden ist und einfach alles überall veröffentlicht. Insofern schiele ich zwar aktuell ab und zu mal auf eBay auf eine PlayStation 4 Pro, weil nun bekanntlich jeder Depp seine Konsole mit einem ganzen Stapeln von Spielen verkauft. Ich bezweifle jedoch, dass ich jemals zugreifen werde. Höchstens mal bei einer Switch aber die ist ja bekanntlich außer Konkurrenz.

Mein Konsum

Ein Teil der (noch unsortierten) Einkäufe 2019/2020.

Andererseits wären die Konsolen vermutlich sowieso verstaubt. In mittlerweile guter, alter Tradition waren nämlich meine Xbox 360 und meine PlayStation 3 im Jahr 2020 erneut kein einziges Mal an trotz immer noch sehr vieler ungespielter Titel dafür. Okay, stimmt nicht ganz: Maya hat es mal geschafft den Auswerf-Knopf an der Xbox 360 zu aktivieren. Aber das zählt logischerweise nicht :smile: . Es is’ wie’s is’: Ich war, bin und werde vermutlich nie ein Konsolero. Dafür ist das Angebot auf dem PC schlicht viel zu groß ist.

Neu gekauft habe ich dieses Jahr entsprechend ausschließlich PC-Spiele. Darunter ca. 40 physische Boxen – davon mit DOOM Eternal und World of WarCraft: Shadowlands sogar zwei Day-1-Käufe. Alles andere war mehr oder minder alter Scheiß (z.B. die letzten Need for Speed-Titel). Ach und die eine oder andere abgeschlossene Crowdfunding-Kampangen mit physikalischer Box wie Wasteland 3 oder Iron Harvest gab es ebenfalls. Die müsste ich technisch gesehen zu den Day-1-Käufe zählen aber so genau brauchen wir das an dieser Stelle nicht.

Bundles ftw.!

Zu den physischen Sachen kamen dann noch ein paar Dutzend digitale Käufe über Steam und ja, den Epic Games Store. Dank des ewigen 10-Euro-Gutscheins, der erst im November ausgelaufen ist gab es doch das ein oder andere Schnäppchen dort zu holen. Darunter Sachen wie The Outer Worlds oder Control Gespielt habe ich davon logischerweise exakt noch gar nichts. “That’s the Gamer Life” oder so?

Wir sind allerdings noch nicht fertig, was die digitalen Käufe angeht: Buchstäblich mehrere hundert weitere Titel sind dank Humble Bundle und Fanatical für Peanuts in meiner Steam-Bibliothek gelandet sind. War da sicherlich einiges an Schund dabei? Garantiert. Aber bei teilweise nur zwei Euro für 6-10 Titel reichts, wenn einer davon was taugt und das war bislang der Fall – zumindest, wenn man um IndieGala einen Bogen macht. Deren Bundles enthalten den schlimmsten Rotz, den man auf Steam kaufen kann und sind entsprechend höchstens für Trading-Card-Sammler interessant. Die Bundles sind auch eine gute Gelegenheit mal billig über den Tellerrand zu schauen, wie beispielsweise mein Ausflug ins Land der Wimmelbildadventures gezeigt hat. Und ja, ich habe mittlerweile sogar das Luxusproblem, dass in den Bundles gar nichts mehr drin ist, was ich noch gar nicht habe. Da sieht man mal, wie oft sich in einem Jahr die Inhalte solcher Bundles wiederholen.

Mein Spielejahr 2020

Euch interessiert aber selbstverständlich nicht, was ich alles so gekauft habe, sondern was ich tatsächlich gespielt habe. Das war dank mittlerweile neun Monaten Home Office tatsächlich etwas mehr als 2019. Sonst kam ich unter Woche eher selten dazu mich abends mal an den Rechner zu setzen, weil wir meist erst spät nach Hause kamen und/oder anderes zu tun war. Heuer war das anders. Nach dem Ausbuchen am Firmenlaptop einfach den Knopf am USB-Switch gedrückt und schon konnte ich loszocken, ohne mich großartig bewegen zu müssen. Faulheit in Perfektion quasi.

In Bezug auf die Art und Weise meines Zockens bin ich hingegen dem Trend der letzten Jahre treu geblieben und habe mich fast durchweg auf ein Spiel gleichzeitig konzentriert bis die Credits über den Bildschirm liefen. Nur, wenn es mir wirklich massiv auf den Geist ging (wie beispielsweise SUPERHOT: MIND CONTROL DELETE) wurde es zur Seite gelegt und was anderes gestartet. So erlebe ich zwar insgesamt mittlerweile wesentlich weniger Titel als früher (trotz meiner Einkäufe im vorherigen Absatz) aber am Ende des Tages ist es glaube ich doch das bessere Spielerlebnis.

Die Liste

Kommen wir nun nach fast anderthalb DINA4-Seiten Vorgeplänkel mal zum Hauptthema des heutigen Eintrags: Meine Top Fünf der Spiele des Jahres 2020, die jedoch nicht zwingend heuer erschienen sein müssen. Wir sind hier schließlich nicht bei den Beim Christoph NOCAs. Das einzige Ausschlusskriterium für diese Liste ist, dass der Titel nicht schon einmal Teil einer Top Fünf war. Magic: The Gathering – Puzzle Quest fällt damit hinten runter. Das war zwar 2020 erneut mein einziges auf dem Smartphone gezockte Spiel. Es stand aber bereits 2018 auf der Liste. Ach und ich habe es tatsächlich mittlerweile komplett aufgehört zu spielen. Es wurde dann doch irgendwie zu viel in Sachen Zeit- und Geldinvestition bei stark sinkendem Spaßfaktor. Endlich wieder mehr Zeit für Kairosoft-Spiele :smile: .

Wie so oft führen die meisten Links zu Amazon und hier sind sie nun, meine fünf Top-Spiele des Jahres 2020:

DOOM Eternal (Herstellerbild)

1. DOOM Eternal inkl. The Ancient Gods – Part 1 (2020; Stadia, PC, NSWI, PS4, XONE) – Ich hatte kurz überlegt, ob ich The Ancient Gods – Part 1 wie Bethesda als eigenständigen Titel zähle aber hier Beim Christoph haben wir solche Betrügereien nicht nötig, nur um irgendwelche Listen voll zu kriegen. Verdient hätte es der DLC sicherlich, der konsequent an das Hauptspiel anknüpft und “schon” auf Ultra-Violence alles von mir gefordert hat, was ich an FPS-Skills habe – dabei war schon DOOM Eternal eine Sache für sich. Und das ist absolut positiv gemeint.

Während sich der Trend der “Boomer-Shooter” (was für ein bescheuerter Name) gefühlt nur darauf begrenzt Nostalgie hervorzurufen aber nichts wirklich Neues beizutragen, hat id Software aus meiner Sicht das Genre tatsächlich sinnvoll weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein gleichzeitig moderner und doch kompromissloser Shooter ohne Firlefanz. Er ist nicht nur wie die Call of Duty-Konkurrenz technisch beeindruckt, sondern auch Spielerisch durchweg erste Sahne ist. Außerdem – und ich glaube, dass macht für mich den großen Unterschied – hatte ich seit langem mal wieder das Gefühl dank der (taktischen) Herausforderungen des Titels ein insgesamt besserer FPS-Spieler geworden zu sein. Ja, ich bin dafür sehr viele Tode gestorben aber es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.

Kult: Heretic Kingdoms (Herstellerbild)

2. Kult: Heretic Kingdoms (2004; PC, MAC) – Hätte echt nicht gedacht, dass mir dieser uralte ARPG-Schinken so viel Laune bereitet. Andererseits ist es eben kein klassisches ARPG aus dieser Zeit. Ja, auf den ersten Blick sieht es so aus wie Diablo, Sacred und Co. Doch die spielerischen Überschneidungen hören tatsächlich sehr schnell auf. Stattdessen haben die Slowaken dem Genre ihren eigenen Spinn verpasst. Allen voran natürlich dank des ungewöhnlichen “Einklang”-Systems (zur Erinnerung: ihr schaltet neue Fähigkeiten über das Benutzen eurer Ausrüstung frei). Aber auch in anderen spielerischen Aspekten wie Anzahl Gegner pro Karte, das (langsame) Wiedererscheinen derselben oder die auf Knopfdruck verfügbare Parallelwelt. Es ist vermutlich irgendwas zwischen Solo-Rollenspiel und Hack ‘n’ Slash und es funktioniert überraschend gut.

Die Geschichte hat hingegen zwar nicht die bombastischen Zwischensequenzen eines Diablo II zu bieten. Es war aber trotzdem sehr spannend in die Rolle einer Inquisitorin zu schlüpfen, die im Laufe des Spiels – je nachdem wie ihr euch entscheidet – die Welt nicht mehr ganz so schwarz und weiß sieht wie am Anfang. Man könnte auch sagen, es fand eine Charakterentwicklung statt und es wurde keine 08/15-Heldengeschichte erzählt. Definitiv ein echter Geheimtipp, den ich froh bin nach all den Jahren entdeckt zu haben.

ZOMBI (Herstellerbild)

3. ZOMBI (2012; WiiU, PC, PS4, XONE) – Da hat sich quasi kurz vor Redaktionsschluss noch jemand vorgedrängelt. Aber ja, ich war von ZOMBI extrem positiv überrascht und bin froh, dass ich dem Titel trotz der höchstens mittelmäßigen Wertungen eine Chance gegeben habe. Es mag in jeder Hinsicht kein AAA-Werk sein. Die Entwickler waren sich ihren Einschränkungen allerdings offensichtlich bewusst und haben buchstäblich das Beste daraus gemacht.

Das Ergebnis sticht gerade oder trotz einer Zeit, in der Survival-Horror-Titel den Markt buchstäblich überschwemmen hervor, eben weil es sich auf das Wesentliche konzentriert. Es gibt keine Crafting-Mechaniken abseits der Möglichkeit eine Tür zuzunageln und mit vorgegebenen Upgrades eure Waffen zu verbessern. Es bietet keine riesige, offene Welt. Es gibt ein echtes Ziel über “überlebe” hinaus und es ist vor allem nicht auf Mehrspieler ausgelegt. Stattdessen bewege ich mich durch einen kleinen, abstrakten Teil von London mit einer übersichtlichen aber nicht weniger gefährlichen Anzahl an Zombies und treibe durch klare Aufgaben die Geschichte voran. Herrlich einfach, erfrischend und doch gleichzeitig extrem spannend und überraschend herausfordernd. Ein Budget-Resident Evil quasi.

Wolfenstein II: The New Colossus (Herstellerbild)

4. Wolfenstein II: The New Colossus (2017; PC, XONE, PS4, NSWI) – Wolfenstein: The New Order war der absolute Hammer. Wie DOOM (2016) eine gelungene Wiederauferstehung einer langen brachliegenden Serie mit neuen Ideen, welche die Nostalgie sinnvoll ergänzt/erweitert hat. Teil 2 kommt da ehrlich gesagt nicht ganz ran. Dafür ist mir der Ton zu inkonsequent (mal total albern, mal extrem bierernst), der Levelaufbau (zentraler Hub, immer wieder zurück in die gleichen Levels sowie die absolut schrecklichen Abwasserkanäle) nicht so ganz nach meinem Geschmack und es ist definitiv zu lang (bei mir 36 Stunden zu 11 Stunden beim Vorgänger). Es würde aber selbstverständlich nicht auf dieser Liste stehen, wenn es totaler Mist wäre.

Stattdessen sind die spielerischen Stärken des Vorgängers weiterhin vorhanden. Das Moment-to-Moment-Gameplay ist wieder extrem gelungen und die bis zu einem gewissen Grad non-linearen und offenen Levels erlauben es euch endlich es richtig auszuleben. Egal ob ich lieber schleiche oder mich waffenstrotzenden ins Getümmel stürze: Beides ist valide, geht fließend übereinander über und macht Spaß. Weil sich die Waffen gut anfühlen; weil die Gegner-KI nicht ganz so strunzdumm ist; weil ihr sehr agil seid und das Tempo entsprechend hoch. Und auch wenn die Geschichte sich wie gesagt immer mal wieder im Ton vergreift: Grundsätzlich war die Rückeroberung von Amerika eine unterhaltsame und spannende Sache.

Space Pilgrim Episode IV: Sol (Herstellerbild)

5. Space Pilgrim Saga (2015-2016; PC) – Okay, technisch gesehen habe ich noch nicht die komplette Saga durchgespielt. Mittlerweile gibt es nämlich noch eine Prequel-Trilogie und eine Art Spin-Off. Insofern: Ich rede nur von den ersten vier Episoden Alpha Centauri, Epsilon Indi, Delta Pavonis und Sol. Dort schlüpft ihr die Rolle von Gail Pilgrim, die zu Beginn der Serie ihren Lebensunterhalt als Raumschiff-Spediteur (Waren und Personen) verdient.

Gebaut mit dem RPG Maker haben die Titel technisch wie spielerisch nicht viel zu bieten. So merkt man zwar, dass die Entwickler im Laufe der vier Episoden an Erfahrung gewinnen, was sich auch in der Spielzeit widerspiegelt. Aber unterm Strich sind es eher anspruchslose Point & Click-Adventure mit einem fest vordefinierten Lösungsweg. Was die Serie für mich jedoch so toll macht ist die Geschichte und die dazugehörigen Charaktere. Dabei erlebt ihr nicht nur die Sicht von Gail, sondern schlüpft im Laufe der Episoden (ca. 10 Spielstunden) sogar in die Rolle ihrer Freunde. So gibt es nicht nur eine erzählerisch vorgegebene freundschaftliche Entwicklung zwischen allen, sondern mir wachsen die kleinen Pixelfrauen tatsächlich ans Herz und ich will wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Ein kleines aber wirklich feines Machwerk.

 

Ja, ich habe tatsächlich mal wieder einen Titel in dem Jahr gezockt, in dem er erschienen ist. Bei einem Werk von id Software kann ich bekanntlich nur schwer “nein” sagen. Doch genug davon. Ich habe erst einmal alles zu meinem Spielejahr 2020 gesagt, was mir einfällt. Kommen wir nun wie immer zu euch. Unter dem Eintrag von 2019 hat zwar niemand einen Kommentar hinterlassen, aber ich versuche es noch einmal euch hinter dem Ofen hervorzulocken: Wie war euer Spielejahr 2020?

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